Wissenschaft der Logik — Band 2

Chapter 19

Chapter 193,032 wordsPublic domain

Diese Seele ist jedoch in ihren Körper noch versenkt; der _nunmehr bestimmte_, aber _innere_ Begriff der objektiven Totalität ist so; so freie Nothwendigkeit, daß das Gesetz seinem Objekte noch nicht gegenüber getreten ist; es ist die _konkrete_ Centralität als in ihre Objektivität _unmittelbar_ verbreitete Allgemeinheit. Jene Idealität hat daher nicht die _Objekte selbst_ zu ihrem bestimmten Unterschied; diese sind _selbstständige Individuen_ der Totalität, oder auch, wenn wir auf die formale Stufe zurücksehen, nicht individuelle, äußerliche _Objekte_. Das Gesetz ist ihnen wohl immanent und macht ihre Natur und Macht aus; aber sein Unterschied ist in seine Idealität eingeschlossen, und die Objekte sind nicht selbst in die ideelle Differenz des Gesetzes unterschieden. Aber das Objekt hat an der ideellen Centralität und deren Gesetze allein seine wesentliche Selbstständigkeit; es hat daher keine Kraft, dem Urtheile des Begriffs Widerstand zu thun, und sich in abstrakter, unbestimmter Selbstständigkeit und Verschlossenheit zu erhalten. Durch den ideellen, ihm immanenten Unterschied ist sein Daseyn eine _durch den Begriff gesetzte Bestimmtheit_. Seine Unselbstständigkeit ist auf diese Weise nicht mehr nur ein _Streben_ nach dem _Mittelpunkte_, gegen den es eben, weil seine Beziehung nur ein Streben ist, noch die Erscheinung eines selbstständigen äußerlichen Objektes hat; sondern es ist ein Streben nach dem _bestimmt ihm entgegengesetzten Objekt_; so wie das Centrum dadurch selbst auseinander, und seine negative Einheit in den _objektivirten Gegensatz_ übergegangen ist. Die Centralität ist daher jetzt _Beziehung_ dieser gegen einander negativen und gespannten Objektivitäten. So bestimmt sich der freie Mechanismus zum _Chemismus_.

Zweites Kapitel. Der Chemismus.

Der Chemismus macht im Ganzen der Objektivität das Moment des Urtheils, der objektiv gewordenen Differenz und des Processes aus. Da er mit der Bestimmtheit und dem Gesetztseyn schon beginnt, und das chemische Objekt zugleich objektive Totalität ist, ist sein nächster Verlauf einfach, und durch seine Voraussetzung vollkommen bestimmt.

A. Das chemische Objekt.

Das chemische Objekt unterscheidet sich von dem mechanischen dadurch, daß das letztere eine Totalität ist, welche gegen die Bestimmtheit gleichgültig ist; bei dem chemischen dagegen gehört die _Bestimmtheit_, somit die _Beziehung auf Anderes_, und die Art und Weise dieser Beziehung, seiner Natur an.--Diese Bestimmtheit ist wesentlich zugleich _Besonderung_, d. h. in die Allgemeinheit aufgenommen; sie ist so _Princip_--die _allgemeine Bestimmtheit_, nicht nur die des _eines einzelnen Objekts_, sondern auch die des _andern_. Es unterscheidet sich daher nun an demselben sein Begriff, als die innere Totalität beider Bestimmtheiten, und die Bestimmtheit, welche die Natur des einzelnen Objekts in seiner _Äußerlichkeit_ und _Existenz_ ausmacht. Indem es auf diese Weise _an sich_ der ganze Begriff ist, so hat es an ihm selbst die _Nothwendigkeit_ und den _Trieb_, sein entgegengesetztes, _einseitiges Bestehen_ aufzuheben, und sich zu dem _realen Ganzen_ im Daseyn zu machen, welches es seinem Begriffe nach ist.

Über den Ausdruck: _Chemismus_, für das Verhältniß der Differenz der Objektivität, wie es sich ergeben hat, kann übrigens bemerkt werden, daß er hier nicht so verstanden werden muß, als ob sich dieß Verhältniß nur in derjenigen Form der elementarischen Natur darstellte, welche der eigentliche sogenannte Chemismus heißt. Schon das meteorologische Verhältniß muß als ein Proceß angesehen werden, dessen Parthien mehr die Natur von physikalischen als chemischen Elementen haben. Im Lebendigen steht das Geschlechtsverhältniß unter diesem Schema; so wie es auch für die geistigen Verhältnisse der Liebe, Freundschaft u. s. f. die _formale_ Grundlage ausmacht.

Näher betrachtet ist das chemische Objekt zunächst, als eine _selbstständige_ Totalität überhaupt, ein in sich reflektirtes, das insofern von seinem Reflektirt-Seyn nach Außen unterschieden ist, --eine gleichgültige _Basis_, das noch nicht als different bestimmte Individuum; auch die Person ist eine solche sich erst nur auf sich beziehende Basis. Die immanente Bestimmtheit aber, welche seine _Differenz_ ausmacht, ist _erstlich_ so in sich reflektirt, daß diese Zurücknahme der Beziehung nach Außen nur formale abstrakte Allgemeinheit ist; so ist die Beziehung nach Außen Bestimmung seiner Unmittelbarkeit und Existenz. Nach dieser Seite geht es nicht _an ihm selbst_ in die individuelle Totalität zurück; und die negative Einheit hat die beiden Momente ihres Gegensatzes an zwei _besonderen Objekten_. Sonach ist ein chemisches Objekt nicht aus ihm selbst begreiflich, und das Seyn des Einen ist das Seyn des Andern. --_Zweitens_ aber ist die Bestimmtheit absolut in sich reflektirt, und das konkrete Moment des individuellen Begriffs des Ganzen, der das allgemeine Wesen, die _reale Gattung_ des besondern Objekts ist. Das chemische Objekt, hiermit der Widerspruch seines unmittelbaren Gesetztseyns und seines immanenten individuellen Begriffs, ist ein _Streben_, die Bestimmtheit seines Daseyns aufzuheben, und der objektiven Totalität des Begriffes die Existenz zu geben. Es ist daher zwar gleichfalls ein unselbstständiges, aber so, daß es hiergegen durch seine Natur selbst gespannt ist, und den _Proceß_ selbstbestimmend anfängt.

B. Der Proceß.

1. Er beginnt mit der Voraussetzung, daß die gespannten Objekte, so sehr sie es gegen sich selbst, es zunächst eben damit gegen einander sind;--ein Verhältniß, welches ihre _Verwandtschaft_ heißt. Indem jedes durch seinen Begriff im Widerspruch gegen die eigene Einseitigkeit seiner Existenz steht, somit diese aufzuheben strebt, ist darin unmittelbar das Streben gesetzt, die Einseitigkeit des andern aufzuheben, und durch diese gegenseitige Ausgleichung und Verbindung die Realität dem Begriffe, der beide Momente enthält, gemäß zu setzen. Insofern jedes gesetzt ist, als an ihm selbst sich widersprechend und aufhebend, so sind sie nur durch _äußere Gewalt_ in der Absonderung von einander und von ihrer gegenseitigen Ergänzung gehalten. Die Mitte, wodurch nun diese Extreme zusammengeschlossen werden, ist _erstlich_ die _ansichseyende_ Natur beider, der ganze beide in sich haltende Begriff. Aber _zweitens_, da sie in der Existenz gegeneinander stehen, so ist ihre absolute Einheit auch ein _unterschieden_ von ihnen _existirendes_, noch formales Element;--das Element der _Mittheilung_, worin sie in äußerliche _Gemeinschaft_ miteinander treten. Da der reale Unterschied den Extremen angehört, so ist diese Mitte nur die abstrakte Neutralität, die reale Möglichkeit derselben;--gleichsam das _theoretische Element_ der Existenz von den chemischen Objekten, ihres Processes und seines Resultats;--im Körperlichen hat das _Wasser_ die Funktion dieses Mediums; im Geistigen, insofern in ihm das Analogon eines solchen Verhältnisses Statt findet, ist das _Zeichen_ überhaupt, und näher die _Sprache_ dafür anzusehen.

Das Verhältniß der Objekte ist als bloße Mittheilung in diesem Elemente einer Seits ein ruhiges Zusammengehen, aber anderer Seits ebenso sehr ein _negatives Verhalten_, indem der konkrete Begriff, welcher ihre Natur ist, in der Mittheilung in Realität gesetzt, hiermit die _realen Unterschiede_ der Objekte zu seiner Einheit reducirt werden. Ihre vorherige selbstständige _Bestimmtheit_ wird damit in der dem Begriffe, der in beiden ein und derselbe ist, gemäßen Vereinigung aufgehoben, ihr Gegensatz und Spannung hierdurch abgestumpft; womit das Streben in dieser gegenseitigen Ergänzung seine ruhige _Neutralität_ erlangt.

Der Proceß ist auf diese Weise _erloschen_; indem der Widerspruch des Begriffes und der Realität ausgeglichen, haben die Extreme des Schlusses ihren Gegensatz verloren, hiermit aufgehört, Extreme gegeneinander und gegen die Mitte zu seyn. Das _Produkt_ ist ein _neutrales_, d. h. ein solches, in welchem die Ingredienzien, die nicht mehr Objekte genannt werden können, ihre Spannung und damit die Eigenschaften nicht mehr haben, die ihnen als gespannten zukamen, worin sich aber die _Fähigkeit_ ihrer vorigen Selbstständigkeit und Spannung erhalten hat. Die negative Einheit des Neutralen geht nämlich von einer _vorausgesetzten_ Differenz aus; die _Bestimmtheit_ des chemischen Objekts ist identisch mit seiner Objektivität, sie ist ursprünglich. Durch den betrachteten Proceß ist diese Differenz nur erst _unmittelbar_ aufgehoben, die Bestimmtheit ist daher noch nicht als absolut in sich reflektirte, somit das Produkt des Processes nur eine formale Einheit.

2. In diesem Produkte ist nun zwar die Spannung des Gegensatzes und die negative Einheit als Thätigkeit des Processes erloschen. Da diese Einheit aber dem Begriffe wesentlich, und zugleich selbst zur Existenz gekommen ist, so ist sie noch vorhanden, aber _außer_ dem neutralen Objekte getreten. Der Proceß facht sich nicht von selbst wieder an, insofern er die Differenz nur zu seiner _Voraussetzung_ hatte, nicht sie selbst _setzte_.--Diese außer dem Objekte selbstständige Negativität, die Existenz der _abstrakten_ Einzelnheit, deren Fürsichseyn seine Realität an dem _indifferenten Objekte_ hat, ist nun in sich selbst gegen ihre Abstraktion gespannt, eine in sich unruhige Thätigkeit, die sich verzehrend nach Außen kehrt. Sie bezieht sich _unmittelbar_ auf das Objekt, dessen ruhige Neutralität die reale Möglichkeit ihres Gegensatzes ist; dasselbe ist nunmehr die _Mitte_ der vorhin bloß formalen Neutralität, nun in sich selbst konkret, und bestimmt.

Die nähere unmittelbare Beziehung des _Extrems_ der _negativen Einheit_ auf das Objekt ist, daß dieses durch sie bestimmt und hierdurch dirimirt wird. Diese Diremtion kann zunächst für die Herstellung des Gegensatzes der gespannten Objekte angesehen werden, mit welchem der Chemismus begonnen. Aber diese Bestimmung macht nicht das andere Extrem des Schlusses aus, sondern gehört zur unmittelbaren Beziehung des differentiirenden Princips auf die Mitte, an der sich dieses seine unmittelbare Realität giebt; es ist die Bestimmtheit, welche im disjunktiven Schlusse die Mitte, außer dem, daß sie allgemeine Natur des Gegenstandes ist, zugleich hat, wodurch dieser ebenso wohl objektive Allgemeinheit als bestimmte Besonderheit ist. Das _andere Extrem_ des Schlusses steht dem äußern _selbstständigen Extrem_ der Einzelnheit gegenüber; es ist daher das ebenso selbstständige Extrem der _Allgemeinheit_ die Diremtion, welche die reale Neutralität der Mitte daher in ihm erfährt, ist, daß sie nicht in gegeneinander differente, sondern _indifferente_ Momente zerlegt wird. Diese Momente sind hiermit die abstrakte, gleichgültige _Basis_ einer Seits, und das _begeistende_ Princip derselben anderer Seits, welches durch seine Trennung von der Basis ebenfalls die Form gleichgültiger Objektivität erlangt.

Dieser disjunktive Schluß ist die Totalität des Chemismus, in welcher dasselbe objektive Ganze sowohl, als die selbsständige _negative_ Einheit, dann in der Mitte als _reale_ Einheit,--endlich aber die chemische Realität in ihre _abstrakten_ Momente aufgelöst, dargestellt ist. In diesen letzteren ist die Bestimmtheit, nicht wie im Neutralen, an _einem Andern_ zu ihrer _Reflexion-in-sich_ gekommen, sondern ist an sich in ihre Abstraktion zurückgegangen, ein _ursprünglich bestimmtes Element_.

3. Diese elementarischen Objekte sind hiermit von der chemischen Spannung befreit; es ist ihn ihnen die ursprüngliche Grundlage derjenigen _Voraussetzung_, mit welcher der Chemismus begann, durch den realen Proceß _gesetzt_ worden. Insofern nun weiter einer Seits ihre innerliche _Bestimmtheit_ als solche, wesentlich der Widerspruch ihres _einfachen gleichgültigen Bestehens_, und ihrer als _Bestimmtheit_, und der Trieb nach Außen ist, der sich dirimirt, und an ihrem Objekte und an einem _Andern_ die Spannung setzt, _um ein solches zu haben_, wogegen es sich als differentes verhalten, an dem es sich neutralisiren und seiner einfachen Bestimmtheit die daseyende Realität geben könne, so ist damit der Chemismus in seinen Anfang zurückgegangen, in welchem gegeneinander gespannte Objekte einander suchen, und dann durch eine formale, äußerliche Mitte zu einem Neutralen sich vereinigen. Auf der andern Seite hebt der Chemismus durch diesen Rückgang in seinen _Begriff_ sich auf, und ist in eine höhere Sphäre übergegangen.

C. Übergang des Chemismus.

Die gewöhnliche Chemie schon zeigt Beispiele von chemischen Veränderungen, worin ein Körper z.B. einem Theil seiner Masse eine höhere Oxydation zutheilt, und dadurch einen andern Theil in einen geringern Grad derselben herabsetzt, in welchem er erst mit einem an ihn gebrachten andern differenten Körper eine neutrale Verbindung eingehen kann, für die er in jenem ersten unmittelbaren Grade nicht empfänglich gewesen wäre. Was hier geschieht, ist, daß sich das Objekt nicht nach einer unmittelbaren, einseitigen Bestimmtheit auf ein Anderes bezieht, sondern nach der innern Totalität eines ursprünglichen _Verhältnisses_ die _Voraussetzung_, deren es zu einer realen Beziehung bedarf, _setzt_, und dadurch sich eine Mitte giebt, durch welche es seinen Begriff mit seiner Realität zusammenschließt; es ist die an und für sich bestimmte Einzelnheit, der konkrete Begriff als Princip der _Disjunktion_ in Extreme, deren _Wiedervereinigung_ die Thätigkeit _desselben_ negativen Princips ist, das dadurch zu seiner ersten Bestimmung, aber _objektivirt_ zurückkehrt. Der Chemismus selbst ist _die erste Negation_ der _gleichgültigen_ Objektivität, und der _Äußerlichkeit_ der Bestimmtheit; er ist also noch mit der unmittelbaren Selbstständigkeit des Objekts und mit der Äußerlichkeit behaftet. Er ist daher für sich noch nicht jene Totalität der Selbstbestimmung, welche aus ihm hervorgeht, und in welcher er sich vielmehr aufhebt. --Die drei Schlüsse, welche sich ergeben haben, machen seine Totalität aus; der erste hat zur Mitte die formale Neutralität und zu den Extremen die gespannten Objekte, der zweite hat das Produkt des ersten, die reelle Neutralität zur Mitte und die dirimirende Thätigkeit, und ihr Produkt, das gleichgültige Element, zu den Extremen; der dritte aber ist der sich realisirende Begriff, der sich die Voraussetzung setzt, durch welche der Proceß seiner Realisirung bedingt ist,--ein Schluß, der das Allgemeine zu seinem Wesen hat. Um der Unmittelbarkeit und Äußerlichkeit willen jedoch, in deren Bestimmung die chemische Objektivität steht, _fallen diese Schlüsse noch auseinander_. Der erste Proceß, dessen Produkt die Neutralität der gespannten Objekte ist, erlischt in seinem Produkte, und es ist eine äußerlich hinzukommende Differentiirung, welche ihn wieder anfacht; bedingt durch eine unmittelbare Voraussetzung, erschöpft er sich in ihr.--Ebenso muß die Ausscheidung der differenten Extreme aus dem Neutralen, ingleichen ihre Zerlegung in ihre abstrakten Elemente, von _äußerlich hinzukommenden Bedingungen_ und Erregungen der Thätigkeit ausgehen. Insofern aber auch die beiden wesentlichen Momente des Processes, einer Seits die Neutralisirung, anderer Seits die Scheidung und Reduktion, in einem und demselben Processe verbunden sind, und _Vereinigung_ und Abstumpfung der gespannten Extreme auch eine _Trennung_ in solche ist, so machen sie um der noch zu Grunde liegenden Äußerlichkeit willen _zwei verschiedene_ Seiten aus; die Extreme, welche in demselben Processe ausgeschieden werden, sind andere Objekte oder Materien, als diejenigen, welche sich in ihm einigen; insofern jene daraus wieder different hervorgehen, müssen sie sich nach Außen wenden; ihre neue Neutralisirung ist ein anderer Proceß, als die, welche in dem ersten Statt hatte.

Aber diese verschiedenen Processe, welche sich als nothwendig ergeben haben, sind ebenso viele _Stufen_, wodurch die _Äußerlichkeit_ und das _Bedingtseyn_ aufgehoben wird, woraus der Begriff als an und für sich bestimmte, und von der Äußerlichkeit nicht bedingte Totalität hervorgeht. Im ersten hebt sich die Äußerlichkeit der die ganze Realität ausmachenden, differenten Extreme gegeneinander, oder die Unterschiedenheit des _ansich_ seyenden bestimmten Begriffes von seiner _daseyenden_ Bestimmtheit auf; im zweiten wird die Äußerlichkeit der realen Einheit, die Vereinigung als bloß _neutrale_ aufgehoben;--näher hebt sich die formale Thätigkeit zunächst in ebenso formalen Basen, oder indifferenten Bestimmtheiten auf, deren _innerer Begriff_ nun die in sich gegangene, absolute Thätigkeit, als an ihr selbst sich realisirend ist, d. i. die in sich die bestimmten Unterschiede _setzt_, und durch diese _Vermittelung_ sich als reale Einheit konstituirt,--eine Vermittelung, welche somit die _eigene_ Vermittelung des Begriffs, seine Selbstbestimmung, und in Rücksicht auf seine Reflexion daraus in sich, immanentes _Voraussetzen_ ist. Der dritte Schluß, der einer Seits die Wiederherstellung der vorhergehenden Processe ist, hebt anderer Seits noch das letzte Moment _gleichgültiger_ Basen auf,--die ganz abstrakte äußerliche _Unmittelbarkeit_, welche auf diese Weise _eigenes_ Moment der Vermittelung des Begriffes durch sich selbst wird. Der Begriff, welcher hiermit alle Momente seines objektiven Daseyns als äußerliche aufgehoben und in seine einfache Einheit gesetzt hat, ist dadurch von der objektiven Äußerlichkeit vollständig befreit, auf welche er sich nur als eine unwesentliche Realität bezieht; dieser objektive freie Begriff ist der _Zweck_.

Drittes Kapitel. Teleologie.

Wo _Zweckmäßigkeit_ wahrgenommen wird, wird ein _Verstand_ als Urheber derselben angenommen, für den Zweck also die eigene, freie Existenz des Begriffes gefordert. Die _Teleologie_ wird vornehmlich dem _Mechanismus_ entgegengestellt, in welchem die an dem Objekt gesetzte Bestimmtheit wesentlich als äußerliche eine solche ist, an der sich keine _Selbstbestimmung_ manifestirt. Der Gegensatz von Causis efficientibus und Causis finalibus, bloß _wirkenden_ und _Endursachen_, bezieht sich auf jenen Unterschied, auf den, in konkreter Form genommen, auch die Untersuchung zurückgeht, ob das absolute Wesen der Welt als blinder Natur-Mechanismus, oder als ein nach Zwecken sich bestimmender Verstand zu fassen sey. Die Antinomie des _Fatalismus_ mit dem _Determinismus_ und der _Freiheit_ betrifft ebenfalls den Gegensatz des Mechanismus und der Teleologie; denn das Freie ist der Begriff in seiner Existenz.

Die vormalige Metaphysik ist mit diesen Begriffen, wie mit ihren anderen verfahren; sie hat Theils eine Weltvorstellung vorausgesetzt, und sich bemüht, zu zeigen, daß der eine oder der andere Begriff auf sie passe, und der entgegengesetzte mangelhaft sey, weil sich nicht aus ihm _erklären_ lasse; Theils hat sie dabei den Begriff der mechanischen Ursache und des Zwecks nicht untersucht, welcher _an und für sich_ Wahrheit habe. Wenn dieß für sich festgestellt ist, so mag die objektive Welt mechanische und Endursachen darbieten; ihre Existenz ist nicht der Maaßstab des _Wahren_, sondern das Wahre vielmehr das Kriterium, welche von diesen Existenzen ihre wahrhafte sey. Wie der subjektive Verstand auch Irrthümer an ihm zeigt, so zeigt die objektive Welt auch diejenigen Seiten und Stufen der Wahrheit, welche für sich erst einseitig, unvollständig, und nur Erscheinungsverhältnisse sind. Wenn Mechanismus und Zweckmäßigkeit sich gegenüber stehen, so können sie eben deswegen nicht als _gleich-gültige_ genommen, deren jedes für sich ein richtiger Begriff sey und so viele Gültigkeit habe als der andere, wobei es nur darauf ankomme, wo der eine oder der andere angewendet werden könne. Diese gleiche Gültigkeit beider beruht nur darauf, weil sie _sind_, nämlich weil wir beide _haben_. Aber die nothwendige erste Frage ist, weil sie entgegengesetzt sind, welcher von beiden der wahre sey; und die höhere eigentliche Frage ist, _ob nicht ein Drittes ihre Wahrheit, oder ob einer die Wahrheit des andern ist_.--Die _Zweckbeziehung_ hat sich aber als die Wahrheit des _Mechanismus_ erwiesen.--Das, was sich als _Chemismus_ darstellte, wird mit dem _Mechanismus_ insofern zusammengenommen, als der Zweck der Begriff in freier Existenz ist, und ihm überhaupt die Unfreiheit desselben, sein Versenktseyn in die Äußerlichkeit gegenübersteht; beides, Mechanismus so wie Chemismus, wird also unter der Naturnothwendigkeit zusammengefaßt, indem im ersten der Begriff nicht am Objekte existirt, weil es als mechanisches die Selbstbestimmung nicht enthält, im andern aber der Begriff entweder eine gespannte, einseitige Existenz hat, oder, insofern er als die Einheit hervortritt, welche das neutrale Objekt in die Extreme spannt, sich selbst, insofern er diese Trennung aufhebt, äußerlich ist.

Je mehr das teleologische Princip mit dem Begriffe eines _außerweltlichen_ Verstandes zusammengehängt und insofern von der Frömmigkeit begünstigt wurde, desto mehr schien es sich von der wahren Naturforschung zu entfernen, welche die Eigenschaften der Natur nicht als fremdartige, sondern als _immanente Bestimmtheiten_ erkennen will, und nur solches Erkennen als ein _Begreifen_ gelten läßt. Da der Zweck der Begriff selbst in seiner Existenz ist, so kann es sonderbar scheinen, daß das Erkennen der Objekte aus ihrem Begriffe vielmehr als ein unberechtigter Überschritt in ein _heterogenes_ Element erscheint, der Mechanismus dagegen, welchem die Bestimmtheit eines Objekts als ein äußerlich an ihm und durch ein Anderes gesetzte Bestimmtheit ist, für eine _immanentere_ Ansicht gilt, als die Teleologie. Der Mechanismus, wenigstens der gemeine unfreie, so wie der Chemismus, muß allerdings insofern als ein immanentes Princip angesehen werden, als das bestimmende _Äußerliche_, selbst _wieder nur ein solches Objekt_, ein äußerlich bestimmtes und gegen solche Bestimmtwerden gleichgültiges, oder im Chemismus das andere Objekt ein gleichfalls chemisch bestimmtes ist, überhaupt ein wesentliches Moment der Totalität immer in einem Äußern liegt. Diese Principien bleiben daher innerhalb derselben Naturform der Endlichkeit stehen; ob sie aber gleich das Endliche nicht überschreiten wollen, und für die Erscheinungen nur zu endlichen Ursachen, die selbst das Weitergehen verlangen, führen, so erweitern sie sich doch zugleich Theils zu einer formellen Totalität in dem Begriffe von Kraft, Ursache und dergleichen Reflexions-Bestimmungen, die eine _Ursprünglichkeit_ bezeichnen sollen, Theils aber durch die abstrakte _Allgemeinheit_ von einem _All der Kräfte_, einem _Ganzen_ von gegenseitigen Ursachen. Der Mechanismus zeigt sich selbst dadurch als ein Streben der Totalität, daß er die Natur _für sich_ als ein _Ganzes_ zu fassen sucht, das zu _seinem_ Begriffe keines Andern bedarf,--eine Totalität, die sich in dem Zwecke und dem damit zusammenhängenden außerweltlichen Verstand nicht findet.