Wissenschaft der Logik — Band 2

Chapter 17

Chapter 173,059 wordsPublic domain

Die Gewöhnung, den Begriff nur als etwas so Einseitiges, wie der abstrakte Gedanke ist, zu nehmen, wird schon Anstand finden, das, was vorhin vorgeschlagen wurde, anzuerkennen, nämlich den Übergang vom _Begriffe Gottes_ zu seinem _Seyn_, als eine _Anwendung_ von dem dargestellten logischen Verlauf der Objektivirung des Begriffs, anzusehen. Wenn jedoch wie gewöhnlich geschieht, zugegeben wird, daß das Logische als das Formale die Form für das Erkennen jedes bestimmten Inhalts ausmache, so müßte wenigstens jenes Verhältniß zugestanden werden, wenn nicht überhaupt eben bei dem Gegensatze des Begriffes gegen die Objektivität, bei dem unwahren Begriffe und einer ebenso unwahren Realität, als einem Letzten stehen geblieben wird. --Allein bei der Exposition _des reinen Begriffes_ ist noch weiter angedeutet worden, daß derselbe der absolute, göttliche Begriff selbst ist, so daß in Wahrheit nicht das Verhältniß einer _Anwendung_ Statt finden würde, sondern jener logische Verlauf die unmittelbare Darstellung der Selbstbestimmung Gottes zum Seyn wäre. Es ist aber hierüber zu bemerken, daß, indem der Begriff als der Begriff Gottes dargestellt werden soll, er aufzufassen ist, wie er schon in die _Idee_ aufgenommen ist. Jener reine Begriff durchläuft die endlichen Formen des Urtheils und des Schlusses darum, weil er noch nicht als an und für sich eins mit der Objektivität gesetzt, sondern erst im Werden zu ihr begriffen ist. So ist auch diese Objektivität noch nicht die göttliche Existenz, noch nicht die in der Idee scheinende Realität. Doch ist die Objektivität gerade um so viel reicher und höher als das _Seyn oder Daseyn_ des ontologischen Beweises, als der reine Begriff reicher und höher ist, als jene metaphysische Leere des _Inbegriffs_ aller _Realität_.--Ich erspare es jedoch auf eine andere Gelegenheit, den vielfachen Mißverstand, der durch den logischen Fomalismus in den ontologischen, so wie in die übrigen sogenannten Beweise vom Daseyn Gottes gebracht worden ist, wie auch die kantische Kritik derselben näher zu beleuchten, und durch Herstellen ihrer wahren Bedeutung die dabei zu Grunde liegenden Gedanken in ihren Werth und Würde zurückzuführen.

Es sind, wie bereits erinnert worden, schon mehrere Formen der Unmittelbarkeit vorgekommen; aber in verschiedenen Bestimmungen. In der Sphäre des Seyns ist sie das Seyn selbst und das Daseyn; in der Sphäre des Wesens die Existenz und dann die Wirklichkeit und Substantialität, in der Sphäre des Begriffs außer der Unmittelbarkeit, als abstrakter Allgemeinheit, nunmehr die Objektivität.--Diese Ausdrücke mögen, wenn es nicht um die Genauigkeit philosophischer Begriffsunterschiede zu thun ist, als synonym gebraucht werden; jene Bestimmungen sind aus der Nothwendigkeit des Begriffs hervorgegangen; --_Seyn_ ist überhaupt die _erste_ Unmittelbarkeit, und _Daseyn_ dieselbe mit der ersten Bestimmtheit. Die _Existenz_ mit dem Dinge ist die Unmittelbarkeit, welche aus dem _Grunde_ hervorgeht,--aus der sich aufhebenden Vermittelung der einfachen Reflexion des Wesens. Die _Wirklichkeit_ aber und die _Substantialität_ ist die aus dem aufgehobenen Unterschiede der noch unwesentlichen Existenz als Erscheinung und ihrer Wesentlichkeit hervorgegangene Unmittelbarkeit. Die _Objektivität_ endlich ist die Unmittelbarkeit, zu der sich der Begriff durch Aufhebung seiner Abstraktion und Vermittelung bestimmt. --Die Philosophie hat das Recht aus der Sprache des gemeinen Lebens, welche für die Welt der Vorstellungen gemacht ist, solche Ausdrücke zu wählen, welche den Bestimmungen des Begriffs _nahe zu kommen scheinen_. Es kann nicht darum zu thun seyn, für ein aus der Sprache des gemeinen Lebens gewähltes Wort zu _erweisen_, daß man auch im gemeinen Leben denselben Begriff damit verbinde, für welchen es die Philosophie gebraucht, denn das gemeine Leben hat keine Begriffe, sondern Vorstellungen, und es ist die Philosophie selbst, den Begriff dessen zu erkennen, was sonst bloße Vorstellung ist. Es muß daher genügen, wenn der Vorstellung bei ihren Ausdrücken, die für philosophische Begriffen gebraucht werden, so etwas Ungefähres von ihrem Unterschiede vorschwebt; wie es bei jenen Ausdrücken der Fall seyn mag, daß man in ihnen Schattirungen der Vorstellung erkennt, welche sich näher auf die entsprechenden Begriffe beziehen.--Man wird vielleicht schwerer zugeben, daß Etwas _seyn_ könne, ohne zu _existiren_: aber wenigstens wird man z.B. das _Seyn_ als Kopula des Urtheils nicht wohl mit dem Ausdruck _existiren_ vertauschen, und nicht sagen: diese Waare _existirt_ theuer, passend u. s. f., das Geld _existirt_ Metall, oder metallisch, statt: diese Waare _ist_ theuer, passend u. s. f., das Geld _ist_ Metall; In einem französischen Berichte, worin der Befehlshaber angiebt, daß er den sich bei der Insel gewöhnlich gegen Morgen erhebenden Wind erwartete, um ans Land zu steuern, kommt der Ausdruck vor: le vent _ayant été_ longtems sans _exister_; hier ist der Unterschied bloß aus der sonstigen Redensart, z.B. il a été longtems sans m'écrire, entstanden. _Seyn_ aber und _Erscheinen, Erscheinung_ und _Wirklichkeit_, wie auch bloßes _Seyn_ gegen _Wirklichkeit_, werden auch wohl sonst unterschieden, so wie alle diese Ausdrücke noch mehr von der _Objektivität_.--Sollten sie aber auch synonym gebraucht werden, so wird die Philosophie ohnehin die Freiheit haben, solchen leeren Überfluß der Sprache für ihre Unterschiede zu benutzen.

Es ist beim apodiktischen Urtheil, wo, als in der Vollendung des Urtheils, das Subjekt seine Bestimmtheit gegen das Prädikat verliert, an die daher stammende gedoppelte Bedeutung der _Subjektivität_ erinnert worden, nämlich des Begriffs und ebenso der ihm sonst gegenüberstehenden Äußerlichkeit und Zufälligkeit. So erscheint auch für die Objektivität die gedoppelte Bedeutung, dem selbstständigen _Begriffe gegenüber_ zu stehen, aber auch _das An- und Fürsichseyende_ zu seyn. Indem das Objekt in jenem Sinne dem im subjektiven Idealismus als das absolute Wahre ausgesprochenen Ich = Ich gegenübersteht, ist es die mannigfaltige Welt in ihrem unmittelbaren Daseyn, mit welcher Ich oder der Begriff sich nur in den unendlichen Kampf setzt, um durch die Negation dieses _an sich nichtigen_ Andern der ersten Gewißheit seiner selbst die _wirkliche Wahrheit_ seiner Gleichheit mit sich zu geben.--In unbestimmterem Sinne bedeutet es so einen Gegenstand überhaupt für irgend ein Interesse und Thätigkeit des Subjekts.

In dem entgegengesetzten Sinne aber bedeutet das Objektive das _An- und Fürsichseyende_, das ohne Beschränkung und Gegensatz ist. Vernünftige Grundsätze, vollkommene Kunstwerke u. s. f. heißen insofern _objektive_, als sie frei und über aller Zufälligkeit sind. Obschon vernünftige, theoretische oder sittliche Grundsätze nur dem Subjektiven, dem Bewußtseyn angehören, so wird das An- und Fürsichseyende desselben doch objektiv genannt; die Erkenntniß der Wahrheit wird darein gesetzt, das Objekt, wie es als Objekt frei von Zuthat subjektiver Reflexion, zu erkennen, und das Rechtthun in Befolgung von objektiven Gesetzen, die ohne subjektiven Ursprung und keiner Willkür und ihre Nothwendigkeit verkehrenden Behandlung fähig sind.

Auf dem gegenwärtigen Standpunkte unserer Abhandlung hat zunächst die Objektivität die Bedeutung des _an- und fürsichseyenden Seyns des Begriffes_, des Begriffes, der die in seiner Selbstbestimmung gesetzte _Vermittelung_, zur _unmittelbaren_ Beziehung auf sich selbst, aufgehoben hat. Diese Unmittelbarkeit ist dadurch selbst unmittelbar und ganz vom Begriffe durchdrungen, so wie seine Totalität unmittelbar mit seinem Seyn identisch ist. Aber indem ferner der Begriff ebenso sehr das freie Fürsichseyn seiner Subjektivität herzustellen hat, so tritt ein Verhältniß desselben als _Zwecks_ zur Objektivität ein, worin deren Unmittelbarkeit das gegen ihn Negative, und durch seine Thätigkeit zu Bestimmende wird, hiermit die andere Bedeutung, das an und für sich Nichtige, insofern es dem Begriff gegenübersteht, zu seyn, erhält.

_Vor's Erste_ nun ist die Objektivität in ihrer Unmittelbarkeit, deren Momente, um der Totalität aller Momente willen, in selbstständiger Gleichgültigkeit als _Objekte außereinander_ bestehen, und in ihrem Verhältnisse die _subjektive Einheit_ des Begriffs nur als _innere_ oder als _äußere_ haben; _der Mechanismus_.--Indem in ihm aber

_Zweitens_ jene Einheit sich als _immanentes_ Gesetz der Objekte selbst zeigt, so wird ihr Verhältniß ihre _eigenthümliche_ durch ihr Gesetz begründete Differenz, und eine Beziehung, in welcher ihre bestimmte Selbstständigkeit sich aufhebt; der _Chemismus_.

_Drittens_ diese wesentliche Einheit der Objekte ist eben damit als unterschieden von ihrer Selbstständigkeit gesetzt, sie ist der subjektive Begriff aber gesetzt als an und für sich selbst bezogen auf die Objektivität, als _Zweck_; die _Teleologie_.

Indem der Zweck der Begriff ist, der gesetzt ist, als an ihm selbst sich auf die Objektivität zu beziehen, und seinen Mangel, subjektiv zu seyn, durch sich aufzuheben, so wird die zunächst _äußere_ Zweckmäßigkeit durch die Realisirung des Zwecks zur _innern_ und zur _Idee_.

Erstes Kapitel. Der Mechanismus.

Da die Objektivität die in ihre Einheit zurückgegangene Totalität des Begriffes ist, so ist damit ein Unmittelbares gesetzt, das an und für sich jene Totalität und auch als solche _gesetzt_ ist, in der aber die negative Einheit des Begriffs sich noch nicht von der Unmittelbarkeit dieser Totalität abgeschieden hat;--oder die Objektivität ist noch nicht als _Urtheil_ gesetzt. Insofern sie den Begriff immanent in sich hat, so ist der Unterschied desselben an ihr vorhanden; aber um der objektiven Totalität willen sind die Unterschiedenen _vollständige_ und _selbstständige Objekte_, die sich daher auch in ihrer Beziehung nur als _selbstständige_ zu einander verhalten, und sich in jeder Verbindung _äußerlich_ bleiben.--Dieß macht den Charakter des _Mechanismus_ aus, daß, welche Beziehung zwischen den Verbunden Statt findet, diese Beziehung ihnen eine _fremde_ ist, welche ihre Natur nichts angeht, und wenn sie auch mit dem Schein eines Eins verknüpft ist, nichts weiter als _Zusammensetzung, Vermischung, Haufen u. s. f._ bleibt. Wie der _materielle_ Mechanismus, so besteht auch der _geistige_ darin, daß die im Geiste bezogenen sich einander und ihm selbst äußerlich bleiben. Eine _mechanisch Vorstellungsweise_, ein _mechanisches Gedächtniß_, die _Gewohnheit, eine mechanische Handlungsweise_ bedeuten, daß die eigenthümliche Durchdringung und Gegenwart des Geistes bei demjenigen fehlt, was er auffaßt oder thut. Ob zwar sein theoretischer oder praktischer Mechanismus nicht ohne seine Selbsthätigkeit, einen Trieb und Bewußtseyn Statt finden kann, so fehlt darin doch die Freiheit der Individualität, und weil sie nicht darin erscheint, erscheint solches Thun als ein bloß äußerliches.

A. Das mechanische Objekt.

1. Das Objekt ist, wie sich ergeben hat, der _Schluß_, dessen Vermittelung ausgeglichen und daher unmittelbare Identität geworden ist. Es ist daher an und für sich Allgemeines; die Allgemeinheit nicht im Sinne einer Gemeinschaftlichkeit von Eigenschaften, sondern welche die Besonderheit durchdringt, und in ihr unmittelbare Einzelnheit ist.

1. Vor's Erste unterscheidet sich daher das Objekt nicht in _Materie_ und _Form_, deren jene selbstständige Allgemeine des Objekts, diese aber das Besondere und Einzelne seyn würde; ein solcher abstrakter Unterschied von Einzelnheit und Allgemeinheit ist nach seinem Begriffe an ihm nicht vorhanden; wenn es als Materie betrachtet wird, so muß es als an sich selbst geformte Materie genommen werden. Ebenso kann es als Ding mit Eigenschaften, als Ganzes aus Theilen bestehend, als Substanz mit Accidenzen und nach den anderen Verhältnissen der Reflexion bestimmt werden; aber diese Verhältnisse sind überhaupt schon im Begriffe untergegangen; das Objekt hat daher nicht Eigenschaften noch Accidenzen, denn solche sind vom Dinge oder der Substanz trennbar; im Objekt ist aber die Besonderheit schlechthin in die Totalität reflektirt. In den Theilen eines Ganzen ist zwar diejenige Selbstständigkeit vorhanden, welche den Unterschieden des Objekts zukommt, aber diese Unterschiede sind sogleich wesentlich selbst Objekte, Totalitäten, welche nicht, wie die Theile, diese Bestimmtheit gegen das Ganze haben.

Das Objekt ist daher zunächst insofern _unbestimmt_, als es keinen bestimmten Gegensatz an ihm hat; denn es ist die zur unmittelbaren Identität zusammengegangene Vermittelung. Insofern der _Begriff wesentlich bestimmt_ ist, hat es die Bestimmtheit als eine zwar vollständige, übrigens aber _unbestimmte, d. i. verhältnißlose Mannigfaltigkeit_ an ihm, welche eine ebenso zunächst nicht weiter bestimmte Totalität ausmacht; _Seiten, Theile_, die an ihm unterschieden werden können, gehören einer äußern Reflexion an. Jener ganz unbestimmte Unterschied ist daher nur, daß es _mehrere_ Objekte giebt, deren jedes seine Bestimmtheit nur in seine Allgemeinheit reflektirt enthält, und nicht _nach Außen_ scheint. --Weil ihm diese unbestimmte Bestimmtheit wesentlich ist, ist es in sich selbst eine solche _Mehrheit_, und muß daher als _Zusammengesetztes_ als _Aggregat_ betrachtet werden.--Es besteht jedoch nicht aus _Atomen_, denn diese sind keine Objekte, weil sie keine Totalitäten sind. Die _leibnitzische Monade_ würde mehr ein Objekt seyn, weil sie eine Totalität der Weltvorstellung ist, aber in ihre _intensive Subjektivität_ eingeschlossen, soll sie wenigstens wesentlich _Eins_ in sich seyn. Jedoch ist die Monade, als _ausschließendes Eins_ bestimmt, nur ein von der _Reflexion angenommenes_ Princip. Sie ist aber Theils insofern Objekt, als der Grund ihrer mannigfaltigen Vorstellungen, der entwickelten, d. h. der _gesetzten_ Bestimmungen ihrer bloß _an sich_ seyenden Totalität, _außer ihr_ liegt, Theils insofern es der Monade ebenso gleichgültig ist, _mit anderen zusammen_ ein ausschließendes, für sich selbst bestimmtes.

2. Indem das Objekt nun Totalität des _Bestimmtseyns_ ist, aber um seiner Unbestimmtheit und Unmittelbarkeit willen nicht die _negative Einheit_ desselben, so ist es gegen die _Bestimmungen_ als _einzelne_, an und für sich bestimmte, so wie diese selbst gegeneinander _gleichgültig_. Diese sind daher nicht aus ihm, noch auseinander begreiflich; seine Totalität ist die Form des allgemeinen Reflektirtseyns seiner Mannigfaltigkeit in die an sich selbst nicht bestimmte Einzelnheit überhaupt. Die Bestimmtheiten, die es an ihm hat, kommen ihm also zwar zu; aber die _Form_, welche ihren Unterschied ausmacht, und sie zu einer Einheit verbindet, ist eine äußerliche gleichgültige; sie sey eine _Vermischung_, oder weiter eine _Ordnung_, ein gewisses _Arrangement_ von Theilen und Seiten, so sind dieß Verbindungen, die denen so bezogenen gleichgültig sind.

Das Objekt hat hiermit, wie ein Daseyn überhaupt, die Bestimmtheit seiner Totalität _außer ihm_, in _anderen_ Objekten, diese ebenso wieder _außer ihnen_, und sofort ins Unendliche. Die Rückkehr dieses Hinausgehens ins Unendliche in sich muß zwar gleichfalls angenommen und als eine _Totalität_ vorgestellt werden, als eine _Welt_, die aber nichts als die durch die unbestimmte Einzelnheit in sich abgeschlossene Allgemeinheit, ein _Universum_ ist.

Indem also das Objekt in seiner Bestimmtheit ebenso gleichgültig gegen sie ist, weist es durch sich selbst für sein Bestimmtseyn _außer sich hinaus_, wieder zu Objekten, denen es aber auf gleiche Weise _gleichgültig_ ist, _bestimmend zu seyn_. Es ist daher nirgend ein Princip der Selbstbestimmung vorhanden;--_der Determinismus_, --der Standpunkt, auf dem das Erkennen steht, insofern ihm das Objekt, wie es sich hier zunächst ergeben hat, das Wahre ist,--giebt für jede Bestimmung desselben die eines andern Objekts an, aber dieses Andere ist gleichfalls indifferent, sowohl gegen sein Bestimmtseyn, als gegen sein aktives Verhalten.--Der Determinismus ist darum selbst auch so unbestimmt, ins Unendliche fortzugehen; er kann beliebig allenthalben stehen bleiben, und befriedigt seyn, weil das Objekt, zu welchem er übergegangen, als eine formale Totalität in sich beschlossen und gleichgültig gegen das Bestimmtseyn durch ein anderes ist. Darum ist das _Erklären_ der Bestimmung eines Objekts, und das zu diesem Behufe gemachte Fortgehen dieser Vorstellung nur ein _leeres Wort_, weil in dem andern Objekt, zu dem sie fortgeht, keine Selbstbestimmung liegt.

3. Indem nun die _Bestimmtheit_ eines Objekts _in einem andern liegt_, so ist keine bestimmte Verschiedenheit zwischen ihnen vorhanden; die Bestimmtheit ist nur _doppelt_, einmal an dem einen, dann an dem andern Objekt, ein schlechthin nur _Identisches_, und die Erklärung oder das Begreifen insofern _tautologisch_. Diese Tautologie ist das äußerliche, leere Hinund Hergehen; da die Bestimmtheit von den dagegen gleichgültigen Objekten keine eigenthümliche Unterschiedenheit erhält, und deswegen nur identisch ist, ist nur _Eine_ Bestimmtheit vorhanden; und daß sie doppelt sey, drückt eben diese Äußerlichkeit und Nichtigkeit eines Unterschiedes aus. Aber zugleich sind die Objekte _selbstständig_ gegeneinander; sie bleiben sich darum in jener Identität schlechthin _äußerlich_.--Es ist hiermit der _Widerspruch_ vorhanden zwischen der vollkommenen _Gleichgültigkeit_ der Objekte gegen einander, und zwischen der _Identität der Bestimmtheit_ derselben, oder ihrer vollkommenen _Äußerlichkeit_ in der _Identität_ ihrer Bestimmtheit. Dieser Widerspruch ist somit die _negative Einheit_ mehrerer sich in ihr schlechthin abstoßender Objekte,--der _mechanische Proceß_.

B. Der mechanische Proceß.

Wenn die Objekte nur als in sich abgeschlossene Totalitäten betrachtet werden, so können sie nicht auf einander wirken. Sie sind in dieser Bestimmung dasselbe, was die _Monaden_, die eben deswegen ohne alle Einwirkung auf einander gedacht worden. Aber der Begriff einer Monade ist eben darum eine mangelhafte Reflexion. Denn erstlich ist sie eine _bestimmte_ Vorstellung ihrer nur _an sich_ seyenden Totalität; als ein _gewisser Grad_ der Entwickelung und des _Gesetztseyns_ ihrer Weltvorstellung ist sie ein _Bestimmtes_; indem sie nun die in sich geschlossene Totalität ist, so ist sie gegen diese Bestimmtheit auch gleichgültig; es ist daher nicht ihre eigene, sondern eine durch ein _anders_ Objekt _gesetzte_ Bestimmtheit. _Zweitens_ ist sie ein _Unmittelbares_ überhaupt, insofern sie ein nur _Vorstellendes_ seyn soll; ihre Beziehung auf sich ist daher die _abstrakte Allgemeinheit_; dadurch ist sie ein _für Andere offenes Daseyn_.--Es ist nicht hinreichend, um die Freiheit der Substanz zu gewinnen, sie als eine Totalität vorzustellen, die _in sich vollständig_, nichts _von Außen her_ zu erhalten habe. Vielmehr ist gerade die begrifflose, bloß vorstellende Beziehung auf sich selbst eine _Passivität_ gegen Anderes.--Ebenso ist die _Bestimmtheit_, sie mag nun als die Bestimmtheit eines _Seyenden_, oder eines _Vorstellenden_, als ein _Grad_ eigener aus dem Innern kommenden Entwickelung gefaßt werden, ein _Äußerliches_;--der _Grad_, welchen die Entwickelung erreicht, hat seine _Grenze_ in einem _Andern_. Die Wechselwirkung der Substanzen in eine _vorherbestimmte Harmonie_ hinauszuschieben, heißt weiter nichts, als sie zu einer _Voraussetzung_ machen, d. i. zu Etwas, das dem Begriffe entzogen wird.--Das Bedürfniß, der _Einwirkung_ der Substanzen zu entgehen, gründete sich auf das Moment der absoluten _Selbstständigkeit_ und _Ursprünglichkeit_, welches zu Grunde gelegt wurde. Aber da diesem _Ansichseyn_ des _Gesetztseyn_, der Grad der Entwickelung, nicht entspricht, so hat es eben darum seinen Grund in einem _Andern_.

Vom Substantialitäts-Verhältnisse ist seiner Zeit gezeigt worden, daß es in das Kausalitäts-Verhältniß übergeht. Aber das Seyende hat hier nicht mehr die Bestimmung einer _Substanz_, sondern eines _Objekts_; das Kausalitäts-Verhältniß ist im Begriffe untergegangen; die Ursprünglichkeit einer Substanz gegen die andere hat sich als ein Schein, ihr Wirken als ein Übergehen in das Entgegengesetzte gezeigt. Dieß Verhältniß hat daher keine Objektivität. Insofern daher das eine Objekt in der Form der subjektiven Einheit als wirkende Ursache gesetzt ist, so gilt dieß nicht mehr für eine _ursprüngliche_ Bestimmung, sondern als etwas _Vermitteltes_; das wirkende Objekt hat diese seine Bestimmung nur vermittelst eines andern Objekts.--Der _Mechanismus_, da er der Sphäre des Begriffs angehört, hat an ihm dasjenige gesetzt, was sich als die Wahrheit des Kausalitäts-Verhältnisses erwies; daß die Ursache, die das An- und Fürsichseyende seyn soll, wesentlich ebenso wohl Wirkung, Gesetztseyn ist. Im Mechanismus ist daher unmittelbar die Ursachlichkeit des Objekts eine Nichtursprünglichkeit; es ist gleichgültig gegen diese seine Bestimmung; daß es Ursache ist, ist ihm daher etwas Zufälliges. --Insofern könnte man wohl sagen, daß die Kausalität der Substanzen _nur ein Vorgestelltes_ ist. Aber eben diese vorgestellte Kausalität ist der _Mechanismus_, indem er dieß ist, daß die Kausalität, als _identische_ Bestimmtheit verschiedener Substanzen, somit als das Untergehen ihrer Selbstständigkeit in dieser Identität, ein _bloßes Gesetztseyn_ ist; die Objekte sind gleichgültig gegen diese Einheit, und erhalten sich gegen sie. Aber ebenso sehr ist auch diese ihre gleichgültige _Selbstständigkeit_ ein bloßes _Gesetztseyn_; sie sind darum fähig, sich zu _vermischen_ und zu _aggregiren_, und als _Aggregat_ zu _Einem Objekte_ zu werden. durch diese Gleichgültigkeit, ebenso wohl gegen ihren Übergang, als gegen ihre Selbstständigkeit, sind die Substanzen _Objekte_.

a. Der formale mechanische Proceß.

Der mechanische Proceß ist das Setzen dessen, was im Begriffe der Mechanismus enthalten ist, zunächst also eines _Widerspruchs_.

1. Das Einwirken der Objekte ergiebt sich aus dem aufgezeigten Begriffe so, daß es das _Setzen der identischen_ Beziehung der Objekte ist. Dieß besteht nur darin, daß der Bestimmtheit, welche bewirkt wird, die Form der _Allgemeinheit_ gegeben wird;--was die _Mittheilung_ ist, welche ohne Übergehen ins Entgegengesetzte ist. --Die _geistige Mittheilung_, die ohnehin in dem Elemente vorgeht, welches das Allgemeine in der Form der Allgemeinheit ist, ist für sich selbst eine _ideelle_ Beziehung, worin sich ungetrübt _eine Bestimmtheit_ von einer Person in die andere _kontinuirt_, und ohne alle Veränderung sich verallgemeinert,--wie ein Duft in der widerstandslosen Atmosphäre sich frei verbreitet. Aber auch in der Mittheilung zwischen materiellen Objekten macht sich ihre Bestimmtheit auf eine ebenso ideelle Weise, so zu sagen, _breit_; die Persönlichkeit ist eine unendlich intensivere _Härte_, als die Objekte haben. Die formelle Totalität des Objekts überhaupt, welche gegen die Bestimmtheit gleichgültig, somit keine Selbstbestimmung ist, macht es zum Ununterschiedenen vom andern, und die Einwirkung daher zunächst zu einer ungehinderten Kontinuirung der Bestimmtheit des einen in dem andern.