Deutsch-Ostafrika: Geographie und Geschichte der Colonie
Part 7
1. _Paradiesfeige_ (~Musa paradisiaca~; ~Plantains~ [engl.]; „~Ndisi~”). 4-10 m hoch. Wächst in Gruppen von 10-12 Stämmen. Ein staudenartiger Baum. Den Stamm krönen 3-4 m lange und 60 cm breite Blätter. Eine Fruchttraube, bis zu 75 kg schwer, besteht aus 20-120 gurkenähnlichen 20-30 cm langen Früchten, die unreif von dunkelgrasgrüner, auch von goldgelber Farbe sind. Sie enthalten vierzigmal mehr Nahrungsstoff als die Kartoffel. Reif können sie roh als feines Birnenobst (aber wahrscheinlich fieberanregend) genossen werden; gesünder ist es, sie reif oder unreif entweder zu kochen oder zu braten. Man röstet sie in glühender Asche; man bratet sie in Butter oder kocht sie wie Kartoffel zu Mus; man dämpft sie mit Mehl und Eiern dick ein und erhält dann ein haltbares, exportfähiges Nahrungsmittel.
2. _Pisang_ (~Musa sapientium~). Gestreifter oder gefleckter Schaft, mit kürzeren, aber süßeren Früchten.
3. _Die wilde Banane_ (~Musa Ensete~); mit goldgelben und rothen, aber ungenießbaren Früchten.
_Kalebassenbaum_, Kürbisbaum (~Crescentia~; „~Bugu~”). 6-9 m hoch. Lanzettartige Blätter. Die flaschenförmige Frucht von 30 cm Durchmesser wächst in Büscheln, hat eine grüne, holzige Rinde und schwammiges, süßsäuerliches Fleisch. Die Fruchtschale verwenden die Eingeborenen zu Trinkgeschirren.
_Mangobaum_ (~Mangifera indica~). 12 m hoch. Der Stamm 4½ m im Umfang. Längliche, lederartige, immergrüne Blätter. Die orangegelben, gänseeigroßen Früchte (Pflaumen) sind vortreffliches Obst; die darin enthaltenen haselnußgroßen Samenkerne schmecken wie bittere Mandeln. Die Rinde des Baumes dient zum Gerben.
_Melonenbaum_ (~Carica Papaya~). Der Stamm sendet wenige Zweige in der Höhe aus; astlos bis zu 6 m. Handförmige Blätter. Die Früchte besitzen ein wohlschmeckendes, zuckerreiches Fleisch mit milchigem Saft. Sie werden entweder roh mit Zucker oder Salz gegessen, oder unreif zu Gemüse verkocht.
Gesträuche und strauchartige Bäume.
_Agaven_ (~Agave~). Stammlos, bis zu 12½ m hoher Blütenschaft; fleischige, dornige Blätter, rosettenförmig gestellt. Glockenförmige, duftende Blüten.
_Aloën_ (~Aloë spicata~). Bis zu 9 m hoch. Entweder stammlose oder palmenähnliche verholzte Gewächse. Dicke, fleischige Blätter, am Rande mit scharfen Dornen besetzt. Traubenförmige, schön gefärbte Blüten.
_Baumwollstaude_ (~Gossypium punctatum~ und ~arboreum~; „~Msufi~” oder „~Mesofi~”). 2-3 m hoch. Besteht aus 4-5 grünrindigen Stämmen, mit je 1 m im Umfang, die aus einer Wurzel entspringen. Die spitzig zulaufenden dornigen Zweige stehen steif vom Stamme ab. Dürftige Blätter. Die Frucht ist eine 3-5fächerige Kapsel, welche bei der Reife in 3-5 Klappen aufspringt, wobei die langen weißen Haare -- die Baumwolle -- elastisch hervorquellen. Sie bedarf kalkreichen Bodens.
_Erica._ Kommt als niedriges Gebüsch vor, erreicht als Gesträuch eine Höhe bis zu 6 m. Die Blätter sind schmal und geschuppt.
_Euphorbie_, Wolfsmilchbaum (~Eupborbia~). Kandelaber-Euphorbie (E. canariensis). 5 m hoch. Säulenförmige, fleischige, blattlose, mit Dornen besetzte Stämme. Der Saft dient als Brech- und Purgirmittel.
_Farrn_ (~Filices~, ~Alsophila armata~); als Farrnkraut und Farrnbaum bis zu 6 und 9 m Höhe. Säulenförmige astlose Stämme mit Rosetten von Wedeln als Wipfel.
_Hanf_ (~Cannabis indica~; „~Bang~” [arabisch]). 3 m hoch. Die Blätter werden wie Taback zubereitet und geraucht.
_Opuntien._ Sträucher von blattlosen, dicken, fleischigen Stämmen von runder oder eckiger Gestalt, mit Astbildung und geringer Holzentwickelung. Der Blätteransatz ist nur angedeutet durch warzenförmige, mit kleinen Dornen bespickte Höcker.
_Ricinusölpflanze_ (~Ricinus communis~; „~Mbono~”). Erreicht die Höhe von 12 m. Große handförmige Blätter. Das im Innern enthaltene Oel wird von den Eingeborenen als Salbe benutzt.
_Stechapfel_ (~Datura stramonium~; „~Muranha~”). Narkotischer Strauch mit großen weißlichen Blüten und einer stacheligen, eiförmigen Kapsel (Stechapfel), welche scharfbitter schmeckenden, giftigen, atropinhaltigen Samen umschließt. Blätter, Blüten und Wurzelfasern werden in getrocknetem Zustand geraucht als Mittel gegen Asthma und Husten. Gedeiht nur auf nassen Wiesen.
Schlinggewächse.
„_Kamboa_”-Liane. Enthält süßes, wohlschmeckendes und reichliches Wasser. Kommt in Udoë vor.
_Kautschuk-Liane_ (~Landolphia florida~). Immergrünes Laub. Weiße Blüten mit betäubendem Duft. Orangenähnliche Früchte. Die Liane wird in manchen Gegenden schenkeldick; angeschnitten fließt ein milchiger Saft heraus: er trocknet in freier Luft sofort und kommt als Kautschuk in den Handel.
_Sassaparilla_, Stechwinde (~Smilax~). Immergrüne kletternde Halbsträucher mit stark verzweigten, kantigen, stacheligen Stengeln und Luftwurzeln. Die Blätter dornig, zackig, lederartige Trauben, ständige wohlriechende Blüten. Rothe kugelförmige Früchte. Die Wurzeln Arzneimittel gegen syphilitische Krankheiten.
Getreide und Gemüse.
_Bataten_, süße Kartoffeln (~Convolvulus Batatas~). Sträucher von 1½-2 m Höhe. Langgestielte Blätter. Die walzenförmigen Wurzelknollen enthalten den Nährstoff; sie sind 1-6 kg schwer, mehlig; außen purpurroth, innen weiß. Vortreffliches, leicht verdauliches Nahrungsmittel. Man genießt sie entweder gekocht oder in Butter geröstet oder gebacken als Brot.
_Durra_, Negerhirse, Kaffernkorn (~Holcus sorghicus~; „~Mtama~”). 2-3 m hoch. Hauptnahrungsmittel. Aus dem schmackhaften Mehl wird hauptsächlich eine breiartige Suppe hergestellt. Außerdem dient Durra zur Herstellung eines bierähnlichen berauschenden Getränkes (~Pombe~).
_Erdnüsse_ (~Arachis hypogaea~). Bis zu 60 cm hohes Kraut. Fiederblätter, mit gelben Schmetterlingsblüten. Samenkerne befinden sich in einer eiförmigen Hülse unter der Erde; über Feuer geröstet dienen sie als Nahrungsmittel, mit mandelartigem Geschmack. Zerstoßen und aufgekocht gewinnt man das auf dem Wasser schwimmende farblose Oel. Die Kerne enthalten an 50% Oel.
_Sesam_ (~Sesamum orientale~). Ein krautartiges Gewächs. Ovale, drüsig behaarte Blätter. Weiße und rosarothe glockenförmige Blüten. Der Samen enthält an 70% eines goldgelben, angenehm schmeckenden Oels, das nicht leicht ranzig wird. Man verwendet es vielfach zur Zubereitung der Speisen.
_Maniok_, Kassave (~Manihot utilissima~). Knollenstaude von außerordentlich raschem Wachsthum. Vorzügliche Nährpflanze. Die Wurzelknollen sind der genießbare Theil; sie werden geschält, in Stücke geschnitten und in Wasser ausgelaugt; dann in der Sonne getrocknet bekommen sie eine schneeweiße Farbe. Man kocht oder röstet sie; oder man zerstößt sie in Mörsern zu Mehl und bereitet aus diesem Brei oder Brot.
_Yams_ (~Dioscorea~). Kräuter oder Sträucher mit sich windenden Stengeln. Trauben- und ährenförmige, unansehnliche Blüten. Die dicken, fleischigen Wurzelknollen sind genießbar.
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Der Reichthum an jagdbaren wilden _Thieren_ ist in den nördlichen Gebieten, wie besonders in der Nähe des Kilimandscharo sehr bedeutend, dagegen südlich vom Kingani äußerst dürftig.
Der Elefant ist nahezu ganz verschwunden, er hat sich nach den Hochebenen im Osten und Nordosten zurückgezogen; auch das Nashorn trifft man in größerer Zahl nur am obern Pangani an. Der Löwe scheint seine Heimatstätte am Jipe-See und nördlich von Usagara zu haben; doch nicht selten dehnt er seine Streifzüge nach den Küsten von Bondei und Useguha aus. Leoparden und Hyänen finden sich überall. Ungemein zahlreich sind in den nördlichen und mittlern Savannengegenden die Heerden von Büffeln, Antilopen und Zebras; auch die Giraffe zeigt sich gelegentlich in Rudeln in den den Masai benachbarten Gegenden.
Die Wälder sind stumm; man hört keinen Vogelgesang, kein Vogelgezwitscher, selbst das Volk der Affen belebt sie nicht überall. Dagegen wimmeln Sümpfe und Flüsse von Flußpferden und Krokodilen und die Ufergelände von Wasservögeln.
Von kleinerm Gethier, das den Reisenden und Colonisten in peinlichster Weise belästigt, seien die Ameise und die Tsetsefliege erwähnt. Millionen von Ameisen verschiedener Gattung zerstören auf ihren Wanderzügen nicht nur die Erntevorräthe, sondern sie vertreiben auch den gegen sie wehrlosen Menschen aus seiner Behausung. Wo die Tsetsefliege heimisch ist, da kann keine Rindviehzucht aufkommen; ihr Stich verwundet tödlich. Sie macht auch die Verwendung von Zugvieh zur Unmöglichkeit.
An Hausthieren werden überall gehalten: Hühner, Ziegen und Schafe. Von der Gewinnung von Schafwolle hört man nirgends. In einzelnen Gegenden, wie in Usambara, im Kilimandscharo-Gebiet, im nördlichen Usagara, wird Rindviehzucht in größerm Maßstab betrieben. Futtergras ist im Verhältniß zu den ausgedehnten Flächen wenig vorhanden, und oftmals tritt da, wo es reichlich existirt, die verderbenbringende Tsetsefliege auf.
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Die _Colonisationsfähigkeit_ Deutsch-Ostafrikas kann nicht in Frage gestellt werden: Bodenverhältnisse, Klima, die Culturen der Eingeborenen, die Pflanzungen der Araber, die bereits angestellten deutschen Plantagenversuche enthalten die Bedingungen und die Möglichkeit gesteigerter Fruchtbarkeit. Aber zwei Factoren von schwerem Gewicht beeinträchtigen eine zu günstige Beurtheilung und zu vertrauensvolle Zuversicht: die Beschränkung colonialwirthschaftlicher Unternehmungen in Bezug auf den Raum und die Unsicherheit in Bezug auf rentable Erzeugung werthvoller tropischer Producte.
Sehen wir ab von dem gewiß nicht unbedeutenden Nutzen, den der deutsche Handel aus dem Export und Import später unter geordneten Verhältnissen gewinnen wird, und betrachten wir das ganze Gebiet als Arbeitsfeld des Ackerbauers, so müssen wir uns nach Ländereien umsehen, die mit Rücksicht auf _reiche Ertragsfähigkeit_ zur Anlegung von Plantagen sich eignen. Solche Ländereien sind in der beigegebenen Karte mit grüner Farbe bezeichnet. Im Vergleich zur Ausdehnung der ganzen Colonie über 5 Breite- und 2 Längegrade nehmen sie sich sehr vereinzelt und dürftig aus. Es wurde eben nur solches Land als besonders zur Cultur geeignet bezeichnet, dessen Fruchtbarkeit sich durch wirklich bestehenden Anbau bereits vollgültig erprobt hat. Um gerecht und günstiger zu urtheilen, muß man hierbei berücksichtigen, daß erstens aus Savannen- und Waldstrecken in künftigen Zeiten neues und reichliches Culturland gewonnen werden kann, und daß zweitens große Flächen noch unerforscht und unversucht vor uns liegen.
Die eingetragenen, also wirklich vorhandenen Culturflecke reduciren sich übrigens auf eine noch geringere Anzahl, wenn man ihre _sofortige_ Verwerthung, also auch ihre Lage und ihre bequeme Verbindung mit dem Seeverkehr in Betracht zieht. Bei der Unschiffbarkeit der Flüsse, bei dem Mangel von Straßen und billigen Transportmitteln wird man nur in der Nähe der Küste mit der Anlage von Plantagen beginnen können.
Um Rentabilität dem Plantagenbau zu sichern, darf die Production nicht nur von den Transportkosten nicht aufgezehrt werden, sondern sie muß auch das in Tropengegenden nothwendig große Anlagekapital lohnenswerth verzinsen, und das vermag sie nur bei werthvoller Qualität. Gewiß kann man schon mit Zuckerrohr-, Kokospalmen- und Reispflanzungen bei geringem Aufwand erhebliche Gewinne erzielen; ausschlaggebend aber ist die Beantwortung der Frage: vermag der Boden Deutsch-Ostafrikas Kaffee, Cacao, Baumwolle und Taback von solcher Güte und in solchen Massen hervorzubringen, um concurrenzfähig auf dem Weltmarkt zu erscheinen?
Eine stichhaltige Antwort darauf in bejahender Form möge die Zukunft geben; die bisherigen Versuche haben noch nicht genügt.
Usambara und Bondei.
Allgemeine Gestaltung.
Usambara besteht, geographisch genommen, aus dem Bergland, dem eigentlichen Uschamba der Eingeborenen, aus der Nyika- und Bondei-Ebene und der Küstenniederung zwischen den Flüssen Umba und Pangani.
Das Gebirge, mit einer durchschnittlichen Erhebung von 1400 m, ist von Granit und Gneis gebildet. Es dacht sich von Norden nach Osten und Süden ab, von den Höhen von Mlalo (1560 m) in breiter Linie nach den _Kombola-_ und _Handei-Bergen_ (1200 und 1350 m), und entsendet als Ausläufer die Höhenkette von _Magila_ (1050-624 m), den _Pambili_ und _Tongwe_ (600 und 715 m) in die sanft nach Osten geneigte, gewellte Ebene von Bondei, welche mit vom Wanga bis Pangani ansteigender Uferhöhe den Indischen Ocean begrenzt.
Die Gestalt der Berge ist größtentheils steile Kuppelform, eng aneinander gedrängt und zahlreiche tiefe Schluchten umschließend; im Westen, von Wuga bis Mbaramu, lagern sich kesselförmige Mulden zwischen die einzelnen Höhen; breite Thäler findet man allein an den Ufern des Luengera und des Sigi. In jähem Absturz fällt das Gebirge in das Thal des Mkomasi und in die Ebenen im Norden und Osten hinab, während es zum Pangani in sanfteren Böschungen sich senkt.
Die Hauptwasserscheide liegt an dem Nordostrand; hier fließt der Umba mit seinen Nebenflüssen und in entgegengesetzter Richtung der _Luengera_ mit dem _Kumba_.
Eine zweite Wasserscheide befindet sich in der südöstlichen Ecke, in den Bergen von Handei; es ist das Quellgebiet des _Sigi_.
Von den Vorbergen im Osten bei Magila entspringen der _Udofu_ und _Ukumbine_.
In nahezu parallelem Laufe scheiden der Umba im Norden und der Pangani im Süden das Gebirge von den anstoßenden Ebenen. Im Westen bewirkt die weitausgedehnte Thalsenkung des Mkomasi die Trennung von der Berglandschaft Pare.
Klima.
Unsere Kenntniß von den Witterungs- und Temperaturverhältnissen Usambaras beschränkt sich auf die lückenhaften Berichte einzelner Reisenden. Unser Wissen ist daher vorläufig noch Stückwerk.
Die große Regenzeit beginnt im Gebirge schon Mitte Februar und endet mit geringen Regenfällen im Laufe des Monats Mai. Die Trockenzeit wird durch vereinzelte Niederschläge im Juli und August unterbrochen. Die kleine Regenzeit setzt im November für kurze Zeit ein; der December ist trocken, im Januar gibt es häufig Gewitter. Der trockenste Monat dürfte der September sein.
In Bondei scheinen sich Regen- und Trockenzeit auf die gleichen Monate wie in Sansibar zu vertheilen.
Ueber die Temperaturverhältnisse besitzen wir durch die sorgfältigen Aufschreibungen Burton's und des Lieutenant Kurt Weiß einige werthvolle und positive Anhaltspunkte zur Beurtheilung der Wärmeschwankungen im Pangani- und Mkomasi-Thal und auf den Höhen von Wuga während der Monate Februar und Mai und Anfang Juli.
In der nebenstehenden Tabelle sind sie nach der Einheit des Orts und der Tageszeit zusammengestellt und ist das Monatsmittel der Temperatur von Sansibar um dieselbe Stunde zur Vergleichung vorangesetzt.
$Temperaturen in Usambara$
nach den Beobachtungen von Burton im Februar 1857 und von Lt. Kurt Weiß im Mai und Juli 1885.
++--------++------------++---------------------- || Höhe || || R.° || || ++------+-------+------- _Ort_ ||über dem|| Tageszeit || vom | vom |Anfang || Meer in|| ||4.-17.|11.-31.| Juli || m || ||Febr. | Mai | ---------------------++--------++------------++------+-------+------- Sansibar || -- || 6^~h~ Nm. || 22,2 | 20,7 |19,7 || || || | | { Stadt || || || | | { Pangani || -- || „ || 24,4 | -- | -- { Tschogwe || 88 || „ || 28 | 20 |16[3] { Tongwe || || || | | Pangani- | (Station)|| 263 || „ || 20,8 | 18,8 |15,2[4] Thal. { Westl. || || || | | | Tongwe[5]|| 368 || „ || 29,7 | 18,4 |16,8 { Kohode ||ca. 400 || „ || 28,4 | 19,2 | -- { Maurui || 436 || „ || 26,5 | 18,4 |16,8 || || || | | { Tarawande || ? || „ || 21 | 19,2 | -- { Wuga ||ca. 1350||6^~h~ N. u. || 18 | 13,6 | -- { || || 11^~h~ V. || | | Mkomasi- { bei Mombo || ? ||6^~h~ N. u. || 25,7 | 16,8 |16,8 Thal { || || 3^~h~ N. || | | { Masindi || 512 || 6^~h~ N. || -- | 18,4 |16,4 { Mkumbara || 493 || „ || -- | 18,4 | -- || || || | | Die Mitteltemperatur || || || | | in Usambara || -- || 6^~h~ N. || 25,5 | 18,7 | -- (unter Ausschluß || || || | | von Wuga). || || || | |
Aus diesen wenigen Zahlen lassen sich ein paar sichere Schlüsse ziehen:
Die Abnahme der Temperatur von Februar bis Juli, also der Wechsel zwischen einer heißen und kühlern Zeit, macht sich in Usambara um vieles bemerkbarer als in Sansibar.
Die Erhebung über dem Meere bis zu 500 m bringt im Juli einige, im Mai sehr geringe Minderung der Temperatur, im Februar sogar eine Steigerung. Auf den Höhen von 1300 und mehr Metern aber weht eine frischere Luft als in den Thälern und in Sansibar.
Ergänzende Auskunft gewährt die nächste Tabelle. Wenn sie auch nur einmaligen und auf kurzen Zeitraum beschränkten Beobachtungen entnommen ist, so bietet sie doch manche interessante Andeutungen über den wahrscheinlich herrschenden Temperaturcharakter.
$Temperatur- und Wetterbeobachtungen in Usambara$ von Lt. Weiß im Mai und Juli 1885.
Bemerkung: Morgens zwischen 6 und 8 Uhr, mittags zwischen 12 und 4 Uhr, abends zwischen 6 und 8 Uhr.
=========++=======++==========================++================== || || R.° || Ort || Monat |+--------+---------+-------+| Wetter || ||morgens | mittags | abends|| ---------++-------++--------+---------+-------++------------------ Tschogwe ||11. Mai|| 19,2 | 21,6 | 20 || Regen. „ ||12. „ || 19,4 | 21 | 20 || Trüb. „ ||13. „ || 17,2 | -- | -- || Regen. Kitiwu ||13. „ || -- | 23,4 | 21,6 || Schön, dann trüb. „ ||14. „ || 18,4 | -- | -- || Schön. Lewa ||14. „ || -- | 22,4 | 19,2 || Schön, dann trüb. „ ||15. „ || 19,2 | 25,6 | 18,8 || Trüb, dann schön. „ ||16. „ || 18,4 | -- | -- || Schön. Fungo ||16. „ || -- | 24,4 | 18,4 || Schön. „ ||17. „ || 16,8 | -- | -- || Schön. Sangarawe||17. „ || -- | 24 | 18,4 || Schön, dann trüb. „ ||18. „ || 16,4 | -- | -- || Trüb. Mgumi ||18. „ || -- | 22 | 19,2 || Trüb. „ ||19. „ || 17 | -- | -- || Trüb. Maurui ||19. „ || -- | 20 | 18,4 || Trüb. „ ||20. „ || 16,8 | -- | -- || Schön. Tarawande||20. „ || -- | 21,6 | 16,8 || Schön. „ ||21. „ || 13,6 | 24,8 | 19,2 || Schön. „ ||22. „ || 18 | -- | -- || Schön. Wuga ||23. „ || -- | 13,6 | -- || Schön. Tarawande||25. „ || -- | 16,8 | -- || Regen. Masindi ||29. „ || -- | -- | 17 || Regen. „ ||30. „ || 16,2 | 22 | 18,4 || Regen. „ ||31. „ || 17 | -- | -- || Trüb. Mkumbara ||31. „ || -- | 21,6 | 18,4 || Trüb, dann schön. Masindi ||2. Juli|| -- | -- | 16,4 || Trüb. „ ||3. „ || 15,6 | -- | -- || Trüb. Mombo ||3. „ || -- | -- | 16,8 || Trüb. „ ||4. „ || 15,2 | -- | -- || Regen. Maurui ||4. „ || -- | -- | 16,8 || Trüb. „ ||5. „ || 16 | -- | -- || Regen. Mgumi ||6. „ || 16,4 | -- | -- || Trüb. Sangarawe||6. „ || -- | -- | 16,8 || Trüb. „ ||7. „ || 16 | -- | -- || Trüb. Fungo ||7. „ || -- | -- | 15,2 || Trüb. „ ||8. „ || 14,8 | -- | -- || Trüb. Kitiwu ||8. „ || -- | -- | 16 || Schön. „ ||9. „ || 15,6 | -- | -- || Schön.
Folgende Behauptungen lassen sich darauf gründen:
Die Minderung der Hitze vom Februar bis Juli offenbart sich vornehmlich in den Morgenstunden:
Morgens Mitteltemperatur im Februar (nach Burton): 24° R. „ „ „ Mai (nach Weiß): 17,8° „ „ „ Juli (nach Weiß): 15,6°
Im Vergleich mit Sansibar steigert sich die Wärme in Usambara von Morgen bis Mittag im Mai fühlbarer; am Abend ist es in beiden Gegenden im Mai und Juli um nicht ganz 1° R. gleichmäßig wärmer.
Mai Juli /---------|----------\ /---------|----------\ morgens mittags abends morgens mittags abends Sansibar 19,5 21,2 20,7 18 20,3 19,7 Usambara 17,8 22 18,7 15,6 -- 16,2
Das Wetter verändert die Temperaturen kaum merklich.
morgens mittags abends In Usambara bei schönem Wetter im Mittel 17,4 23,3 18,3 „ „ „ trübem „ „ „ 17,7 21,1 19,4
Der bedeckte Himmel schwächt etwas die Mittagshitze; die sporadischen Regen kühlen die Luft nicht ab.
Bodenbeschaffenheit und Vegetation.
Die Beschaffenheit des _Bodens_ entspricht zum Theil den Bedingungen der Fruchtbarkeit. Der mit Feldspath durchsetzte Gneis verwittert auf den Gipfeln und Kämmen sehr leicht und überzieht sie in diesem ersten Stadium als poröse rothe Erde mit einer wenig fruchtbaren Decke. Abschwemmende Regen und zahlreiche Bäche zerreiben an den schroffen Abstürzen das grobkörnige Material und setzen es bei stufenweis zunehmender Fruchtbarkeit um in graurothe Erde an den Hängen, in Humus in den dichtgeschlossenen Wäldern und in schwarze Erde in den breitern Thalgründen. Wo die aufgelösten Thontheile zum Stillstand und zum Niederschlag als compacte, abflußlose Masse gezwungen werden, da bildet sich dunkelschlammiger Sumpf.
In großen Zügen betrachtet, zeichnen sich demnach durch Fruchtbarkeit aus die breiten Thäler und die sanfter geneigten Böschungen der Berge, in hohem Grade das unmittelbar dem Gebirge vorgelagerte Hügelland von Bondei und das hochgelegene, muldenförmige Plateau von Wuga. Unfruchtbar erscheinen alle Strecken, auf denen die verwitterte rothe Erde ungestört liegen bleibt, so auf den höchsten Kuppen und auf den weitausgedehnten Flächen der Umba-Ufer; endlich jene vereinzelten Streifen von Fluß- und Bachrändern, an denen die schwarze Erde zu moorigem Grunde sich verdichtet.
Die _Vegetation_ ist eine tropisch gewaltige. Zu mächtiger Höhe empor schießen in den geschlossenen Regenwäldern die Areca-, Fächer-, Dum- und Raphia-Palmen, die Kopal- und Teakbäume, Gummi-Akazien, Tamarinden, Bambusen und baumartige Farrn. Ein eigenthümliches Gepräge verleiht der in massenhaften Beständen auftretende Wollbaum. Gummilianen und andere Schlinggewächse von mehr als doppelter Armesstärke schwingen sich von Stamm zu Stamm, von Ast zu Ast. Der Waldgrund bleibt oftmals ganz frei von Gestrüpp. Leichte Savannenwälder von Palmen und Akazien stehen auf dem graurothen Boden der Thäler und auf dem langgestreckten Bergrücken des Nordrandes, westlich vom Luengera.