Wegweiser durch das sächsisch-böhmische Erzgebirge

Part 11

Chapter 11654 wordsPublic domain

[13] Der Flossgraben ist 1564--66 von dem Annaberger Rathsherrn +Georg Oehder+, einem Schwager Melanchthons, abgemessen und angelegt worden. Fast in der Mitte des Einschnitts, welchen der Flossgraben zwischen Morgensonne und Pöhlberg durchzieht, befindet sich rechts, nach der Chaussee zu, ein Stein mit der Inschrift: =G. Ö.= und erinnert so an den Erbauer.

[14] Die aufgefundene Masse wog 276 Pfd.; der grösste Theil davon ist nach Prag und Wien gebracht worden; das elbogner Stück hält 36½ Pfd.

[15] Zur Zeit des Prinzenraubes war Schwarzenberg noch böhmisch; erst 1459, bei Vermählung Albrechts mit Sidonie von Böhmen, fiel es an die Mark Meissen; Kunz v. Kaufungen war daher am Fürstenberge der böhmischen Grenze schon sehr nahe gewesen.

[16] +Bernsbach+ bereitet auch Feuerschwamm, wozu das Rohmaterial aus den Karpathen bezogen wird.

[17] Jährlich werden wohl 100,000 Schock Darmsaiten geliefert, wozu das Material allerorts her, besonders aus Ungarn und Dänemark, bezogen wird.

[18] Neueren Nachrichten zufolge wird in nächster Zeit von einer Privatgesellschaft oder dem Staate die Eisenbahn von Aue nach Jägersgrün gebaut und dadurch der Wunsch Eibenstocks befriedigt werden.

[19] +Bockwa+ wurde durch den Kohlenbergbau zum reichsten Dorf Sachsens, ja vielleicht Deutschlands. Es hat eine prächtige Schule und eine noch prächtigere Kirche; seine Häuser gleichen eher grossstädtischen Palästen als ländlichen Wohnungen.

[20] In der Kirche zu Ebersdorf, wohin Lichtenwalde eingepfarrt ist, befindet sich des Harras Bildniss und ein Hufeisen seines Pferdes. Allda sind auch aufbewahrt: die Kleider der geraubten Prinzen Ernst und Albert und die Kutte des Köhlers, welcher Albert befreite.

[21] An die letzte Belagerung der Schweden (1642--43) erinnert das schöne »Schwedendenkmal« vor dem Petersthore.

[22] Die Bergleute zerfallen auch in Bergleute vom +Leder+ und Bergleute von der +Feder+; jene besorgen die eigentlichen Grubenarbeiten, diese die nöthigen Schreibereien.

[23] Freiberg's berühmteste Zöglinge sind: Leopold v. Buch und Alex. v. Humboldt.

Verlag von =Hermann Graser= in Annaberg.

=Album der Chemnitz-Annaberger Staatseisenbahn.=

Malerische Ansichten, 16 Lithographien, gr. 4.°

2 Thlr. 20 Ngr.

---- Color. Ausgabe 4 Thlr. 10 Ngr.

=Einzelne Blätter aus dem Album:= Annaberg, Buchholz, Wiesenbad, Wolkenstein, Zschopau, Augustusburg, Scharfenstein, Erdmannsdorf und andere,

schwarz à 7½ Ngr.

colorirt à 12½ Ngr.

=Album von Annaberg und Buchholz.=

6 Photolithogr. -- Thlr. 15 Ngr.

-- -- Grosse Ausgabe, 6 Photogr. 2 Thlr.

=Totalansicht von Annaberg.= Lithographie 1 Thlr.

-- -- -- en gouache gem. 3 Thlr.

=Totalansicht von Buchholz.= Lithographie 1 Thlr.

-- -- -- en gouache gem. 3 Thlr.

=Panorama von Annaberg-Buchholz.= Lith. 1½ Thlr.

=Ansichten von Annaberg, Buchholz u. Umgegend.=

Photographien in Visitenkartenformat à 3 Ngr.

Buchholz, J. H. Hollstein.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Die Höhenkarte (Teil 1) wurde ans Ende verschoben.

Offensichtlich fehlerhafte Zeichensetzung wurde stillschweigend korrigiert.

Korrekturen (hier durch {} gekennzeichnet):

S. IV: Nenes → Neues und das Neue bald wieder ein {Neues} gebiert

S. VIII: Netschkau → Netzschkau Herlasgrün, {Netzschkau} und Reichenbach nach Zwickau

S. 12: zn → zu aus Urgebirge bestehenden Gipfel sind {zu} nennen

S. 15: Umgegsnd → Umgegend Die Vegetationsverhältnisse von Annaberg und {Umgegend}

S. 24: Strik → Strick durch die {Strick}- und Nähmaschine

S. 27: 12 → 14 {14}. Baudenkmäler

S. 29: Hinterzinnnwald → Hinterzinnwald Vorder- u. {Hinterzinnwald} nach Altenberg.

S. 39: Jrfersgrün → Irfersgrün zu Fuss über {Irfersgrün}

S. 66: preussiche → preussische Unterdessen hatte sich der {preussische} General Kleist genähert

S. 67: französichen → französischen fällt dem {französischen} Korps in den Rücken

S. 73: entpringt → entspringt Altenberg {entspringt} die rothe Weisseritz

S. 98: Zchopau → Zschopau welche {Zschopau} und Pressnitz mit einander bilden

S. 101: Jn → In {In} der Sakristei selbst

S. 103: hei → bei man {bei} seinem hundertjährigen Geburtstage

S. 104: Gesellchaften → Gesellschaften ganze {Gesellschaften} von klöppelnden Frauen

S. 110: Chaussehaus → Chausseehaus an dem Kunnersdorfer {Chausseehaus}

S. 122: Posamentierei → Posamentirerei Treibt {Posamentirerei} und Schuhmacherei

S. 135: Zchorlau → Zschorlau über {Zschorlau}, Burkhardtsgrün und Sachsengut

S. 152: Drathflechtereien → Drahtflechtereien dann {Drahtflechtereien}, Nagelmaschinen

S. 153: uud → und Frankenberg {und} Hainichen

S. 155: Zchopau → Zschopau Jenseits der {Zschopau} trifft man

S. 157: je der → jeder fast {jeder} Dritte ein Bergmann

S. 160: Eürsten → Fürsten werthvollste Besitz der Wettinischen {Fürsten}

Fußnote 12: Wort zu eingefügt dem Himmlischheerer Schacht {zu} sehen

Ansonsten wurde die unterschiedliche Schreibweise von Ortsnamen beibehalten.