Part 19
Dâ mite was gescheiden, daß niemen dâ enstreit. 1737 dô wart der küneginne vil herzenlîchen leit. die helden kêrten dannen; jâ vorhten si den tôt von dem videlære: des gie in sicherlîchen nôt.
Wie dicke man durch vorhte manegiu dinc verlât, 1738 swâ sô vriunt bî vriunde güetlîchen stât! und hât er guote sinne, daß er sîn niht entuot, schade vil maneges mannes wirt von sinnen wol behuot.
Dô sprach der küene Volkêr: ‚wir hân daß wol ersehen, 1739 daß wir hie vinden vînde, als wir ê hôrten jehen. wir suln zuo den künegen hin ze hove gân, so entar unser hêrren mit strîte niemen bestân.‘
‚Nu wil ich iu volgen,‘ sprach dô Hagene. 1740 si giengen, dâ si vunden vil der degene in grôßem antphange noch an dem hove stân. Volkêr der küene vil lûte sprechen began.
Er sprach zuo sînen hêrren: ‚wie lange welt ir stên, 1741 daß ir iuch lâßet dringen? ir sult ze hove gên und hœret an dem künege, wie der sî gemuot.‘ dô sach man sich gesellen die helde küene unde guot.
Der vürste von Berne der nam an die hant 1742 Gunthern den vil rîchen von Burgunden lant; Irnvrit nam Gêrnôten, den vil küenen man; dô sach man Gîselheren ze hove mit sînem sweher gân.
Swie iemen sich gesellete und ouch ze hove gie, 1743 Volkêr und Hagene geschieden sich nie niuwan in eime sturme unz an ir endes zît. daß muosen edele vrouwen beweinen grœßlîchen sît.
Dô sach man mit den künegen hin ze hove gân 1744 ir edelen ingesindes tûsent küener man, dar über sehzec recken: die wâren mit in komen, die hete in sîme lande der küene Hagene genomen.
Hâwart und Îrinc, zwêne ûß erwelte man, A.1745 sach man geselleclîchen bî den künegen gân. Dancwart und Wolfhart, ein tiuwerlîcher degen, die sach man grôßer tugende vor den anderen phlegen.
Dô der vogt von Rîne in den palas gie, 1746 Etzel der rîche daß langer niht enlie, er spranc von sîme sedele, als er in komen sach. ein gruoß sô rehte schœne von künege nie mêr geschach.
‚Sît willekomen, hêr Gunther und ouch hêr Gêrnôt 1747 und iuwer bruoder Gîselher, mîn dienst ich iu enbôt mit triuwen willeclîchen ze Wormeß über Rîn, und alleß daß gedigene daß sol mir willekomen sîn.
‚Nu sît uns grôße willekomen, ir zwêne degene, 1748 Volkêr der vil küene und ouch Hagene, mir und mîner vrouwen her in ditze lant: si hât iu boten manegen hin ze Rîne gesant.‘
Dô sprach von Troneje Hagene: ‚des hân ich vil vernomen. 1749 wær ich durch mîne hêrren zen Hiunen niht enkomen, sô wær ich iu zen êren geriten in daß lant.‘ dô nam der wirt edele die lieben geste bî der hant.
Er brâhte si zem sedele, dâ er ê selbe saß. 1750 dô schancte man den gesten, mit vlîße tet man daß, in wîten goldes schâlen met, môraß unde wîn und bat die ellenden grôße willekomen sîn.
Dô sprach der künic Etzele: ‚daß wil ich iu verjehen, 1751 mir enkunde in dirre werlde lieber niht geschehen danne an iu helden, daß ir mir sît bekomen. des ist der küneginne vil michel trûren benomen.
‚Mich nimt des immer wunder, waß ich iu habe getân, 1752 sô manegen gast vil edele, den ich gewunnen hân, daß ir nie geruohtet komen in mîniu lant. daß ich iuch nu gesehen hân, deist mir ze vreuden gewant.‘
Des antwurte Rüedegêr, ein rîter hôch gemuot: 1753 ‚ir mugt si sehen gerne, ir triuwe diu ist guot, der mîner vrouwen mâge sô schône kunnen phlegen. si bringent iu ze hûse manegen wætlîchen degen.‘
An sunewenden âbent die hêrren wâren komen 1754 in Etzeln hof des rîchen. vil selten ist vernomen von alsô hôhem gruoße, als er die helde enphie. dar nâch er zuo den tischen mit in vil vrœlîche gie.
Ein wirt bî sînen gesten schôner nie gesaß. 1755 man gab in volleclîchen trinken unde maß: alles, des si gerten, des was man in bereit. man hete von den helden vil michel wunder geseit.
Etzel der rîche het an bou geleit C. sînen vlîß kostenlîche mit grôßer arebeit: palas unde türne, kemenâten âne zal in einer wîten bürge und einen hêrlîchen sal.
Den het er heißen bouwen lanc, hôch und wît, C. durch daß sô vil der recken in suohte zaller zît, ân ander sîn gesinde zwelf rîche künege hêr und vil der werden degene het er zallen zîten mêr,
Denne künic ie gewünne, als ich vernomen hân. C. er lebte in hôher wünne von mâgen unde man. schallen unde dringen het der vürste guot von manegem snellen degene: des stuont im hôhe der muot.
Âventiure
wie si der schiltwaht phlâgen.
Der tac hete nu ende und nâhet in diu naht. 1756 die wegemüeden recken ir sorge an vaht, wanne si solden ruowen und an ir bette gân. daß bereite Hagene: eß wart in schiere kunt getân.
Gunther sprach ze dem wirte: ‚Got lâße iuch wol geleben; 1757 wir wellen varn slâfen: ir sult uns urloup geben. swenne ir daß gebietet, sô kome wir morgen vruo.‘ er schiet von sînen gesten harte vrœlîchen duo.
Dringen allenthalben die geste man dô sach. 1758 Volkêr der küene zuo den Hiunen sprach: ‚wie geturret ir den recken vür die vüeße gân? und welt ir iuchs niht mâßen, sô wirt iu leide getân.
‚Sô slah ich eteslîchem sô swæren gîgen slac, 1759 hât er getriuwen iemen, daß erß beweinen mac. wan wîchet ir uns recken? jâ dunket eß mich guot. eß heißent alleß degene und sint gelîche niht gemuot.‘
Dô der videlære sô zorneclîchen sprach, 1760 Hagene der küene über ahsel sach. er sprach: ‚iu râtet rehte der küene spilman. ir Kriemhilde helde sult ze herberge gân.
‚Des ir dâ habt gedingen, ich wæne, eß ieman tuo. 1761 welt ir iht beginnen, sô kumet uns morgen vruo und lât uns wegemüeden hînte haben gemach: jâ wæn eß von helden mit solhem willen ie geschach.‘
Dô brâhte man die geste in einen wîten sal, 1762 den vunden si berihtet den recken über al mit vil rîchen betten lanc unde breit. in riet diu küneginne diu aller grœßisten leit.
Manegen kolter spæhe von Arraß man dâ sach 1763 von vil liehten phellen und manec bette dach von Arâbischen sîden, sô si beste kunden sîn; dar ûfe lâgen lîsten, die gaben hêrlîchen schîn.
Declachen hermîn vil manegiu man dâ sach 1764 und von swarzem zobele, dar under si ir gemach des nahtes schaffen solden unz an den liehten tac. ein künec mit sîme gesinde nie sô hêrlîch gelac.
‚Ouwê der nahtselde,‘ sprach Gîselher daß kint, 1765 ‚und ouwê mîner vriunde, die mit uns komen sint. swie eß uns mîn swester sô güetlîch erbôt, ich vürhte, wir müeßen alle von ir schulden ligen tôt.‘
‚Nu lât iuwer sorgen,‘ sprach Hagene der degen. 1766 ‚ich wil der schiltwache noch hînte selbe phlegen. ich trouwe iuch wol behüeten, unz uns kumet der tac. des sît gar ân angest: sô genese, swer der mac.‘
Dô nigen si im alle und seiten im des danc. 1767 si giengen zuo den betten. diu wîle was niht lanc, daß sich geleit hêten die wætlîchen man. Hagene der küene der helt sich wâfen began.
Dô sprach der videlære, Volkêr der degen: 1768 ‚versmâhetß iu niht, Hagene, sô wold ich mit iu phlegen hînt der schiltwache unz morgen vruo.‘ der helt vil minneclîchen dancte Volkêre duo.
‚Nu lône iu Got von himele, vil lieber Volkêr. 1769 zallen mînen sorgen sone gerte ich niemen mêr niuwan iuch aleine, swâ ich hete nôt. ich sol eß wol verdienen, mich enwendes der tôt.‘
Dô garten si sich bêde in liehteß ir gewant. 1770 dô nam ir ietwedere den schilt an sîne hant und giengen ûß dem hûse vür die tür stân. dô phlâgen si der geste: daß was mit triuwen getân.
Volkêr der snelle zuo des sales want 1771 sînen schilt den guoten leint er von der hant. dô gie er hin widere, sîn gîgen er genam: dô diende er sînen vriunden, als eß dem helde gezam.
Under die tür des hûses saß er ûf den stein. 1772 küener videlære wart noch nie dehein. dô im der seiten dœnen sô süeßlîch erklanc, die stolzen ellenden die seitens Volkêre danc.
Dô klungen sîne seiten, daß al daß hûs erdôß: 1773 sîn ellen zuo der vuoge diu wâren beidiu grôß. süeßer unde senfter gîgen er began: do enswebete er an den betten vil manegen sorgenden man.
Dô si entslâfen wâren und er daß ervant, 1774 dô nam der degen widere den schilt an die hant und gie ûß dem gademe vür die türe stân und huote sîner vriunde vor den Kriemhilde man.
Des nahtes wol enmitten, ine weiß, eß ê geschach, 1775 Volkêr der vil küene schînen helmen sach verre ûß einer vinster: die Kriemhilde man wolden an den gesten schaden gerne hân getân.
Ê Kriemhilt dise recken hete dan gesant, C. si sprach: ‚ob irs sô vindet, durch Got sô sît gemant, daß ir dâ slahet niemen wan den einen man, den ungetriuwen Hagenen; die andern sult ir leben lân.‘
Dô sprach der videlære: ‚vriunt, her Hagene, 1776 uns zimt disiu sorge ensamt ze tragene. ich sihe gewâfent liute vor dem hûse stên: als ich mich versinne, ich wæne, si wellent uns bestên.‘
‚Nu swîget,‘ sprach dô Hagene, ‚lât si her nâher baß. 1777 ê si unser werden innen, sô wirt hie helmevaß verrucket mit den swerten von unser zweier hant: si werdent Kriemhilde hin wider übele gesant.‘
Ein der Hiunen recken vil schiere daß gesach, 1778 diu tür was behüetet: wie balde er dô sprach: ‚des wir dâ heten willen, jane mag es niht ergân: ich sihe den videlære an der schiltwache stân.
‚Der treit ûf sîme houbte einen helmen glanz, 1779 lûter unde herte, starc unde ganz. ouch lohent im die ringe, sam daß viuwer tuot. bî im stêt ouch Hagene: des sint die geste wol behuot.‘
Zehant si kêrten widere. dô Volkêr daß ersach, 1780 wider sînen gesellen er zorneclîchen sprach: ‚nu lât mich zuo den recken von dem hûse gân: ich wil vrâgen mære der vrouwen Kriemhilde man.‘
‚Nein, durch mîne liebe,‘ sprach dô Hagene, 1781 ‚komt ir von dem hûse, die snellen degene bringent iuch mit swerten lîhte in solhe nôt, daß ich iu müese helfen, wærß aller mîner mâge tôt.
‚Sô wir danne beide kœmen in den strît, 1782 ir zwêne oder viere in einer kurzen zît sprungen zuo dem hûse und tæten uns diu leit an den slâfenden, diu nimmer wurden verkleit.‘
Dô sprach aber Volkêr: ‚sô lât daß geschehen, 1783 daß wir si bringen innen, daß wir si hân gesehen; daß des iht mugen lougenen Kriemhilde man, daß si ungetriulîche vil gerne hêten getân.‘
Zehant dô rief in Volkêr hin entgegene: 1784 ‚wes gêt ir sus gewâfenet, snelle degene? welt ir schâchen rîten, Kriemhilde man? dar sult ir mich ze helfe und mînen hergesellen hân.‘
Des antwurte im niemen. zornec was sîn muot: 1785 ‚phî, ir zagen bœse,‘ sprach der helt guot, ‚wolt ir slâfende uns ermordert hân? daß ist sô guoten helden noch vil selten her getân.‘
Dô wart der küneginne vil rehte daß geseit, 1786 daß ir boten niht enwurben: von schulden was ir leit. dô vuogte si eß anders: vil grimme was ir muot. des muosen sît verderben helde küene unde guot.
Âventiure
wie die hêrren ze kirchen giengen.
‚Mir kuolent sô die ringe,‘ sô sprach Volkêr: 1787 ‚jâ wæn diu naht welle uns niht wern mêr. ich kiuseß an dem lufte, eß ist vil schiere tac.‘ dô wacten si der manegen, der noch slâfende lac.
Dô schein der liehte morgen den gesten in den sal. A.1788 Hagne begunde vrâgen die Recken über al, ob si zuo dem münster ze messe wolden gân? nâch siten kristenlîchen man vil liuten began.
Si sungen ungelîche, daß dâ vil wol schein, A.1789 kristen unde heiden zugen niht enein. dô wolden zuo der kirchen Guntheres man: si wâren von den betten al gelîche gestân.
Dô næten sich die recken in alsô guot gewant, 1790 daß nie helde mêre in deheines küneges lant ie beßßer kleider brâhten. daß was Hagnen leit: er sprach: ‚jâ sult ir helde hie tragen anderiu kleit.
‚Jâ sint iu doch genuogen diu mære wol bekant. 1791 nu traget vür die rôsen diu wâfen an der hant, vür schapel wol gesteinet die liehten helme guot, sît wir wol erkennen der argen Kriemhilde muot.
‚Wir müeßen hiute strîten, daß wil ich iu sagen. 1792 ir sult vür sîden hemde halsperge tragen und vür die rîchen mentel guote schilde wît: ob ieman mit iu zürne, daß ir vil werlîchen sît.
‚Mîne vil lieben hêrren, dar zuo mâge unt man, A.1793 ir sult vil willeclîchen zuo der kirchen gân und klaget Got dem rîchen sorge und iuwer nôt und wißßet sicherlîchen, daß uns nâhet der tôt.
‚Irn sult ouch niht vergeßßen, swaß ir habt getân, A.1794 und sult vil vlîßeclîche dâ gein Gote stân. ir sult sîn gewarnet, recken alsô hêr: eß enwelle Got von himele, ir vernemet messe nimmer mêr.‘
Sus giengen zuo dem münster die vürsten und ir man. 1795 ûf dem vrônen vrîthove dâ hieß si stille stân Hagene der küene, daß si sich schieden niht. er sprach: ‚jâ weiß noch niemen, waß von den Hiunen geschiht.
‚Leget, mîne vriunde, die schilde vür den vuoß A.1796 und geltet, ob iu iemen biete valschen gruoß, mit tiefen verchwunden: daß ist der Hagnen rât, daß ir sô werdet vunden, sam eß iu lobelîchen stât.‘
Volkêr unde Hagene die zwêne giengen stân 1797 vür daß wîte münster: daß wart durch daß getân, daß si daß wolden vüegen, daß des küneges wîp mit in müese dringen; jâ was vil grimmec ir lîp.
Dô kom der wirt des landes und ouch sîn schœne wîp; 1798 mit rîchem gewande gezieret was ir lîp und der vil snellen recken, die man sach mit ir varn. dô kôs man hôhe stouben von der küneginne scharn.
Dô der künic rîche alsus gewâfent sach 1799 die künege und ir gesinde, wie balde er dô sprach: ‚wie sihe ich vriunde mîne under helmen gân? mir ist leit ûf mîne triuwe, und hât in iemen iht getân.
‚Ich solß in gerne büeßen, swie si dunket guot. 1800 hât iemen in beswæret daß herze und ouch den muot, des bringe ich si wol innen, daß eß mir ist vil leit: swaß si mir gebietent, des bin ich alles in bereit.‘
Des antwurte Hagene: ‚uns hât niemen niht getân. 1801 eß ist site mîner hêrren, daß si gewâfent gân zallen hôhgezîten ze vollen drin tagen. waß man uns hie tæte, wir soldenß Etzelen klagen.‘
Vil wol gehôrte Kriemhilt, waß Hagne gesprach. 1802 wie rehte vîentlîche si im under dougen sach! sine wolde doch niht melden den site von ir lant, swie lange si den hête ze den Burgunden erkant.
Swie grimme und swie starke si in vîent wære, 1803 het iemen geseit Etzelen diu rehten mære, er het wol understanden, daß doch sît geschach: durch ir vil starken übermuot ir deheiner ims verjach.
Dô gie diu küneginne mit grôßer menege dan. 1804 done wolden dise zwêne iedoch niht hôher stân zweier hande breite: daß was den Hiunen leit. jâ muose si sich dringen mit den helden vil gemeit.
Etzeln kamerære die endûhte daß niht guot: 1805 jâ heten si den recken erzürnet dô den muot, wan daß si entorsten vor dem künege hêr. dâ was vil michel dringen und doch niht anderes mêr.
Dô man dô Gote gediende und daß si wolden dan, 1806 vil balde kom ze rossen manec Hiunen man. dô was bî Kriemhilde vil manec schœniu meit; wol siben tûsent degene bî der küneginne reit.
Kriemhilt mit ir vrouwen in diu venster gesaß 1807 zuo Etzeln dem rîchen: liep was im daß. si wolden schouwen rîten helde vil gemeit. hei, waß vremder recken vor in ûf dem hove reit!
Dô was ouch der marschalc mit den rossen komen: A.1808 Dancwart der vil küene hete ze im genomen sîns hêrren ingesinde von Burgunden lant. diu ros man wol gesatelet den küenen Niblungen vant.
Dô ze rosse kômen die künege und ir man, 1809 Volkêr der küene râten daß began, si solden buhurdieren nâch ir landes siten. des wart von den helden sît vil hêrlîch geriten.
Der helt het in gerâten, des si doch niht verdrôß; 1810 der buhurt unt daß schallen wurden beide grôß. ûf den hof vil wîten kom vil manec man. Etzel unde Kriemhilt daß selbe schouwen began.
Ûf den buhurt kômen sehs hundert degene, 1811 Dietrîches recken, den gesten zegegene. si wolden kurzwîle mit den Burgunden hân: het er ins gegunnen, si hetenß gerne getân.
Hei, waß guoter recken in dâ nâch reit! 1812 dem hêrren Dietrîche wart daß geseit. mit Guntheres mannen daß spil er in verbôt. er vorhte sîner manne: des gie im sicherlîchen nôt.
Dô die von Berne gescheiden wâren dan, 1813 dô kômen von Bechlâren Rüedegêres man fünf hundert under schilden vür den sal geriten. liep wære dem marcgrâven, daß siß hêten vermiten.
Er kom zuo zin vil balde gedrungen durch die schar 1814 und seite sînen mannen, si wæren des gewar, daß in unmuote wæren Guntheres man: ob si den buhurt ließen, eß wær im liebe getân.
Dô von in geschieden die helde vil gemeit, 1815 dô kômen die von Dürengen, als uns daß ist geseit, und der von Tenemarken wol tûsent küener man. von stichen sach man vliegen vil der trunzûne dan.
Irnvrit unde Hâwart in den buhurt riten; A.1816 ir heten die von Rîne vil stolzlîch erbiten. si buten manege tjoste den von Dürengen lant: des wart von stichen dürkel manec hêrlîcher rant.
Dô kom der hêrre Blœdelîn mit drin tûsent dar. 1817 Etzel unde Kriemhilt nâmen sîn wol war, wan vor in beiden diu rîterschaft geschach. diu künegin eß gerne durch leit der Burgunde sach.
Si gedâht in ir muote, als eß was nâch geschehen: C. ‚geschæhe iemen leide, sô möhte ich mich versehen, daß eß erhaben würde: an den vînden mîn wurde ich wol errochen, des wolde ich gar ân angest sîn.‘
Schrûtân unde Gibeke ûf den buhurt riten, 1818 Râmunc und Hornboge, nâch Hiunischen siten. si hielten gein den helden von Burgunden lant. die schefte dræten hôhe über des küneges sales want.
Swes dâ iemen phlæge, sô was eß niuwan schal. B. man hôrte von schilde stœßen palas unde sal harte lût erdießen von Guntheres man. den lop daß sîn gesinde mit grôßen êren gewan.
Dô was ir kurzwîle sô michel unde grôß, 1819 daß durch die covertiure der blanke sweiß dô vlôß von den guoten rossen, diu die helde riten. si versuochtenß an den Hiunen mit vil hôhverten siten.
Dô sprach der küene Volkêr, ein edel spilman: 1820 ‚ich wæne, uns dise recken türren niht bestân. ich hôrte ie sagen mære, si wæren uns gehaß: nu enkunde eß sich gevüegen zwâre niender in baß.‘
‚Zen herbergen vüeren,‘ sprach der künic hêr, 1821 ‚sol man uns die mœre und rîten danne mêr hin gein âbende, sô es wirdet zît. waß, ob diu küneginne den lop den Burgunden gît?‘
Dô sâhens einen rîten sô weigerlîchen hie, 1822 daß eß al der Hiunen getet neheiner nie. jâ moht er in den venstern wol haben herzen trût: er vuor sô wol gekleidet sam eins vil werden rîters brût.
Dô sprach aber Volkêr: ‚wie möht ich daß verlân? 1823 jener trût der vrouwen muoß ein gepiuße hân. eß kan nieman gescheiden, eß gât im an den lîp: ja enruoch ich, ob eß zürnet des künic Etzelen wîp.‘
‚Nein, durch mîne liebe,‘ sprach der künic sân. A.1824 ‚eß wîßent uns die liute, ob wir si bestân. lât eß heben die Hiunen: daß vüeget sich noch baß.‘ dannoch der künic Etzel bî der küneginne saß.
‚Ich wil den buhurt mêren,‘ sprach dô Hagene. A.1825 ‚lât die vrouwen schouwen und die degene, wie wir künnen rîten: daß ist guot getân; man gît doch lop deheinen des künic Guntheres man.‘
Volkêr der vil snelle den buhurt wider reit. 1826 daß wart sît maneger vrouwen grœßlîchen leit. er stach dem rîchen Hiunen daß sper durch den lîp: daß sach man sît beweinen beide meit unde wîp.
Dô rukte hurteclîche Hagne nâch im dan: A.1827 mit sehzec sîner degene rîten er began nâch dem videlære, dâ daß spil geschach. Etzel unde Kriemhilt eß bescheidenlîchen sach.
Done wolden die drî künege den küenen spilman A.1828 bî den vîenden niht âne huote lân. dâ wart von tûsent helden vil kunstlîch geriten. si tâten, daß si wolden in vil hôhverten siten.
Dô der rîche Hiune ze tôde was erslagen, 1829 man hôrte sîne mâge rüefen unde klagen. dô vrâgte al daß gesinde: ‚wer hât eß getân?‘ ‚daß hât der videlære, Volkêr der küene spilman.‘
Nâch swerten unde schilden riefen dâ zehant A.1830 des marcgrâven mâge von der Hiunen lant: si wolden Volkêren ze tôde erslagen hân. der wirt ûß eime venster vil harte gâhen began.
Dô huop sich von den Hiunen allenthalben schal. 1831 die künege und ir gesinde erbeißten vür den sal. diu ros ze rucke stießen die Burgunden man. dô kom künic Etzel: der hêrre eß scheiden began.
Ein des Hiunen mâge, den er bî im vant, A.1832 ein vil scharfeß wâfen brach erm ûß der hant: dô sluog ers alle widere, wan im was vil zorn. ‚wie hete ich mînen dienest an disen helden verlorn!
‚Ob ir nu disen spileman hêt dar umbe erslagen, 1833 ich hieß iuch alle hâhen, daß wil ich iu sagen. ich sach vil wol sîn rîten, dô er den Hiunen stach, daß eß âne sînen willen von eime strûche geschach.
‚Ir müeßet mîne geste vride lâßen hân.‘ A.1834 dô wart er ir geleite. diu ros zôch man dan zuo den herbergen. si heten manegen kneht, die in mit vlîße wâren ze allem dienste gereht.
Der wirt mit sînen vriunden in den palas gie: 1835 zorn er mêr deheinen dâ niht werden lie. dô rihte man die tische, daß waßßer man in truoc. dô heten die von Rîne der starken vînde genuoc.
Swie leit eß Etzeln wære, gewâfent manege schar C. sach man nâch vürsten dringen und wol ze vlîße gar, dâ si zen tischen giengen, durch der geste haß. ir mâc si wolden rechen, ob sich gevüegen kunde daß.