Aristoteles' Poetik

Part 8

Chapter 83,106 wordsPublic domain

55ᵇ 7f. [ἔξω τοῦ καθόλου ἐλθεῖν ἐκεῖ] nach ~M. Schmidt~’s allerdings weitergehendem Vorschlag.

55ᵇ 17 〈οὐ〉 μακρὸς ὁ λόγος mit Ar.

55ᵇ 18 [καὶ παραφυλαττομένου ὑπὸ τοῦ Ποσειδῶνος] nach ~Castelvetro~ und ~Tyrwhitt~’s wenn gleich zweifelndem Vorschlage.

55ᵇ 20 [ὑπὸ μνηστήρων] ~Torstrik~.

55ᵇ 21f. δὴ nach einstigem Vorschlage V.’s. -- οὕτως (~M. Schmidt~) ἐπιθέμενος κτἑ.

=Cap. 18.=

55ᵇ 25 πολλάκις statt nach ἔσωθεν nach ἔξωθεν ~Überweg~ und ~M. Schmidt~.

55ᵇ 27f. ἐξ οὗ μεταβαίνειν 〈εἰς δυστυχίαν συμβαίνει ἢ〉 εἰς εὐτυχίαν, λύσιν δὲ κτἑ. Modification älterer Vorschläge.

55ᵇ 31 καὶ πάλιν ἡ αὐτῶν δή〈λωσις; λύσις δ’ ἡ〉 ἀπὸ κτἑ. in der Hauptsache nach ~Christ~ und übereinstimmend mit Ar. -- τοῦ Δαναοῦ mit V. und ~Spengel~.

55ᵇ 32f. τοσαῦτα γὰρ καὶ τὰ +τοῦ μύθου+ ἐλέχθη in der Hauptsache mit ~Tyrwhitt~ und ~Überweg~.

56ᵃ 3 καὶ ὅσα ἐν Ἅιδου* mit ~Überweg~.

56ᵃ 8 οὐδὲν ἴσως 〈κοινωνούσας〉 τῷ μύθῳ.

56ᵃ 17 Νιόβην? mit manchen Kritikern.

56ᵃ 19 ἐν τούτῳ μόνῳ*.

56ᵃ 19f. καὶ ἁπλῶς ἐν τοῖς πράγμασι.

56ᵃ 20 ὧν βούλονται θαυμαστῶς*.

56ᵃ 22 ὁ σοφὸς [μὲν] μετὰ πονηρίας Ar.

56ᵃ 23f. ἔστιν δὲ τοῦτο 〈καὶ〉 εἰκός nach ~Susemihl~ und Ar.

56ᵃ 27f. τοῖς δὲ +πολλοῖς+ Ar.

=Cap. 19.=

56ᵃ 38 καὶ τὸ [πάθη] παρασκευάζειν ~Bernays~.

56ᵇ 7f. εἰ φανοῖτο ἤδη (~Castelvetro~) τῇ θέᾳ (auf ~Spengel~’s Anregung hin) καὶ μὴ κτἑ.

=Cap. 20.=

56ᵇ 23 συνθετὴ Ap. und Ar.

57ᵃ 1f. ἐκ πλειόνων φωνῶν πεφυκυῖα[ν συν]τίθεσθαι καὶ. Auf Grund der Fassung der irrtümlich wiederholten Worte 57ᵃ 9 mit ~Winstanley~ und anderen.

57ᵃ 3. Den Satz ἣν μὴ ἁρμόττει -- ἤτοι δέ (besser: ἤ τοί δέ) versetzt nach μίαν σημαντικὴν φωνήν 5f.

57ᵃ 22 τὸ γὰρ ἐβάδισεν; ἢ P.

57ᵃ 26 ἐνδέχεται 〈καὶ〉 ἄνευ --.

57ᵃ 27f. οἷον „ἐν τῷ βαδίζειν“ (P.), „Κλέων ὁ Κλέων〈ος〉 (Ar.) ~M. Schmidt~.

=Cap. 21.=

57ᵃ 33 [καὶ ἀσήμου] ~Ussing~ und Ar.

57ᵃ 35 τὰ πολλὰ τῶν Μασσαλιωτῶν· Ἑρμοκαικόξανθος ἐπευξάμενος Διὶ πατρί ~Diels~ auf Grund von Ar.

57ᵇ 29 πρὸς τὸν 〈ἀφιέντα τὸν〉 καρπόν ~Castelvetro~.

57ᵇ 33 * nach ἄοινον ~Maggi~.

58ᵃ 8-16 mit ~Ritter~ und Anderen als Zusatz eines Peripatetikers ausgeschieden.

58ᵃ 11 [ἐκ] ~Überweg~.

=Cap. 22.=

58ᵃ 28 τῶν 〈ἄλλων〉 ὀνομάτων Ar.

58ᵃ 30f. Lücke vor oder nach ἐκ -- βαρβαρισμός V.

58ᵇ 8 εἴ τις 〈συστέλλειν〉 δώσει 〈ἢ〉 ἐκτείνειν auf Grund von Ar.

58ᵇ 9 Ἐπιχάρην (?) ἰδὼν (ἰδον P.).

58ᵇ 10 οὐκ ἂν πριάμενος τὸν κείνου (~Bekker~) ἐλλέβορον.

58ᵇ 14 [ἐπὶ τὰ γελοῖα].

58ᵇ 16 τὼν 〈κυρίων〉 ὀνομάτων V.

58ᵇ 20 Αἰσχύλῳ Εὐριπίδου ~Essen~ und ~Nauck~.

58ᵇ 21 [εἰωθότος] ~Spengel~.

58ᵇ 23 φαγέδαιν’ ἀεί μου ~Nauck~.

58ᵇ 25 καὶ ἀεικής mit ~Castelvetro~ u. Ar., auch auf Grund der Scholien zur Odyssee IX 515.

59ᵃ 13 ὅσοις κἂν ἐν +τοῖς+ λόγοις.

=Cap. 23.=

59ᵃ 17 καὶ ἐμμέτρου μιμητικῆς.

59ᵃ 21f. καὶ μὴ ὁμοίας ἱστορίαις τὰς συνθέσεις εἶναι ~Dacier~.

59ᵇ 5 ὅπλων κρίσις 〈Αἴας〉 Φιλοκτήτης.

=Cap. 24.=

59ᵇ 35 γλώττας [καὶ μεταφορὰς] δέχεται ~M. Schmidt~.

60ᵃ 1 κινητικά, 〈ε〉ἰ τὸ μὲν --.

60ᵃ 4f. τὸ ἁρμόττον [αὐτῇ] αἱρεῖσθαι.

60ᵃ 10f. ἄνδρα ἢ γυναῖκα ἢ ἄλλο τι [ἦθος] ~Reitz~.

60ᵃ 11 δεῖ μὲν οὖν κἀν (statt ἐν) ταῖς κτἑ. Nicht unähnlich ~Christ~.

60ᵃ 22ff. διὸ δεῖ (statt δὴ ~Bonitz~), ἂν τὸ πρῶτον ψεῦδος, ἄλλο δὲ (statt ἄλλου δὲ ~Bonitz~ mit einem Ap.) τούτου ὄντος κτἑ.

60ᵃ 25f. παράδειγμα δὲ τούτου mit einem Ap. ~Robortelli~.

=Cap. 25.=

60ᵇ 11 λέξει ἢ 〈κυρία ἢ〉 καὶ γλώτταις κτἑ. Ähnlich V.

60ᵇ 12 καὶ +ὅσ’ ἄλλα+ πάθη nach einem Vorschlag V.’s.

60ᵇ 16ff. εἰ μὲν γὰρ προείλετο μιμήσασθα 〈ὀρθῶς, ἀπέτυχε δὲ δι’〉 ἀδυναμίαν, αὐτῆς ἡ ἁμαρτία· εἰ δὲ τὸ προελέσθαι μὴ ὁρθῶς ἀλλὰ τὸν ἵππον ἄμφω τὰ δεξιὰ προβεβληκότα [ἢ], καθ’ ἑκάστην τέχνην τὸ ἀμάρτημα, οἷον [τὸ] κατ’ ἰατρικὴν κτἑ.

60ᵇ 23 τέχνην· ἀδύνατα πεποίηται P.

60ᵇ 33 ἀλλ’ ἴσως 〈ὡς〉 δεῖ nach V.’s Vorschlag.

60ᵇ 34 Εὐριπίδης δὲ P.

61ᵃ 5 εἰ εἴρηταί τινι ~Spengel~.

61ᵃ 16f. πάντες (V.) μέν ῥα θεοί τε καὶ ἀνέρες 〈ἱπποκορυσταί〉 Ar.

61ᵃ 25 Ζωρά τε 〈ἃ〉 πρὶν κέκρητο (ähnlich früher ~Th. Bergk~).

61ᵃ 27 etwa 〈οἷον (Ald.) ὅτι καὶ ἄλλο τι〉 τῶν κεκραμένων κτἑ.

61ᵃ 28f. ὅθεν -- κασσιτέροιο als interpolirt (~M. Schmidt~) oder unheilbar verstümmelt ausgeschlossen.

61ᵃ 33f. οἷον τὸ 〈ἐν τῷ〉· -- τὸ ταύτῃ κωλυθῆναι [ποσαχῶς] ἐνδέχεται διπλῶς, ἢ πῶς μάλιστ’ ἄν τις κτἑ. ~M. Schmidt~.

61ᵇ 8 δι’ ἁμάρτημα δὴ τὸ πρόβλημα εἰκός ἐστι 〈γενέσθαι〉, zum Teil nach einem verwandten Vorschlage ~P. Vettori~’s und ~G. Hermann~’s.

61ᵇ 12 〈καὶ ἴσως ἀδύνατον〉 τοιούτους εἶναι auf Grund von Ar.; ähnlich schon V.

61ᵇ 15f. τὰ δ’ ὡς ὑπεναντία εἰρημένα ~Heinsius~ und ~Spengel~.

61ᵇ 17f. ὥστε καὶ λυτέον ~M. Schmidt~.

61ᵇ 19f. ὅταν μὴ ἀνάγκης οὔσης [μηθὲν] χρήσηται κτἑ., vielleicht aber 〈πρὸς〉 μηθὲν zu lesen.

=Cap. 26.=

62ᵃ 1 πρὸς αὑτούς --.

62ᵃ 13-14 αὐτῇ ὑπάρχει. ἔστι δ’ ἐπεὶ τὰ πάντ’ ἔχει (zum Teil nicht unähnlich ~Usener~).

62ᵃ 16-17 καὶ τὰς ὄψεις nach ἐναργέστατα gestellt.

62ᵃ 18 ἔτι τὸ (mit ~Susemihl~).

62ᵇ 2 u. 5 [τῷ χρόνῳ] und [μιμήσεως].

62ᵇ 6 μείουρον (mit ~Tyrwhitt~).

62ᵇ 7 ὑδαρῆ· 〈ἄλλως δὲ ποικίλον〉. λέγω δὲ κτἑ.

62ᵇ 10 καίτοι ταῦτα τὰ ποιήματα (mit fast allen Herausgebern).

Register.

Dieses Register ist ein Erklärungs-Behelf, der sich vorzugsweise an Namen von Personen und Schriften anlehnt. Auf die sonstigen Artikel wird in Anmerkungen unter dem Texte der Übersetzung verwiesen.

=Abfahrt= (der Griechen von Troia). a) S. 32. Ilias 2, 155ff. verhindert es nur Athenas Erscheinen und ihre Einwirkung auf Odysseus, daß das von Agamemnon in Versuchung geführte Griechenheer diese Probe schlecht besteht und an der Eroberung Troias verzweifelnd die Heimfahrt antritt.

b) (S. 54). Gemeint ist die angebliche Heimfahrt des Griechenheeres, das sich in Wahrheit nach Tenedos begab, um im gelegenen Augenblicke wieder nach Troia zurückzukehren und den in Sorglosigkeit gewiegten Feind zu überrumpeln. Wer ein solches Drama gedichtet hat, ist uns unbekannt.

=Ägeus= S. 64 s. Medea.

=Ägisthos= (S. 28). In welchem Lustspiele Klytämestra’s Buhle statt von Orestes getötet zu werden, schließlich dessen guter Freund ward, ist unbekannt, vielleicht in des Alexis, eines Dichters der mittleren Komödie, „Orestes“.

=Agathon= 448/7 geboren, geistvoller athenischer Tragödiendichter; auch Gesprächsperson des platonischen „Gastmahls“. Kaum 30 Verse von ihm sind uns erhalten. Der S. 40 und S. 64 angedeutete Ausspruch des Ag. lautet wie folgt: „Daß viel des Unwahrscheinlichen geschieht, Das eben möchte man wahrscheinlich nennen.“ Die nur hier erwähnte „Blume“ des Agathon kann kaum etwas anderes gewesen sein, als ein bürgerliches Trauerspiel (S. 20). Von einem Drama Agathon’s, in dem Achill’s Charakter geschildert war (S. 33), ist uns anderweitig nichts bekannt.

=Aias-=Tragödien (S. 39). Außer in dem erhaltenen sophokleischen Drama dieses Namens ward das Schicksal des Helden, der ob der im Streit um Achill’s Waffen erlittenen Kränkung dem Schwermut und schließlich dem Tode verfallen ist, noch mehrfach behandelt, so von Äschylos (in einer Trilogie), von dem jüngeren Astydamas, von Karkinos und Theodektes.

=Alkmeon= (S. 27 u. 30) lieferte den Stoff zahlreicher Tragödien. Er ward zum Muttermörder, indem er den Tod seines Vaters Amphiaraos rächen wollte, den die durch ein kostbares Geschmeide (das Halsband der Harmonia) bestochene Eriphyle zur Teilnahme am thebanischen Kriegszuge bewogen hatte, in welchem er sein Ende fand.

=Amphiaraos= (S. 36) Drama des Karkinos (s. d.). Wenn Amphiaraos (der im Kampfe gegen Theben von einem Erdspalte verschlungene und dann als Orakeldämon verehrte Held) in dem uns sonst unbekannten Drama das Heiligtum verlassen hatte, während die Bühnenvorgänge noch seine Anwesenheit darin voraussetzten, so kann dies nur dann dem Dichter entgangen und von den Zuschauern bemerkt worden sein, wenn der ihn darstellende Schauspieler mittlerweile in einer anderen Rolle die Bühne wieder betreten hatte.

=Antigone=, das bekannte Trauerspiel des Sophokles. Gemeint sind S. 30 hier V. 1231ff., wo ein Wächter berichtet, wie der über die Verurteilung seiner Braut ergrimmte Haemon gegen seinen Vater, den Fürsten Kreon, das Schwert gezückt hat, dem dieser jedoch auswich.

=Ariphrades= wird nur hier S. 51 genannt.

=Astydamas= (S. 30), der ältere der zwei Dichter dieses Namens, ein Urgroßneffe des Äschylos, von dessen „Alkmeon“ wir nur einen Vers besitzen. Der Bau des Dramas ist völlig unbekannt.

=Badescene= (der Odyssee) S. 34. Die alte Amme erkennt Odysseus, dem sie das Bad bereitet (Od. 19, 386ff.) an der Narbe jener Wunde, die ihm einst auf dem Parnaß (vgl. S. 18) der Zahn eines Ebers beigebracht hatte. Den Hirten zeigt Odysseus selbst jene Narbe, um sie von seiner Identität mit ihrem Herren zu überzeugen.

S. 58. In derselben Partie des Epos (Od. 19, 164ff.) stellt sich Odysseus der Penelope als ein kretischer Gastfreund ihres Gemahles vor und schildert dessen Gestalt und Tracht so getreu, daß der Bericht bei ihr vollen Glauben findet. Das ist nun, wie Aristoteles andeutet, ein Fall jenes fehlerhaften oder vielmehr übereilten Schließens aus der Wirkung auf die Ursache. Wäre der Fremdling -- so etwa schließt Penelope -- dem Odysseus, wie er vorgiebt, auf dessen Fahrt begegnet, so wüßte er ihn getreu zu schildern. Darum nimmt sie die Erzählung von jener Begegnung gläubig auf.

=Bettlergang= (S. 54). Gemeint ist ohne Zweifel das Abenteuer des Odysseus, der mit verunstaltetem Gesicht und in Lumpen gehüllt als Kundschafter Troia besuchte, wo Helena ihn erkannt hat. Wer dieses Thema dramatisch behandelte, ist unbekannt.

=Chaeremon= (S. 3 u. 56), tragischer Dichter, von dessen zum Teil nur zur Lectüre bestimmten Dramen, zu denen auch der „Kentauros“ gehörte, wir eine Anzahl Bruchstücke besitzen.

=Chionides= (S. 5), der älteste uns bekannte attische Lustspieldichter, soll nicht lange nach 500 seine Tätigkeit begonnen haben. Von ihm und seinem Nachfolger Magnes sind uns kaum ein Dutzend Verse erhalten.

=Choëphoren= (S. 35). In dieser äschyleischen Tragödie, dem Mittelstücke der „Orestie“ genannten Trilogie, erfolgt die Erkennung des Orestes dadurch, daß Elektra die Farbe der Haarlocke, die Jener am Grabe des Vaters niedergelegt hatte, mit der eigenen Haarfarbe und die Größe seiner Fußtapfen gleichfalls mit den eigenen vergleicht (168ff.), worüber schon Euripides in seiner Elektra (V. 530ff.) spottet.

=Danaos= s. Lynkeus.

=Definition= (die) =des Menschen= (S. 45): „Der Mensch ist ein vernunftbegabtes zweifüßiges Lebewesen“ -- auch anderwärts von Aristoteles als Typus eines einfachen Aussagesatzes verwendet.

=Dikäogenes= (S. 35), ein Dithyramben- und Tragödiendichter, dessen Stärke weniger im eigentlich Dramatischen als im lyrischen Beiwerke des Trauerspieles bestand. Vgl. Kyprier (die).

=Dionysios= aus Kolophon (S. 4), Zeitgenosse Polygnot’s, von dem er sich durch den Mangel an Idealität unterschied, was ihm den bezeichnenden Beinamen „der Menschenmaler“ eintrug.

=Dithyrambos= (S. 3 usw.), ein Lied, das von einem Chor unter Flötenbegleitung gesungen ward und ursprünglich die Schicksale des Dionysos, später auch jene anderer mythischer Gestalten zu ihrem Inhalte hatte. Aus ihm hat sich die Tragödie, gleichwie, da der den Weingott Dionysos umgebende Chor aus Satyren bestand, das Satyrspiel entwickelt. Doch erfuhr der Dithyrambos auch nachher noch selbständige Pflege (s. Kyklope, Philoxenos, Skylla, Timotheos).

=Elektra= (S. 58). Gemeint ist die in des Sophokles so benanntem Drama erfolgende fictive Meldung von dem Ende des Orestes durch einen Unfall, den er bei den pythischen Spielen erlitten habe. „Damals gab es noch keine pythischen Spiele“ (eingeführt Olymp. 48,3 = 586 v. Chr. Geb.), bemerkt schon ein antiker Ausleger des Dramas.

=Empedokles= aus Akragas in Sicilien (S. 2 usw.), Philosoph, geb. kurz vor 480 v. Chr. Geb. Von seinen Lehrdichtungen besitzen wir mehrere hundert Verse, teils aus den 3 Büchern „Über die Natur“, teils aus dem „Sühnungen“ genannten Gedichte.

=Epicharm= (S. 5) auf der Insel Kos geboren, in früher Jugend nach dem sicilischen (hybläischen) Megara gekommen, 486 in Syrakus. Fruchtbarer und gedankenreicher Komödiendichter, von dem wir eine große Zahl von Bruchstücken besitzen.

=Erdgebornen= (die) (S. 34). Woher dieser Vers (oder richtiger Versteil) stammt, ist unbekannt. Die böotischen „Sparten“, das aus der (von Kadmos ausgestreuten) Saat von Drachenzähnen entsprossene Geschlecht, sollen durch ein lanzenförmiges Muttermal ausgezeichnet gewesen sein.

=Eriphyle= s. Alkmeon.

=Eukleides= der alte (S. 50), eine nur aus dieser Stelle bekannte Persönlichkeit. Daß die Worte, in denen Eukleides die Licenz der poetischen Dehnungen und Kürzungen verspottet, diese dichterische Freiheit selbst parodieren, sagt zwar Aristoteles deutlich genug, ist aber bisher seltsamer Weise nicht bemerkt worden.

=Eurypylos= (S. 54), ein Bundesgenosse der Troer, den Neoptolemos im Kampfe tötet. Wer ihn zum Helden einer tragischen Dichtung gemacht hat, ist unbekannt.

=Glaukon= (S. 63). Ein auch aus Platon’s Gespräch Ion bekannter Homer-Erklärer, vielleicht identisch mit dem Verfasser eines Buches über Vortragskunst.

=Hadesdramen= (S. 39). Dergleichen waren der „Steinewälzer Sisyphos“ von Äschylos, der „Peirithus“ des Sophokles und andere mehr.

=Haemon= s. Antigone.

=Hegemon von Thasos= (S. 4). Von seinen parodistischen Dichtungen sind uns 21 Hexameter erhalten.

=Hektor.= Die Art seiner Verfolgung (S. 57 u. 60) durch Achill, der ihn dreimal um die trojanische Ringmauer jagt, während sein abwehrendes Kopfnicken genügen soll, um all die Tausende der Griechen von der Teilnahme an der Verfolgung zurückzuhalten (Il. 22, 205), ward von anderen antiken Homer-Erklärern als naturwidrige „Erfindung“ bezeichnet.

=Helle= (S. 31). Die überwiegende Sagentradition läßt Helle in jugendlichem Alter sterben. Daß sie dem Poseidon einen Sohn geboren hat, wird nur vereinzelt gemeldet. Von dem, was unser Text enthält, fehlt in der sonstigen Sagenüberlieferung jede Andeutung.

=Herakleis= (S. 18). Herakles-Dichtungen waren von Kinäthon (Mitte d. 8. Jahrh.), Peisandros (Mitte d. 7. Jahrh.), Panyassis (dem Oheim Herodot’s) und anderen bekannt. Von des Panyassis 14 Bücher umfassender Dichtung sind nicht ganz unerhebliche Überreste erhalten.

=Hermokaikoxanthos= (S. 46), ein aus drei Flußnamen: Hermos, Kaikos und Xanthos zusammengesetzter Personenname. Woher der neuerlich aus der arabischen Übersetzung mit Wahrscheinlichkeit wiedergewonnene Vers entnommen ist, wissen wir nicht.

=Herodot= (S. 19) aus Halikarnaß, dessen uns erhaltenes großes Geschichtswerk von Aristoteles, wie auch sein neuentdecktes Buch „Vom Staatswesen der Athener“ lehrt, trotz mancher dagegen erhobenen Ausstellungen in hohem Maße geschätzt ward und darum hier typische Verwendung finden konnte.

=Hippias von Thasos= (S. 62). Ein nur aus dieser Stelle und einem darauf Bezug nehmenden antiken Commentar bekannter Ausleger der homerischen Gedichte.

=Ilias= (die =kleine=) S. 54. Umfangreiche epische Dichtung des Lesches (7. Jahrh.), von der uns fast nichts erhalten ist. Von „mehr als acht“ Dramen spricht Aristoteles wahrscheinlich darum, weil der Stoff der letzten drei -- mit „und“ angefügten -- in diesem Epos nur mehr summarisch behandelt war, während erst die Iliupersis (das im sogen. epischen Cyklus zunächst folgende Heldengedicht) ihn breiter ausgeführt hat. So will er sagen, daß die Kl. Ilias streng genommen den Stoff zu acht, wolle man aber minder genau rechnen, zu mehr, nämlich eilf Dramen enthält.

=Ilion=’s Zerstörung S. 40 (Iliupersis), ein dem Milesier Arktinos zugeschriebenes Epos in zwei Büchern, das den Schluß des trojanischen Krieges schilderte. Uns ist eine Inhaltsangabe und wenige Verse davon erhalten. Ein also betiteltes Drama hat Iophon, der Sohn des Sophokles, gedichtet; es ist nichts davon erhalten. Die partienweise Behandlung der „Zerstörung Troias“ durch +Euripides+ bezieht sich auf dessen verlorenes Drama Epeios und unter den erhaltenen auf die Hekabe und die Troerinnen.

=Iphigenie= (in Aulis) S. 32. Vgl. V. 1213ff. mit 1368ff. des euripideischen Dramas.

-- -- (in Tauri) S. 24 und 36. Die von Aristoteles gebilligte Erkennung der Iphigenie erfolgt in dieser Weise. Sie beschließt, den einen der beiden Ankömmlinge mit einem Brief an die Ihrigen in die Heimat zu entlassen und wiederholt für den Fall, daß der Brief unterwegs verloren ginge, seinen Inhalt mündlich (760ff.). Orestes hingegen beruft sich, um seine Identität zu erhärten, auf allerlei Gegenstände und Vorfälle im Elternhause (898ff.).

=Ixion-=Dramen (S. 39). Das Schicksal des gewaltigen Frevlers, der sogar nach der Himmelskönigin Hera die Hand auszustrecken wagte und ob dieser und anderer Missethaten schweren Unterweltstrafen verfiel, haben die drei großen Tragiker und überdies noch einige geringere Dramatiker behandelt. Von alle dem sind uns kaum 10 Verse erhalten.

=Kallippides= (S. 65), berühmter Schauspieler einer jüngeren Generation als Mynniskos, da er im xenophonteischen Gastmahl als Zeitgenosse des Sokrates erscheint.

=Karkinos= (S. 34), der jüngere dieses Namens, Tragödiendichter des 4. Jahrh. S. Thyestes.

=Kentauros= s. Chaeremon.

=Kleophon= (S. 4 u. 49) dem Zusammenhange nach, in dem er an erster Stelle erscheint, Verfasser epischer Dichtungen. Unklar, ob er mit dem Tragiker gleichen Namens identisch ist.

=Krates= (S. 10), attischer Lustspieldichter; sein erster Sieg 449. Obgleich der Zeit nach der sogenannten alten Komödie angehörig, erscheint er (von dem wir noch ein halbes Hundert meist kleinerer Bruchstücke besitzen) wie ein Vorläufer der mittleren und neueren Komödie.

=Kreon= s. Antigone.

=Kresphontes= (S. 30). Die ergreifende Scene des gleichnamigen euripideischen Trauerspieles, von dem uns ungefähr 30 Verse erhalten sind, hat noch zu Plutarch’s Zeit die stärkste Bühnenwirkung geübt. Polyphontes hatte den Gemahl der Merope getötet, den Thron und die Hand der verwitweten Königin gewonnen. Der im kindlichen Alter stehende Sohn Kresphontes wird von der Mutter heimlich ins Ausland geschickt. Herangewachsen kehrt er heim und giebt vor, den Kresphontes, auf dessen Kopf der Usurpator einen Preis gesetzt hatte, getötet zu haben. Es ward eine Scene herbeigeführt, in der die Mutter dem vermeintlichen Mörder ihres Sohnes gegenüber stand und schon das Schwert gezückt hatte, als der greise Begleiter des Jünglings ihr in den Arm fällt und die Erkennung vermittelt. Der Sturz des Polyphontes bildete den Schluß des Dramas.

=Kyklope= (der) S. 4. Solch ein Unhold hat im Gegensatze zu den übermenschlichen Göttern als ein gleichsam untermenschliches Sujet gelten können.

=Kyprien= (die) S. 54. Eine epische Dichtung des Stasinos (7. oder 8. Jahrh.), welche die Vorgeschichte des trojanischen Krieges behandelt hat. Ihren Inhalt kennen wir aus einigen umfangreicheren Bruchstücken und vielfachen Notizen der Alten. Darin fand sich auch jene Scene, auf die der Verfasser der Poetik S. 18 anspielt, daß nämlich Odysseus Wahnsinn heuchelte, um sich dem Heeresaufgebote gegen Troia zu entziehen, -- eine Verstellung, der die auf des Palamedes Rat erfolgte Ergreifung und Bedrohung seines Söhnchens Telemach ein rasches Ende bereitete.

=Kyprier= (die) S. 35. Eine uns anderweitig völlig unbekannte Tragödie des Dikäogenes (s. das.). Wahrscheinlich war Teukros der Held des Stückes. Diesen hatte sein Vater Telamon verstoßen, weil er ohne seinen Bruder Aias von Troia zurückgekehrt war. In Kypros fand er eine neue Heimat und ist nach Telamon’s Tod nach Salamis zurückgekehrt. Beim Anblicke des Bildes seines Vaters mag er in Thränen ausgebrochen und also erkannt worden sein.

=Laios= s. Oedipus.

=Lakonerinnen= (die) S. 54. Diese bildeten den Chor eines sophokleischen Dramas, aus dem uns 5 Verse erhalten sind. Die Frauen scheinen zur Umgebung der Helena gehört zu haben. Den Gegenstand des Dramas bildete wahrscheinlich der Raub des heiligen Schutzbildes (des Palladions) von Troia durch Odysseus und Diomedes.

=Lynkeus= (S. 23 u. 39), eine verlorene Tragödie des Theodektes (s. das.), als deren Inhalt das folgende mit Wahrscheinlichkeit ermittelt worden ist. Hypermestra, eine der Töchter des Danaos, denen der Vater befohlen hatte, ihre Männer in der Hochzeitsnacht zu töten, hat ihren Gemahl L. verschont und ihrer heimlichen Ehe ist ein Knabe (Abas) entsprossen. Die Ergreifung dieses Kindes führt zur Entdeckung des Geheimnisses. Nun soll Lynkeus hingerichtet werden; allein im letzten Augenblicke findet (vielleicht infolge einer Volksempörung) ein Umschwung statt, der die Rettung des Lynkeus und die Tötung des Danaos herbeiführt.

=Magnes= s. Chionides.

=Margites= (S. 7f.). Ein altes parodistisches Gedicht, von dessen burleskem Inhalte wenige Verse und einige Nachrichten dürftige Kunde geben. Der Held war ein täppischer Gesell, der in jeder Lebenslage das mindest angemessene that. Als Verfasser dieses und mehrerer anderer Scherzpoeme hat dem Altertume Homer gegolten.

=Medea= S. 32. Der hier gegen die Lösung der also betitelten euripideischen Tragödie erhobene Tadel gilt dem Umstande, daß Medea, nachdem sie ihre Kinder und Kreusa, Jasons Braut, getötet hat, auf einem von ihrem Ahnen, dem Sonnengott gesandten Schlangenwagen entflieht. Unter dem Ungereimten S. 64 versteht Aristoteles das unvermittelte Erscheinen des Ägeus, der auf dem Wege von Delphi nach Trozen Korinth in dem Augenblicke betritt, wo Medea seines Schutzes bedarf. Die Episode, in der die beiden sich begrüßen und mit einander so vertraut verkehren, als ob sie sich nicht zum ersten Male erblickten, ward vom Dichter im Hinblick auf die Sage von ihrer späteren Vermählung eingeschaltet.

=Megarische Komödie= (S. 5). Authentische Überreste fehlen. Neuerlich ist die Vermutung aufgetaucht, daß die Gewohnheit attischer Lustspieldichter, plumpe und tölpelhafte Späße megarische zu nennen, den Glauben an die Pflege des Lustspieles daselbst erzeugt habe. Dem widerspricht jedoch eben die Art, in der hier Aristoteles von dem Anspruche handelt, den die Megarer selbst auf die Urheberschaft dieser Kunstgattung erhoben haben.

=Melanippe= (S. 32). Gemeint ist des Euripides Tragödie „Die weise Melanippe“, von der uns nur wenige Verse erhalten sind, darunter der Anfang der hier erwähnten langen Rede. Die Heldin des Stückes hat unvermählt dem Poseidon Zwillinge geboren, die sie im Rinderstall versteckt und von einer Kuh säugen läßt. Der Vater hält die Kleinen für eine Wundergeburt der Kuh und will sie um dieses ihres monströsen Ursprunges willen verbrennen. Da hält Melanippe, um ihre Sprößlinge zu retten, jene große Rede, die darthun sollte, daß kein in der Natur möglicher Vorgang als widernatürlich zu gelten habe.

=Meleager= (S. 27). Ein gleich Achill, an den er lebhaft erinnert, zu frühem Tode bestimmter, von gewaltiger Leidenschaft erfüllter Heros. Der Geliebte der kühnen Jägerin Atalante, der Sohn des Oeneus und der Althaea, der im Zornmute die Brüder seiner Mutter erschlägt und darob von ihrem Fluche getroffen wird, war der Held von Tragödien des Phrynichos („die Pleuronierinnen“), des Sophokles, Euripides und Anderer.

=Menelaos= s. Orestes.

=Merope= s. Kresphontes.

=Mitys= (S. 22), war nicht gar lange nach 400 zu Argos im Parteikampfe gefallen. Daß der Urheber seines Todes auf dem Marktplatze von Argos während einer +Festfeier+ von der Statue seines Opfers erschlagen ward, lehrt Plutarch, Vom späten göttlichen Strafgericht, Cap. 8.

=Mnasitheos= (S. 65), anderweitig unbekannt.

=Mynniskos= (S. 65), berühmter Schauspieler, der in der Darstellung äschyleischer Rollen glänzte. Komiker haben ihn als Gourmand verspottet.