Der Nibelunge liet

Part 21

Chapter 213,693 wordsPublic domain

Dô sprach der marcgrâve, der edel Rüedegêr: A.1933 ‚sol aber ûß dem hûse iemen komen mêr, die iu doch gerne dienent, daß lât uns vernemen: sô sol vride stæte guoten vriunden gezemen.‘

Des antwurte Gîselher sîme sweher zehant: A.1934 ‚vride unde suone sî iu von uns bekant, sît ir sît triuwen stæte, ir und iuwer man. ir sult unangestlîchen mit iuren vriunden hinnen gân.‘

Dô der hêrre Rüedegêr gerûmte den sal, 1935 vünf hundert oder mêre im volgten über al. daß was von den hêrren durch triuwe getân, von den der künic Gunther grôßen schaden sît gewan.

Dô sach ein Hiunen recke Etzelen gân A.1936 bî Dietrîche nâhen: genoßßen wolde ers hân. dem gap der videlære einen sölhen slac, daß im daß houbet schiere vor Etzeln vüeßen gelac.

Dô der wirt des landes kom vür daß hûs gegân, A.1937 dô kêrt er sich hin widere und sach Volkêren an. ‚ouwê mir dirre geste: ditz ist ein grimmiu nôt, daß alle mîne recken vor in sulen ligen tôt!‘

‚Ach wê der hôhzîte!‘ sprach der künic hêr. 1938 ‚dâ vihtet einer inne, der heißet Volkêr, alsam ein eber wilde und ist ein spilman. ich dankes mîme heile, daß ich dem tievel entran.

‚Sîn leiche lûtent übele, sîn züge sint rôt. A.1939 jâ vellent sîne dœne manegen helt tôt. ine weiß niht, waß uns wîße der selbe spilman, wan ich gast nie einen sô rehte leiden gewan.‘

Zir herbergen giengen die recken alsô hêr, C. der hêrre von Berne und ouch Rüedegêr. sine wolden mit dem strîte niht ze schaffen hân und gebuten ouch ir degenen, daß sis mit vride solden lân.

Und heten si getrouwet alsolher swære, C. daß in diu von in beiden sô künftec wære, sine wæren von dem hûse niht sô sanfte komen, si heten eine stroufe an den vil küenen ê genomen.

Si heten, die si wolden, lâßen vür den sal: A.1940 dô huob sich innerhalben grœßlîcher schal. die geste sêre râchen, daß in ê geschach. Volkêr der vil küene, hei, waß er helme zebrach!

Sich kêrte gein dem schalle Gunther der künic hêr: A.1941 ‚hœrt ir die dœne, Hagene, die dort Volkêr videlt mit den Hiunen, swer zuo den türen gât? eß ist ein rôter anstrich, den er zem videlbogen hât.‘

‚Mich riuwet âne mâße,‘ sô sprach Hagene, A.1942 ‚daß ich mich hân gescheiden von dem degene. ich was sîn geselle und ouch er der mîn: kome wir immer wider heim, daß sul wir noch mit triuwen sîn.

‚Nu schouwe, künic hêre, Volkêr ist dir holt: A.1943 er dient willeclîchen dîn silber und dîn golt! sîn videlboge snîdet durch den herten stâl, er brichet ûß den helmen diu liehte schînenden mâl.

‚In gesach nie videlære sô hêrlîche stân, A.1944 alsô der degen Volkêr hiute hât getân. sîne leiche hellent durch helm und durch rant: jâ sol er rîten guotiu ros und tragen hêrlîch gewant.‘

Swaß der Hiunen mâge in dem sale was gewesen, A.1945 der enwas nu deheiner dar inne mê genesen. des was der schal geswiftet, daß niemen mit in streit: diu swert von handen leiten die küenen recken gemeit.

Âventiure

wie si die tôten abe wurfen.

Die hêrren nâch ir müede gesâßen dô ze tal. A.1946 Volkêr unde Hagene die giengen vür den sal. sich leinden über schilde die übermüeten man: dô wart dâ rede spæhe von in beiden vil getân.

Dô sprach von Burgunden Gîselher der degen: A.1947 ‚jane muget ir, lieben vriunde, noch ruowe niht gephlegen: ir sult die tôten liute ûß dem hûse tragen: wir werden noch bestanden, ich wilß iu wærlîchen sagen.

‚Si suln uns under vüeßen hie niht langer ligen. A.1948 ê daß uns die Hiunen mit sturme an gesigen, wir houwen noch die wunden, diu mir vil sanfte tuot. des hân ich,‘ sprach dô Gîselher, ‚einen stætigen muot.‘

‚Sô wol mich solhes hêrren,‘ sprach dô Hagene. 1949 ‚der rât enzæme nieman wan eime degene, den uns mîn junger hêrre hiute hât getân. des mugt ihr Burgunden alle vrœlîche stân.‘

Dô volgten si dem râte und truogen vür die tür A.1950 siben tûsent tôten wurfen si dervür. vor des sâles stiegen vielen si ze tal. dô huop sich von ir mâgen ein vil klagelîcher schal.

Eß was ir etlîcher sô mæßlîchen wunt, A.1951 der sîn sanfter phlæge, er wurde noch gesunt, der von dem hôhen valle muose ligen tôt. daß klagten al ir vriunde: des gie in wærlîchen nôt.

Dô sprach der videlære Volkêr, ein helt gemeit: A.1952 ‚nu kiuse ich des die wârheit, als mir ist geseit: die Hiunen sint bœse, si klagent sam diu wîp: si solden wan beruochen der vil sêre wunden lîp.‘

Dô wând ein marcgrâve, er reiteß durch guot: A.1953 er sach einen sînen mâc gevallen in daß bluot. er beslôß in mit den armen und wolde in tragen dan. den schôß ob im ze tôde der vil küene spilman.

Dô die anderen daß sâhen, diu vluht huop sich von dan: A.1954 si begunden alle vluochen dem selben spilman. einen gêr er ûf zucte vil scharf unde hart, der von eime Hiunen zuo im dar ûf geschoßßen wart.

Den schôß er krefteclîchen durch die burc dan A.1955 über daß volk verre. den Etzelen man gab er herberge hôher von dem sal. sîn vil starkeß ellen die liute vorhten über al.

Dô stuonden vor dem hûse Etzel und sîne man. A.1956 Volkêr unde Hagene reden dô began mit der Hiunen künege allen ir muot. des kômen sît in sorge die helden küene unde guot.

‚Eß zæme,‘ sô sprach Hagene, ‚vil wol volkes trôst, XIX.1957 daß die hêrren væhten ze aller vorderôst, alsô der mînen hêrren hie ieslîcher tuot: die houwen durch die helme, daß nâch den swerten vliußet bluot.‘

Etzel was der küene, er vaßte sînen schilt. 1958 ‚nu vart gewerlîche,‘ sprach vrou Kriemhilt, ‚und bietet ir den recken daß golt über rant. wan erreicht iuch Hagene, ir habt den tôt an der hant.‘

Der künic was sô küene, er wolde erwinden niht, 1959 daß von sô rîchen vürsten selden nu geschiht. man muos in bî dem veßßel ziehen wider dan. Hagene der grimme in aber hœnen began:

‚Eß was ein nâhiu sippe,‘ sprach Hagene der degen, 1960 ‚die Sîvrit unde Etzele ze samne hânt gephlegen: er minnete Kriemhilden, ê si gesæhe dich: künic vil bœse, war umbe râtest ane mich?‘

Dise rede hôrte des edelen küneges wîp. 1961 des wart in ungemüete Kriemhilde lîp. daß er si torste schelden vor Etzelen man. dar umbe si aber râten an die geste began.

Si sprach: ‚der von Troneje Hagenen flüege 1962 unde mir sîn houbet her vür mich trüege, dem vult ich rôtes goldes den Etzelen rant; dar zuo gæb ich im ze miete vil guote bürge unde lant.‘

‚Nu enweiß ich, wes si bîtent,‘ sprach der spilman. 1963 ‚ine gesach nie helde mê sô zagelîchen stân, dâ man hôrte bieten alsô hôhen solt. jâ ensold in Etzel dar umbe nimmer werden holt.

‚Die hie sô lasterlîchen eßßent des küneges brôt A.1964 und im nu geswîchent in der grœßisten nôt, der sihe ich hie manegen vil zagelîchen stân, und wellent doch sîn küene: si müeßens immer schande hân.‘

Etzele der vil rîche hete jâmer unde nôt: C. er klagte bitterlîche mâge unde manne tôt. dâ stuont von manegen landen vil recken gemeit: die weinten mit dem künege sîniu kreftegen leit.

Des begunde spotten der küene Volkêr: C. ‚ich sihe hie sêre weinen vil manegen recken hêr. si gestênt ir hêrren übele in sîner starken nôt. jâ eßßent si mit schanden nu vil lange hie sîn brôt.‘

Do gedâhten in die besten: ‚er hât uns wâr geseit.‘ C. doch enwas eß dâ niemen sô herzenlîche leit als ouch Îringe, dem helde ûß Tenelant, daß man in kurzen zîten mit der wârheit wol bevant.

Âventiure

wie Îrinc erslagen wart.

Dô rief von Tenemarke der marcgrâve Îrinc: 1965 ‚ich hân ûf êre lâßen nu lange mîniu dinc und hân in volkes stürmen des besten vil getân: bringet mir mîn gewæfen: jâ wil ich Hagene bestân.‘

‚Daß wil ich widerrâten,‘ sprach dô Hagene. 1966 ‚so gewinnent iuwer mâge mêr ze klagene. gespringent iuwer zwêne oder drî in den sal, die send ich ungesunde die stiegen widere ze tal.‘

‚Dar umbe ichß niht enlâße,‘ sprach aber Îrinc. 1967 ‚ich hân ouch ê versuochet sam sorclîchiu dinc. jâ wil ich mit dem swerte eine dich bestân, ob du mit strîte hêtest mêr danne iemen getân.‘

Dô wart gewâfent balde der degen Îrinc 1968 unde Irnvrit von Dürengen, ein küener jungelinc, und Hâwart der starke wol mit tûsent man: swes Îrinc begunde, si woldens alle im gestân.

Dô sach der videlære ein vil grôße schar, 1969 die mit Îringe gewâfent kômen dar. si truogen ûf gebunden manegen helm guot. dô wart der küene Volkêr ein teil vil zornec gemuot.

‚Sehet ir, vriunt Hagene, dort Îringen gân, 1970 der iuch mit dem swerte lobete eine bestân? wie zimet helde liegen? ich wil unprîsen daß. eß gênt mit im gewâfent tûsent recken oder baß.‘

‚Nu heißet mich niht liegen,‘ sprach Hâwartes man. A.1971 ‚ich wil gerne leisten, daß ich gelobet hân. durch deheine vorhte wil ichs abe gân: swie griulîch nu sî Hagene, ich wil in eine bestân.‘

Ze vüeßen bôt sich Îrinc mâgen unde man, 1972 daß si in eine ließen den recken bestân. daß tâten si ungerne, wan in was wol bekant der übermüete Hagene ûßer Burgunden lant.

Doch bat er si sô lange, daß eß sît geschach. A.1973 dô daß ingesinde den sînen willen sach, daß er warp nâch êren, dô ließens in gân. des wart von in beiden ein grimmeß strîten getân.

Îrinc von Tenemarken hôhe truoc den gêr, 1974 sich tacte mit dem schilde der tiuwer degen hêr: dô lief er ûf zuo Hagenen vaste vür den sal: dô huop sich von den degenen ein vil grœßlîcher schal.

Dô schußßen si die gêre mit krefte von der hant 1975 durch die vesten schilte ûf liehteß ir gewant, daß die gêrstangen vil hôhe dræten dan. dô griffen zuo den swerten die zwêne grimküene man.

Des küenen Hagenen ellen was unmâßen grôß; 1976 doch sluoc ûf in Îrinc, daß al daß hûs erdôß. palas unde türne hullen nâch ir slegen. done kunde niht verenden sînes willen der degen.

Îrinc lie Hagenen unverwundet stân: 1977 zuo dem videlære gâhen er began. er wânde in mugen twingen mit sînen grimmen slegen. daß kunde wol beschermen der vil zierlîche degen.

Dô sluoc der videlære, daß über des schildes rant 1978 dræte daß gespenge von Volkêres hant. den lie er dô belîben: er was ein übel man: dô lief er Guntheren, den Burgunden künic, an.

Dô was ir ietwedere ze strîte starc genuoc. 1979 swaß Gunther und Îrinc ûf ein ander sluoc, daß brâhte niht von wunden vließendeß bluot. daß behuote ir gewæfen: daß was starc unde guot.

Gunthern er lie belîben und lief Gêrnôten an. 1980 daß viuwer ûß den ringen houwen erm began. dô hete von Burgunden der künic Gêrnôt den küenen Îringen erslagen næhlîchen tôt.

Dô spranc er von dem vürsten; snel er was genuoc. 1981 der Burgunden viere der helt vil balde sluoc, des edelen ingesindes von Wormeß über Rîn. dô enkunde Gîselher nimmer zorner gesîn.

‚Got weiß, hêr Îrinc,‘ sprach Gîselher daß kint, 1982 ‚ir müeßet mir die gelten, die veige vor iu sint gelegen an den stunden.‘ dô lief er in an. er sluoc den Tenelender, daß er strûchen began.

Er schôß vor sînen handen nider in daß bluot, 1983 daß si alle wânden, daß der helt guot ze strîte nimmer mêre geslüege keinen slac. Îrinc doch âne wunden hie vor Gîselhere lac.

Von des helmes dôße und von des swertes klanc 1984 wâren sîne witze worden harte kranc, daß sich der degen küene des lebens niht versan. daß hete mit sînen kreften der küene Gîselher getân.

Dô im begund entwîchen von houpte der dôß, 1985 den er ê dâ dolte von dem slage grôß, er dâhte: ‚ich bin noch lebendec und ouch ninder wunt: nu ist mir alêrste daß ellen Gîselheres kunt.‘

Er hôrte beidenthalben die vîende stân. 1986 wessen si diu mære, im wære mê getân. ouch het er Gîselheren dâ bî im vernomen: er dâhte, wie er solde von den vîenden komen.

Wie rehte tobelîchen er ûß dem bluote spranc. 1987 sîner snelheite er mahte sagen danc. dô lief er ûß dem hûse, dâ er Hagenen vant, und sluoc im slege swinde mit sîner ellenthafter hant.

Dô gedâhte Hagene: ‚du muost des tôdes wesen. 1988 dich envride der tievel, dune kanst niht genesen.‘ doch wundet Îrinc Hagenen durch den helmehuot. daß tet der helt mit Wasken; daß was ein wâfen vil guot.

Dô der hêrre Hagene der wunden enphant, 1989 dô erwagte im ungevuoge daß swert an sîner hant. al dâ muoste im entwîchen der Hâwartes man; abe von der stiegen im Hagne volgen began.

Îrinc über houbet den schilt vil balde swanc. 1990 und wær diu selbe stiege drîer stiegen lanc, die wîle lie in Hagene nie slahen einen slac. hei, waß rôter vanken ob sîme helme gelac!

Wider zuo den sînen kom Îrinc wol gesunt. 1991 dô wurden disiu mære Kriemhilde kunt, waß er von Tronje Hagenen in strîte het getân; des im diu küneginne vil hôhe danken began.

‚Nu lône dir Got, Îrinc, vil mære helt guot, 1992 du hâst mir wol getrœstet daß herze und ouch den muot: nu sihe ich rôt von bluote Hagnen sîn gewant.‘ Kriemhilt nam im selbe den schilt vor liebe von der hant.

‚Ir muget im mâßen danken,‘ sô sprach Hagene, 1993 ‚jâ ist noch harte kleine dâ von ze sagene: und wolde erß noch versuochen, sô wær er küen ein man. diu wunde vrumt iu kleine, die ich von im gewunnen hân.

‚Daß ir von mîner wunden die ringe sehet rôt, 1994 daß hât mich erreißet ûf maneges mannes tôt. ich bin alrêrste erzürnet ûf in und manegen man. mir hât der degen Îrinc noch vil kleine getân.‘

Dô stuont gein dem winde Îrinc von Tenelant. 1995 er kuolte sich in ringen, den helm er abe gebant. dô sprâchen al die liute, sîn ellen wære guot: des hete der marcgrâve einen rîch hôhen muot.

Aber sprach dô Îrinc: ‚mîne vriunt, wißßet daß, 1996 daß ir mich wâfent schiere, ich wilß versuochen baß, ob ich müge betwingen den übermüeten man.‘ sîn schilt was verhouwen, einen beßßern er gewan.

Vil schiere wart der recke dô gewâfent baß. 1997 einen gêr vil starken nam er durch den haß, dâ mite er aber wolde Hagnen dort bestân. eß wær im vrum und êre, ob erß hete nu verlân.

Sîn mohte niht erbîten Hagene der degen. 1998 er lief im hin entgegene mit schüßßen unde slegen die stiegen an ein ende: sîn zürnen daß was grôß. Îrinc sîner sterke dô vil wênic genôß.

Si sluogen durch die schilde, daß eß lougen began 1999 von viuwerrôten winden. der Hâwartes man wart von Hagenen swerte krefteclîche wunt durch schilt unde helmen; des er wart nimmer mê gesunt.

Dô der degen Îrinc der wunden enphant, 2000 den schilt er baß dô ructe über diu helmbant. der schade in dûhte der volle, den er dâ gewan; sît tet im aber mêre des künic Guntheres man.

Hagene vor sînen vüeßen einen gêr ligen vant: 2001 er schôß ûf Îringen, den helt von Tenelant. daß im von houbte diu stange ragte dan. im hete der übermüete den grimmen ende getân.

Îrinc muoste entwîchen zuo den von Tenelant. 2002 ê man dô dem degene den helm ab gebant, man brach den gêr von houbte: dô nâhte im der tôt. daß weinden sîne mâge: des gie si wærlîche nôt.

Dô kom diu küneginne über in gegân: 2003 den starken Îringen klagen si began. si weinde sîne wunden; eß was ir grimme leit. dô sprach vor sînen mâgen der küene recke gemeit:

‚Lât die klage belîben, vil hêrlîcheß wîp. 2004 waß hilfet iuwer weinen? jâ muoß ich mînen lîp verliesen von den wunden, die ich enphangen hân. der tôt wil mich niht langer iu und Etzelen lân.‘

Er sprach zuo den von Dürengen und den von Tenelant: 2005 ‚die gâbe sol enphâhen iuwer deheines hant von der küneginne, ir liehteß golt vil rôt: und bestêt ir Hagenen, ir müeßet kiesen den tôt.‘

Sîn varwe was erblichen, des tôdes zeichen truoc 2006 Irinc der vil küene: daß was in leit genuoc. genesen niht enmohte der Hâwartes man: dô muos eß an ein strîten von den von Tenemarke gân.

Irnvrit und Hâwart sprungen vür daß gadem 2007 mit tûsent helden. vil ungevüegen kradem hôrt man allenthalben, kreftec unde grôß. hei, waß man scharfer gêre zuo den Burgunden schôß!

Irnvrit der küene lief an den spilman, 2008 des er schaden grôßen von sîner hant gewan. der edel videlære den lantgrâven sluoc durch einem helm vesten: jâ was er grimme genuoc.

Dô sluoc der hêrre Irnvrit den küenen spilman, 2009 daß im muosen bresten diu ringes gespan und daß sich beschutte diu brünne viuwerrôt. doch viel der lantgrâve vor dem videlære tôt.

Hâwart unde Hagene zesamene wâren komen. 2010 er möhte wunder kiesen, ders hete war genomen. diu swert genôte vielen den helden an der hant: Hâwart muoste sterben von dem von Burgunden lant.

Die Tenen und die Dürenge ir hêrren sâhen tôt. 2011 dô huop sich vor dem hûse ein vreislîcher nôt, ê si die tür gewunnen mit ellenthafter hant. des wart dâ verhouwen manec helm unde rant.

‚Wîchet,‘ sprach dô Volkêr, ‚und lât si her in gân: 2012 eß ist sus unverendet, des si dâ habent wân. si müeßen drinne sterben in vil kurzer zît: si arnent mit dem tôde, daß in diu küneginne gît.‘

Dô die übermüeten kômen in den sal, 2013 vil manegem wart daß houbet geneiget sô ze tal, daß er muost ersterben vor ir swinden slegen. wol streit der küene Gêrnôt; sam tet ouch Gîselher der degen.

Tûsent unde viere kômen in daß hûs: 2014 von swerten sach man blicken vil manegen swinden sûs. sît wurden doch die recken alle drinne erslagen: man möhte michel wunder von den Burgunden sagen.

Dar nâch wart ein stille, dô der schal verdôß. 2015 daß bluot allenthalben durch diu löcher vlôß und dâ zen rigelsteinen von den tôten man. daß heten die von Rîne mit starkem ellen getân.

Dô sâßen aber râwen die von Burgunden lant; 2016 diu wâfen mit den schilden si leiten von der hant. dô stuont noch vor dem hûse der küene spilman: er warte, ob iemen wolde noch zuo in mit strîte gân.

Der künic klagte sêre: sam tet ouch sîn wîp; 2017 meide unde vrouwen quelten dâ den lîp. ich wæne des, daß hête der tôt ûf si gesworn: des wart noch vil der recken von den gesten dâ verlorn.

Âventiure

wie diu künegin den sal vereiten ließ.

‚Nu bindet ab die helme,‘ sprach Hagne der degen, 2018 ‚ich und mîn geselle suln iuwer phlegen. und wellent eß versuochen noch die Etzeln man, sô warn ich mîne hêrren, sô ich aller schierest kan.

Do entwâfende daß houbet manec rîter guot. 2019 si sâßen ûf die wunden, die vor in in daß bluot wâren zuo dem tôde von ir handen komen. dô wart der edelen geste vil bœse goume genomen.

Noch vor dem âbende schuof der künic daß 2020 und ouch diu küneginne, daß eß versuohten baß die Hiunischen recken. der sach man vor in stân noch wol zweinzec tûsent: die muosen dâ ze strîte gân.

Sich huop ein sturm herte zuo den gesten sân. A.2021 Dancwart, Hagenen bruoder, der vil snelle man, spranc von sînen hêrren zen vînden vür die tür. man wând, er wær erstorben; er kom gesunt wol dervür.

Der herte strît werte, unz in diu naht benam. 2022 dô werten sich die geste, sô guoten helden zam, der Etzelen manne den sumerlangen tac. hei, waß guoter degene vor in veige gelac!

Zeinen sunewenden der grôße mort geschach, XX.2023 daß diu vrouwe Kriemhilt ir herzeleit errach an ir næhsten mâgen und an vil manegem man, dâ von der künic Etzel vreude nimmer mê gewan.

Sine het der grôßen slahte alsô niht gedâht. C. si hete eß in ihr ahte vil gerne dar zuo brâht, daß niuwan Hagene aleine den lîp dâ hete lân. do geschuof der übel tiuvel, deiß übers alle muose ergân.

In was des tags zerrunnen, dô gie in sorge nôt. 2024 si dâhten, daß in beßßer wær ein kurzer tôt danne lange dâ ze quelne ûf ungevüegiu leit. eines vrides dô gerten die stolzen rîter gemeit.

Sie bâten, daß man bræhte den künic zuo in dar. 2025 die bluotvarwen helde und ouch harnaschvar trâten ûß dem hûse und die drî künege hêr. si enwessen wem ze klagene ir vil grœßlîchiu sêr.

Etzel unde Kriemhilt kômen beidiu dar; 2026 daß lant was ir eigen: des mêrte sich ir schar. er sprach zuo den gesten: ‚nu sagt, waß welt ir mîn? ir wænt vride gewinnen: daß kunde müelîch gesîn

‚Ûf schaden alsô grôßen, als ir mir habt getân. 2027 ir sult es niht genießen, sol ich mîn leben hân: mîn kint, daß ir mir sluoget, und vil der mâge mîn, vride unde suone sol iu vil gar versaget sîn.‘

Sus antwurte Gunther: ‚des twang uns grôßiu nôt. 2028 alleß mîn gesinde lac vor dînen helden tôt an der herberge: wie hete ich daß versolt? ich kom zuo dir ûf triuwe, ich wând, daß du mir wærest holt.‘

Dô sprach von Burgunden Gîselher daß kint: 2029 ‚ir Etzelen helde, die noch lebende sint, waß wîßet ir mir recken? waß het ich iu getân? wan ich vriuntlîche in ditze lant geriten hân.‘

Si sprâchen: ‚dîner güete ist al diu burc vol 2030 mit jâmer zuo dem lande. jâ gunde wir dir wol, daß du nie komen wærest von Wormeß über Rîn. daß lant hât ir verweiset, du und ouch die bruoder dîn.‘

Dô sprach in zornes muote Gunther der degen: 2031 ‚welt ir ditz starke haßßen zeiner suone legen mit uns ellenden, deist beidenthalben guot; eß ist gar âne schulde, swaß uns Etzel getuot.‘

Dô sprach der wirt zen gesten: ‚mîn und iuwer leit 2032 diu sint ungelîche: diu michel arebeit des schaden zuo den schanden, die ich hie hân genomen, des sol iur deheiner mit dem lîbe hinnen komen.‘