Category: Novels

Der Prozess: Roman

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Die Köchin der Frau Grubach, seiner Zimmervermieterin, die ihm jeden Tag gegen acht Uhr früh das Frühstück brachte, kam diesmal nicht. Das war noch niemals gesch...

Chapters

1. Part 1

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Die Köchin der Frau Grubach, seiner Zimmervermieterin, die ih...

2. Part 2

Er geriet in eine gewisse Aufregung, ging auf und ab, woran ihn niemand hinderte, schob seine Manschetten zurück, befühlte die Brust, strich sein Haar zurecht, kam an den drei H...

3. Part 3

Es war ½12 vorüber, als jemand im Treppenhaus zu hören war. K., der seinen Gedanken hingegeben im Vorzimmer so als wäre es sein eigenes Zimmer laut auf und ab ging, flüchtete hi...

4. Part 4

Im ersten Stockwerk begann die eigentliche Suche. Da er doch nicht nach der Untersuchungskommission fragen konnte, erfand er einen Tischler Lanz — der Name fiel ihm ein, weil de...

5. Part 5

K. wurde durch ein Kreischen vom Saalende unterbrochen, er beschattete die Augen, um hinsehen zu können, denn das trübe Tageslicht machte den Dunst weißlich und blendete. Es han...

6. Part 6

Nachdem er auf diese Weise die Bedenken gegen die Frau beseitigt hatte, wurde ihm das leise Zwiegespräch am Fenster zu lang, er klopfte mit den Knöcheln auf das Podium und dann...

7. Part 7

Aber sein stummes Dastehn mußte auffallend sein und wirklich sahen ihn das Mädchen und der Gerichtsdiener derartig an, als ob in der nächsten Minute irgendeine große Verwandlung...

8. Part 8

„Was wäre denn zu sagen?“ antwortete K., der dessen müde war, die Augen des Fräulein Montag fortwährend auf seine Lippe gerichtet zu sehn. Sie maßte sich dadurch eine Herrschaft...

9. Part 9

Gleich nach der Begrüßung — sich in das Fauteuil zu setzen, wozu ihn K. einlud, hatte er keine Zeit — bat er K. um ein kurzes Gespräch unter vier Augen. „Es ist notwendig,“ sagt...

10. Part 10

Da ließ ein Lärm aus dem Vorzimmer wie von zerbrechendem Porzellan alle aufhorchen. „Ich will nachsehn, was geschehen ist,“ sagte K. und ging langsam hinaus, als gebe er den and...

11. Part 11

Der Gedanke an den Prozeß verließ ihn nicht mehr. Öfters schon hatte er überlegt, ob es nicht gut wäre, eine Verteidigungsschrift auszuarbeiten und bei Gericht einzureichen. Er...

12. Part 12

War es Trost oder Verzweiflung, was der Advokat erreichen wollte? K. wußte es nicht, wohl aber hielt er es bald für feststehend, daß seine Verteidigung nicht in guten Händen war...

13. Part 13

Ohne besondern Grund, nur um vorläufig noch nicht zum Schreibtisch zurückkehren zu müssen, öffnete er das Fenster. Es ließ sich nur schwer öffnen, er mußte mit beiden Händen die...

14. Part 14

Das Umdrehn des Schlüssels im Schloß erinnerte K. daran, daß er bald hatte weggehn wollen. Er zog daher den Brief des Fabrikanten aus der Tasche, reichte ihn dem Maler und sagte...

15. Part 15

Diese geordnete Darstellung verblüffte K. anfangs, dann aber sagte er ebenso leise wie der Maler: „Ich glaube, Sie widersprechen sich.“ „Wie denn?“ fragte der Maler geduldig und...

16. Part 16

Endlich hatte sich K. doch entschlossen, dem Advokaten seine Vertretung zu entziehn. Zweifel daran, ob es richtig war, so zu handeln, waren zwar nicht auszurotten, aber die Über...

17. Part 17

K. wandte sich um; kaum bemerkte das der Kaufmann, als er sofort aufstehen wollte. „Bleiben Sie sitzen,“ sagte K. und zog einen Sessel neben ihn. „Sind Sie schon ein alter Klien...

18. Part 18

„Ich warte schon sehr lange auf Sie,“ sagte der Advokat vom Bett aus, legte ein Schriftstück, das er beim Licht einer Kerze gelesen hatte, auf das Nachttischchen und setzte sich...

19. Part 19

Block war auf den Anruf hin gleich gekommen, blieb aber vor der Tür stehn und schien zu überlegen, ob er eintreten sollte. Er zog die Augenbrauen hoch und neigte den Kopf, als h...

20. Part 20

Es war ein sehr regnerischer stürmischer Morgen, als K. voll Ärger über den Tag, der ihm bevorstand, schon um 7 Uhr ins Bureau kam, um wenigstens einige Arbeit noch fertigzubrin...

21. Part 21

K. stockte und sah vor sich auf den Boden. Vorläufig war er noch frei, er konnte noch weitergehn und durch eine der drei kleinen dunklen Holztüren, die nicht weit vor ihm waren,...

22. Part 22

Sie gingen eine Zeitlang schweigend weiter, K. hielt sich eng neben dem Geistlichen, ohne in der Finsternis zu wissen, wo er sich befand. Die Lampe in seiner Hand war längst erl...

23. Part 23

Der kostbarste Teil des Vermächtnisses besteht mithin in den Werken, die dem Grimm des Autors rechtzeitig entzogen und in Sicherheit gebracht worden sind. Es sind dies drei Roma...