Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse
c. Glüht man salpetersaures Kobaltoxydul, so erhält man einen schwarzen
Rückstand von constanter Zusammensetzung. Derselbe ist das dem Eisenoxyduloxyd entsprechende Kobaltoxyduloxyd und hat somit die Formel CoO + Co_{2}O_{3} oder Co_{3}O_{4} ($Rammelsberg$, $Fremy$). Er löst sich nicht in Wasser, in warmer Salzsäure unter Chlorentwickelung zu Chlorür; beim Glühen mit Salmiak bleibt metallisches Kobalt.
Zusammensetzung:
Co_{3} 1105,95 88,47 73,42 O_{4} 400,00 32,00 26,58 ----------------------- 1505,95 120,47 100,00
d. Das auf nassem Wege dargestellte _Schwefelkobalt_ stellt einen schwarzen, in Wasser, Alkalien und alkalischen Schwefelmetallen unlöslichen Niederschlag dar. Es löst sich in Essigsäure und verdünnten Mineralsäuren wenig, leichter in concentrirten, am leichtesten in erwärmtem Königswasser. Im feuchten Zustande der Luft dargeboten, oxydirt es sich langsam zu schwefelsaurem Kobaltoxydul.
e. Das _schwefelsaure Kobaltoxydul_ krystallisirt in Verbindung mit 7 aq. schwierig in schön rothen, schiefen, rhombischen Säulen. Die Krystalle verlieren bei mässigem Erhitzen sämmtliches Wasser und gehen in rosenrothes wasserfreies Salz über. Dieses erträgt gelinde Glühhitze, ohne Säure zu verlieren. Es löst sich etwas schwierig in kaltem, leichter in heissem Wasser. -- In Wasserstoffgas geglüht, wird es nicht reducirt.
Zusammensetzung:
CoO 468,65 37,49 48,39 SO_{3} 500,00 40,00 51,61 ---------------------- 968,65 77,49 100,00
§. 60.
5. $Eisenoxydul$ und 6. $Eisenoxyd$.
Das Eisen wird immer als Oxyd gewogen. Ausser dieser Verbindung haben wir das $Eisenoxydhydrat$, das $Schwefeleisen$ und das $bernsteinsaure Eisenoxyd$ als die Formen, welche seine Bestimmung vermitteln, kennen zu lernen.
a. Das _Eisenoxydhydrat_ stellt, frisch gefällt, einen rothbraunen, in Wasser, Alkalien und Ammonsalzen unlöslichen, in Säuren leichtlöslichen, beim Trocknen ausserordentlich stark schwindenden Niederschlag dar. Getrocknet erscheint derselbe als eine braune, harte Masse von glänzendem muschligem Bruch. Der Niederschlag reisst immer etwas von dem zum Fällen angewendeten Alkali mit nieder, daher man bei Analysen nur mit Ammon fällen darf.
b. Beim Glühen geht das Oxydhydrat in _Eisenoxyd_ über. War das Oxydhydrat nicht sehr sorgfältig getrocknet, so werden, durch die Gewalt des in den festen, aussen getrockneten Stückchen erzeugten Dampfes, leicht Theilchen des Oxyds umhergeworfen. Reines Eisenoxyd auf feuchtes geröthetes Lackmuspapier gelegt, färbt dieses nicht blau. In verdünnter Salzsäure löst es sich langsam, schneller in concentrirter. Bei gelindem Erwärmen schneller als beim Kochen. An der Luft geglüht, verändert es sein Gewicht nicht, -- mit Salmiak geglüht, entweicht Eisenchlorid, -- mit Kohle bei Abschluss der Luft geglüht, wird es mehr oder weniger reducirt.
Zusammensetzung:
2Fe 700,00 56 70,00 3O 300,00 24 30,00 -------------------- 1000,00 80 100,00
c. Das _Schwefeleisen_ stellt, auf nassem Wege erhalten, einen schwarzen, in lufthaltigem Wasser ein wenig (unter Zersetzung) löslichen, -- in Wasser, welches alkalische Schwefelmetalle enthält, unlöslichen, in Mineralsäuren (auch verdünnten) leicht löslichen Niederschlag dar. In sehr verdünnten Lösungen sich ausscheidend, bleibt er sehr lange suspendirt und giebt der Flüssigkeit das Ansehen einer schwärzlichgrünen Lösung. Nach einiger Zeit setzt er sich jedoch stets vollständig ab. -- Im feuchten Zustande der Luft dargeboten, nimmt er Sauerstoff auf und wird braun, es entsteht Eisenoxydhydrat und schwefelsaures Eisenoxydul.