Chapter 3
Alle _Chamaedoreen_ blühen, wenn sie einen Stamm gebildet haben, auch im Zimmer leicht. Wenn man männliche und weibliche Exemplare hat, so kann man mit Leichtigkeit auch im Zimmer Früchte erzielen. Die Wedel der _Chamaedoreen_ sind meist gefiedert; bei einigen Arten, wie _Ch. Ernesti Augusti Wendl._(23) und _Ch. geonomiformis Wendl._ teilt sich aber die Wedelfläche nicht. Von besonderer Schönheit ist die feinfiederige _Ch. glaucifolia Wendl._, deren Fiedern truppweise zusammen stehen.
Zum Teil sehr harte, widerstandsfähige Fiederpalmen sind die _Cocos_-Arten, von denen verschiedene ausgezeichnet für die Kultur im Zimmer geeignet sind. Die häufigste Art ist die zierliche _Cocos Weddelliana Wendl._(24) aus Brasilien, welche schon als ganz junge Pflanze durch ihre überaus feine Fiederung auffällt. Sie will sehr durchlässigen Boden haben, weshalb man die Erde vorteilhaft reichlich mit kleinen Ziegelsteinbrocken mischt. Ihr Stand ist im geheizten Wohnzimmer, hell aber nicht sonnig. Im Gegensatz zu dieser kleinen Art steht _Cocos australis Mart._(25) aus Süd-Brasilien und Paraguay, welche ausgezeichnet blaugrün und sehr hart ist. Ihre Wedel gehören zu den elegantesten des ganzen Palmenreiches. Im Winter will diese Art durchaus kühler stehen. Eine ebenfalls sehr empfehlenswerte Art ist _Cocos Datil Gr. et Dr._(26) aus Argentinien, welche als Samenpflanze schnell große Dimensionen erreicht. Die ersten Wedel sind noch einfach, der Länge nach gefaltet. Dann folgen aber bald Fiederwedel mit langen schmalen Fiedern. Auch diese Art will im Winter kühl stehen. Vergleiche auch Band 32 der Gartenbaubibliothek: Dammer, Palmen.
Araceen
Aus der großen Familie der _Araceen_, welche hauptsächlich in den Tropen heimisch ist, sind einige Arten sehr beliebte, weil äußerst widerstandsfähige Zimmerblattpflanzen. Wem ein heizbarer Glaskasten zur Verfügung steht, der findet ferner unter den _Araceen_ die am schönsten gefärbten Blattpflanzen, die _Caladien_, die an Farbenpracht von keiner anderen Familie übertroffen werden.
Alle _Araceen_ wollen zu ihrem guten Gedeihen einen lockeren, nahrhaften Boden und, da sie flach wurzeln, ziemlich weite Gefäße haben. Bei reichlicher Ernährung, die nicht leicht zu reichlich sein kann, entwickeln sie sich außerordentlich schnell und bilden dann zum Teil riesige Blätter. Ein Gemisch von sandiger Lauberde und Kuhmist fördert sie sehr im Wachstum. Viele Arten bilden lange Luftwurzeln, welche man am besten in die Erde leitet, wo sie sich schnell verzweigen und zur Ernährung der Pflanze beitragen. Besonders wertvoll sind die _Araceen_ dadurch für die Zimmerkultur, daß sie auch mit einem ziemlich dunklen Standorte vorlieb nehmen und keine Sonne brauchen. In sonnenlosen Zimmern entwickeln sie sich fast noch besser als in sonnigen Zimmern. Als Tropenbewohner hält man sie am besten im geheizten Wohnzimmer, doch vertragen sie auch einen kühleren Standort.
Die verbreitetste Art ist _Monstera deliciosa Liebm._ aus Guatemala, meist unter dem Namen _Philodendron pertusum_ verbreitet. Ihre Blätter sind derb lederartig, in der Jugend einfach, später lappig und an größeren Exemplaren mit zahlreichen, verschieden großen Löchern versehen. Die Pflanze ist außerordentlich widerstandsfähig und wächst bei reichlicher Ernährung riesig. Am besten gibt man ihr einen Platz, von dem sie nicht wieder entfernt zu werden braucht. Aus der Gattung _Philodendron_ ist _Philodendron bipinnatifidum __ __ Schott_ aus Brasilien besonders empfehlenswert. Es bleibt niedriger als die vorige Art, bildet aber noch größere Blätter, welche doppelt fiederschnittig sind.
Empfindlicher sind die _Dieffenbachia_-Arten, welche durch buntgefärbte Blätter ausgezeichnet sind. Auch die _Anthurium_-Arten, unter denen sich wahre Kleinode befinden, erfordern größere Aufmerksamkeit und zu voller Entwickelung feuchte Luft. Man hält sie deshalb am besten unter Glas. Einige Arten der letzteren Gattung sind auch als Blütenpflanzen sehr wertvoll.
Bromeliaceen
Die _Bromeliaceen_ sind zum größten Teil Epiphyten, welche sich wie unsere Moose auf Bäumen ansiedeln und hier mit wenig Nahrung sich begnügen. Sie gedeihen aber eben so gut in Töpfen, in einer recht humusreichen Erde. Gegen Trockenheit der Luft sind sie meist wenig empfindlich und, deshalb im Zimmer gut zu halten. Es ist aber nötig, daß man sie hin und wieder besprengt, damit sich etwas Wasser in den Winkeln der rinnenförmigen Blätter ansammelt. Obgleich noch wenig in Kultur, sollten sie doch häufiger gepflegt werden, weil sie in der Mehrzahl der Falle auch dankbare Blüher sind. Die Vermehrung geschieht leicht aus Samen und durch Teilung. Empfehlenswert sind die Arten der Gattungen _Billbergia_, _Aechmea_, _Nidularium_ und _Pitcairnia_. Die echte Ananas, welche ebenfalls hierher gehört, läßt sich nicht oder nur schwer im Zimmer kultivieren. Man stelle die Bromeliaceen möglichst hell im geheizten Wohnzimmer auf.
Commelinaceae
Um einen Blumentisch mit Hängepflanzen zu bekleiden oder an einer Stelle im Zimmer, wo sonst nichts wächst, eine Ampel mit lebenden Pflanzen anzubringen, ist keine Pflanze geeigneter, als die in diese Familie gehörige _Tradescantia floribunda Kth._(27), welche von Mexiko bis Paraguay verbreitet ist. Sie wird hier zwar nicht schöner, aber sie hält sich doch grün und wächst. Die Blätter werden zwar kleiner und kleiner, aber schließlich schadet auch das nichts, denn einige Zweigstücke, in einen anderen Topf mit guter Erde gesteckt, sind in wenigen Tagen wieder bewurzelt und treiben von neuem. Wirklich schön erhält man diese Pflanze, wenn man sie reichlich ernährt, reichlich gießt, häufig besprengt und ihr einen halbschattigen Stand gibt. Schöner, aber nicht vollständig so hart ist die _Zebrina pendula Schnitzlein_ aus Mexiko, auch _Tradescantia zebrina_ genannt, welche breite silberweiße, glänzende Längsstreifen auf den Blättern hat. Am schönsten ist eine Varietät derselben, _quadricolor_, rot und reinweiß gestreift, welche ihre schöne Farbe aber nur dann erhält, wenn man sie ganz dicht am Glase in voller Sonne hält und durch reichliches Spritzen für feuchte Luft sorgt.
Liliaceae
Nächst den Palmen liefern die _Liliaceen_ die meisten harten Zimmerblattpflanzen. In erster Linie sind es _Dracaenen_, _Cordylinen_ und deren Verwandte, Pflanzen mit mehr oder weniger großem, meist einfachem Stamme, der eine Blätterkrone trägt. Im Gegensatz zu den echten Palmen sind diese Blätter aber stets ganz einfach, mehr oder minder bandförmig, bald breiter, bald schmäler. Der Volksmund nennt diese Pflanzen aber ebenfalls sehr häufig »Palmen«. Dann liefert uns die Familie der _Liliaceen_ die härteste Zimmerpflanze, die es überhaupt gibt, welche auch der Ungeübteste mit Erfolg kultivieren kann, die _Aspidistra elatior_, meist untere dem Namen _Plectogyne_ bekannt. In neuerer Zeit sind hierzu noch eine Anzahl Verwandte unseres Spargel gekommen, welche als Kletter- und Hängepflanzen von großem Werte sind. Daß uns die _Liliaceen_ auch sehr viel schöne Blütenpflanzen liefern, ist bekannt. Die Kultur der _Liliaceen_ ist verschieden. Wir werden bei den einzelnen Arten auf dieselbe näher eingehen.
_Chlorophytum comosum Baker_, bekannter unter dem Namen _Chl. Sternbergianum_ ist eine prächtige Hängepflanze vom Kap der guten Hoffnung. Ihre langen, scharf zugespitzten, graziös zurückgebogenen hellgrünen Blätter bilden einen großen Busch, aus dem zahlreiche Ausläufer hervortreten, welche wieder mit Blattbüscheln besetzt sind. Diese Büschel treiben zeitig Wurzeln in die Luft und können zur Vermehrung verwendet werden. Will man die Pflanzen sehr schön haben, so weist man ihnen einen hellen hohen Stand an, auf welchem sie lange Zeit ungestört stehen bleiben können. Man gibt ihnen ferner einen großen mit Lehm gefüllten Topf, in dem sich die dicken fleischigen Wurzeln mächtig entwickeln. Die Ausläufer läßt man an den Pflanzen. Im Sommer muß reichlich bewässert; werden; im Winter kann man ganz mit dem Gießen aufhören, wenn man die Pflanzen sehr kühl stellt; die Blätter sterben dann ab. Im geheizten Wohnzimmer muß man gießen. Fast noch schöner ist die weißgestreifte Form. Eine besondere Zierde bilden die großen Blütenstände, die man nach dem Verblühen nicht abschneidet, da sich auch an ihnen junge Pflanzen entwickeln.
_Yucca._ Sehr dekorative Pflanzen sind die Palmlilien oder _Yucca_-Arten aus Nord- und Mittelamerika. Sie haben nur einen Fehler, man kann sie durchaus nicht im geheizten Zimmer halten. Gibt man ihnen dagegen im Winter einen Platz im hellen, kühlen, frostfreien Keller, Korridor etc., so sind sie äußerst dankbare Gewächse. Ihre sehr derben blaugrünen, scharfrandigen, stechend spitzen Blätter bilden dichte schöne Kronen. Man gibt ihnen eine schwere nahrhafte, lehmhaltige Erde, im Sommer reichlich, im Winter sehr spärlich Wasser und während der Vegetationszeit einen möglichst sonnigen Platz, möglichst am Fenster. Die bekannteste Art ist _Yucca recurva Salisb._(28) aus Georgia. Sehr verbreitet ist auch _Yucca aloeifolia L._(29), aus den Südstaaten von Nordamerika, von der eine prächtige bunte Varietät, _Yucca aloeifolia quadricolor_ mit gelben und roten Streifen auf den Blättern, im Handel ist. Die Vermehrung aller _Yucca_-Arten gelingt leicht durch Abnehmen der Nebensprosse.
_Cordyline._ Von den Arten dieser Gattung, welche zum größten Teile in den wärmeren Gegenden der alten Welt heimisch ist, befinden sich verschiedene in Kultur, meist unter dem Namen _Dracaena_. Von der Gattung _Dracaena_ ist die Gattung _Cordyline_ botanisch dadurch unterschieden, daß die drei Fächer der Frucht zahlreiche Samen enthalten, während sich in jedem der drei Fruchtfächer von _Dracaena_ nur ein Same befindet. Da diese Pflanzen bei uns selten blühen, der Habitus der Arten beider Gattungen aber sehr ähnlich ist, so würde es schwierig sein, von fruchtlosen Exemplaren zu sagen, ob sie zu der einen oder anderen Gattung gehören. Glücklicherweise besitzen wir aber in den unterirdischen Teilen dieser Pflanzen ein leicht erkennbares Unterscheidungsmerkmal: die Arten von _Cordyline_ haben dünne, weiße Wurzeln und machen dicke Ausläufer, die Arten von _Dracaena_ haben dicke gelbe Wurzeln und bilden keine Ausläufer. Den _Cordylinen_ geben wir wegen ihrer dünneren Wurzel eine humusreichere, lockerere Erde, den _Dracaenen_ eine schwerere, lehmhaltigere Erde. Im Zimmer lassen sich die grünen _Cordylinen_ leicht halten, wenn man sie während des Sommers reichlich begießt und nährt und während des Winters nicht zu warm hält. Die rotblätterigen Arten sind empfindlicher, sie verlangen meist feuchtere Luft, müssen deshalb häufig mit warmem Wasser mit einem Zerstäuber besprengt werden. Im Winter bringt man sie ins geheizte Wohnzimmer. Zu den ersteren Arten gehörten _Cordyline australis Kth._ aus Neuholland, _Cordyline indivisa Kunth_ aus Neuseeland und _Cordyline congesta Sweet_ aus Java.
Unter den rotblätterigen Arten sind _Cordyline terminalis Ldl._(30) aus China, _Cordyline ferrea L._(31) ebendaher und _Cordyline ignea hort._ besonders hervorzuheben.
_Dracaena._ Die Unterschiede von _Cordyline_ wurden bereits oben angegeben. Die Kultur ist nicht schwierig, nur die buntblättrigen, wie _D. Goldieana h. Bull._ aus dem südlichen tropischen Afrika verlangen feuchte Luft. Eine der beliebtesten Arten ist die breitblättrige _Dracaena fragrans Gawl._ aus Guinea, die von der _Dr. Rothiana_(32) von den Komoren, mit der sie viel Ähnlichkeit hat, noch an Schönheit übertroffen wird. Man hält beide im geheizten Wohnzimmer, wo sie viel Wasser und Nahrung, aber nicht direkte Sonne haben wollen. Eine ebenfalls breitblättrige Art, die aber etwas steif wächst, ist _D. cannaefolia R. Br._(33) aus dem tropischen Amerika. Bei guter, ausmerksamer Pflege entwickelt sie sich zu Prachtexemplaren. Sehr zierlich ist _Dr. marginata Lem._(34) aus Madagaskar, mit schmalen, linealen, rotgeränderten Blättern. Es scheint hiervon zwei Formen zu geben, von denen die graziösere mit zurückgeneigten Blättern leider vollständig verschwunden zu sein scheint. Jetzt sieht man nur noch die Form mit horizontal abstehenden breiteren Blättern.
_Asparagus._ Von den Spargelarten eignet sich _Asparagus Sprengeri_ ganz besonders zur Kultur als Ampelpflanze im Zimmer. Gibt man ihm eine große flache Schale und nahrhafte schwere Erde, so entwickelt er sich in verhältnismäßig kurzer Zeit zu sehr stattlichen Exemplaren. Im Winter hält man ihn etwas kühler und trockener.
_Aspidistra._ Die japanische _Aspidistra elatior Bl._, auch _Plectogyne variegata_ genannt, gehört zu den härtesten Zimmerpflanzen, die es überhaupt gibt. Sie ist sehr anspruchlos, gedeiht selbst noch an ziemlich dunklen Stellen und verträgt es auch, wenn sie einmal trocken wird. Sie wächst ebensowohl im geheizten Wohnzimmer, wie im kühlen frostfreien Treppenhause. Will man sie schön haben, so gebe man ihr recht nahrhafte Erde und reichlich Wasser und halte die Blätter frei von Staub und Ungeziefer. Dann bildet sie große Büsche sattgrüner Blätter. Sehr hübsch ist auch eine weißgestreifte Form, die aber im warmen Zimmer gehalten werden muß.
Amaryllidaceae
Von den Liliaceen sind die Amaryllidaceen durch den unterständigen Fruchtknoten unterschieden, im übrigen aber zeigen sie soviel Ähnlichkeit mit den Liliaceen, daß es nicht ganz leicht ist, von blütenlosen Exemplaren anzugeben, zu welcher von beiden Familien sie gehören. Wie die Liliaceen liefern uns auch die Amaryllidaceen hauptsächlich Blütenpflanzen. Sodann gehören hierher eine Anzahl Succulenten- wie _Agaven_, entsprechend den _Aloë_-Arten der Liliaceen. Als Blattpflanze kommt nur _Curculigo recurvata Dryander_(35)aus dem tropischen Südostasien und Nordaustralien in Betracht, welche mit ihren großen, längs gefalteten Blättern sehr an gewisse Palmen im Jugendzustande, z. B. an _Cocos Datil_ erinnert. In einer leichten, lockeren, jedoch nahrhaften Erde entwickelt sie sich bei reichlicher Bewässerung sehr schnell, verträgt aber nicht viel Sonne. Im Winter kann man sie an irgend eine Stelle im geheizten Wohnzimmer stellen. Die Vermehrung gelingt leicht durch Seitensprosse, welche sich an älteren Exemplaren reichlich bilden.
Musaceae
Von den Bananen und ihren Verwandten kann man einzelne Arten im geheizten Wohnzimmer leicht halten, so lange sie noch jung sind. Ältere Pflanzen mit riesigen Blättern werden für Wohnräume meist zu hoch. Alles sind echte Tropenbewohner, die im geheizten Wohnzimmer gehalten werden müssen, wo man ihnen einen hellen Standort gibt. Die Gefäße, in denen man sie kultiviert, sollen mehr breit als tief sein und eine recht nahrhafte Erde enthalten; für guten Wasserabzug ist unbedingt zu sorgen. Die Anzucht geschieht aus Samen oder durch Seitensprosse. Von den echten Bananen sind im Zimmer zu halten: _Musa Cavendishi Hook._(36) aus China, welche nur 1½ m hoch wird und sehr wohlschmeckende Früchte liefert, _Musa zebrina van Houtte_(37) mit braungefleckten Blättern und _Musa rosacea Jacq._ aus Ostindien mit verhältnismäßig langen, schmalen Blättern auf zierlichem Stamme.
Marantaceae
Neben den _Caladien_ (s. S. 50) liefern uns die _Marantaceen_ die schönstgefärbten und gezeichneten Blattpflanzen. Sie sind fast ausschließlich Tropenbewohner und hauptsächlich Amerikas, wachsen an feuchten Standorten und sind deshalb zum größten Teile nur schwer frei im Zimmer zu halten. Kann man ihnen jedoch einen Platz im Glaskasten geben, so entwickeln sie sich ganz ausgezeichnet. Der Kasten steht am besten an einem recht sonnigen Fenster, wird aber durch dünne Leinwand gegen direkte Besonnung geschützt. Kann man den Kasten heizen und auf 18–20° R. [21,5–24°C] gleichmäßig halten, so ist es um so besser. Als Erde gibt man eine recht humusreiche lockere Erde, der man reichlich groben, gewaschenen Sand zusetzt. Ein wiederholter Dungguß tut gute Dienste. Frei im Zimmer halten sich nur _Maranta bicolor Ker._(38) aus Brasilien mit rundlichen, graugrünen, dunkelgefleckten, unterseits purpurvioletten Blättern, _Stromanthe Sanguinea Sond._(39) aus dem tropischen Amerika mit länglichen, oben glänzend dunkelgrünen, unterseits blutroten Blättern, _Calathea zebrina Lindl._ aus Brasilien mit fast 1 m langen, oberseits hellgrün und dunkelgrün gestreiften, unterseits rötlichgrünen Blättern und _Maranta Lietzei Morren_ aus Brasilien mit kleineren, der vorigen Art ähnlichen Blättern.
Piperaceae
Von den Pfefferpflanzen sind zwei reizende _Peperomia_-Arten frei im geheizten Zimmer leicht zu halten, wenn man ihnen einen warmen halbdunklen Standort anweist und ihnen eine sandige Lauberde gibt. Hier entwickeln sie ihre dickfleischigen, gestielten, eiförmigen, sehr schön gezeichneten Blätter sehr schnell. Im Glaskasten können auch andere _Peperomia_-Arten und die echte Pfefferpflanze, ein Schlinggewächs, leicht kultiviert werden. Die beiden _Peperomia_-Arten für das Zimmer sind: _P. marmorata Hook._ aus Südbrasilien und _P. ariaefolia Miq. var. argyraea_, auch als _P. argyraea_(40) im Handel. Die Vermehrung gelingt leicht durch Blattstecklinge unter Glas. Für Glaskästen sei besonders die reizende _Peperomia resedaeflora_(41), welche dankbar blüht, empfohlen.
Moraceae
Aus der Verwandtschaft des Maulbeerbaumes und des Feigenbaumes liefert uns die Gattung _Ficus_ zwei dankbare, sehr beliebte und verbreitete Zimmerpflanzen, den Gummibaum, _Ficus elastica Roxb._ aus Ostindien und die *Kletterfeige*, _Ficus stipulata Thbg._(42), eine reizende Hängepflanze. Der Gummibaum ist zu bekannt, als daß er beschrieben zu werden brauchte. Er will eine sehr nahrhafte, humusreiche Erde und wahrend der Vegetation sehr reichlich Wasser haben. Sowie er kleinere Blätter bildet, muß er sofort, mit möglichster Schonung des Wurzelballens, verpflanzt werden. Die Blätter sind recht häufig mit warmem Wasser abzuwaschen und zu besprengen. Die Kletterfeige will dieselbe Erde. Sie hat kleine, eiförmige sitzende Blättchen von der Größe eines Zweipfennigstückes, welche an sehr dünnen Zweigen sitzen. Häufiges Besprengen ist auch hier gut.
Celastraceae
Aus dieser Familie ist der japanische Spindelbaum, _Evonymus japonica Thunb._(43), in verschiedenen Formen mit grünen, weiß- oder gelbgestreiften Blättern, eine der härtesten Blattpflanzen, welche aber während der Wintermonate durchaus kühl, aber frostfrei, gehalten werden muß. Im übrigen lassen sich diese Pflanzen so ziemlich alles gefallen. Ihres dicht buschigen Wuchses wegen kann man sie vielfach verwenden. Gibt man ihnen eine recht nahrhafte Erde und reichlich Wasser während des Sommers, so entwickeln sie ihre ovalen, lederartigen, glänzenden Blätter sehr schön.
Begoniaceae
Die *Schiefblätter* oder _Begonien_ gehören mit Recht zu den beliebtesten Zimmerblattpflanzen. Ihr großer Formenreichtum, ihre Mannigfaltigkeit in der Blattfärbung und ihre verhältnismäßig leichte Kultur und Vermehrung machen sie so recht dazu geeignet, Modepflanzen zu werden. Sammlungen von _Begonien_ sind verhältnismäßig selten und doch sind gerade die _Begonien_ recht wohl im stande, auch in einer größeren Sammlung das Interesse des Pflanzenfreundes wachzuhalten. Ein ganz besonderer Vorteil der _Begonien_ ist es, daß sie keine Sonne brauchen, daß sie im sonnenfreien hellen Zimmer gut gedeihen. Gibt man ihnen hier einen Platz auf einem treppenartigen Aufbaue und spritzt man sie häufiger, so entwickeln sie sich in lockerer, humusreicher, sandiger Erde bei häufiger Anwendung eines Dunggusses vorzüglich. Nur Kälte können sie nicht vertragen. Das Zimmer, in dem sie im Winter gehalten werden, soll geheizt sein. Die Vermehrung geschieht durch Aussaat, durch Stecklinge, Blattstecklinge und Luftknollen. Der staubfeine Same wird am besten vor der Aussaat mit einem größeren Quantum feinen Sandes recht gleichmäßig gemischt, damit die Samen nicht zu dicht liegen und auf gut geglättete, lockere Erde im Februar ausgesät, darauf mit einem Brettchen festgedrückt und leicht mit einem Zerstäuber überbraust. Damit die Erde oben nicht austrocknet, bedeckt man den Topf mit einer Glasscheibe. Die sehr kleinen Sämlinge werden möglichst bald auf 1 cm Entfernung in lockere Erde pikiert und auch nur durch Besprengen befeuchtet. Sowie sie sich gegenseitig berühren, pikiert man sie auf doppelte Entfernung. Haben sie auch diese Größe erreicht, dann kann man sie einzeln in kleine Töpfe pflanzen. Jedesmal, wenn die Wurzeln die Topfwand erreichen, verpflanzt man sie in etwas größere Töpfe, die, da die Wurzeln nicht sehr tief gehen, breiter als hoch sein sollen. _Begonien_ vertragen es nicht, wenn sie sich gegenseitig berühren. Deshalb stelle man sie immer soweit, daß etwas Zwischenraum zwischen den einzelnen Pflanzen bleibt. Die Vermehrung durch gewöhnliche Stecklinge gelingt sehr leicht, wenn man die Stecklinge bis zur Bewurzelung unter Glas hält. Sehr interessant ist die Blattstecklingsvermehrung, welche man leicht ausführen kann, wenn man über einen kleinen heizbaren Kasten verfügt. Wie diese Blattstecklinge gemacht werden, wurde bereits früher (s. S. 22) angegeben. Nachdem sich an den Blättern junge Pflänzchen gebildet haben, nimmt man diese ab und behandelt sie ganz wie Sämlinge. Eine Anzahl _Begonien_ bilden im Herbst in den Achseln der Blätter erbsengroße Knöllchen, welche schließlich abfallen. Man hebt dieselben am besten in trockener Erde auf und legt sie im nächsten Frühjahre, wenn sie zu treiben beginnen, einzeln in kleine Töpfe in gute Erde. Es entwickeln sich aus ihnen schnell kräftige Pflanzen, welche wiederholt zu verpflanzen sind. Die Knollen selbst werden größer und bleiben während des Winters, nachdem die oberirdischen Teile eingezogen sind, in der Erde, die man nun nicht mehr gießt.