Der Nibelunge liet

Part 20

Chapter 203,690 wordsPublic domain

‚Sît ir gewâfent gerner eßßet danne blôß,‘ C. sprach der wirt des landes, ‚diu unzuht ist ze grôß; swer aber mînen gesten hie tuot deheiniu leit, eß gêt im an sîn houbet: daß sî iu Hiunen geseit.‘

Ê die hêrren gesæßen, des wart harte lanc. 1836 diu Kriemhilde sorge si ze sêre twanc. (si sprach:) ‚vürste von Berne, ich suoche dînen rât, helfe und genâde: mîn dinc mir angestlîche stât.‘

Des antwurte ir Hildebrant, ein recke lobelîch: 1837 ‚swer sleht die Nibelunge, der tuot eß âne mich, durch deheines schatzes liebe; eß mac im werden leit. si sint noch unbetwungen die snellen rîter gemeit.‘

‚Ich wolt et niuwan Hagenen, der mir hât leit getân, C. er morte Sîvriden, den mînen lieben man. der in ûß den andern schiede, dem wær mîn golt bereit. engult es anders iemen, daß wær mir inneclîchen leit.‘

Dô sprach aber Hildebrant: ‚wie kunde daß geschehen, C. daß man in bî in slüege? ich ließe iuch daß gesehen: ob man den helt bestüende, sich hüebe lîhte ein nôt, daß arme unde rîche dar umbe müesen ligen tôt.‘

Dô sprach in sînen zühten dar zuo hêr Dietrîch: 1838 ‚die rede lât belîben, küneginne rîch; mir habent iuwer mâge der leide niht getân, daß ich die degne küene mit strîte welle bestân.

‚Diu bete iuch lützel êret, vil edel vürsten wîp, 1839 daß ir iuwern mâgen râtet an den lîp. si kômen ûf genâde her in ditze lant; Sîvrit ist unerrochen vone Dietrîches hant.‘

Dô si der untriuwe an dem Berner niene vant, 1840 dô lobete si alsô balde in Blœdelînes hant eine wîte marke, die Nuodunc ê besaß; sît dô sluog in Dancwart, daß er der gâbe gar vergaß.

Si sprach: ‚du solt mir helfen, hêrre Blœdelîn. 1841 jâ sint in disem hûse die vîende mîn, die Sîvriden sluogen, den mînen lieben man: swer mir daß hilfet rechen, dem bin ich immer undertân.‘

Des antwurte ir Blœdel, dâ er bî ir saß: 1842 ‚jane getar ich dînen mâgen gerâten keinen haß, wan si mîn bruoder bî im gerne siht: ob ich si bestüende, der künec vertrüege mir sîn niht.‘

‚Neinâ, hêrre Blœdel, ich bin dir immer holt: 1843 jâ gib ich dir ze miete silber unde golt und eine schœne vrouwen, daß Nuodunges wîp: sô maht du gerne triuten ir vil minneclîchen lîp.

‚Daß lant zuo den bürgen wil ich dir alleß geben, 1844 sô mahtu, rîter edele, mit vreuden immer leben, gewinnestu die marke, dâ Nuodunc inne saß. swaß ich dir lobe hiute, mit triuwen leiste ich dir daß.‘

Dô der hêrre Blœdel die miete vernam, 1845 und daß im durch ir schœne diu vrouwe wol gezam, mit strîte wânde er dienen daß minneclîche wîp. dar umbe muose der recke dô verliesen den lîp.

Er sprach zer küneginne: ‚gêt wider in den sal. A.1846 ê es iemen werde inne, sô heb ich einen schal. eß muoß erarnen Hagene, daß er iu hât getân: ich antwurte iu gebunden des künic Guntheres man.‘

‚Nu wâfent iuch,‘ sprach Blœdel, ‚alle, die ich hân. 1847 wir suln den vîenden in die herberge gân. des wil mich niht erlâßen daß Etzelen wîp: dar umbe suln wir helde alle wâgen den lîp.‘

Dô diu küneginne Blœdelînen lie 1848 in des strîtes willen, ze tische si dô gie mit Etzeln dem künege und ouch mit sînen man. si hete swinde ræte an die geste getân.

Wie si ze tische giengen, daß wil ich iu sagen: C. man sach dâ künege rîche krône vor ir tragen. vil manegen hôhen vürsten und manegen werden degen die sach man grôßer zühte vor der küneginne phlegen.

Der künic schuof den gesten den sedel überal, C. den hôhsten und den besten zuozim in den sal. den kristen und den heiden ir spîse er underschiet; man gap genuoc in beiden, als eß der wîse künec beriet.

Ir ander ingesinde zen herbergen âßen: C. den wâren truhsæßen ze dieneste lâßen, die muosen ir spîse wol ze vlîße phlegen. ir wirtschaft und ir vreude wart sît mit jâmer widerwegen.

Dô der strît niht anders kunde sîn erhaben, 1849 Kriemhilt leit daß alte in ir herzen was begraben, dô hieß sie tragen ze tische den Etzelen sun. wie kund ein wîp durch râche immer vreislîcher tuon?

Dô giengen an der stunde vier Etzelen man: 1850 si truogen Ortlieben, den jungen künic, dan zuo der vürsten tische, dâ ouch Hagene saß. des muoseß kint ersterben durch sînen mortlîchen haß.

Dô der künic rîche sînen sun ersach, 1851 zuo sînen konemâgen er güetlîchen sprach: ‚nu sehet, vriunde mîne, daß ist mîn einec sun und ouch iurer swester: daß mac iu allen wesen vrun.

‚Gevâht er nâch dem künne, er wirt ein küene man, 1852 rîch und vil edele, starc und wol getân. lebe ich deheine wîle, ich gib im zwelf lant: sô mag iu wol gedienen des jungen Ortliebes hant.

‚Dar umbe bite ich gerne iuch, lieben vriunde mîn, 1853 swenne ir ze lande widere rîtet an den Rîn, sô sult ir mit iu vüeren iuwer swester sun und sult ouch an dem kinde vil genædeclîchen tuon.

‚Und ziehet in zen êren, unz er werde man: 1854 hât iu in den landen iemen iht getân, daß hilfet er iu rechen, gewahset im sîn lîp.‘ die rede hôrte ouch Kriemhilt, des künic Etzelen wîp.

‚Im solden wol getrouwen dise degene, 1855 gewüehse er ze manne,‘ sô sprach Hagene: ‚doch ist der künic junge sô veiclîch getân: man sol mich sehen selten ze hove nâch Ortliebe gân.‘

Der künec an Hagnen blicte: diu rede was im leit. 1856 swie niht dar umbe redete der vürste gemeit, eß truobte im daß herze und swârte im den muot. dô was Hagenen wille niht ze kurzwîle guot.

Eß tet den vürsten allen mit dem künege wê, 1857 daß Hagne von dem kinde hete gesprochen ê. daß siß vertragen solden, daß was in ungemach; sin wessen niht der mære, waß von dem recken sît geschach.

Genuoge, die eß hôrten und im doch wâren gram, C. in hêten gern bestanden; ouch hete der künec alsam, torster von sînen êren, sô wær ers komen in nôt. sît tet im Hagene mêre, er sluogn vor sînen ougen tôt.

Âventiure

wie Blœdel mit Dancwart an der herberge streit.

Blœdelînes recken die wâren alle gar. XVIII.1858 mit tûsent halspergen huoben si sich dar, dâ Dancwart mit den knehten ob den tischen saß. dâ huop sich under helden der aller grœßiste haß.

Alsô der hêrre Blœdel vür die tische gie, 1859 Dancwart der marschalc in vlîßeclîch enphie. ‚willekomen her ze hûse, mîn hêr Blœdelîn: jâ wundert mich der mære: waß sol disiu rede sîn?‘

‚Jane darftu mich niht grüeßen,‘ sô sprach Blœdelîn, 1860 ‚wan ditze komen mîneß muoß dîn ende sîn durch Hagenen dînen bruoder, der Sîvriden sluoc. des enkiltestu zen Hiunen und ander degene genuoc.‘

‚Neinâ, hêrre Blœdel,‘ sprach dô Dancwart. 1861 ‚sô möht uns balde riuwen disiu hovevart. ich was ein wênic kindel, dô Sîvrit vlôs den lîp: ine weiß niht, waß mir wîßet des künic Etzelen wîp.‘

‚Ja enweiß ich dir der mære niht mê ze sagene; 1862 eß tâten dîne mâge Gunther und Hagene. nu wert iuch vil ellenden: ir kunnet niht genesen, ir müeßet mit dem tôde phant daß Kriemhilde wesen.‘

‚So enwelt ir niht erwinden?‘ sprach dô Dancwart. 1863 ‚sô riuwet mich mîn vlêgen, daß wære baß gespart!‘ der snelle degen küene von dem tische spranc, er zôch ein scharpheß wâfen, daß was michel unde lanc.

Dô sluoc er Blœdelîne einen swinden swertes slac, 1864 daß im daß houbt mit helme vor den vüeßen lac. ‚daß sî dîn morgengâbe,‘ sprach Dancwart der degen, ‚zuo Nuodunges briute, die du mit minne woldest phlegen.

‚Man mac si morgen mehelen einem andern man: 1865 wil er die brûtmiete, dem wirt alsam getân.‘ ein vil getriuwer Hiune hete im daß geseit, daß in diu küneginne riet sô grœßlîchiu leit.

Dô sâhen Blœdelînes man, ir hêrre lac erslagen; 1866 done wolden si den gesten niht langer daß vertragen. mit ûferbürten swerten si sprungen vür diu kint in grimmem muote: daß gerou vil manegen sint.

Lûte rief dô Dancwart al die knappen an: 1867 ‚ir seht wol, edel knehte, wie eß umb uns wil gân. nu wert iuch ellenden, als iuch des twinget nôt, daß ir vrumeclîche âne schanden liget tôt.‘

Die niht swert enhêten, die reihten vür die banc: 1868 si huoben von den vüeßen vil manegen schamel lanc. der Burgunden knehte wolden niht vertragen: dâ wart von swæren stüelen durch helme biulen vil geslagen.

Wie grimme sich dô werten diu ellenden kint! 1869 si triben ûß dem hûse die gewâfenden sint: doch beleip ir tôt dar inne fünf hundert oder baß. dô was daß ingesinde von bluote rôt unde naß.

Disiu starken mære wurden dan geseit 1870 Etzelen recken: eß was in grimme leit, daß erslagen wære Blœdel und sîne man; daß hete Hagenen bruoder mit den knehten getân.

Ê eß der künec ervünde, die Hiunen durch ir haß, 1871 der garten sich zwei tûsent oder dannoch baß. si giengen zuo den knehten, daß muos et alsô wesen, und ließen des gesindes ninder einen genesen.

Die ungetriuwen brâhten vürß hûs ein michel her. 1872 die ellenden knehte stuonden wol ze wer. waß half ir baldeß ellen? si muosen ligen tôt; dar nâch in kurzen stunden sich huop ein vreislîcher nôt.

Hie mugt ir hœren wunder bî ungevüege sagen: 1873 niun tûsent knehte die lâgen tôt erslagen, dar über rîter zwelfe der Dancwartes man. man sach in alterseine noch bî den vîenden stân.

Der schal was geswiftet, der dôß was gelegen. 1874 dô blicte über ahsel Dancwart der degen: er sprach: ‚ouwê der vriunde, die ich verloren hân. nu muoß ich leider eine bî mînen vîenden stân.‘

Diu swert genôte vielen ûf sîn eines lîp: 1875 daß muose sît beweinen vil maneges heldes wîp. den schilt den ructe er hôher, den veßßel nider baß: dô vrumte er vil der ringe von bluote vließende naß.

‚Sô wê mir dirre leide,‘ sprach Aldrîânes kint. 1876 ‚nu wîchet, Hiunen recken, ir lât mich an den wint, daß der luft erküele mich sturmmüeden man.‘ do begunder ân ir willen in strîte gegen der türe gân.

Alsô der strîtemüede ûß dem hûse spranc, 1877 waß iteniuwer swerte ûf sîme helme erklanc! die niht gesehen hêten, waß wunders tet sîn hant, die sprungen hin enkegene dem von Burgunden lant.

‚Nu wolde Got,‘ sprach Dancwart, ‚möht ich den boten hân, 1878 der mînen bruoder Hagenen kunde wißßen lân, daß ich vor disen recken stên in sölher nôt! er hulfe mir von hinnen oder er gelæge bî mir tôt.‘

Dô sprâchen Hiunen recken: ‚der bote muostu sîn, 1879 sô wir dich tragen tôten vür den bruoder dîn. sô sihet im êrste leide der Guntheres man. du hâst dem künege Etzel sô grôßen schaden hie getân.‘

Er sprach: ‚nu lât daß dröuwen und wîchet hôher baß: 1880 ja getuon ich eteslîchem noch die ringe naß. ich wil diu mære selbe hin ze hove tragen und wil ouch mînen hêrren mînen grôßen kumber klagen.‘

Er leidete sich sô sêre den Etzelen man, 1881 daß si in mit den swerten torsten niht bestân: dô schußßen si der gêre sô vil in sînen rant, daß er in durch die swære muose lâßen von der hant.

Dô wândens in betwingen, dô er niht schildes truoc. 1882 hei, waß er tiefer wunden durch die helme sluoc! des muose vor im strûchen manec küener man, dar umbe lop vil grôßen der küene Dancwart gewan.

Ze beiden sînen sîten sprungen si im zuo. 1883 jâ kom ir eteslîcher in den strît ze vruo. dô gie er vor den vînden, alsam ein eberswîn ze walde tuot vor hunden: wie möht er küener gesîn?

Sîn vart diu wart erniuwet von heißem bluote naß. 1884 wie kund ein einec recke gestrîten immer baß mit sînen vîenden, danne er het getân? man sach Hagenen bruoder ze hove hêrlîchen gân.

Truhsæßen unde schenken die hôrten swerte klanc: 1885 vil maneger dô daß trinken von der hende swanc und etelîche spîse, die man ze hove truoc. dô kom im vor der stiegen der starken vînde genuoc.

‚Wie nu, ir truhsæßen?‘ sprach der müede degen, 1886 ‚jâ soldet ir der geste vil güetlîchen phlegen und soldet den hêrren guote spîse tragen und ließet mich diu mære mînen lieben hêrren sagen.‘

Swelher durch sîn ellen im vür die stiegen spranc, 1887 der sluog er etelîchem sô swæren swertes swanc, daß si durch die vorhte ûf hôher muosen stân. eß het sîn starkeß ellen vil michel wunder getân.

Âventiure

wie Dancwart diu mære ze hove sînen hêrren brâhte.

Alsô der küene Dancwart under die tür getrat, 1888 daß Etzeln gesinde er hôher wîchen bat. mit bluote was berunnen alleß sîn gewant; ein vil scharfeß wâfen truog er blôß an sîner hant.

Eß was reht in der wîle, do er kom vür die tür, C. daß man Ortlieben truoc wider unde vür von tische zuo tischen den vürsten wol geborn: von disen starken mæren wart daß kindelîn verlorn.

Vil lûte rief dô Dancwart einem degene: 1889 ‚ir sitzet alze lange, bruoder Hagene. iu und Got von himele klage ich unser nôt: rîter unde knehte sint an den herbergen tôt.‘

Er rief im hin enkegene: ‚wer hât daß getân?‘ 1890 ‚daß hât der hêrre Blœdel unde sîne man. ouch hât ers sêre enkolten, daß wil ich iu sagen: ich hân mit mînen handen im sîn houbet ab geslagen.‘

‚Daß ist ein schade kleine,‘ sprach dô Hagene, 1891 ‚swâ man solhiu mære saget von degene, ob er von recken henden verliuset sînen lîp: in suln deste ringer klagen wætlîchiu wîp.

‚Nu saget mir, lieber bruoder, wie sît ir sô rôt? A.1892 ich wæne, ir von wunden lîdet grôße nôt. ist er inder inme lande, der eß iu hât getân, in erner der übel tiuvel, eß muoß im an sîn leben gân.‘

‚Ir sehet mich wol gesunden: mîn wât ist bluotes naß. A.1893 von ander manne wunden ist mir geschehen daß, der ich alsô manegen hiute hân erslagen, ob ich des swern solde, ine kundeß nimmer gesagen.‘

Er sprach: ‚bruoder Dancwart, sô hüetet uns der tür, 1894 lât der Hiunen einen komen niht dervür. ich wil reden mit den recken, als uns des twinget nôt: unser ingesinde lît von in unverdienet tôt.‘

‚Sol ich sîn kamerære,‘ sprach der küene man, 1895 ‚alsô rîchen künegen ich wol gedienen kan: sô phlige ich der stiegen nâch den êren mîn.‘ den Kriemhilde degenen kunde leider niht gesîn.

‚Mich nimt des michel wunder,‘ sprach aber Hagene, 1896 ‚waß nu hie inne rûnen die Hiunen degene. si wæn des lîhte enbæren, der an der tür dâ stât und diu hovemære geseit den Burgunden hât.

‚Ich hân vernomen lange von Kriemhilde sagen, 1897 daß si ir herzeleide wolde niht vertragen. nu trinken wir die minne und gelten sküneges wîn: der junge voit der Hiunen der muoß der aller êrste sîn.‘

Dô sluoc daß kint Ortlieben Hagne der helt guot, 1898 daß im gein der hende anme swerte vlôß das bluot und der küneginne eß houbet sprang in die schôß. dô huop sich under degenen ein mort vil grimme unde grôß.

Er sluog deme meizogen einen swinden swertes slac 1899 mit beiden sînen henden, der des kindes phlac, daß im daß houbet schiere vor tische nider lac. eß was ein jæmerlîcheß lôn, daß er dem meizogen wac.

Er sach vor Etzeln tische einen spilman: 1900 Hagne in sîme zorne gâhen dar began. er sluoc im ûf der gîgen abe die zeswen hant: ‚daß habe dir der botschefte in der Burgunden lant.‘

‚Sô wê mir mîner hende,‘ sprach Werbel sân. 1901 ‚hêr Hagene von Troneje, waß hân ich iu getân? ich kom ûf grôße triuwe in iuwer hêrren lant. wie klenk ich nu die dœne, sît ich verlorn hân die hant?‘

Hagne ahte ringe, gevidelter nimmer mêr. A.1902 dô vrumt er inme hûse diu verchgrimmen sêr an den Etzeln recken, der er sô vil ersluoc. dô brâhte er in dem gademe ze tôde recken genuoc.

Volkêr der vil snelle von dem tische spranc: 1903 ein videlboge im lûte an sîner hant erklanc. dô videlte ungevuoge Gunthers spilman. hei, waß er im ze vînde der küenen Hiunen gewan!

Ouch sprungen von den tischen die drîe künege hêr. 1904 si woldenß gerne scheiden, ê schade geschæhe mêr. sine mohtenß mit ir sinnen dô niht understân, dô Volkêr unde Hagene sô sêre wüeten began.

Dô sach der voit von Rîne ungescheiden den strît: 1905 dô sluoc der vürste selbe manege wunden wît durch die liehten ringe den vîenden sîn. eß was ein helt zen handen, daß wart dâ grœßlîche schîn.

Dô kom ouch zuo dem strîte der starke Gêrnôt: 1906 jâ vrumte er der Hiunen vil manegen helt tôt mit eime scharfen swerte, daß im gap Rüedegêr. den Etzelen recken tet er diu gremlîchen sêr.

Der junge sun vroun Uoten zuo dem strîte spranc: 1907 sîn wâfen hêrlîchen durch die helme ranc den Etzelen recken ûßer Hiunen lant; dâ tet vil michel wunder des küenen Gîselheres hant.

Swie vrum si alle wâren, die künege und ouch ir man, 1908 doch sach man vor in allen Volkêren stân gein den vîenden; eß was ein helt guot: er vrumte mit wunden manegen vallen in daß bluot.

Ouch werten sich vil sêre die Etzelen man. 1909 dô sach man die geste houwende gân mit den vil liehten swerten durch des küneges sal. man hôrte allenthalben von wuofe grœßlîchen schal.

Dô wolden die dar ûße zir vriunden sîn dar in: 1910 die nâmen an den türen vil kleinen gewin. dô wæren die dar inne vil gerne vür den sal: Dancwart ließ ir deheinen die stiegen ûf noch ze tal.

Des huop sich vor den türen vil starker gedranc 1911 und ouch von den swerten grôßer helmklanc. des kom der küene Dancwart in eine grôße nôt: daß besorgete sîn bruoder, als im sîn triuwe gebôt.

Vil lûte rief dô Hagene Volkêren an: 1912 ‚seht ir dort, geselle, mînen bruoder stân vor Hiunischen recken under starken slegen? vriunt, nert mir den bruoder: wir verliesen den degen.‘

‚Daß tuon ich sicherlîchen,‘ sprach der spilman. 1913 er begunde videlunde durch den palas gân: ein herteß swert im ofte an sîner hant erklanc. die recken von Rîne im seiten grœßlîchen danc.

Volkêr der küene zuo Dancwarte sprach: 1914 ‚ir habt erliten hiute vil grôßen ungemach. mich bat iuwer bruoder durch helfe zuo iu gân. welt ir nu sîn dar ûße, sô wil ich innerthalben stân.‘

Dancwart der snelle stuont ûßerhalb der tür: 1915 dô werte er in ir stiegen, swaß ir kom der vür. des hôrt man wâfen hellen den helden an der hant. sam tet ouch innerthalben Volkêr von Burgunden lant.

Der küene videlære rief über menege: 1916 ‚daß hûs ist wol besloßßen, vriunt her Hagene, jâ ist alsô verschrenket diu Etzelen tür von zweier helde handen: dâ gênt wol tûsent rigel vür.‘

Dô von Troneje Hagene die tür sach sô behuot, A.1917 den schilt warf dô ze rucke der mære helt guot: dô êrst begund er rechen sîner vriunde leit. sîns zornes muose engelten vil manec rîter gemeit.

Dô der voit von Berne daß wunder rehte ersach, A.1918 daß Hagene der starke sô manegen helm brach, der künec von Amelunge spranc ûf eine banc. er sprach: ‚hie schenket Hagene daß aller wirseste tranc.‘

Der wirt het grôße sorge, sîn wîp diu het alsam: A.1919 waß man im lieber vriunde vor sînen ougen nam! wan er vor sînen vînden vil kûme dâ genas. er saß vil angestlîche: waß half im, daß er künic was?

Kriemhilt diu rîche rief Dietrîchen an: A.1920 ‚hilf mir, rîter edele, mit dem lîbe dan, durch aller vürsten tugende ûß Amelunge lant: wan erreicht mich Hagene, ich hân den tôt an der hant.‘

‚Wie sol ich iu gehelfen,‘ sprach hêr Dieterîch, A.1921 ‚edel küneginne? nu sorge ich umbe mich. eß sint sô sêr erzürnet Guntheres man, daß ich an disen zîten gevriden nieman enkan.‘

‚Neinâ, hêrre Dietrîch, vil edel rîter guot, A.1922 lâßâ hiute schînen dînen tugentlîchen muot, daß du mir helfest hinnen, oder ich belîbe tôt. nu hilf mir und dem künege ûß dirre angeslîcher nôt.‘

‚Daß wil ich versuochen, ob ich iu helfen kan, A.1923 wand ich in langen zîten niht gesehen hân sô bitterlîch erzürnet manegen rîter guot. jâ sich ich durch die helme von swerten springen daß bluot.‘

Mit kraft begunde rüefen der rîter ûß erkorn, A.1924 daß sîn stimme erhlûte sam ein wisntes horn, und daß diu burc vil wîte von sîner kraft erdôß. diu sterke Dietrîches was unmæßlîchen grôß.

Dô gehôrte rüefen Gunther disen man A.1925 in dem vil herten sturme: hlosen er began. er sprach: ‚Dietrîches stimme ist in mîn ôre komen. ich wæne, im unser degene haben etwen benomen.

‚Ich sich in ûf dem tische winken mit der hant. A.1926 vriunt unde mâge von Burgunden lant, habet ûf des strîtes, lât hœren unde sehen, waß hie Dietrîche von uns ze schaden sî geschehen.‘

Dô der künic Gunther bat und ouch gebôt, A.1927 si habten ûf mit swerten in des strîtes nôt. daß was gewalt vil grôßer, daß dâ niemen sluoc. er vrâgte den von Berne der mære schiere genuoc.

Er sprach: ‚vil edel Dietrîch: waß ist iu hie getân A.1928 vone mînen vriunden? willen ich des hân, buoße und suone der bin ich iu bereit. swaß iu iemen tæte, daß wær mir inneclîchen leit.‘

Dô sprach der hêrre Dietrîch: ‚mir ist niht getân. A.1929 lât mich ûß dem hûse mit iurme vride gân von disem herten strîte mit dem gesinde mîn. daß wil ich umbe iuch degene immer dienende sîn.‘

‚Waß vlêhet ir sô sêre?‘ sprach hêr Wolfhart, A.1930 ‚jane hât der videlære die tür nie sô verspart, wir entsließen si sô wîte, daß wir dar vür gân.‘ ‚nu swîc,‘ sprach hêr Dietrîch, ‚du hast den tievel getân.‘

Dô sprach der künic Gunther: ‚erlouben ich iu wil: A.1931 vüert ûß dem hûse wênec oder vil âne mîne vînde: die suln hie bestân. si hânt mir zen Hiunen sô rehte leide getân.‘

Dô er daß erhôrte, under arm er beslôß A.1932 die edelen küneginne; ir sorge was vil grôß: dô vuorte er anderthalben Etzeln mit im dan. ouch gie mit Dietrîche sechs hundert wætlîcher man.