Satiro-Mastix; or, the Vntrussing of the Humorous Poet
Part 10
=994.= lies: fled
=996/98.= Drei nahezu wörtlich zitierte Zeilen aus den sieben Versen beginnend mit: _And therefore opens he_ bis _to learned eares_ des Prologs zu _Cynthia’s Revels_.
=1006.= lies: All, Widdow?
[your first man
In meiner Ausgabe der _Queene_ habe ich in Anmerkung 3216 auf diesen Ausdruck aufmerksam gemacht und u. a. auf _The Witch of Edmonton_ III, 1 (I am thy first man, ~sculler~) hingewiesen. Inzwischen finde ich ein zweites Beispiel, in dem _the first man_ eine ganz bestimmte, der eben citierten Stelle scheinbar diametral entgegenlaufende Bedeutung haben muss, in _Sir Thomas Ouerbury His Wife_ etc., London, 1627, fol. N 3ͮ, wo es heisst: _A Water-man._ Is one that hath learnt to speake well of himselfe; for alwaies hee names himselfe, _The first Man_.
Soll das heissen: Ich bin der erste, der ins Boot steigt und bin als Ruderer überhaupt die Hauptperson?
Vom Passagier gesagt hiesse es etwa soviel als «ich bin die Hauptperson, der erste der Dich engagiert und also auch bezahlt» u.s.w. Die anderen _l. c._ aufgeführten Beispiele wären dann im fig. Sinne zu nehmen. W. B.]
=1026.= Die Zeile ist etwas unklar. Sentlemen wird kaum Druckfehler für Sentleomen (= gentlewoman) sein; also möchte ich lesen: What, two vpon one, Sentlemen! Mistris Miniuer, much good doo’t you. -- Sir Adam ...
much good doo’t you erinnert übrigens an ~Chapman’s~ _Bussy d’ Ambois_, ed. Shepherd, p. 167. Als Pero von Montsurry gestochen ist, sagt Monsieur zu ihr: _Then much good do’t thee, Pero!_ vgl. _Satirom._ Z. 709.
=1029.= seere = cheer
=1031.= in hugger mugger: im Geheimen, bekannt aus _Hml._ IV. 5. 84. ~Dekker~ wendet es öfters an: _Deuils Answer_ (ed. Grosart) p. 108: _they_ [cole carriers] _discharged their great bellies there, like whores in hugger mugger_. _The Deuels Last Will_, p. 353: _what I giue to them_ [the brokers] _shall be in Hugger-Mugger_.
=1033.= blew coate: Die blaue Jacke des Dieners.
=1037.= lightest: doppelsinnig!
=1044.= mark = 1¾.
=1060.= Mandilian: kurzer Rock ohne Ärmel meistens von Soldaten getragen. ~Dekker~ spielt hier auf ~Jonsons~ Kriegsdienste in den Niederlanden (1591/92) an.
=1063.= Thalamimums: gemeint sind ~Jonsons~ Epithalamien.
=1064.= besser: Pride-groome. On vrd, widdow. s. Z. 1071.
on vrd = one word; one und on lauteten gleich; cf. das Wortspiel in Sh. _Gent._ 1, 2 u. 4 (~Hawkins~, _Origin of the Engl. Drama_, III, p. 135).
=1074ff.= Vgl. dazu _Poet._ V. I. p. 356.
Cæs. _Shew it to Horace: ask him, if he know it._ Lup. _Know it? his hand is at it, Cæsar._ Cæs. _Then ’tis no libel._
=1085.= you shall not ride me: wahrscheinlich zweideutig; vgl. dazu _Sh.-Lex._ ride 1. g. u. bes. 2b = to treat at will, to make a fool of: _She rides me (like an ass)_ _Err._ II. 2. 202. und _I’ll ride your horse as well as I ride you_ _Tw._ III. 4. 319. ~Dekker~: _Lanthorne and Candle-Light_, Temple Cl. p. 224: _report they had ridden him like an Asse_.
=1091.= God bo’y und God boygh (1963) = God buy ye. Prof. ~Franz~ hat in d. _Engl. Stud._ 24, 344-46, über Good-bye gehandelt. Es wird gewöhnlich mit God be with you erklärt, beide Formen haben aber keinen ursächlichen Zusammenhang. _God buy you_ = _God redeem you_; und dieses _God bye ye_ -- _God by ye_ -- _God bye_ gab das heutige _Good-bye_, eine Schreibweise, in der man das ursprüngliche Verb nicht mehr erkannte.
=1097.= indite irrtümlich für invite. s. auch _Sh.-Lex._
=1104.= Ansell = Angel. Wortspiele damit finden sich häufig; s. _Fortunatus_, Z. 400 u. 1564. _The Valiant Welshman_, ed. Kreb, I. 3. 69 u. die Anmerkungen dazu.
=1106.= With hue and crie: der bekannte Ruf, um Entlaufene aufzuhalten. Da er im _Satirom._ wiederholt vorkommt, so darf man an eine Anspielung auf die verschiedenen «hue and crie» in _A Tale of a Tub_ denken.
and hier wie schon oft = an.
=1108.= Baldnes the Theame: cf. ZZ. 1454ff. u. 1814ff.
=1115.= Sollte Diues doppelsinnig sein, so würde es vielleicht eine Anspielung auf _Dives, a dialogue moral_ enthalten. Erwähnt wird derselbe in ~Greene’s~ _Groatsworth of Wit_ und ~Nashe’s~ Address in ~Greene’s~ _Menaphon_. (~Fleay~ II. 292.)
=1116.= Frier Tucke = Sir Adam; Oyster-pye = Miniuer.
=1120.= Mirrour of Knighthood: Ein spanischer Roman, von ~Margaret Tyler~ ins Englische übersetzt und 1598-1602 in neun Teilen veröffentlicht (~Nares~). Cf. _Don Quichote_, Buch I. c. 6. vgl. auch, ~Butler~, _Hudibras_ I. 1. 15., wo M. of K. als Titel für den Helden verwendet wird. Für Tucca bedeuten die Worte vielleicht eine Reminiszens an Lindabrides, die Heldin des Romans, welche in _Cynth. Rev._ III. 2. p. 218f. erwähnt wird.
=1123.= Tiborne: Sollte dahinter etwa eine Anspielung darauf verborgen sein, dass Jonson doch mit T gebrandmarkt wurde?
=1125.= lies: one, for that she...
she has a vizard in a bagge: Vielleicht erinnert sich ~Dekker~ hier an _Poet._ V. 1., wo Caesar zweimal kurz nacheinander nach einer Maske verlangt: _Tibellus, let there be a case of vizards privately provided._ (p. 366) u. _...put a case of vizards o’er his head, That he may look bi-fronted, as he speaks_. (p. 367.)
=1128.= Friskin: [1. a brisk lively action, also to dance Friskin] 2. a gay frisky person. ~Murray.~
=1131.= Lady ath Lake, die Beschützerin von Lancelot du Lac, und Tristram sind wohlbekannte Namen aus der Arthur-Sage. Die Lady of the Lake finden wir auch im _Belman of London_ (Temple Cl. p. 98), wo der Wirtin der Cottage in the grove dieser Beiname gegeben wird.
=1133.= thou shalt weare her gloue in thy ... hatte: Den Handschuh einer Dame am Helm oder auf dem Hut tragen zu dürfen, galt von jeher als besondere Gunstbezeugung. Vgl. den ausführlichen Art. bei ~Nares~.
=1134.= brooch: auch Broschen wurden auf dem Hut getragen. Vgl. dazu _Poet._ I. 1. p. 275: _Honour’s a good brooch to wear in a man’s hat at all times_, od. _Malcontent_, III. 2. 269 u. d. _Sh.-Lex._ s. v.
and = an.
=1137.= besser: mee, da das folgende zur Seite gesprochen wird.
=1141.= Gold-finch: in _Cynth. Rev._ IV. 1 (p. 244.) nennt Phantaste den Asotus, der so reiche Geschenke geben will, goldfinch. Vgl. ~Small~, p. 51, wo noch weitere Beispiele herangezogen sind.
=1143.= Belimperia: die Herzogstochter aus der _Spanish Tragedy_ von ~Kyd~.
=1144.= Derricke: Name des bekannten Henkers der damaligen Zeit. Er wird von ~Dekker~ öfter erwähnt: _Gulls Hornbook_ p. 19., _Belman_ p. 133, u. 158. Bald Derricke ist Sir Adam Prickshaft, der kahl ist, und auf den das von Sir Vaughan 1102 angeregte Gedicht über die «baldness» gemünzt ist; s. Z. 1442ff.
=1145.= Susanna: Tucca denkt an die Hebräerin aus Babylon, an die sich auch zwei «Elders» herangemacht haben, um sie zu verführen und die ihm noch besonders bekannt war aus: _The Comedy of the most virtous and godly Susanna_, «Eight persons may easily play it» von ~Thomas Garter~, 1578. Cf. ~Fleay~, _Chron._ I. 237. u. ~Collier~, _Ext. Reg. Stat. Comp._ I. p. 188. -- ~Anders~, _Shakespeare’s Books_ p. 166. erwähnt auch noch eine 1562/3 in Stag. Reg. eingetragene Ballade: _The godly and constante wyse_ (= wife) _Susanna_, die nicht mehr vorhanden ist, wohl aber eine spätere Bearbeitung derselben aus der Zeit James I. _There dwelt a man in Babylon_ ist die erste Zeile davon; cf. _Tw._ II. 3, 84.
=1151.= father time: Er nennt Sir Adam «father time», weil er kahlköpfig wie die Zeit ist. Vgl. zu dieser Personification der Zeit auch das _Sh.-Lex._ sub. time 1, Pers. ~Dekker~ selbst spricht von _the bald-pate her father, Time, has no hair_ etc. _Hornbook_ p. 24.
=1153.= Mumble-crust: bekannte Figur aus _Ralph Roister Doister_ auch in der _Pat. Grissill_, Z. 1909, und in _Shoem. Holiday_, p. 19 erwähnt.
=1156.= learned Dunce: Dunce od. Duns Scotus, berühmter Scholastiker, 1265-1308. Vgl. Dunciade.
=1170.= Grannam in Gutter-Lane: wohl irgend eine stadtbekannte Alte, die in Gutter Lane wohnte, mit der Mineuer verglichen wird.
=1171.= lies: golde,
=1178.= mother Bunch: sie war eine bekannte Wirtin in London. ~Dekker~ tut ihrer bereits in _Shoem. Holiday_ p. 65 Erwähnung. Die folgenden Hinweise verdanke ich Herrn Prof. ~Bang~: In der zeitgenössischen Literatur wird besonders auf das Bier der M. B. angespielt; so in _Pierce pen._, ~Nashe~, _Works_, ed. McKerrow, I p. 173. Genaueren Bescheid erhalten wir in _The Weakest Goeth to the Wall_, ~Webster~, _Works_ in Libr. of Old Authors, IV. p. 229. _O, for one pot of mother Bunch’s ale, my own mother’s ale, to wash my throat ..._, so spricht Barnaby Bunch, der p. 228 erzählt, dass er jetzt Schneider ist, früher aber ein besseres Gewerbe trieb: _for I was an ale-draper, as Thames and Tower-wharf can witness_. Was es sonst noch von dieser lustigen, lautlachenden, im Essen und Trinken unersättlichen Wirtin von der Thames- und Tower-Gegend zu sagen gibt, finden wir in _Shakespeare Jest-Books_, ed. ~W. C. Hazlitt~, III. p. 7., und die lustigen Geschichten, die sie gerne ihren Gästen erzählte, sind gesammelt in _Pasquils Jests mixed with Mother Bunch’s Merriments_, ibid, p. 13-84. -- Ein Chapbook: _Mother Bunch’s Closet_, wurde von ~G. L. Gomme~ für die Villon Society (London 1885) herausgegeben, enthält aber nichts auf unsere Mother Bunch bezügliches.
=1179.= Queene Gwyniuer: Gemahlin König Arthurs. Cf. Z. 1131. Vgl. dazu viele Beispiele bei ~Koeppel~, _Ben Jonson’s Wirkung_ p. 197ff. i. d. Anm.
=1180.= Shittle-cockes = shuttle-cockes.
=1182.= West Indyes: Erwähnungen der beiden Indien finden sich sehr häufig in der zeitgenössischen Literatur. s. _Sh.-Lex._
=1187.= moldie decay’d Charing-crosse: Old Charing crosse scheint um 1600 schon stark verwittert gewesen zu sein, bis es dann 1647 niedergelegt wurde. In _The Gentle Craft_ (Palästra 18) II. 75 findet sich folgende Anspielung: _Beside, Mistris Farmer is too old for me. -- Too old? quoth Harry. Why, man, she is not so old as Charing Crosse, for her gate is not crooked nor her face withered._
=1190.= Long Meg a Westminster: Margaret of the Spread Eagle, but more commonly knowne by the name of Long Meg of Westminster ... borne in Lancashire, in height and proportion of body passing the ordinary stature of woman (_Gentle Craft_, II. 6), war gleichfalls eine Dame, welche die zeitgenössischen Literaten oft erwähnen. 1582 handelt ein kleines Buch von _The Life and Pranks of L. M. of. W._ 1595, 14. Febr. erwähnt ~Henslowe~ ein «New Play», das von den _Admiral’s men_ aufgeführt wurde: _Long Meg of Westminster_. Es wurde bis Ende Januar 1597 sechzehnmal aufgeführt. Ein Monat nach ~Henslowe’s~ Eintrag findet sich ein solcher in den Stat. Reg.: _a ballad on Meg’s ‘pranks’_. Exemplare von den beiden letzteren Erzeugnissen sind nicht mehr vorhanden. Vgl. _Palästra_ 18, XXXVIIf. -- ~Dekker~ tut ihrer wiederholt Erwähnung: _West-ward Hoe_, _Works_ II. 349 und _The Roaring Girl_, _Works_, III. p. 211.
=1193.= deuill a Dow-gate: Das alte Londoner Stadttor stand da, wo jetzt Cannon-Str. Station ist. _Devil of Dowgate and his Son_, Titel einer alten Ballade. Cf. ~Fleay~, _Chron._ I. 218. Vielleicht auch der Titel eines verlorenen Dramas auf das Fletcher zurückgriff.
=1194.= Bishops-gate: Altes Stadttor im N. W.; heute steht dort Bishopsgate-Station.
=1196.= Annis a cleere: Name eines Brunnens in London. Vgl. ~Stowe~, _Survey_, ed. ~Morley~ p. 47: Somewhat north from Holly Well is one other well curved square with stone, and is called Dame the Clear [Mc Kerrow].
=1203.= Sislie Bum-trincket: von ~Dekker~ bereits in _Shoem.-Hol._ p. 12 u. 20 erwähnt. Vgl. Richard Brome, in The Beggars’ Song, in der _Comedy of The Jovial Crew_. Was die Bedeutung anlangt, so ist Bum der Körperteil, auf welchem man sitzt; trinckets, das in _Shoem. Hol._ wiederholt vorkommt, = Anhängsel, Zierat, also bum-trinket -- ein Angehenke, das hinten befestigt wird; etwa «cul de Paris» schlägt Prof. ~Bang~ vor.
=1207.= Mother Red-cap: Eine stadtbekannte Persönlichkeit (Hebamme?), die in Tottenham Court Road wohnte. ~Nares.~ Der Theaterkenner Tucca wird aber an das unterm 22. Dez. 1597 in _Henslowe’s Diary_ zu findende Stück _Mother Red Cap_ von ~Drayton~ und ~Monday~, gedacht haben. S. auch Fleay, I. 157.
=1208.= Maggot-a-pye -- mag pie. Maggot applied as a proper name to a magpie (_NED_).
=1212.= Cap-a-maintenance: A cap of dignity carried before the sovereigns of England at the coronation. (_Cent. Dict._)
naked sword hier von Tucca im obscönen Sinn gebraucht. Cf. ~Chapman~, ed. Shepherd, p. 299: _she ran upon his naked weapon, the most finely that ever lived_ (Prof. ~Bang~).
=1213.= Lettice-cap = a cap of Lettice (ein weisslich grauer Pelz), apparently worn as a means of inducing sleep (_NED_).
=1216.= hot-cockles: ein ländliches Spiel, bei dem ein Spieler mit verdeckten Augen niederknien musste, während die anderen ihn der Reihe nach auf den Rücken klopften. Es war zu erraten, wer dies eben tat.
=1217.= Gammer Gurton -- needle = _Gammer Gurton’s Needle_.
=1218.= like the Arches vnder London Bridge: Vgl. ~Jonson’s~ _Staple of News_, ed. Gifford-Cunningham, II. p. 296^b:
_He minds A courtesy no more than London bridge What arch was mended last._ u. Anm. dazu.
=1223.= shat wohl Druckfehler = shalt?
=1227.= Ladie ath Hospitall (of Bedlam) = Närrin = dem Joane-a-bedlam i. Z. 1234.
=1239.= thou shalt be carted, drawne: zweideutig: a bawd was carted; to hang, draw, and quarter a criminal (~Webster~). Vgl. _Belman_, Temple Cl. p. 241: Hee saw the dores of notorious _Carted Bawdes_, (like Hell-gates) stand night and day wide open, with a paire of Harlots in Taffata gownes (like two painted posts) garnishing out those dores, beeing better to the house then a _Double signe_; s. auch: _II. Honest Whore_, V. 2.
=1240.= Iigga-Iogge = jiggy-joggy (_Shoem. Holiday_) = jig-a-jog.
=1245.= Maide-marian: Das Z. 1240 vorausgehende Hood bringt Tucca auf Robin Hood’s Geliebte. -- Maid Marian ist ja ursprünglich der Name der in den May-games und dem Morris-dance auftretenden May-Queen; sie erscheint erst in den späteren Fassungen der Robin-Hood-Geschichte als Genossin dieses berühmten «Geächteten». _Henslowe’s Diary_ erwähnt p. 118 unterm 15. Febr. 1598 _The I. Part of Robin Hood_ von ~Mônday~, u. 20. Febr. 1598 _II. Part of the Downefall of earlle Huntyngton, surnamed Roben Hoode_.
=1245/7.= Anthony u. Cleopatria = Antony and Cleopatra. Alexis secrets = ? -- Da diese zwei Anspielungen dicht hinter einander stehen, besteht wahrscheinlich ein gewisser Zusammenhang, und ich möchte auf _Ant. and Cleop._ I. 2. 1ff. hinweisen, wo Alexas und der Wahrsager auftreten; also könnte auf Alexas’ secrets angespielt sein. Da ferner Alexas weder in ~Daniel’s~ _Cleopatra_ noch in ~Garnier-Pembroke’s~ _Antonie_, wie mir Prof. ~Bang~ mitteilt, vorkommt und er auch in ~Shakespeare’s~ Plutarch nur in ganz untergeordneter Stellung erscheint, so müssen wir annehmen, dass ~Dekker~ einen Ur-Antonius gekannt hat, in dem Alexas schon ungefähr diejenige Rolle spielte, welche ihm später in Sh.’s _Antony & Cleopatra_ zugefallen ist. Dieser Ur-Antonius mag von einem unbekannten Dichter stammen, oder auch eine erste Bearbeitung von der Hand ~Shakespeare’s~ sein und die natürliche Fortsetzung zu dessen _Julius Caesar_ darstellen (ca 1600).
=1247.= Rose = das Rose-Theatre; offenbar roch es dort wegen der Nähe des beare-garden mitunter nicht sehr gut; vgl. dazu auch _Ordisch_, p. 212.
=1251.= Mary Ambree: Eine englische Heldin, die sich durch ihren Mut bei der Belagerung von Gent 1584 auszeichnete. Sie wird häufig als das Muster eines tapferen Weibes im Elisabeth. Drama erwähnt und auch die Volksdichtung hat den Stoff in einer Ballade verherrlicht. S. _Percy’s Reliques_ II. 240.
=1255.= Die Gefangenen wurden zwei u. zwei in das Newgate-Gefängnis geführt. Newgate fashion. s. H. 4. A. III. 3. 104.
=1284.= Sollte dem «young Gentleman» = Demetrius-~Dekker~ Bedeutung beizumessen sein, dann wäre ~Dekker~ um 1602 noch jung gewesen; sein Geburtsjahr könnten wir also gegen die Mitte der siebziger Jahre ansetzen. ~Fleay~ setzt es bekanntlich auf 1567 fest, was zweifellos verkehrt ist.
=1287.= Mum-pudding: mum ein starkes Bier, nach seinem ersten Brauer, Christian Mum, so benannt. (_Cent. Dict._); also mum-pudding vielleicht ein pudding der mit warmem Bier übergössen wurde. -- Hier haben wir es aber offenbar mit einem Druckfehler u. folgl. mit Mother Mam-pudding zu tun, die eine Kneipe in Towerstreet ward innehatte, und zwar in einem Gebäude, das ehedem dem Prinzen von Wales als Wohnung diente, zu Stowe’s Zeiten aber schon in sehr ruinösem Zustand war (~Nares~).
=1298.= besser: attend
=1305.= Marchants scheint mir dasselbe wie marchpanes zu sein. Vgl. zu letzterem _Shoem. Hol._ V. 1. p. 69. cf. ~Nares~ s. marchpane. Das _NED_ deutet allerdings marchants = a kind of plum, obs. sub Merchant, A. 5. p. 347. Vielleicht nur Druckfehler??
long white plummes: wenn das nicht an Stäbchen aneinandergereihte, candierte Früchte waren, dann müssten wir das _white_ etwa als «hochfein» auffassen, ähnlich dem white in «white boys» etc. cf. Nares s. v.
=1308.= selles = selves.
=1327.= besser: Bride, ... day;
=1382/3.= besser: commission ... beauties,
=1459.= Ile of Man: Anspielung auf die gleichnamige Insel und ihre selbständige Regierung.
=1479.= wast = waist
=1497.= enameld = enamoured.
=1507.= Cadwallader = Name des letzten britischen Königs; hier vielleicht = Welshman; cf. H. 5. V. 1. 29, wo Cadwallader = Wales.
=1513.= Fye’st: Fyst, sagt ~Nares~, a corruption of foist, which was a jocular term for a windy discharge of the most offensive kind; vgl. _Ev. Man in_ IV. 5, p. 85: _you whoreson foist you! foist_ hatte auch die Bedeutung = Taschendieb; cf. _The Roaring Girl_, ~Dekker~, vol. III. p. 220, u. _Ev. Man in_, IV. 2, p. 76.
Hamlet reuenge: Das ist der Titel der alten Hamlet-Tragödie, _The Reuenge of Hamlett_, deren Verfasser wahrscheinlich Kyd war. Vgl. dazu _West-ward Hoe_, Works, II. 353: _...let these husbands play mad Hamlet; and crie reuenge._
=1514/15.= I ha plaide Zulziman -- at Paris garden: Es scheint, dass ~Jonson~ ausser in der _Spanish Trag._ (vgl. Z. 633) auch in einem zweiten Stücke auftrat; doch lässt sich nichts bestimmtes darüber nachweisen. ~Ward~, I. 311³ deutet das Zulziman als = Solyman [and Perseda]. Paris Garden war der berühmte Bärgarten auf der Bankside in Southwark, neben dem Globe-Theater. Vgl. ~Ordish~, _Early London Theatres_ pp. 245; 128, 242.
=1518.= Fulkes? vielleicht der Name eines Bären? -- Zu Demetrius Journeyman vgl. Z. 405.
=1520.= Diese und die folgenden Zeilen spielen auf ~Jonson~ als Schauspieler an.
=1521.= ~Gifford~, _Ben Jonson_, I. XXXI, meint, was ~Dekker~ mit dem «thou couldst not set a good face vpon’t» sagen wollte, sei nicht schwer zu deuten, ~Jonson~ habe skorbutischen Habitus gehabt, und sein Gesicht mag um diese Zeit darunter gelitten haben.
leather pilch: Dies war offenbar der gewöhnliche Rock der Fuhrmannsleute. Cf. _A carman in a lether pilche, that had whipt out a thousand pound out of his horse taile._ ~Nashe’s~ _Pierce Pennilesse_, in Cens. Lit. VII. 13 (~Nares~.) [ed. McKerrow, I. 158. 22-4].
=1522.= the play wagon in the high way. Dieses müsste demnach auf einer Gastspielreise in die Provinz gewesen sein.
=1523.= mad Jeronimos part: bezieht sich auf das schon z. Z. 632 erwähnte Auftreten ~Jonson’s~ i. II. Teil des Jeronimo. ~Ward’s~ Einwurf (I. 309 u. Anm.) scheint mir von ~Small~ p. 123² schon im voraus widerlegt zu sein.
=1524.= Stagerites: = Stager-ites, die von der Bühne: Bühnenvolk.
the Ile of Dogs: Anspielung auf ~Nashe’s~ _Isle of Dogs_ (1597), ein Theaterstück, von dessen Inhalt wir nur wissen, dass er den Verfasser auf einige Zeit nach Fleet prison brachte. Vgl. dazu ~Ward~, I. 425; und ferner _Return from Parnassus_ V. 3.... Writs are out for me to apprehend me for my plays, and now I am bound for the Isle of Dogs, u. die 4. Sc. (~Hazl.-Dodl.~ IX. p. 209ff).
=1525.= Guy: Guy of Warwick, bekannter Romanzen- und Romanheld; eine Ballade über denselben Stoff aus ca 1592. [Dass das Drama _Guy of Warwick_ ~Dekker’s~ Erstlingswerk ist, wird Dr. Bolen in seiner Ausgabe nachzuweisen versuchen. W. B.]
=1527.= saue thy seife and read: erinnert wieder an den _neckverse_.
=1529.= Farding = farthing.
Damboys: Bussy d’Ambois von ~Chapman~. Gegen ~Fleay’s~ Annahme (_Chron._ I. 59), dass das Stück erst 1604 aufgeführt worden sei, muss mit Rücksicht auf unsere Stelle ~Chapman’s~ Drama früher angesetzt werden, vielleicht mit E. E. ~Stoll~, _Mod. Lang. Notes_ 20. 206, auf 1600. Vgl. auch _Materialien_ I, Anm. 1640.
=1532.= nittigrams: boshafte Umformung des Wortes Epigrams; nitty = lausig u. s. w.
=1533.= ath = of the.
=1534.= arise deere Eccho rise: wahrscheinlich Anspielung auf die Zitierung des Eccho in _Cynth. Rev._ I. 1. (M. Ser. II 177f.): _Arise, and speak thy sorrows, Echo, rise, ..._
=1539.= Metheglin: Welsches Nationalgetränk, offenbar Meth-artig, _Welsh_ medd = mead. (~Cent. Diet.~)--meddyg = healing, medicinal-: A spiced or medicated variety of mead, originally peculiar to Wales. ~Elyot~, _Cast. Helthe_ 1541: Metheglyn, whiche is moste used in Wales, by reason of hotte herbes boyled with hony, is hotter then meade (_NED_). Vgl. dazu _Cynth. Rev._ I. 1. 182f., wo Amorphus verschiedenes von M. faselt. Cf. auch _Material_. VI, p. 118 z. Z. 1521.
=1540.= whore a Babilon: an «elegant comedy», die von Edward VI. verfasst sein soll und gegen die römische Kirche gerichtet war (~Ward~, I. 136), dürfte aber ~Dekker~ kaum bekannt gewesen sein.
=1542.= Feede and be fat my faire Calipolis: ~Koeppel~ hat sich in _Ben Jonson’s Wirkung_ etc. p. 56 über dieses Zitat bereits zusammenfassend geäussert. Es ist ein von Pistol aus _Feed, then, and faint not, fair Calipolis_ und _Feed and be fat, that we may meet the foe_ in ~Peele’s~ _Battle of Alcazar_ II. 3, zusammengemachtes Zitat, das sich auch in _What you will_ (ed. ~Halliwell~) V. 1 p. 284 findet; ferner _To feed, and to be fat, my fine Cullapolis_ aus _The Royal King and the Loyal Subject_ II. 3., ferner ~Fletcher~, _Loyal Subject: Let’em feed so, and be fat._ III. 2. Ein weiterer Anklang an das Zitat findet sich bei ~Dekker~ bereits im _Shoem. Hol._ V. 2. (p. 76) _Let’s feed and be fat with my lord’s bounty._
=1544.= tableman: ~Nares~ sagt: tablemen: The men used in playing at tables, or back-gammon. Dasselbe Wort findet sich in der Bedeutung etwas modifiziert im _Hornbook_ und im _Bel-Man_, Temple-Cl. p. 8 u. 90.
=1545.= sincke point = cinque point (Back gammon), the fifth point from the end on either side of the board. _NED_.
=1548.= Buffe Ierkin: vgl. dazu Anm. z. Z. 402. Ursprünglich nur eine lederne Weste, die also dem Körper ziemlich nahe sass.
=1557.= ile Cumrade ye: ~Murray~ gibt nur dieses Beispiel an, mit der Bemerkung «nonce use». Ich meine es will sagen: ich geb’ dir gleich einen Kameraden, wobei Vaughan wie zum Schlage ausholt. Dieser eigentümliche Gebrauch des «cumrade» veranlasste mich Herrn Prof. ~Zimmer~ um seine Ansicht über eine ev. welsche Herkunft des Wortes zu bitten. Letztere wurde verneint und der Ausdruck in der obigen Weise gedeutet. Das gleichzeitig in Frage gestellte «chymrade» in _Val. Welshman_, IV. 3. 34, fasst Prof. ~Zimmer~ als eine «abweichende Aussprache des englischen comrade in welschem Munde» auf und deutet das _diggon of Chymrade_ als «genügend Kameraden», «genügend Landsleute».
=1560.= winter-plummes: vgl. ~Chapman~, ed. Shepherd, I. p. 159: Farewell, winter plum.
=1562.= Sir Eglamour: Held einer romantischen Dichtung; gedruckt 1508 in Edinburgh, eingetragen i. Stat. Reg. Jan. 15, 1582 (~Anders~.). ~Shakespeare~ lässt einen Eglamour in den _Two Gentlem. of Ver._ auftreten; und der Held von ~Ben Jonson’s~ Hirtendrama _The Sad Shepherd_ trägt gleichfalls den Namen Aeglamour.
=1563.= Skinker = drawer, tapster cf. _Mat._ III. _Jupiter and Juno_ p. 103 Z. 3749, u. _Gull’s Hornb._ (T. Cl.) p. 12.