Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich

Part 31

Chapter 312,578 wordsPublic domain

=Schach-, Schächle= s. Scac.

=Schachtschabel= III. mhd. schûchzabel „Schachbrett“.

=Schack-, Schäckel= s. Scac.

=Schade= III. ahd. scado. mhd. schade „schädigender Feind, Widersacher“ (doch auch schon im 8. Jh. Scatto).

FN. _Schade_; _Schad_. Zss. _Landschade_.

=Schadenfroh= III. S. 48.

=Schaf= III. (Hauszeichen S. 61); mit der Zss. _Schlachtschap_, dem N. eines Wiedertäufers in Münster 1534.

=Schäfer= III. ahd. scâphare, mhd. schaefer „Schafhirt“.

FN. _Schäfer_. Gen. _Schäfers_. Zss. _Horstschäfer_. _Neuschäfer_. _Schäfersmann_. Niederd. _Schaper_ -- _Schäper_. Gen. _Scheepers_; _Schäpers_ (niederrhein.). Zss. _Bauerschäfer_; niederd. _Buerschaper_. -- _Schäpermeier_.

=Schaffenhauer= III. „Verfertiger von Schaffen“ (ahd. scaph, mhd. schaf, altsächs. scap Schaff, Holzgefäß), etwa = Bötticher.

=Schäffer= III. (mit geschärftem Vokal) ahd. scaffâri, mhd. schaffaere, schaffer, scheffer „Schaffner“ (Verwalter, Hausmeister).

FN. _Schäffer_, _Scheffer_ -- auch _Schaffer_ -- _Schöffer_ (aus dem Gebrauche des 15.-16. Jh. in Mitteldeutschland, wo man das e in ö vergröberte, woher noch Schreibungen wie „Schöpfer, Hölle“). Zss. _Neuschöffer_. Niederd. _Schapper_. Gen. _Scheffers_.

Mit dem n der schwachen Bildung: _Schaffner_ -- _Scheffner_.

=Schaffnicht= III. Satz-N. „schaffe nichts“ (ein Faullenzer). Auch _Schaffnit_.

=Schaffrath= III. „schaffe Rat“ (einer der immer Rat zu schaffen weiß) -- auch _Schaffenrath_.

=Schalch, Schalk, Schall= s. Scalc.

=Schaper, Schäper= s. Schäfer.

=Schapper= s. Schäffer.

=Scharf-, Schärf-= s. Scarp.

=Schäring, Scharl-, Scharold= s. Scar.

=Scharp-= s. Scarp.

=Scharr= s. Scar.

=Schaubert= s. Schubert.

=Schauer= s. Scur.

=Schaufert= s. Schubert.

=Schauinsland= III. Satz-N. (O. in Baden); auch zsgz. _Schaunsland_.

=Schaumkell= III., =Schaumlöffel= III. s. S. 44.

=Schaur-= s. Scur.

=Scheele= s. Schiele.

=Scheelhaß= s. Schellhase.

=Scheepers= s. Schäfer.

=Scheer= a) I. s. Scar b) III. mhd. scher der „Scherer, Barbier“.

FN. _Scheer_ (latinis. Rasor). Zss. _Bartscheer_. _Tuchscheer_.

=Scheerpelz= III. Satz-N.

=Scheff(n)er= s. Schäffer.

=Scheffler= III. mhd. scheffelaere, von scheffel kleines Schaff (niederd. Schapp), der „Faßbinder“. In München Bezeichnung des Gewerbes (Schäffler).

FN. _Scheffler_ -- _Schöffler_. Niederd. _Schepeler_.

=Scheibner= III. einer aus dem O. Scheiben (in Böhmen, Steiermark u. a.)

=Scheide= III. im Sinne von „Wasserscheide“ seit dem 8. Jh. in ON. Heutzutage die einfachen _Scheide_, _Scheidt_ und viele Örter auf _-scheid_, die eine zusammenhängende Masse in dem Regierungsbez. Arnsberg, der preuß. Rheinprovinz, Nassau, Luxemburg bilden.

FN. _Scheid_. _Arnscheidt_. _Brandscheid_. _Burtscheidt_. _Dürrscheidt_. _Langenscheid_. _Mittelstenscheid_. _Reifferscheid_. _von Rohrscheidt_. _Thanscheidt_.

Ableitung auf _-er_ (oberd.):

_Wegscheider_ (O. Wegscheid u. Wegscheiden, häufig in Österreich und Bayern). _Lugscheider_. _Marscheider_.

=Scheidemann= III. mhd. scheideman „Schiedsrichter“.

=Scheil= s. Schiele.

=Schein= III. in den Zss. _Blumenschein_. _Hausschein_ (verlateint Oecolampadius). _Maienschein_. _Monschein_.

=Scheld-, Schell-= s. Scild.

=Schellhase= III. „scheu aufspringender (mhd. schellec) Hase“. Entstellt _Scheelhaß_.

=Schellhorn= III. Schelchshorn 1677, _Schelshorn_ (München) „Horn des Schelchs“ (Riesenhirsches Nib. 880). Auch _Schöllhorn_.

=Schellkopf= III. „Kopf des Schelchs“ d. i. Riesenhirsches.

=Schelt-= s. Scild.

=Schenk= III. ahd. scenco, mhd. schenke der „Schenke, Mundschenk“ -- bes. auch ein Hofamt; daher in den N. mehrerer edler Geschlechter, die dann dem Amte zur weiteren Unterscheidung oft noch den Stammsitz hinzufügten: Kuonrat der schenke von Wintersteten. Gegenwärtig noch: _Schenk von Stauffenberg_ (ehemals Schenken der Hohenstaufen); _Schenk von Geyern_; _Schenck zu Schweinsberg_ u. a. -- Zss. _Bierschenk_. _Weinschenk_.

=Schenkel= III. Körperteil -- mit den Zss. _Kurzschenkel_. _Langschenkel_.

=Schepeler= s. Scheffler.

=Scher-= s. Scar.

=Scherer= III. mhd. scheraere „Scherer“ d. i. Barbier, doch auch Feldscher und Tuchscherer.

=Scherf-, Scherp-= s. Scarp.

=Schermer= s. Schirmer.

=Scherr-= s. Scar.

=Scheubenpflug= III. Satz-N. „schiebe den Pflug“ (ein tüchtiger Pflüger).

=Scheuchenpflug= III. Satz-N., vom mhd. schiuhen scheuen: „scheue den Pflug“.

=Scheuer-, Scheur-= s. Scur.

=Scheunemann= III. „der an der Scheune“. Niederd. _Schünemann_.

=Schick= s. Scic.

=Schickedanz= III. Satz-N. „schicke den Tanz“ d. i. ordne den Tanz an -- auch _Schickendans_ -- _Schücktanz_ (österr.).

=Schiele= III. „schielend“. Schile-Peter.

FN. _Schiele_ -- _Scheele_ -- _Scheil_.

=Schietendüvel= III. Satz-N. „schieß den Teufel“.

=Schier-= s. Scir.

=Schiffer= III. Gen. _Schiffers_ (niederrhein.).

Vklf. _Schifferli_. Niederd. _Schipper_. Gen. _Schippers_.

=Schifferdecker= III. = _Schieferdecker_.

=Schiffmann= III. ahd. scefman, mhd. schifman der „Schiffer“ (welches letztere erst seit dem 16. Jh. auftritt). Niederd. _Schippmann_.

=Schild-= s. Scild.

=Schild= III. in Haus-N. _Grünschild_. _Rothschild_.

=Schildwächter= III. der „in voller Rüstung Wache stehende Krieger“ (s. Luthers Bibelübers. Richt. 7, 11).

=Schilf-, Schilk-, Schill-= s. Scild.

=Schiller= a) I. III. wohl durch Rückangleichung aus Schilter, Schilder entstanden, wie Hiller aus Hilder. Man vergleiche auch „~schillern~“ = schildern (Schildwach stehen) in einem bei Moscherosch aufbewahrten Volksliede des 17. Jh.:

„Gott ist des Christen Hülf’ und Macht, Ein’ feste Citadelle; Er wacht und ~schillert~ Tag und Nacht, Tut Rond’ und Sentinelle.“

b) III. „ein Schielender“ (schwäb. schilla „schielen“).

(Der N. Schiller findet sich in Oberschwaben schon im J. 1403.)

=Schilling= III. die bekannte Münze, schon im got. skillings (wohl zu ahd. scellan klingen), seitdem in allen germanischen Sprachen, mhd. schillinc. (Doch schon im Angels. ein Scilling der „Tönende“, als Gefährte des sagenhaften Sängers Vidsidh).

FN. _Schilling_. -- _Schelling_. Gen. _Schillings_ (niederrhein.). -- Zss. _Fünfschilling_. (S. auch Scild.)

=Schilter= a) I. s. Scild b) III. ahd. schiltâri mhd. schiltaere der „Schilde und überhaupt Lederwerk anfertigt“; der „Schildmaler, Wappenmaler“ (woher nhd. das Zeitwort „schildern“). Wolchwin der Sciltaer 1190, Johannes dictus Schildere (pictor).

FN. _Schilter_ -- _Schilder_ -- _Schiller_.

Mit dem n der schwachen Bildung: _Schildner_.

=Schimmelpfennig= III. einer der den Pfennig erst mit Schimmel sich überziehen läßt, ehe er ihn ausgibt. Vgl. _Wucherpfennig_.

FN. _Schimmelpfennig_; _Schimmelpfeng_. Niederd. _Schimmelpenninck_.

=Schindler= III. mhd. schindelaere „Schindelmacher“.

=Schipper= III. s. _Schiffer_.

=Schirmeister= III. bei den Schmieden der „Vorschläger“; sonst „Geschirrmeister“ auf Schiffen, bei den Posten usw. (Kann aber z. T. auch aus mhd. schirmmeister „Fechtmeister“ entstanden sein.)

=Schirmer= III. ahd. schirmâri, mhd. schirmaere 1) „Schützer“ 2) „Fechter“. Auch _Schürmer_ -- _Schermer_.

=Schirott, Schirrey= s. Scir.

=Schittenhelm= s. Schüttenhelm.

=-schitz= III. in ON. slawisch, s. S. 90.

FN. _Lipschitz_. -- _Dobschütz_ (O. Dobschitz). _Niebelschütz_.

=Schlächter= III. slahtâri, mhd. slahtaere, slahter, slehter der „Fleischer“.

FN. _Schlächter_ -- _Schlachter_ (südd.).

=Schladenhauffen= s. Schlagdenhauffen.

=Schladoth= III. niederd. Satz-N., ein „Schlagetot“.

=Schlag= III. in ON. vom Schlagen eines Waldes: Puoheslaga 9. u. a., jetzt Buchenschlag -- mitunter auch aus loh „Busch“ mit vorhergehendem s entstellt: Adelschlag aus Adaloltesloh. (Noch andere Bed. von „Schlag“ in Flur-N. bei Buck S. 239-40).

FN. _Asperschlag_. _Giesenschlag_. _Rottschlag_.

Ableitung auf _-er_ (oberd.): _Partenschlager_ (Baden).

=Schlagdenhauffen= III. Satz-N. für einen tapfern Dreinschläger; auch _Schlaginhaufen_ -- aus beiden abgekürzt: _Schlagenhauf_. Ähnlich

=Schlagenteuffel= III. Satz-N. s. S. 52.

=Schläger= III. einfach und in Zss.: _Kesselschläger_. _Lautenschläger_.

=Schlagintweit= III. niederd. Satz-N. aus „Schlag in ~dat~ Weite“.

=Schlauderaff= III. ein nichtstuender „schluderiger Affe“ (woher Schlaraffe. Schlaraffenland).

FN. _Schlauderaff_ -- _Schlauraffe_ -- _Schluraffe_.

=Schleemilch= s. Schlegelmilch.

=Schlegel= III. ahd. slegil, mhd. slegel „Schlägel“, Werkzeug zum Schlagen (auch Schlachten). Hermann der slegel 1299.

FN. _Schlegel_. (Burcard. de Bliensowe dict. Bruggenschlegel 1265.)

=Schlegelmilch= III. „Buttermilch“ (von schlagen mhd. slegemilch, slêmilch). Auch _Schleemilch_; _Schlömilch_.

=Schlemmer= III. „Schlemmer“, der slemmer 1595.

=Schlesing= III. ein „Schlesier“ -- neben dem neueren _Schlesinger_ und auch _Schlesier_.

=Schlichtegroll=, auch =Schlichtkrull= III. Satz-N. „schlichte die Locken“, mhd. krülle „Haarlocke“.

=Schlick= III. mhd. slic „Fresser“.

=Schließer= III. der „Schließer“, bes. in dem Sinne von „Gefängniswärter“. Niederd. _Schlüter_ (Klemp. Matrikeln der pommerschen Ritterschaft S. 136: Sluter = claviger).

=Schlindewein= III. Satz-N. von mhd. slinden schlingen = „Weinsäufer“.

=Schlockebier= s. Schluckebier.

=Schlöhbaum= III. „Schleebaum, -busch“ (ahd. slêha Schlehe, prunella).

=Schlömilch= s. Schlegelmilch.

=Schlosser= III. neuere Bezeichnung statt der älteren Kleinschmied.

FN. _Schlosser_ -- _Schlösser_ -- _Schlötzer_.

=Schlothauer= III. „Schlosser“. Auch _Schlotzhauer_.

=Schluckebier= III. Satz-N. Nach Vilmar ist ein ganzes hessisches Dorf von Schluckebieren bewohnt. Auch _Schlockebier_.

=Schluraffe= s. Schlauderaff.

=Schmeekebier= III. Satz-N. „schmecke Bier“ (s. Schluckebier).

=Schmeckpeper= III. Satz-N. niederd. „schmecke Pfeffer.“

=Schmed-, Schmetje= s. Smid.

=Schmid= a) I. s. Smith b) III. got. smitha, ahd. smid, mhd. smit jeder „der aus Metall Geräte verfertigt“.

FN. in verschiedener Schreibung, gew. _Schmidt_, daneben _Schmid_, _Schmitt_, _Schmiedt_. Gen. _Schmidts_, _Schmitz_ (häufig am Niederrhein) -- _Smets_ -- _Smeets_. Der ursprüngliche Anlaut sm ist erhalten in den aus Nordwest-D. stammenden FF. _Smidt_, _Smid_, _Smitt_.

a) I. s. Smid (auch S. 43).

b) III. noch häufiger sicherlich aus der 3. Periode stammend, wohin auch die vielen Zss. gehören:

1) nach dem bearbeiteten ~Metall~:

_Blechschmidt_. _Eisenschmidt_; _Isenschmid_ (mhd. îsensmit). _Goldschmidt_. _Kupferschmied_; halbniederd. _Kopperschmidt_ (Hamb.). _Silberschmidt_. _Stahlschmidt_ --

2) nach dem verfertigten ~Geräte~:

_Beilschmidt_. _Drahtschmidt_. _Hackenschmidt_. _Hammerschmidt_. _Haubenschmidt_. _Hufschmidt_. _Messerschmidt_. _Nagelschmidt_. _Pfannenschmidt_. _Pfeilschmidt_. _Schaarschmidt_ (der Pflugscharen schmiedet). _Scheerschmidt_. _Segenschmid_ = _Sensenschmid_. _Sichelschmidt_. _Waffenschmidt_. -- _Kaltschmidt_. _Kleinschmidt_. _Pfennigschmidt_ (Münzer?). _Werschmidt_ (Waffenschmied). Wohl scherzhaft: _Pusterschmidt_ (Verfertiger von Blasebälgen). _Wurstschmidt_ --

3) auf ~doppelte Beschäftigung~ deutend: _Bauerschmidt_ (wie auch umgekehrt _Schmittbauer_). _Jägerschmidt_ -- dagegen _Freischmidt_ ein unzünftiger Schm. --

4) auf den ~Standort der Schmiede~ bezüglich: _Bergschmidt_. _Blumenschmid_. _Dorfschmidt_. _Gassenschmidt_. _Lindenschmit_. _Sonnenschmidt_ (wohl bei einem Gasthaus „zur Sonne“). _Thorschmidt_. _Waldschmidt_ -- auch wohl _Brüggenschmidt_ (der Schm. an der Brücke).

Seltener bildet das Wort den ersten Teil der Zss., was fast nur in Verbindung mit PN. stattfindet: _Schmitthenner_ (der Heinrich von der Schmiede). _Schmitjan_ (der Schmiedejohann). _Schmidtkunz_. _Schmidtseifert_ (-siegfried). -- _Schmidthuber_ (s. Huber).

=Schmidd-, Schmied-, Schmit-= s. Smid.

=Schmock, Schmuck-, Schmück-= s. Smuk.

=Schnapauf= III. Satz-N.

=Schnatmeyer= III. Schnat oder auch Landwehr: an der Grenze gelegene Abteilung der Mark, die einer engeren Gemeinschaft zugehört. Auch in _Schnatmann_; _Schnathorst_.

=Schnee= III. -- auch in der Zss. _Kaltschnee_. _Schneekloth_; _Schneekluth_ niederd. = Schneekloß. _Schneevogl_.

=Schneeweis= III. mhd. snêwîȥ.

=Schneewind= s. Schneidewind.

=Schneid= III. wohl die (politische) Grenze bezeichnend, in ON. seit dem 8. Jh. (Otensnaita).

FN. _Schneid_; _Schnaith_ (württ). _Wessanschneid_.

Ableitung auf _-er_: _Elendschneider_.

=Schneider= III. erst mhd. snîdaere, snîder „der ein Gewand zuschneidet und verfertigt“ -- einer der häufigsten FN. Gen. _Schneiders_ (niederrhein.).

Zss. _Herrenschneider_. _Kampfschneider_. (westf., der Schn. vom Kampe). _Nagelschneider_ „Nagel, olim Schneider“ Preuß 34).

Niederd. _Schnieder_ (schon 1383 im Gött. UB. I. als Snidere vorhanden) -- zsgz. _Schnier_. Gen. _Snyders_ -- _Schnieders_ (ostfries.).

Einige merkwürdige Zss. bietet auch hier Westfalen: _Schockenschnieder_; _Hemkensamkenschnieder_ -- was bedeuten sie?

(Die Bemerkung Vilmars, daß der N. nur aus Mittel- und Oberdeutschland stamme, wird durch die obigen Anführungen hinfällig).

=-schneider= III. in Zss. wie Brettschneider, nicht von dem Hauptw. Schneider, sondern unmittelbar von dem Zeitw. schneiden.

FN. _Brettschneider_, auch _Bredschneider_. _Dillschneider_. _Holtschneider_ (halbniederd. = Holzschneider). _Pfeifenschneider_. _Reifschneider_. _Riemenschneider_; _Riemschneider_ (= Riemer). _Rohrschneider_. _Steinschneider_. _Wandschneider_. (Klemp. Wandsnider = Gewandschneider.)

(_-schneider_ in einzelnen oberd. FN. auch zu ON. gehörig s. Schneid.)

=Schneidewind= III. Satz-N. „durchschneide den Wind“ d. i. ein „unruhiger, umherziehender (Landsknecht)“ Snydewint 13. Jh. vgl. franz. Taillevent -- als FN. in den verschiedensten FF.: _Schneidewind_; _Schneidawind_; _Schneidewin_; _Schneidewendt_ -- _Schnödewind_ -- _Schniewind_ -- _Schneewind_.

=Schnell-= s. Snel.

=Schnellenpfeil= III. Satz-N. „schnelle den Pfeil“. So auch _Spitzenpfeil_.

=Schnetger, Schnetker= s. Schnittger.

=Schnetzler= III. der „Schnitzler“.

=Schnieder, Schnier= s. Schneider.

=Schniewind= s. Schneidewind.

=Schnitter= III. mhd. snitaere, snitter der „die Ernte schneidet“.

FN. _Schnitter_. Zss. _Strohschnitter_.

=Schnittger= III. niederd. Snittger, der „Tischler“.

FN. (Nordwest-D.) _Schnittger_; _Schnittker_ -- _Schnetker_; _Schnetger_.

=Schnitzer, Schnitzler= III. mhd. snitzaere, snitzeler „Bildschnitzer“.

=Schnödewind= s. Schneidewind.

=Schnuphase= III. zu schnauben, schnopern „wittern“. Vgl. FN. _Spörhase_ „Spürhase“.

=Schobelt, Scholle= s. Scut.

=Schöffer= s. Schäffer.

=Scholten, Scholz-= s. Schultheiß.

=Schomaker= s. Schuhmacher.

=Schomann= s. Schumann.

=Schömann= III. N. eines bekannten Greifswalder Professors, aus dem schwed. Sjömann „Seemann“.

=Schombart= III. mhd. schemebart (bärtige) „Larve, Gesichtsmaske“. Nhd. _Schönbart_ (doch s. auch Scaun I.).

=Schombert, Schömperle, Schon-, Schön-= s. Scaun.

=Schöne, Schön= a) I. s. Scauni b) III. der „Schöne“ (vgl. franz. Lebeau). In Zss.: _Schönknecht_. _Schönrock_. _Schönbaum_ u. a.

=Schoon= s. Scaun.

=Schopenhauer= III. der „Schopen d. i. Schöpfkellen (s. Klempin, Diplomat. Beitr. S. 487) zuhaut“.

=Schopp= s. Scut.

=Schöps= III. aus slaw. skopec castratus -- als FN. in Schlesien häufig. Der Husaren-Oberst Rudorf mußte auf Befehl Friedrichs d. Gr. seinen ursprünglichen N. „Schöps“ ablegen (Pott S. 287).

=Schotte= a) I. s. Scut b) III. „Schotte“ d. i. Krämer und Hausierer, nach den zahlreichen Schotten, die im Mittelalter als Hausierer durch Deutschland zogen. FN. _Schotte_; _Schott_.

=Schötteldreier= s. Dreher.

=Schöttler= s. Schüßler.

=Schottmüller= III. urspr. Müller: „Anfang des J. 1858 bewarb ich mich aus Rücksicht auf meine zahlreichen Söhne um die Erlaubnis, meinem Vaternamen den FN. meiner Mutter, einer geb. Schott, vorsetzen zu dürfen, und nenne mich seitdem Schottmüller“. (In der Lebensbeschreibung des Prof. Adolf Sch., welche er seinem „Luther“ vorangestellt hat.)

=Schrader= s. Schröter.

=Schramm= III. „der mit der Schramme“. Hans Breitbeck mit der schrammen 1459.

=Schraudolph, Schraut= s. Scrot.

=Schreiber= III. ahd. scrîbâri, mhd. scrîbaere der „Schreiber“, doch in weiterer Bed. und unter Umständen von höherem Range als jetzt: Notar, Rechnungsführer, Kanzler.

FN. _Schreiber_. Zss. _Quittschreiber_. Niederd. _Schriever_ (Ratzeb.). Verlat. _Scriba_ (Hessen).

=Schreur= s. Schröter.

=Schriever= s. Schreiber.

=Schrocke= s. Scrot.

=Schröder= s. Schröter.

=Schrödl= s. Scrot

=Schröer= s. Schröter.

=Schröpf, Schropp= s. Scrot (zweist. K.).

=Schrot-, Schrötel= s. Scrot.

=Schröter= III. mhd. scrôtaere, neuniederd. schröder, schröer (vom ahd. scrôtan, mitteld. schrôden, schrâden abschneiden) 1) der Kleider zuschneidet, „Schneider“ 2) der Lasten, namentlich Fässer „schrotet“, d. i. auf zwei Leiterbäumen, die oben und unten verbunden sind, schiebend fortbewegt oder wälzt. In dieser Bed. noch im 16. Jh. allgemein, z. B. bei Luther Jerem. 48, 12.

FN. _Schröter_ -- _Schrötter_ -- _Schroter_. Niederd. _Schröder_; mit Ausfall des d _Schröer_ -- _Schrader_ (Scrader, Scroder 1369 Braunschw.). Gen. _Schröers_ -- _Schreuers_ (niederrhein. an der holl. Grenze).

Zss. _Bierschröder_. -- _Brinkschröder_ (westf. „der Schr. auf dem Brinke“). _Kampschröer_ (westf.). _Pohlschröder_.

=Schrupp= s. Scrot.

=Schubert= III. mhd. schuochwürhte, schûworhte, schûworte Schuhwirker d. i. „Schuhmacher“. Aus den mhd. FF. durch weitere Abschleifung und z. T. Entstellung die

FN. _Schuhwirth_; _Schuhwicht_; _Schuwert_ -- _Schuffert_ -- _Schaufert_ -- _Schubert_ (durch Verhärtung des w in b, zugleich wohl mit Anlehnung an die zahlreichen EN. auf -bert); _Schubart_ -- _Schaubert_.

Doch sind die FF. mit b, f zweifelhaft, da ein altdeutsches skog hereinzuragen scheint, welches sich in N. wie _Schuhwein_ bes. deutlich verrät (s. Steub S. 137).

=Schuch= s. Schuh.

=Schuchmacher= s. Schumacher.

=Schuchmann, Schuckmann= s. Schuhmann.

=Schücktanz= s. Schickedanz.

=Schüddekopf= III. Satz-N. „schüttle den Kopf“. Auch _Schittenkopf_, _Schütterkop_ s. Schüttenhelm.

=Schuffenhauer= s. Schopenhauer.

=Schuffert= s. Schubert.

=Schufft= III. änderte, als er 1837 an der Taubstummenanstalt zu Homburg bei Kassel angestellt wurde, auf Befehl des Kurfürsten seinen N. in _Schafft_. (Keßler, Festschrift usw. 1888).

=Schuh= III. mhd. schuoch der „Schuh“. (Schühlin 1265. Guldinschuh 1462).

FN. _Schuh_; älter _Schuch_. Zss. _Bundschuh_ (Schnürschuh S. 46). _Breitschuh_. _Frauenschuh_. _Guldenschuh_. _Handschuh_. _Holzschuh_. _Hornschuh_. _Knabenschuch_. _Rothschuh_. _Weißschuh_.

=Schuhmann= III. ahd. schuohman der „Schuhmacher“.

FN. _Schuhmann_, gewöhnlicher _Schumann_ -- in älterer F. _Schuchmann_; _Schuckmann_. Niederd. _Schomann_.

=Schuhwerk= III. mhd. schuochwürke „Schuhmacher“.

=Schuwirth, -wicht= s. Schubert.

=Schuknecht= III. landschaftl. „Schuhmachergeselle“. Nieder. _Schoknecht_.

=Schüler= III. in älterer F. _Schuler_ = scolaris „Student“ -- auch _Schuller_ (österreich.).

=Schult-= s. Schultheiß.

=Schultheiß= III. ahd. scultheiȥo, mhd. schultheiȥe urspr. „der Verpflichtungen und Leistungen (schult) heißt d. i. befiehlt“; Zivilrichter, Vogt.

FN. _Schultheiß_ -- verkürzt _Schultheß_; _Schultes_; _Schults_ -- gew. in der Schreibung mit z: _Schulze_ (_Schultze_); _Schulz_ (_Schultz_; die Form mit e ist die ältere) -- der häufigste deutsche FN. (S. 43), wenn auch im Süden minder häufig als im Norden (in München 1876 nur 22 mal). Gen. _Schulzen_.

Mit Abschwächung des u in o: _Scholze_; _Scholz_ (schlesisch, wie auch das Zwitterwort „Scholtisei“). Gen. _Scholzen_ (am Rhein, Rgb. Trier).

Niederd. _Schulte_ (westf.), vgl. mittelniederd. scultheite, scultete. Gen. _Schulten_; _Schultens_ -- _Scholten_ (Rees).

Verlateint: _Scultetus_. Gen. _Scultety_. Auch _Praetorius_.

Zss. verhältnismäßig nicht zahlreich: _Eberschulz_. _Hirtschulz_. _Rothschulz_. _Schwarzschulz_.

_Bergschulte_. _Brinkschulte_. _Bowenschulte_. _Hofschult_ (vgl. „Hofschulte“ Immermann Münchhausen). _Kleeschulte_. _Klosterschulte_. _Middelschulte_. _Nachbarschulte_. _Niederschulte_. _Voßschulte_ -- alle diese wieder in Westfalen, wo häufig auch eine Familie durch den Zusatz des Ortes in loser Verbindung mit dem Namen näher bestimmt wird: _Schulte-Bocholt_. _Sch.-Castrop_. _Sch.-Delwig_. _Sch.-Loh_ usw. durch das ganze Alphabet.

=Schulz-= s. Schultheiß.

=Schumacher= III. mhd. schuochmacher.

FN. _Schuhmacher_ -- älter _Schuchmacher_. Niederd. _Schomaker_. Gen. _Schomakers_ (Lingen).

=Schumann= s. Schuhmann.

=Schünemann= s. Scheunemann.

=Schupp= s. Scut.

=Schüppelz= s. Schüttpelz.

=Schur-, Schür-= s. Scur.

=Schürmer= s. Schirmer.

=Schürholtz= s. Scir.

=Schüßler= III. mhd. schüȥȥeler „Verfertiger von (hölzernen) Schüsseln und Näpfen“.

FN. _Schüßler_. Niederd. _Schöttler_ -- _Schüttler_.

=Schuster= s. Sutor.

=Schütt-= s. Schütze.

=Schüttenhelm= III. Satz-N. „schüttle den Helm“. Entstellt _Schittenhelm_, _Schitthelm_ (Wien).

=Schüttesper= III. Satz-N. „schüttle den Speer“ (vgl. englisch Shakespeare, auch Breakspeare). Entstellt _Schutzbar_.

=Schüttler= s. Schüßler.

=Schüttpelz= III. Satz-N. „schüttle den Pelz“ (vgl. Schuddefell). Cunrad Scutdepelz 1225. Auch _Schüppelz_.

=Schütze= III. ahd. scuzzo, mhd. schütze der „Schütze“. (Meist jedenfalls aus der 3. Periode, wenn auch vereinzelt schon im 9. Jh. der EN. Scuzzeo in gleicher Bed.).

FN. _Schütze_; _Schütz_.

In Zss. wohl nur in der verkürzten F.: _Büchsenschütz_. _Feuerschütz_ (niederd. vuurschutte 14. Jh.). _Flurschütz_; _Flohrschütz_. _Waldschütz_.

Niederd. _Schütte_. Gen. _Schütts_ (ostfries.); _Schütten_ (niederrhein., Mörs).

Zss. _Wildschütte_ (westf.). _Schüttenkötter_ (westf.).

=-schütz= in ON. slawisch, s. -schitz.

=Schützendübel= III. Satz-N. „schüttle den Teufel“. Falsch verhochd. aus Schuttenduvel 1601 (ahd. scuttan, mhd. schütten „schütteln“).

=Schuwert= s. Schubert.

=Schwabe, Schwab= a) 1. s. Swab b) III. einer aus dem Volksstamm der Schwaben.

=Schwabedissen= III. urspr. ON., verkürzt aus Schwabedishusen (Kolonat, Preuß 33. 34).

=Schwabel, Schwäbig= s. Swab.

=Schwager= III. zu den Verwandtschafts-N. Zss. _Altschwager_. _Lüttschwager_ (verlateint Micraëlius).

=Schwaiger= s. Schweiger.

=Schwalbe, Schwalb= III. mhd. swalewe die „Schwalbe“ (auch eine Art Harfe).

=Schwan= a) I. s. Swan b) III. der „Schwan“ (als Häuserzeichen).

=Schwan-, Schwann-= s. Swan.

=Schwarz= III. der „Schwarze“ (Brünette), vgl. Burchard der swarze 12. Jh. (doch wird auch schon im Ahd. swarz zur Namenbildung verwendet, s. Swarz).

FN. _Schwarze_; _Schwartz_. Niederd. _Schwarte_.

=Schwärzfirm= III. (München) „Schwertfeger“, entstellt aus Swertfürb von mhd. vürben „putzen, fegen“ (vgl. Volrich des swertfürben hûs in der munse ze Tüwingen gelegen. 1315 Bacm.).

=Schweb-= s. Swab.

=Schwed-= s. Swinth.

=Schwegler= III. ahd. swegelâri mhd. swegelaere „Flötenbläser“, vom mhd. swegele, einer kleinern Art Flöte, bayr. und schwäb. noch „Schwegel“ (daher FN. _Schwegelbauer_).

=Schwehr, Schweier= s. Swinth (V.).

=Schweickard, Schweigert= s. Swinth.

=Schweiger= III. ahd. sweigâri, mhd. sweiger „Hirt, Senne“.

FN. _Schweigger_, _Schwaiger_.

=Schweim= s. Swinth (zweist. K.).

=Schwein= III. ahd. mhd. swîn, Schwein; auch Wildschwein. Mit den Zss. _Eberschwein_; _Meerschwein_ -- _Schweinebraten_; _Schweinefuß_; _Schweinshaupt_ (z. T. ON., wie auch Schwein selbst).

=Schweizer= III. Volksname. Auch in der älteren Form _Schwyzer_.

=Schwend-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwenecke= s. Swan.

=Schwenn-= s. Swinth (einst. K.).

=Schwer-= s. Swinth (V.).

=Schwerdtfeger= III. „Waffenschmied“ (urspr. „der das Schwert fegt“, d. i. blank erhält).

=Schwet-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwich-, Schwick-= s. Swinth (V.).

=Schwidd-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwiebert= s. Swinth (V.).