Part 2
ZWEITER HANDWERKSBURSCH: Bruder, soll ich dir aus Freundschaft ein Loch in die Natur machen? Vorwaerts! Ich will ein Loch in die Natur maehen! Ich bin auch ein Kerl, du weisst - ich will ihm alle Floeh am Leib totschlagen.
ERSTER HANDWERKSBURSCH: Meine Seele, meine Seele stinkt nach Branndewein! - Selbst das Geld geht in Verwesung ueber! Vergissmeinnicht, wie ist diese Welt so schoen! Bruder, ich muss ein Regenfass voll greinen vor Wehmut. Ich wollt', unsre Nasen waeren zwei Bouteillen, und wir koennten sie uns einander in den Hals giessen.
ANDRE [im Chor]:
Ein Jaeger aus der Pfalz ritt einst durch einen gruenen Wald. Halli, hallo, ha lustig ist die Jaegerei allhier auf gruener Heid. Das Jagen is mei Freud.
[Woyzeck stellt sich ans Fenster. Marie und der Tambourmajor tanzen vorbei, ohne ihm zu bemerken.]
WOYZECK: Er! Sie! Teufel!
MARIE [im Vorbeitanzen]: Immer zu, imer zu -
WOYZECK [erstickt]: Immer zu - immer zu! - [Faehrt heftig auf und sinkt zurueck auf die Bank:] Immer zu, immer zu! - [Schlaegt die Haende ineinander:] Dreht euch. waelzt euch! Warum blaest Gott nicht die Sonn aus, dass alles in Unzucht sich uebereinanderwaelzt, Mann und Weib, Mensch und Vieh?! Tut's am hellen Tag, tut's einem auf den Haenden wie die Muecken! - Weib! Das Weib is heiss, heiss! - Immer zu, immer zu! - [Faehrt auf:] Der Kerl, wie er an ihr herum greift, an ihrem Leib! Er, er hat sie - wie ich zu Anfang. - [Er sinkt betaeubt zusammen.]
ERSTER HANDWERKSBURSCH [predigt auf dem Tisch]: Jedoch, wenn ein Wandrer, der gelehnt steht an dem Strom der Zeit oder aber sich die goettliche Weisheit beantwortet und sich anredet: Warum ist der Mensch? Warum ist der Mensch? - Aber wahrlich, ich sage euch: Von was haette der Landmann, der Weissbinder, der Schuster, der Arzt leben sollen, wenn Gott den Menschen nicht geschaffen haette? Von was haette der Schneider leben sollen, wenn er dem Menschen nicht die Empfindung der Scham eingepflanzt haette, von was der Soldat, wenn er ihm nicht mit dem Beduerfnis sich totzuschlagen ausgeruestet haette? Darum zweifelt nicht - ja, ja, es ist lieblich und fein, aber alles Irdische ist uebel, selbst das Geld geht in Verwesung ueber. Zum Beschluss, meine geliebten Zuhoerer, lasst uns noch uebers Kreuz pissen, damit ein Jud stirbt!
[Unter allgemeinem Gejohle erwacht Woyzech und rast davon.]
Freies Feld
WOYZECK: Immer zu! Immner zu! Hisch, hasch! So gehn die Geigen und die Pfeifen. - Immer zul Immer zu! - Still, Musik! Was spricht da unten? - Recht sich gegen den Boden: Ha, was, was sagt ihr? Lauterl Lauter! Stich, stich die Zickwolfin tot? - Stich, stich die Zickwolfin tot! - Soll ich! Muss ich? Hoer' ich's da auch? - Sagt's der Wind auch? - Hoer' ich's immer, immer zu: stich tot, tot!
Ein Zimmer in der Kaserne
[Nacht. Andres und Woyzech in einem Bett.]
WOYZECK [leise]: Andres!
[Andres murmelt im Schlaf.]
WOYZECK [schuettelt Andres]: He, Andres! Andres!
ANDRES: Na was is?
WOYZECK: Ich kann nit schlafen! Wenn ich die Aug zumach', dreht sich's immer, und ich hoer' die Geigen, immer zu, immer zu. Und dann spricht's aus der Wand. Hoerst du nix?
ANDRES: Ja - lass sie tanze! Einer is mued, und dann Gott behuet uns, amen.
WOYZECK: Es redt lmmer: stich! stich! und zieht mir zwischen den Augen wie ein Messer -
ANDRES: Schlaf, Narr! - [Er schlaeft wieder ein.]
WOYZECK: Immer zu! Immer zu!
Der Hof des Doktors
[Studenten und Woyzeck unten, der Doktor am Dachfenster.]
DOKTOR: Meine Herren, ich bin auf dern Dach wie David, als er die Bathseba sah; aber ich sehe nichts als die culs de Paris der Maedchenpension im Garten trocknen. Meine Herren, wir sind an der wichtigen Frage ueber das Verhaeltnis des Subjekts zum Objekt. Wenn wir nur eins von den Dingen nehmen, worin sich die organische Selbstaffirmation des Goettlichen, auf einem so hohen Standpunkte, manifestiert, und ihre Verhaeltnisse zum Raum, zur Erde, zum Planetarischen untersuchen, meine Herren, wenn ich diese Katze zum Fenster hinauswerfe: wie wird diese Wesenheit sich zum centrum gravitationis gemaess ihrem eigenen Instinkt verhalten? - He, Woyzeck - [bruellt] -, Woyzeck!
WOYZECK [faengt die Katze auf]: Herr Doktor, sie beisst!
DOKTOR: Kerl, Er greift die Bestie so zaertlich an, als waer's seine Grossmutter. - [Er kommt herunter.]
WOYZECK: Herr Doktor, ich hab's Zittern.
DOKTOR [ganz erfreut]: Ei, ei! Schoen, Woyzeck! - Reibt sich die Haende. [Er nimmt die Katze:] Was seh' ich, meine Herren, die neue Spezies Hasenlaus, eine schoene Spezies ... - [Er zieht eine Lupe heraus, die Katze laeuft fort.] - Meine Herren, das Tier hat keinen wissenschaftlichen Instinkt ... Die koennen dafuer was anders sehen. Sehen Sie: der Mensch, seit einem Vierteljahr isst er nichts als Erbsen; bemerken Sie die Wirkung, fuehlen Sie einmal: Was ein ungleicher Puls! Der und die Augen!
WOYZECK: Herr Daktor, es wird mir dunkel! - [Er setzt sich.]
DOKTOR: Courage, Woyzeck! Noch ein paar Tage, und dann ist's fertig. Fuehlen Sie, meine Herren, fuehlen Sie! - [Sie betasten ihm Schlaefe, Puls und Busen.] - Apropos, Woyzeck, beweg den Herren doch einmal die Ohren! Ich hab' es Ihnen schon zeigen wollen, zwei Muskeln sind bei ihm taetig. Allons, frisch!
WOYZECK: Ach, Herr Doktor!
DOKTOR: Bestie, sall ich dir die Ohren bewegen? Willst du's machen wie die Katze? So, meine Herren! Das sind so Uebergaenge zum Esel, haeufig auch die Folge weiblicher Erziehung und die Muttersprache. Wieviel Haare hat dir die Mutter zum Andenken schon ausgerissen aus Zaertlichkeit? Sie sind dir ja ganz duenn geworden seit ein paar Tagen. Ja, die Erbsen, meine Herren!
Kasernenhof
WOYZECK: Hast nix gehoert?
ANDRES: Er is da, noch mit einem Kameraden.
WOYZECK: Er hat was gesagt.
ANDRES: Woher weisst du's? Was soll ich's sagen? Nu, er lachte, und dann sagt er: Ein koestlich Weibsbild! Die hat Schenkel, und alles so heiss!
WOYZECK [ganz kalt]: So, hat er das gesagt? Von was hat mir doch hat nacht getraeumt? War's nicht von einem Messer? Was man doch naerrische Traeume hat!
ANDRES: Wohin, Kamerad?
WOYZECK: Meim Offizier Wein holen. - Aber, Andres, sie war dach ein einzig Maedel.
ANDRES: Wer war?
WOYZECK: Nix. Adies! - [Ab.]
Wirtshaus
[Tambourmajor. Woyzeck. Leute.]
TAMBOURMAJOR: Ich bin ein Mann! - [Schlaegt sich auf die Brust:] Ein Mann, sag' ich. Wer will was? Wer kein be- soffner Herrgott ist, der lass sich von mir. Ich will ihn die Nas ins Arschloch pruegeln! Ich will - [Zu Woyzeck:] Du Kerl, sauf! Ich wollt' die Welt waer' Schnaps, Schnaps - der Mann muss saufen! - [Woyzech pfeift.] - Kerl, soll ich dir die Zung aus dem Hals ziehn und sie um den Leib herumwickeln? - Sie ringen, Woyzeck verliert. - Soll ich dir noch so viel Atem lassen als 'en Altweiberfurz, soll ich? - [Woyzech setzt sich erschoepft zitternd auf eine Bank.] - Der Kerl soll dunkelblau pfeifen.
Branndewein, das ist mein Leben; Branndwein gibt Courage!
EINE: Der hat sein Fett.
ANDRE: Er blut'.
WOYZECK: Eins nach dem andern.
Kramladen
[Woyzeck. Der Jude.]
WOYZECK: Das Pistolchen ist zu teuer.
JUDE: Nu, kauft's oder kauft's nit, was is?
WOYZECK: Was kost' das Messer?
JUDE: 's ist ganz grad. Wollt Ihr Euch den Hals mit abschneiden? Nu, was is es? Ich geb's Euch so wohlfeil wie ein andrer. Ihr sollt Euern Tod wohifeil haben, aber doch nit umsonst. Was is es? Er soll ein oekonomischer Tod haben.
WOYZECK: Das kann mehr als Brot schneiden -
JUDE: Zwee Grosche.
WOYZECK: Da! - Geht ab.
JUDE: Da! Als ob's nichts waer! Und es is doch Geld. - Du Hund!
Mariens Kammer
NARR [liegt und erzaehlt sich Maerchen an den Fingern]: Der hat die goldne Kron, der Herr Koenig ... Morgen hol' ich der Frau Koenigin ihr Kind ... Blutwurst sagt: komm, Leber- wurst ...
MARIE [blaettert in der Bibel]: "Und ist kein Betrug in seinem Munde erfunden": ... Herrgott, Herrgott! Sieh mich nicht an! - [Blaettert weiter:] "Aber die Pharisaeer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch begriffen, und stelleten sie ins Mittel dar ... Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht. Geh hin und suendige hinfort nicht mehr!" - [Schlaegt die Haende zusammen:] Hergott! Hergott! Ich kann nicht! - Herrgott, gib mir nur so viel, dass ich beten kann. - [Das Kind draengt sich an sie.] - Das Kind gibt mir einen Stich ins Herz. - [Zum Narrn:] Karl! Das bruest' sich in der Sonne! - [Narr nimmt das Kind und wird still.] - Der Franz ist nit gekommen, gestern nit, heut nit. Es wird heiss hier! - [Sie macht das Fenster auf und liest wieder:] "Und trat hinten zu seinen Fuessen und weinete, und fing an, seine Fuesse zu netzen mit Traenen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und kuessete seine Fuesse und salbete sie mit Salbe ..." [Schlaegt sich auf die Brust:] Alles tot! Heiland! Heiland! ich moechte dir die Fuesse salben! -
Kaserne
[Andres. Woyzeck kramt in seinen Sachen.]
WOYZECK: Das Kamisolchen, Andres, ist nit zur Montur: du kannst's brauchen, Andres.
ANDRES [ganz starr, sagt zu allem]: Jawohl.
WOYZECK: Das Kreuz meiner Schwester und das Ringlein.
ANDRES: Jawohl.
WOYZECK: Ich hab' auch noch ein Heiligen, zwei Herze und schoen Gold - es lag in meiner Mutter Bibel, und da steht:
Herr, wie dein Leib war rot und wund, so lass mein Herz sein aller Stund.
Mein Mutter fuehlt nur noch, wenn ihr die Sonn auf die Haend scheint - das tut nix.
ANDRES: Jawohl.
WOYZECK [zieht ein Papier hervor]: Friedrich Johann Franz Woyzeck, Wehrmann, Fuesilier im 2. Regiment, 2. Bataillion 4. Kompanie, geboren Mariae Verkuendigung, den 20. Juli. - Ich bin heut alt 30 Jahr, 7 Monat und 12 Tage.
ANDRES: Franz, du kommst ins Lazarett. Armer, du musst Schnaps trinken und Pulver drin, das toet' das Fieber.
WOYZECK: Ja, Andres, wenn ein Schreiner die Hobelspaene sammelt, es weiss niemand, wer seinen Kopf drauflegen wird.
Strasse
[Marie mit Maedchen vor der Haustuer, Grossmutter; spaeter Woyzeck]
MAEDCHEN: Wie scheint die Sonn am Lichtmesstag und steht das Korn im Bluehn. Sie gingen wohl die Wiese hin, sie gingen zu zwein und zwein. Die Pfeifer gingen voran, die Geiger hinterdrein, sie hatten rote Socken an ...
ERSTES KIND: Das ist nit schoen.
ZWEITES KIND: Was willst du auch immer!
ERSTES KIND: Marie, sing du uns!
MARIE: Ich kann nit.
ERSTES KIND: Warum?
MARIE: Darum.
ZWEITES KIND: Aber warum darum?
DRITTES KIND: Grossmutter, erzaehl!
GROSSMUTTER: Kommt, ihr kleinen Krabben! - Es war einmal ein arm Kind und hatt' kein Vater und keine Mutter, war alles tot, und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es is hingangen und hat gesucht Tag und Nacht. Und weil auf der Erde niemand mehr war, wollt's in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an; und wie es endlich zum Mond kam, war's ein Stueck faul Holz. Und da is es zur Sonn gangen, und wie es zur Sonn kam, war's ein verwelkt Sonneblum. Und wie's zu den Sternen kam, waren's kleine goldne Muecken, die waren angesteckt, wie der Neuntoeter sie auf die Schlehen steckt. Und wie's wieder auf die Erde wollt, war die Erde ein umgestuerzter Hafen. Und es war ganz allein. Und da hat sich's hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und is ganz allein.
WOYZECK [erscheint]: Marie!
MARIE [erschreckt]: Was is?
WOYZECK: Marie, wir wollen gehn. 's is Zeit.
MARIE: Wohin?
WOYZECK: Weiss ich's?
Waldsaum am Teich
[Marie und Woyzeck.]
MARIE: Also dort hinaus is die Stadt. 's is finster.
WOYZECK: Du sollst noch bleiben. Komm, setz dich!
MARIE: Aber ich muss fort.
WOYZECK: Du wirst dir die Fuesse nit wund laufe.
MARIE: Wie bist du nur auch!
WOYZECK: Weisst du auch, wie lang es jetzt is, Marie?
MARIE: Am Pfingsten zwei Jahr.
WOYZECK: Weisst du auch, wie lang es noch sein wird?
MARIE: Ich muss fort, das Nachtessen richten.
WOYZECK: Friert's dich, Marie? Und doch bist du warm. Was du heisse Lippen hast! Heiss, heissen Hurenatem! Und doch moecht' ich den Himmel geben, sie noch einmal zu kuessen. - Friert's dich? Wenn man kalt is, so friert man nicht mehr. Du wirst vom Morgentau nicht frieren.
MARIE: Was sagst du?
WOYZECK: Nix.
[Schweigen.]
MARIE: Was der Mond rot aufgeht!
WOYZECK: Wie ein blutig Eisen.
MARIE: Was hast du vor, Franz, du bist so blass. - [Er holt mit dem Messer aus.] - Franz halt ein! Um des Himmels willen, Hilfe, Hilfe!
WOYZECK [sticht drauflos:] Nimm das und das! Kannst du nicht sterben? So! So! - Ha, sie zuckt noch; noch nicht? Noch nicht? Immer noch. - [Stoesst nochmals zu.] - Bist du tot! Tot! Tot! - [Er laesst das Messer fallen und laeuft weg.]
Das Wirtshaus
WOYZECK: Tanzt alle, immer zu! Schwitzt und stinkt! Er holt euch doch einmal alle! - [Singt:]
Ach. Tochter, lieb Tochter was hast du gedenkt, dass du dich an die Landkutscher und die Fuhrleut hasst gehenkt.
[Er tanzt:] So, Kaethe, setz dich! Ich hab' heiss heiss! - [Er zieht den Rock aus.] - Es ist einmal so, der Teufel holt die eine und laesst die andre laufen. Kaethe, du bist heiss! War- um denn? Kaethe, du wirst auch noch kalt werden. Sei vernuenftig. - Kannst du nicht singen?
KAETHE [singt]:
Ins Schwabenland, das mag ich nicht, und lange Kleider trag' ich nicht, denn lange Kleider, spitze Schuh, die kommen keiner Dienstmagd zu.
WOYZECK: Nein, keine Schuh, man kann auch ohne Schuh in die Hoell gehn.
KAETHE [singt]:
O pfui mein Schatz, das war nicht fein, behalt dein Taler und schlaf allein.
WOYZECK: Ja, wahrhaftig, ich moecte mich nicht blutig machen.
KAETHE: Aber was hast du an deiner Hand?
WOYZECK: Ich? Ich?
KAETHE: Rot! Blut!
[Es stellen sich Leute um sie.]
WOYZECK: Blut? Blut?
WIRT: Uu - Blut!
WOYZECK: Ich glaub', ich hab' mich geschnitten, da an der rechten Hand.
WIRT: Wie kommt's aber an den Ellenbogen?
WOYZECK: Ich hab's abgewischt.
WIRT: Was, mit der rechten Hand an den rechten Ellenbogen Ihr seid geschickt!
NARR: Und da hat der Ries gesagt: Ich riech', ich riech' Menschenfleisch. Puh, das stinkt schon!
WOYZECK: Teufel, was wollt ihr? Was geht's euch an? Platz, oder der erste - Teufel! Meint ihr, ich haett' jemand umgebracht? Bin ich ein Moerder? Was gafft ihr? Guckt euch selbst an! Platz da! - [Er laeuft hinaus.]
Am Teich
WOYZECK [allein]: Das Messer? Wo ist das Messer? Ich hab' es da gelassen. Es verraet mich! Naeher, noch naeher! Was is das fuer ein Platz? Was hoer' ich? Es ruehrt sich was. Still. - Da in der Naehe. Marie? Ha, Marie! Still. Alles still! Was bist du so bleich, Marie? Was hast du eine rote Schnur um den Hals? Bei wem hast du das Halsband verdient mit deinen Suenden? Du warst schwarz davon, schwarz! Hab' ich dich gebleicht? Was haengen deine Haare so wild? Hast du deine Zoepfe heute nicht geflochten? ... - Das Messer, das Messer! Hab' ich's? So! - [Er laeuft zum Wasser.] So, da hinunter! - [Er wirft das Messer hinein.] - Es taucht in das dunkle Wasser wie ein Stein. - Nein, es liegt zu weit vorn, wenn sie sich baden. - [Er geht in den Teich und wirft weit.] - So, jetzt - aber im Sommer, wenn sie tauchen nach Muscheln? - Bah, es wird rostig, wer kann's erkennen. - Haett' ich es zerbrochen! - - Bin ich noch blutig? Ich muss mich waschen. Da ein Fleck, und da noch einer ...
[Es kommen Leute.]
ERSTE PERSON: Halt!
ZWEITE PERSON: Hoerst du? Still! Dort!
ERSTE: Uu! Da! Was ein Ton!
ZWEITE: Es ist das Wasser, es ruft: Schon lang ist niemand ertrunken. Fort! Es ist nicht gut, es zu hoeren!
ERSTE: Uu! Jetzt wieder! - Wie ein Mensch, der stirbt!
ZWEITE: Es ist unheimlich! So dunstig, allenthalben Nebelgrau - und das Summen der Kaefer wie gesprungne Glocken. Fort!
ERSTE: Nein. zu deutlich, zu laut! Da hinauf! Komm mit!