Part 23
‚Nu lôn iu Got von himele, vil edel Rüedegêr. 2136 eß wirt iur gelîche deheiner nimmer mêr, der ellenden recken sô hêrlîchen gebe. sô sol daß Got gebieten, daß iuwer tugende immer lebe.‘
‚Sô wê mich dirre mære,‘ sô sprach ab Hagene. 2137 ‚wir heten ander swære sô vil ze tragene: suln wir mit vriunden strîten, daß sî Got gekleit.‘ dô sprach der marcgrâve: daß ist mir inneclîche leit.‘
‚Nu lôn ich iu der gâbe, vil edel Rüedegêr. 2138 swie halt gein iu gebâren dise recken hêr, daß nimmer iuch gerüeret mit strîte hie mîn hant, ob ir si alle slüeget die von Burgunden lant.‘
Des neig im mit zühten der guote Rüedegêr. 2139 si weinten allenthalben: daß disiu herzen sêr niemen scheiden kunde, daß was ein michel nôt. vater aller tugende lac an Rüedegêre tôt.
Dô sprach von dem hûse Volkêr der spileman: 2140 ‚sît mîn geselle Hagene den vride hât getân, den sult ir alsô stæte hân von mîner hant. daß habt ir wol verdienet, dô wir kômen in daß lant.
‚Vil edel marcgrâve, ir sult mîn bote sîn. 2141 dise rôte bouge gab mir diu marcgrâvîn, daß ich si tragen solde hie zer hôhgezît: die mugt ihr selbe schouwen, daß ir des mîn geziuge sît.‘
‚Daß wolde Got von himele,‘ sprach dô Rüedegêr, 2142 ‚daß iu diu marcgrâvinne noch solde geben mêr. diu mære sage ich gerne der triutinne mîn, gesihe ich si gesunder: des sult ir âne zwîvel sîn.‘
Als er im daß gelobete, den schilt huop Rüedegêr: 2143 des muotes er ertobete: do enbeit er dâ niht mêr. dô lief er zuo den gesten, einem degen gelîch, manegen slac vil swinden sluoc der marcgrâve rîch.
Die zwêne stuonden hôher, Volkêr und Hagene, 2144 wan eß im ê gelobten die zwêne degene. noch vant er als küenen bî den türen stân, daß Rüedegêr des strîtes mit grôßen sorgen began.
Durch mortræßen willen sô ließen in dar in 2145 Gunther und Gêrnôt: si heten helde sin. dô stuont hôher Gîselher: zwâre eß was im leit. er versach sich noch des lebenes: dâ von er Rüedegêre meit.
Dô sprungen zuo den vînden des marcgrâven man. 2146 man sach si nâch ir hêrren vil degenlîche gân. diu snîdunde wâfen si truogen an der hant: des brast dâ vil der helme und manec hêrlîcher rant.
Dô sluogen die vil müeden vil manegen swinden slac 2147 den von Bechelâren, der eben und tiefe wac, durch die vesten ringe vast unz ûf daß verch. si tâten in dem sturme diu vil hêrlîchen werch.
Daß edel ingesinde was nu komen in. 2148 Volkêr und Hagene die sprungen balde hin. sine gâben vride niemen wan dem einen man. von ir beider hende daß bluot durch helme nider ran.
Wie rehte gremlîche vil swerte drinne erklanc! 2149 vil der schiltspange ûß von slegen spranc: des reis ir schiltsteine nider in daß bluot: si vâhten alsô grimme, daß manß nimmer mê getuot.
Der vogt von Bechelâren gie wider unde dan, 2150 alsô der mit ellen in sturme werben kan. dem tet des tages Rüedegêr harte wol gelîch, daß er ein recke wære vil küene unde lobelîch.
Hie stuonden dise recken, Gunther und Gêrnôt, A.2151 si sluogen in dem strîte vil manegen helt tôt. Gîselher und Dancwart die zwêne eß ringe wac: des vrumten si vil manegen hinz ûf den jungisten tac.
Vil wol zeigte Rüedegêr, daß er was starc genuoc, 2152 küene und wol gewâfent: hei, waß er helde sluoc! daß sach ein Burgunde: dô twang in zornes nôt. dâ von begunde nâhen des guoten Rüedegêres tôt.
Gêrnôt der starke den helt ruofte er an. 2153 er sprach zem marcgrâven: ‚ir welt mir mîner man niht genesen lâßen, vil edel Rüedegêr. daß müet mich âne mâße: ichn kans niht an gesehen mêr.
‚Nu mag iu iuwer gâbe wol ze schaden komen, 2154 sît ir mîner vriunde mir habt sô vil genomen. nu wendet iuch her umbe, vil edel küene man: iur gâbe wirt verdienet, sô ichß aller hoehste kan.‘
Ê daß der marcgrâve zuo im vol kœme dar, 2155 des muosen liehte ringe werden missevar. dô sprungen zuo ein ander die êre gernde man. ir ietweder schermen vür starke wunden began.
Ir swert sô scharph wâren, eß enkunde in niht gewegen. 2156 dô sluoc Gêrnôten Rüedegêr der degen durch helmen vlinsherten, daß nider vlôß daß bluot: daß vergalt im schiere der rîter küene unde guot.
Die Rüedegêres gâbe an hende er hôhe erwac: 2157 swie wunt er wær zem tôde, er sluog im einen slac durch den schilt vil guoten unz ûf diu helmgespan: dâ von muose ersterben dô der Gotlinden man.
Jane wart nie wirs gelônet sô rîcher gâbe mêr. 2158 dô vielen beide erslagene, Gêrnôt und Rüedegêr, gelîch in dem sturme von ir beider hant. alrêst erzurnde Hagene, dô er den grôßen schaden bevant.
Dô sprach der helt von Troneje: ‚eß ist uns übel komen. 2159 wir haben an in beiden sô grôßen schaden genomen, den wir nimmer überwinden, ir liut und ouch ir lant. die Rüedegêres helde sint unser ellenden phant.‘
Dane wolde ir deheiner dem andern niht vertragen: C. vil maneger âne wunden dar nider wart geslagen, der wol genesen wære: ob im wart solch gedranc, swie gesunt er anders wære, dêr in dem bluote doch ertranc.
‚Ouwê mich mînes bruoder, der tôt ist hie gevrumt. 2160 waß mir der leiden mære ze allen zîten kumt! ouch muoß mich immer riuwen mîn sweher Rüedegêr: der schade ist beidenthalben und diu grœßlîchen sêr.‘
Dô der junge Gîselher sach sînen bruoder tôt, 2161 die dô dar inne wâren, die muosen lîden nôt. der tôt der suohte sêre, dâ sîn gesinde was. der von Bechelâren dô langer einer niht genas.
Gunther unde Gîselher und ouch Hagene, A.2162 Dancwart unde Volkêr, die guoten degene, die giengen, dâ si vunden ligen die zwêne man: dô wart dâ von den helden mit jâmer weinen begân.
‚Der tôt uns sêre roubet,‘ sprach Gîselher daß kint. 2163 ‚nu lâßet iuwer weinen, und gê wir an den wint, daß uns die ringe erkuolent, uns strîtmüeden man. jâ wæn Got uns langer hie ze lebene niht engan.‘
Den sitzen, den sich leinen sach man dâ manegen degen. 2164 si wâren aber müeßec. dâ wâren tôt gelegen die Rüedegêres helde: vergangen was der dôß. sô lange wert diu stille, daß sîn Etzeln erdrôß.
‚Ouwê mir dirre swære,‘ sprach des küneges wîp, 2165 ‚si sprechent al ze lange. unser vînde lîp mac nu wol vrî belîben vor Rüedegêres hant: er wil si wider bringen in der Burgunde lant.
‚Waß hilfet, künic Etzel, daß wir geteilet hân 2166 mit im, swaß er wolde? der helt hât missetân. der uns dâ solde rechen, der wil der suone phlegen. des antwurte ir dô Volkêr, der vil zierlîche degen:
‚Der rede enist sô niht leider, vil edel küneges wîp. 2167 getörste ich heißen liegen alsus edelen lîp, sô het ir tievellîchen an Rüedegêr gelogen. er und die sîne degene sint an der suone gar betrogen.
‚Er tet sô willeclîche, daß im der künec gebôt, 2168 daß er und sîn gesinde ist hie gelegen tôt. nu seht al umbe, Kriemhilt, wem ir gebieten welt: iu hât unz an den ende gedienet Rüedegêr der helt.
‚Welt ir es niht gelouben, man solß iuch sehen lân.‘ 2169 durch ir herzen sêre sô wart duo daß getân: man truoc den helt verhouwen, dâ in der künic sach. den Etzelen degenen sô rehte leide nie geschach.
Dô si den marcgrâven tôten sâhen tragen, 2170 eß enkunde ein schrîber gebrieven noch gesagen die manegen ungebærde von wîbe und ouch von man, diu sich von herzen jâmer aldâ zeigen began.
Der Etzelen jâmer der wart alsô grôß, 2171 als eines leuwen stimme der rîche künec erdôß mit herzeleidem wuofe: alsam tet ouch sîn wîp. si klagten ungevuoge des guoten Rüedegêres lîp.
Âventiure
wie hêrn Dietrîches man alle erslagen wurden.
Dô hôrt man allenthalben jâmer alsô grôß, 2172 daß palas unde türne von dem wuof erdôß. dô hôrte eß ouch von Berne ein Dietrîches man: durch disiu starken mære wie balde er gâhen began!
Dô sprach er zuo dem vürsten: ‚hœrt, mîn hêr Dietrîch. 2173 swaß ich noch her gelebet hân, sô rehte unmügelîch gehôrte ich klage nie mêre, als ich nu hân vernomen. ich wæne, der künic selbe ist zuo der hôhgezîte komen.
‚Wie mehtens anders alle haben solhe nôt? 2174 der künic oder Kriemhilt, ir eineß daß ist tôt von den küenen gesten durch ir nît gelegen. eß weinet ungevuoge vil manec ûßerwelter degen.‘
Dô sprach der vogt von Berne: ‚mîne vil liebe man, 2175 nu gâhet niht sô sêre. swaß hie hânt getân die ellenden recken, des gât in michel nôt: und lât si des genießen, daß ich in mînen vride enbôt.‘
Dô sprach der küene Wolfhart: ‚ich wil dar gân 2176 und wil der mære vrâgen, waß si haben getân, und wilß iu sagen denne, vil lieber hêrre mîn, als ich eß dort ervinde, waß diu rede müge sîn.‘
Dô sprach der hêrre Dieterîch: ‚swa man zornes sich versiht, 2177 ob ungevüegiu vrâge danne dâ geschiht, daß betrüebet recken lîhte ir muot. ich enwil niht, Wolfhart, daß ir die vrâge getuot.‘
Dô bat er Helfrîche balde dar gân, 2178 und hieß daß ervinden an Etzelen man oder an den gesten, waß wære dâ geschehen. done het er nie von liuten sô grôßen jâmer gesehen.
Der bote begunde vrâgen; ‚waß ist hie getân?‘ 2179 dô sprach dar under einer: ‚dâ ist vil gar zergân, swaß wir vreuden hêten in der Hiunen lant: hie ligt erslagen Rüedegêr von der Burgunden hant.
‚Die mit im dar in kômen, derst einer niht genesen.‘ 2180 do enkunde Helfrîche nimmer leider wesen. jâ sagte er sîniu mære sô rehte ungerne nie. der bote dô hin widere vil sêre weinende gie.
‚Waß habt ir uns ervunden?‘ sprach dô Dietrîch: 2181 ‚wie weinet ir sô sêre, degen Helferîch?‘ dô sprach der edel recke: ‚ich mac wol balde klagen: den guoten Rüedegêre hânt die Burgunde erslagen.‘
Dô sprach der helt von Berne: ‚desn sol niht wellen Got. 2182 daß wær ein starkiu râche und ouch des tievels spot. wâ mit hete Rüedegêr an in daß versolt? jâ ist mir daß wol künde, er ist den ellenden holt.‘
Des antwurte Wolfhart: ‚und heten siß getân, 2183 sô solt eß in allen an daß leben gân. ob wir inß vertrüegen, des wær wir geschant. jâ hât uns vil gedienet des guoten Rüedegêres hant.‘
Der vogt der Amelunge hieß eß ervarn baß. 2184 vil harte senelîche er in ein venster saß: dô bat er Hilprande zuo den gesten gân, daß er an in ervüere, waß dâ wære getân.
Der sturmküene recke, meister Hilprant, 2185 weder schilt noch wâfen truoger an der hant: er wolde in sînen zühten zuo den gesten gân; von sîner swester kinde wart im ein strâfen getân.
Dô sprach der grimme Wolfhart: ‚welt ir dar blôßer gân, 2186 sô mag eß ân ein schelten nimmer wol gestân: sô müeßt ir lesterlîche tuon die widervart; komt ir dar gewâfent, daß eteslîcher wol bewart.‘
Dô garte sich der wîse durch des tumben rât. 2187 ê eß ervunde Hildebrant, dô wâren in ir wât alle Dietrîches recken und truogen swert enhant. dem helde was eß leide: vil gerne het erß erwant.
Er vrâgte, war si wolden. ‚wir wellen mit iu dar. 2188 waß, ob von Tronje Hagene deste wirs getar gein iu mit spotte sprechen, des er wol kan gephlegen?‘ dô er die rede gehôrte, dô gestuont ins der degen.
Dô sach der küene Volkêr wol gewâfent gân 2189 die recken von Berne, die Dietrîches man, begürtet mit den swerten; si truogen schilt enhant: er sagteß sînen hêrren ûßer Burgunde lant.
Dô sprach der videlære: ‚ich sihe dort here gân 2190 sô rehte vîentlîche die Dietrîches man, gewâfent under helme: si wellent uns bestân. ich wæne, eß an daß übele uns ellenden welle gân.‘
In den selben zîten kom ouch Hildebrant. 2191 dô satzter vür die vüeße sînes schiltes rant. er begunde vrâgen die Guntheres man: ‚ouwê, ir guote helde, waß hete iu Rüedegêr getân?
‚Mich hât mîn hêrre Dieterîch her zuo iu gesant: 2192 ob erslagen hête iuwer deheines hant den edelen marcgrâven, als uns daß ist geseit? wir enkunden überwinden niht diu grœßlîchen leit.‘
Dô sprach von Troneje Hagene: ‚daß mær ist ungelogen, 2193 wie wol ich iu des gunde, het iuch der bote betrogen, durch Rüedegêres liebe, daß lebte noch sîn lip, den immer mugen weinen beidiu man unde wîp.‘
Dô si daß rehte erhôrten, daß er wære tôt, 2194 dô klagten in die recken: ir triuwe in daß gebôt. den Dietrîches mannen sach man trehne gân über bart und über kinne: in was vil leide getân.
Der herzoge ûßer Berne Sigestap dô sprach: 2195 ‚nu hât gar ein ende genomen der gemach, den uns hie vuogte Rüedegêr nâch unsern leiden tagen: vreude ellender diete lît von iu helden hie erslagen.‘
Dô sprach von Amelunge der degen Wolfwîn: 2196 ‚und ob ich hiute sæhe tôt den vater mîn, mir enwurde nimmer leider denn umbe sînen lîp. ouwê, wer sol nu trœsten des guoten marcgrâven wîp?‘
Dô sprach in zornes muote der degen Wolfhart: 2197 ‚wer wîset nu die recken sô manege hervart, alsô der marcgrâve vil dicke hât getân? ouwê, vil edel Rüedegêr, daß wir dich sus verloren hân!‘
Wolfbrant und Helferîch und ouch Helmnôt 2198 mit allen ir vriunden weinden sînen tôt. vor siuften mohte vrâgen niht mêre Hildebrant: er sprach: ‚nu tuot, ir degene, dar nâch mîn hêrre hât gesant.
‚Gebt uns Rüedegêren sô tôten ûß dem sal, 2199 an dem gar mit jâmer lît unser vreuden val, und lât uns an im dienen, daß er ie hât getan an uns vil grôßer triuwe und an manegem vremden man.
‚Wir sîn ouch ellende als Rüedegêr der degen. 2200 wes lâßet ir uns bîten? lât in uns after wegen tragen, daß wir nâch tôde lônen noch dem man; wir hetenß vil billîche bî sînem lebene getân.‘
Dô sprach der künic Gunther: ‚nie dienest wart sô guot, 2201 sô den ein vriunt vriunde nâch dem tôde tuot. daß heiße ich stæte triuwe, swer die kan begân. ir lônet im von schulden: er hât iu liebe getân.‘
‚Wie lange sul wir vlêgen?‘ sprach Wolfhart der degen. 2202 ‚sît unser trôst der beste von iu ist tôt gelegen, und wir sîn leider mêre megen niht gehaben, lât uns in tragen hinnen, dâ wir den recken begraben.‘
Des antwurte im Volkêr: ‚niemen iu in gît. 2203 nu nemt in in dem hûse, dâ der degen lît mit starken verchwunden gevallen in daß bluot: so ist eß ein voller dienest, den ir hie Rüedegêre tuot.‘
Dô sprach der küene Wolfhart: ‚Got weiß wol, hêr spilman, 2204 irn durft uns nicht reißen: ir habt uns übele getân. törst ich vor mînem hêrren, sô kœmet irs in nôt. des müeße wirß lâßen, wan er uns strîten hie verbôt.‘
Dô sprach der videlære: ‚der vorht ist al ze vil, 2205 swaß man im verbiutet, derß alleß lâßen wil: daß kan ich niht geheißen rehten heldes muot.‘ diu rede dûhte Hagenen von sînem hergesellen guot.
‚Welt ir den spot niht lâßen,‘ sprach aber Wolfhart, 2206 ‚ich entrihte iu lîht die seiten, swenne ir die widervart rîtet gegen Rîne, daß irß wol muget gesagen. iuwer übermüeten mag ich mit êren niht vertragen.‘
Dô sprach der videlære; ‚swenn ir die seiten mîn 2207 verirret guoter dœne, der iuwer helmschîn muoß vil trüebe werden von der mînen hant, swie halt ich gerîte in der Burgunde lant.‘
Dô wolt er zuo im springen, wan daß in niht enlie 2208 Hildebrant sîn œheim in vaste zim gevie. ‚ich wæn, du woldest wüeten durch dînen tumben zorn; mînes hêrren hulde wir heten immer mêr verlorn.‘
‚Lât ab den leuwen, meister, er ist sô grimme gemuot; 2209 kumt abe er mir ze handen,‘ sprach Volkêr der degen guot, ‚het er die werlt alle mit sîner hant erslagen, ich slahe in, daß erß widerspel nimmer mêre darf gesagen.‘
Des wart vil sêre erzürnet der Bernære muot, 2210 den schilt gezucte Wolfhart, ein sneller helt guot: alsam ein leuwe wilde lief er vor in dan. im wart ein gæheß volgen von sînen vriunden getân.
Swie wîter sprünge er phlæge vür des sales want, 2211 doch ergâhte in vor der stiege der alte Hildebrant: er wolde in vor im lâßen niht komen in den strît. si vunden, daß si suohten, an den ellenden sît.
Dô spranc zuo Hagene meister Hilprant: 2212 diu swert man hôrt erklingen an ir beider hant. si wâren sêre erzürnet, vil wol erkôs manß sint: von ir zweier wâfen gie der viurrôte wint.
Die wurden dô gescheiden in des strîtes nôt: 2213 daß tâten die von Berne, als in ir kraft gebôt. zehant dô meister Hildebrant want von Hagene dan, dô lief der starke Wolfhart den küenen Volkêren an.
Er sluoc den videlære ûf den helmehuot, 2214 daß des swertes ecke unz ûf die spange wuot. daß vergalt mit ellen der küene spilman: dô sluog er Wolfharten, daß er stieben began.
Des viurs ûß den ringen hiuwen si genuoc: 2215 haß ir ieslîcher dem anderen truoc. die schiet dô von Berne der degen Wolfwîn. ob eß ein helt niht wære, daß kunde nimmer gesîn.
Gunther der vil küene mit williger hant 2216 enphie die helde mære von Amelunge lant. Gîselher der hêrre diu liehten helmvaß der vrumte er dâ vil manegeß von bluote rôt unde naß.
Dancwart, Hagenen bruoder, was ein grimmec man: A.2217 swaß er dâ vor hête in strîte getân den Etzelen recken, daß was gar ein wint: alrêst vaht tobelîche des küenen Aldrîânes kint.
Ritschart unde Gêrbart, Helfrîch und Wîchart 2218 die heten in manegen stürmen selten sich gespart: des brâhten si wol inne die Guntheres man. dô sach man Wolfprande in sturme hêrlîchen gân.
Dô vaht, alsam er wuote, der alte Hildebrant. 2219 vil der guoten recken vor Wolfhartes hant mit tôde muose vallen von swerten in daß bluot: sus râchen Rüedegêren die recken küene unde guot.
Dô vaht der hêrre Sigestap, als im sîn ellen riet. 2220 hei, waß er in dem sturme der herten helme schriet den sînen vîenden, Dietrîches swester sun. er kunde in dem sturme nimmer beßßers niht getuon.
Volkêr der starke, dô er daß ersach, 2221 daß Sigestap der küene den bluotegen bach hiu ûß herten ringen, daß was dem helde zorn: er spranc im hin engegene. dô hete Sigstap verlorn
Von dem videlære vil schiere daß leben: 2222 er begunde im sîner künste al solhen teil dâ geben, daß er von sînem swerte muose ligen tôt. daß rach der alte Hildebrant, als im sîn ellen daß gebôt.
‚Ouwê liebes hêrren,‘ sprach meister Hildebrant, 2223 ‚der hie lît erstorben vor Volkêres hant. nune sol der videlære lenger niht genesen.‘ Hildebrant der küene wie kunder grimmer sîn gewesen.
Dô sluog er Volkêren, daß im diu helmbant 2224 stuben allenthalben zuo des sales want von helm und ouch von schilte dem küenen spilman; dâ von der starke Volkêr dô den ende dâ gewan.
Dô drungen zuo dem strîte die Dietrîches man. 2225 si sluogen, daß die ringe vil verre dræten dan und daß man ort der swerte vil hôhe vliegen sach. si holten ûß den helmen den heiße vließenden bach.
Dô sach von Troneje Hagene Volkêren tôt: 2226 daß was zer hôhgezîte sîn aller meistiu nôt, die er dâ hete gewunnen an mâge und ouch an man. ouwê, wie harte Hagene den helt dô rechen began!
‚Nu ensol sîn niht genießen der alte Hildebrant: 2227 mîn helfe lît erslagene von des heldes hant, der beste hergeselle, den ich ie gewan.‘ den schilt den ructer hôher: dô gie er houwende dan.
Helfrîch der starke Dancwarten sluoc. A.2228 Gunther unde Gîselher den was eß leit genuoc, dô si in sâhen vallen in der starken nôt. er het mit sînen handen wol vergolten sînen tôt.
Swie vil von manegen landen gesamnet wære dar, C. vil vürsten krefteclîche gegen ir kleinen schar, wæren die kristen liute wider si niht gewesen, si wæren mit ir ellen vor allen heiden wol genesen.
Die wîle gie ouch Wolfhart beidiu wider unde dan, 2229 alleß houwende die Guntheres man. er was die driten kêre nu komen durch daß wal: dâ viel von sînen handen vil manec recke ze tal.
Dô rief der starke Gîselher Wolfharten an: 2230 ‚ouwê, daß ich sô grimmen vîent ie gewan! edel rîter küene, nu wendet gegen mîn. ich wil eß helfen enden, eß enmac niht lenger gesîn.‘
Ze Gîselhere kêrte Wolfhart in den strît. 2231 dô sluoc ir ietwedere vil manege wunden wît. sô rehte krefteclîche er zuo dem künege dranc, daß imß bluot undern vüeßen al überß houbet gespranc.
Mit swinden slegen grimme der schœnen Uoten kint 2232 enphie Wolfharten den küenen recken sint. swie stark der degen wære, er kunde niht genesen. eßn dorfte künec sô junger nimmer küener sîn gewesen.
Dô sluoger Wolfharten durch eine brünne guot, 2233 daß im von der wunde nider schôß daß bluot: er wunte zuo dem tôde den Dietrîches man. eßn hete âne einen recken zwâre niemen getân.
Alsô der küene Wolfhart der wunden enphant, 2234 den schilt ließ er vallen: hôher an der hant huob er ein starkeß wâfen, daß was scharf genuoc: durch helm und durch ringe der helt dô Gîselheren sluoc.
Si heten bêde ein ander den grimmen tôt getân. 2235 do enlebte ouch nu niht mêre der Dietrîches man. Hildebrant der alte Wolfharten vallen sach: im wæn vor sînem tôde sô rehte leide nie geschach.
Dô wâren gar erstorben die Guntheres man 2236 und ouch die Dietrîches. Hilprant was gegân, dâ Wolfhart was gevallen nider in daß bluot. er umbeslôß mit armen den recken küene unde guot.
Er wolde in ûß dem hûse mit im tragen dan; 2237 er was ein teil ze swære: er muose in ligen lân. dâ blicte ûß dem bluote der rêwunde man: er sach wol, daß im gerne sîn neve het geholfen dan.
Dô sprach der tôtwunde: ‚vil lieber œheim mîn, 2238 irn mugt an disen zîten mir niht vrum gesîn. nu hüetet iuch vor Hagene: jâ dunket eß mich guot: er treit in sînem herzen einen grimmigen muot.