Part 15
[Footnote 26: 27, 14. _=gluckesrad=_. s. Wackernagel: ›Das Glücksrad und die Kugel des Glückes‹ in Haupts Ztsch. VI, 134-149. S. 138 heisst es: ›Es blieb jedoch das glücksrad nicht so innerhalb der poetischen sprache als blosser redeschmuck und tropus stehen: es trat auch, und zwar eben dieses von menschen erklommene und die menschen wieder abwerfende in die lebendigc sage über: vgl. ... die erzälung von den 12 Johansen, die auf einer glückscheibe durch die lande fahren und alles erkunden, was in der ganzen weit geschieht‹. Dazu die Anmerkung: ›Die sage bezeichnet sie als deutsche schüler, die jedoch im dienst eines fränkischen, d. h. wol eines königs von Frankreich stehen, vgl. ackermann v. Böheim Cap. 18‹.]
[Footnote 27: 27, 16. Ueber die Beratung der Tugenden als Töchter Gottes über die Erlösung vgl. Heinzel Ztsch. f. d. A. XVII, 43 ff. Martin.]
[Footnote 28: 28, 18. _=zu kurtz geschach mir=_ ›ich wurde verkürzt, benachteiligt‹. activ: _einen ze kurz tuon_ ›einen benachteiligen, verkürzen‹.]
[Footnote 29: 29, 8. _=es must der hamer den amposz treffen und hert wider hert wesen.=_ Vgl. Freidank 130, 22
_der hamer und der ambôz hânt vil herten widerstôz._
Vgl. ausserdem Kudrun 1444, 2.]
[Footnote 30: 29, 16. Offenbar _L. Annaeus Seneca_, der Philosoph, der sich 66 n. Ch., da er wegen Teilnahme an einer Verschwörung des Piso zum Tode verurteilt wurde, die Adern öffnete. s. Tac. Ann. XV 60 ff. Von seinen Werken mag wol eine der zwei Trostschriften gemeint sein: _de consolatione ad Polybium_ oder _de consolatione ad Marciam_; welche, ist bei der Allgemeinheit der Stelle nicht zu entscheiden.]
[Footnote 31: 29, 20. Aehnlich Wander I, 80 Nr. 21: ›Anfang und Ende reichen einander die Hände‹.]
[Footnote 32: 30, 9. s. Wander IV, 832 Nr. 46: ›Sobald ein Mensch geboren, ist er alt genug zu sterben‹. (Aus Petri ›der teutschen Weissheit‹ Hamburg. 1605. Bd. II.)]
[Footnote 33: 30, 13 f. Aehnliche Sprichwörter bei Wander I, 382 Nr. 33 ›Reife Birnen fallen gern in den Koth‹ (geschöpft aus dem Florilegium Politicum von Christophorus Lehmann 1630.) Lehm. II, 535, 30. Eiselein (Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes 1840) 78. Nr. 36: ›Wenn de Bire ruip es, fällt se meir up’n Dreck, osse up’t Regne‹. (Regne = Reine); (Lippe). Firmenich (Germaniens Völkerstimmen. Berlin 1843 ff.) I, 267. Nr. 37: ›Wenn dei Beer riep is, föllt sei ihre in’n Dreck, as up’n Rosenbladt‹. (Mecklenburg). Nr. 48: ›Zeitige birn fallen zuletz in koth‹. Henisch (Teutsche Sprach und Weissheit 1616) 392.]
[Footnote 34: 30, 14. _=reisend=_: ›von selbst abfallend‹ (in Folge ihrer Reife.)]
[Footnote 35: 30, 19. _=Hermes=_ offenbar _H._ genannt _Trismegistos_: s. Paulys Realencyclopädie der klass. Alterthumswissenschaft III, 1209 ff. und Preller griech. Mythol.^3 S. 340 und Anm. 3.]
[Footnote 36: 32, 8. Der Sinn ist: ›Wie die Gans gedankenlos schnattert, so hast auch du keine Richtschnur (_fadenricht_) für deine Gedanken, sprichst Thörichtes‹.]
[Footnote 37: 34, 5. Vielleicht mit _Cab pickel_ ›Spitzhacke‹? Martin.]
[Footnote 38: 36, 6. Psalm L, 7 B.]
[Footnote 39: 36, 15. _=leschkruk=_: wol mit Bezug auf das viele Trinken.]
[Footnote 40: 37, 2. _=swelckend=_. Mundartlich im westlichen Böhmen noch heute für ›verwelkend‹.]
[Footnote 41: 37, 18. _=sussen=_ ›mit seinen Freundlichkeiten‹: man erwartete den Dat. Sing.]
[Footnote 42: 38, 10. _=schretlein=_: s. Schmeller III, 519. In Haupts Zeitsch. VI, 174 Vers 187 wird es beschrieben:
_›daz was kûm drîer spannen lanc gein dem fiur ez vaste spranc, ez was gar eislich getân und het ein rôtez keppel an‹._
]
[Footnote 43: 38, 11. _=clagmuter=_: s. Schmeller II, 355. ›_Klagmuetter_, das klagweiblein, die Stimme des Käuzleins, welche von Abergläubischen als Verkünderinn eines Todfalles gefürchtet wird.‹ =vgl. Mythol.^1= S. 660.]
[Footnote 44: 38, 14. Genes. I, 26.]
[Footnote 45: 39, 1. _=durchnechtigclichen=_: s. Schmeller I, 393. ›vollkommen, gänzlich‹.]
[Footnote 46: 40, 8. In unserem Werke werden ein und zwanzig freie Künste angeführt: _Gramatica_, _Rhetorica_, _Loica_, _Geometria_, _Arismetrica_, _Astronomia_, _Musica_, _Philosophia_, _Physica_, _Geomancia_, _Pyromancia_, _Ydromancia_, _Astrologia_, _Geromancia_, _Nigromancia_, _Notenkunst_, die des _Augur_, des _Aruspex_, _Pedomancia_, _Ornamancia_ und die des _Juristen_. Die freien Künste hat Heinrich von Mügeln (s. Schröer, die Dichtungen Heinrichs von Mügeln in den Wiener Sitzungsberichten Bd. LV. S. 474 f.) mehr als einmal behandelt. In einem kleinen Gedichte von sieben Strophen behandelt er sieben Künste: 1. _gramatica_, 2. _logica_, 3. _rhetorica_, 4. _arithmetika_, 5. _geometria_, 6. _musica_, 7. _astronomia_. In der Maide Kranz kommen ausser der _philosophia_ noch vier dazu: 9. _physica_, 10. _alchimia_, 11. _metaphisica_, 12. _theologia_. In einem spätern Gedichte von fünfzehn Strophen wächst die Zahl auf fünfzehn, wobei sich auch theilweise die Aufeinanderfolge ändert. Als achte tritt zu den erstgenannten sieben: _alchamia_, 9. _philosophia_, 10. _die Lehre der perspectiven_, 11. _phisica_, 12. _theologia_, 13. _nigromancia_, 14. _pyromancia_, 15. _geomancia_. Im tschechischen Gegenstücke zum Ackermann werden zwei und zwanzig Künste aufgezählt: _Grammatica_, _Rhetorica_, _Logika_, _Geometria_, _Arithmetika_, _Astronomia_, _Musika_, _Philosophia_, _Phisica_, _Geomancia_, _Pyromancia_, _Baromancia_, _Astrologia_, _Chiromancia_, _Nigromancia_, _Alchimia_, _Neroka_, _Auguria_, _Auspicium_, _Gedomancia_, _Ornomancia_ und _Jura_. Die Form _Arismetrica_ begegnet öfters, u. a. bei Heinrich v. Mügeln in der Hs. M.]
[Footnote 47: 41, 18. _=vogelgederme=_ ist nur ein Ersatz für die unverständlichen Worte der Hss. Man würde, nach dem tschechischen Werke zu schliessen, ein Wort erwarten, das Hahn oder Geier bezeichnet. Hier heisst es nämlich I 93: ›Ornamancia, die angestellt wurde an den Eingeweiden des Auerhahnes und Hühnergeiers‹.]
[Footnote 48: 42, 6. _=geuknecht=_: s. Schmeller II S. 2. _gäu_ ›Land‹, bes. ›das flache Land‹. Angeführt wird: _gäubauern_ ›Bauern der Ebene‹, _gäumann_ ›landmann‹, _gäuleute_ ›Landleute‹.]
[Footnote 49: 43, 4. _=nest=_ ›das Lager, Bett, Ehebett‹, s. zu 12, 10.]
[Footnote 50: 43, 12. Ein im Mittelalter oft gebrauchtes Sprichwort; so in Freidank 101, 7 ›_ez enist kein huote alsô guot sô da’s ein wîp ir selber tuot_‹. Vgl. Zingerle a. a. O. S. 36 f.]
[Footnote 51: 44, 18. _=widerpurren=_ sw. v. (simplex: _bürn_, _burn_ oder _burren_) ›sich wider Jemanden erheben, sich entgegensetzen‹.]
[Footnote 52: 45, 2. _=werewort=_ ›Vertheidigungsworte‹.]
[Footnote 53: 45, 14. _=muffeln=_ wol hier gleich muffen ›murren, brummen‹, s. Schmeller III, 554; vgl. Wb. 2, 274^a.]
[Footnote 54: 47, 15. _=hauptman von berge=_: s. W. Wackernagel kl. Schr. I, 307 Anm. 6 und Grimm Mythol. S. 807; beide geben auch nur Vermuthungen über den Sinn des Ausdrucks.]
[Footnote 55: 48, 3. Epist. B. Joannis Apostoli I, 2, 16.]
[Footnote 56: 48, 14. Vgl. Hagen MS. III, 452^a: _die snüere müezen brechen wol, swâ der esel klenket gîgendœne_; vgl. auch Strauch, der Marner S. 160 Anm. zu Z. 4 f. und ferner Carm. Bur. S. 40 _Brunelli chordas incitant_. Afrz. Flore ed. Bekker v. 812 _et les asnes faisoit harper_. Bildlich dargestellt auf dem bekannten Portal zu Verona, wovon andere Stücke in der Z. f. d. A. XII, 331 beschrieben sind. Missverstanden aus dem griechischen: ὄνος πρὸς λύραν von einem gegen jede Musenkunst unempfindlichen Menschen. Martin.]
[Footnote 57: 49, 1. _=Der starke Boppe.=_ Wackernagels Vermutung (Zeitsch. VIII, 349), dass der öfters vorkommende Beiname =der starke= von dem Baseler Dichter Boppe, dessen Sprüche in die siebziger und achtziger Jahre des dreizehnten Jahrhunderts fallen, herrühre, steht in Widerspruch gegen eine von Haupt (ebd. III, 239) angeführte Stelle in den lat. Predigten Bruder Bertholds, der bekanntlich 1272 starb und von Boppe in Ausdrücken spricht, die annehmen lassen, dass dieser früher gelebt habe. Sie stützt sich auf die Colmaer Annalen, die um 1270 einen Baseler des Namens, ohne ihn indessen als Dichter zu bezeichnen, seiner Stärke wegen rühmen, in Ausdrücken, die dem Epos entnommen sind: s. meine Anm. zur Kudrun 106, 1. So möchte doch wol auch der erste Träger des Beinamens vielmehr einer Zeit angehören, die auch sonst historische Persönlichkeiten sagenhaft verherrlicht hat. Mon. Germ. St. 6, 203 sagt Eckehard von Ursperg: _ex parte quoque regis Heinrici Poppo_ (_de Henneberg_ fügt die Anm. des Herausgebers hinzu) _=vir mire fortis= occubuit_: in dem Treffen zwischen Heinrich und dem Gegenkönige Rudolf bei Strowi am 7. Aug. 1078. Wie dieser Poppo VIII. hatte auch Poppo XIII. den Beinamen _fortis_: v. d. Hagen MS. 4, 62. Es wird sich mit dem Namen der Beiname ebenso eng verbunden und zusammen vererbt haben, wie _Dietrich der mære helt_: s. Uhland in Pfeiffers Germ. 1, 306. Martin.]
[Footnote 58: 50, 4. _=krochen=_, vielleicht _kroten_? oder sollte es reimen mit dem folgenden _gerochen_? _krachen_ mit _B_ gegen _Aab_ einzusetzen, zumal auch _C_ ein _o_ hat, schien voreilig.]
[Footnote 59: 50, 14. Aus Platos Phaedon Cap. XVI: s. die Abhandlung.]
[Footnote 60: 52, 12. Ecclesiastes IX, 12.]
[Footnote 61: 54, 1. ff. ist wol als Interpolation anzusehen, trotzdem sich diese Stelle in drei Hss. (_ABD_) findet. Die ganze Stelle zeigt nämlich eine auffallende Aehnlichkeit mit der Bibelstelle Ecclesiastes II, 4 ff. Der Schreiber der gemeinsamen Vorlage mochte diese am Rande als Erläuterung des Vorangehenden eingetragen haben, und von hier mag sie in den Text gekommen sein.]
[Footnote 62: 54, 20. gewaltiger herschaft ›durch Vollmacht erlangter, precärer‹? M.]
[Footnote 63: 55, 11. C. XXXIV. Die grossen rothen Buchstaben stehen am Eingange der Absätze, die, den letzten allein ausgenommen, mit dem Refrain: ›erhore mich‹ schliessen. Nun sind aber in allen Ueberlieferungen ausser den sechs Buchstaben, die den Namen ›Johann‹ geben, auch noch _E_ und _S_ durch Grösse ausgezeichnet. Sie stehen ebenfalls am Anfange von Absätzen, die mit ›erhore mich‹ schliessen. Durch Umsetzung dieser Abschnitte erhielte man den Namen ›Johannes‹. Dann müsste nach dem Worte _gut_ (58, 6) eine grössere Interpunktion gesetzt werden und die beiden Theile, die mit _Ewige lucern_ (56, 17.) und _Schatz von dem_ (57, 5.) beginnen, derselben nachgesetzt werden. Möglich ist jedoch auch, dass der Verfasser in diesem Akrostichon die Buchstaben nicht ganz in der Reihe, wie sie in seinem Namen stehen, folgen liess.]
[Footnote 64: 55, 17. _=alter greiser jungling=_. So genannt, weil er in Christus sich erneute; ›sein graues Haar, sein weisser Bart wurden braun‹. s. W. Grimm Konrads goldene Schmiede Einleitung S. XXIX, 17 ff. ›Daher ist er auch _altherre und juncherre_ zugleich‹ (ebd.). Vgl. noch Walther 24, 26.]
[Footnote 65: 55, 19. _=O liecht=_. Vgl. g. sm. XLVIII, 19 und XXXVIII, 34.]
[Footnote 66: 56, 1. Genes. I, 3.]
[Footnote 67: 56, 8. _=hantbeschauer=_. _beschauern_ nach dem Wb. der Brüder Grimm I. 1548 ›_tueri, tegere_‹. Hier wird auch verglichen _schauer_ ›Obdach‹. Sonach hiesse _hantbeschauer_ ›Schützer mit der Hand‹.]
[Footnote 68: 56, 12. Vgl. R. Köhler Germ. VIII, 304: ›Die Ungleichheit der menschlichen Gesichter‹. Martin.]
[Footnote 69: 56, 17. _=Ewige lucern.=_ S. g. sm. XXXIX, 5.]
[Footnote 70: 57, 2. _=essemeister=_ eigtl. Metallarbeiter, dann wol Verfertiger, Schaffer überhaupt?]
[Footnote 71: 57, 22. _=jeger, dem alle spur unverborgen sein=_. S. g. sm. XXXIII, 5, wo auch auf bildliche Darstellungen dieses Gleichnisses auf Kirchengemälden hingewiesen wird.]
[Footnote 72: ›Nirgend aber erscheint der Tod als gänzlich entfleischtes Gerippe: so stellt man ihn erst seit dem 16. Jh. dar; überall nur als eingefallene zusammengeschrumpfte Leiche, nicht mit nackt daliegenden, nur mit stärker hervortretenden Knochen. Das war im Mittelalter allgemeiner Gebrauch: er hatte seinen Vorgang in der spätern Kunst der Griechen und Römer.‹ s. W. Wackernagel kl. Schr. I, 325 u. Anm.]
[Footnote 73: Ueber diese Stelle sehe man die Anmerkung hiezu.]
[Footnote 74: Dieser Name ist mit Bestimmtheit zu errathen. Der Tod sagt nämlich, er habe schon lange nichts in Böhmen zu thun gehabt, ausser unlängst in einer festen hübschen Stadt, auf einem Berge gelegen, die vier Buchstaben habe: der 18. im Alphabet, der 1., der 3. und der 23. Dies ergibt Sacz.]
[Footnote 75: Hier wie im Folgenden sehe man die Anmerkungen zu den betreffenden Stellen.]
[Footnote 76: ›Der Ackermann aus Böheim. Gespräch zwischen einem Wittwer und dem Tode. Erneuet durch Friedr. Heinr. von der Hagen. Frankfurt a. M. 1824‹. Er hat das Werk nach der Gottsched’schen Abschrift des Druckes _a_ herausgegeben.]
[Footnote 77: Eusebi Chronicorum libri duo ed. Alfred Schoene Berlin 1875. Die Stellen sind in der Uebersetzung des Hieronymus angeführt.]
[Footnote 78: Im Alterthume gebrauchte diese Zählungsweise, offenbar durch Eusebius veranlasst, Orosius in seiner Weltgeschichte. In dem Schlussworte (l. VII, C. 43) sagt er: ›_explicui adiuvante Christo secundum tuum praeceptum, beatissime pater Augustine, ab initio mundi usque in praesentem diem, h. e. per annos MMMMMDCXVII, cupiditates et punitiones hominum peccatorum...._‹]
[Footnote 79: So ist wol die dort angeführte Stelle zu verstehen: ›_Alse ene langhe tyt, alse wol vyf dusent iaer unde twe hondert iar min_, [nach Prof. Martin: _min I = een_] _dat dat mynschelike gheslechte vnsalichlike nedderlach_‹.]
[Footnote 80: G. Geschichte der deutschen Dichtung II^5, 357.]
[Footnote 81: W. W. kl. Sch. I S. 314 in der Abhandlung ›der Todtentanz‹.]
[Footnote 82: s. Anmerkungen.]
[Footnote 83: In der Einleitung zu seiner Ausgabe S. XI f. Die Ansicht v. d. H., dass die Schreiber den Ackermann und Belial gerne neben einander anführen, bestätigt sich auch hier: in der Stuttg. Hs. _A_ folgt der Belial auf den Ackermann.]
[Footnote 84: D. h. Der Kläger und das Unglück.]
[Footnote 85: D. h. Ich bin ein Weber von gelehrtem Stande, kann ohne Holz, ohne Rahmen und ohne Eisen weben.]
[Footnote 86: Die Ueberschrift ist hier wie oben bei Hanka citiert.]
[Footnote 87: D. h. Ach ach hört, ach ach Weh, ach Gewalt, ach über dich, du schrecklicher und grimmiger Vertilger aller Erde, schädlichen Schädiger aller Welt, unverschämter Mörder aller guten Leute.]
[Footnote 88: Im Texte aber steht: ›Und dies geschah von uns in dem Jahre vor der Verbrennung dieser Stadt, etwa im dritten Monate und dann seit Erschaffung der Welt, als man zählte 5000 Jahre und dann im einhundert und siebenundsechzigsten‹.]
[Footnote 89: Tkadlec = Weber, Tkadleček ist das Deminutivum davon.]
[Footnote 90: Diese Zeitangabe ist unrichtig. Man sehe darüber weiter unten.]
[Footnote 91: Pernikářka = Lebzeltnerin.]
[Footnote 92: Dass die Abfassung des Werkes nicht lange nach dieser Trennung anzusetzen sei, ergibt sich aus den Worten I, 13: ›ausser dass wir =jetzt unlängst= in Gräz an der Elbe, in dieser umwallten Stadt in Böhmen nach unserer Macht und unserem Stande zwei junge Leute, an Jahren einander fast gleich, die mit einander seit einigen Jahren gut und ehrbar lebten, trennten‹. (Die erste Zahl bei Citaten aus dem tschechischen Werke bedeutet den Theil, die zweite die Seite.)]
[Footnote 93: I, 24 heisst es: ›Weshalb willst du denn glücklicher sein, damit wir dich mehr ehren, als den Kaiser Julius oder den König Alexander (=oder den guten, wahrhaft guten Kaiser Karl, in der Zeit böhmischen König=), die trotz ihrer Macht unserem Netze und unserer Anfechtung dennoch nicht entgehen konnten‹.]
[Footnote 94: Diese starb aber schon 1336.]
[Footnote 95: Die Stelle ist unrichtig angegeben: s. o. S. 113.]
[Footnote 96: I, 86 theilt nämlich der tschechische Verfasser das Lebensalter eines Menschen in fünf Theile: 1. die Kindheit (infantia), die bis zum siebenten Jahre reiche, 2. die Knabenzeit (pueritia) bis zum vierzehnten Jahre, 3. das Jünglingsalter (adolescentia) bis zum vierundzwanzigsten Jahre, 4. das Mannesalter (aetas virilis) bis zum fünfzigsten Jahre. In diesem befinde sich noch eine Unterabtheilung: Das junge Mannesalter (iuventus). 5. Das Greisenalter (decrepitus) bis zum achtzigsten Jahre. Die drei ersten Lebensalter habe er schon zurückgelegt, die beiden andern harren noch seiner. Mithin befand er sich an der Scheidegränze des Jünglings- und Mannesalters. I, 91 führt der Verfasser noch eine zweite übliche Eintheilung des menschlichen Lebens an: die Dreitheilung in Jugend-, Mannes- und Greisenalter. Er befinde sich noch im Jugendalter, könne aber mit jedem Tage schon in das Mannesalter eintreten. [Diese Eintheilung ist wol geschöpft aus Aristoteles Rhetorik C. XII ff.] Dasselbe Alter von etwa 24 Jahren nimmt auch Gebauer an, s. o. S. 109.]
[Footnote 97: Als Beweis will ich einzelne Capitelanfänge neben einander stellen:
Anfang von C. II im deutschen | Werke lautet | im tschechischen Werke: | ›=_Hort, hort, hort, new | ›Hara! Hara, ei hör, hör, hör wunder! Grausam und ungehorte | diese neuen Reden! ei hör, hör taiding vechten | dieses Fluchen, dieses unbekannte uns an. Von wem die komen, | Schmähen, das uns in so roher das ist uns zumale | Weise zu Theil wird, merke die fremde..._=‹ | Drohung, merke das Schmähen, | merke die schändlichen Vorwürfe! | Woher das sei, höre es immer und C. III: | höre es zu Ende, was uns anficht...‹ | ›=_Ich bins genant ein | ›Ich bin ein Weber gelehrten ackerman, von vogelwait | Standes, kann ohne Holz, ohne ist mein pflug..._=‹ | Rahmen und ohne Eisen weben. | Mein Schiffchen, mit dem ich Cap. IV: | anzettele, ist aus Vogelwolle...‹ | ›=_Wunder nimpt uns | ›Uns darüber wundernd Tag für sollicher ungehorter anfechtung, | Tag, als wir die Rede hörten, die uns nie mer hat | können wir uns dennoch von Stunde begeint. Bistu ein ackerman | zu Stunde nicht genug wundern, wonend im Beheimlande, | und nachdem wir uns lange darüber so tunket..._=‹ | gewundert, sind uns wunderbar, | sehr wunderbar diese sonderlichen, | ungehörten Angriffe und solch | verschiedenartige Reden, in denen du | uns, wie wir sehen, für so gering | hältst. Und bist du denn auch, wie | du sagst, der Weber aus gelehrtem | Stande, verständigem Stande, | hervorragendem Range?...‹
In dieser Weise entsprechen sich auch noch im Folgenden die Capitel V bis incl. X; zu den Capiteln XI bis XV des tschechischen Werkes finden wir dann nach Ueberspringung zweier Capitel des deutschen Werkes (XI u. XII) die entsprechenden Gegenstücke in den Capiteln XIV-XVII des Ackermanns. C. XVI im Tkadleček tritt als letzter Abschnitt hinzu, grösstentheils wieder nur aus leeren Reflexionen bestehend, ohne in irgend einer Weise einen passenden Schluss zu bilden.]
[Footnote 98: Diese Behauptung lässt sich sogar ziffermässig constatieren. In der Hankaschen Ausgabe, in der die Seiten der einzelnen Blätter ziemlich gleich viel Zeilen enthalten, nimmt C. I 2½ Seiten ein, C. II 5½, C. III 2, C. IV 5, C. V 5, C. VI 7, C. VII 9, C. VIII 9, C. IX 18, C. X 31½, C. XI 9, C. XII 32, C. XIII 6, C. XIV 12, C. XV 14 und C. XVI 33 Seiten. In den mit geraden Ziffern bezeichneten Capiteln spricht das Unglück, dem jene gelehrten Excurse meist in den Mund gelegt werden.]
[Footnote 99: Man vergleiche das Urtheil Sabinas S. 105 und fg.]
[Footnote 100: So citiert er ein Werk des Sokrates ›über die Natur des Menschen‹ (I, 68 und I, 96), ferner beruft er sich auf Philosophen, deren Existenz wol schwerlich wird nachgewiesen werden können: Anastotsus (II, 10 vielleicht Aristoteles?), Faliscenes (I, 22), Phapho (I, 30). I, 65 citiert er eine Stelle aus Horaz, die sich in dessen Werken entschieden nicht findet. ›Schon sehen, hören und merken wir‹, heisst es dort, ›an deiner Rede, dass du mit deinem gelehrten Sinne nicht aus dem Brunnen getrunken hast, wie jene sieben heidnischen Göttinnen gethan haben, von denen der heidnische Meister Oracius erzählt‹. Aehnlich legt er I, 26 dem Job Worte in den Mund, die sich vielmehr in der Apocal. XIV, 13 finden. Das Streben des tschechischen Verfassers, sich möglichst gelehrten Anstrich zu geben, zeigt sich deutlich II, 24 (s. darüber unten S. 125) und II, 54 (s. unten S. 130).]
[Footnote 101: Λέγε δή μοι καὶ σύ, ἔφη, οὕτω περὶ ζωῆς καὶ θανάτου. οὐκ ἐναντίον μὲν φῂς τῷ ζῆν τὸ τεθνάναι εἶναι; Ἔγωγε. Γίγνεσθαι δέ ἐξ ἀλλήλων; Ναί. Ἐξ οὖν τοῦ ζῶντος τί τὸ γιγνόμενον; Τὸ τεθνηκός, ἔφη. Τί δέ, ἦ δ᾽ ὅς, ἐκ τοῦ τεθνεῶτος; Ἀναγκαῖον, ἔφη, ὁμολογεῖν ὅτι τὸ ζῶν. Ἐκ τῶν τεθνεώτων ἄρα, ὦ κέβης, τὰ ζῶντά τε καὶ οἱ ζῶντες γίγνονται; Φαίνεται, ἔφη.]
[Footnote 102: Hier steht das Wort ›_stola_‹, das jedoch Jungmann im Lexic. nicht erklären kann. Es ist hier jedenfalls eine Blume gemeint.]
[Footnote 103: s. Wackernagel a. a. O.]
[Footnote 104: Hier steht das Wort ›_ossiwkem_‹. Auch von Jungmann nicht erklärt. s. Lexic. II. 1006.]
[Footnote 105: s. Anmerk. zu obiger Stelle.]
[Footnote 106: Entspricht im Deutschen ebenfalls dem C. X, welches man vergleichen wolle.]
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