Part 11
Man erzählt, daß einer einen König um die Erlaubnis gebeten hat, einen Dirhem von jedem Buckligen, ebenso einen Dirhem von jedem, der Suleiman heiße, und einen Dirhem von jedem, der aus Mosul sei, einheben zu dürfen. Der König legte diese Steuer auf, und der Mann nahm den Bescheid und ging. Er sah einen Buckligen, der drei Hühner hatte, jedes einen Dirhem wert; da streckte er die Hand aus und nahm eines und sagte: »Auf Befehl des Sultans.« Der Bucklige begann zu schreien und um Hilfe zu rufen. Einer, der ihn kannte, sagte zu ihm: »Gib acht, Scheik Suleiman!« Da verlangte der, der den Bescheid hatte, zwei Dirhem und streckte die Hand nach dem zweiten Huhne aus. Der Bucklige schrie: »Ich beschwöre dich, tu mir nicht unrecht; ich bin ein Fremder, aus Mosul.« »Jetzt sind es drei Dirhem,« sagte der andere; er streckte die Hand aus und nahm auch das dritte Huhn und ging weg.
Diese Fassung, wo das Gebrechen, der Name und die Heimat die Anlässe zu der Entrichtung eines Zolles geben, ist ein Gegenstück zu dem 611. Stücke bei Pauli: dort bittet ein armer Student vergebens um ein Almosen, weil er aus Bremen ist, Nikolaus heißt und nur ein Auge hat.
Die Episode von den ~drei Dummen~ hat eine bis in Einzelheiten übereinstimmende Parallele bei Radloff, _Proben der Volkslitteratur der türkischen Stämme Südsibiriens_, Petersburg, 1866 ff., VI, S. 257: In einer Stadt, die sonst nur von Narren bewohnt wird, nimmt der einzige nicht närrische eine Frau. Die geht nach drei Tagen die Kuh melken, und bei dieser Beschäftigung läßt sie einen Wind; sie bittet die Kuh, nichts davon zu sagen. Dann kommt ihre Schwiegermutter ebenfalls bitten und bringt der Kuh eine Schüssel Kleie, damit sie nichts sage. Endlich kommt auch der Schwiegervater, bringt der Kuh auch eine Schüssel Kleie und bittet sie wie die beiden andern, so daß sie alle drei beisammen sitzen. Als der junge Gatte nach Hause kommt, wird er zornig und geht aus, um drei ebenso törichte Leute zu finden: findet er sie, soll seine Familie verschont bleiben; findet er sie nicht, will er seine Familie töten usw. usw.
In dieser Kombination, wo es sich allerdings meist um die junge Frau oder Braut und ihre Eltern — nicht wie bei Radloff und in unserm Schwanke um ihre Schwiegereltern — handelt, ist das Motiv außerordentlich verbreitet. Clouston hat ihm in dem _Book of Noodles_, S. 191 ff. eine längere Studie gewidmet, und reichliche Nachweise finden sich bei Köhler, I, S. 81 ff., 217 ff. und 266; dazu kommen noch Pitrè, III, S. 137 ff., Crane, S. 279 ff. und 378, Jacobs, _English Fairy Tales_, S. 9 ff. und 231 ff. und Aug. Dozon, _Trois contes bulgares_, Nr. 3: _Le cochon a la noce_‚ in der _RTP_, III, S. 381.
Der Schluß unserer Geschichte bringt wieder den Zug vom ~eingebildeten Toten~, der uns schon oft genug begegnet ist.
383. Stumme, _Tunis_, I, S. 78 ff. und II, S. 131 ff.; _Fourberies_, Nr. 55 = unten Nr. 415; Pitrè, IV, S. 444 (Giufà). Siehe weiter Nr. 347 und Nr. 430.
Das Motiv von dem ~Regen eßbarer Dinge~, der einer dummen Person vorgetäuscht wird, um ihrer Erzählung die Glaubwürdigkeit zu nehmen, wird uns noch unten bei Nr. 407 beschäftigen; abgesehn von derartigen Kombinationen erscheint es noch mit Giufà verknüpft bei Pitrè, III, S. 378. Nachweisungen geben Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 73, Clouston, _Noodles_, S. 154, Cosquin, II, S. 182, Note, Köhler, I, S. 340 und 342 und Chauvin, VI, S. 126; dazu wären noch zu nennen U. Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 48 ff., Swynnerton, S. 180 (s. oben die Note zu Nr. 347), O’Connor, _Folk Tales from Tibet_, S. 33 ff., Ilg, II, S. 38 ff., James Bruyn Andrews, _Contes ligures_, S. 92 ff., eine brasilianische Erzählung, die Basset in der _RTP_, X, S. 499 mitteilt, Hazelius, _Ur de nordiska folkens_‚ _lif_, S. 101 ff., zitiert im _Archivio_, II, S. 477 ff. usw. usw. Hierher gehört auch die bei Chauvin, VIII, S. 69 besprochene Novelle des _Syntipas_, wozu eine im _Archivio_, II, S. 479 aus dem Finnischen übersetzte Erzählung zu vergleichen ist. Alle diese Mittel, um ein Ausplaudern ungefährlich zu machen — an den zwei letztgenannten Stellen handelt es sich allerdings um einen andern Zweck — gemahnen an die List, die die ungetreue Frau anwendet, um den wachsamen Vogel, Papagei oder Elster, zu täuschen (vgl. darüber die Literaturnachweise bei Chauvin, VIII, S. 35 ff.); als eine Art Bindeglied könnte eine Erzählung bei Bütner, _Von Claus Narren_, S. 119 (aus derselben Quelle bei Zincgref-Weidner V, S. 174) gelten, wo der Vogel durch einen Narren ersetzt ist:
Ein Weib machte kundschafft mit eim andern Mann. Der Narr sahe es; die Fraw forchte, der Narr mochte sie verrathen, vnnd warff ein Säugfercklin auff jhn hinab in den Hofe. Der Narr meinet, es regnet Schweinlein, da ließ die fraw eins vmb das ander auff den Narren fallen. Vber eine zeit fraget der Ehemann: Sage mir, Heine, wie hat meine Fraw haußgehalten? Heine sprach: Sie lag bey einem andern Mann. Der Ehemann sprach: Fraw, du must sterben. Ach nein, sprach die Fraw, eilet nicht, Herr, fraget den Narren besser. Also fraget der Mann: Heine, wenn schlieff die Fraw bey einem andern? Heine antwortet: »Nechst war es, da sahe ichs, vnd am selben Tage regnet es viel junge Schweinlein.« Der Herr sprach: Hilff Gott, wie ist es ein ding, wenn mann einem Narren glaubet, vnnd den Rechten grund nit erfehret.
384. Stumme, _Tunis_, I, S. 79 und II, S. 132 ff.
Hammer, _Rosenöl_, II, S. 305 ff. nach dem _Nuzhat al udaba_, und dazu Basset im _Keleti Szemle_‚ I, S. 222, Nr. 8; s. weiter Chauvin, VIII, S. 49 ff.
385. Stumme, _Tunis_, I, S. 79 ff. und II, S. 133 ff.; vgl. oben Nr. 63.
386. Stumme, _Tunis_, I, S. 80 und II, S. 135.
S. die Anmerkung zu Nr. 277.
387. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 136.
Hartmann, S. 59.
~Heller in fremdes Geld geworfen~: Hartmann in der _ZVV_, VI, S. 268; Pauli, Nr. 566; Montanus, S. 25 und 562; Chauvin, VII, S. 153.
388. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 136 ff.
389. Stumme, _Tunis_, I, S. 81 und II, S. 137 ff.
390. Stumme, _Tunis_, I, S. 82 und II, S. 139 ff.
391. Stumme, _Tunis_, I, S. 82 ff. und II, S. 140.
Die letzten vier Stücke, zu denen eigentlich auch schon Nr. 387 gehört, sind Teile eines ~Unibosmärchens~, übertragen auf Dschuha; dasselbe gilt von den Nummern 46 bis 50 der _Fourberies_, die deshalb weggeblieben sind, und von der Dschochigeschichte bei Lidzbarski, _Geschichten und Lieder_, S. 249 ff. Teilweise rudimentär begegnen uns einzelne Unibosmotive auch bei T. J. Bezemer, _Volksdichtung aus Indonesien_, Haag, 1904, S. 196 ff.: _Streiche des Djonaha, des Batakschen Eulenspiegels_‚; wie Basset in der _RTP_, XX, S. 3 wohl richtigerweise annimmt, ist dieser Djonaha (sprich: Dschonaha) niemand anders als der arabische Dschoha, der dem Namen nach auch mit dem syrischen Dschochi identisch ist. Die türkische Überlieferung scheint das Unibosmärchen nicht zu kennen, und so dürfte auch die auf Nasreddin übertragene serbische Variante aus Bosnien, die in der _Anthropophyteia_, III, S. 366 ff. steht, auf europäische Einflüsse zurückzuführen sein.
Eine ausführliche Studie der in diesen Erzählungen zusammengefaßten Motivenreihen gibt Zenatti in der Einleitung zu seiner Ausgabe der _Storia di Campriano contadino_, Bologna, 1884 und reichliche Literaturnachweise bringen Lidzbarski, S. 249 und Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 167; vgl. noch Köhler, I, S. 230 ff., III, S. 13 ff. u. ö., Rittershaus, S. 436 ff., Böhm, _Lettische Schwänke_, Nr. 19, 30 und 49 und S. 113, 118 und 121 ff. und Busch, _Ut ôler Welt_, S. 28 ff.
Interessant ist das letzte der oben genannten Stücke in den _Fourberies_‚: Dscheha legt sich in ein Grab; als seine Gegner bei ihrer Ankunft hören, daß er tot sei, wollen sie ihm durch ein Loch im Grabe einen argen Schimpf antun, aber er brandmarkt sie auf ihre Hinterbacken. Durch diese Brandmale beweist er dann, daß sie seine Leibeigenen sind, und sie müssen sein Lebelang für ihn arbeiten. Diese Erzählung, die mit dem Schlusse der _Geschichte des zweiten Strolchs_‚ bei Henning, _Tausend und eine Nacht_, XXIII, S. 219 ff. (Chauvin, VII, S. 151 ff.) übereinstimmt, hat mit Ausnahme des zuletzt genannten Zuges, daß nämlich ~aus der Brandmarkung die Leibeigenschaft abgeleitet~ wird, wozu man Boltes Nachweise bei Armeno-Wetzel, _Die Reise der Söhne Giaffers_, Tübingen, 1895, S. 215 vergleiche, eine interessante Parallele in einer litauischen Überlieferung bei Veckenstedt, _Sztukoris_, S. 28 ff. In zwei andern litauischen Märchen (Schleicher, S. 44 ff. und 86) verstümmelt der vermeintliche Tote seine Widersacher, als sie ihn verunreinigen wollen, mit einem Messer und einer Schere; eine sehr große Ähnlichkeit hat damit eine Erzählung bei Socin und Stumme, ~Der arabische Dialekt der Houwara des Wad Sus in Marokko~, Leipzig, 1894, S. 34 und 98, wo der Tote einem seiner Nachsteller, der riechen will, ob er schon stinke, mit einer Schere die Nase abschneidet. Vgl. dazu Köhler, I, S. 324. Zu dem ~sich tot stellenden Schuldner~ usw. vgl. Hartmann, S. 56, Bolte bei Wickram, S. 368 und unten die Noten zu Nr. 429.
III. Berberische Überlieferungen
392. Stumme, _Tamazratt_, S. 39 und 70, Nr. 24; Stumme, _Tunis_, I, S. 80 und II, S. 134 (hier wird der Esel, so wie in vielen Unibosmärchen von drei Leuten gemeinsam gekauft); _Fourberies_, Nr. 46 (ebenso und wirklich ein Teil eines Unibosmärchens); ebendort, Nr. 36 (an die Stelle des Esels treten hintereinander zwei Rinder); _Anthropophyteia_, V, S. 328 und 329 ff. (aus Bosnien und von Nasreddin; wegen des Anfanges dieser Erzählung s. oben die Anmerkung zu Nr. 277).
Eine besonders ihres Schlusses wegen merkwürdige Variante bringt die serbische Ausgabe, S. 113 ff.:
Eines Tages wollte der Hodscha Nasreddin einen Esel kaufen gehn. Als er auf den Markt kam, traf er dort einen Kerl, der aus seinem Esel möglichst viel Geld herausschlagen wollte. Nasreddin fragte ihn, was der Esel kosten solle, und der Mann nannte einen hohen Preis, fügte aber hinzu, daß sein Esel nicht so sei wie die andern, sondern jeden Tag Geld scheiße, einmal lauter Taler, am andern Tage lauter Dukaten; und um Nasreddin davon zu überzeugen, hob er dem Esel den Schwanz, nahm einen Dukaten heraus und steckte ihn in den Gürtel.
Als das Nasreddin sah, brannte er nur darauf, den Esel zu kaufen, und zahlte schließlich eine große Summe für ihn. Beim Abschiede sagte ihm noch der Kerl, wie er ihn zu füttern habe, und dann gingen sie auseinander.
Voller Freude ging Nasreddin mit dem Esel heim und fütterte ihn tüchtig, ohne sich an die Vorschrift zu halten.
Am nächsten Morgen eilte er in den Stall, einen Sack in der Hand, den er mit den Dukaten füllen wollte. Aber er fand die Stalltür von innen verrammelt, und konnte nicht eintreten. »Schau ihn an,« sagte er bei sich, »da hat er die ganze Nacht geschissen, und der Stall ist jetzt so voll Gold, daß ich die Tür nicht öffnen kann.« Nach diesem Selbstgespräche guckte er durch einen Spalt hinein, und nun sah er etwas wie Silber glänzen; er war davon nicht gerade entzückt und sagte sich: »Schau dir nur diesen Dreckkerl an! Dukaten hat er nicht scheißen wollen, sondern nur Taler.« Er ging um eine Axt und schlug die Tür ein.
Als er dann in den Stall trat, bekam er etwas zu sehn. Der viele Hafer hatte den Esel aufgetrieben und der Esel hatte alle viere von sich gestreckt; und was Nasreddin für Taler gehalten hatte, waren die Hufeisen des verreckten Esels.
Nun wurde ihm noch weher ums Herz; er warf den Sack weg und begann zu jammern. Daraufhin kam ein Nachbar gelaufen, und der fragte ihn, was ihm fehle. »Was mir fehlt? na, sieh dir die Geschichte an; ich habe ein schönes Stück Geld verloren.« Und er erzählte dem Nachbar, wie er betrogen worden sei.
Der Nachbar beriet ihn, was er tun solle: »Hacke dem Esel den Kopf ab, nimm eine oder zwei Oka Seide und wickle sie auf den Kopf; dann nimm ihn auf den Markt und biete ihn zum Verkaufe aus. Wenn dich einer fragt, was du zu verkaufen hast, so sagst du: ›Einen Eselskopf.‹«
Nasreddin folgte diesem Rate und ging mit dem Eselskopfe auf den Markt. Es kam einer und fragte ihn, was er zu verkaufen habe, und Nasreddin sagte: »Einen Eselskopf.« Der Kunde lachte und sagte: »Aber Hodscha, du bist doch dumm! das soll ein Eselskopf sein? das ist ja Seide.« »Und ich sage dir, du kaufst nur einen Eselskopf.« Doch der Kunde lachte, weil er meinte, das sei nichts als eine von des Hodschas gewöhnlichen Dummheiten. Sie handelten den Preis für die Oka Seide aus und wogen den Klumpen ab, und der Kunde bezahlte das ganze Gewicht für Seide. Dann verabschiedeten sie sich, und jeder ging seines Weges.
Als der Käufer den Klumpen abwickelte, fand er, daß die Seide nur oberflächlich war und daß das andere wirklich ein Eselskopf war; sofort lief er zum Richter und verklagte Nasreddin, daß ihn der betrogen habe. Der Richter ließ den Hodscha rufen, und der sagte, als er vor Gericht erschienen war: »Erhabener Kadi, frage ihn, was ich ihm gesagt habe, das ich zu verkaufen habe, und du wirst sehn, ob ich ihn betrogen habe.« Der Kadi befragte den Kläger und der erzählte genau den Sachverhalt. Erstaunt fragte ihn nun der Kadi: »Ja, warum klagst du denn, wo du doch gewußt hast, was du kaufst?« und damit ließ er ihn hinauswerfen.
Auf diese Weise hatte der Hodscha Nasreddin den erlittenen Schaden wieder eingebracht.
Der Schluß dieser Erzählung steht als selbständiger Schwank in der griechischen Ausgabe Nr. 145 und bei Pann, S. 331 ff.
_Fourberies_, S. 74 ff.
~Goldmistende Tiere~ (ohne Rücksicht auf die Unibosmärchen): Grimm, _KHM_, III, S. 65 ff.; Benfey, _Pantschatantra_, I, S. 378 ff.; _Kathá Sarit Ságara_, II, S. 8; Clouston, _Popular Tales and Fictions_, I, S. 123 ff.; Forke, _Die indischen Märchen und ihre Bedeutung für die vergleichende Märchenforschung_, Berlin, 1911, S. 52.
393. G. A. Krause, _Proben der Sprache von Ghat in der Sáhara_‚ in den _Mittheilungen der Riebeck’schen Niger-Expedition_, Leipzig, 1884, II, S. 31 ff. = Basset, _Contes populaires d’Afrique_, S. 12 ff.
Basset, _Zenatia_, S. 134; Basset, _Nouveaux contes berbères_, Paris, 1897, S. 349.
Ähnlich wie hier Schahas Frau den Wasserschlauch hergibt, verkauft bei Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 187 Giucca Quattrini für Töpfe. Über dieses Motiv, das ~Verschleudern wertvoller Dinge durch einen Dummkopf~, vgl. Köhler, I, S. 66, 71, 342 und 391; zu den an diesen Stellen und im _Archiv für slavische Philologie_, XXI, S. 285 gegebenen Nachweisen kommen noch E. Sklarek, _Ungarische Volksmärchen_, Leipzig, 1901, S. 251 ff. und 298, M. Preindlsberger-Mrazović, _Bosnische Volksmärchen_, Innsbruck, 1905, S. 95 ff. und Chauvin, VI, S. 31 ff.
Zu der Wiedergewinnung vgl. Chauvin, V, S. 64, Note.
394. _Fourberies_, Nr. 2; _Nawadir_, S. 6; vgl. oben Nr. 160.
Hartmann, S. 53 ff.
Ungefähr dasselbe erzählen das _Hadikat al afrah_‚ von asch Schirwani (Basset in der _RTP_, XIV, S. 290) und Roda Roda, S. 75.
395. _Fourberies_, Nr. 5; _Nawadir_, S. 13.
_Fourberies_, S. 26.
Die an dieser Stelle zitierte älteste Version der Geschichte aus Abdirabbihis _Kitab al ikd al farid_‚ hat Basset in der _RTP_, XV, S. 282 übersetzt; ebendort zitiert Basset noch eine Parallele aus dem _Mustatraf_‚ von al Abschihi; vgl. weiter Dschami, _Bäharistan_, S. 73 ff., Kuka, S. 205, Nr. 133 und Galland, S. 33.
396. _Fourberies_, Nr. 7; Buadem, Nr. 98; _Tréfái_, Nr. 131; Serbisch, S. 86; Kroatisch, S. 52.
397. _Fourberies_, Nr. 9; _Nawadir_, S. 12.
_Fourberies_, S. 25; Basset in der _RTP_, XVIII, S. 138 (eine ähnliche Erzählung steht schon in dem _Kitab al ikd al farid_‚ von Abdirabbihi).
398. _Fourberies_, Nr. 10; _Nawadir_, S. 11; Buadem, Nr. 104; Serbisch, S. 88 ff.; Kroatisch, S. 58 ff.
_Fourberies_, S. 25; Basset in der _RTP_, XVII, S. 606.
399. _Fourberies_, Nr. 12.
Köhler, I, S. 500; Hartmann, S. 57.
In einer Erzählung des im siebenten Jahrhundert n. Chr. verfaßten Midrasch _Echa rabbathi_‚ verteilt ein Mann aus Jerusalem als Gast fünf Hühner auf folgende Weise: der Hausherr und sein Weib erhalten ein Huhn, die zwei Söhne eines, die zwei Töchter eines und er selber zwei, so daß überall die Zahl drei resultiert. A. Wünsche, der diese Erzählung in der _Z. f. vgl. Littg._, N. F., IV, S. 40 ff. mitteilt (andere Parallelen bei Armeno-Wetzel, _Die Reise der Söhne Giaffers_, hg. v. Fischer u. Bolte, Tübingen, 1895, S. 207), bringt ebendort, S. 43 ff. eine völlig entsprechende Variante aus Johannes Juniors _Scala coeli_, Ulm, 1480, Bl. 37^b bei:
Cum in prandio quinque haberet perdices, voluit, ut secundum scientiam divinam eas divideret. Tunc clericus: In divinitate trinitas est principium, et ideo vobis et dominae do unam et sic estis tres, duabus filiabus unam et sic sunt tres, duobus filiis unam et sic estis tres; mihi soli duas et sic sumus tres.
Vereinfacht ist dieses Beispiel in der türkischen Volkserzählung _Vom Räuber und vom Richter_, die wie Prelog bemerkt, der Steindruckausgabe von Nasreddins Schwänken als Saum für jede Seite beigeschrieben wurde (vgl. Chauvin, V, S. 187). Dort heißt es (Camerloher, S. 69 ff.):
Der Richter ..... hieß ihn auch die drei Hennen austeilen. Der Räuber schaute sich um, sah, daß die Kinder und die Diener weggegangen waren, gab eine Henne der Richterin und die zwei andern sich selbst.
Richter: »Was ist dies für eine Verteilung?«
Räuber: »Die Henne ist eins, und ihr beide dazu macht drei; ich bin eins, und die zwei Hennen dazu macht drei.«
Man sieht, daß die Schnurre Dschehas nur eine nicht unwitzige Steigerung dieser Geschichte darstellt. Vgl. auch unten Nr. 467.
400. _Fourberies_, Nr. 19; Pharaon, S. 185 ff.; Pann, S. 353 ff.
_Fourberies_, S. 74.
401. _Fourberies_, Nr. 22; _Nawadir_, S. 10.
_Fourberies_, S. 24 und 79.
Hammer, _Rosenöl_, II, S. 274 ff.; Gladwin, II, S. 25, Nr. 66; Clouston, _Flowers_, S. 95 ff.; Kuka, S. 83 ff.; Basset in der _RTP_, XIII, S. 617 (aus dem _Mustatraf_‚ von al Abschihi). Vgl. auch Wesselski, _Mönchslatein_, Nr. 20 und die Noten auf S. 206.
402. _Fourberies_, Nr. 23; Buadem, Nr. 99; _Nawadir_, S. 5; Serbisch, S. 86.
_Fourberies_, S. 19 ff.
~Aristoteles und die Königin~: Wesselski, _Mönchslatein_, S. 244 ff.; dort wären noch anzuziehen gewesen Bolte, _Die Singspiele der englischen Komoedianten_, S. 21, Gaudefroy-Demonbynes in der _RTP_, XI, S. 530, Basset ebendort, XV, S. 109 ff. und A. Borgeld, _Aristoteles en Phyllis_, Groningen, 1902.
403. _Fourberies_, Nr. 24; _Nawadir_, S. 44.
_Fourberies_, S. 73.
Vgl. Arlotto, I, S. 193 ff., wo noch auf Boltes Anmerkung zu Schumanns _Nachtbüchlein_, Nr. 42, S. 409 und hinter Freys _Gartengesellschaft_, S. 284, auf Bolte in der _ZVV_, XIII, S. 422 und auf Cosquin, II, S. 209 zu verweisen gewesen wäre.
404. _Fourberies_, Nr. 33.
405. _Fourberies_, Nr. 35; vgl. auch dort Nr. 36.
_Fourberies_, S. 74.
Der Betrug mit dem Ziegenfelle, auf das der Sohn als ~angeblicher Käufer mitbietet~, kehrt wieder zu Beginn der 6. Erzählung bei Socin und Stumme, _Der arabische Dialekt der Houwara_, S. 35 und 98 (= Basset, _Contes populaires d’Afrique_, S. 121), die uns noch unten bei Nr. 407 begegnen wird; vgl. auch Henning, _Tausend und eine Nacht_, XIX, S. 13 ff. und Chauvin, VIII, S. 107.
406. _Fourberies_, Nr. 37.
Vgl. die 66. Facetie Poggios: _Dictum Perusini ad uxorem_‚ und die 93. der _Cent nouvelles nouvelles_‚. Ausführliche Nachweisungen gibt Bolte zu Frey, Nr. 21, S. 223 ff.; dazu kommen noch Domenichi, _Facetie_, 1562, S. 25 ff. und 282 (= Ausgabe von 1581, S. 30 und 349) und Sagredo, _L’Arcadia in Brenta_, S. 386 ff.
Anders Serbisch, S. 128:
Der Hodscha Nasreddin hatte seiner Frau neue Pantoffel gekauft, aber mit Papiersohlen. Als das die Frau sah, begann sie mit dem Hodscha zu zanken, aber er sagte zu ihr: »Du nichtsnutziges Ding, kümmere dich um deine Arbeit; wollte Gott, du könntest mit dem Fuß nicht mehr auftreten; dann könntest du sie hundert Jahre tragen.«
407. _Fourberies_, Nr. 38; siehe Nr. 426 und 427, ferner die Dschahangeschichte bei Stumme, _Malta_, S. 50 ff. (= Stumme, _Studien_, S. 37), den Schluß des 91. Stückes: _Dschahans Abenteuer_‚ bei Ilg, II, S. 43 ff. und Pitrè, _Novelle popolari toscane_, S. 184 ff. (von Giucca). Vgl. auch oben Nr. 277 und die Noten dazu.
_Fourberies_, S. 75; Basset in der _RTP_, XI, S. 498 ff.
Über den ~Verkauf an einen Vogel, einen Baum, eine Statue~ usw. handeln Köhler, I, S. 51, 65, 98 und 99 ff., Basset im _Loqmân berbère_, S. 77 ff., Köhler-Bolte in der _ZVV_, VI, S. 73, Clouston, _Noodles_, S. 143 ff., Cosquin, II, S. 179 ff. und Chauvin, VI, S. 125 ff. Ohne Rücksicht, ob schon zitiert oder nicht, gebe ich hier alle Versionen, die ich einsehn konnte, indem ich auch auf das oben bei Nr. 383 angezogene Motiv von dem ~Regen eßbarer Dinge~ Rücksicht nehme:
Stumme, _Elf Stücke im Silha-Dialekt von Tázerwalt_, Nr. 7 in der _Zeitschr. d. Deutschen Morgenl. Ges._, XLVIII, S. 403 ff. (an eine Eule; Regen von Bohnen und Erbsen); Stumme, _Der arabische Dialekt der Houwara_, S. 35 und 98 ff. (= Basset, _Contes populaires d’Afrique_, S. 121 ff.): (Eule; gewöhnlicher Regen. Scheint verderbt zu sein); Rivière, _Recueil de contes populaires de la Kabylie du Djurdjura_, S. 179 ff. (Kuckuck, Kuchenregen); Ilg, II, S. 51 ff. (Holzbildsäule; Weinbeerenregen); Giamb. Basile, _Lo Cunto de li Cunti_, j. I, t. 4 (1. Ausg. 1634), Napoli, 1891, I, S. 63 ff. = _Der Pentamerone_, übertragen von F. Liebrecht, Breslau, 1846, I, S. 61 ff. (Bildsäule; Regen von Rosinen und Feigen); R. Forster, _Fiabe popolari dalmate_, Nr. 13 im _Archivio_, X, S. 313 ff. (Mehl an Bäume; ohne Schatz) und 314 (Statue); Schott, _Walachische Märchen_, Stuttgart, 1845, zitiert bei Mackenzie, _The Marvellous Adventures and Rare Conceits of Master Tyll Owlglass_, New Ed., London, 1890, S. 313 (Baum); Haltrich, S. 232 ff. (Eiche); Krauss, _Sagen und Märchen der Südslaven_, I, S. 249 ff. (Buche); Sklarek, S. 204 ff. (Weidenbaum); Böhm, _Lettische Schwänke_, S. 42 ff. (Kiefern); Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_, III, S. 127 ff. (Statue); Sébillot, _Contes de la Haute-Bretagne_‚ in der _RTP_, XI, S. 504 ff. und 505 (Heiliger); derselbe, _Contes et légendes de la Haute-Bretagne_‚ in der _RTP_, XXIV, S. 140 ff. (Heiliger; kein Schatz gefunden); J. Frison, _Contes et légendes de la Basse-Bretagne_‚ in der _RTP_, XXII, S. 404 ff. (Heiliger); Sébillot, _Littérature orale de la Auvergne_, S. 81 (Heiliger; kein Schatz gefunden); Carnoy, _Littérature orale de la Picardie_, S. 190 und 196 (Christusbild); Cosquin, II, S. 177 ff. (Ohne Schatz finden; Jean Bête nimmt dem Heiligen einfach die Leinwand wieder ab).
408. _Fourberies_, Nr. 40.
409. _Fourberies_, Nr. 41.
410. _Fourberies_, Nr. 42.
411. _Fourberies_, Nr. 43.
412. _Fourberies_, Nr. 52 und
413. _Fourberies_, Nr. 53.
Diese Erzählung hat eine merkwürdige Übereinstimmung mit dem 7. der _KHM_‚ der Brüder Grimm: _Der gute Handel_‚ und mit dem 52. Stücke der Krausschen _Sagen und Märchen der Südslaven_‚; in diesen beiden Märchen macht ein Bauer eine Königstochter durch die Erzählung von dem ~Fleischverkaufe an Hunde~ (s. oben die Anmerkung zu Nr. 277, wo auch auf Jahn, _Schwänke und Schnurren_, S. 103 ff. zu verweisen gewesen wäre) lachen und soll sie deshalb zur Gattin erhalten.
~Königstochter lachen machen~: Grimm, _KHM_, III, S. 115; Benfey, _Pantschatantra_, I, S. 518; Köhler, I, S. 93 ff. und 348; Bolte bei Montanus, S. 569; _Archiv für slavische Philologie_, XXI, S. 295, XXII, S. 301 und 307. Vgl. weiter Monnier, S. 325 ff. und 329; Sklarek, S. 206 ff. und 295; Wlislocki, _Märchen und Sagen der transsilvanischen Zigeuner_, Berlin, 1886, S. 119 ff.; Haltrich, S. 175 ff.; Wenzig, _Westslawischer Märchenschatz_, Leipzig, 1857, S. 312 ff.; Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_, III, S. 23 ff.; Jacobs, _English Fairy Tales_, S. 154 und 249 (Motiv mißverstanden); Reinisch, _Die Nuba-Sprache_, I, S. 224 ff. Eine diesen Zug behandelnde Abhandlung von J. Polivka in der _Pohadkoslovne studie_, Prag, 1904 ist mir unbekannt geblieben.
414. _Fourberies_, Nr. 54 und
415. _Fourberies_, Nr. 55.