Category: Science-Fiction & Fantasy

Die Elixiere des Teufels

Im Jahre 1776, als der junge Goethe in Weimar heimisch wurde, erblickte Hoffmann das Licht der Welt. Und als er nach fünf Jahrzehnten an Rückenmarksdarre starb, war auch Goethes künstlerische Entwicklung abgeschlossen; einige Jahre später legt er seines Geistes letzten Tiefsin...

Chapters

1. Part 1

Im Jahre 1776, als der junge Goethe in Weimar heimisch wurde, erblickte Hoffmann das Licht der Welt. Und als er nach fünf Jahrzehnten an Rückenmarksdarre starb, war auch Goethes...

2. Part 2

Der Pfarrer war die Güte selbst, er wußte meinen lebhaften Geist zu fesseln, er wußte seinen Unterricht so nach meiner Sinnesart zu formen, daß ich Freude daran fand und schnell...

3. Part 3

Das Verhältnis der Brüder untereinander, die innere Einrichtung rücksichts der Andachtsübungen und der ganzen Lebensweise im Kloster, bewährten sich ganz in der Art, wie sie mir...

4. Part 4

Nach einiger Zeit begab es sich, daß ein junger Graf, von seinem Hofmeister mit dem er auf Reisen begriffen, begleitet, unser Kloster besuchte und die vielen Merkwürdigkeiten de...

5. Part 5

Wie ein Strahl des Himmels erleuchteten mich die Worte des ehrwürdigen Leonardus, ich hatte ihn gehaßt, aber jetzt durchdrang mich wie ein wonnevoller Schmerz +die+ Liebe, welch...

6. Part 6

Der Alte stand auf und wollte fortgehen, der Jüngling fiel ihm in die Arme. „Ach, Sie quälen mich, guter Reinhold!“ rief er mit matter Stimme, „Sie quälen mich unaussprechlich!...

7. Part 7

Mit diesen Worten schloß Reinhold seine Erzählung, die mich auf mannigfache Weise gefoltert hatte, indem die seltsamsten Widersprüche in meinem Innern sich durchkreuzten. Mein e...

8. Part 8

Es bedurfte vielleicht nur Euphemiens Erklärung über die Tendenz ihres Lebens, um mich selbst die überwiegende Macht fühlen zu lassen, die wie der Ausfluß höherer Prinzipe mein...

9. Part 9

Als die ersten Strahlen der Sonne durch den finstern Tannenwald brachen, befand ich mich an einem frisch und hell über glatte Kieselsteine dahinströmenden Bach. Das Pferd, welch...

10. Part 10

Unter seltsamen Sprüngen, Grimassen und wunderlichen Reden bearbeitete der Kleine mein Haar. Bald sah er finster und mürrisch aus, bald lächelte er, bald stand er in athletische...

11. Part 11

Alles erhob sich von den Sitzen. „Was ist das, was ist das?“ rief es durcheinander; aus dem Saal drängten sich, das Spiel verlassend, die Menschen herein, von dem fürchterlichen...

12. Part 12

Im andern Teil des, wie ich jetzt wahrnahm, ziemlich weitläuftigen Gebäudes wies mir der Alte ein kleines, nett aufgeputztes Gemach an, in welchem ich meine Sachen bereits vorfa...

13. Part 13

„Künftigen Herbst sind es schon zwei Jahre her, als meine Bursche im Wald oft ein entsetzliches Heulen vernahmen, das, so wenig Menschliches es auch hatte, doch wie Franz, mein...

14. Part 14

Mir war wohl und leicht, daß der Mönch, dessen Erscheinung mein eignes Ich in verzerrten, gräßlichen Zügen reflektierte, entfernt worden. Ich freute mich auf die Residenz, denn...

15. Part 15

Nachdem Erfrischungen gereicht worden, ging es in den Saal, wo der Farotisch in Bereitschaft stand. Der Hofmarschall machte den Banquier, doch stand er, wie man mir sagte, mit d...

16. Part 16

Nun fing Herr Ewson, der gar keinen Sinn für Musik, gar keinen Takt hat, mit dem größten Eifer an, das Konzert zu blasen. Er kam aber nur bis zum zweiten Solo des ersten Allegro...

17. Part 17

Die Vermählung des Prinzen mit der Italienerin ging in dem Palast des Fürsten auf das feierlichste vor sich; die Fürstin hatte sich in ihr Geschick gefügt und einer zwecklosen,...

18. Part 18

Der Leibarzt sprang mit der ihm eignen Behendigkeit davon. Die Fürstin kam mit Aurelien den Gang herab. -- Ich erbebte. -- Mit aller Gewalt raffte ich mich zusammen. Ich fühlte...

19. Part 19

„So wahr mir Christus helfe zur Seligkeit,“ erwiderte Cyrillus, „so kann ich nicht anders glauben, als dieser Mann, trägt er auch weltliche Kleidung, jener Medardus ist, der im...

20. Part 20

Sowie der helle Tag nur angebrochen, erschien der Kerkermeister mit seinen Knechten, die mir die Fesseln von den wunden Armen und Füßen ablösten. Ich solle bald zum Verhör hinau...

21. Part 21

Ich hatte Aurelien mehrere Tage nicht gesehen, sie war mit der Fürstin auf ein nahe gelegenes Lustschloß gegangen. Ich ertrug es nicht länger, ich rannte hin. -- Am späten Abend...

22. Part 22

Meine teure, gute Mutter! mit welchen Worten soll ich Dir’s denn verkünden, daß dein Kind glücklich ist, daß endlich die grause Gestalt, die, wie ein schrecklich drohendes Gespe...

23. Part 23

Immer und immer wieder las ich Aureliens Blätter. Es war, als wenn der Geist des Himmels, der daraus hervorleuchtete, in mein Inneres dringe und vor seinem reinen Strahl alle sü...

24. Part 24

Ich lag im offenen Fenster und atmete in vollen Zügen die herrliche, warme Luft ein, die durch Mark und Adern strömend neues Leben in mir entzündete, als ich eine kleine, dürre...

25. Part 25

Bruder Medardus fährt hier, ohne sich weiter auf das, was er im Malerbuche fand, einzulassen, in seiner Erzählung fort, wie er Abschied nahm von dem in seine Geheimnisse eingewe...

26. Part 26

Des andern Tages kam ein Abgeordneter des geistlichen Gerichts mit den Häschern und wollte den Francesko verhaften, da erwachte aber sein Mut und stolzer Sinn, er ergriff seinen...

27. Part 27

Es war so weit gekommen, daß überall, wo ich mich in den Straßen von Rom blicken ließ, einzelne aus dem Volk stillstanden, und in gebeugter, demütiger Stellung um meinen Segen b...

28. Part 28

Mitternacht mochte vorüber sein, als ich die äußere Pforte des Klosters öffnen und einen Wagen dumpf über das Pflaster des Hofes hereinrollen hörte. Bald darauf kam es den Gang...

29. Part 29

Ich vermied die Residenz des Fürsten, nicht weil ich fürchtete, erkannt zu werden und aufs neue dem Kriminalgericht in die Hände zu fallen, aber wie konnte ich ohne herzzerreiße...

30. Part 30

Endlich, nach rastloser Wanderung, mehrere Wochen hindurch, nahte ich mich der Heimat; mit klopfendem Herzen sah ich die Türme des Cisterzienserklosters vor mir aufsteigen. Ich...

31. Part 31

In dem Augenblick erfaßte mich, wie ein jäher alle Nerven und Pulse durchzuckender Schmerz, die Sehnsucht der höchsten Liebe; „Aurelie -- ach Aurelie!“ rief ich laut. Der Prior...

32. Part 32

Von tieferer Einwirkung auf das Heil meiner Seele waren wohl diese vier Tage, die ich meistens einsam in der Kapelle des Gartens zubrachte, als die lange, strenge Buße im Kapuzi...