Part 4
Selbst im Winter könnt ihr eine Menge Knospen an der Ulme zählen, und wenn der April kommt, und ihr durch die Zweige blickt, so werdet ihr eine purpurne Färbung sich über den Gipfel des Baumes ziehen sehen. Dies verursachen die zierlichen purpurnen Blüten, die sich an den Zweigen öffnen. Nun beobachtet den Baum! Gegen Ende April lugen die frischen, grünen Blätter aus den Blattknospen hervor. Aber schon beginnen die breitgeflügelten Früchte zu fallen und werden vom Winde zu Haufen zusammengeweht.
Ihr kennt sicher diese kleinen, flachen, grünlichen Scheibchen, mit einem Klümpchen in der Mitte, das anzeigt, wo der Same sitzt. Sie werden vom Winde am Rande des Feldes und in den Straßen hingetrieben und füllen oft die Rinnsteine. Wenn sie von der kleinblättrigen Feldulme herrühren, so ist es zweifelhaft, ob sie aufwachsen werden. Aber wenn ihr eine großblättrige Bergulme im Garten habt, könnt ihr die Früchte leicht erkennen, weil sie ganz in der Mitte des Scheibchens sitzen, während sie bei der Feldulme näher an die Spitze heranliegen. Diese Samen sind reif, und es lohnt sich, sie zu säen.
Alle großen Waldulmen liefern sehr gutes Bauholz. Sie leben oft vier- bis fünfhundert Jahre, aber die beste Zeit, sie abzuholzen ist, wenn sie ungefähr 120 Jahre alt sind.
Auf der Ulme leben eine Menge Insekten. Das schädlichste von ihnen ist ein Käfer, der sich nach der inneren Rinde durchfrißt und den Saft aufsaugt. Dann bohrt der weibliche Käfer kleine Gänge an beiden Seiten der Röhre. In jeden Gang legt er ein Ei, und wenn die Larven auskriechen, fressen sie das Holz. Die Bäume ganzer Wälder sind schon manchmal durch diesen Ulmensplintkäfer zerstört worden.
Suche den Zweig einer Esche und betrachte Zweige und Knospen. Suche ein Büschel von Eschenfrüchten. Suche die korkartigen Zweige der Ulme und die grünen Samenscheibchen im Mai. Suche in vermoderten Ulmen nach den Gängen des Ulmensplintkäfers.
Lektion 12.
Im Parke.
In unseren großen Parks wird man alle Arten der deutschen Bäume finden neben vielen anderen, die deshalb interessant sind, weil sie aus dem Auslande stammen. Alleen von mehreren Kilometern Länge werden oft mit einer Art von Bäumen bepflanzt, mit Kastanien, Buchen, Eichen oder Linden, und da die Bäume hier frei stehen, so entwickeln sie sich meist schöner als in den Wäldern. Wir haben bis jetzt noch nicht von der Linde gesprochen, aber ihr kennt diesen schönen Baum sehr gut mit seinem geraden, glatten Stamme, seinen hellgrünen, herzförmigen Blättern, die auf der einen Seite größer als auf der anderen und oben zugespitzt sind, und seinen gelblichgrünen Blüten, die an einem langen Stiele hängen, der aus der Mitte eines gelbgrünen Blattes hervorwächst (siehe bunte Tafel VIII, 2).
Pflückt einige von diesen Blüten im Juli oder einige der runden, flaumigen Früchte, die gerippt sind, im Herbste, wenn sie reif sind. Das Blatt, aus dem sie hervorwachsen, heißt Deckblatt und ist etwas Ähnliches wie die Schuppen, auf denen die Staubgefäße der Weide und die Samen der Fichte wachsen. Bei der Linde ist das Deckblatt lang geworden, und dient dazu, im Winde die Frucht mit fortzutragen. Die innere Rinde oder der Bast der Linde ist sehr nützlich zur Anfertigung von Tauen, und die Bienen lieben die Linde von allen Bäumen am meisten, weil ihre Blüten einen süßen Duft ausströmen und eine Menge Honig in ihren Kelchen bergen.
Ein anderer Baum, der den Bienen fast ebenso nützlich ist wie die Linde und noch früher blüht, ist der Bergahorn. Seine grünen Blütentrauben hängen von den Zweigen herab, ehe die Blätter ganz heraus sind. Der Bergahorn ist ein sehr schöner Baum mit großen fünflappigen Blättern, der dem Feldahorn sehr ähnelt. Wenn man bei warmem Wetter unter einem Bergahorn steht, so wird man oft bemerken, daß Tropfen davon herunterfallen, und daß seine Blätter klebrig sind. Alle Ahornarten enthalten nämlich eine große Menge zuckerigen Saftes, der aufsteigt und aus den Blättern quillt, entweder da, wo sich ein Riß in ihnen befindet, weil sie trocken sind, oder da, wo ein Insekt ein Loch gebissen hat. Ihr habt gewiß schon die kleinen, schädlichen Blattläuse bemerkt, die an Rosen und anderen Pflanzen dicht zusammensitzen und ihnen den Saft aussaugen. Hunderte und Tausende von ihnen nähren sich von dem Saft der Bäume, und dazu kommen noch andere Insekten, wie z. B. die Schaumzikade, deren Larve sich ganz mit Schaum bedeckt, der vom Volke „Kuckucksspeichel“ genannt wird. Durch die Risse, die die Insekten verursachen, sickert der Saft des Ahorns heraus und fließt über die Blätter.
Die Frucht dieses Baumes ist sehr sonderbar. Sie ist geflügelt wie die der Esche, aber zwei Früchte wachsen zusammen, so daß die beiden Flügel sich wie die eines Schmetterlings ausbreiten (siehe Abbildung). Die Flügel der Feldahornfrucht breiten sich weiter aus als die des Bergahorns.
Das Holz des Ahorns wird zur Anfertigung von Möbeln gern benutzt. Sehr viele unserer Pulte und Kleiderschränke werden aus amerikanischem Ahorn gemacht, denn dort sind Ahornarten viel verbreiteter als bei uns. Ahornzucker, den amerikanische Kinder sehr lieben, wird aus dem zuckerhaltigen Safte einer amerikanischen Art bereitet, der deshalb „Zuckerahorn“ heißt.
Ein anderer Baum, den man in Gärten und Parks findet, ist der Walnußbaum, der von den Römern nach Deutschland gebracht wurde. Es ist ein großer, sich weit ausbreitender Baum mit einem rauhen Stamm und starken, krummen Ästen und Zweigen. Die Blätter sind gefiedert wie die der Esche, aber sie sind viel größer. Sie haben einen hübschen, rötlichen Schimmer, wenn sie jung sind, und einen starken Geruch, wenn man sie zerdrückt.
Diese Bäume wachsen so schnell, daß sie in zehn Jahren ungefähr 7 Meter hoch werden; dann beginnen sie zu blühen und Früchte zu bilden. Sie wachsen bis zu einer Höhe von 20-25 Meter. Im April kann man die langen Kätzchen von dem Baume herabhängen sehen, gerade wenn die Blätter hervorbrechen. Die männlichen Blüten sitzen an der Spitze der Zweige des letzten Jahres. Aber die kleinen Gruppen von Blüten, aus denen sich die Walnüsse entwickeln, sitzen auf den neuen Zweigen, die sich gerade aus den Knospen gebildet haben. Ihr alle kennt die Walnuß. Sie ist in eine grüne Schale eingeschlossen, deren Saft eure Finger braun färbt, wenn ihr sie abschält. Sobald die grüne Schale entfernt ist, kann man ein Messer zwischen die beiden Hälften der harten Schale schieben und sie auseinander spalten. So trennt man den Fruchtkern, den man essen kann, in der Mitte, gerade da, wo der Keim der zukünftigen Pflanze liegt. Wenn man genau hinsieht, kann man die kleine weiße Knospe und die Wurzel unterscheiden, die zwischen den Samenblättern am spitzen Ende der Nuß liegt. Das Holz des Walnußbaumes ist sehr wertvoll für die Anfertigung von Möbeln, denn es wird dunkelbraun, wenn der Baum alt ist, und ist sehr schön gemasert.
Ich möchte euch nun noch von einem anderen baumartigen Strauche erzählen, der in Südeuropa heimisch ist und bei uns zuweilen in Parkanlagen und Gärten gezogen wird. Es ist der Erdbeerbaum, so genannt, weil seine Früchte Erdbeeren ähnlich sehen. Es ist ein immergrüner Strauch mit grünen, glänzenden Blättern von der Form eines Lorbeerblattes, die am Rande grob gezähnt sind. Die krugförmigen Blüten sind wachsgelb und hängen an gebogenen Stielen. Aber das Sonderbarste an diesem Strauche ist, daß es ein Jahr dauert, bis die Früchte reif werden. Zuerst sind sie blaßgelb, dann färben sie sich immer dunkler bis sie glänzend rot sind und zu zweien oder dreien zwischen den dunkelgrünen Blättern hängen, gerade wenn der Baum wieder seine hübschen weißgrünen Blüten treibt.
Unter den Bäumen, die man in Parks finden kann, wirst du besonders viele Nadelbäume bemerken, die aus fremden Ländern bei uns eingeführt sind und entweder ihres schönen Wuchses oder auch ihrer eigenartig gefärbten Nadeln wegen von den Gärtnern gezüchtet werden. Häufig finden wir auch die großen Magnolien und die Tulpenbäume, von denen erstere so schöne, große, weiße und rötliche Blüten haben. Aber dies sind Fremdlinge, und wir müssen zufrieden sein, wenn wir etwas über deutsche Bäume wissen.
Suche die Blüten und Früchte der Linde; die Blätter der Ahornarten, die von Honigtau kleben; die Blätter und Kätzchen des Walnußbaumes. Öffne eine Walnuß und suche im Innern die junge Keimpflanze.
Lektion 13.
Blätter. Ihre Gestalt und ihr Stand.
Im Sommer, wenn die Bäume voll belaubt sind, und ihr sie kennen gelernt habt, solltet ihr Zweige von verschiedenen Bäumen holen und beobachten, wie die Blätter an den Ästen wachsen, und welche Formen sie haben.
Wir haben schon bemerkt, daß einige Bäume wie die Roßkastanie und der Ahorn gegenständige Blätter haben, wo eins dem anderen am Stengel gegenübersteht, also zwei aus einem Sproßknoten wachsen. Andere dagegen, wie die Ulme und die Buche z. B., haben wechselständige Blätter, so daß jedes seinen Sproßknoten hat. Aber es gibt viele Arten von wechselständigen Blättern, und es wird euch Vergnügen bereiten, sie ausfindig zu machen.
Bei der Ulme und der Buche kommt jedes zweite Blatt genau über dem darunter stehenden heraus. Blatt 1 entspringt an der einen Seite des Zweiges, Blatt 2 auf der anderen Seite, Blatt 3 genau über Blatt 1. Aber wenn ihr einen Zweig der Zitterpappel oder Espe nehmt, so wird es Blatt 4 sein, das genau über Blatt 1 steht. Dann nehmt einen Eichenzweig. Ihr werdet sehen, daß ihr sechs Blätter zählen müßt, ehe ihr eins genau über dem ersten stehend findet. Alle diese Unterschiede haben ihren Zweck, und wenn man die Bäume im Walde genau ansieht, so wird man finden, wie diese verschiedenen Anordnungen die Blätter in Stellungen bringt, wodurch sie am besten Licht und Luft erhalten.
Ferner ist dann die Form der Blätter zu beachten. Botaniker haben sehr viele Namen, um die Gestalt, den Rand, die Adern und die Abteilungen der Blätter zu beschreiben. Ich kann euch nur einige davon sagen, so daß ihr eure Augen öffnen und andere selbst finden mögt.
Blätter, die ungeteilt sind, so daß man nicht ein Stück abreißen kann, ohne das Ganze zu beschädigen, heißen einfache. Die Blätter der Ulme, Buche, Edelkastanie, Linde, Eiche, Weide, des Bergahorns und viele andere sind einfach.
Blätter, die in verschiedene Teile zerschnitten sind, so daß man einen abreißen kann, ohne die anderen zu berühren, heißen zusammengesetzte. Die Blätter der Roßkastanie, Esche, Rose, des Vogelbeerbaumes und des Holunders sind zusammengesetzt. Ihr müßt euch ins Gedächtnis zurückrufen, daß die Abteilungen Blattabschnitte und nicht Blätter sind, weil sie am Ende keine wachsende Spitze und im Blattwinkel keine Knospen haben. Die Blättchen wachsen aus der Spitze des Blattstengels heraus (Roßkastanie) oder aus der schmalen grünen Mittellinie (Rose), die nicht der Stengel, sondern die Mittelrippe des Blattes ist.
Nehmt nun alle einfachen Blätter, die ihr habt und seht, wie sie gestaltet sind. Die beste Weise, dies herauszufinden ist, ein Blatt auf eure Schiefertafel zu legen und eine Linie herumzuziehen. Das ist sehr leicht bei einem Buchenblatt oder dem Blatte einer Edelkastanie. Aber wenn ihr ein Eichenblatt nehmt, so geht der Rand zuweilen bis an die Mittelrippe, so daß man meinen kann, ein geteiltes Blatt zu haben.
Um die Form eines Blattes festzustellen, muß man es anders machen. Man muß, am Stengel des Blattes beginnend, eine Linie um die äußersten Punkte desselben herumziehen, bis man wieder an den Stengel kommt. Wenn man ein Ahornblatt so mit einer Linie umzieht, so wird eine Figur heraus kommen, die einer Niere ähnlich ist. Das Blatt des Bergahorns wird mehr herzförmig sein, länger und in einer stumpfen Spitze endend. Ein Eichenblatt ist länglich rund, länger als breit. Das Ulmen- und das Buchenblatt ist eiförmig oder oval, wie man sagt, während das der Edelkastanie schmal und lang ist. Ein Lindenblatt endlich ist herzförmig, aber ungleich, da eine Seite größer ist als die andere. Es ist ungleichseitig.
Nun laßt uns untersuchen, wie die verschiedenen Blätter am Rande ausgezackt sind. Einige, wie die des Flieders und des Efeus, sind glattrandig. Andere sind buchtig und das Blatt der Stechpalme ist grobstachlig gezähnt zu seinem Schutze. Aber wenn ihr die Blätter an der Spitze des Baumes betrachtet, wohin das Vieh nicht reichen kann, so werdet ihr oft finden, daß diese Blätter keine Stacheln erzeugen.
Andere Blätter haben rund um den Rand Zähnchen. Das Blatt der edlen Kastanie ist am Rande wie eine Säge ausgezackt. Das Blatt einer Birke ist ebenso, aber wenn man es genau betrachtet, so wird man sehen, daß es zwei Reihen von Zähnchen hat. Der Rand der großen Zähnchen ist noch einmal gezähnt. Dieses Blatt hat also einen doppelt gezähnten Rand. Andere Blätter haben tiefe Einschnitte oder Lappen. Der Rand eines Eichenblattes ist manchmal nur buchtig, manchmal hat er tiefe Einschnitte. Das Blatt eines Bergahorns hat fünf große, spitze Abteilungen oder Lappen.
Vergleicht das Blatt des Bergahorns mit dem der Eiche. Ihr werdet sehen, daß die Adern, die das Skelett der verschiedenen Blattformen ausmachen, nicht überall gleich laufen. Beim Bergahornblatt gehen die großen Adern oder Rippen von der Spitze des Stengels aus und breiten sich aus gleich fünf Fingern, während die kleinen Adern von den großen ausgehen. Ein solches Blatt heißt handförmig, weil die Adern gleich sind den Fingern an der Hand. Beim Eichenblatt dagegen läuft eine lange Rippe in der Mitte empor. Von ihr gehen die kleineren aus wie die Strahlen einer Vogelfeder. So sagt man vom Eichenblatt, daß es federartig geädert oder gefiedert ist von Fieder, was gleichbedeutend mit Feder ist.
Nun nehmt die zusammengesetzten Blätter der Roßkastanie, der Esche und der Rose. Bei der ersteren wachsen die Blattabschnitte gerade wie bei dem Bergahorn. Sieben Rippen gehen von der Spitze des Stengels aus und verbreiten sich wie Finger; es ist also auch ein handförmiges oder gefingertes Blatt. Aber bei der Esche und Rose geht eine Rippe in der Mitte empor und die einzelnen Blättchen sind federartig angeordnet. Diese Blätter nennt man also gefiedert.
Es gibt außerdem viele Übergangsformen von Blättern, und wenn ihr sie sammelt und in einem alten Schreibhefte ordnet, werdet ihr bald eine Vorstellung von der Bedeutung der Namen bekommen.
Beschreibe die Blätter der Eiche, der Roßkastanie und der Ulme und ihre Stellung. Ordne die einfachen und zusammengesetzten Blätter, die du finden kannst, in einem Schreibhefte und beschreibe sie.
Kinderaugen in der Natur
Erstes Buch Tiere und Pflanzen in Wald und Feld
Zweites Buch Am Teich- und Flußufer
Drittes Buch Pflanzenleben in Feld und Garten
Viertes Buch Aus dem Leben unserer Vögel
Fünftes Buch Bäume und Sträucher
Sechstes Buch Aus dem Leben der Insekten
Bisheriger Absatz ungefähr 50000 Stück
Verlag von Hermann Gesenius in Halle (Saale)
Von 8 bis 10 Jahren.
~Dr.~ Hartmanns Jungmädchenbücher:
Band 1. =Rotschwanz und Büschelohr=, verfaßt von +Magda Schelling+. Gebunden M. 1.20.
Band 2. =Kriemhilds Rosengarten.= Alten Volkssagen nacherzählt von +Ilse Treu+. Gebunden M. 1.20.
Band 3. =Walhall.= Alten Volkssagen nacherzählt von +Ilse Treu+. Gebunden M. 1.20.
Band 4. =Vogelgesellschaft bei Buchfinks=, verfaßt von +Magda Schelling+. Gebunden M. 1.20.
Band 5. =Das Stuttgarter Hutzelmännlein.= +Eduard Mörike+ nacherzählt von +Elfriede Kittelmann+. Gebunden M. 1.20.
=Die höheren Mädchenschulen=: Die Bücher wollen dem Mangel an gediegenem Lesestoff für Mädchen von 8 bis 10 Jahren abhelfen. Sie erfüllen ihren Zweck in jeder Weise aufs beste. Die äußere Ausstattung mit dem Buntbild der zwei lesenden Mädchen ist sehr gefällig und lockt die Kinder; Papier und Druck sind sehr gut und die Einteilung in kurze Geschichten oder Kapitel für dieses Alter sehr glücklich. Die Stoffe sind aufs günstigste gewählt. Band 1 und 4 bieten Naturwissenschaftliches. Die Erzählungen sind so lebendig, daß man fast menschlichen Anteil an dem Schicksal der Tiere und Pflanzen nimmt. Dabei lernen die Kinder eine Menge, ohne die Absicht irgendwie zu merken. Die Geschichten sind in hohem Maße geeignet, Anteil und Liebe an der Natur bei den Kindern zu wecken. In Band 2 und 3 werden in ebenso ansprechender Weise altdeutsche und nordische Sagen erzählt. Der Heldenkreis um Dietrich von Bern und die Götter Walhalls treten den Kindern nahe. In Band 5 wird die allerliebste Erzählung vom Stuttgarter Hutzelmännchen nacherzählt. All die krausen Ranken in Stil und Erzählweise sind abgeschnitten, die für die Kinder -- und nicht nur für diese -- das reizende Märchen so schlimm verwirren, so daß sich alle an seinem humorvollen Kern freuen können. Für Schülerinnen-Büchereien sind die Bändchen eine wertvolle Bereicherung. Für den Familienkreis haben sie noch den Vorzug, daß Knaben sie ebenso gern lesen, und daß sie sich vorzüglich zum Vorlesen eignen, so daß sie recht zum Handbuch geeignet sind.
J. L.