Zimmerblattpflanzen

Chapter 4

Chapter 42,920 wordsPublic domain

Die verbreitetste Art ist _Begonia Rex Putz._ aus Ostindien, welche zu Anfang der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eingeführt wurde. Ihre großen dunkelgrünen Blätter sind mit einer breiten, silberweißen unregelmäßigen Zone versehen, unterseits rötlich grün mit blaßgrüner Zone und mit rötlich behaarten Nerven versehen. Diese Stammart ist mit einer Anzahl anderer Arten, wie _B. xanthina Hook._ gekreuzt worden, die Bastarde sind wieder untereinander gekreuzt und so hat man eine sehr große Anzahl von Formen erhalten, welche durch prächtige Blattfärbungen ausgezeichnet sind. Die echte Stammform der _Begonia Rex_ ist mittlerweile ziemlich selten geworden. _Begonia xanthina Hook._ aus Ostindien hat dunkelgrüne Blätter mit hellen Nerven, auf der Unterseite sind die Blätter kupferrot. Die Blüten sind gelb. Einer anderen Gruppe gehört _Begonia discolor R. Br._(44) an, deren unterseits tiefrote, oberseits reingrüne, metallisch glänzende Blätter an verhältnismäßig dünnen, bis dreiviertel Meter hohen Ästen sitzen, welche aus einer Knolle entspringen. Diese Art bildet in den Blattachseln Brutknöllchen, welche im Herbste, wenn die Stengel und Blätter absterben, abfallen. Eine sehr hübsche immergrüne Art ist _Begonia argyrostigma Fisch._, welche bis einen Meter hoch wird und dunkelgrüne, reinweiß gefleckte, etwas fleischige Blätter trägt. Sehr dekorativ durch ihre großen, siebenzackig gelappten Blätter ist _Begonia heracleifolia Cham. et Schl._ Die Blätter stehen auf langen rauhhaarigen, dicken Blattstielen, welche von einem dicken, kriechenden Wurzelstocke ausgehen. Fast noch schöner ist die ähnliche _Begonia ricinifolia_, deren oberseits bräunlich-dunkelgrüne Blätter einen prächtigen Seidenglanz besitzen. In der Farbe von den bisherigen ganz abweichend ist die mit sammetglänzenden, smaragdgrünen Blättern versehene _Begonia smaragdina hort._, welche klein bleibt und sich am schönsten fern vom Lichte entwickelt.

Myrtaceae

Unter den Myrtengewächsen gibt es- eine große Anzahl schöner Blattpflanzen, welche sich gut im Zimmer halten lassen. Über ihre Kultur im allgemeinen ist zu bemerken, daß sie eine gute humusreiche Erde, guten Wasserabzug, reichliche Bewässerung während der Vegetationsperiode, kühlen aber frostfreien Winterstandort haben wollen. Im geheizten Zimmer halten sie sich schlecht. Die bekannteste Art ist die gewöhnliche Myrte, _Myrtus communis L._, die im Sommer viel frische Luft, im Winter einen hellen frostfreien Platz haben will. Für Düngung während der Vegetation ist sie sehr empfänglich. Die Vermehrung durch Stecklinge gelingt sehr leicht. Eine andere, nicht seltene Art ist der *Blaugummibaum*, _Eucalyptus Globulus L._ aus Australien, dessen blaugrüne Belaubung sich prächtig von der der meisten anderen Blattpflanzen abhebt. Er verlangt während des Sommers außerordentlich viel Wasser und reichlich Nahrung. Man zieht ihn aus Samen heran, die man schon im Februar aussät. Die jungen Pflanzen werden bald einzeln in kleine Töpfe in nahrhafte Erde verpflanzt und erhalten sofort, nachdem die Wurzeln die Topfwand erreicht haben, größere Töpfe. Wenn man dies regelmäßig wiederholt und im Sommer reichlich düngt, kann man leicht in einem Jahre 2–3 m hohe Pflanzen erhalten. In späteren Jahren werden die anfänglich scharf vierkantigen Zweige stielrund und die Blätter nehmen eine ganz abweichende Gestalt an. Neben dieser Art sind noch zahlreiche andere Arten in Kultur, welche sämtlich ebenso zu behandeln sind. Sie variieren im Laube außerordentlich. Bemerkenswert ist die eigentümliche Stellung der Blätter älterer Pflanzen zum Horizont.

Sehr schön sind die _Eugenia_-Arten, welche lederartige, prächtig glänzende Blätter tragen.

Melastomataceae

Die _Melastomataceen_ gehören zu den Juwelen des Zimmerpflanzenliebhabers. Sie sind leicht kenntlich an der eigentümlichen Nervatur der Blätter, da sie nicht einen, sondern 3–5 durchgehende Längsnerven besitzen, welche durch zahlreiche rechtwinklig davon abgehende feine Seitennerven miteinander verbunden werden. Das Laub der in Kultur befindlichen Arten ist meist durch eine besondere Färbung ausgezeichnet, häufig sehr schön gefleckt oder punktiert, atlasartig glänzend. Als Bewohner des tropischen Urwaldes gedeihen sie allerdings am besten im Glashause, aber bei sorgsamer Behandlung kann man sich selbst an frei im Zimmer gehaltenen Exemplaren lange Zeit ihrer Schönheit erfreuen. Viele Arten sind so klein, daß sie bequem unter einer Käseglocke gehalten werden können. Ganz reizend sieht es aus, wenn man sich aus einem Torfmoore ein Polster des Torfmooses mit gesunden »Köpfen« holt, dieses auf einen Glasteller stellt, oben hinein einen _Bertolonia_ pflanzt und nun den Teller mit einer Glasglocke bedeckt. Wenn man durch drei untergelegte Korkscheibchen dafür sorgt, daß frische Luft unter die Glasglocke kommen kann und das Moospolster von unten her mit reinem, *kalkfreien* Regenwasser bewässert, dann wird sich die _Bertolonia_ an einem recht sonnigen Fenster prächtig entwickeln, wenn man die direkten Sonnenstrahlen durch ein Blatt weißes Papier fern hält. Die Glasglocke muß natürlich glatte Wände haben.

Unter den _Bertolonien_ ist die schönste Art _Bertolonia guttata Hook._(45) aus Brasilien, von welcher wiederum die Varietät _margaritacea_ alle anderen überragt. Die Blätter sind mehr oder minder dunkelkupferfarben mit andersfarbigen Punkten versehen. Bei der genannten Varietät sind die Punkte groß und blendend weiß, bei anderen rosenrot, mehr zerstreut, bald ziemlich dicht über die Blattfläches verteilt. Bei einer zweiten Art, _Bertolonia maculata Dc._ aus Brasilien, sind die Blätter mit andersfarbigen Flecken versehen. Durch Bastardierungen hat man nun eine große Anzahl von Formen gezüchtet, die sämtlich sehr effektvoll sind. Wenn man _Bertolonien_ in Töpfen kultiviert, dann nehme man möglichst kleine Töpfe und eine faserige Torferde, die mit Holzkohlenbrocken gut gemischt ist, sorge auch für guten Wasserabfluß. Zum Begießen verwende man nur reines Regenwasser.

Eine andere _Melastomatacee_ die man bei aufmerksamer Pflege im Zimmer halten kann, ist _Cyanophyllum magnificum Linden_(46) aus Mexiko. Es gibt wenige Pflanzen, welche auch auf den Gleichgültigsten einen so tiefen Eindruck machen, wie diese Pflanze. Die großen Blätter, welche paarweise zusammenstehen, sind oberseits prächtig metallisch glänzend, unterseits dunkelblau- purpurn. In einem mäßig großen Glaskasten, in dem man für beständig feuchte Luft sorgen kann, bringt man sie zur schönsten Entwickelung. Endlich sind noch die kleinen _Sonerila_-Arten aus Ostindien für kleine Glaskästen zu empfehlen, welche durch ihre reizenden bunten Blätter und zugleich durch ihre eigentümlichen rosenroten Blüten den Liebhaber erfreuen. Die bekannteren Arten sind _Sonerila __margaritacea__ Lindl._ mit dunkelgrünen, weiß punktierten Blättern und _Sonerila Hendersoni hort. Angl._ mit unregelmäßig verteilten silbergrauen Flecken auf den Blättern. Von den _Sonerilen_ hat man zahlreiche Bastarde gezogen, welche teils durch die Blattfärbung, teils durch die Farbe und Größe der Blüten von einander abweichen.

Araliaceae

Die _Araliaceen_ sind meist Holzgewächse mit spiralig gestellten, seltener gegenständigen, ungeteilten oder handförmig oder fiederig geteilten oder auch zusammengesetzten Blättern. Die bekannteste, auch bei uns heimische Art ist der gewöhnliche *Epheu*, _Hedera helix L._ Im Zimmer wird hauptsächlich die großblätterige Form desselben, _Hedera helix hibernica_, verwendet, welcher schneller wächst. Eine bei uns leider seltene, aber sehr dankbare Art ist der kolchische Epheu, _Hedera colchica C. Koch_ mit größeren rundlichen Blättern. Epheu ist bekanntlich eine Schattenpflanze, die deshalb in Zimmern ohne direktes Sonnenlicht sehr gut gedeiht, auch weiter ab vom Fenster noch mit Erfolg gezogen werden kann. Um ihn zu voller Schönheit zu bringen, ist es notwendig, ihm einen Platz anzuweisen, an dem er womöglich jahrelang unverrückt stehen bleiben kann. Hier treibt er, wenn er erst einmal angewachsen ist, sehr schnell und bedeckt große Flächen mit seinem schönen Laube. Unseren gewöhnlichen Epheu und dessen Formen verwendet man am besten in kühleren Zimmern, während man den kolchischen Epheu auch im geheizten Wohnzimmer gut vorwärts bringt. Sehr schön eignet sich Epheu zur Bekleidung der oberen Partien eines Fensters, vor dem Pflanzen stehen. Zieht man ihn hier an den Seiten in die Höhe und läßt ihn sich dann etwa in der Höhe des Fensterkreuzes ausbreiten, so liefert er einen sehr wertvollen Ersatz für Gardinen, ohne den tiefer stehenden Pflanzen zuviel Licht zu rauben. Die beste Erde für Epheu ist eine lockere, nahrhafte, humusreiche Erde. Während der Vegetationszeit gebe man reichlich Wasser, während der Winterruhe nur soviel, daß die Erde oben feucht bleibt. Außerdem ist der Epheu aber während der Vegetationszeit für eine regelmäßige Düngung sehr dankbar. Im Alter ändert der Epheu seinen Habitus vollständig: die bis dahin mit Saugwurzeln versehenen Zweige, welche sich nicht vollständig halten konnten, werden stark, treten von ihrer Stütze, Wand, Mauer oder dergl. ab, die Blätter werden einfach, erhalten das Aussehen von Birnblättern und stellen sich nicht mehr zweizeilig, sondern ringsum um den Zweig, der dann auch bald zu blühen beginnt. Wenn man solche Zweige abschneidet und als Stecklinge behandelt, so behalten sie diese Wuchsform bei, man erhält »*Baumepheu*«. Nächst dem Epheu ist _Fatsia japonica Decne_, verbreiteter unter dem Namen _Aralia Sieboldi_ und _Aralia japonica_, die bekannteste _Araliacee_. Diese aus Samen heranzuziehende Art mit schönen großen, sattgrünen, lederartigen, handförmig-fünflappigen Blättern sieht man sehr häufig, schön allerdings fast nur als kleine Pflanzen, während größere Pflanzen meist einen langen kahlen Stamm haben, von dem die meisten Blätter traurig herabhängen. Und doch ist es nicht gar zu schwierig, auch große Pflanzen schön beblättert zu erhalten. Dazu ist nötig, daß man die Erde niemals zu trocken werden läßt und daß sie stets reichlich Nahrung enthält. Im Winter darf sie ferner nicht zu warm stehen, ein heller Platz im kühlen, frostfreien Zimmer sagt ihr am besten zu. Das Verpflanzen muß jährlich im Frühjahre erfolgen, kann auch, wenn die Pflanze zeitig im Sommer mit den Wurzeln die Topfwand erreicht hat, dann noch einmal vorgenommen werden. Man sorgt in den weiten Töpfen für guten Wasserabzug und gibt eine Mischung von Laub- und Haideerde mit etwas altem Lehm und scharfem Sand. Eine ähnliche Pflanze mit doppelt so großen filzigen Blättern ist _Tetrapanax papyrifera C. Koch._(47) bekannt unter dem Namen _Aralia papyrifera_ und _Fatsia papyrifera_ aus Formosa, aus deren Mark das »Reispapier« hergestellt wird. Dieselbe verlangt die gleiche Behandlung wie _Fatsia japonica_, nur will sie während des Winters etwas wärmer stehen.

Unter den echten _Aralien_ gibt es eine ganze Anzahl mit sehr zierlichen gefingerten Blättern, wie _Aralia Veitchi hort._ und _Aralia elegantissima hort._, ferner mit gefiederten Blättern, wie _Aralia filicifolia Moore_, welche im geheizten Wohnzimmer bei sorgsamer Pflege gut gehalten werden.

Cornaceae

Unter den Verwandten der Kornelkirsche befindet sich eine Pflanze, die *Goldorange*, _Aucuba japonica Thunb._ welche mit zu den härtesten Blattpflanzen gehört und zusammen mit _Evonymus japonica_ (s. S. 70) eine der verbreitetsten Blattpflanzen ist. Ihre mittelgroßen, gegenständigen, lederartigen Blätter sind teils reingrün, teils gefleckt, bald breiter, bald schmäler, ihre dicken Zweige sind reingrün. Die Pflanzen blühen verhältnismäßig leicht, sind aber getrenntgeschlechtig, sodaß man Pflanzen beider Geschlechter haben muß, um an den weiblichen Pflanzen die schönen großen, länglichen, zinnoberroten Beeren zu erhalten. Während des Winters müssen die Pflanzen kühl stehen, im warmen Zimmer kränkeln sie. Beim Verpflanzen im Frühjahre gibt man ihnen eine kräftige, sehr nahrhafte Erde. Die Vermehrung gelingt leicht durch Stecklinge.

Labiatae

Die Lippenblüter oder _Labiaten_ sind bekanntlich vielfach durch charakteristische Gerüche ausgezeichnet. Zu diesen wohlriechenden Pflanzen gehört auch _Pogostemon Patchouli_(48) aus Ostindien, die Patschoulipflanze, ein ausdauerndes, immergrünes, krautiges Gewächs mit hellgrünen, fast rautenförmigen, weichhaarigen Blättern, welche den bekannten Duft aushauchen. Die Pflanze will im Winter im geheizten Wohnzimmer stehen; sie verlangt ziemlich feuchte Luft und ist etwas schwierig im Zimmer zu halten. Dagegen halten sich die _Coleus_-Arten aus Java im warmen Zimmer bei nur einiger aufmerksamer Pflege sehr gut. Es sind hauptsächlich drei Arten: _Coleus Blumei Benth._(49), _Coleus laciniatus Bl._(50) und _Coleus Verschaffelti Lemaire_(51), welche vielfach mit einander gekreuzt worden sind und einer großen Anzahl Gartenformen, die sich durch prächtige Buntfärbung des Laubes auszeichnen, den Ursprung gegeben haben. Am schönsten werden die _Coleus_, wenn man sie ganz dicht am sonnigen Fenster hält und sie nicht spritzt, sondern durch feuchtes Moos, mit dem man die Töpfe umgibt, dafür sorgt, daß die Pflanzen stets von feuchter Luft umgeben sind. Die Coleusblätter haben nämlich die im Pflanzenreiche ziemlich vereinzelt dastehende Eigentümlichkeit, daß die Blattfarbe durch Wasser abgewaschen wird. Alte Pflanzen von _Coleus_, welche nicht von unten auf beblättert sind, sehen unansehnlich aus. Man zieht sich deshalb junge Pflanzen aus Stecklingen heran, die unter Glas in sandiger Erde sehr schnell Wurzeln bilden. Die bewurzelten Stecklinge pflanzt man in mehr breite als tiefe Töpfe in eine recht nahrhafte, lockere, sandige, humusreiche Erde und düngt sie regelmäßig und reichlich mit einer Tausendellösung von salpetersaurem Kali. Sowie die Wurzeln die Topfwand erreicht haben, verpflanzt man mit möglichster Schonung des Ballens in größere Töpfe. Um recht buschige Exemplare zu erhalten, schneidet man die Spitze des Stecklings, die man wieder als Steckling verwenden kann, fort und entspitzt auch weiterhin die Seitentriebe wiederholt, wenn sie das dritte bis vierte Blattpaar gebildet haben. In neuerer Zeit sind besonders großblättrige Formen gezüchtet worden, welche aber die älteren, kleinblättrigeren Formen in der Farbenpracht nicht erreichen.

Acanthaceae

Die _Acanthaceen_ bilden eine hauptsächlich in den warmen Zonen heimische Familie, welche eine ganze Reihe prächtiger Zierpflanzen für das Zimmer enthält. Nicht wenige sind durch schöne Blüten ausgezeichnet, andere wieder, welche uns hier im besonderen interessieren, besitzen wunderbar gefärbte Blätter. Die Kultur der _Acanthaceen_ ist im allgemeinen keine schwierige. Man gebe ihnen einen Stand im warmen Zimmer, nahe am Fenster, sorge aber dafür, daß sich die Wurzeln nicht erkälten, weil diese sehr empfindlich sind. Ein Doppeltopf (s. S. 37) leistet gute Dienste. Die Erde sei nahrhaft, aber locker, der Wasserabzug gut. Während der Vegetations-Periode ist ein wiederholter Dungguß sehr am Platze. Die Vermehrung gelingt in den meisten Fällen leicht durch Stecklinge, die man unter Glas hält. Kann man einen warmen Kasten geben, so ist es um so besser.

Eine der schönsten _Acanthaceen_, welche erst in den letzten Jahren in Kultur genommen ist, ist _Strobilanthes Dyerianus_ aus Ostindien. Die großen lanzettlichen, paarweise gestellten Blätter zeigen auf der Oberseite ein prächtiges purpurrotes Lüstre, welches sich mit dem wechselnden Lichte ändert. Die Pflanze erlangt ihre größte Schönheit an schattiger Stelle. Durch häufiges Entspitzen sorge man für buschiges Wachstum. Eine zweite sehr schöne Art ist _Strobilanthes maculatus_ (Vielfach unter dem Namen _Ruellia maculata_ in Kultur) aus Indien, deren dunkelgrüne, länglichlanzettliche Blätter zu beiden Seiten des Hauptnerves je eine Reihe großer, reinweißer Flecken haben.

Eine andere sehr schöne, aber schon alte Art ist _Sanchezia nobilis Hook._(52) aus dem tropischen Amerika. Die oval lanzettlichen, sehr großen, paarweise gestellten glatten Blätter besitzen auf sattgrünem Grunde schön goldgelb gefärbte breite Nerven. In mehr flachen als tiefen Töpfen kann man in kurzer Zeit sehr schöne, ansehnliche Exemplare heranziehen, wenn man ihnen recht lockere, mit faserigem Torf gemischte Erde gibt.

Mehr für geschlossene Glaskästen sind die Arten der Gattung _Eranthemum_. Ihre Blätter zeigen auf grünem bis schwarzbraunem Grunde prächtige Zeichnungen in Weiß, Goldgelb oder Rot. Besonders schön sind einerseits diejenigen Arten, deren Adern ein weißes oder rotes Netzwerk auf grünem Grunde bilden, wie _Eranthemum rubrovenium_ und _E. sanguinolentum_(53), andererseits diejenigen Arten, welche auf dunkelschwarzbraunem Grunde lebhaft rot und goldgelbe Zeichnungen besitzen, wie _E. igneum_(54).

Rubiaceae

In unserer heimischen Flora sind die _Rubiaceen_ durch Labkräuter, Waldmeister und Färberröte vertreten, eine Gruppe, die weniger dekorativ wirkt. In den Tropen dagegen finden sich unter den _Rubiaceen_ zahlreiche Arten, welche wert sind, ihrer Blätter wegen kultiviert zu werden. Leider sind nur verhältnismäßig sehr wenige Arten in Kultur. Alle _Rubiaceen_ haben gegenständige Blätter, die sehr häufig lederartig, glänzend, sattgrün sind. Die Pflanzen sind teils krautig, teils holzig. In der Kultur verlangen sie sehr nahrhafte Erde und während der Vegetationsperiode reichlich Wasser und wiederholten Dungguß. Während des Winters hält man sie im geheizten Zimmer. _Rubiaceen_ haben wie die _Acanthaceen_ besonders stark vom Ungeziefer zu leiden. Namentlich siedelt sich auf ihnen die weiße Schmierlaus gern an. Häufiges Waschen und Spritzen hält sie am besten frei vom Ungeziefer. Bekanntlich gehören zu den _Rubiaceen_ eine ganze Anzahl wichtiger Heil- und Genußmittel liefernde Pflanzen. Die bekannteste und auch leicht im Zimmer zu haltende Art ist der gewöhnliche *Kaffeebaum*, _Coffea arabica L._ Derselbe hat mittelgroße, breitlanzettliche, lederartige, dunkelgrüne, glänzende Blätter. Die Pflanze baut sich infolge der horizontal abstehenden Zweige etwas sperrig. Die Anzucht gelingt leicht aus Samen, die man aber aus einer Samenhandlung beziehen muß, weil die ungebrannten »Kaffeebohnen« in den Kaufmannsläden nicht mehr keimfähig sind. Zu gutem Gedeihen verlangt die Pflanze eine sehr nahrhafte, etwas schwere Erde, also Lehmzusatz und während der Vegetationsperiode wiederholten Dungguß einer Tausendellösung von Kalisalpeter. Bei guter Pflege blüht die Pflanze, die sich schnell zu einem hübschen Bäumchen entwickelt, in wenigen Jahren und entwickelt aus den reinweißen Blüten rote Beeren, in denen zwei Samen, die »Kaffeebohnen« liegen. Direktes Sonnenlicht verträgt der Kaffeebaum nicht.

Caprifoliaceae

Eine sehr harte _Caprifoliacee_, die man ebensowohl zu den Blattpflanzen, wie zu den Blütenpflanzen rechnen kann, ist _Viburnum Tinus L._, in den Gärten meist unter dem Namen _Laurus Tinus_ verbreitet, welches in Südeuropa und Nordafrika heimisch ist. Sein immergrünes, hartes, rauhhariges Laub ist nicht besonders groß, aber sehr dicht gestellt und bildet einen schönen Hintergrund zu den zahlreichen rötlichweißen Blüten, welche im Frühlinge in Dolden erscheinen. Entsprechend ihrer Heimat hält man die Pflanze im Winter ganz kühl, aber frostfrei. Im Sommer gibt man reichlich Wasser und Nahrung. Im übrigen ist die Pflanze nicht anspruchsvoll; man kann sie sehr wohl auch an dunkleren Stellen aufstellen, z. B. mit _Aucuba_ und _Evonymus_ zusammen, mit deren glänzender Belaubung ihre stumpfgrünen Blatter schön kontrastieren.

FOOTNOTES

Seit Erstellung des Buches haben sich unvermeidliche Änderungen an den botanischen Namen der besprochenen Pflanzenarten ergeben. Der Korrekturleser hat daher in solchen Fällen Fußnoten auf die im Jahr 2007 gültigen Namen in den Text eingefügt.

1 =_Asplenium nidus_ L.

_ 2 =Phlebodium aureum_ (L.) J. Sm.

_ 3 =Pteris cretica_ var. _albolineata_ Hook.

_ 4 =Pteris multifida_ Poiret

_ 5 =Pteris aspericaulis_ var. _tricolor_ T. Moore ex Lowe

_ 6 =Adiantum raddianum_ K. Presl

_ 7 =Adiantum capillus-veneris_ L.

8 hort.

_ 9 ?=Selaginella watsonii_ Underwood

_ 10 =Araucaria columnaris_ (G. Forst.) Hook.

11 Eine den meisten Palmen vorzüglich zusagende Erde, die in der berühmten Palmengärtnerei zu Herrenhausen verwendet wird, besteht aus zwei Teilen Lauberde, zwei Teilen Marscherde und einem Teil Kuhlagererde. As Drainage wird daselbst Coaks in haselnußgroßen Stücken verwendet.

_ 12 =Livistona chinensis_ var. _chinensis_

_ 13 =Livistona rotundifolia_ (Lam.) Mart.

_ 14 =Livistona saribus_ Merr.

_ 15 =Washingtonia robusta_ H. Wendl.

_ 16 =Washingtonia filifera_ H. Wendl.

_ 17 ?=Washingtonia sonorae_ S. Watson _=Washingtonia robusta_ H. Wendl.

_ 18 =Brahea armata_ S. Watson

_ 19 Rhapis excelsa_ Henry

_ 20 =Ptychosperma macarthurii_ H. Wendl.

_ 21 =Archontophoenix cunninghamiana_ H. Wendl. & Drude

_ 22 =Chamaedorea elatior_ Mart.

_ 23 =Chamaedorea ernesti-augusti_ H. Wendl.

_ 24 =Lytocaryum weddellianum_ Toledo

_ 25 =Syagrus romanzoffiana_ Glassmann

_ 26 =Syagrus romanzoffiana_ Glassmann

_ 27 =Gibasis geniculata_ Rohweder

_ 28 =Yucca gloriosa_ var. _recurvifolia_ Engelm.

_ 29 =Yucca aloifolia_ L.

_ 30 ?=Cordyline fruticosa_ A. Chev.

_ 31 =Cordyline fruticosa_ A. Chev.

_ 32 =Cordyline fruticosa_ A. Chev.

_ 33 ?=Cordyline cannifolia_ R. Br.

_ 34 =Dracaena reflexa_ var. _angustifolia_ Baker

_ 35 =Molineria capitulata_ Herb.

_ 36 =Musa × paradisiaca_ L.

_ 37 =Musa acuminata_ Colla

_ 38 =Maranta cristata_ Nees & Mart.

_ 39 =Stromanthe thalia_ J.M.A. Braga

_ 40 =Peperomia argyreia_ E. Morren

_ 41 =Peperomia fraseri_ C. DC.

_ 42 =Ficus pumila_ L.

_ 43 =Euonymus japonicus_ Thunb.

_ 44 =Begonia grandis_ Dryand.

_ 45 =Gravesia guttata_ Triana

_ 46 ?=Miconia calvescens_ Schrank & Mart.

_ 47 =Tetrapanax papyrifer_ K. Koch

_ 48 =Pogostemon cablin_ Benth.

_ 49 =Plectranthus scutellarioides_ R. Br.

_ 50 =Plectranthus scutellarioides_ R. Br.

_ 51 =Plectranthus scutellarioides_ R. Br.

_ 52 =Sanchezia oblonga_ Ruiz & Pav.

_ 53 =Hypoestes lasiostegia_ var. _sanguinolenta_ (Van Houtte) Benoist

_ 54 =Aphelandra maculata_ (Tafalla ex Nees) Voss