Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich

Part 19

Chapter 192,314 wordsPublic domain

FN. _Glaser_ -- _Gläser_.

Mit dem n der schwachen Bildung „gleßner“ (in einer hessischen Urk. von 1537 Hoffm.) FN. _Glaßner_ -- _Gläßner_.

=Gläser, Gläßner= s. Glaser.

=Glau-= s. Glaw.

=GLAW= I. got. glaggvus, ahd. glau, klau „scharfsichtig, einsichtsvoll“.

FN. Glauperaht: _Glaubrecht_; _Glaubrech_ -- _Klauprecht_ -- _Glubrecht_. Gen. _Klubertz_.

(Glauhart): _Glauert_.

(Glawold): _Klauhold_.

Einstämmige Kürzung: _Glaue_ -- _Klaue_.

=Glöckner= III. mhd. glockenaere.

FN. _Glöckner_ -- _Glockner_. Auch _Glocker_ -- _Glöckler_. Niederd. _Klöckner_.

=Glöde, Gloth= s. Hlod (einst. K.).

=Glubrecht= s. Glaw.

=Gluth= s. Hlod (einst. K.).

=Gnörich= s. Knod.

=Göb-, Gobb-= s. God (V., zweist. K.).

=Göbbel= s. God (zweist. K.).

=Gobert= s. God (V.).

=Gock-, Göck-= s. God (einst. K.).

=GOD= I. got. guth, gud, ahd. got, kot, mhd. got „Gott“.

FN. Godebald: _Goppelt_ -- _Koppold_ -- _Kobbelt_ -- _Kobelt_.

Godabert: _Gottbrecht_; _Gottbrath_ -- _Gobbert_ -- _Gobert_ -- _Göppert_.

Godafrid: _Gottfried_ -- _Göttfried_ -- _Goffarth_ -- _Goffrey_ -- _Göpfert_ -- _Göbfardt_ -- _Göfert_.

Gotahard: _Godehard_ -- _Goddard_ -- _Gotthardt_; _Gottert_ -- _Gödert_ -- _Göttert_ -- zsgz. _Gohrt_ -- _Gördt_. Gen. _Gödderz_.

Godehar: _Goder_ -- _Gotter_ -- _Göder_ -- _Göther_.

Godolef: _Gottlieb_ (umgedeutet). Gen. (zsgz.) _Jolfs_.

Godolec: _Gottlack_; _Gottlick_; _Gottlich_ -- _Göttlich_.

Gotrat: _Gorath_.

Godoscalcus: _Gottschalck_; _Gottschalch (g)_; _Gottschall_.

Godedanc: _Goddang_.

Gotadeo: _Kodei_ (oder aus Kodag).

Godovald: _Gottwald_ -- _Gotthold_ (soweit aus Godold umgedeutet) -- _Godelt_; _Godet_ -- _Gödelt_.

Goduin: _Gottwein_ -- _Gowin_ -- _Jowien_.

Godulf: _Kottlof_ -- _Kolloff_.

Mit Erweiterung durch l:

Godalhard: _Gollhardt_; _Gollert_.

Godelmar: _Gollmer_ -- _Kollmer_.

Sämtliche Sproßformen s. Anhang 1.

=God-, Göd-= s. God. (V., einst. K.).

=Göddertz= s. God (V.).

=Göens= s. God (einst. K.).

=Goethe= I. s. God (einst. K.).

=Goff-= s. God (V.).

=Gögg-= s. God (einst. K.).

=Gogrewe= III. „Gaugraf“ s. Graf.

=Gohl-, Göhl-= s. God (einst. K.).

=Göhmann= s. Gaw.

=Gohrt= s. God (V., Gotahard.).

=Göhrung= s. Gar (einst. K.).

=Gök-= s. God (einst. K.).

=Göker= (1536: de Godeker = Godeking) s. God.

=Goldammer= III., auch _Goltdammer_ zu den Vogel-N. (emberiza citrinella).

=Goldfinger= III. der vierte Finger der Hand, an welchem der Goldring getragen wird.

=Göldner= III. „Vergolder“ (Reichel, Gewerbe im steirischen Marburg 13.-15. Jh. Goldner).

=Goldsticker= III. einer der „mit Gold stickt“. Verderbt: _Goldstücker_.

=Gölfert= s. Gelf.

=Goll-= s. God (einst. K., erweit. V.).

=Göll= s. God (einst. K.).

=Golzer, Gölzer= s. Gelzer.

=Gom-, Gon-, Gön-= s. Gund (V.).

=Göpel= s. God (zweist. K.).

=Göpfert, Göpp-, Goppelt= s. God (V.).

=Gör-= s. Gar (V., einst. K.).

=Gorath, Gördt= s. God (V.).

=Gorg-, Görg-, Gorius= s. Georgius.

=Görres, Gorrissen= s. Gregorius.

=Gos-, Gös-= s. Goz.

=Gos= III. niederd. „Gans“, in Zss. wie _Gosebruch_ (halbverhochdeutscht) = Gänsebruch, _Gosemeyer_ u. a.

=Gosch-, Göschke= s. God (einst. K.).

=Goss-, Gössel= s. God (einst. K.).

=Gossenbrod= III. „warmes Brot mit Fett begossen“, eine Lieblingsspeise alter Zeit (S. 47). Marquard Begoȥȥenbrot 1321.

=Gösser, Gossert= s. Goz.

=Göstrich= s. Gast.

=Goth-, Göt-, Gotsch, Götsch-= s. God (einst. K.).

=Gott-, Gött-= s. God (V., einst. K.).

=Gottbehüt= III. Satz-N. „Gott behüte!“.

=Gottgetreu= III. deutliche eigenschaftswörtliche Zss.

=Gottschey= III. (Wien) „einer aus Gottschee.“

=Gottwalts= III. Satz-N.: „Gott walte es!“ Auch _Waltigott_.

=Gotz-, Götz-= s. 1) God (einst. K.). 2) Goz.

=Gowin= s. God (V.).

=Goymann= s. Gaw.

=GOZ= I. mit Gaud zusammengehörig und auf den Volksnamen der Goten zu beziehen.

FN. Gaosbod: _Gosboth_ -- _Kosbothe_.

Gauzfrid: _Götzfried_.

Gozger: _Götzger_.

Gozhart: _Gossert_.

Gozheri: _Kotzer_ -- _Kosser_ -- _Gösser_.

Caozhram: _Gausrapp_.

Gozleib: _Kutzleb_.

Gozleih: _Goslich_.

Cosmar: _Cosmar_ -- _Götzmer_.

Kozolt: _Kotzolt_.

Gozwin: _Goßwein_ -- _Göswein_ -- _Güßwein_.

Gozolf: _Gotzlof_ -- _Götzlof_.

Die Sproßformen fallen mit denen von God (durch z verkleinert) zusammen.

=Graalß= s. Gar (V.).

=-gräbe= s. Graf.

=Gräber= III. ein „Grabender“, als FN. einfach und in Zss.: _Biengräber_. _Borngräber_ -- _Brunngräber_. _Diekgräber_.

=Gradwohl= s. Gerathewohl.

=Graf= III. mittellat. graphio, ahd. grâvo, mhd. grâve, „höherer weltlicher Richter, Vorsteher“.

FN. _Grafe_ (Joh. Grave 1516. Köln. Univ. Matrikel); _Graf_; _Graff_ -- auch mit Art. _de Graaff_ (niederländ.).

Niederd. (in Nordwest-D. weit verbreitet) _Grewe_ -- _Greve_, _Gräfe_; _Gräf_ (_Gräff_; _Greff_); mit Art. _Degreff_ -- _Grebe_; _Greb_ -- auch Vorsteher ländlicher Gemeinden, z. B. in Hannover (in der Gegend von Münden, Pauli II, S. 27).

Mit dem leidigen franz. Accent: _Grevé_. Gen. _Graven_ -- _Grefen_, _Greven_ -- _Grewen_. Patr. A. _Greving_ (Oldenb.).

Zss. _Burggraf_; niederd. _Borggreve_. _Diekgrebe_; _Dickgräwe_. _Fluthgraf_. _Gogrewe_ (Gaugraf). _Hochgrefe_ -- _Hogrefe_; _Hogrebe_. _Holzgrebe_; _Holzgrewe_; niederd. _Holtgreve_. _Kleegraf_. _Landgräbe_. _Pfalzgraff_. _Steingräbe_. _Vollgraff_; _Vollgrebe_ -- auch _Fullgraf_ -- _Füllgraf_ -- _Fielgraf_. _Woldgrebe_.

=Gräfe, Graff= s. Graf.

=Gräger= s. Gregorius.

=Grah, Gramann= s. Graw.

=Granold= s. Hraban.

=Grapengießer= III. vom niederd. „Grapen“ d. i. dreifüßiger Kochtopf aus Gußeisen (eine „Grapengießer-Straße“ in Stettin). Ludeke Gropenghetere 1416. (Braunschw.)

FN. _Grapengießer_ -- _Gropengießer_ -- _Grobengießer_. Niederd. _Grapengeter_.

=Gräper= s. Gröper.

=Gräser= III. ein „Grasmäher“ (für Wiesen, bes. Stadtwiesen, angestellter Beamter). Dasselbe wohl _Graßmann_.

=Grasmuck= III. zu den Vogel-N., „Grasmücke“. Die bekannte Opernsängerin _Grossi_ hat sich aus Grosmuck veritalienert.

=Grathwohl= s. Gerathewohl.

=Graupner, Gräupner= III. 1) „einer aus Graupen“ (in Böhmen) 2) „Händler mit Graupen“ (Hülsenfrüchten).

=GRAW= I. ahd. grâo, mhd. grâ „grau“ (wohl von der dunkeln Waffenfarbe).

FN. Graman: _Gramann_ -- _Graumann_.

Einstämmige Kürzung Gra-.

Grawo: _Grah_ -- _Grau_.

=Grebe, Greff= s. Graf.

=Greem= s. Grim.

=Greger= s. Gregorius.

=Gregorius= II. griech. der „Wachsame“; der h. Gregorius, den großen Kirchenlehrern Ambrosius, Augustinus, Hieronymus als der vierte doctor ecclesiae zugezählt, gest. als Bischof von Rom, Gregor I. oder der Große 604.

FN. _Gregorius_. Gen. _Gregory_.

Mit Kürzung im Auslaut: _Gregor_; _Greger_, _Gräger_ -- _Grögor_; _Gröger_.

Mit Kürzung im Anlaut: _Gorius_ -- _Görries_; _Görres_. Patr. _Gorrissen_ (ostfries.) -- _Jürissen_ (Aachen).

=Greifentrog= III. Satz-N. „greif in den Trog“, von einem, der etwas unbescheiden zulangt.

FN. _Greifentroch_. Niederd. _Griepentrog_.

=Greiffenklau= III. seit 1192 genanntes mittelrheinisches Geschlecht.

=Greifzu= III. Satz-N. Vgl. Dr. Grypto Rein. Vos 4156.

=Greim-, Gremm-= s. Grim.

=Grempler= III. „Trödler“.

=Greuth= III. s. Gereuth.

=Grev-, Grew-= s. Graf.

=Grichbaum= s. Kriechenbaum.

=Grickel= s. Agricola.

=Griem-= s. Grim.

=Griepentrog= s. Greifentrog.

=Gries= III. ahd. grioȥ, mhd. grieȥ „Kiessand, sandiges Ufer.“ Joh. dictus an dem griese. Auch häufiger ON.

FN. _Gries_. -- _Obergrieser_.

=Grieshaar= III. niederd. „Grauhaar“.

=Grillparzer= III. „einer aus Grillparz“ (O. 3 mal im Erzherz. Österreich).

=GRIM= I. altnord. und angels. grîma „Helm“, mischt sich aber z. T. mit ahd. mhd. grim „grimm“.

FN. Grimhard: _Griemert_ -- _Grimmert_.

Grimhar: _Grimmer_ -- _Greimer_. Gen. _Gremmers_.

Grimoald: _Grimaul_ (Gottschee).

Einstämmige Kürzung Grim-.

Grimo: _Griem_ -- _Grimme_; _Grimm_ -- _Krimme_ -- _Gremme_ -- _Greem_ -- _Greim_. Patr. A. _Grimming_.

Vklf. (l): _Griemel_ -- _Grimmel_ -- _Krimmel_ -- _Greimel_. (l + k): _Krimelke_. (z) Grimizo: _Grimeis_; _Grimeisen_.

Auslautend (74 mal Först.).

_-grimm_: _Ahlgrimm_.

=Gripenkerl= III. Satz-N. niederd. „greif den Kerl“, Beiname von Gerichtsdienern und Bettelvögten. Vgl. _Greifzu_.

=Grobengießer= s. Grapengießer.

=Gröger= s. Gregorius.

=Grohnert= s. Gron.

=Grolf= s. Gar (V.).

=Grolms, Grommes= s. Hieronymus.

=GRON= I. ahd. gruoni, mhd. grüene, altsächs. grôni „grün“ (wohl in dem Sinne von lebensfrisch).

FN. Cronhart: _Grohnert_ -- _Grunert_ -- _Krunert_ -- _Grünert_ -- _Krünert_ -- _Kreunert_. Gen. _Gronartz_.

(Gronhari): _Groner_ -- _Kroner_ -- _Kröner_ -- _Gruner_ -- _Grüner_ -- _Krüner_.

(Gruonrih): _Grönrich_.

(Gronwald): _Grünhold_.

Einstämmige Kürzung Gron-.

Grun: _Grone_ -- _Krohn_ -- _Grun_ (_Grunemann_) -- _Grüne_; _Grün_. Gen. _Gronen_. Patr. A. _Gröning_ -- _Kröning_ -- _Grüning_.

Vklf. (k): _Grunicke_ -- _Grünke_. _Grünig_ -- _Grönig_ -- _Krönig_. (z): _Grunz_.

=Grön-= s. Gron.

=Gropengießer= s. Grapengießer.

=Gröper= III. „Grapengießer“ („Gröpergasse“ in Halberstadt). Auch _Gräper_.

=Gröppel= s. Hrod (zweist. K.).

=Groß= III. ahd. mhd. grôȥ, altsächs. grôt.

FN. _Große_; _Groß_ -- _Grosse_ (mit kurzem o). Niederd. _de Groote_; _Grothe_; _Groth_.

In mannigfachen Zss.: _Großmann_. _Großkopff_. _Großschedel_, _Großschädl_. _Grospietsch_. _Großwendt_ -- niederd. _Grotjan_; _Grotrian_ (großer Johannes).

=Großkurz= III. I. 1567: Grotecordes (Braunschweig, Schütte).

=Grotefend= III. „großer Knecht“ s. Fend.

=Grotegut= s. Hrod (V.).

=Grothe= s. Groß.

=Grothwohl= s. Gerathewohl.

=Grotjan= s. Groß.

=Grott-= s. Hrod (einst. K.).

=Grube= III meist auf ein Bergwerk bezüglich; doch auch Sand- usw. Grube, Grube zum Wildfangen. ON. einfach und in Zss.

FN. _Grube_.

Ableitung auf -er (oberd.):

_Gruber_; _Grueber_ (Gottschee). Zss. _Anzengruber_. _Baumgruber_. _Frauengruber_. _Hartmannsgruber_. _Holzgruber_. _Kalchgruber_. _Obergruber_. _Steingruber_. _Wolfsgruber_ (Mechtild ob der Wolfgruben 1300).

=Grulms= s. Hieronymus.

=Grün= a) I. s. Gron b) von der Farbe der Kleidung (S. 46 Jan Grön).

=Grun-, Grün-= s. Gron.

=Grundt, Grundmann= III. einer „der im Grunde wohnt“, Gegensatz zu _Berg_, _Bergmann_. (So wurden in einem dem Verf. bekannten Falle zwei bäuerliche Besitzer in demselben Dorfe, die beide Runge hießen, unterschieden als „Bergrunge“ und „Grundrunge“). So auch _Grundkötter_; _Grundmeyer_.

=Grüth-= s. Gereuth.

=Grütter= s. Grützner.

=Gruttke= s. Hrod (einst. K.).

=Grützner= III. „Grützmüller“.

FN. _Grützner_. Niederd. _Grüttner_; _Grütter_. -- Auch _Grützmacher_.

=Gschwandtner= III. „einer aus Gschwand“ (Bayern, Österr.) von schwenden, ahd. suandian, schwinden machen = ausroden durch Feuer.

=Gsell, Gsöll= s. Geselle.

=Gubbe, Gube= s. God (zweist. K.).

=Gückel, Gude= s. God (einst. K.).

=Guerle= s. War (einst. K.).

=Gugelfuß= III. „Kugelfuß“ d. i. Klumpfuß. Auch _Kaulfuß_.

=Guggimoos= III. „Moor, wo sich die rote Wasserkröte (Guggi) häufig findet“. (Buck). Davon auch: _Guggimoser_.

=Gümbel, Gumb-= s. Gund (V.).

=Gumm-, Gump-= s. Gund (V., zweist. K.).

=GUND= I. ahd. gund, kunt „Krieg“ (noch im ital. gonfalone aus gundfano Kriegsfahne). Seit dem 3. Jh. in N. nachweislich. Die mit K anlautenden N. lassen sich auch durch Kun erklären.

FN. Gundobald: _Gumpold_ -- _Jumpelt_ -- _Gumpel_; _Gumbel_ -- _Gümbel_ -- _Gummel_ -- _Gombold_.

Gundobert: _Gumprecht_; _Gumprich_; _Gumpert_; _Gumbert_; _Gumbart_; _Gumper_; _Gummert_ -- _Gompart_ -- _Gombert_ -- _Kompert_ -- _Gommert_. Gen. _Gompertz_ -- _Kümpers_.

Gundefred: _Gumpfer_.

Gundhart: _Gundert_ -- _Günthert_ -- _Gontard_ -- _Gönnert_.

Gundachar: _Gunder_ (_Guntermann_) -- _Kunter_ -- _Günther_ (Zss. _Kleingünther_) -- _Gondermann_ -- _Gonnermann_.

Guntchramnus. _Guntram_ -- _Guntrum_ -- _Gontrum_.

Gundalah: _Gundelach_; _Gundlach_; _Gundlack_.

Gundemar: _Gummer_ -- _Kummer_.

Vklf. (l): _Kümmerle_.

Gunderad: _Günthrat_.

Gundericus: _Gönrich_.

Gundivic: _Günnewig_.

Gundulf: _Gundwolf_; _Gundolf_ -- _Gondolf_.

Einstämmige Kürzung Gund-.

Gundo: _Gund_ -- _Kunth_ -- _Günth_.

Vklf. (l): _Gundel_ -- _Gündell_ -- _Günthel_. Patr. A. _Gundling_. (k): _Kuntke_. (k + l): _Gunkel_. (z): _Guntz_ -- _Güntz_; _Güntsch_. Unorg. _Günzert_. (z + l): _Günzel_ -- _Künzel_ -- _Günsel_; _Günschel_. (z + k): _Gunschke_ -- _Günzke_.

Zweistämmige Kürzung Gundb-.

Gumpo: _Gump_ -- _Gumme_ -- _Gaum_.

Vklf. (l): _Gumpel_ -- _Kümpel_ (s. auch Gundobald). (k): _Gummich_.

=Gündell= s. Gund (einst. K.).

=Günnewig= s. Gund (V.).

=Güns-, Gunschke= s. Gund (einst. K.).

=Gunt-, Günth-= s. Gund (V., einst. K.).

=Güßwein= s. Goz.

=Güntsch, Guntz, Günz-= s. Gund (einst. K.).

=Gürtler= III. „Verfertiger von Gürteln“. Auch _Girtler_ (Wien).

=Gut= III. auch _Guth_, vgl. Frid. der gute 1304. -- In mancherlei Zss.: _Gutbier_. _Gutgesell_. _Guthknecht_. _Gutkind_. _Gutsjahr_ (Gutjar 1295). _Gutzeit_. -- _Gutsmuths_.

=Gut-, Güt-, Gutsch= s. God (einst. K.).

=Gutschebauch= III. wohl von schwäb. „gautschen“, d. i. wiegen, schaukeln.

=Gutsmuths= III. Gen. „gutes Mutes“ (mit dem urspr. und richtigeren Gen. der starken Biegung).

Auch im Nom. _Guthermuth_, vgl. Tvmmermuot 1327.

=Gutz-, Gütz-= s. God (einst. K.).

=Gygas= III. lat. gigas „Riese“.

=Gysi= s. Gis.

H.

=Haab-= s. Had (zweist. K.).

=Haack-= s. Hag (V., einst. K.).

=Haag= s. Hag (einst. K.).

=Haak= a) I. s. Hag b) III. niederd. „Höker“ (so z. B. noch in dem Stralsunder Kataster von 1845). -- Zss. _Bierhake_ (Bierhöker?).

=Haan= s. Hahn.

=Haape= s. Hath (zweist. K.).

=Haar-= s. Hari (V., einst. K.).

=Haar= III. als Körperteil in mannigfachen Zss. Vgl. nord. König Harald Harfagr (Haarschön).

FN. _Flachshaar_; niederd. _Flashaar_. _Gelbhaar_ -- _Geelhaar_. _Glatthaar_. _Grieshaar_. _Kraushaar_. _Schlichthaar_. _Straubhaar_. _Weißhaar_.

=Haarnagel= s. Hard.

=Haas= III. s. 1) Hase 2) Hose.

=Hab-, Habb-= s. Hath (V., zweist. K.).

=Habedank= III. Satzname (schon bei Walther v. d. Vogelweide als Appellativum: „Swelch schoene wîp mir denne gaebe ir habedanc“). Als FN. auch gekürzt _Hadank_.

=Habekost= III. aus Haveckhorst („Habichtshorst“) 1484, Havekost 1532. Auch _Hafekost_; _Haffekost_. Noch 1890 _Hawickhorst_ (Oldenb.).

=Habenicht= III. Satzname „habe nichts“ (ein „Herr von Habenichts“).

=Habenschaden= III. Satzname „habe den Schaden“, für jemand, der sich unvorsichtig in Gefahr begeben hat.

=Haber= III. die eig. hochdeutsche F. (mhd. haber), wofür jetzt in der Schriftsprache das niederd. „Hafer“ durchgedrungen ist.

FN. _Faulhaber_ (Werner dict. vulhaber 1299). _Firnhaber_. _Frischhaber_. _Kiffhaber_ 1450, jetzt entstellt _Kühfaber_ (Bacm.). _Schlichthaber_. _Wiesenhafer_. -- _Haberbruch_. _Haberkorn_. _Habermann_. _Habersaath_. _Haberstroh_. _Haferkamp_. _Haferstroh_.

=Haberecht= III. Satzname „habe Recht“, ein rechthaberischer Mensch (doch s. auch Hath).

=Häberlein= s. Hath (V.).

=Haberstolz= III. entstellt aus _Oberstolz_ (Overstolz altes Patrizier-Geschlecht in Köln). S. Andresen, Konkurrenzen.

=Habicht= III. der bekannte Raubvogel, mhd. habich (könnte aber als FN. aus ad. Habicho entstanden sein, s. Hath zweist. K.).

=Hablützel= III. Satzname „habe wenig“ vgl. Habenicht. Auch _Hablitzel_.

=Hach-= s. Hag (V., einst. K.).

=Hachmeister= III. nach Vilm. aus „Habichtmeister“ d. i. Abrichter der Stoßvögel zur Jagd. (Ahd. hapuh, mhd. habech zsgz. in Hach s. Buck, Flurnamen S. 69.).

=Hack-, Häck-= s. Hag (V., einst. K.).

=Had-, Häd-= s. Hath (V., einst. K.).

=Hadank= s. Habedank.

=Hadd-= s. Hath (einst. K.).

=Hadrianus= II. lat. „einer aus der italienischen Stadt Hadria“, N. eines römischen Kaisers, dessen Vorfahren daher stammten, und mehrerer Päpste.

FN. _Adrian_ -- _Aderjahn_. Gen. _Adrians_.

=Hafemann= nicht mit Pott zu Hafen, sondern niederd. „Hofmann“, vgl. Klempin, Diplom. Beitr. S. 623: Hauelude (Hofgesinde), Hauemarschalk (spr. Have-), Hauemeisterinne.

=Hafenbrädl= s. Braten.

=Hafer= s. Haber.

=Hafner= III. ahd. hafanâri, mhd. havenaere „Töpfer“ -- die süddeutsche Bezeichnung, wie z. B. in München die Innung der „Hafner“, auch ein „Hofhafnermeister“, in Augsburg ein „Hafnerberg“, während Töpfer mitteldeutsch ist.

FN. _Hafner_, _Haffner_ -- _Häfner_.

=Haff-= s. Hath (V.).

=HAG= I. ahd. hag. hac, mhd. hac „Einhegung, Hag, umhegter Ort“ (s. Tac. Germ. 16).

FN. Hagabald: _Heckebold_ -- _Heybold_ -- zsgz. _Heipt_.

Hagibert: _Hackebracht_; _Hackbarth_ -- _Hegebart_ -- _Heibert_; _Heiber_. Gen. _Heypertz_.

Hahkis: _Haigis_, _Heigis_.

Hechard: _Hagart_ -- _Hackert_ -- _Haackert_ -- _Hegert_ -- _Heckert_. Gen. _Heiartz_.

Hagihar: _Hager_ -- _Hacker_ -- _Hacher_ -- _Haker_ -- _Hecker_ (_Häckermann_) -- _Häger_ (_Hägermann_) -- _Heyer_ (_Heiermann_).

(Hagiman): _Hagemann_ -- _Hamann_ -- _Hegmann_ -- _Heckmann_ -- _Heimann_. Gen. _Heimanns_.

(Hagimar): _Hagemer_ -- _Hechemer_ -- _Hegemer_ -- _Heymer_. Vklf. _Heymerle_.

Hachirat: _Hackrath_ -- _Heckrath_.

Hecgirih: _Hagerich_ -- _Hährich_ -- _Heyrich_.

Hagoald: _Hegewald_.

Einstämmige Kürzung Hag-.

Hago, Hako, Heio: _Hage_; _Haag_ -- _Hake_; _Haack_ -- _Hege_ -- _Heye_; _Hay_. Gen. _Hayen_. Patr. A. _Hecking_. Gen. _Hayungs_ (jeverl.).

Vklf. (i): _Hägi_ (schweiz.). (1): _Hagel_ -- _Hachel_ -- _Hakl_ -- zsgz. _Hahl_ -- _Hegel_ -- _Häckel_ _Hechele_; _Hechel_. Patr. A. _Hegeling_. (l + n): _Hägelin_; _Hegelein_. (k): _Hageck_ -- _Hayeck_; _Heicke_. Gen. _Heyken_. (k + l): _Heyckel_ -- -- _Heighele_.

=Hag-, Häg-= s. Hag I. (V., einst. K.).

=Hag= III. ahd. hag, hac, mhd. hac, dessen älteste Bed. nach Förstemann (ON. S. 57) Wald oder Busch; aus dieser entwickelte sich die eines schützenden Busches, einer Einhegung und dann erst die eines eingehegten Raumes selbst: „Gehege, Wohnort“. In ON. _-hag_, _-haag_; _-heeg_.

FN. 1) _-hage_ (bes. in Westf. -- elliptischer Dativ?): _Brakhage_. _Glashage_. _Grünhage_. _Heisterhage_. _Hohage_. _Kohlhage_. _Kreuzhage_. _Niehage_ (Neu-). _Osthage_. _Overhage_. _Rehage_. _Sandhage_. _Schneehage_. _Voshage_.

2) _-hege_: _Dornhege_. _Feldhege_. _Hundehege_. _Osthege_.

=HAGAN= I. Erweiterung von Hag I.

FN. Haginbert: _Hambrecht_ -- _Hegenbarth_ (_Heger-_); _Heimbrecht_; _Heimbert_; _Heimbrodt_ -- _Hemper_. Patr. A. _Hemmerding_.

Vklf. (l): _Hemberle_.

Heinfrid: _Hennefahrt_.

Heinhard: _Hanhardt_ -- _Heinhardt_; _Haynard_; _Heinert_ -- _Hennert_.

Haginher: _Hagner_ -- _Hanner_ -- _Hahner_ -- _Hähner_ -- _Hayner_, _Heiner_ -- _Henner_ mit den Zss. _Hofhenner_. _Schmitthenner_.

Hainarad: _Hanrath_ -- _Hahnrath_.

Haganrih: _Handrick_; _Hanreich_ -- _Heinrich_; _Heinreich_ -- _Henrich_; _Hendrich_; _Hentrich_ -- _Hinrich_; _Hinnerk_.

Zss. _Langheinrich_. _Tiekenheinrich_. _Westheinrich_. _Großhenrich_. _Möhlhenrich_ (Mühlheinrich). _Lockenhinnerk_. Gen. _Heinrichs_; _Heinderichs_ -- _Hendrichs_; _Hendrix_ (Kempen) -- _Hinrichs_; _Hinderks_ (ostfries.). (Latinis. _Heinrici_ -- _Henrici_). Patr. A. _Heinricher_ (Cilli). Patr. Zss. _Heinrichsen_ (Zss. _Gerdheinrichsen_) -- _Hinrichsen_; _Hindrichsohn_; _Hinderksen_.

(Haginachar): _Hanewacker_ -- _Hannwacker_ -- _Heinacker_.

Haginold: _Hannewald_ -- _Hanewald_; _Hanold_; _Hanelt_ -- _Hänelt_; _Hänet_ -- _Haynald_; _Heinold_; _Heinhold_; _Heinelt_; _Heinloth_; _Heinleth_.

Einstämmige Kürzung Hagen-.

Hagano, Hanno, Heino: _Hagen_, _Hagn_; _Haagn_ (Salzb.) -- _Hanno_; _Hanne_ -- _Hahne_; _Hahn_ -- _Heino_; _Haine_, _Heyne_; _Hayn_ (_Heinemann_; _Heinevetter_) -- _Henne_; _Henn_ -- _Hehn_. Gen. _Hagens_; _Hagena_ (ostfries.) -- _Heinen_; _Heins_. Patr. A. _Hanning_ -- _Heining_ -- _Henning_ (noch im 17. Jh. Vorname, z. B. Henning Woyke, 1681 Bürgermeister zu Neustettin). Patr. Zss. _Heinsohn_ -- _Heinekind_.

Vklf. (l): _Heinel_; _Heindl_ -- _Hähnel_ (_Junghähnel_) -- _Henle_. (l + n): _Hainlin_ -- _Hänlein_; _Hänlen_. (k): _Hanke_ -- _Heinicke_ (_Marheineke_); _Heinke_; _Haink_; _Heinich_ -- _Hennicke_; _Hennig_ (doch auch gekürzt aus Henning) -- _Henke_ (_Bierhenke_; _Düvelhenke_; _Grotehenke_; _Manhenke_; _Marhenke_; _Schäferhenke_; _Strothenke_) -- _Hink_ (Stark S. 71) mit der Zss. _Brokhinke_. Gen. _Hainken_ (ostfries.); _Heinks_ -- _Hennickens_; _Henniges_; _Hennigs_; _Hennies_ -- _Hinken_; _Hinkens_. Patr. A. _Henking_. Patr. Zss. _Hinksen_. (k + l): _Hankel_ -- _Heinkel_ -- _Henckel_ (Zss. _Wegehenkel_. _Kampfenkel_) -- _Hinkel_ (_Hinkelmann_). (k + l + k): _Henkelke_. Patr. A. _Henkelking_ -- _Henkler_ (Preuß 16). (k + n): _Hänichen_ -- _Heineken_ (_Langheinecken_); _Heinichen_. (z): _Hanzo_ -- _Heintze_; _Heinz_, _Hainz_ (bayr.) (_Heinzmann_ -- _Emmelheinz_; _Hoffheinz_; _Kleinheintz_; _Langheinz_; _Schönheinz_) -- _Heinitz_ -- _Heinse_ (lat. _Heinsius_ auch der Dichter Wilh. Heinse hieß eigentlich Heintze, s. Lessing, Wieland, Heinse von H. Pröhle S. 129); _Heinss_ -- _Henze_; _Hense_ (Stark S. 76) -- _Häntzsche_ (Kgr. Sachsen) -- _Hinze_ -- _Hientzsch_ -- _Hinse_; _Hinsche_. Gen. _Heinzen_ -- _Hinzen_. Patr. A. _Henzing_; _Hensing_. (z + i): _Hentzi_ (schweiz.). (z + l): _Heinzel_ (_Heinzelmann_) -- _Henzel_; _Hensel_; _Henschel_ -- _Hintzel_; _Hinselmann_. Patr. A. _Henzler_ -- _Hinzler_. (z + k): _Heinzke_ -- _Hinzke_.

Zweistämmige Kürzung Haganb-.

Hampo: _Hampe_. Vklf. (l): _Hempel_.

(Mehrere Formen, namentlich die mit Han-, Hen- beginnenden, treffen mit entsprechenden von ~Johannes~ zusammen).

=-hage= s. Hag III.

=Hagedorn= III. mhd. hagendorn, hagdorn.

FN. _Hagedorn_ (auch ON.) -- _Heidorn_.

=Hagemeister= III. „Hegemeister, Förster“. Niederd. _Hagemester_.

=Hagen-= s. Hagan (einst. K.).

=Hagen= III. ahd. hagan, mhd. hagen der „zum Einhegen bes. passende Dornstrauch“, aber ursprünglicher das Buschwerk überhaupt. In ON. seit dem 9. Jh. nachweislich. Jetzt tausende von Örtern auf _-hagen_ (so an der mecklenburgischen und pommerschen Küste in langer Folge von Mecklenburg bis zur Kassubei); doch läßt sich kaum nachweisen, welche davon hierher und welche als Dativ Plur. zu Hag zu setzen sind (der Umstand, daß die bezeichneten mecklenburgischen und pommerschen Ö. meist langgestreckte Dörfer -- bis zur Länge einer halben Meile -- sind, dürfte wenigstens bei diesen für den Plural sprechen = „zu den Gehegen“). Hagen findet sich auch als ~Straßen~bezeichnung, z. B. in Stralsund: Flachshagen, Reperhagen, Zipollenhagen u. a.

FN. _vom Hagen_; _von Hagen_. _Bollhagen_. _von Buggenhagen_. _Eschenhagen_. _Falkenhagen_. _Hundeshagen_. _Stavenhagen_.

Ableitung auf _-er_:

_-hager_: _Gerhager_. _Hinterhager_ (O. -hagen, oder auch zu -hag?).

_-häger_: _Poppenhäger_ (O. -hagen).

Aus -hagen wird durch Zusammenziehung _-hain_ (wie auch der Gattungsname „Hain“ daraus entstanden ist), woneben noch eine F. auf _-hahn_ herläuft. Den FF.-Übergang zeigt unter a. ein hessischer Ort, der 1264 Glimenhagen, 1297 Glimenhahn, im 15. Jh. Glimenhain, jetzt Gleimenhain heißt.

1) -hain: _Espenhain_. _von Falckenhain_. _Mückenhain_. _Probsthain_. _Rosenheyn_ (O. Rosenhain).

2) -hahn: _Bauerhahn_. _Dammhahn_ (O. nur Dammhagen Rud.). _Espenhahn_ (s. oben Espenhain). _Falkenhahn_ (O. -hagen und -hain). _Gräfenhan_ (O. -hain). _Krähahn_ neben _Krehain_ (vgl. O. Kreyenhagen). _Langenhahn_, _Langenhan_ (O. Langenhahn neben -hagen u. -hain). _Lindenhahn_ (O. -hain R.). _Neuhahn_; _Neuenhahn_ (O. -hagen, -hain). _Probsthan_ (O. -hagen und -hain). _Rosenhahn_ (O. -hagen, hain). _Wildenhahn_ (O. -hagen, -hain). _Ziegenhahn_ (O. -hagen, -hain).

Ableitung auf _-er_ (oberd.):

_-hainer_: _Geysenheyner_ (O. Geisenhain in Sachsen). _Liebeneiner_ (O. Liebenhain).

=Hägenbarth= zu Hagen (V.).

=-hager, -häger= s. Hagen III.

=Hagn= s. Hagan (einst. K.).

=Hagner= s. Hagan (V.).

=Hahl= s. Hag I. (einst. K.).

=Hahn= a) I. s. Hagan (einst. K.) b) III.