Das Buch Henoch

Part 3

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1. Ich sah auch einen anderen Platz mit Tälern von Wasser, welches niemals abnahm. 2. Ich nahm einen schönen Baum wahr, welcher im Geruch ähnlich war dem Mastix. 3. Und zu den Seiten dieser Täler nahm ich Zimt von einem angenehmen Geruch wahr. Über sie ging ich weiter gegen Osten.

Kap. 30

1. Alsdann sah ich einen anderen Berg, Bäume enthaltend, woraus Wasser floß gleich Nektar. Sein Name war Sarira und Kalboneba. Und auf diesem Berge sah ich einen anderen Berg, auf welchem Aloë-Bäume waren. 2. Diese Bäume waren voll, gleich Mandelbäumen und stark, und wenn sie Frucht hervorbrachten, so übertraf sie allen Wohlgeruch.

Kap. 31

1. Nach diesen Dingen betrachtete ich die Eingänge des Nordens über den Bergen, und nahm sieben Berge wahr, angefüllt mit reiner Spieke, wohlriechenden Bäumen, Zimt und Papyrus. 2. Von da ging ich weiter über die Spitzen dieser Berge, eine Strecke östlich, und ging über das erythräische Meer. Und als ich weit über dasselbe hinausgekommen war, ging ich weiter fort über den Engel Zateel, und kam zu dem Garten der Gerechtigkeit. In diesem Garten sah ich unter anderen Bäumen einige, welche zahlreich und groß waren, und welche da blühten. 3. Ihr Geruch gut und kräftig und ihr Aussehen verschieden und schön. Der Baum der Erkenntnis war auch da, durch welchen Jeder, der davon ißt, mit großer Weisheit begabt wird. 4. Er war ähnlich einer Art Tamarinde, und trug Frucht, welche äußerst feinen Trauben glich, und sein Wohlgeruch erstreckte sich bis zu einer beträchtlichen Entfernung. Ich rief aus: Wie schön ist dieser Baum, und wie ergötzlich ist sein Anblick! 5. Darauf antwortete der heilige Raphael, ein Engel, welcher bei mir war, und sagte: Dies ist der Baum der Erkenntnis, von welchem aßen dein alter Vater und deine verwitwete Mutter, welche vor dir waren, und welche Erkenntnis empfingen, indem ihre Augen geöffnet wurden, und sie sahen, daß sie nackt waren, aber aus dem Garten vertrieben wurden.

Kap. 32

1. Von da ging ich weiter gegen die Enden der Erde, wo ich große Tiere sah, verschieden voneinander, und Vögel, verschieden in ihren Ansehen und der Gestalt, auch mit Gesängen von verschiedenen Tönen. 2. Gegen Osten dieser Tiere nahm ich wahr die Enden der Erde, wo der Himmel aufhörte. Die Pforten des Himmels standen offen und ich sah die himmlischen Sterne herauskommen. Ich zählte sie, wie sie heraustraten aus der Pforte, und schrieb sie alle auf, wie sie herauskamen einer nach dem andern, nach ihrer Zahl, ihre Namen allzumal, Ihre Zeiten und ihre Jahreszeiten, so wie der Engel Uriel, welcher bei mir war, sie mir angezeigt hatte. 3. Er zeigte mir alle und verzeichnete sie. 4. Er schrieb auch für mich ihre Namen, ihre Einrichtungen und ihre Wirkungen nieder.

Kap. 33

1. Von da ging ich gegen Norden, zu den Enden der Erde. 2. Und da sah ich ein großes und herrliches Wunder an den Enden der ganzen Erde. 3. Ich sah da himmlische Pforten, sich öffnend in den Himmel; drei von ihnen deutlich getrennt. Die Nordwinde kamen aus ihnen heraus, und wehten Kälte, Hagel. Frost. Schnee, Tau und Regen. 4. Aus einer der Pforten wehten sie mild, doch wehten sie aus den zwei (anderen), so geschah es mit Heftigkeit und Gewalt. Sie wehten stark über die Erde.

Kap. 34

1. Von da ging ich zu den Enden der Welt gegen Westen, 2. wo ich drei offenen Pforten wahrnahm, so wie ich in dem Norden gesehen hatte; die Pforten und Wege durch sie waren von gleicher Größe.

Kap. 35

1. Alsdann ging ich zu den Enden der Erde gegen Süden, wo ich drei Pforten sah, offen gegen Süden, aus welchen ausströmte Tau, Regen und Wind. 2. Von da ging ich zu den Enden des Himmels ostwärts, wo ich drei himmlische Pforten sah, offen gegen Osten, welche innerhalb kleinere Pforten hatten. Durch jede dieser kleineren Pforten gingen die Sterne des Himmels und liefen gegen Westen auf einem Pfade, welcher von ihnen gesehen wurde, und dies zu jeder Zeit. 3. Als ich's sah, pries ich; jeder Zeit pries ich den Herrn der Herrlichkeit, welcher diese großen und prächtigen Zeichen gemacht hatte, damit sie entfalten möchten die Pracht seiner Werke den Engeln und den Seelen der Menschen, und diese verherrlichen möchten alle seine Werke und Taten, sehen möchten die Wirkung seiner Macht, verherrlichen möchten das große Werk seiner Hände, und ihn preisen bis in Ewigkeit.

Kap. 37, Sect. VI

1. Das Gesicht, welches er sah, das zweite Gesicht der Weisheit, welches Henoch sah, der Sohn des Jared, des Sohnes Malaleel, des Sohnes Kanan, des Sohnes Enos, des Sohnes Seth, des Sohnes Adam. {Vers 2 bei Charles, Oxford 1893 und bei Uhlig, Gütersloh 1984:} Dies ist der Anfang des Wortes der Weisheit, welches ich erhielt, zu verkündigen und zu erzählen denjenigen, welche auf Erden wohnen. Hört von dem Anfange an und versteht bis zu dem Ende die heiligen Dinge, welche ich ausspreche in der Gegenwart des Herrn der Geister. Diejenigen, welche zuvor waren, hielten es für gut, zu sprechen, 2. {Vers 3 bei Charles und bei Uhlig} und laßt uns, welche nachkommen, nicht verhindern den Anfang der Weisheit. Bis zu der gegenwärtigen Zeit ist niemals gegeben worden vor dem Herrn der Geister das, was ich erhalten habe, Weisheit nach der Fähigkeit meiner Einsicht und nach dem Wohlgefallen des Herrn der Geister das, was mir von ihm ist gegeben worden, ein Teil des ewigen Lebens, 3. {Vers 4 bei Charles und bei Uhlig} war in hundert und drei Parabeln, welche ich den Bewohnern der Welt verkündigte.

Kap. 38

1. Erste Parabel. Wenn die Versammlung der Gerechten wird offenbar werden, und Sünder für ihre Verbrechen gerichtet und bestraft werden in dem Angesichte der Welt, 2. wenn Gerechtigkeit wird offenbart werden in der Gegenwart der Gerechten selbst, welche werden auserwählt werden wegen ihrer Werke, gewogen von dem Herrn der Geister, und wenn das Licht der Gerechten und der Auserwählten, welche auf Erden wohnen, wird offenbar werden, wo wird die Wohnung der Sünder sein und wo der Platz des Friedens für diejenigen, welche verworfen haben den Herrn der Geister? Es würde für sie besser gewesen sein, sie wären nie geboren worden. 3. Wenn auch die Geheimnisse der Gerechten werden enthüllt werden, dann werden Sünder gerichtet und gottlose Menschen gequält in der Gegenwart der Gerechten und der Auserwählten. 4. Von dieser Zeit an werden diejenigen, welche die Erde besitzen, nicht (mehr) mächtig sein und erhaben. Und nicht sollen sie fähig sein, zu schauen das Antlitz der Heiligen; denn das Licht des Antlitzes der Heiligen, der Gerechten und der Auserwählten ist gesehen worden von dem Herrn der Geister. 5. Gleichwohl sollen die mächtigen Könige jener Zeit nicht vernichtet, sondern in die Hände der Gerechten und der Heiligen geliefert werden. 6. Und nicht sollen sie von der Zeit an Erbauung erhalten von dem Herrn der Geister, dieweil ihr Leben vollendet sein wird.

Kap. 39

1. In jenen Tagen wird das auserwählte und heilige Geschlecht herabsteigen von den oberen Himmeln, und ihr Same wird dann bei den Söhnen der Menschen sein. Henoch empfing Bücher des Zorns und des Grimms, und Bücher der Verwirrung und Unruhe. 2. Niemals sollen sie Gnade erhalten, sagte der Herr der Geister. 3. Eine Wolke raffte mich dann auf und der Wind hob mich über die Oberfläche der Erde, und setzte mich an das Ende der Himmel. 4. Da sah ich ein anderes Gesicht, die Wohnung und den Ruheplatz der Heiligen. Da sahen meine Augen ihre Wohnung bei den Engeln und ihren Ruheplatz bei den Heiligen. Sie baten, flehten und beteten für die Söhne der Menschen, während Gerechtigkeit vor ihnen floß gleich Wasser, und Gnade gleich Tau über die Erde. Und so ist's mit ihnen von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Zu jener Zeit sahen meine Augen den Ort der Auserwählten, der Wahrheit, der Treue und der Gerechtigkeit. 6. Unzählbar wird die Anzahl der Heiligen und der Auserwählten sein in seiner Gegenwart von Ewigkeit zu Ewigkeit. 7. Ihre Wohnung sah ich unter den Flügeln des Herrn der Geister. Alle die Heiligen und Auserwählten sangen vor ihm, (welcher) der Erscheinung nach einer Flamme von Feuer gleich, ihr Mund war voll von Segnungen und ihre Lippen verherrlichten den Namen des Herrn der Geister, und Gerechtigkeit (wohnt) unaufhörlich vor ihm. 8. Dort wünschte ich zu bleiben und meine Seele sehnte sich nach dieser Wohnung. Dort war mein Teil zuvor, denn so war es bestimmt worden über mich vor dem Herrn der Geister. 10. Diesen Platz betrachteten meine Augen lange. Ich pries und sagte: Gepriesen sei Er, gepriesen von dem Anfange bis in Ewigkeit. Im Anfange, ehe die Welt erschaffen war, und ohne Ende ist sein Wissen. 11. Was ist diese Welt! Von jedem vorhandenen Geschlecht sollen dich preisen diejenigen, welche nicht schlafen, sondern stehen vor deiner Herrlichkeit, dich preisen, verherrlichen, erheben und sagen: der heilige, heilige Herr der Geister erfüllt die ganze Welt der Geister. 12. Da sahen meine Augen alle, welche, ohne zu schlafen, vor ihm standen, ihn priesen und sagten: Gepriesen seist du und gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit bis Ewigkeit. Dann verwandelte sich mein Antlitz, bis ich unfähig wurde zu sehen.

Kap. 40

1. Nach diesem sah ich Tausende von Tausenden und Myriaden von Myriaden, und eine unendliche Zahl Volkes vor dem Herrn der Geister stehen. 2. Auch auf den vier Flügeln des Herrn der Geister, auf den vier Seiten nahm ich andere, außer denjenigen wahr, welche (vor ihm) standen. Auch ihre Namen weiß ich, dieweil der Engel, welcher bei mir ging, sie mir verkündigte, und mir jedes Geheimnis entdeckte. 3. Alsdann hörte ich die Stimmen derer auf den vier Seiten den Herrn der Herrlichkeit erheben. 4. Die erste Stimme pries den Herrn der Geister von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Die zweite Stimme hörte ich preisen den Auserwählten und die Auserwählten, welche gemartert werden um des Herrn der Geister willen. 6. Die dritte Stimme hörte ich bitten und beten für diejenigen, welche auf Erden wohnen und anflehen den Namen des Herrn der Geister. 7. Die vierte Stimme hörte ich austreiben die bösen Engel und sie verhindern zu treten in die Gegenwart des Herrn der Geister, damit sie nicht Klagen erheben gegen die Bewohner der Erde. 8. Nach diesem ersuchte ich den Engel des Friedens, welcher mit mir ging, alles zu erklären, was verborgen war. Ich sagte zu ihm: Wer sind diese, (welche) ich gesehen habe auf den vier Seiten, und deren Worte ich gehört und aufgeschrieben habe? Er versetzte: Der erste ist der barmherzige, der geduldige, der heilige Michael. 9. Der zweite ist der, welcher (gesetzt) über jedes Leiden und jede Wunde der Menschensöhne, der heilige Raphael. Der dritte, welcher (gesetzt) über alles, was mächtig ist, ist Gabriel. Und der vierte, welcher (gesetzt) ist über Reue und die Hoffnung derjenigen, welche ewiges Leben erben werden, ist Phanuel. Dieses sind die vier Stimmen, welche ich zu jener Zeit hörte.

Kap. 41

1. Nach diesem sah ich die Geheimnisse der Himmel und des Himmelreiches je nach seinen Abteilungen und der Werke der Menschen, wie sie sie dort wägen und auf Waagen. Ich sah die Wohnungen der Auserwählten und die Wohnungen der Heiligen. Und dann sahen meine Augen alle die Sünder, welche verleugneten den Herrn der Herrlichkeit, und welche sie austrieben von dort, und hinwegschleppten, als sie (dort) standen, weil Strafe gegen sie von dem Herrn der Geister (früher) nicht ergangen war. 2. Da sahen meine Augen auch die Geheimnisse des Blitzes und des Donners, und die Geheimnisse der Winde, wie sie verteilt werden, wenn sie wehen über die Erde, die Geheimnisse der Winde, des Taues und der Wolken. Da nahm ich wahr die Stelle, von welcher sie ausströmten, und gesättigt wurden mit dem Staube der Erde. 3. Dann sah ich die verschlossenen Behältnisse, von welchen aus die Winde getrennt wurden, das Behältnis des Hagels, das Behältnis des Schnees, das Behältnis der Wolken, und die Wolke selbst, (welche) beständig über die Erde schwebte vor der Welt. 4. Ich sah auch die Behältnisse des Mondes, von wannen sie kamen, wohin sie liefen, ihre herrliche Rückkehr, und wie einer glänzender wurde als der andere, ihren prächtigen Lauf, ihren unveränderlichen Lauf, ihren getrennten und unverringerten Lauf, ihre Beobachtung einer gegenseitigen Treue nach einem Eide, bei welchem sie blieben, ihr Fortschreiten vor der Sonne und ihre Anhänglichkeit an ihren Pfad im Gehorsam gegen den Befehl des Herrn der Geister. Mächtig ist sein Name von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. Nach diesem wurde der Pfad des Mondes, der verborgene wie der sichtbare, eben sowohl als der Fortgang seines Pfades bei Tage und bei Nacht vollendet, während jeder, einer wie der andere, nach dem Herrn der Geister sah, erhebend und lobpreisend ohne Aufhören, sintemal Lobpreisen für sie Ruhe ist; aber in der glänzenden Sonne ist ein häufiges Wandeln zu Segen und zu Fluch. 6. Der Lauf des Mondpfades ist für die Gerechten Licht, aber für die Sünder ist er Finsternis, in dem Namen des Herrn der Geister, welcher schuf (eine Trennung) zwischen Licht und Finsternis, und trennte die Geister der Menschen, und stärkte die Geister der Gerechten selbst in dem Namen seiner Gerechtigkeit. 7. Und nicht kommt (ihnen) zuvor der Engel und nicht ist er begabt mit der Macht, (ihnen) zuvor zu kommen; denn der Richter sieht sie alle und richtet sie alle selbst in seiner Gegenwart.

Kap. 42

1. Die Weisheit fand keinen Platz, wo sie wohnen konnte; ihre Wohnung ist deshalb im Himmel. 2. Die Weisheit trat hervor, um zu wohnen unter den Söhnen der Menschen, doch sie erhielt keine Wohnung. Die Weisheit kehrte zurück an ihren Platz und setzte sich in die Mitte der Engel. Aber die Ungerechtigkeit trat hervor nach ihrer Rückkehr, welche wider Willen (eine Wohnung) fand, und wohnte unter ihnen, wie Regen in der Wüste und wie Tau in einem durstigen Lande.

Kap. 43

1. Ich schaute einen anderen Glanz und die Sterne des Himmels. Ich bemerkte, daß er sie alle bei ihren einzelnen Namen rief, und daß sie hörten. Auf einer gerechten Waage, sah ich, daß er auswog nach ihrem Lichte die Weite ihrer Räume und den Tag ihres Erscheinens und ihre Umkehr. Glanz brachte Glanz hervor, und ihre Umkehr (war) zu der Zahl der Engel und der Getreuen. 2. Alsdann fragte ich den Engel, welcher mit mir ging und mir geheime Dinge erklärte, wer die wären. Er antwortete: Ein Gleichnis von diesen hat dir der Herr der Geier gezeigt. Es sind die Personen der Gerechten, welche auf der Erde wohnen, und welche glauben an den Namen des Herrn der Geister von Ewigkeit bis zu Ewigkeit.

Kap. 44

Auch ein anderes Ding sah ich in Betreff des Glanzes; daß er ausgeht von den Sternen und Glanz wird, unfähig sie zu verlassen.

Kap. 45, Sect. VII

1. Zweite Parabel über diejenigen, welche leugnen den Namen der Wohnung der Heiligen und des Herrn der Geister. 2. In den Himmel werden sie nicht hinaufsteigen, auch werden sie nicht kommen auf die Erde. Dies wird der Teil der Sünder sein, welche verleugnen den Namen des Herrn der Geister und welche so aufbewahrt werden für den Tag der Strafe und der Qual. 3. An diesem Tage wird der Auserwählte sitzen auf einem Throne der Herrlichkeit, und wird bestimmen ihren Zustand und die unzähligen Wohnungen (während ihre Geister in ihnen gestärkt werden, wenn sie schauen meinen Auserwählten) für diejenigen, welche Schutzes halber geflohen sind zu meinem heiligen und herrlichen Namen. 4. An diesem Tage will ich meinen Auserwählten wohnen lassen in ihrer Mitte, will verändern den Himmel, will segnen ihn und erleuchten ihn für immer. 5. Ich will auch verändern die Erde, will segnen sie, und diejenigen, welche ich auserwählt habe, wohnen lassen auf ihr. Aber diejenigen, welche Sünde begangen haben und Ungerechtigkeit, sollen sie nicht betreten; denn ich habe sie gesehen. Meine Gerechten will ich sättigen mit Frieden und sie vor mich stellen, aber die Verdammung der Sünder soll heranrücken, damit ich sie vernichte von der Oberfläche der Erde.

Kap. 46

1. Da sah ich das Haupt der Tage, dessen Haupt weiß wie Wolle war, und mit ihm einen anderen, dessen Antlitz dem des Menschen glich. Sein Antlitz war voll Anmut, gleich einem der heiligen Engel. Alsdann fragte ich einen der Engel, welcher mit mir ging, und welcher mir jedes Geheimnis zeigte in Betreff dieses Menschensohnes: wer er sei, woher er sei, und warum er das Haupt der Tage begleite. 2. Er antwortete und sagte zu mir: Dies ist der Menschensohn, dem Gerechtigkeit ist, bei welchem Gerechtigkeit gewohnt hat, und welcher offenbaren wird alle Schätze dessen, was verborgen ist; denn der Herr der Geister hat ihn erkoren, und sein Teil hat alles übertroffen vor dem Herrn der Geister in ewiger Rechtschaffenheit. 3. Dieser Menschensohn, welchen du siehst, wird erregen die Könige und die Mächtigen von ihren Lagern, und die Gewaltigen von ihren Thronen, wird lösen die Zäume der Mächtigen und in Stücke brechen die Zähne der Sünder. 4. Er wird stoßen die Könige von ihren Thronen und ihren Herrschaften, weil sie ihn nicht erheben und preisen wollen, noch sich beugen (vor dem), durch welchen ihre Königreiche ihnen verliehen wurden. Auch das Antlitz der Mächtigen wird er niederschlagen und sie mit Verwirrung erfüllen. Finsternis wird ihre Wohnung sein, und Würmer werden ihr Bett sein, und nicht sollen sie von ihrem Bette wieder aufzustehen hoffen, weil sie nicht erhoben den Namen des Herrn der Geister. 5. Sie werden verachten die Sterne des Himmels, werden erheben ihre Hände gegen den Allerhöchsten, werden betreten und bewohnen die Erde, indem sie zeigen alle ihre Werke der Ungerechtigkeit, ja ihre Werke der Ungerechtigkeit. Ihre Stärke wird sein in ihrem Reichtum und ihr Glaube an die Götter, welche sie gemacht haben mit ihren eigenen Händen. Sie werden leugnen den Namen des Herrn der Geister und werden ihn austreiben aus ihren Tempeln, in welchen sie sich versammeln, 6. und die Getreuen, welche dulden in dem Namen des Herrn der Geister.

Kap. 47

1. An diesem Tage wird das Gebet der Heiligen und der Gerechten und das Blut der Gerechten hinaufsteigen von der Erde in die Gegenwart des Herrn der Geister. 2. An diesem Tage werden die Heiligen sich versammeln, welche wohnen über den Himmeln, und mit vereinter Stimme bitten, flehen, preisen, loben und rühmen den Namen des Herrn der Geister, wegen des Blutes der Gerechten, welches ist vergossen worden, auf daß das Gebet der Gerechten nicht möge unterbrochen werden vor dem Herrn der Geister, daß er ihretwegen wolle vollziehen Gericht, und daß seine Geduld nicht möge dauern für immer. 3. Zu dieser Zeit sah ich das Haupt der Tage, während es saß auf dem Throne seiner Herrlichkeit; das Buch des Lebens ward geöffnet in seiner Gegenwart, und alle die Mächte, welche über den Himmeln waren, standen um und vor ihm. 4. Alsdann waren die Herzen der Heiligen voll von Freude, weil die Vollendung der Gerechtigkeit gekommen, das Flehen der Heiligen erhört und das Blut der Gerechten gewürdigt war von dem Herrn der Geister.

Kap. 48 a

1. An diesem Platze sah ich einen Born der Gerechtigkeit, welcher niemals Mangel hatte, umgeben von vielen Quellen der Weisheit. Aus diesen tranken alle Durstigen, und wurden erfüllt mit Weisheit, und hatten ihre Wohnung bei den Gerechten, den Auserwählten und den Heiligen. 2. In dieser Stunde wurde dieser Menschensohn angerufen bei dem Herrn der Geister und sein Name in Gegenwart des Hauptes der Tage. 3. Bevor die Sonne und die Zeichen geschaffen waren, bevor die Sterne des Himmels gebildet waren, wurde sein Name angerufen in der Gegenwart des Herrn der Geister. Eine Stütze wird er sein den Gerechten und den Heiligen, auf welche sie sich lehnen, ohne zu fallen, und er wird sein das Licht der Völker. 4. Er wird sein die Hoffnung derer, deren Herzen in Unruhe sind. Alle, welche wohnen auf Erden, werden niederfallen und anbeten vor ihm; werden rühmen und verherrlichen ihn, und Loblieder singen dem Namen des Herrn der Geister. 5. Deshalb war der Auserwählte und der Verborgene in seiner Gegenwart, ehe die Welt geschaffen wurde und immerdar 6. in seiner Gegenwart und hat enthüllt den Heiligen und den Gerechten die Weisheit des Herrn der Geister. 7. Denn in seinem Namen sollen sie bewahrt werden, und sein Wille wird ihr Leben sein. In jenen Tagen sollen die Könige der Erde und die mächtigen Menschen, welche die Welt gewonnen haben durch das Werk ihrer Hände, niedrig werden im Ansehen. 8. Denn an dem Tage ihrer Angst und Unruhe sollen ihre Seelen nicht gerettet werden, und in den Händen derer (sein), welche ich erwählt habe. 9. Ich will sie wie Heu in das Feuer werfen und wie Blei in das Wasser. So sollen sie brennen in der Gegenwart der Gerechten und sinken in der Gegenwart der Heiligen, und nicht soll ein zehnter Teil von ihnen gefunden werden. 10. Aber an dem Tage ihrer Unruhe wird Ruhe sein auf Erden. 11. In seiner Gegenwart werden sie fallen und sich nicht wieder erheben, und es wird keiner da sein, der sie aus seinen Händen nähme und sie aufhöbe; denn sie haben verleugnet den Herrn der Geister und seinen Messias. Der Name des Herrn der Geister sei gepriesen!

Kap. 48 b

1. Weisheit ist ausgegossen gleich Wasser und Herrlichkeit hört nicht auf vor ihm von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn mächtig ist er in allen Geheimnissen der Gerechtigkeit. 2. Aber Ungerechtigkeit vergeht wie ein Schatten und hat keinen festen Stand; denn der Auserwählte steht vor dem Herrn der Geister und seine Herrlichkeit ist von Ewigkeit zu Ewigkeit und seine Macht von Geschlecht zu Geschlecht. 3. Bei ihm wohnt der Geist der verständigen Weisheit, der Geist der Erkenntnis und der Macht, und der Geist derer, welche schlafen in Gerechtigkeit; er wird richten das Verborgene. 4. Und niemand wird im Imstande sein, ein einziges Wort vor ihm auszusprechen; denn der Auserwählte ist in der Gegenwart des Herrn der Geister nach seinem eignen Wohlgefallen.

Kap. 49

1. An jenen Tagen werden die Heiligen und die Auserwählten eine Veränderung erleiden. Das Licht des Tages wird auf ihnen ruhen, und der Glanz und die Herrlichkeit der Heiligen wird verändert werden. 2. An dem Tage der Trübsal werden Übel aufgehäuft werden über die Sünder, aber die Gerechten werden triumphieren in dem Namen des Herrn der Geister. 3. Anderen wird gezeigt werden, daß sie bereuen müssen und verlassen die Werke ihrer Hände, und daß sie nicht Ruhm erwarte in der Gegenwart des Herrn der Geister, daß sie jedoch durch seinen Namen mögen errettet werden. Der Herr der Geister wird Mitleiden haben mit ihnen; denn groß ist seine Gnade, und Gerechtigkeit ist in seinem Gericht, und in der Gegenwart seiner Herrlichkeit, und nicht wird stehen in seinem Gericht Ungerechtigkeit. Wer nicht bereut vor ihm, der wird untergehen. 4. Fortan will ich nicht gnädig sein gegen sie, sagte der Herr der Geister.

Kap. 50

1. In jenen Tagen soll die Erde ausliefern aus ihrem Schoße, und die Unterwelt ausliefern aus dem ihrigen das, was sie erhalten hat, und der Abgrund soll wiedergeben das, was er schuldig ist. 2. Er wird ausscheiden die Gerechten und Heiligen aus ihnen; denn der Tag ihrer Erlösung ist herbeigekommen. 3. Und an jenen Tagen wird der Auserwählte sitzen auf seinem Throne, während jegliches Geheimnis der verständigen Weisheit hervorgehen wird aus seinem Munde; denn der Herr der Geister hat ihn begabt und verherrlicht. 4. An jenen Tagen werden die Berge springen wie Widder, und die Hügel hüpfen wie junge Schafe, gesättigt mit Milch, und alle (die Gerechten) werden zu Engeln im Himmel. 5. Ihr Antlitz wird glänzen vor Freude; denn an jenen Tagen wird der Auserwählte erhoben werden. Die Erde wird sich freuen, die Gerechten werden sie bewohnen und die Auserwählten auf ihr gehen und wandeln.

Kap. 51