Zur Geschichte der englischen Volkswirthschaftslehre aus dem III. Bande der Abhandlungen der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften

Part 12

Chapter 123,473 wordsPublic domain

[10] Es klingt in der That grässlich, wenn _%Harrison% Description of Britain p. 186_ behauptet, dass Heinrich VIII. insgesammt 72000 grosse und kleine Diebe mit dem Tode bestraft habe. Unter Elisabeth seien doch alljährlich 3-400 »vom Galgen gefressen worden.«

[11] Das vorliegende Kapitel kann leider nicht viel mehr sein, als ein Lückenbüsser, weil die wichtigsten Quellen weder in Leipzig und Dresden, noch in Berlin und Göttingen aufzutreiben waren. Ich habe mich desshalb mit den Auszügen, welche neuere englische Schriftsteller mittheilen, begnügen müssen.

[12] _%J. Law% Money and trade considered, p. 129._ (Glasgow 1750.)

[13] Vgl. _%Sir J. Steuart% Principles of political economy. B. II, Ch. 3._ Ganz vornehmlich aber %J. Helferich% Von den periodischen Schwankungen im Werth der edlen Metalle, S. 65-76: eine höchst schätzbare Arbeit.

[14] _%G. R. Carli% Della moneta: Scrittori classici econom. XIII, p. 327 ff._

[15] _Sermons (edit. 1575), p. 31 ff._ Vgl. _%Sir F. M. Eden% State of the poor I, 93. %W. Jacob% An historical inquiry into the production and consumtion of precious metals: II, Ch. 19._

[16] _%A. Young% Political arithmetic: B. I, Ch. 8._

[17] S. die _Table of prices_ im dritten Bande von _%Sir F. M. Eden% State of the poor_. Da Eden keine Bürgschaft leistet, dass die von ihm erwähnten Preise Durchschnittspreise gewesen, so ist diese Quelle mit Vorsicht zu gebrauchen, und die Abweichung von A. Young darf Niemand befremden.

[18] Wo ich aber die grosse Hungersnoth von 1523 weggelassen habe.

[19] Vgl. _1 et 2 Phil. et Mary, c. 5. 1 Elizab., c. 11. 5 Eliz. 35 Eliz., c. 7. 1 James I, c. 25._

[20] Wie denn auch _%A. Smith% (Wealth of nations, B. I, Ch. 11)_ die sinkende Bewegung der Geldpreise von 1570 bis 1640 datirt. Er stützt sich dabei vorzüglich auf die von Fleetwood berechneten Durchschnittspreise des Quarters Weizen, die zwischen 1499 und 1560 = 10 S. 5/12 D., zwischen 1561 und 1601 dagegen 2 Pfd. 7 S. 5-1/3 D. betragen.

[21] Ein Buchhändler, welcher die Schrift 1751 neu auflegte, ergänzte die Buchstaben _W. S._, ohne weitere Auctorität, vielleicht nur, um den Absatz zu verbessern, mit dem grossen Namen William Shakespeares. Der Dichter wäre indess zur Zeit des ersten Erscheinens 17 Jahre alt gewesen, und ein so reifes, beobachtungsreiches Werk schreibt wohl Niemand in solchem Alter. Vgl. _%Farmer% On the learning of Shakespeare_. -- Ausführliche Excerpte des Stafford'schen Buches findet man bei _%J. Smith% Memoirs of wool, or Chronicon rusticum-commerciale (London 1747). %A. Young% Political arithmetic B. I, Ch. 8. %Sir F. M. Eden% State of the poor I, p. 89. 109. 119. %W. Jacob% l. l. II, Ch. 20._ Wie wenig das Original selbst in England verbreitet ist, beweiset der Umstand, dass A. Young seine Mittheilungen aus J. Smith ausschreibt.

[22] Die Form des Gespräches war in jener dramatischen Zeit sehr beliebt; ich erinnere an die berühmte Schmähschrift gegen Leicester: _A dialogue between a scholar, gentleman and lawyer. 1584._

[23] Nach Humes treffender Bemerkung hängt diese Zunahme der _Inclosures_ ganz wesentlich mit der Abnahme der alten Lehnsheere zusammen.

[24] Uebrigens ist es bekannt genug, dass die englischen Mittelklassen, sowohl die landbauende, als die gewerbetreibende, während der grossen Preisrevolution und mit Hülfe derselben erst rechte Wurzel gefasst haben: auf Kosten einerseits der Handarbeiter, andererseits der Grundeigenthümer und Gläubiger. Vgl. _%Harrison% Description of Britain, passim. %Sir F. M. Eden% State of the poor I, 119 ff. %W. Jacob% l. c. II, Ch. 20._ Die Klagen des Mittelstandes müssen daher grossentheils auf die Unart der meisten Menschen zurückgeführt werden, mit welcher sie jeden Gewinn, als sich von selbst verstehend, hinnehmen, jeden Verlust aber laut bejammern.

[25] Nach der ausdrücklichen Versicherung von J. Smith.

[26] Das Verdienst jener Erklärung, die uns so nahe zu liegen scheint, lässt sich am besten abmessen nach dem Grade ihrer Neuheit und Seltenheit in damaliger Zeit. Wie die gebildeteren Klassen Englands über die Ursache der Preisrevolution urtheilten, haben wir eben gesehen. Das gemeine Volk, das sicher am härtesten litt, schrieb die Theuerung nicht selten der Aufhebung der Klöster zu. Vgl. _%Percy% Reliques of ancient poetry (4 edit.)_ II, 296. In Spanien stimmten Regierung und Cortes dahin überein, dass die Habsucht der Gewerbetreibenden alle Schuld trage. Aus diesem Grunde verbot man (zwischen 1550 und 1560) die Ausfuhr des Korns, Viehes, Leders, der Seide und anderer Waaren. Man suchte ferner den Kleinhandel in seiner vermittelnden Stellung zwischen Grosshändler und Consument zu vernichten, um dadurch die Preise wohlfeiler zu machen (%Leop. Ranke% Fürsten und Völker I, 400 ff.). In Deutschland glaubte man, wie das Sinken der Geldpreise begann, das factische Monopol der grossen, oft sogar verbundenen Handlungshäuser sei die Ursache. Die zahlten z. B. dem portugiesischen Könige mehr für seine Gewürze u. s. w., als er ihnen abforderte; nur müsste er dagegen versprechen, andere Deutsche noch mehr zu übertheuern! Um desshalb die Concurrenz der kleinen Kaufleute zu verstärken, verbot der Reichstag 1522 jede Compagnie, die über 50000 Gulden Kapital besässe (%Leop. Ranke% Geschichte Deutschlands im Zeitalter der Reformation II, 42 ff. 134 ff.). Dagegen hat der französische Theoretiker, %Jean Bodin%, den wahren Grund der grossen Preiserschütterung richtig erkannt. Dieser schrieb nämlich [und zwar jedenfalls vor 1584; denn in diesem Jahre erschien das berühmte Buch _De republica_, in welchem Bodinus der uns hier interessierenden Schrift bereits Erwähnung thut: _Lib. VI, p. 1028 (ed. 7)_. Der _Discours sur les causes de l'extrème cherté, qui est aujourdhuy en France_, welcher 1574 erschien, und neuerdings in _%Cimber% et %Danjou% Archives curieuses de l'histoire de France (Serie I, Tom. VI.)_ wieder abgedruckt ist, kann als eine erste, obschon in mancher Hinsicht unvollkommene Ausgabe der _Responsio ad paradoxa_ betrachtet werden] eine _Responsio ad paradoxa Malestretti de caritate rerum eiusque remediis_, worin er zuvörderst die Behauptung Malestroits widerlegt, als wenn die Waaren gegen frühere Jahrhunderte nicht theuerer geworden wären. Als Gründe der Theuerung giebt er fünf an: die vielen Monopolien der Kaufleute und Gewerbetreibenden; die starke Ausfuhr nach Spanien und Italien; die Laune der Fürsten, welche den Gegenständen ihres Gefallens auch in der Volksmeinung einen höhern Werth verschafft; den hochgestiegenen Luxus; ganz besonders aber die so stark vermehrte Quantität des Goldes und Silbers. Er sucht diesen letzten Grund aus der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien, der Eroberung Amerikas durch die Spanier, dem Aufblühen des französischen Handels, den vielen Auswanderungen französischer Arbeiter, die alsdann mit Geld wieder heimkehren, der Gründung der Lyoneser Bank u. dgl. m. zu erklären: versichert indessen ausdrücklich, dass er der Erste sei, welcher die vermehrte Gold- und Silbermenge als eine Ursache der allgemeinen Waarentheuerung aufstelle. S. p. 33.

[27] _Wealth of nations: Book IV, Chap. 7, Part 1._

[28] S. %meine% Untersuchungen über das Kolonialwesen, erste Abhandlung, S. 30. (Im Archiv der politischen Oekonomie, Neue Folge, Bd. VI.)

[29] Wie sehr übrigens die englische Kolonialpolitik schon im ersten Keime von der spanischen verschieden war, erhellt aus dem Charter, womit Heinrich VII., einer der klügsten, zugleich nüchternsten Herrscher seiner Zeit, 1502 eine Gesellschaft von Bristoler Kaufleuten und portugiesischen Seefahrern zur Vornahme von Entdeckungsreisen privilegierte. Da heisst es Art. 2 ausdrücklich, dass sich in den neu entdeckten Ländern Männer und Weiber aus England frei sollen ansiedeln können; weiterhin aber, dass der Verkehr mit den Kolonien auf englische Unterthanen beschränkt bleiben müsse. (_%Rymer% Foedera XIII, 37._) Vgl. %meine% Untersuchungen u. s. w., dritte Abhandlung, S. 266. (Archiv, N. F., Bd. VII.)

[30] _%R. Hackluyt% Voyages, navigations, traffiques and discoveries of the English nation (1600), Vol. III, p. 22 ff._

[31] Auch in den höheren Ständen wurde die Uebervölkerung sehr lebhaft gefühlt. Man schreibt die vielen Unruhen seit 1571 namentlich mit der grossen Menge von aussichtslosen jüngeren Söhnen vornehmer Familien zu: vgl. _%Hume% Chap. 40_

[32] %Hackluyt% III, 152 ff. Die Redaction ist von einem Gefährten Gilberts verfasst.

[33] Zu diesen gediegenen Ansichten steht der leidenschaftliche Eifer, womit Gilbert im Parliamente von 1571 das Kron-Monopolienrecht vertheidigte, freilich in einem sonderbaren Contraste.

[34] _%Hackluyt% III, p. 45 ff._

[35] _%Hackluyt% III, p. 165 ff._

[36] _%Hackluyt% III, p. 182 ff._

[37] Abgedruckt in dem grossen Werke von _%Sam. Purchas% Pilgrims (1625), Vol. IV, p. 1809 ff._ Hiermit sollte die, im Jahre 1587 verfasste, Schrift von THOMAS HARIOT verglichen werden: _A briefe and true report of the new found land of Virginia, of the commodities there found and to be raised, as well merchantable as others. (%Hackluyt% III, p. 266 ff.)_ Dieser Hariot, einer der ersten Mathematiker seiner Zeit, war von Raleigh der Expedition beigegeben, welche 1585 unter Leitung von Ralph Lane die Kolonisierung Virginiens ernstlich versuchte. Seine Aufgabe bestand darin, das Land wissenschaftlich zu untersuchen; und er hat die Ergebnisse einjähriger Forschung an Ort und Stelle in der angeführten Schrift, gewiss einer der frühesten statistischen Uebersichten, musterhaft veröffentlicht. Die Gesichtspunkte sind wesentlich dieselben, wie bei Peckham, Carleill, Hackluyt u. A. Es werden die Producte Virginiens mit grosser Vollständigkeit aufgeführt: zuerst die für den Handel geeigneten; sodann diejenigen, welche zur Nahrung der Kolonisten brauchbar sind; zuletzt die Baumaterialien u. s. w. Eine vortreffliche Schilderung der Eingebornen, sowie des Klimas u. s. w. in gesundheitlicher Beziehung, macht den Schluss. Das Scheitern der Unternehmung, deren einziger praktischer Erfolg in der Einführung der Tabakspflanze nach Europa bestand, wird von Hariot der Unwissenheit und Bequemlichkeit, sowie zum Theil auch dem blinden Golddurste der Kolonisten zugeschrieben. Nach alle Diesem bildet sein Bericht im Inhalte keinen Gegensatz zu dem _Virginias Verger_, desto mehr im Tone, welcher dort im höchsten Grade nüchtern und streng wissenschaftlich, hier aber phantastisch und puritanisch-religiös ist. Man kann den Unterschied der Elisabeth-Shakespeare'schen Zeit und der einbrechenden puritanisch-revolutionären Periode nicht deutlicher markieren.

[38] Ich benutze die Oxforder Ausgabe der _Works_ in acht Bänden: 1829. Vgl. die gediegene kritische Abhandlung über Raleighs Leben im _Edinburgh Review, Vol. LXXI_.

[39] _Works VIII, 351 ff._ Diese Schrift ist zuerst im Jahre 1603, und dann wieder kurz vor Raleighs Hinrichtung Jacob I. vorgelegt worden (_Preface_), und die gewöhnliche Ansicht schreibt sie Raleigh selber zu: so z. B. _%Anderson% a. 1603_. Auf der andern Seite behauptet _%J. Smith%, Memoirs of wool I, p. 144_, sie rühre von einem Londoner Alderman, Namens Cockaigne, her. Raleigh selber scheint die letztere Ansicht zu begünstigen; denn in einer unzweifelhaft ächten Schrift: _A discourse of the invention of ships etc. (Works VIII, p. 333)_ nennt er den Verfasser _a gentleman to me unknown; but so far as I can judge he has many things very considerable in that short treatise of his, yea both considerable and praiseworthy_. Und in dem Widmungschreiben, womit er die zweite Ueberreichung an Jacob I. begleitet, um die, vermuthlich vergessene, Schrift in neue dringende Erinnerung zu bringen, nennt er sie _a book of extraordinary importance for the honour and profit of your majesty and posterity_. Ob nun die Anonymität eine blosse Maske gewesen ist, wage ich nicht zu behaupten; jedenfalls aber können wir nach den obigen Aeusserungen den Hauptinhalt dieser Schrift als von Raleigh gebilligt ansehen.

[40] Vgl. unten S. 47.

[41] _On the seat of government: Works VIII, p. 539._

[42] _The discovery of Guiana, Pref. to the reader._

[43] _History of the world, B. I, Ch. 8. §. 4._

[44] _A discours of war in general: Works VIII, p. 257 ff._

[45] _History of the world, B. V, Ch. 2, §. 4._ Ohne Zweifel ein Anklang aus Aristoteles Politik!

[46] _Edinburgh Review, l. l., p. 72._

[47] _Edinburgh Review p. 40._ Vgl. jedoch unten S. 41, Anm. 1.

[48] Eine so massenhafte, fast schulmässige Verbreitung der richtigen Ansicht vom Wesen des Reichthums, wie sie im vorstehenden Kapitel geschildert ist, suchen wir bei den meisten anderen Völkern jener Zeit vergebens. Sporadisch jedoch lässt sie sich allerdings auch ausserhalb Englands nachweisen. Ich erinnere an %Sully%. Aber selbst in Spanien urtheilte um 1640 _%Diego Saavedra Faxardo% Idea principis christiani, centum symbolis expressa (Amstelod. 1665), p. 590: Potissimae divitiae ac opes terrae fructus sunt: nec ditiores in regnis fodinae, quam agricultura. Plus emolumenti acclivia montis Vesuvii latera afferunt, quam Potosus mons cum intimis suis visceribus, licet argentiferis._

[49] Zuerst in englischer Sprache 1605 erschienen.

[50] Vgl. _Sermones fideles, Cap. 29_.

[51] Einen höchst merkwürdigen Beitrag hierzu hat Bacon selbst geliefert: _De sapientia veterum, Cap. 19_; wo er die Dädalossage mit dem glücklichsten Scharfsinne als eine Allegorie der regelmässigen Entwickelung von Kunst und Gewerbfleiss behandelt. Diess Buch ist 1610 erschienen.

[52] _Novum Organon I, 4. (1620.)_

[53] _Descriptio globi intellectualis, Cap. 2._

[54] _Sermones fideles, Cap._ 34 und 28. Der erste Theil dieses Buches ist bekanntlich schon 1597 erschienen.

[55] _Sermones fideles, Cap. 15 (De seditionibus et turbis.)_ Freilich ist der vulgäre Irrthum, als könne jedes Land im Handel nur soviel gewinnen, wie irgend ein anderes verloren habe, soviel ich weiss, erst durch _%J. Tucker% Tracts on political and commercial subjects (1776), p. 42 ff._ recht beseitigt worden.

[56] _Historia regni Henrici VII, p. 1038. (Edit. Lips. 1694.)_ Zum Theil mit denselben Worten: _De dign. et augm. scientiarum VIII, 3_ und _Sermones Cap. 29_ gepriesen. Die _Historia_ ist 1622 erschienen.

[57] Die z. B. in Frankreich erst unter Ludwig XV thatsächlich ausser Uebung kamen.

[58] _Sermones Cap. 15. 29._ _Sorti reipublicae nihil addunt_, heisst es in der erstern Stelle: also ein Vorläufer der spätern physiokratischen Ansicht von den unfruchtbaren Klassen.

[59] _%Salmasius% De usuris_ ist 1638 erschienen, _De modo usurarum_ 1639, _De mutuo_ 1640.

[60] _%D. Hume% History of England, Ch. 44, App. 3._

[61] _Sermones fideles Cap. 34._ Den letztern Grund führt schon %Dante% an, wesshalb die Zinsgläubiger in der Hölle schmachten: _Divina Commedia, Inferno XI, 106 ff._

[62] Auch %Hugo Grotius% (_De iure belli et pacis II, 12, 20 sq._) billigt im Grunde das Zinsnehmen; die biblischen Verbote, die er von den Gegenbeweisen allein anerkennt, will er nur für einen solchen Zinsfuss gegeben wissen, welcher das Risico des Darleihers, das eigene Gewinnentbehren desselben, seine Mühe u. s. w. übersteigt. Dagegen meinte %Sir Walter Raleigh% (_The cabinet-council: Works VIII, p. 49._), es sei gerade damals eine Beschränkung des Wuchers um so nothwendiger, weil aus Indien so viel Geld einströme; Menschen, die viel Geld in ihrer Hand haben, werden Wuchergeschäfte, dafern sie gesetzlich erlaubt sind, immer sicherer und einträglicher finden, als andere Handelszweige.

[63] _De vicissitudine rerum: Sermones fideles Cap. 56._

[64] _%Purchas% Pilgrims IV, p. 1766. %Bancroft% History of the U. States I, 161. 340._

[65] Ueber die fruchtlosen Versuche, unter Leitung des Grafen von Essex 1573 in Ireland englische Kolonien zu gründen, und zwar auf confiscierten Ländereien, vgl. %Lingard% VIII, 150 fg. Ueber den Erfolg der von Bacon angeregten Pläne Jacobs I: Idem IX, 200 ff.

[66] _Famous among merchants_, wie sein Sohn in der Vorrede des posthumen Werkes sich ausdrückt.

[67] _%Misselden% Circle of commerce, (1623) p. 36._

[68] _%MacCulloch% Literature of political economy, p. 38._

[69] Nach eigenen Aeusserungen des Verfassers in dem posthumen Werke.

[70] Eine ähnliche, obwohl schwächere Vertheidigung des ostindischen Handels (von _%Sir Dudley Digges%_) erschien zu London 1615: _The defence of trade, in a letter to Sir Thomas Smith, governor of the E. J. Companie etc. From one of that societie._

[71] Bei dieser Gelegenheit möchte ich eine weitergehende Bemerkung nicht unterdrücken. Es ist nämlich die Gunst oder Ungunst der Bilanz von jeder volkswirthschaftlichen Theorie nach demjenigen Momente beurtheilt worden, welches ihr als das für den Volksreichthum wichtigste galt. Also von den Mercantilisten nach der Geldmenge; von Männern, wie Sonnenfels, Forbonnais, Necker, nach der Zahl der beschäftigten und ernährten Menschen; von den heutigen Engländern nach der Productivität der nationalen Arbeit. Während bei diesen letzten die günstige Bilanz nur secundäre Ursache, fast bloss Symptom des grössern Volksreichthums ist, war sie bei den ersten ausschliesslich Ursache desselben.

[72] In demselben Menschenalter hatte auch _%Lewis Roberts%_, Verfasser einer damals sehr berühmten Handelsencyklopädie (_The merchants mappe of commerce. 1638._), sich für die freie Ausfuhr der edlen Metalle ausgesprochen; in der Schrift: _The treasure of trafficke, or a discourse of forraigne trade. 4. London 1641._

[73] Er hat in dieser Hinsicht einen vortrefflichen Kampfgenossen in %Sir Robert Cotton%, dessen ausgezeichnete Rede wider die beabsichtigte Verschlechterung der Münzen, am 2. September 1626 vor den Lords des Geheimen Rathes gehalten, und mehrmals herausgegeben ist: so 1641, 1651 und 1679: vgl. _%MacCulloch% Literature, p. 155_. Es ist ein Ruhm für England, diese hochwichtige Frage theoretisch so früh gelöst zu haben, während z. B. in Italien noch _%Galiani% (Della moneta III, 3)_ eine sophistische Apologie der Münzverschlechterungen wagen konnte.

[74] _Leviathan Cap. I_ und _passim_.

[75] Die letztere Schrift 1642, die erstere 1651 erschienen.

[76] _Ego huic homini (vel huic coetui) auctoritatem et ius meum regendi meipsum concedo, ea conditione, ut tu quoque tuam auctoritatem et ius tuum tui regendi in eundem transferas._ (_L. 17_; vgl. _C. 5_.) Die erstaunliche Consequenz, mit welcher Hobbes diesen Grundgedanken ausführt, zeigt sich am klarsten im Inhaltsverzeichnisse von _C. 12_: _Iudicationem boni et mali ad singulos pertinere, seditiosa opinio. Peccare subditos (posse) obediendo principibus suis, seditiosa opinio. Tyrannicidium esse licitum, seditiosa opinio. Subiectos esse legibus civibus etiam eos, qui habent summum imperium, seditiosa opinio. Imperium summum posse dividi, seditiosa opinio. Fidem et sanctitatem non studio et ratione acquiri, sed semper supernaturaliter infundi et inspirari, seditiosa opinio. Civibus singulis esse rerum suarum proprietatem sive dominium absolutum, seditiosa opinio, cett._ (Vgl. _Leviath. 29_.)

[77] Diese Idee ist bekanntlich unter dem langen Parliamente, durch Gründung des englischen Accisesystems, recht praktisch geworden, während es vorher bloss directe Steuern und Zölle gegeben hatte. Da die Accisen nur insofern bedeutenden Ertrag gewähren, als sie von den Consumtionsgegenständen der Mittelklasse erhoben werden, so findet man bei den meisten Völkern, dass sie erst auf einer Kulturstufe entstehen, wo schon ein ansehnlicher Mittelstand gebildet ist.

[78] _The Oceana of %James Harrington% and his other works. The whole collected, methodiz'd and review'd etc. by %John Toland%. (London 1700.)_

[79] _Oceana, p. 39 ff. System of politics, p. 497 ff. (Ch. 2. 3.)_

[80] _The prerogative of popular government, p. 246 ff. (B. I, Ch. 3.)_

[81] _The prerogative etc., p. 243. 249. (B. I, Ch. 3.)_

[82] a. a. O. p. 249. Auch %Toland% (_Life of J. Harrington, p. XVIII_) stellt die Entdeckung seines Helden mit derjenigen des Schiesspulvers, der Buchdruckerei, der optischen Gläser u. s. w. zusammen.

[83] _The art of lawgiving, p. 388 ff. (B. I, Ch. 2.)_

[84] _The prerogative of popular government, p. 291. (B. I, Ch. 11.)_

[85] _The art of lawgiving, p. 392. (B. I, Ch. 3)_

[86] _Oceana, p. 102 ff._

[87] _The prerogative of a popular government, p. 245. (B. I, Ch. 3.)_

[88] u. a. O. p. 300 fg. (_B. I, Ch. 11._)

[89] Sein Leben ist so wenig bekannt, dass selbst sein grosser Verehrer, Sir J. Child, nur sagt, er scheine ein Landedelmann gewesen zu sein.

[90] Vgl. den Vorwurf von _%J. Mill% History of British India I, 95_: dass er den Nutzen des ostindischen Handels absichtlich übertrieben habe.

[91] _Land and trade are twins: it cannot be ill with trade, but land will fall, nor ill with land, but trade will feel it._ (_Pref._)

[92] Von Roger Coke, welcher diess behauptet hatte, s. unten Kapitel VIII.

[93] Es ist darum sehr auffallend, dass ein so kluger Mann, wie %Anderson% (_Historical etc. deduction of commerce II, a. 1670_), ihm diese Vorliebe für Holland mehrfach übelnimmt. Auch ist Child entschieden der Hoffnung, dass England seinem Vorbilde recht bald nachkommen werde (p. 43 ff.).

[94] Derselbe Punkt ist nachher besonders von %Davenant% sehr energisch hervorgehoben: _Works I, 448 ff._

[95] Uebrigens hat es damals an intelligenten Vertheidigern des englischen Erstgeburtsrechtes nicht gefehlt. Der berühmte Jurist, %Sir Matthew Hale%, ist der Ansicht, dass die gleichen Erbtheilungen eine Herabdrückung der ländlichen Familien unter das Mass wahrer Steuerfähigkeit herbeiführen; dass hingegen das Vorrecht des Erstgeborenen im Grundbesitze die jüngeren Geschwister zu Handel und Gewerbfleiss antreibt u. s. w. (_History of the common law of England, Ch. 11._)

[96] Bei _%Forbonnais% Recherches et considérations sur les finances de la France I, 418 ff._

[97] _%Sir W. Temple% Observations on the Netherlands. (1675.)_

[98] Unterstützt nachmals von _%Davenant% Works II, 207_.

[99] Es war damals in England sehr controvers, ob die Navigationsacte mehr genützt, oder geschadet habe. So versichert z. B. %Roger Coke% (s. unten Kapitel VIII), es sei der Schiffbau in England um 1653 wohl etliche dreissig Procent theuerer gewesen, als vor der Navigationsacte 1651; auch die Matrosenlöhne seien dermassen gestiegen, dass England seinen russischen und grönländischen Handel völlig an die Holländer verloren habe. Doch spricht um dieselbe Zeit der berühmte Holländer _%Jean de Wit% Mémoires_ _p. 220 ff._ die Befürchtung aus, das Gesetz werde einen grossen Theil der holländischen Rhederei nach England hinüberziehen.

[100] In der Praxis hatten die Engländer schon seit 1663 das alte Verbot, Geld auszuführen, auf die in England selbst geprägten Münzen beschränkt.

[101] Von einer andern Seite her wird diese Ansicht in folgender, höchst merkwürdigen Broschüre unterstützt: _Reasons for a limited exportation of wool. London 1677._ (_24 p._ in 4.) Ihr zufolge soll die Prohibition mit einem billigen Ausfuhrzolle vertauscht werden. Und zwar wird als Hauptgrund dafür angegeben, dass die Landbesitzer des Königreiches ein wichtigeres Interesse verträten, als die Paar Wollarbeiter und Kaufleute, welche Manufacturwaaren ausführen. 1) Weil jene die Herren und Eigenthümer vom Grunde alles Nationalreichthums in England sind, indem aller Profit aus dem, ihnen gehörenden, Boden entspringt. 2) Weil sie alle Steuern und öffentlichen Lasten tragen; indem diese allein auf diejenigen drücken, welche kaufen, ohne zu verkaufen. Die Verkäufer nämlich pflegen, der Steuer entsprechend, ihre Waarenpreise zu erhöhen, oder die Güte ihrer Waaren zu verschlechtern (p. 5).

[102] Wie bedeutend Child noch lange nach seinem Tode geschätzt wurde, erhellt z. B. aus _%J. Gee% The trade and navigation of Great-Britain considered_ (1730) recht deutlich. Im Jahre 1797 nennt ihn _%Sir F. M. Eden% (State of the poor I, 187)_, also ein Mann, welcher dem Adam Smith'schen Standpunkte angehört, _this acknowledged oracle of trade_.