Der Hodscha Nasreddin II. Band Türkische, arabische, berberische, maltesische, sizilianische, kalabrische, kroatische, serbische und griechische Märlein und Schwänke

Part 13

Chapter 133,798 wordsPublic domain

Vne autrefois, estant arriué à Grey, son coche se vint à rompre en deux ou trois endroits. Dequoy extremement fasché, parce qu’il deuoit aller en quelque lieu en diligence: enfin il s’aduisa d’escrire à Monsieur de Lampas, son cousin, qui demeuroit à deux lieues de là, et le prioit bien fort de l’accomoder de son coche pour deux ou trois iours. Cela fait, il cachette sa lettre, et estoit prest à l’enuoyer par son laquais, quand son cocher luy vint dire que son coche estoit fort bien r’habillé, et qu’il n’en falloit jà emprunter. Alors le sieur Gaulard deschira cette lettre, et se fist apporter de nouveau vne plume et de l’encre, et escriuit à son cousin vne autre lettre, par laquelle il le remercioit bien fort de l’amitié qu’il luy vouloit faire, de luy enuoyer son coche, qu’il n’en estoit plus de besoin, et que le sien estoit raccomodé: et despescha son laquais qui porta cette derniere lettre au sieur de Lampas, qui le vint trouver le lendemain exprès à dix lieues de là, pour sçauoir ce qu’il vouloit dire. Lors il lui dit, Mon cousin, i’estois en peine, pource que ie vous auois escrit, qu’il vous pleust m’accomoder de vostre coche, et sçachant la bonne affection que vous me portez, ie me suis bien douté, que dés que i’aurois escrit, vous me l’enuoiriez. Et par ainsi ie vous ay escrit la derniere fois, afin que vous ne m’enuoyssiez pas vostre coche, puis que le mien estoit refait.

Anders ist folgende persische Geschichte (Kuka, S. 157):

An inhabitant of Baghdad went to Kazwin. As his stay at the latter place was prolonged beyond what he had originally intended it to be, he wrote a letter to his family, mentioning everything about himself and his affairs; but, as he could not find any messenger, he determined to take the letter himself to Baghdad. Accordingly he took up the letter, and arrived with it at his house, but stayed outside the door. The members of his family were glad to see him, and asked him, to enter the house; but this he would not do, saying, »my object in coming here was merely to bring this letter«; and with these words he left again, leaving the letter with them.

457. Serbisch, S. 45 ff.; Roda Roda, S. 124.

G. Bouchet, _Les Serées_, V, S. 69:

Ce maistre qui estoit de nos Serees, nous conta qu’vn iour il demanda à vn sien mestayer, comme il se portoit depuis deux ou trois iours que sa femme estoit morte, lequel luy respondit, quand ie reuins de l’enterrement de ma femme, m’essuyant les yeux, et trauaillant à plorer, chacun me disoit, compere, ne te soucie, ie sçay bien ton faict, ie te donneray bien vne autre femme. Helas! me disoit-il, on ne me disoit point ainsi, quand i’eu perdu l’vne de mes vasches.

458. Serbisch, S. 48. Ähnlich Buadem, Nr. 62; Serbisch, S. 72 ff.; Kroatisch, S. 44.

Eine ähnliche Schnurre aus dem _Nuzhat al udaba_‚ hat Basset in der _RTP_, XV, S. 363 mitgeteilt:

Einige Räuber hielten auf der Heerstraße mehrere Kaufleute an, bemächtigten sich ihrer und verteilten sie durchs Los. Die einen fanden bei ihren Gefangenen Stoffe und seidene Mäntel, andere Geld und andere Dinge; einer aber schlug seinen Kaufmann jämmerlich mit den Worten: »Warum sind deine Waren nicht so wie die deiner Gesellen?« Der Kaufmann antwortete: »Verzeih, Herr, ich wußte nicht, daß der Markt so gut besucht sein werde; habe Geduld bis zum nächsten Mal.« Der Räuber lachte und ließ ihn laufen.

459. Serbisch, S. 97.

460. Serbisch, S. 97 ff.

461. Serbisch, S. 98.

462. Serbisch, S. 109.

Eine seltsame Parallele und wohl zugleich die schließliche Quelle des serbischen Schwankes bietet eine Geschichte bei Bar-Hebraeus, S. 25, Nr. 98, deren Held der weise Günstling des persischen Königs Khosrev Anoscharwan (531-579) ist:

Bazarjamhir’s wife asked him a certain question and he replied, »I know not the answer.« Thereupon she said unto him, »Dost thou take such large wages from the king [for thy wisdom] and yet not know the answer to my question?« And he replied, »I receive my wages for what I know, and it is not payment for what I know not. If I were to receive wages for that which I know not all the king’s treasures would be insufficient to reward me, for the things which I know not are exceedingly many.«

Ebenso, nur daß es nicht die eigene Frau ist, steht die Geschichte, die bei Masudi fehlt, bei Galland, S. 53 ff.; auf einen andern übertragen ist sie bei Roda Roda, S. 63.

463. Serbisch, S. 117.

464. Serbisch, S. 128; Griechisch, Nr. 147; Pann, S. 338.

465. Serbisch, S. 131.

466. Serbisch, S. 132.

467. Serbisch, S. 135 ff.

Zu dem Anfange des Schwankes (Nasreddins Tür) ist auf Pann, S. 342 und oben auf unsere Nr. 329 zu verweisen; zu dem Reste, der eine Parallele bei Roda Roda, S. 252 hat, vgl. die Anmerkungen zu Nr. 399.

468. Serbisch, S. 144 ff.

469. Serbisch, S. 147.

470. Serbisch, S. 148.

471. Serbisch, S. 151 ff.

472. Serbisch, S. 152 ff.

473. Serbisch, S. 158.

Vgl. dazu die Nr. 92 bei Luscinius, _Joci ac sales_, abgedruckt bei Gastius, _Convivales sermones_, I, S. 288 ff. und in der Ausgabe Francofurti, 1602 der _Mensa philosophica_, S. 399 ff., Nr. 74:

Pauper quidam in tonstrinam veniens, ob Dei amorem orauit vt tonderetur, quod nihil sibi esset pecuniarum, quo operam tonsoris conduceret. Cum tonsor arrepta hebete nouacula, tanta inclementia miserum radit, vt ad singulos tractus lachrymae ex oculis vbertim manarint, interea eanis in culina acerbe verberatus, magno eiulatu in officinam tonsoris prosiliit. Quo conspecto, pauper ceu parem sortis iniquitatem in animali miseratus, exclamauit: O canis, quid adversi accidit tibi? num et tu rasus es ob Dei amorem?

Der Schwank, der aus Gastius in Domenichis _Facetie_, 1562, S. 229 (1581, S. 282 ff.), in die _Cicalata in lode della Frittura_‚ von Lorenzo Panciatichi (Biscioni im Kommentar zu Lorenzo Lippis _Malmantile racquistato_, Venezia, 1748, S. 47), in die _Cuentos_‚ von Juan de Arguijo (Paz y Mélia, _Sales españolas_, II, S. 137 ff.), in die _Certayne Conceyts and Jeasts_, Nr. 16 (Hazlitt, III, S. 8 ff.), in Zincgref-Weidners _Apophtegmata_, III, S. 256 usw. übergegangen ist, ist auch die Quelle der 82. Erzählung in Hebels _Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes_‚ in der zitierten Ausgabe III, S. 204.

Nahe steht aber unserer Geschichte auch folgender Schwank _Von Claus Narren_, S. 162:

Als jhm Clauß wolte lassen seinen Bart abnemmen, nam der Balbierer einen stumpffen Harsach[22] vnd räuffte den guten Menschen vbel. Clauß duldets vnd schweig stille. In dieser weile aber, da Clausen der Balbierer beschickte, ließ der Wirth im Hause ein gemestet Schwein stechen vnd abschlachten, das schreye sehr, da schrey Clauß auch: Hülff Gott, der Schlächter wird stumpff haben, weil das Schwein so schreyet; denn mein Balbierer hatt auch nit scharff, noch machte er mir nit so wehe, daß ich geschrien oder gezuckt hette.

474. Serbisch, S. 158 ff.

Der Schwank steht schon im _Nuzhat al udaba_, woraus ihn Basset im _Keleti szemle_, I, S. 221 übertragen hat, ferner bei Kuka, S. 182, Nr. 85.

475. Serbisch, S. 159 ff.

476. Serbisch, S. 166.

Tabourot, _Contes du Sieur Gaulard_, S. 209:

Allans par pays, son homme voulant gagner le beau chemin, trauersa vn chemin semé de pois. A raison dequoy, le sieur Gaulard se mit à crier à gorge desployée contre son homme, et luy disoit: Comment belistre, veux-tu brusler les iambes de mes cheuaux? ne sçais-tu pas bien que mangcant des poix, il y a six sepmaines, ils estoient si chauds qu’ils me bruslerent toute la bouche? Et bien n’auoit-il pas raison?

477. Serbisch, S. 169 ff.; Griechisch, Nr. 109; Walawani, S. 153 ff.; G. F. Abbott, _Macedonian Folklore_, Cambridge, 1903, S. 114 ff. (von »Nasreddin Khodja, the famous fourteenth century wit and sage of Persia«; mit einem Exkurs über das Niesen); Murad, Nr. 7; Pann, S. 329.

Die Geschichte ist identisch mit der bei Henning, _Tausend und eine Nacht_, XXIII, S. 73 ff. erzählten, wozu man Chauvin, VI, S. 137 vergleiche.

478. Serbisch, S. 173.

479. Serbisch, S. 176 ff.

Vgl. die Nrn. 332 und 482.

480. Serbisch, S. 177 ff.

Die Schnurre steht, geringfügig abweichend, schon in Castigliones _Cortegiano_, I. II, c. 51 (meine Ausgabe I, S. 184 und Nachweisungen I, S. 302) und in den _Contes du Sieur Gaulard_, S. 190 ff.

481. Serbisch, S. 179 ff.; _Anthropophyteia_, IV, S. 374 ff.

Der Schwank steht schon in der bereits zitierten türkischen Fabelsammlung, die Decourdemanche unter dem Titel _Fables turques_, Paris, 1882 aus einem von 1758 datierten Manuskripte ins Französische übersetzt hat und deren Abfassung er, allerdings ohne zwingenden Grund, in die ersten Jahre des 16. Jahrhunderts verlegt; die 19. Fabel, _L’avare_, lautet dort, S. 39, folgendermaßen:

C’est vraiment chose étonnante, disait un avare insigne à son ami en tirant un aspre de sa poche, de voir que, quand j’achète de la nourriture, mes chères espèces reviennent dans ma bourse!

— Cela t’est bien facile, fait l’autre: tu vas à la boucherie, tu y fais emplette d’un apre de tripes et tu les emportes chez toi; alors tu les nettoies avec soin, puis tu en revends pour un aspre. C’est ainsi que ton argent revient dans ta bourse.

L’avarice attire de pareilles répliques.

Der Schluß des vorliegenden Schwankes (nicht auch des aus der _Anthropophyteia_‚ angezogenen) erinnert an die 50. Novelle Morlinis, wo Gonnella, nachdem er außerhalb Neapels von zwei Frauenzimmern abgefertigt worden ist, auf den Besuch Neapels verzichtet, da er sich sagt: Si Parthenopeis mulierculis tanta inest argutia, quid de maribus cogitandum?

482. Serbisch, S. 183 ff.; Roda Roda, S. 107.

Vgl. die Nrn. 332 und 479. Hierher gehört auch die 189. Erzählung von Buadem: Buadem assoziiert sich mit einem, um eine Schreibstube zu halten. Als sie nun am ersten Abende die Einnahme zählen, ergibt sich, daß Buadems Gesellschafter, obwohl sie jeder gleich viel Schriftstücke verfaßt haben, das doppelte eingenommen hat. Sein Geschreibsel kann nämlich niemand lesen, und so bringen es die Kunden zurück, damit er es ihnen lese; dafür läßt er sich nun ebenso viel entrichten wie fürs Schreiben. Leider kann das Buadem nicht auch durchführen, weil er das, was er geschrieben hat, selber nicht lesen kann.

483. Serbisch, S. 188.

Siehe oben Nr. 349.

484. Serbisch, S. 190.

Krauss, _Zigeunerhumor_, S. 34 ff.: _Es kommt auf die Seele der Zigeunerin._‚

485. Serbisch, S. 190 ff.

Roda Roda, S. 117.

486. Serbisch, S. 192.

IX. Griechische Überlieferungen

487. Griechisch, Nr. 1; Tewfik, Nr. 3; _Tréfái_, Nr. 164 (statt 165); Serbisch, S. 12 ff.; Kroatisch, S. 3; Murad, Nr. 9.

Köhler, I, S. 507 ff.

Zu den dort gegebenen Nachweisungen kommen noch Clouston, _Popular Tales and Fictions_, I, S. 458 ff., Clouston, _Noodles_, S. 81 ff., _Joe Miller’s Jests_, S. 18 ff., Nr. 103, Merkens, I, S. 208 ff., Nr. 250, dazu S. 275, und III, S. 222 ff., Nr. 214, dazu S. 257, Yakoub Artin Pacha, _Contes populaires de la vallée du Nil_, S. 51 ff. (siehe oben die Anmerkung zu Nr. 63), die 31. Karakuschgeschichte bei Decourdemanche, _Plaisanteries_, S. 140 ff. und Chauvin, VII, S. 136 ff.

488. Griechisch, Nr. 3; Tewfik, Nr. 55; _Tréfái_, Nr. 162 (statt 163); Serbisch, S. 21 ff.; Kroatisch, S. 24. Siehe oben Nr. 309.

Clouston, _Noodles_, S. 70 ff.

489. Griechisch, Nr. 4; Tewfik, Nr. 36; _Tréfái_, Nr. 155 (statt 156); Serbisch, S. 15; Kroatisch, S. 13 ff.

490. Griechisch, Nr. 5; Tewfik, Nr. 69; _Tréfái_, Nr. 159 (statt 158); Serbisch, S. 19 ff.; Kroatisch, S. 29.

An Parallelen seien genannt: Poggio, Fac. 56: _De illo qui aratrum super humerum portavit; Facecies, et motz subtilz_, Lyon, 1559, Bl. 59^a; Costo, _Il Fuggilozio_, S. 107 ff.; _Mery Tales of the Mad Men of Gotham_, Nr. 2 (Hazlitt, III, S. 6; Clouston, _Noodles_, S. 19 und 68); _Contes du Sieur Gaulard_, S. 198 = Zincgref-Weidner, V, S. 119 und _Exilium melancholiae_, L, Nr. 6, S. 283; unabhängig davon ebendort M, Nr. 36, S. 311; Hermotimus, _Additamenta_, S. 294: _De Agricola parcente Asino_‚; Merkens, II, S. 17, Nr. 21 und III, S. 27, Nr. 36; Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 67. Vgl. weiter Sébillot, _Littérature orale de la Haute-Bretagne_, S. 387 und Ispirescu, S. 97 (_Magazin_, XCVI, S. 613).

In einem aus den letzten Jahren des zwölften Jahrhunderts stammenden Spottgedichte auf die Leute von Norfolk, in der _Descriptio Norfolcensium_, lauten die Verse 122 ff. (bei Wright, _Early Mysteries und other Latin Poems_, London. 1884, S. 95) folgendermaßen:

Ad forum ambulant (Norfokienses) diebus singulis, Saccum de lolio portant in humeris, Jumentis ne noceant: bene fatuis, Ut praelocutus sum, aequantur bestiis.

491. Griechisch, Nr. 7; Tewfik, Nr. 70; Nouri, S. 37; _Tréfái_, Nr. 160 (statt 161); Serbisch, S. 20; Kroatisch, S. 29.

Um einen gestohlenen Esel, der verkauft werden soll, handelt es sich bei Bar-Hebraeus, S. 167, Nr. 664. Eine Variante aus al Abschihis _Mustatraf_‚ hat Basset in der _RTP_, XVI, S. 171 übertragen.

492. Griechisch, Nr. 9; Tewfik, Nr. 4; Serbisch, S. 24; Kroatisch, S. 4.

493. Griechisch, Nr. 10; Tewfik, Nr. 64; Nouri, S. 174; _Tréfái_, Nr. 139; Kroatisch, S. 26.

494. Griechisch, Nr. 24; Tewfik, Nr. 41; _Tréfái_, Nr. 140; Serbisch, S. 25; Kroatisch, S. 16.

_Tréfái_, S. 19.

Eine Parallele und wohl die Quelle in Abdirabbihis _Kitab al ikd al farid_‚ hat Basset in der _RTP_, XVII, S. 150 übersetzt.

495. Griechisch, Nr. 31; Tewfik, Nr. 9; Nouri, S. 64; _Tréfái_, Nr. 142; Serbisch, S. 34; Kroatisch, S. 7 und 93 ff.

_Tréfái_, S. 16.

Bar-Hebraeus, S. 145, Nr. 566: When another fool was told, »Thy ass is stolen,« be said, »Blessed be God that I was not upon him.«

Ebenso sagt Karakusch in der oben zu Nr. 487 zitierten Geschichte zu der Frau, die ihm klagt, daß der Esel gestohlen worden sei: »Tu es une folle. Louanges à Dieu que l’âne n’ait pas été volé pendant que ton mari le chevauchait. Dieu à écarté le mal de l’homme.«

Vgl. oben Nr. 79.

496. Griechisch, Nr. 33. Anders Tewfik, Nr. 11; _Tréfái_, Nr. 144; Serbisch, S. 35; Kroatisch, S. 6.

Ebenso verspricht bei Maidani, I, S. 392 der schon oben zu Nr. 43 erwähnte Habannaka sein verlorenes Kamel dem Finder, und dies, weil er nicht um die Freude des Findens kommen will; von einem ungenannten erzählt dasselbe ein persischer Schwank bei Kuka, S. 205, Nr. 135.

497. Griechisch, Nr. 34; Tewfik, Nr. 25; _Tréfái_, Nr. 152; Serbisch, S. 28; Kroatisch, S. 9 ff.

Eine hübsche persische Variante lautet (Kuka, S. 220):

»I hear your neighbour has some festivity at his house to-morrow,« said a friend to Mulla Nasruddin.

»It may be so, but I do not see how that concerns me.«

»But he is going to invite you also.«

»And, pray, how does that concern you?«

Der Perser Kuka verweist in einer Fußnote auf die bekannte Anekdote von Friedrich dem Großen und dem den Angeber machenden Offizier.

498. Griechisch, Nr. 76; Tewfik, Nr. 5; _Tréfái_, Nr. 148; Serbisch, S. 13 ff.; Kroatisch, S. 5.

In der 6. der von Alfred Harou in der _RTP_, IV mitgeteilten _Facéties des compères de Dinant_‚ (S. 484 ff.) stiehlt ein Hund ein Stück Fleisch; es nützt ihm aber nichts, weil er das Rezept, wie es zubereitet wird, nicht hat; ebenso erzählt eine Schnurre bei Zincgref-Weidner, V, S. 119 ff.

499. Griechisch, Nr. 113; Serbisch, S. 112 ff.; Pann, S. 330.

Die ~Zwecklosigkeit der Strafe nach dem Vergehn~ bildet den Gegenstand einer Anekdote von dem schon erwähnten Triboulet, die hier nach _Dreux du Radier_, I, S. 6 mitgeteilt sei:

On dit que ce même Triboulet ayant été menacé par un grand Seigneur, de périr sous le bâton, pour avoir parlé de lui avec trop de hardiesse, alla s’en plaindre à François, qui lui dit de ne rien craindre: Que si quelqu’un étoit assez hardi pour le tuer, il le feroit pendre un quart d’heure après. Ah! Sire, dit Triboulet, s’il plaisoit à votre Majesté de le faire pendre un quart d’heure avant.

Ebenso steht die Schnurre bei P. L. Jacob, _Curiosités_, S. 115, Canel, _Recherches historiques_, S. 110, Gazeau, S. 77, Floegel, S. 344, Nick, I, S. 415 und Doran, S. 252; von einem ungenannten erzählen sie Sagredo, S. 68 und Casalicchio, c. I, d. 8, a. 5, zit. Ausg. S. 146.

Vgl. schließlich auch die 54. Facetie Poggios: _De quodam qui Redolphum sagittando vulneravit_‚ und Lehmann, _Florilegium politicum_, S. 273.

500. Griechisch, Nr. 114; Walawani, S. 154 ff. (in Akschehir lokalisiert); Pann, S. 337.

Anders und mit einem entfernten Anklange an das Motiv von Nr. 160 und 394 erzählt die serbische Ausgabe S. 148 ff.:

Eines Tages ging der Hodscha Nasreddin vom Hause weg, und seine Frau fragte ihn: »Wohin?«

Nasreddin antwortete: »Ich will ein bißchen im Weingarten und auf dem Acker nachsehn.«

»Geh nur,« sagte sie, »so Gott will.«

»Ob Gott will oder nicht,« sagte er, »ich gehe.«

Als er dann den Weingarten verließ, um nach Hause zu gehn, war der Himmel ganz umwölkt. Nach kurzer Zeit begann es zu regnen und zu hageln, und alles wurde zerschlagen, was ihm gehörte, Weingarten und Acker. Als Nasreddin sah, was geschehn war, sagte er: »Du bist nicht schuld, o Gott, sondern ich; warum bin ich denn gegangen, um dir zu zeigen, was mein ist?«

501. Griechisch, Nr. 115; Serbisch, S. 184 ff.

Eine slawonische Variante (nicht von Nasreddin) steht in der _Anthropophyteia_, V, S. 293 ff.

502. Griechisch, Nr. 116; Serbisch, S. 138 ff.; Pann, S. 336.

Vgl. _Anthropophyteia_, I, S. 181 ff.

503. Griechisch, Nr. 117; Pann, S. 332 ff.

Zabata, _Diporto de’ viandant_‚i, S. 40:

Andò vn villano alla città per sollecitare vna lite, et eßendo diuerse volte comparso dinanzi al Giudice con suo poco profitto, fu domandato dal detto Giudice, perche era venuto lui a sollecitare detta lite, et che doueuano mandare persone di più intendimento, et di miglior presenza, alquale esso rispose, Signore, nel luogo, dou’io sono ci son molti, hanno quelle parti che dite, lequali veramente non sono in me, et poteuano mandare: ma hanno fatto giudicio, che se bene io vaglio poco, ch’io sia a bastanza sufficiente douendo trattare con vn par vostro.

Juan de Arguijo, _Cuentos_‚ in den _Sales españolas_, II, S. 209 ff.; Harsdörfer, _Ars apophtegmatica_, S. 222, Nr. 998.

504. Griechisch. Nr. 118.

Bei Pann, S. 330 antwortet Nasreddin einem Freunde, der ihn fragt, wie es ihm bei seiner Armut gehe: »Du brauchst dich nicht zu wundern; ich lebe mit meiner Armut so vergnügt wie der Wurm im Kren, und wenn ich kein Geld habe, so merke ich das gar nicht.«

505. Griechisch, Nr. 124; Walawani, S. 158 ff. (in Akschehir); Serbisch, S. 183 ff. und 127 ff; Pann, S. 335 ff.

506. Griechisch, Nr. 142; Serbisch, S. 133; Pann, S. 330.

507. Griechisch, Nr. 143.

508. Griechisch, Nr. 144; Buadem, Nr. 63; Serbisch, S. 73; Kroatisch, S. 44 ff.; Roda Roda, S. 123.

509. Griechisch, Nr. 146; Pann, S. 337 ff. Anders Serbisch, S. 129 ff.

Vgl. folgenden Schwank aus der _Mensa philosophica_‚ (1. Ausg. 1475), zit. Ausg. S. 229 ff., auf dem das letzte Stück des II. Buches der Bebelischen Facetien beruht:

Quidam histrio infirmus, hortante sacerdote vt conderet testamentum, ait libenter: Ego nihil habeo nisi duos equos, quos do baronibus et militibus terrae. Et cum sacerdos inquireret, quare non daret pauperibus, respondit: Vos praedicatis nobis quod debeamus esse imitatores Dei. Deus autem bona dedit illis, et non pauperibus, et ideo sequor illum, et facio similiter.

Roda Roda, S. 201.

510. Griechisch, Nr. 148; Pann, S. 339.

Roda Roda, S. 205.

511. Griechisch. Nr. 149; Serbisch. S. 128 ff.; Pann, S. 345.

512. Griechisch, Nr. 150; Pann, S. 330.

513. Griechisch, Nr. 152; Serbisch, S. 120 ff.

Köhler, I, S. 508.

S. auch die Anmerkung zu Nr. 71.

514. Griechisch, Nr. 160; Serbisch. S. 108.

Vgl. Domenichi, _Facetie_, 1562, S. 157 und Sagredo, _L’Arcadia in Brenta_, S. 127 ff.

515. Griechisch, Nr. 167.

Dieser Schwank stimmt fast vollständig überein mit dem von Yakoub Artin Pacha, S. 231 ff. und nach diesem von Mardrus, XII, S. 241 erzählten, nur daß dort die Verwundung des Juden samt dem entsprechenden Urteile fehlt; s. Chauvin, VII, S. 172 ff. Die Literatur dazu hat Chauvin, VIII, S. 203 (_Jugements insensés_‚) zusammengestellt; man vgl. aber auch die bei Köhler, I, S. 578 und II, S. 578 ff. beigebrachten Ergänzungen zu den betreffenden von Chauvin zitierten Aufsätzen.

Anhang

Der Umstand, daß die Sammlung ~_Tewfiks_~‚ in der Reclamschen Universal-Bibliothek erschienen ist, hat es mit sich gebracht, daß die darin enthaltenen Stücke in dieser Ausgabe der Schwänke Nasreddins ausgeschlossen bleiben mußten. Immerhin ergeben sich zu den einzelnen Geschichten nicht uninteressante Parallelen.

516.

So wird bei Tewfik, Nr. 37 (Serbisch, S. 44; Kroatisch, S. 15; _Tréfái_, Nr. 156 statt 157) dem Hodscha, der ein Reis pflanzt, vorgehalten, daß er, wann der Baum Früchte tragen werde, selbst eine Speise der Würmer sein werde; Nasreddin antwortet, daß er für die Nachkommen pflanze, so wie die, die vor ihm dagewesen seien, für ihn gepflanzt hätten. Dazu vgl. die bei Basset, _Contes populaires berbères_, S. 216 ff., Lidzbarski, S. 154 und Chauvin, II, S. 208 angegebene Literatur, ferner Wünsche, _Wajikra rabba_, S. 168 ff.

517.

Zu Tewfik, Nr. 42 (Serbisch, S. 30; Kroatisch, S. 16; _Tréfái_, Nr. 157 statt 158: es ist unmöglich einen Brief an einen Freund in Bagdad zu schreiben) ist auf _Philogelos_, Nr. 137 zu verweisen:

Σιδωνίῳ μαγείρῳ λέγει τις· δάνεισόν μοι μάχαιραν ἕως Σμύρνης. ὁ δὲ ἔφη· οὐκ ἔχω μάχαιραν ἕως ἐκεῖ φθάζουσαν.

Ähnlich ist auch _Philogelos_, Nr. 99.

518.

Buadem, Nr. 14 (Serbisch, S. 56; Kroatisch, S. 33) hat ein merkwürdiges Gegenstück in den _Nugae venales_, s. l., 1720, S. 289 ff.

Audierat procul arma, bona de gente Batavus, Gestit in hostiles fervidus ire globos. At lateri patrium mater dum subligat ensem, Haec, inquit, referas, nate fac arma domum. Vix propior steterat pugnae, vestigia pressit (Mille micant enses, vulnera mille ferunt), Numquid, ait, ludi est? oculis non parcitur ipsis; Certe oculis ludus non placet ille meis. Forte tamen jacuit truncum sine nomine corpus; Irruit: Hispanum nam cutis esse docet. Saevit atrox, et qua caedendo, qua laniando, Absecuit miles strenuus ense femur. Facturusque fidem, magni argumenta duelli, Et femur, et ferrum sanguinolenta gerit. Inde memor moniti, nam pugna cruenta peracta est, Arma celer properat salva referre domum. Hoc, ait, Hispanum mulctavi verbere mater, Maternosque femur projicit ante pedes. Horret anus, sed enim potius caput ense tulisses, Nate, refert, olim hic forte redibit eques. Non faciet certo, o Mater; sed poscis iniquum; Unde caput vellem tollere? non habuit.

519.

Die 15. Erzählung von Buadem (Serbisch, S. 56; Kroatisch, S. 33) scheint auf der folgenden in Abschihis _Mustatraf_‚ (Basset in der _RTP_, XIII, S. 552 ff.) zu beruhen:

Ein Bettler blieb vor einer Haustür stehn und sagte zu den Leuten: »Gott segne euch! gebt mir ein Stück Brot!« »Das können wir nicht.« »Also ein wenig Korn oder Bohnen oder Hirse.« »Wir können es nicht.« »Dann ein paar Tropfen Öl oder Milch.« »Haben wir auch nicht.« »Also einen Schluck Wasser.« »Bei uns gibts kein Wasser.« »Warum bleibt ihr dann da? geht doch auch betteln; ihr habt mehr Recht dazu als ich.«

Eine persische Parallele bei Kuka, S. 161, Nr. 28.

520.

Dasselbe wie bei Buadem, Nr. 20 (Serbisch, S. 58; Kroatisch, S. 34: Der betrunkene, vor dem sich alles dreht, wartet bis sein Haus kommt) erzählt Tewfik auch im _5. Monate_‚ von _Ein Jahr in Konstantinopel_‚ (deutsch von Th. Menzel, Berlin, 1909 = Bd. 10 der _Türkischen Bibliothek_, S. 124); die Geschichte steht aber schon bei Kuka, S. 189, Nr. 103.

521.

Mit Buadem, Nr. 22 (Serbisch, S. 59, wo der in einen Brunnen gefallene um einen Strick laufen will, um sich herauszuziehen) hat viel Ähnlichkeit die 52. Facetie im Philogelos:

Σχολαστικὸς εἰς λάκκον πεσών, συνεχῶς ἐβόα ἀνακαλῶν ἑαυτῷ βοηθούς· ὡς δ’ οὐδεὶς ὑπήκουε, λέγει πρὸς ἑαυτόν· μωρός εἰμι, ἐὰν μὴ ἀνελθὼν πάντας μαστιγώσω, ἵνα οὕτω γοῦν μοι ὑπακούσωσι καὶ κλίμακα κομίσωσιν.