Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich

Part 24

Chapter 242,684 wordsPublic domain

=Klein, Kleine= III. der „Kleine“. Doch weisen FN. wie _Kleinhard_, _Kleinert_ (Gen. _Kleinertz_), _Kleinlein_, _Kleinecke_ darauf hin, daß dieser Stamm schon im Altdeutschen zur Namenbildung verwendet worden, dann im Sinne von „fein, sauber“.

=Kleinknecht= III. „unterer Knecht“ gegenüber dem Großknecht.

=Kleinschmidt= III. Gegensatz zum Grobschmied: ein Schmied, der kleine, d. i. feine Arbeiten macht; bez. hauptsächlich der „Schlosser“, dann der Büchsenschmied, Sporer, Uhrmacher.

=Kleinsorge= III. der sich wenig d. i. (bes. nach mhd. Ausdrucksweise) gar keine Sorge macht.

=Kleisl, Kleißl= s. Nicolaus.

=Klemens, -t= s. Clemens.

=Kliebenschedel= s. Klubeschedel.

=Kliefoth= III. niederd. statt Kliefuß, vom ad. cliuwa Kugel, Knäuel, also = Klumpfuß.

=v. Klinckowström= III. Martin Klinckows Söhne wurden im 17. Jh. von der schwedischen Regierung geadelt. (Adelslex.)

=Kling= III. ahd. chlinga, mhd. klinge „Gebirgsbach, rauschender Bergstrom“, ON. und in Zss. wie _Klingmüller_. Auch _Klingel_, wie in der Pfalz viele Bäche heißen. Daher FN. _Klincke_, _Kling_ mit der Ableit. _Klinger_. _Klingelhage_.

=Klingbeil= III. Satz-N. urspr. Klinckebyl „laß das Beil klingen!“.

=Klingspor= III. „mit klingendem Sporn“. Klingspor 1571.

=Klobelauch= III. ahd. klobelouh, mhd. clobelouch von kliuban spalten, entstellt knobelouch „Knoblauch“ (auch ON.). _Knobloch_ -- _Knoblich_.

=Klocke= III. a) I. s. Hlod (einst. K.) b) niederdeutsch „Glocke“ in _Klockemeyer_.

=Klöckner= s. Glöckner.

=Klode= s. Hlod (einst. K.).

=Kloos, Klos-, Kloss-= s. Nicolaus.

=Klostermann= III. mhd. klôsterman „Mönch“.

=Klöter= s. Hlod (V.).

=Kloth, Klöthi= s. Hlod (einst. K.).

=Klötsch, Klott= s. Hlod (einst. K.).

=Klotz= a) I. s. Hlod b) III. „vierschrötiger, plumper Mensch“. vgl. Marquardus dictus Block (Truncus).

=Klubertz= s. Glaw.

=Klubeschedel= III. Satz-N. „ein Schädelspalter“ (S. 52), von „klöben“ ahd. klioban, mhd. klieben und klûben spalten. Auch _Kluibenschädel_ (Tirol).

=Klubeschelt= III. Satz-N. „der Scheite spaltet“.

=Klußmeyer= s. Nicolaus.

=Klute, Klüt-= s. Hlod (einst. K.).

=Klüter= s. Hlod (V.).

=Klutendreter= III. (Aachen) der „Erdklöße tritt“, Spottname für einen Landbauer.

=Klutt= s. Hlod (einst. K.).

=Knabe= III. ahd. chnabo, mhd. knabe „Knabe, junger Bursche“, bes. ein im Dienste eines Höheren stehender; mit knappe, kneht mehrfach gleichbedeutend. Auch _Knape_. Gen. _Knabben_ (niederrhein.).

=Knappe= III. Nebenf. zu Knabe (wie Rappe zu Rabe) ahd. chnappo, mhd. knappe 1) Knabe, Jüngling, bes. „der Ritter werden will“ 2) „Diener, Lehrling, Geselle“.

FN. _Knappe_; _Knapp_.

=Knaubel, Knaup, Knauth= s. Knod.

=Knecht= III. mhd. kneht sinnverwandt mit knabe und knappe, daher auch in der Bed. „Lehrling, Geselle“, wie in smidekneht.

FN. _Knecht_. Zss. _Ackerknecht_. _Frommknecht_. _Futterknecht_. _Gutknecht_; niederdeutsch _Godknecht_. _Haußknecht_. _Holzknecht_. _Kammerknecht_. _Kleinknecht_. _Mahlknecht_ (Müllergeselle). _Packknecht_. _Schildknecht_. _Stallknecht_. _Schuknecht_. _Wagenknecht_.

=Knick= III. „niedriger lebendiger Zaun zur Einhegung der Felder“. Auch _Knigge_.

=Knie= III. „ein im Waldwinkel liegendes Stück Land“, in FN. wie _Kniemeyer_, _-möller_.

=Knieriem= III. ein „Gurt über dem Knie“, das unentbehrliche Beistück der kurzen Landsknechtshosen, jetzt nur noch ein Geräte der Schuhmacher. Vgl. Cunrad cognom. bintriemo 1239. _Knirim_ -- _Cnyrim_.

=Knobbe, Knobel= s. Knod.

=Knoblauch, Knoblich= s. Klobelauch.

=Knochenhauer= III. „Schlächter, Fleischer“, noch jetzt in Braunschweig die übliche Bezeichnung, wo sich schon 1380 der FN. Knokenhowere findet (in Hannover eine Knochenhauer-Straße).

=Knocke= s. Knod.

=KNOD= I. zu got. knôds, ahd. chnuat „Geschlecht, Stamm“. Chnodomar 4.

FN. (Knoderich): _Gnörich_.

Einstämmige Kürzung Knod-.

Knuto: _Knode_ -- _Knothe_ -- _Knott_ -- _Knuth_ -- _Knauth_. Patr. A. _Knudsen_.

Vklf. (l, Knodilo): _Knolle_. (k): _Knocke_.

Zweistämmige Kürzung Knodb-.

(Knobo): _Knobbe_ -- _Knop_ -- _Knopf_ -- _Knaup_.

Vklf. (l): _Knobel_ -- _Knöpfel_ -- _Knaubel_.

=Knolle, Knop-, Knothe, Knott, Knudsen, Knuth= s. Knod.

=Kob-, Köb-= s. a) I. God b) II. Jacobus.

=Koch= III. ahd. choch, mhd. koch, altsächs. kok aus lat. coquus.

FN. _Koch_. Gen. _Kochs_. Äußerlich verlateint _Cochius_ -- in anderer Weise _Coccejus_. Gen. _Cocceji_ (S. 65).

Vklf. (l): _Köchle_ (schwäb.); _Köchly_ (schweiz.). -- _Köchlin_.

Niederd. _Kock_; auch _Koock_, _Koke_ (Kok Gött. UB. I. ums J. 1373, Klemp. Coke neben der Bezeichnung Meisterkock = ouerste kokenmeister). Gen. _Kox_, _Cox_ (niederrhein.).

Der N. Kock findet sich lange vor der französischen Einwanderung und ist jetzt in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands unter der Landbevölkerung verbreitet, so in Westfalen, Mörs, Schleswig; er kann daher nicht franz. Ursprungs (aus coq Hahn) sein.

=Köch-, Kock= s. Koch.

=Kochlöffel= III. s. S. 44.

=Kodel= s. God (V.).

=Koen-= s. Kun (V., einst. K.).

=Koerts= s. Kun (V.).

=-kofen, -kofer= s. Hof.

=Köfer= s. Küfer.

=Kögler= III. mittelniederd. Kogeler „Gaukler“.

=-kohl= in Zss. wie _Herrenkohl_, _Linnenkohl_ s. Kugel = Kapuze.

=Kohl-= s. 1) Kol 2) Hlod.

=Köhler= III. „Kohlenbrenner“. Selten _Kohler_ -- _Kähler_ -- auch _Köller_ (Preuß). Zss. _Dammköhler_.

=Kohn-, Köhn-= s. Kun (V., einst. K.).

=Kohr-, Köhring= s. Kun (V.).

=KOL= I. wohl zu altnord. kollir „Helm“.

FN. Colobert: _Kolbert_.

(Colohart): _Kohlhardt_.

(Coloman): _Kollmann_ -- _Kohlmann_.

Einstämmige Kürzung Kol-.

Colo: _Kohl_ -- _Kölle_ -- _Kuhle_. Patr. A. _Köhling_.

Vklf. (i): _Kohli_ -- _Kuhley_.

Zweistämmige Kürzung Kolb-.

(Kolbo): _Kolbe_; _Kolb_ -- _Kulbe_ -- _Külb_.

Vklf. (l): _Kölbl_ -- _Külbel_.

=Kolb= s. Kol (V., zweist. K.).

=Koll-= s. 1) God (V.) 2) Kol.

=Kommallein= III. bemerkenswerter Satz-N. (auf die Einladung zu einem Stelldichein deutend?).

=Kompert= s. Gund (V.).

=Kon-= s. Kun (V.).

=Kön-= s. Kun (V., einst. K.).

=König= III. häufiger FN., durch verschiedene Ursachen veranlaßt 1) durch persönliches Hervorragen in der Umgebung (Schützenkönig u. a., jetzt Eisenbahnkönig usw.), Friedrich de Kuninc 1314. 2) durch N. von Häusern, bes. wohl von Gasthöfen (König von Spanien u. a.). -- Vgl. franz. Leroy.

FN. _König_; _Königk_. Gen. _Königs_. (Doch ist bei diesen N. auch der altd. Stamm Kun zu vergleichen). Zss. _Rübenkönig_.

=Könnicke= s. Kun (einst. K.).

=Koock= s. Koch.

=Koops= s. Jacobus.

=Koordt= s. Kun (V., Chunrad).

=Köper= s. Küfer.

=Kopf= III. ahd. chuph, copf, mhd. kopf aus mittellat. cuppa Faß 1) Trinkschale, Becher (so Glaßkopf FN. 15. Jh. = Glasbecher, Glasnapf). 2) Hirnschale, Kopf.

FN. _Kopf_ vgl. Chono der Chophe 1175. Ulric. der Chopf 1225.

Mannigfache Zss., sämtlich wohl in dem Sinne des Körperteils: _Breitkopf_. _Großkopf_. _Hartkopf_; halbniederd. _Hardekopf_. _Krauskopf_; niederd. _Kruskop_. _Rothkopf_. _Ruhkopf_ (halbniederd. = Rauhkopf). _Schönkopff_. _Schwartzkopff_ _Weißkopf_; niederd. _Wittkop_. _Wullkopf_; niederd. _Wullkop_ --

nach Tieren (z. T. vermutlich durch Häuserzeichen vermittelt, aber auch durch Flurnamen): _Hönerkopf_ (halbniederd. = Hünerkopf). _Ochsenkopf_; niederd. _Ossenkopp_. _Rehkopf_. _Rindskopf_. _Roßkopf_. _Schellkopf_. _Wedderkop_. _Welskopp_ --

nach Pflanzen: _Mohnkop_ und _Mahnkopf_.

=Köpke= s. Jacobus.

=Kopmann= s. Kaufmann.

=Kopperschmidt= III. (niederd.) „Kupferschmied“.

=Koppold= s. God (V., Godebald).

=Körber= III. „Korbmacher“. Auch _Korber_.

=Kord-= s. Kun (V.).

=Korn= III. got. kaurn, ahd. mhd. korn „Fruchtkorn, Getreidekorn“ (mundartl. = Roggen).

FN. _Korn_. Zss. _Fernkorn_, _Viernkorn_ vom Eigenschaftsw. fern „vorig“ (Firnewein u. a.). _Gerstenkorn_. _Grünkorn_. _Haferkorn_; _Haberkorn_ (Ruprecht Haberkorn 1385). _Hirsekorn_; _Hirschkorn_. _Klöwekorn_ (Spaltkorn, in welchem Sinne? oder imperativisch = Haarspalter vgl. Klövesand -- Pott). _Pfefferkorn_ (Walcher Phefferkorn 1282). _Senfkorn_ (Ev. Matth. 13, 31). _Sommerkorn_. _Weitzkorn_.

=Kornbluhm= III. deutlicher Pflanzen-N. (centaurea cyanus).

=Kornbrust= s. Probst.

=Körner= III. 1) vom got. quairnus, ahd. quirn, mhd. kürn Mühle, also „Müller“ 2) von Korn: „Kornkäufer“ 3) = Kordener, Körtener patronym. zu Konrad (Preuß 17).

FN. _Kürner_ -- _Kirner_ -- _Körner_ -- _Kerner_ -- selten noch in der älteren Form _Querner_. Zss. _Körnerknecht_ („Mühlknappe“).

=Kornmesser= III. mhd. kornmeȥȥer „vereidigter Getreidemesser“, ein öffentlicher Beamter.

=Kort-, Kört-= s. a) I. Kun (V.) b) III. nied. = kurz, in _Kortenkamp_ u. a.

=Kortum= III. niederd. „kurz um“, nach dem Bremer Wörterb. ein kleiner, hurtiger Mensch. Auch _Kortüm_.

=Kos-= s. Goz (V.).

=Köster-= s. Küster.

=Kostezzer= III. (Zürich) „einer aus Konstanz“ (gesprochen: Kostetz -- Tobler-M.).

=Kothe= a) I. s. God b) III. geringeres Bauernhaus, urspr. ohne Feld und Hofstätte, nur mit einem Garten; es ist dann freilich auch vielfach etwas Land mit solcher Kothe vereinigt worden, doch nicht bis zu einer vollen Hufe. Hauptsächlich niederdeutsches Wort, auch in ON. ziemlich häufig: -_kathe_, -_kathen_, -_kothen_, -_kotten_.

FN. _Kothe_ (auch _Kothé_ -- das é soll die betreffende Familie für schweres Geld vom Landesherrn erstanden haben, s. Pauli II, S. 5).

Zss. _Roßkoth_. -- _Hollkott_. _Oldenkott_. _Weskott_. _Horstkotte_. -- _Geilenkotten_. _Vierkotten_. (Henricus Bernekotte Köln. Univers. Matr. 1390). -- _Kothmeyer_ -- _Kottmeyer_ -- _Kothmüller_.

=Köther= III. „Inhaber einer Kothe“.

FN. _Köther_. Zss. _Buschköter_ (der K. in dem Busche). _Eikenköter_ (Hannov.). _Leimköter_ (doch wohl = Lehmk.). Auch der N. _Fetköter_ gehört hierher, wie die Nebenff. _Vettkötter_ (Vegesack) und _Fettkotter_ beweisen.

In Nordost-D. heißt die Kothe: Kathe, Kathen, daher: _Käthner_; _Kathmann_ -- in Westfalen _Kotte_, daher „Kötter“ (s. Immermann Münchhausen III, 56: „daß ich den Halbhüfner, den Kötter und wer es sonst sein mag, jeden nach seiner Gebühr nennen muß“). In dieser F. ist das Wort reich an Zss., die alle in Westfalen heimisch sind:

FN. _Baumkötter_. _Berkenkötter_. _Buschkötter_. _Feldkötter_. _Flurkötter_. _Grundkötter_. _Heitkötter_ (Haid-). _Holtkötter_. _Horstkötter_. _Kampkötter_. _Kuhlenkötter_. _Marschkötter_. _Ostenkötter_. _Pohlkötter_. _Rietkötter_. _Sandkötter_. _Strotkötter_. _Vennekötter_. _Winkelkötter_. _Wieskötter_ -- sämtlich wohl nach der Wohnstätte benannt, während _Jacobskötter_, _Mörtenkötter_ Zss. mit den VN. Jacob, Martin sind.

Anderer Art sind _Neukötter_. _Hundekötter_ (vgl. den niederd. Maler Hondekoeter). _Schniederkötter_. _Schultenkötter_ (der K. des Schulzen). _Schüttenkötter_.

=-köter= s. Köther.

=Kott-= s. a) I. God (V., einst. K.) b) III. Kothe.

=-kott, -kotte, -kotten= s. Kothe.

=-kötter= s. Köther.

=Kottlof= s. God.

=Kotz-= s. 1) God (einst. K.) 2) Goz.

=v. Kotzebue= III. von dem altmärk. O. Kossebau, früher Kossebu. (Adelslex.).

=Kox= s. Koch.

=Krabat= III. (Gottschee) „Kroat“.

=Kracht= s. Kraft.

=Kradolfer= III. „einer aus Kradolf“, urspr. Kradorf (Thurgau).

=KRAFT= I. ahd. mhd. kraft „Kraft; Heeresmacht“.

FN. Kraftheri: _Krefter_.

Einst. Kürzung Craft, Craht: _Krafft_ -- _Kracht_. Patr. A. _Krefting_.

=Krägen-= III. mhd. krâ, kraeje, kreie „Krähe“ in Zss. wie _Krägenbrink_.

=Kramer= s. Krämer.

=Krämer= III. ahd. chrâmâri, mhd. krâmaere, krâmer, kraemer der „Krämer“, Kleinhändler, im Gegensatz zum „Kaufmann“, der mehr den Großhändler bezeichnet. Dem Krämer fiel zum Handel alles anheim, was „Pfennigsgewerbe“ war. (Schon 1175 Chunrad Chramar).

FN. _Krämer, Cremer -- Kramer, Cramer_. Gen. _Kramers_ (niederrhein.). Zss. _Eisenkrämer_.

=Krahn, Krohn= III. mittelniederd. krân, krôn „Kranich“.

Auch in Zss.: _Kranepohl_ u. a.

=Kranefuß= III. „Kranichfuß“. Auch _Krohnfuß_.

=Kranewitter= III. vom ahd. khranawitu „Wacholder“. ON. in mannigfachen FF. Entstellt in _Kronawetter_; _Kronebitter_; _Kronenbitter_ (Steub).

=Kranich= III. der bekannte Zugvogel. Vgl. franz. Lagrue. 1) Hauszeichen (S. 61) 2) Eigenschaft bezeichnend, namentlich die Schlankheit (S. 49).

=Kranold= s. Hraban.

=Kranz= III. mit den Zss. _Maikranz_ (S. 45, doch auch ON.). _Rautenkranz_. _Rosenkrantz_ (auch ON.).

Vklf. _Kränzlein_ -- _Kränzl_.

=Kratz-, Krätzel= s. Pancratius.

=Kraume= s. Hrom.

=Kraus, Krauß= III. 1) s. Krause 2) der „Krug“; so namentlich in der Zss. _Steinkrauß_ „Steinkrug“.

=Krause= III. von dem Eigenschaftsw., der „Kraushaarige“ (Crispus). Hainrich der kruse 1304 (S. 50).

FN. _Krause_; _Kraus_ (letzteres süddeutsch, z. B. in München 1876: 44 mal Kraus und Krauß, Krause nur 3 mal, dagegen in der Preuß. Rang- und Quartierliste von 1874 Krause 50 mal, Kraus (Krauß) nur 4 mal).

Niederd. _Kruse_, _Cruse_. -- Latinis. _Crusius_.

=Kraushaar= III. = dem Vorhergehenden. Volz von Nüwenegge den man da nemmet Crushar 1347 (Bacm.). In demselben Sinne _Krauskopf_.

=Kräuter= III. „Gemüsegärtner und -Händler“ (auch Apotheker). Niederd. _Krüdener_ (Crudiner 13. Jh.).

=Krautwig= s. Hrod (V.).

=Krawath= III. „Kroat“. Auch _Krabot_.

=Kreft= III. (mit langem offenem e) niederd. = _Krebs_. (Hans Krewet 1473). Auch _Krebsscher_ findet sich als FN.

=Kreft-= s. Kraft.

=Krege, Kreie= III. mhd. kraeje, kreie „Krähe“, in Zss. wie _Kregenbrink_, _Kreienkamp_, _Kreymeyer_ u. a.

=Kreikenbaum= III. (halbniederd.) mhd. kriechenboum von krieche d. i. schlechte Pflaume.

=Kreiser= III. „Feldhüter“ (z. B. in Hessen).

=Kreith= III. = Greut, Gereute von „reuten“; _Kreitmeyer_ = Greutmaier (Steub S. 13).

=Krempelsetzer= III. zur Tuchmacherei gehörig (Krempel = Wollkamm).

=Krestel= s. Christianus.

=Kretschmer= III. mitteld. crecimer, aus dem slaw. karczmarz „Schenkwirt“, bes. in Schlesien, Posen, der Lausitz, wo auch die Dorfschenke „Kretscham“ heißt. Seit dem 14. Jh. von Osten her bis nach Thüringen und weiter verbreitet, im 16. Jh. z. B. Luthern ganz geläufig, jetzt zurückgewichen und auf die östlichen Grenzländer beschränkt.

FN. _Kretschmar_, _Cretzschmar_ (mit Bewahrung des ursprüngl. a); _Kretschmer_ -- _Kretzmer_. Auch _Kretschmann_.

=Kreuchauff= III. Satz-N. „Kriechauf!“

=Kreunert= s. Gron.

=Kridewiß= III. „kreideweiß“.

=Kriechenbaum= III. mhd. krieche, niederd. krike „Schlehenpflaume“. Auch _Kriegbaum_ -- _Grichbaum_. _Kriebaum_ (zu dem Kriechbovme 1449).

=Kriegner= III. „einer aus Kriegen“ (Österr.).

=Krim-= s. Grim.

=Kring-= s. Hring.

=Krist-= II. s. Christianus.

=Kröger= s. Krüger.

=Krohn= s. a) I. Gron b) III. Krahn.

=Krohnfuß= s. Kranefuß.

=Kroll= s. a) I. Hrod (einst. K.) b) III. „gekräuselt“ vgl. niederd. Krulle „krause Haarlocke“.

=Kroloff= s. Hrod (V.).

=Krom-, Kröm= s. Hrom.

=Kron= III. a) in Adels-N. von dem Hauptw. „Krone“: _v. Abercron. v. Ohlen u. Adlerskron_ -- dagegen

b) von „Kranich“, niederd. kran, kron in: _Kronbiegel_ (Kranichbühl, vgl. Kronschnabel, Crohnsnest). _Kronemeyer_. _Kronfuß_.

=Kronawetter, Kronenbitter= s. Kranewitter.

=Kroner, Krön-= s. Gron.

=Kronymus= s. Hieronymus.

=Kropp= s. Hrod (zweist K.).

=Kröter= s. Hrod (V.).

=Krüdener= s. Kräuter.

=Krudewig= s. Hrod (V.).

=Krudup= s. Hrod (Hrodulf).

=Krug= III. in vielen ON. Zss. _Fahrenkrug_; _Fahrenkrog_. Niederd. Krog in _Krogmann_.

=Krüger= III. mhd. krüeger „Schenkwirt“ (auf dem Lande).

FN. _Krüger_, _Crüger_; _Krieger_ (bayr. österr. vgl. Hiebner). Zss. _Altkrüger_. _Fahrenkrüger_. _Heidkrüger_ (der Besitzer des Heidekruges). Niederd. _Kröger_. Zss. _Buschkröger_.

=Krukemeyer= III. s. Hrod (Chrodico).

=Krumbiegel, Krumbügel= s. Bühel.

=Krunert, Krün-= s. Gron.

=Kruse= s. Krause.

=Kruskop= III. niederd. „Krauskopf“ (s. Kopf).

=Kruttge= s. Hrod (einst. K.).

=Krutwig= s. Hrod (V.).

=Krystians= s. Christianus.

=Kübler= III. 1) Verfertiger von Kübeln. „Bötticher“ 2) „Häusler“, = Köbler (Franken und Oberpfalz).

=Kuchen= III. in mehrfachen Zusammens.: _Eierkuchen_. _Pfannkuche_. _Pustkuchen_ (Aschenkuchen). _Matzkuchen_ (die ungesäuerten „Matzen“ s. Matzbecker).

=Kuchenbeißer= III. vgl. Fleischfresser.

=Küchenmeister= III. magister coquinae, vornehmere Bezeichnung für Koch.

=Küchler= III. „Kuchenbecker“.

=Kuckuck= III. ON., (10 mal Rud.). Auch _Kukuk_.

=Küfer= III. mhd. küefaere 1) der „Kufen und andere große Gefäße macht“, daher auch Großbinder und Schwarzbinder genannt, zum Unterschiede von den Kleinbindern, Weißbindern oder Rotbindern, welches die gemeinen Bötticher sind. 2) „Diener und Aufwärter in großen Kellereien“, bes. in Weinkellern und Weinhäusern.

FN. _Kufer_ -- _Küfer_ -- _Köfer_ -- (mit der mittel- und oberdeutschen Aussprache des ü) _Kiefer_.

Mit dem n der schwachen Bildung: _Kufner_ -- _Küffner_.

Niederd. _Küper_ -- _Köper_. _de Kuyper_ (Rheinbach). Gen. _Kuypers_ (Geldern).

=Kugel= III. ahd. cucula, mhd. kugele, gugel, kogel, vom lat. cucullus „Kappe, über den Kopf zu ziehen, Kapuze“.

FN. _Leinekugel_ -- _Linnekugel_, auch _Linkogel_, _Linnekuhl_, _Linnenkohl_; daraus umgedeutet _Lindenkohl_. _Reifenkugel_; _Riefkohl_. _Rothkugel_; niederd. _Rodekogel_ -- entstellt _Rodenkohl_. _Wittkugel_. _Schlapkohl_.

=Kühfaber= III. entstellt aus Kiffhaber s. Haber.

=Kuhle= III. niederd. „Grube“; in Ortsbezeichnungen.

FN. _Goldkuhle_. _Lehmkuhl_ (O. Lehmkuhle). _Leimkuhl_. _Sandkuhl_ -- _Sandkaul_. _Silberkuhl_. _Voßkuhl_. Zss. _Kuhlmann_. -- _Kulenkamp_.

Ableitung auf -_er_ (bes. westfälisch):

_Buschkühler_. _Flaßkühler_ (Flachs-). _Lehmkühler_; _Leimkühler_. _Sandkühler_. _Steinkühler_.

=Kuhl-, Kulb-, Külb-= s. Kol.

=-kühler= s. Kuhle.

=Kuhn-, Kühn-= s. Kun (V., einst. K.).

=Kühnapfel= III. verderbt aus Kienapfel, wie Kühnbaum aus Kienbaum.

=Kuhr-= s. Kun (V.).

=Kükenbiter= III. niederd. „Kükenboißer“, ein kleiner Raubvogel.

=Kummer, Kümm-= s. 1) Gund (V.) 2) Kun (V.).

=Kümpel= s. 1) Gund (zweist. K.) 2) Kun (V.).

=Kümpers= s. Gund (V.).

=Kumpfmüller= III. „Besitzer einer oberschlächtigen Mühle, deren Schöpfrad mit Kümpfen (Sohöpfeimern) versehen ist“.

=KUN= I. 1) got. kuni, ahd. kunni, chunni, mhd. künne „Geschlecht, Sippe“ (lat. genus) 2) ahd. kuoni, chuoni, mhd. küene „kühn“.

FN. Chunipald: _Kümpel_ -- _Kümmel_.

Chuniger: _Königer_ -- _Könker_ -- _Keuncker_.

Chunihard: _Kunhardt_; _Cunardt_; _Kuhnert_; _Kuhnat_; zsgz. _Kuhnt_ -- _Kunnert_ -- _Kühnert_ -- _Conard_; _Kohnert_ -- _Köhnert_ -- _Kaunert_. Gen. _Konertz_ Patr. A. _Conerding_.

Chunihari: _Kuner_ -- _Kühner_ -- _Koner_. Gen. _Kuhners_ -- _Coners_. Patr. A. _Conring_.

Khunemar: _Kummer_. Vklf. (l): _Kümmerl_ -- _Kimmerle_ (schwäb.).

Kunimund: _Kunimund_ -- _Kühnemund_.

Chunrad, Chuonrat: _Kunrath_ -- _Conrath_; _Conrad_ -- zsgz. _Kuhrt_ -- _Curt_ (latinis. _Curtius_) -- _Korth_, _Koordt_ -- _Korte_ -- _Körte_ --

mit den Zss. _Curtmann_ -- _Cordemann_ -- _Kortmann_ -- _Ackerkurt_; _Großkurth_; _Jungcurt_ -- _Mühlenkord_; _Schäferkord_ -- _Kordvahr_ (1640: Kortvader) --

_Kauert_ -- _Kauer_ -- _Kuhr_ -- _Kohr_. Gen. _Conradts_, _Konrads_ -- _Koenraads_ (sprich: Kôn-, ostfries.) -- _Curdes_ -- _Kordes_ -- _Koerts_ (ostfries.) -- _Kohrs_, _Coers_ -- _Kauers_. Patr. A. _Körting_ -- _Köhring_ -- _Kauring_ -- _Conradter_. Patr. Zss. _Cordsen_ -- _Corssen_.

Cunirih: _Kühnreich_.

Kuniald: _Kunwald_, _Kunold_ -- _Künold_; _Kühnelt_; _Kühnhold_. Gen. _Köhnholz_.

Einstämmige Kürzung Kun-.

Kuno, Chuono, Cono: _Cuno_; _Kuhne_ -- _Kühne_; _Khün_ -- _Kiehne_ -- _Künne_ -- _Cone_; _Kohn_ -- _Köne_ -- _Keune_. Gen. _Koens_ (spr. Kôns, ostfries.); _Kohnen_. Patr. A. _Kuning_ -- _Künning_. Gen. _Könings_ (Cleve).

Vklf. (i): _Kuoni_ (schweiz.), _Kuny_. (l) Chunulo: _Kuhnle_ -- _Kühnell_; _Kühndel_ -- _Kienle_ -- _Kohnle_ -- _Konle_. (l + n): _Kühnlein_ -- _Köhnlein_. (k) Chunico: _Kunicke_; _Kunig_ -- _Künnecke_ -- _Könnicke_ -- _Köhnke_ -- _König_ -- _Köng_ -- _Küng_ -- _Keunecke_. Gen. _Könkes_. (k + l): _Kunigel_. (z) Chunizo: _Kunitz_ -- _Kunze_ -- _Cuontz_ -- _Conz_. Gen. _Kuntzen_. Zss. _Kunzmann_ -- _Hoffkuntz_; _Jungkunz_; _Schmidkunz_ -- _Schmidkonz_. _Oberkonz_. (z + l): _Kunzelmann_ -- _Küntzel_; _Künzli_ (schweiz.) -- _Kienzle_ -- _Kintzle_ (Luxemburg) -- _Kinsele_. Patr. A. _Küntzling_. (z + l + n): _Künzlin_.

Unorg. Bildung: _Küntzer_ -- _Küntzler_.

=Kün-= s. Kun (einst. K.).

=Kunt-= s. Gund (V., einst. K.).

=Kunz-, Künz-= s. 1) Gund (einst. K.) 2) Kun (einst. K.).

=Kuoni= s. Kun.

=Küper= s. Küfer.

=Küppenbender= III. (Düren) „Küfer“ 1).

=Kurbisch, Kurpis= III. „Kürbis“.

=Kürner= s. Körner.

=Kürschner= III. mhd. kürsenaere, vom ahd. chursinna, mhd. kürsen „Pelzkleid“. In Mitteldeutschland (Sachsen) Kirschner gesprochen.

FN. _Kürschner_; in älterer F. _Kürssener_. _Kierschner_ -- _Kirschner_ -- _Girschner_ (s. Förstemann Progr. S. 8).

=Kürsten= s. Christianus.

=Kurt= s. Kun (Chunrad).

=Kurzhalz= III. = Kurzhals (s. Hals).

=Küssewetter= s. Kiesewetter.

=Küstenmacher= s. Kistmacher.

=Küstenpfennig= III. Satz-N. „küsse den Pfennig“ (Geizhals). Auch _Küssenpfennig_.

=Kuster= s. Küster.

=Küster= III. ahd. custor, mhd. kuster aus lat. custos (templi), urspr. Hüter des Kirchenschatzes und der heiligen Geräte, dann der bekannte Kirchendiener, hauptsächlich im protestantischen Norden noch in Geltung.

FN. _Küster_. Gen. _Küsters_ (Heinsberg). Zss. _Küstermann_. -- Ohne Umlaut: _Kuster_ (_Kustermann_); _Kusterer_ (württ).

Vklf. _Kusterle_ (Gottschee).

Niederd. _Köster_, _Cöster_; _Coster_ (Jeverland). Gen. _Kösters_ (Borken). Zss. _Köstermann_. Patr. A. _Köstering_ (Lippe).

Mit dem n der schwachen Bildung _Küstner_ -- _Köstner_.

=Küter= III. ein „Hausschlächter, so in den Garküchen schlachtet“ (Frisch). In Pommern (Klemp. Kuter -- „Kütertor“ in Stralsund), Brandenburg. „Wursthof“ oder „Küterhof“, ältestes bekanntes Berliner Schlachthaus im 16. Jh. bei dem Heiligengeist-Hospital.

=Küttner= III. „einer aus Kutten“ (Provinz Sachsen). Auch _Kittner_.

=Kuttruf= III. ein Trinkgefäß (S. 45).

L.

=-la= s. Lah.

=-lach, -lacher= s. Loh.

=Lachenicht= III. Satz-N. Auch _Lachnit_.

=Lachmann= s. Loh.

=Lachner= III. „einer aus Lachen“ (O. 18 mal Rud.).

=-laf= a) deutsch s. Laif b) slawisch, eig. slaw. „Ruhm“, wobei das s mit einem vorhergehenden t zu z oder tz verschmilzt: _Butzlaf_ (S. 6. 90). _Mitzlaff_ („Schwertruhm“). _Panzlaf_ u. a.

=Lafrenz= s. Laurentius.

=Lage= III. in ON. kann nach Förstemann Ortsnamen S. 128 dem ahd. lâga Lage (situs) etwa in der Bed. „Wohnort“ entsprechen oder einen tiefliegenden Ort bezeichnen: altnord. lâg Senkung des Bodens, niederd. leeg niedrig. Fast ausschließlich im nordwestlichen Deutschland (auch in Flurnamen).

FN. _Zurlage_. -- _v. Dincklage_. _Graflage_. _Kamplage_. _Snethlage_. _Steinlage_. _Weglage_.

=Lah= III. 1) mhd. lache „Pfütze, Lache“ 2) mhd. lôch „Gebüsch“ 3) Lage.

FN. _Kälberla_. _Kamla_ (= Kampla). _Honerla_ (1507: Honderlage = Hunrichlage.)

=Laiber= s. Laif.

=LAIC= I. zu got. laikan „springen“, laik „Lied, Tanz“, ahd. leih „Spiel“ (Kampfspiel), mhd. leichen „spielen“ (noch in Luthers Bibel: wider den Stachel löken d. i. ausschlagen).

FN. Lecard: _Leichardt_; _Leichert_ -- _Leikert_.

(Laicowig): _Leggewig_.

Einstämmige Kürzung Laic-.

Laico: _Leich_ -- _Leyck_ -- _Liche_.

Häufiger auslautend (60 mal Först.):

_-lich_: _Gerlich_.

_-lick_: _Göttlick_.

_-lach_: _Gerlach_.

_-lei_: _-ley_: _Thierley_.

=LAIF= I. zu got. laifs überlebend, ahd. leiba, mhd. leibe Überb~leib~sel; daher in Namen wohl den Überlebenden d. i. „Sohn“ bezeichnend. Berührt und mischt sich mit Liub.

FN. Leibher: _Laiber_, _Leiber_.

Einstämmige Kürzung. Patr. A. Laiping: _Leibing_.

Auslautend seit dem 4. Jh. (in 81 Namen Först.):

1) hochdeutsch

_-leib_: _Isleib_ (vgl. nord. Isleif).

_-leb_: _Ortleb_ neben _-lieb_, _-leib_.

_-lepp_: _Garlepp_ (ahd. Gerleip).

_-lieb_ (Vermischung mit liub und Umdeutung): _Garlieb_.