William Wilberforce, der Sklavenfreund Ein Lebensbild, für die deutsche Jugend und das deutsche Volk gezeichnet

Part 12

Chapter 121,009 wordsPublic domain

Und wir freuen uns zum Schlusse noch sagen zu können, daß es Wilberforce nicht erging, wie so manchem anderen Wohlthäter der Menschheit vor ihm und nach ihm, daß er erst bei der dankbaren Nachwelt die verdiente Anerkennung fand, während die kurzsichtige Mitwelt sie ihm versagte, oder doch nicht in gebührendem Maße zollte. Nein, die Hochachtung, die er schon zu seinen Lebzeiten selbst bei Feinden und Gegnern gefunden hatte, sie trat sofort bei seinem Tode in das hellste Lichte und machte sich in der ehrenvollsten Weise kund.

Einstimmig erkannte das Parlament dem Verstorbenen die höchste Ehre zu, die England seinen großen Männern zu erweisen pflegt, daß nämlich sein Leichnam in der Westminsterabtei beigesetzt wurde, zur letzten Ruhestätte geleitet von den Mitgliedern des Ober- wie des Unterhauses, ja selbst von einem Prinzen des Königlichen Hauses und von dem Lordkanzler, die es nicht unter ihrer Würde erachteten, bei den Trägern des Leichentuches zu sein.

In seiner Vaterstadt Hull, sowie in York, der Hauptstadt der so lange von ihm vertretenen Grafschaft, wurden an seinem Begräbnistage Gedächtnisfeierlichkeiten für Wilberforce veranstaltet, und während ihm seine Vaterstadt später eine Denksäule errichtete, setzte die ganze Grafschaft ihm ein Denkmal anderer Art, das aber gewiß mehr als eine Denksäule dem Sinne und Geiste entsprach, in welchem der Geehrte während seiner Lebenszeit gewirkt hatte, sie gründete eine Blindenanstalt, zur Ehre seines Namens.

Auf den westindischen Inseln aber legten die Neger, die so viel Ursache hatten, seinen Namen zu segnen, bei der Nachricht von seinem Tode Trauerkleider an, und eben dasselbige that die farbige Bevölkerung in New-York.

Und doch, was waren alle diese Ehrenbezeugungen und Verherrlichungen des Verstorbenen gegenüber der Herrlichkeit, die der Herr im Himmel droben bereit hielt für seinen treuen Knecht, der mit dem reichen Pfunde, welches ihm anvertraut gewesen war, so wirksam gewuchert und im Dienste seines himmlischen Herrn mit hingebender Liebe gewirkt hatte, so lange es Tag für ihn war! Wie ist da gewiß wahr geworden an ihm das schöne Wort des 116. Psalms: »Der Tod seiner Heiligen ist wert gehalten vor dem Herrn«! Wie durfte er dort gewiß voll seliger Freude jubeln mit den Worten desselben Psalms: »O Herr, ich bin Dein Knecht; du hast meine Bande zerrissen.«

Wenn aber der geneigte Leser dieses Büchleins sich gedrungen fühlt, nicht blos den Namen Wilberforce mit Hochachtung zu nennen, so oft er ihm auf die Zunge kommt, sondern sich auch an dem hochgeachteten Manne ein Vorbild zu nehmen, und zwar nicht allein an dem heiligen Eifer für alles Hohe und Heilige, der ihn durchglühte, an der hingebenden Pflichttreue, die ihn nie ruhen ließ, an seiner rührenden Demut und Bescheidenheit, die ihn seiner reichen Gaben, seiner gesegneten Wirksamkeit sich niemals selbst überheben ließ, sondern auch vor allem an dem unermüdlichen, sich selbst nie genug thuenden Dichten und Trachten, sowohl seine eigene Seligkeit zu schaffen, als auch Anderen auf den rechten Weg zur Seligkeit zu verhelfen, soweit dies in Menschenkraft liegt: so ist der innigste Wunsch dessen erfüllt, der diese Blätter geschrieben hat.

Verlag von Julius Niedner in Wiesbaden.

Durch alle Buchhandlungen und durch mich zu beziehen:

Aus der Maje.

Erzählungen von =W. O. von Horn= (W. Oertel.)

Vier Bände.

Broschiert 6 Mk. 40 Pfg., eleg. u. dauerh. geb. 9 Mk.

Jeder Band ist einzeln broschiert à 1 Mark 60 Pf., gebunden à 2 Mark 25 Pf. zu haben.

Die große Anzahl starker Bände der »Maje, ein Volksbuch für Alt und Jung im deutschen Vaterlande« fehlen seit einer Reihe von Jahren gänzlich. Da nun fortwährend dieses gute deutsche Volksbuch verlangt wird, namentlich die darin befindlichen Erzählungen von +W. O. von Horn+ (nur darin erschienen), so hielt ich es für geboten, die Erzählungen neu aufzulegen, und glaube damit dem deutschen Volke einen Dienst zu erweisen. An diese Erzählungen sollen sich anreihen Erzählungen anderer anerkannter Autoren und die besten Beiträge naturgeschichtlichen, geographischen und geschichtlichen Inhaltes. Meine Auswahl trifft nur das Beste und glaube ich mit vollem Rechte sagen zu können, daß diese Auslese ein Volksbuch liefern wird, wie es die Volkslitteratur noch nicht hat.

Aus jeder Seite, ja aus jeder Zeile der Horn'schen Erzählungen tritt uns eine Wärme, eine Innigkeit entgegen, wie sie nur hervorquellen kann aus einer zur vollen Andacht gestimmten edlen Seele. +W. O. von Horn's+ Erzählungen, fromm, innig und populär, zeichnen sich eben so sehr durch treffende Schilderungen des Häuslichen und Landschaftlichen aus, wie durch Wahrheit und Tiefe der Charakterzeichnungen; sie sind daher allen Familien, in denen reine Erzählungen gesucht werden, sowie allen Volksbibliotheken zu empfehlen.

Fünfter und sechster Band: Erzählungen anderer Autoren.

Broschiert à 1 Mark 60 Pfg., elegant und dauerhaft gebunden 2 Mark 25 Pfg.

=Aus der Maje=, wird im Ganzen acht Bände umfassen, deren jeder einzeln zu haben ist, und eine Bibliothek ersten Ranges für Familien und Volksbibliotheken bilden.

Erzählungen

aus dem

Volksbuche: Die Spinnstube.

Begonnen von =W. O. von Horn=.

=Erster Band= (Jahrgänge 1875--1877).

40 Bogen. Mit 3 Stahlstichen und 90 Holzschnitten.

=Zweiter Band= (Jahrgänge 1878--1880).

40 Bogen. Mit 3 Stahlstichen und 90 Holzschnitten.

=Dritter Band= (Jahrgänge 1881--1883).

40 Bogen. Mit 3 Stahlstichen und 90 Holzschnitten.

Preis des Bandes broschiert 1 Mk. 20 Pfg., elegant gebunden 1 Mk. 80 Pfg.

Eine stets willkommene Gabe für deutsches Gemüts- und Familienleben werden die alten Jahrgänge für Haus- und Volks-Bibliotheken gern angeschafft.

Ich habe mich zu obiger Ausgabe entschlossen, die in 120 Bogen 9 Stahlstiche und 270 Holzschnitte, 23 große Erzählungen von +W. O. von Horn+ wie von den ersten Autoren und eine große Zahl kleinere Aufsätze enthält, daher bei dem sehr billigen Preis überall willkommen sein wird.

=Von da ab wird die Spinnstube nur in der Höhe der Abonnentenzahl gedruckt.=

Druck von +K. Schwab+ in Wiesbaden.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Kapitelnumerierung (Kapitel IV war doppelt) wurde korrigiert.

Korrekturen:

S. 25: zurückziehen → zurückzuziehen in die ländliche Stille {zurückzuziehen}

S. 50: sie → Sie {Sie} hierbei und in allen Stücken zu stärken

S. 76: 1789 → 1798 in der Parlamentssitzung von {1798} keinen Fortgang.

S. 135: Kant → Kent East Forleigh in der Grafschaft {Kent}

S. 136: sie → Sie Anstrengungen, welche {Sie} mit solcher Ausdauer

S. 140: sie → Sie als da {Sie} zuerst in das öffentliche Leben eintraten