Zu Guter Letzt

Part 2

Chapter 23,479 wordsPublic domain

In diesem Reich geborner Flegel, Wer könnte sich des Lebens freun, Würd es versäumt, schon früh die Regel Der Rücksicht kräftig einzubläun.

Es saust der Stock, es schwirrt die Ruthe. Du darfst nicht zeigen, was du bist. Wie schad, o Mensch, daß dir das Gute Im Grunde so zuwider ist.

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Der Stoffel wankte frohbewegt Spät in der Nacht nach Haus. Da ging, wie das zu kommen pflegt, Ihm seine Pfeife aus.

Wer raucht, der raucht nicht gerne kalt. Wie freut sich Stoffel da, Als er ganz dicht vor sich im Wald Ein Kohlenfeuer sah.

Die Kohlen glühn in einem Topf. Der frohe Stoffel drückt Gleich eine in den Pfeifenkopf Und zieht als wie verrückt.

Wohl sieht er, wie die Kohle glüht, Nur daß sie gar nicht brennt. Da überläuft es sein Gemüth, Er flucht Potzzapperment.

Das Wort war hier nicht recht am Platz. Es folgt ein Donnerschlag. Versunken ist der Zauberschatz Bis an den jüngsten Tag.

Die Pfeife fällt vor Schreck und Graus Auf einen harten Stein. Ein Golddukaten rollt heraus Blitzblank im Mondenschein.

Von nun an, denkt der Stoffel schlau, Schweig ich am rechten Ort. Er kehrte heim zu seiner Frau Und sprach kein einzig Wort.

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Wie dunkel ist der Lebenspfad, Den wir zu wandeln pflegen. Wie gut ist da ein Apparat Zum Denken und Erwägen.

Der Menschenkopf ist voller List Und voll der schönsten Kniffe; Er weiß, wo was zu kriegen ist Und lehrt die rechten Griffe.

Und weil er sich so nützlich macht, Behält ihn jeder gerne. Wer stehlen will, und zwar bei Nacht, Braucht eine Diebslaterne.

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Unter all den hübschen Dingen In der warmen Sommerzeit Ist ein Corps von Schmetterlingen Recht ergötzlich insoweit.

Bist du dann zu deinem Wohle In den Garten hinspaziert, Siehst du über deinem Kohle Muntre Tänze aufgeführt.

Weiß gekleidet und behende Flattert die vergnügte Schar, Bis daß Lieb und Lust zu Ende Wieder mal für dieses Jahr.

Zum getreuen Angedenken, Auf den Blättern kreuz und quer, Lassen sie zurück und schenken Dir ein schönes Raupenheer.

Leidest du, daß diese Sippe Weiter frisst, wie sie begehrt, Kriegst du, nebst dem Blattgerippe, Nur noch Proben ohne Werth.

Also ist es zu empfehlen, Lieber Freund, daß du dich bückst Und sehr viele Raupenseelen, Pitsch, aus ihren Häuten drückst.

Denn nur der ist wirklich weise, Der auch in die Zukunft schaut. Denk an deine Lieblingsspeise: Schweinekopf mit Sauerkraut.

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Fing man vorzeiten einen Dieb, Hing man ihn auf mit Schnellbetrieb, Und meinte man, er sei verschieden, Ging man nachhaus und war zufrieden. Ein Wandrer von der weichen Sorte Kam einst zu solchem Galgenorte Und sah, daß oben Einer hängt, Dem kürzlich man den Hals verlängt. Sogleich, als er ihn baumeln sieht, Zerfließt in Thränen sein Gemüth. Ich will den armen Schelm begraben, Denkt er, sonst fressen ihn die Raben. Nicht ohne Müh, doch mit Geschick, Klimmt er hinauf und löst den Strick; Und Jener, der im Wind geschwebt, Liegt unten, scheinbar unbelebt. Siehda, nach Änderung der Lage Tritt neu die Lebenskraft zutage, So daß der gute Delinquent Die Welt ganz deutlich wiederkennt. Zärtlich, als wär's der eigne Vetter, Umarmt er seinen Lebensretter, Nicht ein Mal, sondern noch ein Mal, Vor Freude nach so großer Qual. Mein lieber Mitmensch, sprach der Wandrer, Geh in dich, sei hinfür ein Andrer. Zum Anfang für dein neues Leben Werd ich dir jetzt zwei Gulden geben. Das Geben that ihm immer wohl. Rasch griff er in sein Kamisol, Wo er zur langen Pilgerfahrt Den vollen Säckel aufbewahrt. Er sucht und sucht und fand ihn nicht, Und länger wurde sein Gesicht. Er sucht und suchte, wie ein Narr, Weit wird der Mund, das Auge starr, Bald ist ihm heiß, bald ist ihm kalt. Der Dieb verschwand im Tannenwald.

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Die Tugend will nicht immer passen, Im ganzen läßt sie etwas kalt, Und daß man eine unterlassen, Vergißt man bald.

Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster, Der von vergangnen Zeiten träumt, An die Gelegenheit zum Laster, Die er versäumt.

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Ein Fuchs voll flüchtiger Moral Und unbedenklich, wenn er stahl, Schlich sich beinacht zum Hühnerstalle Von einem namens Jochen Dralle, Der, weil die Mühe ihn verdross, Die Thür mal wieder nicht verschloss. Er hat sich, wie er immer pflegt, So wie er war zubett gelegt. Er schlief und schnarchte auch bereits. Frau Dralle, welche ihrerseits Noch wachte, denn sie hat die Grippe, Stieß Jochen an die kurze Rippe. Du, rief sie flüsternd, hör doch bloß, Im Hühnerstall da ist was los; Das ist der Fuchs der alte Racker. Und schon ergriff sie kühn und wacker Obgleich sie nur im Nachtgewand, Den Besen, der am Ofen stand, Indeß der Jochen leise flucht Und erst mal Licht zu machen sucht. Sie ging voran, er hinterdrein. Es pfeift der Wind, die Hühner schrein. Nur zu, mahnt Jochen, sei nur dreist Und sag Bescheid, wenn er dich beißt. Umsonst sucht sich der Dieb zu drücken Vor Madam Dralles Geierblicken. Sie schlägt ihm unaussprechlich schnelle Zwei drei mal an derselben Stelle Mit ihres Besens hartem Stiel Auf's Nasenbein. Das war zuviel. -- Ein Jeder kriegt, ein Jeder nimmt In dieser Welt, was ihm bestimmt. Der Fuchs, nachdem der Balg herab, Bekommt ein Armesündergrab. Frau Dralle, weil sie leichtgesinnt Sich ausgesetzt dem Winterwind Zum Trotz der Selbsterhaltungspflicht, Kriegt zu der Grippe noch die Gicht. Doch Jochen kriegte hocherfreut Infolge der Gelegenheit Von Pelzwerk eine warme Kappe Mit Vorder- und mit Hinterklappe. Stets hieß es dann, wenn er sie trug: Der ist es, der den Fuchs erschlug.

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Ein gutes Thier Ist das Klavier, Still, friedlich und bescheiden, Und muß dabei Doch vielerlei Erdulden und erleiden.

Der Virtuos Stürzt darauf los Mit hochgesträubter Mähne. Er öffnet ihm Voll Ungestüm Den Leib, gleich der Hyäne.

Und rasend wild, Das Herz erfüllt Von mörderlicher Freude, Durchwühlt er dann, Soweit er kann, Des Opfers Eingeweide.

Wie es da schrie, Das arme Vieh, Und unter Angstgewimmer Bald hoch, bald tief Um Hülfe rief, Vergess ich nie und nimmer.

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Dich freut die warme Sonne. Du lebst im Monat Mai. In deiner Regentonne Da rührt sich allerlei.

Viel kleine Thierlein steigen Bald auf- bald niederwärts, Und, was besonders eigen, Sie atmen mit dem Sterz.

Noch sind sie ohne Tücken, Rein kindlich ist ihr Sinn. Bald aber sind sie Mücken Und fliegen frei dahin.

Sie fliegen auf und nieder Im Abendsonnenglanz Und singen feine Lieder Bei ihrem Hochzeitstanz.

Du gehst zu Bett um zehne, Du hast zu schlafen vor, Dann hörst du jene Töne Ganz dicht an deinem Ohr.

Drückst du auch in die Kissen Dein werthes Angesicht, Dich wird zu finden wissen Der Rüssel, welcher sticht.

Merkst du, daß er dich impfe, So reib mit Salmiak Und dreh dich um und schimpfe Auf dieses Mückenpack.

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Es geht ja leider nur soso Hier auf der Welt, sprach Salomo. Dies war verzeihlich. Das Geschnatter Von tausend Frauen, denn die hatt er, Macht auch den Besten ungerecht. Uns aber geht es nicht so schlecht. Wer, wie es Brauch in unsern Tagen, Nur Eine hat, der soll nicht sagen Und klagen, was doch mancher thut: Ich bin für diese Welt zu gut. Selbst, wem es fehlt an dieser Einen, Der braucht darob nicht gleich zu weinen Und sich kopfüber zu ertränken. Er hat, das mag er wohl bedenken, Am Weltgebäude mitgezimmert Und allerlei daran verschlimmert. Und wenn er so in sich gegangen, Gewissenhaft und unbefangen, Dann kusch er sich und denke froh: Gottlob, ich bin kein Salomo; Die Welt, obgleich sie wunderlich, Ist mehr als gut genug für mich.

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Wer Bildung hat, der ist empört, Wenn er so schrecklich fluchen hört. Dies »Nasowolltich«, dies »Parblö«, Dies ewige »Ojemineh«, Dies »Eipotztausendnocheinmal«, Ist das nicht eine Ohrenqual? Und gar »Daßdichdasmäusleinbeiß«, Da wird mir's immer kalt und heiß. Wie oft wohl sag ich: Es ist häßlich, Ist unanständig, roh und gräßlich. Ich bitt und flehe: Lasst es sein, Denn es ist sündlich. Aber nein, Vergebens ring ich meine Hände, Die Flucherei nimmt doch kein Ende.

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Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand, Die gingen immer Hand in Hand, Und selbst in einer Herzensfrage Trat ihre Einigkeit zutage. Sie liebten beide Nachbars Käthchen, Ein blondgelocktes kleines Mädchen. Einst sagte die verschmitzte Dirne: Wer holt mir eine Sommerbirne, Recht saftig, aber nicht zu klein? Hernach soll er der Beste sein. Der Fritz nahm seinen Freund beiseit Und sprach: Das machen wir zu zweit; Da drüben wohnt der alte Schramm, Der hat den schönsten Birnenstamm; Du steigst hinauf und schüttelst sacht, Ich lese auf und gebe acht. Gesagt gethan. Sie sind am Ziel. Schon als die erste Birne fiel, Macht Fritz damit sich aus dem Staube, Denn eben schlich aus dunkler Laube, In fester Faust ein spanisch Rohr, Der aufmerksame Schramm hervor. Auch Ferdinand sah ihn beizeiten Und thät am Stamm herunter gleiten In Ängstlichkeit und großer Hast, Doch eh er unten Fuß gefasst, Begrüßt ihn Schramm bereits mit Streichen, Als wollt er einen Stein erweichen. Der Ferdinand, voll Schmerz und Hitze, Entfloh und suchte seinen Fritze. Wie angewurzelt blieb er stehn. Ach hätt er es doch nie gesehn: Die Käthe hat den Fritz geküsst, Worauf sie eine Birne isst. Seit dies geschah, ist Ferdinand Mit Fritz nicht mehr so gut bekannt.

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Wem's in der Unterwelt zu still, Wer oberhalb erscheinen will, Der baut sich, je nach seiner Weise, Ein sichtbarliches Wohngehäuse. Er ist ein blinder Architekt, Der selbst nicht weiß, was er bezweckt. Dennoch verfertigt er genau Sich kunstvoll seinen Leibesbau, Und sollte mal was dran passieren, Kann er's verputzen und verschmieren, Und ist er etwa gar ein solch Geschicktes Thierlein, wie der Molch, Dann ist ihm alles einerlei, Und wär's ein Bein, er macht es neu. Nur schad, daß, was so froh begründet, So traurig mit der Zeit verschwindet, Wie schließlich jeder Bau hienieden, Sogar die stolzen Pyramiden.

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Es ist ein recht beliebter Bau. Wer wollte ihn nicht loben? Drin wohnt ein Mann mit seiner Frau, Sie unten und er oben.

Er, als ein schlaugewiegter Mann, Hält viel auf weise Lehren, Sie, ungestüm und drauf und dran, Thut das, was ihr Begehren.

Sie läßt ihn reden und begeht, Blind, wie sie ist, viel Wüstes, Und bringt sie das in Schwulität, Na, sagt er kühl, da siehst es.

Vereinen sich jedoch die zwei Zu traulichem Verbande, Dann kommt die schönste Lumperei Hübsch regelrecht zustande.

So geht's in diesem Hause her. Man möchte fast erschrecken. Auch ist's beweglich, aber mehr Noch als das Haus der Schnecken.

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In einem Häuschen, sozusagen -- (Den ersten Stock bewohnt der Magen) In einem Häuschen war's nicht richtig. Darinnen spukt und tobte tüchtig Ein Kobold, wie ein wildes Bübchen, Vom Keller bis zum Oberstübchen. Fürwahr, es war ein bös Getös. Der Hausherr wird zuletzt nervös, Und als ein desperater Mann Steckt er kurzweg sein Häuschen an Und baut ein Haus sich anderswo Und meint, da ging es ihm nicht so. Allein, da sieht er sich betrogen. Der Kobold ist mit umgezogen Und macht Spektakel und Rumor Viel ärger noch, als wie zuvor. Ha, rief der Mann, wer bist du, sprich. Der Kobold lacht: Ich bin dein Ich.

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Zu Olims Zeit, auf der Oase, Am Quell, wo schlanke Palmen stehen, Saß einst das Väterchen im Grase Und hatte allerlei Ideeen.

Gern sprach davon der Hochverehrte Zu seinen Söhnen, seinen Töchtern, Und das Gelehrte, oft Gehörte Ging von Geschlechte zu Geschlechtern.

Auch wir, in mancher Abendstunde, Wenn treue Liebe uns bewachte, Vernahmen froh die gute Kunde Von dem, was Väterchen erdachte.

Und sicher klingt das früh Gewusste So lang in wohlgeneigte Ohren, Bis auf der kalten Erdenkruste Das letzte Menschenherz erfroren.

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Gehorchen wird jeder mit Genuss Den Frauen, den hochgeschätzten, Hingegen machen uns meist Verdruss Die sonstigen Vorgesetzten.

Nur wenn ein kleines Missgeschick Betrifft den Treiber und Leiter, Dann fühlt man für den Augenblick Sich sehr befriedigt und heiter.

Als neulich am Sonntag der Herr Pastor Eine peinliche Pause machte, Weil er den Faden der Rede verlor, Da duckt sich der Küster und lachte.

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Abends, wenn die Heimchen singen, Wenn die Lampe düster schwehlt, Hör ich gern von Spukedingen, Was die Tante mir erzählt.

Wie es klopfte in den Wänden, Wie der alte Schrank geknackt, Wie es einst mit kalten Händen Mutter Urschel angepackt,

Wie man oft ein leises Jammern Grad um Mitternacht gehört, Oben in den Bodenkammern, Scheint mir höchst bemerkenswerth.

Doch erzählt sie gar das Märchen Von dem Geiste ohne Kopf, Dann erhebt sich jedes Härchen Schaudervoll in meinem Schopf.

Und ich kann es nicht verneinen, Daß es böse Geister giebt, Denn ich habe selber einen, Der schon manchen Streich verübt.

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Frau Welt, was ist das nur mit euch? Herr Walter sprach's, der alte. Ihr werdet grau und faltenreich Und traurig von Gestalte.

Frau Welt darauf erwidert schnippsch: Mein Herr, seid lieber stille. Ihr scheint mir auch nicht mehr so hübsch Mit eurer schwarzen Brille.

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Lache nicht, wenn mit den Jahren Lieb und Freundlichkeit vergehen, Was Paulinchen ist geschehen, Kann auch dir mal widerfahren.

Sieh nur, wie verändert hat sich Unser guter Küchenbesen. Er, der sonst so weich gewesen, Ist jetzunder stumpf und kratzig.

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Hans, der soeben in der Stadt Sein fettes Schwein verwerthet hat, Ging spät nachhaus bei Mondenschein. Ein Fremder folgt und holt ihn ein. Grüßgott, rief Hans, das trifft sich gut, Zuzweit verdoppelt sich der Muth. Der Fremde denkt: Ha zapperlot, Der Kerl hat Geld, ich schlag ihn todt, Nur nicht von vorn, daß er es sieht, Dagegen sträubt sich mein Gemüth. Und weiter gehn sie allgemach, Der Hans zuvor, der Fremde nach. Jetzt, denkt sich dieser, mach ich's ab, Er hob bereits den Knotenstab. Was gilt die Butter denn bei euch? Fragt Hans und dreht sich um zugleich. Der Fremde schweigt, der Fremde stutzt, Der Knittel senkt sich unbenutzt. Und weiter gehn sie allgemach, Der eine vor, der andre nach. Hier, wo die dunklen Tannen stehn, Hier, denkt der Fremde, soll's geschehn. Spielt man auch Skat bei euch zuland? Fragt Hans und hat sich umgewandt. Der Fremde nickt und steht verdutzt, Der Knittel senkt sich unbenutzt. Und weiter gehn sie allgemach, Der eine vor, der andre nach. Hier, denkt der Fremde, wo das Moor, Hier hau ich fest ihm hinter's Ohr. Und wieder dreht der Hans sich um. Prost, rief er fröhlich, mögt ihr Rum? Und zog ein Fläschlein aus dem Rock. Der Fremde senkt den Knotenstock, Thät einen Zug, der war nicht schwach, Und weiter gehn sie allgemach. Schon sind sie aus dem Wald heraus, Und schau, da steht das erste Haus. Es kräht der Hahn, es bellt der Spitz. Dies rief der Hans, ist mein Besitz. Tritt ein du ehrlicher Gesell Und nimm den Dank für dein Geleit. Doch der Gesell entfernt sich schnell, Vermuthlich aus Bescheidenheit.

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Ein weißes Kätzchen voller Schliche, Ging heimlich, weil es gerne schleckt, Des abends in die Nachbarküche. Wo man es leider bald entdeckt.

Mit Besen und mit Feuerzangen Gejagt in alle Ecken ward's. Es fuhr zuletzt voll Todesbangen Zum Schlot hinaus und wurde schwarz.

Ja, siehst du wohl, mein liebes Herze? Wer schlecken will, was ihm gefällt, Der kommt nicht ohne Schmutz und Schwärze Hinaus aus dieser bösen Welt.

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Es wächst wohl auf der Haide Und in des Waldes Raum Ein Baum zu Nutz und Freude, Genannt der Birkenbaum.

Die Schuh, daraus geschnitzet, Sind freundlich von Gestalt. Wohl dem, der sie besitzet, Ihm wird der Fuß nicht kalt.

Es ist die weiße Rinde Zu Tabaksdosen gut, Als theures Angebinde Für den, der schnupfen thut.

Man zapfet aus der Birke Sehr angenehmen Wein, Man reibt sich, daß es wirke, Die Glatze damit ein.

Dem Birkenreiserbesen Gebühret Preis und Ehr; Das stärkste Kehrichtwesen Das treibt er vor sich her.

Von Birken eine Ruthe, Gebraucht am rechten Ort, Befördert oft das Gute Mehr, als das beste Wort.

Und kommt das Fest der Pfingsten, Dann schmückt mir fein das Haus, Ihr, meine liebsten Jüngsten, Mit Birkenzweigen aus.

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Der Ruhm, wie alle Schwindelware, Hält selten über tausend Jahre. Zumeist vergeht schon etwas ehr Die Haltbarkeit und die Kulör. Ein Schmetterling voll Eleganz, Genannt der Ritter Schwalbenschwanz, Ein Exemplar von erster Güte, Begrüßte jede Doldenblüthe Und holte hier und holte da Sich Nektar und Ambrosia. Mitunter macht er sich auch breit In seiner ganzen Herrlichkeit Und zeigt den Leuten seine Orden Und ist mit recht berühmt geworden. Die jungen Mädchen fanden dies Entzückend, goldig, reizend, süß. Vergeblich schwenkten ihre Mützen Die Knaben, um ihn zu besitzen. Sogar der Spatz hat zugeschnappt Und hätt ihn um ein Haar gehabt. Jetzt aber naht sich ein Student, Der seine Winkelzüge kennt. In einem Netz mit engen Maschen Thät er den Flüchtigen erhaschen, Und da derselbe ohne Tadel, Spießt er ihn auf die heiße Nadel. So kam er unter Glas und Rahmen Mit Datum, Jahreszahl und Namen Und bleibt berühmt und unvergessen, Bis ihn zuletzt die Motten fressen. Man möchte weinen, wenn man sieht, Daß dies das Ende von dem Lied.

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Der schöne Sommer ging von hinnen, Der Herbst, der reiche zog in's Land. Nun weben all die guten Spinnen So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier Mit kunstgeübtem Hinterbein Ganz allerliebste Elfenschleier Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben Dem Winde sie zum leichten Spiel, Die ziehen sanft dahin und schweben An's unbewusst bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen, Wo Liebe scheu im Anbeginn, Und leis verknüpft ein zartes Bändchen Den Schäfer mit der Schäferin.

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Habt ihr denn wirklich keinen Schimmer Von Angst, daß ihr noch ruhig schlaft? Wird denn in dieser Welt nicht immer Das Leben mit dem Tod bestraft?

Ihr lebt vergnügt trotz dem Verhängniß, Das näher stets und näher zieht. So stiehlt der Dieb, dem das Gefängniß Und später gar der Galgen blüht.

Hör auf, entgegnet frech die Jugend, Du altes Jammerinstrument. Man merkt es gleich: du bist die Tugend, Die Keinem sein Vergnügen gönnt.

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Ein Philosoph von ernster Art Der sprach und strich sich seinen Bart: Ich lache nie. Ich lieb es nicht, Mein ehrenwerthes Angesicht Durch Zähnefletschen zu entstellen Und närrisch wie ein Hund zu bellen; Ich lieb es nicht durch ein Gemecker Zu zeigen, daß ich Witzentdecker; Ich brauche nicht durch Werthvergleichen Mit Andern mich herauszustreichen, Um zu ermessen, was ich bin, Denn dieses weiß ich ohnehin. Das Lachen will ich überlassen Den minder hochbegabten Klassen. Ist einer ohne Selbstvertraun In Gegenwart von schönen Fraun, So daß sie ihn als faden Gecken Abfahren lassen oder necken, Und fühlt er drob geheimen Groll Und weiß nicht, was er sagen soll, Dann schwebt mit Recht auf seinen Zügen Ein unaussprechliches Vergnügen. Und hat er Kursverlust erlitten, Ist er moralisch ausgeglitten, So giebt es Leute, die doch immer Noch dümmer sind als er und schlimmer. Und hat er etwa krumme Beine, So giebt's noch krümmere als seine. Er tröstet sich und lacht darüber Und denkt: Da bin ich mir doch lieber. Den Teufel lass ich aus dem Spiele. Auch sonst noch lachen ihrer Viele, Besonders jene ewig Heitern, Die unbewusst den Mund erweitern. Die so zu sagen, auserkoren Zum Lachen bis an beide Ohren. Sie freuen sich mit Weib und Kind Schon bloß, weil sie vorhanden sind. Ich dahingegen, der ich sitze Auf der Betrachtung höchster Spitze, Weit über allem Was und Wie, Ich bin für mich und lache nie.

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Was er liebt, ist Keinem fraglich; Triumphirend und behaglich Nimmt es seine Seele ein Und befiehlt: So soll es sein.

Suche nie, wo dies geschehen, Widersprechend vorzugehen, Sintemalen im Gemüth Schon die höchste Macht entschied.

Ungestört in ihren Lauben Lass die Liebe, lass den Glauben, Der, wenn man es recht ermisst, Auch nur lauter Liebe ist.

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Du liebes Plappermäulchen, Bedenk dich erst ein Weilchen, Und sprich nicht so geschwind. Du bist wie unsre Mühle Mit ihrem Flügelspiele Im frischen Sausewind.

So lang der Müller thätig Und schüttet auf was nöthig, Geht alles richtig zu; Doch ist kein Korn darinnen, Dann kommt das Werk von Sinnen, Und klappert so wie du.

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Des morgens früh, sobald ich mir Mein Pfeifchen angezündet, Geh ich hinaus zur Hinterthür, Die in den Garten mündet.

Besonders gern betracht ich dann Die Rosen, die so niedlich; Die Blattlaus sitzt und saugt daran So grün, so still, so friedlich.

Und doch wird sie, so still sie ist, Der Grausamkeit zur Beute; Der Schwebefliegen Larve frißt Sie auf bis auf die Häute.

Schluppwespchen flink und klimperklein, So sehr die Laus sich sträube, Sie legen doch ihr Ei hinein Noch bei lebendgem Leibe.

Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß Durch Eier für Vermehrung; Sie kriegt auch Junge hundertweis Als weitere Bescherung.

Sie nährt sich an dem jungen Schaft Der Rosen, eh sie welken; Ameisen kommen, ihr den Saft Sanft streichelnd abzumelken.

So seh ich in Betriebsamkeit Das hübsche Ungeziefer Und rauche während dieser Zeit Mein Pfeifchen tief und tiefer.

Daß keine Rose ohne Dorn, Bringt mich nicht aus dem Häuschen. Auch sag ich ohne jeden Zorn: Kein Röslein ohne Läuschen!

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Stoffel hackte mit dem Beile. Dabei that er sich sehr wehe, Denn er traf in aller Eile Ganz genau die große Zehe.

Ohne jedes Schmerzgewimmer, Nur mit Ruh, mit einer festen, Sprach er: Ja, ich sag es immer, Nebenzu trifft man am besten.

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