Wissenschaft der Logik — Band 2

Chapter 20

Chapter 203,216 wordsPublic domain

Die Zweckmäßigkeit nun zeigt sich zunächst als ein _Höheres_ überhaupt; als ein _Verstand_ der _äußerlich_ die Mannigfaltigkeit der Objekte _durch eine an und für sich seyende Einheit_ bestimmt, so daß die gleichgültigen Bestimmtheiten der Objekte _durch diese Beziehung wesentlich_ werden. Im Mechanismus werden sie es durch die _bloße Form der Nothwendigkeit_, wobei ihr _Inhalt_ gleichgültig ist, denn sie sollen äußerliche bleiben, und nur der Verstand als solcher sich befriedigen, indem er seinen Zusammenhang, die abstrakte Identität, erkennt. In der Teleologie dagegen wird der Inhalt wichtig, weil sie einen Begriff, ein _an und für sich Bestimmtes_ und damit Selbstbestimmendes voraussetzt, also von der _Beziehung_ der Unterschiede und ihres Bestimmtseyns durcheinander, von der _Form_, die _in sich reflektirte Einheit, ein an und für sich Bestimmtes_, somit _einen Inhalt_ unterschieden hat. Wenn dieser aber sonst ein _endlicher_ und unbedeutender ist, so widerspricht er dem, was er seyn soll, denn der Zweck ist seiner Form eine _in sich unendliche Totalität_;--besonders wenn das nach Zwecken wirkende Handeln als _absoluter_ Willen und Verstand angenommen ist. Die Teleologie hat sich den Vorwurf des Läppischen deswegen so sehr zugezogen, weil die Zwecke, die sie aufzeigte, wie es sich trifft, bedeutender oder auch geringfügiger sind, und die Zweckbeziehung der Objekte mußte so häufig als eine Spielerei erscheinen, weil diese Beziehung so äußerlich und daher zufällig erscheint. Der Mechanismus dagegen läßt den Bestimmtheiten der Objekte dem Gehalte nach ihren Werth von Zufälligen, gegen welche das Objekt gleichgültig ist, und die weder für sie, noch für den subjektiven Verstand ein höheres Gelten haben sollen. Dieß Princip giebt daher in seinem Zusammenhange von äußerer Nothwendigkeit das Bewußtseyn unendlicher Freiheit gegen die Teleologie, welche die Geringfügigkeiten, und selbst Verächtlichkeiten ihres Inhalts als etwas Absolutes aufstellt, in dem sich der allgemeinere Gedanke nur unendlich beengt, und selbst ekelhaft afficirt finden kann.

Der formelle Nachtheil, in welchem diese Teleologie zunächst steht, ist, daß sie nur bis zur _äußern Zweckmäßigkeit_ kommt. Indem der Begriff hierdurch als ein Formelles gesetzt ist, so ist ihr der Inhalt auch ein ihm äußerlich in der Mannigfaltigkeit der objektiven Welt Gegebenes,--in eben jenen Bestimmtheiten, welche auch Inhalt des Mechanismus, aber als ein Äußerliches, Zufälliges sind. Um dieser Gemeinschaftlichkeit willen macht die _Form der Zweckmäßigkeit_ für sich allein das Wesentliche des Teleologischen aus. In dieser Rücksicht, ohne noch auf den Unterschied von äußerer und innerer Zweckmäßigkeit zu sehen, hat sich die Zweckbeziehung überhaupt an und für sich als die _Wahrheit des Mechanismus_ erwiesen.--Die Teleologie hat im Allgemeinen das höhere Princip, den Begriff in seiner Existenz, der an und für sich das Unendliche und Absolute ist;--ein Princip der Freiheit, das seiner Selbstbestimmung schlechthin gewiß, dem _äußerlichen Bestimmtwerden_ des Mechanismus absolut entrissen ist.

Eines der großen Verdienste _Kant's_ um die Philosophie besteht in der Unterscheidung, die er zwischen relativer oder _äußerer_ und zwischen _innerer_ Zweckmäßigkeit aufgestellt hat; in letzterer hat er den Begriff des _Lebens_, die _Idee_, aufgeschlossen und damit die Philosophie, was die Kritik der Vernunft nur unvollkommen, in einer sehr schiefen Wendung und nur _negativ_ thut, _positiv_ über die Reflexions-Bestimmungen und die relative Welt der Metaphysik erhoben. --Es ist erinnert worden, daß der Gegensatz der Teleologie und des Mechanismus zunächst der allgemeinere Gegensatz von _Freiheit_ und _Nothwendigkeit_ ist. Kant hat den Gegensatz in dieser Form unter den _Antinomien_ der Vernunft, und zwar als den _dritten Widerstreit der transcendentalen Ideen_ aufgeführt.--Ich führe seine Darstellung, auf welche früher verwiesen worden, ganz kurz an, indem das Wesentliche derselben so einfach ist, daß es keiner weitläufigen Auseinandersetzung bedarf, und die Art und Weise der kantischen Antinomien anderwärts ausführlicher beleuchtet worden ist.

Die _Thesis_ der hier zu betrachtenden lautet: die Kausalität nach Gesetzen der Natur ist nicht die einzige, aus welcher die Erscheinungen der Welt insgesammt abgeleitet werden können. Es ist noch eine Kausalität durch Freiheit zu Erklärung derselben anzunehmen nothwendig.

Die _Antithesis_: Es ist keine Freiheit, sondern Alles in der Welt geschieht lediglich nach Gesetzen der Natur.

Der Beweis geht wie bei den übrigen Antinomien erstens apagogisch zu Werke, es wird das Gegentheil jeder Thesis angenommen; zweitens, um das Widersprechende dieser Annahme zu zeigen, wird umgekehrt das Gegentheil derselben, das ist somit der zu beweisende Satz, angenommen und als geltend vorausgesetzt;--der ganze Umweg des Beweisens konnte daher erspart werden; es besteht in nichts als der assertorischen Behauptung der beiden gegenüberstehenden Sätze.

Zum Beweise der _Thesis_ soll nämlich zuerst angenommen werden: es gebe _keine andere Kausalität_, als nach _Gesetzen der Natur_, d. i. nach der Nothwendigkeit des Mechanismus überhaupt, den Chemismus mit eingeschlossen. Dieser Satz widerspreche sich aber darum, weil das Gesetz der Natur gerade darin bestehe, daß _ohne hinreichend a priori bestimmte Ursache_, welche somit eine absolute Spontaneität in sich enthalte, nichts geschehe;--d. h. die der Thesis entgegengesetzte Annahme ist darum widersprechend, weil sie der Thesis widerspricht.

Zum Behufe des Beweises _der Antithesis solle_ man setzen: es gebe eine _Freiheit_ als eine besondere Art von Kausalität, einen Zustand, mithin auch eine Reihe von Folgen desselben schlechthin anzufangen. Da nun aber ein solches Anfangen einen Zustand _voraussetzt_, der mit dem vorhergehenden derselben gar _keinen Zusammenhang der Kausalität_ hat, so widerspricht es _dem Gesetze der Kausalität_, nach welchem allein Einheit der Erfahrung und Erfahrung überhaupt möglich ist;--d. h. die Annahme der Freiheit, die der Antithesis entgegen ist, kann darum nicht gemacht werden, weil sie der Antithesis widerspricht.

Dem Wesen nach kehrt dieselbe Antinomie in der _Kritik_ der _teleologischen Urtheilskraft_ als der Gegensatz wieder, daß _Alle Erzeugung materieller Dinge nach bloß mechanischen Gesetzen_ geschieht und daß _einige Erzeugung derselben nach solchen Gesetzen nicht möglich ist_. Die kantische Auflösung dieser Antinomie ist dieselbige, wie die allgemeine Auflösung der übrigen; daß nämlich die Vernunft weder den einen noch den andern Satz beweisen könne, weil wir von Möglichkeit der Dinge nach bloß empirischen Gesetzen der Natur _kein bestimmendes Princip a priori haben können_;--daß daher ferner beide nicht _als objektive Sätze_, sondern _als subjektive Maximen_ angesehen werden müssen; daß _ich einer Seits_ jederzeit über alle Naturereignisse nach dem Princip des bloßen Natur-Mechanismus _reflektiren_ solle, daß aber dieß nicht hindere, bei _gelegentlicher Veranlassung_ einigen Naturformen nach einer _andern Maxime_, nämlich nach dem Princip der Endursachen, _nachzuspüren_;--als ob nun diese _zwei Maximen_, die übrigens bloß für die _menschliche Vernunft_ nöthig seyn sollen, nicht in demselben Gegensatze wären, in dem sich jene _Sätze_ befinden.--Es ist, wie vorhin bemerkt, auf diesem ganzen Standpunkte dasjenige nicht untersucht, was allein das philosophische Interesse fordert, nämlich welches von beiden Principien an und für sich Wahrheit habe; für diesen Gesichtspunkt aber macht es keinen Unterschied, ob die Principien als _objektive_, das heißt hier äußerlich existirende Bestimmungen der Natur, oder als bloße _Maximen_ eines _subjektiven_ Erkennens betrachtet werden sollen;--es ist vielmehr dieß ein subjektives, d. h. zufälliges Erkennen, welches auf _gelegentliche Veranlassung_ die eine oder andere Maxime anwendet, je nachdem es sie für gegebene Objekte für passend hält, übrigens nach der _Wahrheit_ dieser Bestimmungen selbst, sie seyen beide Bestimmungen der Objekte oder des Erkennens, nicht fragt. So ungenügend daher die kantische Erörterung des teleologischen Princips in Ansehung des wesentlichen Gesichtspunkts ist, so ist immer die Stellung bemerkenswerth, welche Kant demselben giebt. Indem er es einer _reflektirenden Urtheilskraft_ zuschreibt, macht er es zu einem verbindenden _Mittelgliede_ zwischen _dem Allgemeinen der Vernunft_ und _dem Einzelnen der Anschauung_;--er unterscheidet ferner jene _reflektirende_ Urtheilskraft von der _bestimmenden_, welche letztere das Besondere bloß unter das Allgemeine _subsumire_. Solches Allgemeine, welches nur _subsumirend_ ist, ist ein _Abstraktes_, welches erst an einem _Andern_, am Besondern, _konkret_ wird. Der Zweck dagegen ist das _konkrete Allgemeine_, das in ihm selbst das Moment der Besonderheit und Äußerlichkeit hat, daher thätig und der Trieb ist, sich von sich selbst abzustoßen. Der Begriff ist als Zweck allerdings ein _objektives Urtheil_, worin die eine Bestimmung das Subjekt, nämlich der konkrete Begriff als durch sich selbst bestimmt, die andere aber nicht nur ein Prädikat, sondern die äußerliche Objektivität ist. Aber die Zweckbeziehung ist darum nicht ein _reflektirendes_ Urtheilen, das die äußerlichen Objekte nur nach einer Einheit betrachtet, _als ob_ ein Verstand sie _zum Behuf unsers Erkenntnißvermögens_ gegeben hätte, sondern sie ist das an und für sich seyende Wahre, das _objektiv_ urtheilt, und die äußerliche Objektivität absolut bestimmt. Die Zweckbeziehung ist dadurch mehr als _Urtheil_, sie ist der _Schluß_ des selbstständigen freien Begriffs, der sich durch die Objektivität mit sich selbst zusammenschließt.

Der Zweck hat sich als das _Dritte_ zum Mechanismus und Chemismus ergeben; er ist ihre Wahrheit. Indem er selbst noch innerhalb der Sphäre der Objektivität, oder der Unmittelbarkeit des totalen Begriffs steht, ist er von der Äußerlichkeit als solcher noch afficirt, und hat eine objektive Welt sich gegenüber, auf die er sich bezieht. Nach dieser Seite erscheint die mechanische Kausalität, wozu im Allgemeinen auch der Chemismus zu nehmen ist, noch bei dieser _Zweckbeziehung_, welche die _äußerliche_ ist, aber als _ihr untergeordnet_, als an und für sich aufgehoben. Was das nähere Verhältniß betrifft, so ist das mechanische Objekt als unmittelbare Totalität gegen sein Bestimmtseyn, und damit dagegen, ein Bestimmendes zu seyn, gleichgültig. Dieß äußerliche Bestimmtseyn ist nun zur Selbstbestimmung fortgebildet, und damit der im Objekte nur _innere_, oder was dasselbe ist, nur _äußere Begriff_ nunmehr _gesetzt_; der Zweck ist zunächst eben dieser dem mechanischen äußerliche Begriff selbst. So ist der Zweck auch für den Chemismus das Selbstbestimmende, welches das äußerliche Bestimmtwerden, durch welches er bedingt ist, zur Einheit des Begriffes zurückbringt.--Die Natur der Unterordnung der beiden vorherigen Formen des objektiven Processes ergiebt sich hieraus; das Andere, das an ihnen in dem unendlichen Progreß liegt, ist der ihnen zunächst als äußerlich gesetzte Begriff, welcher Zweck ist; der Begriff ist nicht nur ihre Substanz, sondern auch die Äußerlichkeit ist das ihnen wesentliche, ihre Bestimmtheit ausmachende Moment. Die mechanische oder chemische Technik bietet sich also durch ihren Charakter, äußerlich bestimmt zu seyn, von selbst der Zweckbeziehung dar, die nun näher zu betrachten ist.

A. Der subjektive Zweck.

_Der subjektive_ Begriff hat in der _Centralität_ der objektiven Sphäre, die eine Gleichgültigkeit gegen die Bestimmtheit ist, zunächst den _negativen Einheitspunkt_ wieder gefunden und gesetzt; in dem Chemismus aber die Objektivität der _Begriffsbestimmungen_, wodurch er erst als _konkreter objektiver Begriff_ gesetzt ist. Seine Bestimmtheit oder sein einfacher Unterschied hat nunmehr an ihm selbst die _Bestimmtheit der Äußerlichkeit_, und seine einfache Einheit ist dadurch die sich von sich selbst abstoßende und darin sich erhaltende Einheit. Der Zweck ist daher der subjektive Begriff, als wesentliches Streben und Trieb sich äußerlich zu setzen. Er ist dabei dem Übergehen entnommen. Er ist weder eine Kraft, die sich äußert, noch eine Substanz und Ursache, die in Accidenzen und Wirkungen sich manifestirt. Die Kraft ist nur ein abstrakt Inneres, indem sie sich nicht geäußert hat; oder sie hat erst in der Äußerung, zu der sie sollicitirt werden muß, Daseyn; ebenso die Ursache und die Substanz; weil sie nur in den Accidenzen und in der Wirkung Wirklichkeit haben, ist ihre Thätigkeit der Übergang, gegen den sie sich nicht in Freiheit erhalten. Der Zweck kann wohl auch als Kraft und Ursache bestimmt werden, aber diese Ausdrücke erfüllen nur eine unvollkommene Seite seiner Bedeutung; wenn sie von ihm nach seiner Wahrheit ausgesprochen werden sollen, so können sie es nur auf eine Weise, welche ihren Begriff aufhebt; als eine Kraft, welche sich selbst zur Äußerung sollicitirt, als eine Ursache, welche Ursache ihrer selbst, oder deren Wirkung unmittelbar die Ursache ist.

Wenn das Zweckmäßige einem _Verstande_ zugeschrieben wird, wie vorhin angeführt wurde, so ist dabei auf _das Bestimmte des Inhaltes_ Rücksicht genommen. Er ist aber überhaupt als das _Vernünftige in seiner Existenz_ zu nehmen. Er manifestirt darum _Vernünftigkeit_, weil er der konkrete Begriff ist, der den _objektiven Unterschied in seiner absoluten Einheit_ hält. Er ist daher wesentlich der _Schluß_ an ihm selbst. Er ist das sich gleiche _Allgemeine_, und zwar als die sich von sich abstoßende Negativität enthaltend; zunächst die allgemeine, insofern noch _unbestimmte Thätigkeit_; aber weil diese die negative Beziehung auf sich selbst ist, _bestimmt_ sie sich unmittelbar, und giebt sich das Moment der _Besonderheit_, welche als die gleichfalls _in sich reflektirte Totalität_ der _Form Inhalt gegen_ die _gesetzten_ Unterschiede der Form ist. Eben unmittelbar ist diese Negativität durch ihre Beziehung auf sich selbst absolute Reflexion der Form in sich und _Einzelnheit_. Einer Seits ist diese Reflexion die _innere Allgemeinheit_ des _Subjekts_, anderer Seits aber _Reflexion nach Außen_; und insofern ist der Zweck noch ein Subjektives und seine Thätigkeit gegen äußerliche Objektivität gerichtet.

Der Zweck ist nämlich der an der Objektivität zu sich selbst gekommene Begriff; die Bestimmtheit, die er sich an ihr gegeben, ist die der _objektiven Gleichgültigkeit_ und _Äußerlichkeit_ des Bestimmtseyns; seine sich von sich abstoßende Negativität ist daher eine solche, deren Momente, indem sie nur die Bestimmungen des Begriffs selbst sind, auch die Form von objektiver Gleichgültigkeit gegen einander haben.--Im formellen _Urtheile_ sind _Subjekt_ und _Prädikat_ schon als selbstständige gegen einander bestimmt; aber ihre Selbstständigkeit ist nur erst abstrakte Allgemeinheit; sie hat nunmehr die Bestimmung von _Objektivität_ erlangt; aber als Moment des Begriffs ist diese vollkommene Verschiedenheit in die einfache Einheit des Begriffs eingeschlossen. Insofern nun der Zweck diese totale _Reflexion_ der Objektivität _in sich_ und zwar _unmittelbar_ ist, so ist _erstlich_ die Selbstbestimmung oder die Besonderheit als _einfache_ Reflexion in sich von der _konkreten_ Form unterschieden, und ist ein _bestimmter Inhalt_. Der Zweck ist hiernach _endlich_, ob er gleich seiner Form nach unendliche Subjektivität ist. Zweitens, weil seine Bestimmtheit die Form objektiver Gleichgültigkeit hat, hat sie die Gestalt einer _Voraussetzung_, und seine Endlichkeit besteht nach dieser Seite darin, daß er eine _objektive_, mechanische und chemische _Welt_ vor sich hat, auf welche sich seine Thätigkeit, als auf ein _Vorhandenes_ bezieht, seine selbstbestimmende Thätigkeit ist so in ihrer Identität unmittelbar _sich selbst äußerlich_ und so sehr als Reflexion in sich, so sehr Reflexion nach Außen. Insofern hat er noch eine wahrhaft _außerweltliche_ Existenz, insofern ihm nämlich jene Objektivität gegenübersteht, so wie diese dagegen als ein mechanisches und chemisches, noch nicht vom Zweck bestimmtes und durchdrungenes Ganzes ihm gegenübersteht.

Die Bewegung des Zwecks kann daher nun so ausgedrückt werden, daß sie darauf gehe, seine _Voraussetzung_ aufzuheben, das ist die Unmittelbarkeit des Objekts, und es zu _setzen_ als durch den Begriff bestimmt. Dieses negative Verhalten gegen das Objekt ist ebenso sehr ein negatives gegen sich selbst, ein Aufheben der Subjektivität des Zwecks. Positiv ist es die Realisation des Zwecks, nämlich die Vereinigung des objektiven Seyns mit demselben, so daß dasselbe, welches als Moment des Zwecks unmittelbar die mit ihm identische Bestimmtheit ist, _als äußerliche_ sey, und umgekehrt das Objektive als _Voraussetzung_ vielmehr als durch Begriff bestimmt, _gesetzt_ werde.--Der Zweck ist in ihm selbst der Trieb seiner Realisirung; die Bestimmtheit der Begriffs-Momente ist die Äußerlichkeit, die _Einfachheit_ derselben in der Einheit des Begriffes ist aber dem, was sie ist, unangemessen und der Begriff stößt sich daher von sich selbst ab. Dieß Abstoßen ist der _Entschluß_ überhaupt, der Beziehung der negativen Einheit auf sich, wodurch sie _ausschließende_ Einzelnheit ist; aber durch dieß _Ausschließen entschließt_ sie sich, oder schließt sich _auf_, weil es _Selbstbestimmen_, Setzen _seiner selbst_ ist. Einer Seits, indem die Subjektivität sich bestimmt, macht sie sich zur Besonderheit, giebt sich einen Inhalt, der in die Einheit des Begriffs eingeschlossen noch ein innerlicher ist; dieß _Setzen_, die einfache Reflexion in sich, ist aber, wie sich ergeben, unmittelbar zugleich ein _Voraussetzen_; und in demselben Momente, in welchem das Subjekt des Zwecks _sich_ bestimmt, ist es auf eine gleichgültige, äußerliche Objektivität bezogen, die von ihm jener innern Bestimmtheit gleich gemacht, d. h. als ein durch den _Begriff Bestimmtes_ gesetzt werden soll, zunächst als _Mittel_.

B. Das Mittel.

Das erste unmittelbare Setzen im Zwecke ist zugleich das Setzen eines _Innerlichen_, d. h. als _gesetzt_ Bestimmten, und zugleich das Voraussetzen einer objektiven Welt, welche gleichgültig gegen die Zweckbestimmung ist. Die Subjektivität des Zwecks ist aber die _absolute negative Einheit_; ihr _zweites_ Bestimmen ist daher das Aufheben dieser Voraussetzung überhaupt; dieß Aufheben ist insofern _die Rückkehr in sich_, als dadurch jenes Moment der _ersten Negation_, das Setzen des Negativen gegen das Subjekt, das äußerliche Objekt, aufgehoben wird. Aber gegen die Voraussetzung oder gegen die Unmittelbarkeit des Bestimmens, gegen die objektive Welt ist es nur erst die _erste_, selbst unmittelbare und daher äußerliche Negation. Dieß Setzen ist daher noch nicht der ausgeführte Zweck selbst, sondern erst der _Anfang_ dazu. Das so bestimmte Objekt ist erst das _Mittel_.

Der Zweck schließt sich durch ein Mittel mit der Objektivität und in dieser mit sich selbst zusammen. Das Mittel ist die Mitte des Schlusses. Der Zweck bedarf eines Mittels zu seiner Ausführung, weil er endlich ist;--eines Mittels, das heißt einer Mitte, welche zugleich die Gestalt eines _Äußerlichen_ gegen den Zweck selbst und dessen Ausführung gleichgültigen Daseyns hat. Der absolute Begriff hat in sich selbst so die Vermittelung, daß das erste Setzen desselben nicht ein Voraussetzen ist, in dessen Objekt die gleichgültige Äußerlichkeit die Grundbestimmung wäre; sondern die Welt als Geschöpf hat nur die Form solcher Äußerlichkeit, aber ihre Negativität und das Gesetztseyn macht vielmehr deren Grundbestimmung aus.--Die Endlichkeit des Zweckes besteht sonach darin, daß sein Bestimmen überhaupt sich selbst äußerlich ist, somit sein erstes, wie wir gesehen, in ein Setzen und in ein Voraussetzen zerfällt; die _Negation_ dieses Bestimmens ist daher auch nur nach einer Seite schon Reflexion in sich, nach der andern ist sie vielmehr nur _erste_ Negation;--oder: die Reflexion-in-sich ist selbst auch sich äußerlich und Reflexion nach Außen.

Das Mittel ist daher die _formale_ Mitte eines _formalen_ Schlusses; es ist ein _Äußerliches_ gegen das _Extrem_ des subjektiven Zwecks, so wie daher auch gegen das Extrem des objektiven Zwecks; wie die Besonderheit im formalen Schlusse ein gleichgültiger medius terminus ist, an dessen Stelle auch andere treten können. Wie dieselbe ferner Mitte nur dadurch ist, daß sie in Beziehung auf das eine Extrem Bestimmtheit, in Beziehung aber auf das andere Extrem Allgemeines ist, ihre vermittelnde Bestimmung also relativ durch Andere hat, so ist auch das Mittel die vermittelnde Mitte nur erstlich, daß es ein unmittelbares Objekt ist, zweitens daß es Mittel durch die ihm _äußerliche_ Beziehung auf das Extrem des Zweckes;--welche Beziehung für dasselbe eine Form ist, wogegen es gleichgültig ist.

Begriff und Objektivität sind daher im Mittel nur äußerlich verbunden; es ist insofern ein bloß _mechanisches Objekt_. Die Beziehung des Objekts auf den Zweck ist eine Prämisse, oder die unmittelbare Beziehung, welche in Ansehung des Zwecks, wie gezeigt, _Reflexion in sich selbst_ ist, das Mittel ist inhärirendes Prädikat; seine Objektivität ist unter die Zweckbestimmung, welche ihrer Konkretion willen Allgemeinheit ist, subsumirt. Durch diese Zweckbestimmung, welche an ihm ist, ist es nun auch gegen das andere Extrem, der vorerst noch unbestimmten Objektivität, subsumirend.--Umgekehrt hat das Mittel gegen den subjektiven Zweck, als _unmittelbare Objektivität_, _Allgemeinheit_ des _Daseyns_, welches die subjektive Einzelnheit des Zweckes noch entbehrt.--Indem so zunächst der Zweck nur als äußerliche Bestimmtheit am Mittel ist, ist er selbst als die negative Einheit außer demselben, so wie das Mittel mechanisches Objekt, das ihn nur als eine Bestimmtheit, nicht als einfache Konkretion der Totalität an ihm hat. Als das Zusammenschließende aber muß die Mitte selbst die Totalität des Zwecks seyn. Es hat sich gezeigt, daß die Zweckbestimmung am Mittel zugleich Reflexion in sich selbst ist; insofern ist sie _formelle_ Beziehung auf sich, da die _Bestimmtheit, als reale Gleichgültigkeit_, als die _Objektivität_ des Mittels gesetzt ist. Aber eben deswegen ist diese einer Seits reine Subjektivität zugleich auch _Thätigkeit_.--Im subjektiven Zweck ist die negative Beziehung auf sich selbst noch identisch mit der Bestimmtheit als solcher, dem Inhalt und der Äußerlichkeit. In der beginnenden Objektivirung des Zweckes aber, einem Anderswerden des einfachen Begriffes treten jene Momente auseinander, oder umgekehrt besteht hierin dieß Anderswerden, oder die Äußerlichkeit selbst.

Diese ganze Mitte ist somit selbst die Totalität des Schlusses, worin die abstrakte Thätigkeit und das äußere Mittel die Extreme ausmachen, deren Mitte die Bestimmtheit des Objekts durch den Zweck, durch welche es Mittel ist, ausmacht.--Ferner aber ist die _Allgemeinheit_ die _Beziehung_ der Zweckthätigkeit und des Mittels. Das Mittel ist Objekt, _an sich_ die Totalität des Begriffs; es hat keine Kraft des Widerstands gegen den Zweck, wie es zunächst gegen ein anderes unmittelbares Objekt hat. Dem Zweck, welcher der gesetzte Begriff ist, ist es daher schlechthin durchdringlich, und dieser Mittheilung empfänglich, weil es _an sich_ identisch mit ihm ist. Es ist aber nunmehr auch _gesetzt_ als das dem Begriffe Durchdringliche, denn in der Centralität ist es ein Strebendes nach der negativen Einheit; ebenso im Chemismus ist es als Neutrales so wie als Differentes ein Unselbstständiges geworden.--Seine Unselbstständigkeit besteht eben darin, daß es nur _an sich_ die Totalität des Begriffs ist; dieser aber ist das Fürsichseyn. Das Objekt hat daher gegen den Zweck den Charakter, machtlos zu seyn, und ihm zu dienen; er ist dessen Subjektivität oder Seele, die an ihm ihre äußerliche Seite hat.