Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich

Part 15

Chapter 152,380 wordsPublic domain

=Böttrich= s. Bod (V.).

=Botz, Bötzel= s. Bod (einst. K.).

=Bovenkerk= III. (westf.) „(der) oberhalb der Kirche (wohnt)“. Auch _Bovenkerken_. Vgl. _Bovensiepen_. _Bovenstein_.

=Bowenschulte= III. (westf.) „der Schulze oben“ (s. Schulze).

=Boye= s. Bog.

=Brabandt= III. „einer aus Brabant“. _Brabänder_.

=Brach= III. ahd. brâcha, mhd. brâche „das erste ~Umbrechen~ eines zum Anbau bestimmten Landes“. Seit dem 8. Jh. in ON. Jetzt hochd. _Brach_, _-brach_, _-brechen_ -- doch viel häufiger niederd. _Braak_, _-brack_, _-braken_, _-breck_.

FN. _Ellerbracke_. _von Heidebreck_. Nebenf. Bracht seit 9. Jahrh., und dem entsprechend neuere ON. wie _Bracht_, _Brecht_, die auch zu FN. geworden.

=Bracht= s. a) I. Beraht (einst. K.) b) III. s. Brach.

=Brachvogel= III. numenius arquatus. Niederd. _Brakvogel_.

=Bradenahl= III. niederd. (Mecklenb.) „gebratener Aal“; vgl. Frideric. cognomento Bradegans 13. Jh.; altniederd. Bradherink.

=Brahms= s. Abraham.

=Brambeer= III. mhd. brâmber die „Brombeere“.

=Brancke= s. Brand.

=BRAND= I. ahd. prant, brant, mhd. brant „Feuerbrand; flammendes, blitzendes Schwert“ (davon ital. brando Schwertklinge, altfranz. brandon Schwert; das Schwert des span. Cid heißt Tizona d. i. Feuerbrand vom lat. titio).

FN. (Brandiger): _Brandiker_ -- _Brenker_.

(Brandhard): _Brennert_.

Brandold: _Brandholdt_.

Einstämmige Kürzung Brand-.

Prando: _Brandt_ (VN. bei Klemp.). Gen. _Brandes_; latinis. _Brandis_ (_Brandsma_ ostfries.). Patr. A. _Branding_ -- _Brenning_.

Vklf. (l) Brandila: _Brandel_ -- _Prantl_ -- _Brendel_; _Brändle_ (schwäb.); _Prändl_ (bayr.). (l + n): _Brändlein_. (k) Brandico: _Brancke_ -- _Pranckh_ -- _Brendicke_ -- _Brentke_ -- _Brennecke_ -- _Brenck_. Patr. A. _Breinker_ (Preuß 16). (z) Brantio: _Branz_ -- _Prantz_ -- _Brentz_ -- _Brenneis_. (z + l): _Prentzel_.

Auslautend (50 mal Först.):

_-brand_: _Hildebrand_. _Dittebrandt_. Gen. _-brands_: _Zybrands_.

_-brahn_: _Robrahn_.

_-barn_: _Dettbarn_.

_-bern_ (s. Stark S. 187): _Dibbern_.

=Brand= III. als ON. eine Waldstelle, welche durch Feuer gerodet ward. Jetzt nicht bloß einfachen _Brand_, _Brande_ häufig, sondern auch über ein halbhundert Zss. auf _-brand_, _-brenda_.

FN. _Brand_. _Altenbrand_.

=Bränd-= s. Brand I.

=Brandner= III. „einer aus Branden“ (Baden, Tirol).

=Branolte= I. = Nolte (Arnold) Brandes (Preuß 30).

=Branz= s. Brand (einst. K.)

=Braten= III. ahd. brâto, mhd. brâte. In der Zss. FN. _Hafenbrädl_ („Topfbrätchen“). _Schweinebrade_. (In andern Zss. dürfte _-brat_ eher eine zsgz. F. von -beraht sein, z. B. Mundbrat, wie deutlich in Hilbrath).

=Bratengeiger= III. „der um den Braten geigt“, Spottname = Bierfiedler.

=Brauer= III. mhd. briuwer, brouwer der „Bierbrauer“; mit Umlaut Bräuer (eine „Bräuergasse“ in Dresden, auch „Bierbräuer“ im Münch. Adreßb.).

FN. _Brauer_ -- _Bräuer_, _Breuer_. Gen. _Brauers_ -- _Breuers_ (niederrhein.). Niederd. _Brüwer_ (Bruwere 1483 Gött. UB.). Gen. _Browers_; _Broyers_ (beides ostfries.). Entstellt _Breyer_. _Wienbreyer_ (1635: Weinbrewer). Zss. _Mumbrauer_ (Mumme, das seit Ende des 15. Jhs. in Braunschweig gebraute Bier).

=Bräuer= s. Brauer.

=Brauk, -brauk= s. Bruch.

=Braun= a) I. s. Brun b) III. von der Farbe: ahd. mhd. brûn, prûn „braun, brünett“ (vgl. franz. Lebrun).

FN. _Braune_; _Braun_ -- (südd.) Praun.

=Bräun=- s. Brun (V., einst. K.).

=Braunabend= III. der „braune Abend“, eine Floskel der 2. schlesischen Dichterschule, also nicht vor 1650 (Vilmar). Auch _Brunabend_.

=Braunbehrens= I. 1661: Heinrich Braun oder Berendts (Preuß).

=Brausewetter= III. ein „stürmischer Mensch“ (s. Wetter).

=Bräutigam= III. zu den Verwandtschafts-N. Niederd. _Brüdigam_.

=Brecht-= s. a) Beraht (V., einst. K.) b) ON.

=Brede, Breie, Breit= s. Brid.

=Breinker= s. Brand.

=Breiser= III. „Schnürriemenmacher, Posamentier“ (mhd. brîsen schnüren) vgl. Preiswerk.

=Bremer= III. „einer aus Bremen“. Auch _Brämer_.

=Brend-= s. Brand (einst. K.).

=Brenk-= s. Brand (V., einst. K.).

=-brenker= s. Brink.

=Brenn-= s. Brand.

=Brenner= III. vgl. Otte gen. der brenner 1338.

FN. _Brenner_ -- _Prenner_ (Gottschee). Zss. _Kalkbrenner_. _Neubrenner_. _Steinbrenner_. _Weinbrenner_.

=Brennessel= III. deutlicher Pflanzen-N.

=Brent-, Brentz= s. Brand.

=Brett-= s. Brid.

=Breuer= s. Brauer.

=Brenker, -breuker= s. Bruch.

=Breun-= s. Brun (einst. K.).

=Breyer= s. Brauer.

=BRID= I. wohl zu angels. bridel, ahd. brittil „Zügel“ oder zum Volksnamen der Britten. Britharius 6.

Einstämmige Kürzung Brid-.

Briddo: _Britt_ -- _Brede_ -- _Brett_ -- _Breie_ (Preuß 26). Patr. A. _Breitung_ -- _Bretting_.

Vklf. (l) Bridilo: _Brill_. (k): _Bricke_. Gen. _Brix_.

=Briehl= s. Brühl.

=Brill= s. Brid.

=-bring= s. Brink.

=Bringewath= III. Satz-N. niederd. „bringe was“. _Bringezu_.

=Brink= III. „(hochliegender) Grasplan“ -- ein in niederdeutschen Mundarten weit verbreitetes Wort. Dahin gehört mehr als ein halbes Hundert ON. auf _-brink_ in der Linie Hannover-Utrecht, mit der Hauptstärke in Westfalen.

FN. _Brink_ (Dorf im Oldenburgischen, Münsterschen, Kalenbergischen); _ten Brink_, auch _Tombrink_ (= zu dem Br.); _von den Brinken_. -- _Brinkmann_, _Bringmann_; (fries.) _Brinkama_. Vgl. „die Brinkfrau zu Morsbecke, Inhaberin des Brinkhofes“, nachher genannt „Ilse Brinkfrau“ (Lipp. Reg.).

Bes. häufig in Zusammensetzungen, die meist jedoch nicht Städte oder Dörfer, sondern in mehr appellativer Art einzelne Örtlichkeiten einer Dorflage oder Feldflur bezeichnen -- als FN. demnach der daselbst Wohnende, der „Brinksitzer“, vgl. Gerd uppe dem Brinke 1406 (Lipp. Reg.).

_Antenbrink_. _Berenbrink_. _Exernbrink_. _Fahrenbrink_. _Gantenbrink_. _Hasenbrink_. _Klockenbrink_. _Mühlenbrink_. _Osterbrink_. _Steinbrink_. _Unterbrink_. _Lüsebrink_ und _Musebrink_ (offenbar Spottnamen für die bezeichneten Örtlichkeiten, vgl. pommerisch „Flöhenbrink“). -- _Oberbrinkmann_.

Bisweilen in der Schreibung _-bring_: _Finkenbring_ neben _Finkenbrinck_. _Hasselbring_. _Igelbring_. _Kregenbring_ neben _Krägenbrinck_ und _Krähenbrink_. _Kreidebring_ neben _Kreidebrink_. _Lehmbring_. _Piepenbring_.

Ableitung auf _-er_ (westf.):

_-brinker_: _Brinker_. _Berenbrinker_. _Steinbrinker_.

_-brenker_: _Brenker_ (auch = Brendeker Preuß 18). _Brembrenker_ (Bram, Bräme = Brombeerstrauch).

Alle diese Bildungen mit großenteils noch nicht verwischtem niederdeutschem Gepräge sind als FN. bes. häufig in Westfalen und den angrenzenden Landschaften (Lippe, Osnabrück), wo sie zu den die Namengebung beherrschenden gehören.

=-brink, -brinker= s. Brink.

=Brinkkötter= III. „Brinksitzer, Häusler auf dem Brink“, s. Brink und Köther.

=Brinkoch= III. 1530: Brinkkort = Kord am brinke (Preuß 30).

=Britt, Brix= s. Brid.

=Brock-, -brock= s. Bruch.

=Bröcker= s. Bruch.

=Brod-, Bröd= s. Brord.

=Bröhl= s. Brühl.

=Broicher, -broich, -broick= s. Bruch.

=Broichsitter= III. (niedenrhein.) „Bruchsitzer“.

=Brok-, -brok= s. Bruch.

=Bröker= s. Bruch.

=Brom-, Bröm-= s. Brun (V., zweist. K.).

=Brongers= s. Brun (V.).

=Bronn-, -bronn, -bronner= s. Brunn.

=Brons-, Bronzema= s. Brun.

=Broos= s. Ambrosius.

=BRORD= I. ahd. prort, brort, angels. brord „Schiffsvorderteil; Rand, Spitze (einer Waffe)“. Willibrord.

FN. Brothar: _Broder_ -- _Bröder_ (_Brödermann_). Gen. _Brors_. Patr. A. _Bröring_. Patr. Zss. _Brodersen_.

Einstämmige Kürzung Brord-.

(Brodo): _Brode_ -- _Prott_. Vklf. (l): _Brödel_ -- _Prottel_ -- _Pröhle_. (k): _Brodke_.

Zweistämmige Kürzung Brordb-.

Patr. A. _Propping_.

=Bröring, Brors= s. Brord.

=Bros-, Brös-= s. Ambrosius.

=Brot= III. zu den Speisen (S. 46) in mancherlei Zss.

FN. _Bierbrot_. von _Casembrod_ (holländ. „Käse und Brot“). _Eigenbrod_. _Gutbrod_. _Herrenbrod_. _Hirsebrod_. _Roggenbrod_ (Gernod ruckenbrot 1235). _Sommerbrod_. _Sparbrod_. _Truckenbrod_; _Druckenbrodt_. _Warmbrod_. _Weichbrodt_. _Weißbrod_.

Einige dieser FF. sind zweifelhaft, da möglicherweise altd. brord, brod -- oder auch eine Verderbung aus -beraht (brat) in ihnen steckt, wie offenbar in _Heimbrodt_ aus Haginbert, _Milbrod_ aus Mildebrath (s. Mild); auch wohl _Treubrodt_ altd. Truprat aus Drudperaht.

=Browers, Bröyers= s. Brauer.

=Bruch= III. ahd. bruoch, der allgemeinste und durch viele Mundarten verbreitete Ausdruck für „Sumpf“. Neben den gewöhnlichen FF. auf _-bruch_ findet sich in ON. niederdeutsches _-brook_, _-brock_ (bes. in Westfalen), niederrheinisches _-broich_.

FN. 1) _Bruch_. _Hucklenbruch_. _Nonnenbruch_. _Ottenbruch_. _Vahlbruch_. _Wildenbruch_.

2) _Brook_, _Brock_. _v. Buddenbrock_. _v. Diepenbrock_. _Ellerbrock_. _Papenbrock_. _Rosenbrock_. _Schmalbrock_. _Stuckenbrock_. _Uhlenbrock_.

3) _Broich_. _Hucklenbroich_. _Kleinherzbroich_.

4) _v. Kerßenbroick_.

Großenteils sind die Benennungen dieser Art, ebenso wie die auf -brink, nicht Namen für Ortschaften, sondern sie bezeichneten, als sie auf die Personen übertragen wurden, wirklich noch ein Bruch (Moor). So die nachfolgenden, die wenigstens in Rudolphs Lex. sich nicht finden.

_Vom Bruch_. _Erlbruch_; _Elsenbruch_. _Gosebruch_. _Haselbruch_. _Mühlenbruch_.

_Vom Brocke_. _Zum Brook_. _Edelbrock_. _Griesenbrock_. _Kerkenbrock_. _Kordenbrock_. _Möhlenbrock_. _Nottebrock_. _Piepenbrock_. _Wiesbrock_.

_Auf dem Brauke_. _Vom Brauck_. _Osterbrauk_. _Uhlenbrauk_.

_Möhlenbruck_.

Zss. mit -Mann:

_Bruchmann_ -- _Brockmann_, _Brokmann_, _Brookmann_ -- _Braukmann_.

Zss. mit -Müller:

_Brockmüller_. _Braukmüller_.

Ableitung auf _-er_ (westf.):

_Brücher_ -- _Broicher_ -- _Bröker_, _Bröcker_, urspr. Hans im Broke (Preuß S. 3) -- _Breucker_. _Hüttebräucker_.

Alle diese niederd. Bildungen mit k sind vorzugsweis häufig in Westfalen und gehören zu den dort die Namengebung beherrschenden.

=Brücher= s. Bruch.

=-bruck= s. 1) Bruch 2) Brück.

=Brück= III. ahd. prucca, mhd. brucke, brücke, brügge. An der Spitze der davon abgeleiteten ON. steht Brügge in Flandern (schon im 7. Jh. Brugae); jetzt außerordentlich viele N. auf _-brück_, _-bruck_, _-brücken_ (Dat.-Plur.), _-brügge_, _-brugg_, _-bruggen_.

FN. 1) _-bruck_: _von Wydenbrugk_ (O. -brugge).

2) _Brück_. _Delbrück_. _Steinbrück_. _Wiedenbrück_. _Zweibrück_ (O. -brücken).

3) _-brügge_: _Brügge_. _Delbrügge_. _Esselbrügge_ (Westf.). _Steenebrügge_.

4) _-brücken_: _v. Zweibrücken_.

5) _-brüggen_: _Osenbrüggen_.

Ableitung auf _-er_ (oberd. und westf.):

1) _-brucker_: _Brucker_ (Baden). _Prucker_ (bayr.). _Haarbrucker_ (Salzb.). _Tiefenbrucker_.

2) _-brücker_: _Brücker_. _Haarbrücker_.

3) _-brugger_: _Brugger_ (Baden). _Prugger_ (österr.).

4) _-brügger_: _Erdbrügger_. _Ibrügger_ (Westf.).

_Bruckhei_ III. „Brückenaufseher“ (s. Hei). Auch _Bruggey_.

=Brückmann= III. „Brückenmann“ d. i. Brückenaufseher; doch nach Ähnlichkeit von Brinkmann, Brockmann u. a. nur den Wohnort bezeichnend: einer der auf oder bei einer Brücke wohnt. _Brüggemann_ = tor Brügge (Strackerjan). Heinrich von der Brücke 17. Jh.

FN. _Brückmann_ -- _Brüggemann_; _Brügmann_.

=Brückner= III. schwerlich ein Brückenaufseher (Reichel), eher ein „Brückenbauer“ (s. Öffner, Büttner u. a.), am einfachsten, da der ON. Brücken wiederholt vorkommt, „einer aus Brücken“, wie _Bruckner_ „einer aus Brucken“. _Prückner_; _Pruckner_ (beide bayr. österr.).

=Bruckschlägl= III. (öst.) „Brückenschläger“. Vgl. Burcard de Bliensowe dict. Bruggenschlegel 1265.

=Brüel= s. Brühl.

=-brügge, -brüggen, -brugger, -brügger= s. Brück.

=Brüggemeyer= III. 1380: Henne up der Brucken (Preuß 32).

=Bruggey= s. Bruckhei.

=Brühl= III. ahd. pruohil, Vklf. von bruoh „Bruch, Sumpf“, mhd. brüel (mittellat. brogilus, ital. broglio, franz. breuil), „bewässerter, mit Gras und Gebüsch bewachsener Platz, buschige Wiese.“ Jetzt in ON. _Brühl_, _-brühl_, _Brüel_ -- _Prühl_ -- _-bröhl_ -- _Briel_, _-briel_.

FN. 1) _Brühl_. _Waldbrühl_. -- _Brühlmann_. -- 2) _Brüel_. -- 3) _Bröhl_. -- 4) _Briehl_, _Briel_. -- 5) _Brügel_; _Brügl_.

=Bruhn-, Bruins= s. Brun (einst. K.).

=Brum-, Brüm-= s. Brun (V., zweist. K.).

=BRUN= I. got. brunjô, ahd. brunja, prunja, mhd. brünne „Brustharnisch“. Daß daneben brûn „funkelnd dunkelfarbig, braun“ hineinspielt, ist nicht zweifelhaft.

FN. Brunger: _Brunger_ -- _Brünger_ -- _Braunger_ -- _Bräuniger_. Gen. _Brungers_ -- _Brongers_.

(Brungard): _Braungardt_.

Brunhard: _Brunnert_ -- _Braunhardt_; _Braunert_.

Brunheri: _Brunner_ -- _Braunher_; _Brauner_ -- _Bräuner_.

(Brunmar): _Brummer_ -- _Prummer_ (bayr.) -- _Brümmer_ -- _Brommer_.

Brunold: _Brunold_ -- _Braunewald_; _Braunwald_. Gen. _Braunholz_.

Brunwart: _Braunwarth_.

(Brunwig): _Brunweg_ -- _Brunwey_.

Einstämmige Kürzung Brun-.

Bruno: _Bruno_; _Brune_; _Bruhn_ (_Lütjebrune_ Lippe) -- _Brünne_ -- _Braune_; _Braun_ -- _Praun_. Gen _Bruhns_; _Brunen_ -- _Pruns_ -- _Brauns_ -- _Brons_ -- _Bruins_ (ui = ü ostfries.) -- _Bronsema_ (ostfries.). Patr. A. _Brüning_ -- _Breuning_ -- _Bruninga_ (ostfries.). Patr. Zss. _Brunssen_ -- _Bruhnsen_.

Vklf. (l): _Breunle_. (l+n): _Breunlein_, _Bräunlein_. (k): _Brunko_ -- _Bruhnke_ -- _Brünicke_ -- _Brönneke_ -- _Bräunig_. Gen. _Brunken_ -- _Brünjes_ (fries.). (z): _Brauneis_.

Zweistämmige Kürzung Brunm-.

(Brummo): _Brumme_ -- _Brume_ -- _Bromme_ -- _Brömme_.

Vklf. (l): _Brömmel_; _Prömmel_ -- _Brömel_. (z): _Bromeis_.

=Brun-, Brün-= s. Brun (V., einst. K.).

=Brunabend= III. s. Braunabend.

=Brunn= III. got. brunna, ahd. prunno, mhd. brunne (niederd. born) „Quelle“, im Nhd. durch eben dieses Wort zurückgedrängt, so daß es nur noch eine künstlich angelegte und eingefaßte Quelle bezeichnet. In ON. schon seit dem 7. Jh. häufig nachweisbar (Baldobrunno) -- bei neueren N. in drei Formen: _-brunn_, _-bronn_, _-born_.

„By deme Borne“ 1383 Gött UB. I., 1316 lat. „apud fontem“.

FN. 1) _Brunn_ (vgl. franz. Lafontaine). _Kaltenbrunn_. _Saltzbrunn_. _Steinbrunn_. -- _v. Schönprunn_ (bayr.).

2) _Bronn_. _Heilbronn_. _Neubronn_.

3) _von dem Borne_ (Roloff van deme Borne Klemp.). _Born_. _Erlenborn_. _Eschborn_. _Schönborn_. _Sonneborn_. (O. Sonnborn). _Tettenborn_. _Weißenborn_.

Ableitung auf _-er_ (oberd.):

1) _Brunner_; _Prunner_ (bayr.). _Diestlbrunner_. _Kaltenbrunner_. _Schönbrunner_.

2) _Bronner_. _Diefenbronner_. _Neubronner_.

=Brünne= s. Brun (einst. K.)

=Brunner, Bronner= a) I. s. Brun b) III. s. Brunn.

=Brüwer= s. Brauer.

=Bscherer= III. (bayr.) „Barbier“. Auch _Pscherer_.

=Bschlagengaul= III. wohl imperat. = „Hufschmied“.

=Buccardt= s. Burg (V.).

=Buch= III. kollektiv für „Buchwald“, mhd. daz buoch.

FN. _Buch_. _Willenbuch_.

Ableitung auf _-er_ (oberd.):

1) _-bucher_: _Hagenbucher_. _Heimbucher_ (salzb.). _Langenbucher_. _Oberbucher_.

2) _-bücher_: _Klotzbücher_ (württ.). _Rothenbücher_ (württ). _Willenbücher_.

=Buchardt= s. Burg.

=Buche= III. ahd. puocha, mhd. „Buche“ -- in Zss. wie _Buchmeyer_, südd. _Puchmayr_. Niederd. _Bokemeyer_.

=-büchel= s. Bühl.

=Bucher= III. a) schon got bôkareis, ahd. puochâri, mhd. buochaere „Bücherabschreiber, Schreiber“ b) einer aus Buch.

FN. _Bucher_; _Pucher_ (doch auch zu Buch III).

=-bucher, -bücher= s. Buch.

=Buchfeller= III. mhd. buochveller von buochvel „Pergament“, „der die Felle zu Büchern, das Pergament, bereitet“.

=Buchfinck= III. deutscher Vogel-N.

=Buchholtz= III. von dem sehr häufigen ON. Buchholz. Auch _Bucholtz_.

=-büchler= s. Bühel.

=Buchner= III. „einer aus Buchen“ (O. 40 mal Rud.); auch _Büchner_ -- (südd.) _Puchner_. Zss. _Hagenbuchner_.

=Buchsbaum= III. mittelalterlicher Schmeichelname (Grimm, Kleine Schr. II, 400). _Puxbaum_ (Wien). Niederd. _Busboom_.

=Buck, Bück-= s. Burg (einst. K.).

=Bud-, Büd-= s. Bod (V., einst. K.).

=Büddenklepper= III. niederd. „Büttenklopfer“ Spottname für Bötticher.

=Büdenbänder= III. niederd. „Büttenbinder“ s. Binder.

=Buff= s. Bod (zweist. K.).

=Bügel-, -bügel= s. Bühel.

=Bugg-= s. Burg I. (V., einst. K.).

=Bühel= III. ahd. puhil, buhil, mhd. bühel „Hügel“ („Gansbühel“ Stadtgegend in München) -- nhd. in den mannigfachsten FF. ON. bildend: _Bühl_, _Biehl_, _Büchel_, _Bichl_, _Pichl_, _Bügel_, _Buckel_, _Beul_ u. a.

FN. 1) _Bühl_. _Guggenbühl_. _Münzbühl._

2) _Biehl_, _Biel_ (doch s. auch Bil I.). _Windbiel_ (Baden).

3) _Rafflenbeul_.

4) _Büchel_, _Büchl_ (bayr.). _Steinbüchel_.

5) _Bichl_ (bayr.).

6) _Klingsbügel_. _Krumbügel_ (in Köln eine Straße „Krummenbüchel“).

7) _Krumbiegel_. _Nußbiegel_ (vgl. O. Nußbühl).

8) zuweilen noch mit p (nach s): _Dinkelspiel_ (ON. Dinkelsbühl). _Walterspiel_ (Baden).

Ableitung auf _-er_ (oberd.):

1) _-bühler_: _Bühler_ (Hans von Bühel, auch „der Büheler“ Elsaß 15. Jh.). _Steinbühler_. _Ungerbühler_ (salzb.). _Varnbühler_ (= Farn-). _Weißenbühler_. _Pühler_ (bayr.).

2) _-biehler_: _Biehler_.

3) _-büchler_: _Bücheler_; _Büchler_. _Bürekbüchler_. _Steinbüchler_. _Püchler_.

4) _-bichler_ (bes. bayrisch): _Bichler_. _Aichbichler_. _Emetsbichler_. _Friedbichler_. _Fuchsbichler_. _Guggenbichler_ (salzb.). _Hirschbichler_. _Lochbichler_. _Moosbichler_. _Steinbichler_.

5) _-pichler_: _Pichler_. _Laupichler_. _Oberpichler_. _Raschpichler_ (salzb. -- sämtlich noch jetzt in Ostpreußen).

6) _-biegler_: _Eisenbiegler_. _Oberbiegler_.

7) _-(s)pieler_: _Radspieler_. _Singlspieler_.

8) _Biller_. _Millbiller_ nach Steub S. 141 = Mühlbühler. _Ganzbiller_ (Wien, vgl. O. Gansbühl).

9) _-spiller_: _Hackspiller_.

=Buhr= s. Bauer.

=Bull-= s. Bald (V., einst. K.).

=Bülte= III. „Hügelchen im Sumpfe“.

_Bültemeier_ (1507: Johann upper Bulten).

_Bultmann_ (Bremerhafen).

=v. Bülzingslöwen= III. Stammort Bülzingsleben in Thüringen (s. -leben) -- im Wappen fälschlich ein Löwe. (Adelslex.)

=Bumann= s. Baumann.

=Bünd= III. ahd. piunt (zu „bauen“), seit dem 8. Jh. in ON. Jetzt in den FF. _-bünd_, _-boind_, _-peunt_ (-point), _-paint_ (Adelpaint). Conrat in der Pewnt 1376. Grasbiunder 1319 Augsb.

FN. Ableitung auf _-er_ (oberd., bes. bayr. österr.):

1) _-pointner_: _Pointner_. _Hirschpointner_. _Kreuzpointner_. _Mühlpointner_.

2) _-paintner_: _Paintner_. _Haarpaintner_. _Lindpaintner_. -- _Baintner_.

=Bunge= III. „Trommel“. Zss. _Bungenstab_.

=Bungener= III. altniederd. bungener „Trommler“, von bunge = Trommel, bungen = trommeln.

FN. _Bungener_ -- _Büngener_; _Büngeler_. Mit der starken Bildung: _Bunger_ -- _Bünger_.

=Burch-, Burck-= s. Burg I. (V., einst. K.).

=BURG= I. got. baúrgs, ahd. purc, mhd. burc „Burg“ (ital. borgo, span. burgo -- Stadt Burgos in Altkastilien). Von „bergen“.

FN. Burghard: _Burghardt_; _Burgard_ -- _Burgerth_ -- _Burckhard_; _Burkert_ -- _Purkhart_; _Purkart_ -- _Burchardt_ -- _Buccardt_ -- _Buggert_ -- _Bürkert_ -- _Pürkerth_ (bayr.) -- _Borghard_; _Borgert_ -- _Borchardt_; _Borchert_ -- _Bockhard_ -- _Bochert_. Gen. _Burghartz_; _Burgartz_ -- _Borcherts_ -- latinis. _Burchardi_. Patr. A. _Borcherding_ -- _Borkerding_.

Burghar: _Burger_. Gen. _Borchers_ -- _Börchers_.

Burgman: _Burgmann_ -- _Borchmann_ -- _Bormann_.

Burgmar: _Burgmer_.

Burgoald: _Burgold_ -- _Purgold_ -- _Burghold_ -- _Borgwaldt_. Gen. _Burgholtz_.

Burcward: _Burgwardt_ -- _Borgwardt_.

Einstämmige Kürzung Burg-.

Burgio, Bucco: _Bürge_ -- _Burck_ -- _Bugge_ -- _Buck_ -- _Borge_ -- _Borck_ -- _Bock_. Gen. _Burgs_. Patr. A. _Bücking_ -- _Böcking_.

Vklf. (i): _Burki_ -- _Bürgi_ (schweiz.). (i + n) _Bürgin_. (l): _Bürgel_; _Bürgle_ -- _Bürkle_ -- _Bückel_ -- _Böckel_. (l + n): _Bürklin_ -- _Bürcklein_ -- _Bücklein_. (z): _Burtz_ -- _Borz_. (z + l): _Bürzel_ -- _Pörzel_.

Auslautend in 179 Namen (Först.), die sämtlich weiblich sind.

=Burg-= s. Burg I. (V.).

=Bürg=- s. Burg I. (einst. K.).

=Burg= III. got. baúrgs, ahd. purc, burg, mhd. burc befestiger, bergender Ort, „Burg, Stadt“. Schon im 1. Jh. Teutoburgium und Asciburgium; einfaches _Burg_ erst aus dem 8. Jh. nachweislich und in derselben F. in tausend heutigen N. Niederd. _-borg_ (so immer bei Klempin, z. B. Brandenborgh).

FN. _Dillenburg_. _Brandenburg_. _Eulenburg_. _Mecklenburg_. _v. d. Malsburg_.

Das ahd. p noch in: _Marpurg_. _Regenspurg_. Niederd. _v. d. Borg_. _Drieborg_ (O. Driburg). _Humborg_ (O. -burg). _Osborg_ (O. -burg). _Tecklenborg_ (O. -burg). _Wieborg_. _Winzenborg_ (O. -burg) -- bes. in dem nordwestlichen Deutschland, während es in den ON. fast durchweg in -burg verhochdeutscht zu sein scheint.

Ableitung auf _-er_ (oberd.):

1) _-burger_: _Brandenburger_. _Dillenburger_. _Luxemburger_. _Naumburger_. -- _Regenspurger_.

2) _-bürger_: _Heimbürger_. _Lünebürger_. _Oldenbürger_. _Würzbürger_.

=Burger= s. a) Burg (V.) b) Bürger.

=Bürger= III. ahd. purgâri, mhd. burgaere, später burger „Bewohner einer Burg“, sodann „Bewohner einer (befestigten) Stadt“, im Gegensatz zu dem Landbewohner.

FN. _Bürger_ -- _Burger_ (in Wien häufiger als Bürger). Gen. _Bürgers_. Niederd. _Börger_. Gen. _Borgers_.

=-bürger= s. Burg III.

=Bürgermeister= III. mhd. burgermeister „Voreteher einer Stadtgemeinde, Bürgerschaft“; auch übertragen auf den Vorsteher einer Dorfgemeinde (in Schwaben und am Rhein). -- Im Schwabenspiegel burcmeister, daher „Burgemeister“ (wie noch bei Goethe); neuniederländ. burgemeester.

FN. _Bürgermeister_ -- _Burgemeister_.

=Burggraf= III. mhd. burcgrâve „Burggraf, Stadtrichter“. („Er was lantgrâve überz lant., burcgrâve in der stat genant“ Rudolf v. Ems, Guter Gerhard V. 1452).

=Burgmann= a) I. s. Burg b) III. mhd. burcman „auf der Burg wohnender Vasall des Burgherrn“.

=Burgstall= III. angels. burhstal, noch jetzt in Österreich gebräuchlich, sinnverwandt mit „Burg“. Im südöstlichen Deutschland sind Orte namens Burgstall sehr häufig; im nordwestlichen dagegen treten zwei abgeschliffene FF. zahlreich auf: _Borstel_, _-borstel_, und _Bostel_, _-bostel_.

FN. 1) _v. Hammer-Purgstall_.

2) _v. Borstell_.

3) _Bestenbostel_. _Döhnbostel_. _Hornbostel_ (O. in der Landdrostei Lüneburg). _Ohlenbostel_. _Rodenbostel_. -- Auch _Bostelmann_ (hannöv.).

Ableitung auf _-er_ (oberd.): _Purgstaller_ (österreichisch).

=Burk-, Bürk-= s. Burg I. (V., einst. K.).

=Burmeister, -mester= s. Bauermeister.

=Burtz, Bürzel= s. Burg I. (einst. K.).

=Busboom= III. niederd. „Buchsbaum“, aus lat. buxus, s. Busenbaum.

=Busch= III. ahd. busc, mhd. busch, pusch das gewöhnlichste deutsche Wort für „niedriges Gehölz, Buschwerk“. Niederländ. _Bosch_. In manchen der folg. Namen gewiß appellativ, wie -brink, -bruch u. a.

FN. 1) _von dem Bussche_. _Busch_. _Pusch_. -- _Buschmann_. _Puschmann_. _Berkenbusch_. _Dornbusch_. _Dohrenbusch_. _Ellerbusch_. _Evertsbusch_. _Finsterbusch_. _Gadebusch_. _Hasselbusch_. _Holderbusch_. _Kattenbusch_. (Katzen-). _Kieckebusch_; _Kyckbusch_ (O. in Brandenburg). _Knappertsbusch_ (O. Knapperzbusch). _Nätebusch_ (Nuß-). _Schlebusch_. _Vahlbusch_. _Wiedebusch_ (Weiden-).

2) _von der Bosch_. _Achternbosch_. -- _Boschmanns_ (niederrhein.).

Ableitung auf -_er_ (oberd. -- aber auch westf. von Flurnamen):

1) _Buscher_ (Münch.).

2) _-büscher_: _Büscher_. _Königsbüscher_. _Telgenbüscher_; _Tellbüscher_.

=Busenbaum= III. nach Vilmar „Stammbaum“, was aber nicht belegbar. Besser mit Andresen = „Buchsbaum“ (s. d.). Dafür sprechen auch die Nebenff. _Busebaum_ und (niederd.) _Busboom_.

=Buss-= s. Bod (einst. K.).

=Bußin= III. N. eines dem Verf. persönlich bekannten Proselyten, abgeleitet von „Buße“ mit Anklang an die ON. auf -in.

=Büteführ= s. Böteführ.

=Butendieck= III. niederd. „der am Außendeich“. Halbniederd. _Butendeich_.

=Butenop= III. niederd. „außenauf“ (Finkenwerder).

=Butenschön= III. niederd. „(nur) außen schön“.

=Büttel= III. in ON. zu altsächs. bodl, angels. botl „Haus“ (9. Jh.: Dallangibudli).

FN. _Edelbüttel_, auch _Eddelbüttel_. _Oldenbüttel_. _Sießenbüttel_.

=Butterbrod= III. vgl. Kese-unde-brot um 1530 (Lübben), altniederd. Wekebrôd.

=Butterfaß= III. deutlicher Gerät-N.