Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich
Part 28
=NAS= I. got. nisan, nasjan, ahd. nerjan, mhd. nern „nähren; retten“. Nasold. Neriberaht.
FN. Einstämmige Kürzung Nas-.
Nasua: _Nasse_; _Naß_ -- _Neese_. Patr. A. _Nehring_. Gen. _Nahrings_ (Prüm).
Vklf. (k): _Nehrig_.
=Nase= III. in den Zss.
FN. _Spitznase_ (vgl. auch Halfnase 1376). _Langnese_ (Heinricus Langenase 1304).
=NATH= I. wohl zu altsächs. nâtha, ahd. ginâda „Gnade“, im Sinne von helfender Geneigtheit.
FN. Natbold: _Nabold_. Gen. _Nabholz_.
(Natbert): _Nabert_; _Naber_; _Napert_.
(Nather): _Nather_ -- _Näther_.
(Nadold): _Nadol_.
Einstämmige Kürzung Nath-.
Nado, Nato: _Nath_ -- _Näthe_.
Vklf. (l): _Nädele_. (l + n): _Nädelin_. (k): _Nadig_ -- _Nattke_ -- _Nacke_ -- _Näke_. Gen. _Nacken_ -- _Näckes_. (k + l): _Näckel_. (z) Nazo: _Naatz_.
Zweistämmige Kürzung Nathb-.
Nappo: _Napp_.
=Nätebus= III. (niederd.) „Nußbusch“.
=Näth-, Nattke= s. Nath.
=Nau-= s. Niw.
=Neander= s. Neumann.
=Nedder= niederd. „Nieder“ in _Neddermeyer_, _Nedderhut_ u. a.
=Neels= s. Cornelius.
=Neese= s. Nas.
=Negel-= s. Nagal.
=Nehlsen= s. Cornelius.
=Nehr-= s. Nas.
=Neiber= s. Nid (V.)
=Neid-= s. Nid (V., einst. K.).
=Neiffert= s. Nid (V.).
=Neigebauer= s. Gebauer.
=Neil-= s. Nagal.
=Neip-= s. Nid (V., zweist. K.).
=Neit-, Neitz-= s. Nid (einst. K.).
=Nel-, Nell-= s. Cornelius.
=Nembhard= s. Nanth.
=Nen-= s. Nanth.
=Neo= s. Niw.
=Nesensohn= II. (Appenzell) „Sohn der Agnes“.
=Nettel= III. niederd. „Nessel“ in _Nettelbladt_, -_kamp_, -_struck_.
=Neu= s. Niw.
=Neubauer= III. ein „Bauer“, der sich „neu“ auf einem (vielleicht erst von ihm urbar gemachten) Platze ansiedelt.
FN. _Neubauer_. Niederd. _Niebuhr_ (Klemp. Niebur). Halbniederd. _Niebauer_.
=Neub-, Neue, Neuf-= s. Niw.
=Neugebauer= s. Gebauer.
=Neukomm= III. ein „Neuangekommener“. Hans Nuwkomm 1393.
=Neumann= III. a) I. s. Niw b) III. ein „Neuangesiedelter“. Als FN. sehr häufig -- wie Neustadt als ON. -- auch Proselyten-N. (= „neuer Mensch“), in griech. Übersetzung _Neander_ (der berühmte Kirchenhistoriker dieses Namens hat denselben 1806 in Hamburg angenommen, als er zum Christentum übertrat).
Niederd. _Niemann_ (in Münster 1878 22 Niem. neben nur 8 Neum.) -- _Niegemann_ -- _Nigmann_ -- _Niggemann_ (Klemp. Nieman, Nigeman).
=Neumeister= III. ein in die Zunft „neu aufgenommener Meister“.
=Neuner, Neup-. Ney= s. Niw.
=Nibbe= s. Nid (zweist. K.).
=Niel-, Nicol-= s. Nicolaus.
=Nicolaus= II. griech. „Volkssieger“; Nicolaus, Bischof von Myra in Lycien 4. Jh. (S. 26).
FN. _Nikolaus_ -- _Niklaus_ (in schlechterer Schreibung _Nücklaus_) (_Großniklaus_) -- _Nicolas_; _Nicola_ -- _Niclas_, _Nicklas_, _Niklaß_ -- _Nieglas_ -- _Nicol_ mit den Zss. _Altnikol_ und _Nicolmann_ -- _Nickel_ mit den Zss. _Jungnickel_; _Kurznickel_; _Langnickel_; _Mühlnickel_ (Nickel als VN., N. Hannemann 1662 KB.) -- _Niggl_ (bayr.). Gen. _Nicolai_, _Nikolay_ -- deutsch: _Nickels_. Patr. A. _Nickling_ -- _Niggeler_ (oberd.). Patr. Zss. _Nicolassen_ -- _Niklassen_.
Mit Kürzung im Anlaut:
a) _Klaus_, _Clauß_, mit der Zss. _Schäperclaus_ (westf.); _Öhlclaus_; _Klause_ -- latinis. _Clausius_. Gen. _Klausen_. Patr. A. _Clausing_ -- _Clauser_. Patr. Zss. _Jungclaus_ (Gegensatz: _Großklaus_); _Jungclaussen_.
Vklf. (l): _Kläusli_ -- _Kleisl_; _Kleißl_ (Tirol).
b) _Klose_; _Kloos_, _Cloos_; _Kloß_ (z. T. mit geschärftem Vokal gesprochen, deshalb auch _Kloss_ geschrieben, wohl um den Gleichlaut mit dem Gattungsnamen zu vermeiden) -- verlateint _Clossius_. Zss. _Kloßmann_.
c) _Klaß_ (_Klaßmann_), _Klaas_, _Claes_ -- Zss. _Jungklas_; _Poggenklas_ (westf.); _Klasmeyer_ (westf.); _Clasohm_. Gen. _Claßen_, _Claassen_; _Clasen_; _Claasens_. Patr. A. _Claßing_; _Klasing_.
d) Durch Zerdehnung aus Klaus: _Clawes_ (als Vorname Clawes und Nicclawes (Klemp.); _Claws_; _Clabs_ -- _Klages_; _Klagge_ (Klempin: Klags = Klawes). Zss. _Klagemann_. _Grotklags_.
e) Durch Wegfall der beiden ersten Silben: _Laus_ -- _Laves_.
=-nick= III. in slawischen ON.
FN. _Jauerniek_. _Lesnik_. _Rüthnick_.
Ableitung auf -_er_: _Obornicker_.
=Nicke= s. Nid (einst. K.).
=Nickel-, Nickl-= s. Nicolaus.
=Nickse= III. „Nixe“, auf die Wassergeister der deutschen Mythe zurückdeutend, vgl. Johannes dictus _diu Nixe_ 1336 Bacm.
=NID= I. ahd. nîd, mhd. nît „Neid“ d. i. feindseliger Eifer und Zorn des Kriegers (Nibelungen V. 427 Lachm.).
FN. Nidbald: _Niedball_ -- _Niepold_; _Niepelt_ -- _Nippold_; _Nippel_ -- _Neipold_.
Nitperht: _Niebert_ -- _Neiber_. Gen. _Neippertz_. Patr. A. _Nieberding_.
Nidaboto: _Niepoth_.
(Nidfried): _Niefert_; _Nieffer_ -- _Neiffert_. Gen. _Nieferz_.
Nidgar: _Nieger_.
Nidhard: _Niedhardt_; _Nietardt_; _Nietert_ -- _Neidthardt_; _Neidert_.
Nither: _Nieter_ -- _Neider_ - _Neidherr_ -- _Nitter_.
Nidmar: _Niemer_ -- _Nimmer_.
Nidrih: _Niedrich_ -- _Nittrey_ -- _Nierich_.
(Nidolt): _Neidholdt_.
Einstämmige Kürzung Nid-.
Nitho: _Niete_ (_Nietmann_) -- _Neide_; _Neidt_. Gen. _Nieten_ -- _Neithen_ -- _Neiden_. Patr. A. _Nieding_; _Niedung_.
Vklf. (l): _Niedel_ -- _Neidel_ -- _Nittel_. Patr. A. _Niedling_. (l + n): _Neidlein_. (k): _Niedke_ -- _Niecke_ -- _Nicke_. (z) Nizo: _Nietze_ -- Nizze; _Nitz_; _Nitzsch_ (_Nitschmann_) -- _Neitsch_. (z + l): _Nietzel_ -- _Nißl_ -- _Neitzel_. Patr. A. _Nitzling_. (z + k): _Nietzschke_ -- _Nitschke_ -- _Neitzke_.
Unorganische Bildung: _Neitzert_.
Zweistämmige Kürzung Nidb-.
Nippo: _Nippe_ -- _Nibbe_ -- _Neipe_.
=Nie-= III. niederd. „neu“, in Zss. wie _Niebecker_, _Niemann_, _Niemeyer_ u. a.
=Nieb-= s. Nid (V.).
=Niebuhr= s. Neubauer.
=Niecke= s. Nid (einst. K.).
=Nied-= s. Nid (V., einst. K.).
=Niedner= III. „einer aus Nieden“.
=Nief-= s. Nid (V.).
=Niegemann= s. Neumann.
=Nieger= s. Nid (V.).
=Niejahr= III. niederd. „Neujahr“.
=Niemann= s. Neumann.
=Niemer= s. Nid. (V.).
=Niemetz= III. ein „Deutscher“, poln. Niemiec. Auch _Niemeitz_ -- _Nimz_.
=Niep-, Nierich= s. Nid (V.).
=Niermann= III. = Niedermann, nach der tieferen Lage der Wohnstätte; vgl. _Tornedden_.
=Nieß= s. Dionysius.
=Niet-= s. Nid (V., einst. K.).
=Nietz-= s. Nid (einst. K.).
=Niewert= s. Niw.
=Niggemann, Nigmann= s. Neumann.
=Niggeler, Niggl= s. Nicolaus.
=Nik-= s. Nicolaus.
=Nimmer= s. Nid (V.).
=Nimz= s. Niemetz.
=Nipp-= s. Nid (V., zweist. K.).
=Nißl= s. Nid (einst. K.).
=Nitsch, Nitz= s. Nid (einst. K.).
=NIW= I. ahd. niwi, mhd. niwe „neu (jung)“.
FN. (Niwipald): _Naubold_.
(Niwipert): _Niewert_ -- _Neubert_; _Neupert_; _Neuber_; _Neuper_ -- _Naubert_; _Naupert_.
Neufred: _Neufert_.
(Niwiman): _Neumann_ -- _Naumann_ (Nau noch in manchen Landschaften mundartlich = neu, s. Koch S. 18, der es für Saalfeld bezeugt; auch Buck S. 189).
Niward: _Nauert_.
Mit erweitertem Stamme Niwun-. Niwunheri: _Neuner_.
Einstämmige Kürzung Niw-.
Nivo: _Neo_ -- _Neue_; _Neu_ -- _Neye_, _Ney_ -- _Naue_. Gen. _Neyen_.
=Nixe= III. s. Nickse.
=Nizze= s. Nid (einst. K.).
=Noack= s. Nowack.
=Nob-= s. Nod (V., zweist. K.).
=Nobbe, Nöbbe= s. Nod (zweist. K.).
=Nock-= s. Nod (V., einst. K.).
=Nöcker= s. Nod (V.).
=NOD= I. got. nauths, ahd. mhd. nôt „Not, Kampfdrangsal; eifriges Streben“.
FN. Nodbert: _Nootbaar_ -- _Nobert_ -- _Nopper_. Gen. _Noppers_.
Notakar: _Nöttger_ -- _Nocker_ -- _Nöcker_.
Nothart: _Nothardt_.
Nothar: _Noder_ -- _Notter_ -- _Nöther_ -- _Nohr_. Patr. A. _Nöhring_ -- _Noderer_.
(Notleih): _Nöthlich_ -- _Nölich_. Gen. _Nöthlichs_.
Nodulf: _Nolohf_.
Einstämmige Kürzung Nod-.
Noto: _Noth_, _Noodt_ -- _Nott_ -- _Nöthe_. Gen. _Nothen_ -- _Nöthen_. Patr. A. _Nöding_ -- _Nuding_.
Vklf. (l): _Nödel_ -- _Nötel_ -- _Nolle_ -- _Nohl_.
Patr. A. _Nöthling_ -- _Nüdling_. (k): _Nocke_. (z): _Nootz_ -- _Notz_ (_Notzmann_); _Noß_. (z + l): _Nötzel_; _Nößl_. (z + l + n): _Nötzlin_. (z + k): _Notzke_ -- _Nößke_.
Unorg. Bildung: _Nötzold_.
Zweistämmige Kürzung Nodb-.
Noppo: _Nobbe_ -- _Nöbbe_ -- _Nube_.
Vklf. (l) Nopelo: _Nobel_ -- _Nopel_.
Patr. A. _Nobiling_ (nach dem bekannten Mordversuch auf K. Wilhelm I. von einigen Gliedern der Familie in _Edeling_ verwandelt).
Auslautend _-not_ (41 mal Först.): _-not_: _Adnot_. _Gernoth_.
=Nöd-, Nohl= s. Nod (einst. K.).
=Nohr, Nöhring= s. Nod (V.).
=Nold-, Nöld-= s. Arin (Arnold).
=Nölken= s. Arin (Arnold).
=Nolle, Noll= 1) I. s. Arin. 2) I. s. Nod (einst. K.).
=Nolohf, Nölich= s. Nod (V.).
=Nolt-, Nölt-= s. Arin (Arnold).
=Non-, Nön-= s. Nanth.
=Nonnenmacher= III. „Schweineschneider“ (mhd. nunne, nonne „verschnittenes Schwein“). Auch _Nunnenmacher_.
=Nonnenprediger= III. (Pyritz) „der die Verpflichtung hatte, im Nonnenkloster zu predigen“.
=Noodt, Noot-, Nopel= s. Nod.
=Nopper= s. Nod (V.).
=NORD= I. ahd. nord „Norden“, ebenso wie die drei andern Weltgegenden in EN. gebraucht.
FN. Nordeman: _Nordmann_ -- _Normann_, _Norrmann_.
Nordoalt: _Nordahl_.
Nordwich: _Nordwig_.
Einstämmige Kürzung Nord-,
Nordo: _Nord_, _Nordt_, _North_ -- _Nörr_. Gen. _Norda_ (ostfries.).
Vklf. (z): _Norz_.
=Normann, North, Norz= s. Nord.
=Noß-, Nöß-= s. Nod (einst. K.).
=Noth-, Nöt-, Nott-= s. Nod (V., einst. K.).
=Nott= III. niederd. „Nuß“, in _Nottebrock_, _Nottmeyer_ u. a.
=Nottebohm= III. niederd. „Nußbaum“. Auch _Nottebaum_, _Nuttebaum_ (halbniederd.)
=Nöttger= s. Nod (V.).
=Notz-, Nötz-= s. Nod (einst K.).
=Nowack= III. aus slawisch Nowak der „Neue, Neuangekommene“ = _Neumann_. In seinen verschiedenen FF. im Osten Deutschlands weit verbreitet.
FN. _Nowack_, _Nowag_ -- _Noack_ -- _Nobak_.
=Nube= s. Nod (zweist. K.).
=Nücklaus= s. Nicolaus.
=Nuding, Nüdling= s. Nod (einst. K.).
=Nunnenmacher= s. Nonnenmacher.
=Nürmberger= III. „Nürnberger“, alt Nuremberger 1507.
=Nußpicker= III. von mhd. bicken: „hauen mit einem spitzen Werkzeuge“.
=Nuttebaum= s. Nottebohm.
O.
=-o= 1) deutsch: die häufigste Endung der verkürzten Namen, jetzt meist durch das charakterlose e ersetzt oder ganz abgeworfen (S. 22).
2) slawisch: ebenfalls in verkürzten Personen-N., die dann als FN. verwendet werden, z. B. Hanzo, Hanzko (Hantschko) von Johannes.
Mitunter ist auch o entstanden aus ow (urspr. slawische Endung für ON.) durch Abfall des stummen w: _Fanselo_, _Calo_, _v. Plotho_ (O. Plathow), _Wossidlo_, welches früher noch häufiger weggelassen wurde; so findet sich in KB. Büto, Zastro statt des jetzt üblichen Bütow, Zastrow.
=Ob-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Öb-= s. Aud (zweist. K.).
=Obbermann= s. Aud (V.).
=Öbb-= s. Aud (zweist. K.).
=Obenauf= III. „der immer obenauf ist“. Ähnlich _Obenaus_ „obenhinaus“. (Hans Bovenuth 1460.)
=Obenderhabighorst= III. bemerkenswerter westf. N., vom Wohnorte hergenommen.
=Oberste= in westf. N. zur Unterscheidung der Genamen (Namensvettern) benutzt, z. B. _Oberste-Steinhorst_ = der zu oberst wohnende St. _Obrist_ und _Zobrist_ (= zu oberst schweiz.).
=Obser= III. mhd. obeȥaere, jetzt oberd. Obßer, hochd. „Öbster, Öbstler“.
=Ochs= III. mit der Vklf. _Öchsle_ und den Zss. _Ochsenbein_ und (niederd.) _Ossenkop_. Vgl. Joh. zum Ochsen 1412 (Hauszeichen). (Doch Ochs vielleicht = ahd. Otgoz 1100, Ocoz oder auch Otgis, beides zum Stamme Aud.)
=Ochsner= III. mhd. ohsenaere „Ochsenhirt, -- bauer“ - _Öchsner_, entstellt _Exner_.
=Ock-, Öck-, Od-= s. Aud (V., einst. K.).
=Öd= III. In Süddeutschland ungemein zahlreiche ON. auf _-öd_ (Altenöd), _-ed_, _-et_, _-edt_ (Einet). Bei dem Mangel entscheidender alter FF. ist hierbei an got. auths, ahd. ôdi mhd. oede „öde, leer“ zu denken, falls nicht angels. ead, altnord. audhr „Besitz“ größeren Anspruch darauf hat.
FN. Ableitung auf _-er_ (oberd., bes. bayr., österr.):
1) _-öder_ („die Leute, die einst in der Öde wohnten, die Söhne der Einöde“ Steub) nur in Zss.: _Ameisöder_. _Manzenöder_. _Schusteröder_. Vgl. der Flachsöder 1490.
2) _-ötter_: _Königötter_ (entstellt _Kenngötter_).
Meist infolge der „alten Unart der Bajuwaren, ö und e in der Aussprache nicht zu unterscheiden“ (Steub) in e verwandelt, daher
3) _Eder_, urspr. _Öder_ (vgl. Albertus Öder 1262). _Allertseder_. _Alteneder_. _Breiteneder_. _Buchneder_ (O. Buchenöd). _Fischeder_ neben _Fischöder_. _Greifeneder_. _Habereder_. _Haseneder_. _Hocheder_. _Kroneder_. _Lucaseder_. _Mittereder_. _Mooseder_. _Niedereder_. _Obereder_. _Pauleder_. _Permaneder_ (O. Permanöd). _Roseneder_. _Spitzeder_. _Steineder_. _Ziegeleder_. _Engleder_. _Herleder_. _Wendleder_. -- _Lempenzeder_ (zu ad. Lampo). _Manzeneder_; daneben _Manznetter_.
4) _-eter_: _Eppeneter_. _Hemeter_ (= Heimöder). _Schlageter_ (auch in Ostpreußen). _Weileter_. _Breitsammeter_ (Einöde Breitsameten in Oberbayern).
5) _-etter_: _Mosetter_. _Obernetter_. _Panzetter_. _Scharfetter_ (in Salzburg und Ostpreußen); in der Namenliste der Eingewanderten bei Beheim-Schwarzbach _Scharffitter_. Vgl. Stephan Scharffeder 1407).
6) _-ettner_: _Scharfettner_.
7) entstellt _-ieder_: _Geißelsieder_. _Hutzelsieder_ (Steub S. 147).
=Öddel, Öding, Oet-= s. Aud (einst. K.).
=Oetjen, Oetken= s. Aud (einst. K.).
=Of-, Off-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Öfele, Öff-= s. Aud (zweist. K.).
=Öffner= III. mhd. ovenaere „Ofensetzer“.
=Oheim= III. mhd. ôheim „Mutterbruder“.
=Ohfen= s. Aud (zweist. K.).
=Ohl-= s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).
=Öhl-= s. 1) Aud (einst. K.) 2) Othal (V.).
=Ohlenmacher= III. „Töpfer“ (s. Euler).
=Ohlenschläger, Öhlen-= s. Öhlschläger.
=Öhlmann= a) I. s. Othal b) III. „Ölhändler“. Verlateint Olearius (S. 63).
=Öhlschläger= III. „Ölpresser“.
FN. _Öhlschläger_; _Öhlenschläger_ -- _Ohlenschläger_ -- _Öhligschläger_ -- _Olligschläger_ (vgl. ölich Weist. III, 296, niederd. Ölje; auch dänisch olie, olieslaaer).
=Ohm= III. aus Oheim zsgz. mhd. ôme „Oheim“ (Ohm auch ein Zunftgenoß bei den Münzern, desgl. Ohmschaft = societas monetariorum).
=Ohm-= s. Aud (zweist. K.).
=Öhm-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Ohnesorge= III. vgl. Gernod dict. Anesorge. Daher noch jetzt _Ansorg_.
=Ohorn= III. ON. = Ahorn.
=Ohr= III. in den Zss. _Langohr_; _Weibelohr_ („Wackelohr“).
=Ohrt= s. Ort I.
=Ohst= s. Aust.
=Ökert= s. Aud (V.).
=Ol-= s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).
=Öl-= s. Othal (V., einst. K.).
=Olböter= III. niederd. „Altbüßer d. i. Altflicker“ (in Stettin ein „Olböterberg“).
=Olde= s. Ald.
=Ölhafen= III. FN. _v. Öhlhafen_ (mit einem Ölkrug im Wappen, Pott S. 654).
=Oll-= s. Ald.
=Öll-= s. Othal (V., einst. K.).
=Olligschläger= s. Öhlschläger.
=Olt-= s. Ald.
=Omeis= s. Ameis.
=Ömering= s. Aud (V.).
=Omm-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Ondereyck= III. niederd. (Krefeld) „unter der Eiche“.
=Onken, Onnen= s. Un.
=Oost= s. Aust.
=Op-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Opdenhof= III. (Wesel) niederd. „auf dem Hofe“.
=Opderbeck= III. niederd. = ob der Beck „oberhalb des Baches“.
=Opfermann= III. „der das Kirchenopfer in Empfang nimmt“ = Küster, früher allgemeiner in Niedersachsen, jetzt noch in Braunschweig (Hoffmann).
FN. _Opfermann_ -- _Offermann_ (vgl. Opfergeld und Offergeld). Niederd. _Oppermann_ (doch s. auch Audeberht).
=Öpke, Opp-, Öpp-= s. Aud (V., zweist. K.).
=Oppenhövel= III. „auf dem Hübel“.
=Oppenkamp= III. „auf dem Kampe“.
=Oppermann= s. a) I. Aud (V.) b) III. Opfermann.
=Optenhögel= III. niederd. „auf dem Hügel“.
=Orban= s. Urban.
=Ord-= s. Ort I.
=Orgler= III. „Orgelspieler“.
=Ornold= s. Arin.
=Ort-, Ört= s. Ort I.
=-ort= in ON. s. Ort III.
=ORT= I. ahd. mhd. ort „Schärfe, Spitze“, bes. des Schwertes und Speeres.
FN. Ortgis: _Ortgies_. Gen. _Ortgiesen_.
Ortlaip: _Ortleb_; _Ortlepp_; _Ortlöpp_.
Ortliub: _Ortlieb_.
(Ortman): _Ortmann_ -- _Ohrtmann_.
Ortolt: _Ortelt_ -- _Örtelt_.
Ortwin: _Ortwein_.
Ordulf: _Ordolff_ -- _Ortloff_.
Einstämmige Kürzung Ort-.
Ordo, Ort: _Ort_, _Orth_ -- _Ohrt_.
Vklf. (l): _Ortel_ -- _Örtle_; _Örtel_.
Patr. A. _Örthling_.
=Ort= III. in ON. a) „Vorgebirge“ (z. B. Brüsterort an der ostpreußischen Küste) b) „Winkel“, bes. bei Flußmündungen (z. B. Ruhrort).
FN. _auff’m Ordt_. _Ruhrort_. _v. Scharfenort_. _Steinort_. _Vierordt_.
=Os-, Oß-, Ös-= s. Ans (V., einst. K.).
=Oß= III. niederd. „Ochse“, in _Ossenkop_, _Oßmeyer_ u. a.
=Öschhey= III. mhd. eschheie „Hüter der Feldflur, Flurschütz“.
=Osiander= III. von einem fränkischen Schmiede Hosemann abstammend und halb vergriecht, „so daß die Hose, freilich ohne Asper, daran hängen blieb“ (Pott).
=Ost-, Öst-= s. Aust.
=Oster-, Öster-= s. Austar.
=Oster= III. vom Umstandsw. ahd. ôstar, mhd. ôster „ostwärts, östlich“, in mannigfachen Zss.: _Osterbrink_; _Osterbrauk_ (-bruch); _Osterkamp_ -- _Ostermeyer_ u. a.
=Ostertag= III. zu den Zeitnamen (s. Tag); vgl. Grav Friedrich zolr der Ostertag 1315.
=Ot-, Oth-, Ott-, Öt-= s. Aud (V., einst. K.).
=OTHAL= I. ahd. uodal, ôdhil „Erbgut; Heimat“. Vgl. Aud.
FN. Odalbreht: _Ohlbrecht_ -- _Olbricht_ -- _Ölbracht_ -- _Ulbrecht_; _Ulbricht_; _Ulber_ (_Ulbermann_). Gen. _Olbertz_; _Olbers_ -- _Ulpts_ (ostfries.).
Odalfried: _Ulfert_. Gen. _Olfers_ -- _Ulffers_.
Odalgar: _Ölker_. Gen. _Öhlckers_.
Odalgart: _Ölgard_; _Ölgarte_.
Odalhart: _Ohlert_ -- _Ölhardt_; _Öhlert_.
Uodalhari: _Uhler_ -- _Ulherr_. Gen. _Öhlers_ -- _Öllers_.
Odolleip: _Olepp_.
Odolland: _Ohland_ -- _Uhland_.
Uodalman: _Öhlmann_ -- _Uhlmann_ -- _Ullmann_.
Uodalmar: _Ullmar_.
Uodalrich: _Olerich_ -- _Ölreich_ -- _Öllrich_ -- _Uhlrich_ -- _Ulrich_; _Ullreich_; _Uldrich_; _Ullerich_. Gen. _Öhlrichs_ -- _Ulrichs_. Patr. A. _Öhlerking_.
Odalwin: _Ohlwein_ -- _Ölwein_.
Einstämmige Kürzung Othal-.
Udilo: _Ule_ -- _Ühle_. Gen. _Uhlen_.
Vklf. (i): _Hochuli_ (schweiz.). (l): _Ölke_ -- _Öllig_ -- _Uhlig_ -- _Ullich_. Gen. _Uulkes_ (ostfries.). (z): _Uhlitzsch_ (Kgr. Sachsen) -- _Ultzsch_. Gen. _Öltzen_.
Zweistämmige Kürzung Othalm-,
Vklf. (k): _Ulmcke_.
=Ottiliae= I. Vklf. zu weibl. Oda (s. Aud) -- Muttername (Wernigerode 1880). Auch _Ottilige_ -- _Odiliae_. (Doch gibt es auch einen O. Ottilia und mehrere Ö. St. Ottilien).
=Ötz-= s. Aud (einst. K.).
=Overbeek= III. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s. Bach) -- halb hochd. _Oberbeck_. Over = ober auch in _Overberg_, _Overdieck_; _Overkamp_, _Overweg_.
=-ow= III. in urspr. slawischen ON., die eigentlich besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a, -o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) = Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa, Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom PN. Vidoch) -- Formen, die sich in slawischen Gegenden noch häufig finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endung _ow_ (mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s. _-o_) herrschend geworden ist: _Grabow_, _Fiddichow_.
Daher nun die vielen ON. -- von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B. Warnow -- auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).
FN. _Buckow_ (spr. Buko). _Bütow_. _Grabow_. _Massow_. _Passow_. _Quednow_. _Strippentow_. _Vangerow_ -- nicht minder viele Adels-N.: _v. Below_. _v. Bülow_. _v. Krockow_. _v. Lettow_. _v. Lützow_. _v. Massow_.
Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.: _Duchrow_ (O. Ducherow). _Münchow_ (O. Mönchow). _Strölow_ (O. Strelow) -- mitunter auch bedeutendere wie _Leitzow_ (O. Lewezow, welches im Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).
Ableitungen auf _-er_ sind selten, da sich diese Endung nicht bequem anfügt; nur in modern jüdischen N. wie _Bojanower_ (von Bojanowo) scheint sie sich zu finden.
Häufiger sind Latinisierungen auf _-ovius_, aus der Zeit der Renaissance stammend (S. 63): _Ciborovius_. _Gregorovius_. _Gusovius_. _Nicolovius_ -- z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung: _Bülowius_. _Wannowius_.
Zuweilen ist das w abgefallen: _v. Plotho_ (O. Alten-Plathow). _Calo_. _Floto_.
Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. in _au_ übergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben wird: _Grabau_, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So entspricht der FN. _Gumtau_ dem ON. Gumtow, _Treptau_ dem ON. Treptow, _Bernigau_ dem ON. Bernickow, _Kahlbau_ vermutl. dem ON. Calebow; umgekehrt _Nipkow_ = dem ON. Nipkau, _Calow_ dem ON. Kalau. Aus manchen ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow die FN. _Lossow_ und _Lossau_, aus ON. Gülzow die FN. _Gülzow_ und _Gülzau_, aus ON. Bülow die FN. _v. Bülow_ und _Bülau_. Beide Endungen, ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der fürstlich Croy’sche Rentmeister _Vanselow_ auch _Vanselau_ genannt, z. B. im J. 1647, dagegen 1651 wieder _Vanselow_. In manchen Städtenamen sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen entspreche.
P.
=Pabst= III. mhd. bâbest aus griech. lat. papas.
FN. _Pabst_ -- _Babst_ (S. 42).
=Pach= a) I. s. Bag b) III. bayr. in _Pachmayr_, _-maier_.
=-pach, -pacher= s. Bach.
=Pächter= III. neueren Verhältnissen entstammend, daher als FN. sehr selten.
=Padell= s. Bad (einst. K.).
=Päder= s. Bad (V.).
=Pagel= s. Paulus.
=Pagenhardt= III. „Pferdehirt“ (aber auch ON.).
=Pagenkopf= III. „Pferdekopf“ (auch ON.).
=Pagenstecher= III. der die schlechten Pferde (niederd. Pagen) absticht, „Abdecker“.
=Pahde= s. Bad (einst. K.).
=Pahl= a) s. Bald (einst. K.) b) „Pfahl“.
=Pahnke= III. slaw. Panek „kleiner Herr“.
=-paintner= s. Bünd.
=Paldramus= s. Bald (V.).
=Pälegrimm= s. Pilgrim.
=Pallauf, Palmer= s. Bald (V.).
=Pammer= s. Bad (V.).
=Pancratius= II. griech. der „Allherrschende“ (Kal. 12. Mai) -- Mamertus, P., Servatius die drei sogen. „strengen Herren“, welche die späten Frühlingsfröste bringen sollen.
FN. _Pankratz_; _Pangrätz_ (Gottschee) -- _Pongratz_ -- (mit Kürzung im Anlaut): _Craz_, _Kraatz_ (doch schon ahd. ein Chrazo).
Vklf. (oberd.) _Krätzel_, latinis. _Crecelius_; (niederd.) _Kratzke_ (mit langem a).
=Pand-= s. Band.
=Pankok(e)= s. Pfannkuch.
=Pann-, Pant-, Panz= s. Band.
=Pape= s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.
=Papinga= s. Bad (zweist. K.).
=Papke= s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.
=Päpke= s. Bad (zweist. K.).
=Pardiller= III. romanisch-deutsch von pardill = pratello „kleine Wiese“.
=Parthey= s. Ber (v.).
=Parzer= III. „einer aus Parz“ (ON. häufig in (Österr. ob der Ens).
Zss. Grillparzer (O. Grillparz 3 mal in Ober-Österr.). _Steinparzer_.
=Pastor= III. lat. „der Hirte; Pfarrer“. FN. Gen. _Pastoors_ (Kleve).
=Paternoster= III. = Paternostermeker „Verfertiger von Rosenkränzen“ (Schütte), doch vgl. Heinr. Vaderunser 1565.
=Pathe, Pät-= s. Bad (einst. K.).
=Patsch, Patz-= s. Bad (einst. K.).
=Pätsch= s. Ber (einst. K.).
=Pauck= s. Baug.
=Pauel-= s. Paulus.
=Pauer= s. Bauer.
=Pauker= III. mhd. pûkaere „Paukenschläger“.
FN. _Paucker_; mit Umlaut _Peucker_.
=Paulus= II. lat. „der Kleine“; St. Paulus, der Apostel. (Kal. 25. Jan., 29. 30. Juni.)
FN. _Paulus_; _Paul_ (_Paulmann_). Gen. _Pauli_, _Pauly_ -- _Pauls_; _Pauels_ (ostfries.). Patr. A. _Pauling_ -- _Pauler_ (österreich.). Patr. Zss. _Paulsohn_; _Paulson_; _Paulsen_ -- _Pauelssen_ (ostfries.) -- in demselben Sinne _Kleinpaul_.
Zss. _Paulmichl_ -- _Sentpaul_ (ON.). Zsgz. _Pohl_ (Preuß 27).
Niederd. zerdehnt: _Pagel_ -- _Pawel_, _Pavel_ (Pagel als VN. im KB. z. B. Pagel Gustman 1692; Pagel Dobrenze, sonst Paul Dobrantz -- pawel glasenap 1518 Klemp.). Gen. _Pagels_ -- _Pawels_ -- _Powels_. Vklf. _Pawelke_.
=Paumann= s. Baumann.