Wegweiser durch das sächsisch-böhmische Erzgebirge

Part 10

Chapter 103,298 wordsPublic domain

Von Zschopau (s. o. S. 88) fährt man mit der Eisenbahn, immer den gleichnamigen Fluss entlang, bis Erdmannsdorf (1079 E.). Hier verlässt man den Zug, um gleich hinter dem Bahnhofe, in angenehmem Waldthale (nicht auf der Chaussee!) nach Stadt +Schellenberg+ und der darüber thronenden +Augustusburg+ emporzusteigen. Diese gewährt von ihrer nordwestlichen Zinne eine wundervolle Umschau, indem der Blick über freundliche Ortschaften, lachende Fluren und grüne Wälder dahinschweift und ebensowohl den Kamm des Obergebirges mit den verschiedenen Gipfeln, als die Gegenden des Niederlandes mit dem Rochlitzer- und Kolmberg trifft! Das Schloss, von 1568--72 erbaut, besteht aus vier genau nach den Himmelsgegenden gelegenen Häusern (dem Sommer-, Küchen-, Linden- und Hasenhaus) und enthält 1 Kapelle, 5 Säle, über 150 Zimmer und Kammern und 25 Keller. Die Kapelle ist im byzantischen Style ausgeführt und besitzt ein Altargemälde von Kranach dem Jüngern. Sehenswerth sind auch der 300 Ellen tiefe Schlossbrunnen, eine uralte Linde und der frühere Bärenzwinger.

Von der Burg begiebt man sich, auf ihrer hinteren, d. i. westlichen Seite herabsteigend, über den +Kunnerstein+, welcher wegen der prächtigen Aussicht auf das Zschopauthal gern besucht wird, zurück nach Erdmannsdorf, um mit dem Dampfwagen nach Niederwiesa (722 E.) zu fahren und dann zu Fusse nach +Lichtenwalde+ zu gehen. Ein schönerer Schlosspark als der von Lichtenwalde ist in ganz Sachsen nicht zu finden. Er ist terassenförmig und im französischen Geschmack angelegt und erstreckt sich über lauschigen Thalgrund wie über freiere Höhen. Wundervoll sind die langen Lindenalleen, ehrwürdig die Gruppen von Eichen, reizend die Baumgänge unter Buchengezweig. Auch wenn die Wasserkünste nicht gehen -- gewöhnlich sind sie nur zu Pfingsten und Johannis in Thätigkeit -- wird man sich von Lichtenwalde erquickt und gehoben fühlen. Dazu ist in der Nähe noch eine interessante Partie. Jenseits der Zschopau trifft man auf den +Harrassprung+, welcher von der Sage und Poesie so verherrlicht worden ist. Man gedenkt bei ihm um so lieber der besungenen Mähr', weil des Flusses Felsenrand und das winkende Schloss das Wagniss des Ritters[20] verstehen und würdigen lehren. -- Nun geht man an der Zschopau abwärts bis +Frankenberg+, besichtigt die Stadt und fährt dann mit der Bahn nach +Hainichen+, womit das Tagesziel erreicht ist.

+Schellenberg+, Stadt, 1550´ ü. M., mit 1943 E. Treibt neben Feldwirthschaft etwas Woll- und Baumwollweberei.

+Frankenberg+, Stadt a. d. Zschopau, 812´ ü. M., mit 9408 E. Hat viel Fabriksthätigkeit in baumwollenen, halbwollenen und mit Seide gemischten Stoffen; auch Damastweberei. -- Etwas unterhalb Frankenberg thront an der Zschopau das malerische Felsenschloss +Sachsenburg+, zu welchem eine in Stein eingehauene Treppe von 180 Stufen emporführt.

+Hainichen+, Stadt a. d. kleinen Striegis, 950´ ü. M., mit 7713 E. Ist der Mittelpunkt einer lebhaften Flanellindustrie, zu welcher die Garne in der Stadt und Umgegend gesponnen werden. In der Nähe etwas Kohlenbergbau. Hainichen ist Geburtsort des Dichters +Gellert+ († 1769); an ihn erinnert ein Denkmal auf dem Markte und ein nach ihm benanntes Rettungshaus.

XXXVI. Route: Von =Chemnitz= über =Oederan= nach =Freiberg=.

(+Eisenbahnroute.+)

Von Chemnitz fahren wir mit dem Dampfwagen durch Niederwiesa nach +Flöha+, dann in vielen Windungen, wobei Einschnitte, Dämme und Brücken nicht fehlen, das Flöhathal hinauf nach +Falkenau+ (1019 E.) und von da hinüber nach +Oederan+. Hier verlassen wir den Zug, um der Stadt und der hinter ihr gelegenen +Schönerstädter Höhe+ einen Besuch abzustatten. Später fahren wir mit der Eisenbahn weiter und gelangen über +Frankenstein+ (541 E.) und +Kleinschirma+ (505 E.) nach +Freiberg+, der alten Berghauptstadt, welche den Schlusspunkt unserer Routen bilden soll. -- Wer Freiberg und Umgegend genau kennen lernen will, muss zwei Tage darauf verwenden; soll dabei die interessante »Grabentour« (s. o. T. XI. S. 45) gemacht werden, so ist noch ein Tag mehr nothwendig.

+Oederan+, Stadt am Hölzelbache, 1144´ ü. M., mit 5997 E. Hat ansehnliche Weberei, besonders Flanell- und Tuchfabrikation. In der Nähe die aussichtsvolle Schönerstädter Höhe und etwas weiter, in einer Abzweigung des Flöhathales, der schauerliche, düstere Höllengrund.

+Freiberg+, Stadt am Münzbach, 1284´ ü. M., mit 20,566 E. Ist Mittelpunkt des erzgebirgischen Silberbergbaues und lässt sofort erkennen, dass der Bergbau die Grundlage seines socialen Lebens ist. Zu ungewohnter Stunde vernimmt man das Geläute der Heuerglocken, welches den Knappen zur Schicht ruft. Man trifft Kaufläden mit Bergmanns-Kleidern, Bergmanns-Geräthen und Markscheide-Instrumenten; von den Buchhandlungen sind fast ausschliesslich bergmännische Schriften und Bilder ausgestellt; auf der Strasse ist von den Begegnenden fast jeder Dritte ein Bergmann, Bergstudent oder Bergbeamter; man hört die Titel: Oberkunstmeister, Bergwardein, Hüttenraiter und Viceeinfahrer und wird vorwiegend mit: »Glück auf!« begrüsst. An Alterthümlichem hat sich die Stadt manches bewahrt. Ausser dem Schloss, dem Rathhaus und den Kirchen sind dazu die Reste der Ringmauer und mehrere steilgiebelige, vielfensterige, hie und da mit bergmännischen Symbolen versehene Häuser zu rechnen. Am Interessantesten ist der Dom. Er enthält die +goldene Pforte+, welche allgemein als Meisterwerk des romanischen Styls gilt. Sie ist ein Ueberbleibsel der alten, im Jahre 1484 durch Feuer zerstörten Marienkirche, an deren Stelle der Dom in seiner jetzigen Gestalt erbaut wurde. Ausserdem befindet sich darin eine +Begräbnisskapelle+, in welcher die protestantischen Fürsten der albertinischen Linie, von Heinrich d. Frommen († 1541) bis Johann Georg dem Vierten († 1694) bestattet worden sind. (Die früheren sächsischen Fürsten ruhen in Altenzelle und Meissen, die späteren in Dresden.) Unter den vorhandenen Grabmälern ragt das des Kurfürsten Moritz hervor: es ist ihm von seinem Bruder August gesetzt worden und soll 80,000 Dukaten gekostet haben. In dem Kreuzgange der Kirche schlummert der grosse Mineralog Werner, einst die Zierde der Bergakademie. Die Orgel des Domes ist von Silbermann und hat 45 klingende Stimmen. Das Haus, in welchem Silbermann das Meisterwerk gebaut hat, ist seit 1864 durch eine Marmortafel bezeichnet. Aus dem Schlosse +Freiheitstein+, in welchem einst Herzog Heinrich d. Fromme Hof hielt und 1521 Kurfürst Moritz geboren wurde, hat man ein Magazin gemacht. Von herrlichen Baum-Anlagen umgeben, die sich überhaupt um die ganze Stadt herumziehen, steht vor dem Kreuzthore die Bronce-Büste des Mineralogen Werner und vor dem Petersthore das sogenannte Schwedendenkmal. Auf dem Markt bezeichnet ein Stein die Stelle, wo Kunz von Kaufungen am 14. Juli 1455 hingerichtet wurde, und im nahen Rathhause verwahrt man ein Stück der Strickleiter, mit welcher er das Altenburger Schloss erstieg. Das Gebäude der Bergakademie (Letztere 1765 durch Prinz Xaver gegründet) enthält ausser den Hörsälen und Laboratorien mehrere auf das Bergwesen bezügliche Sammlungen. -- Die Umgebung Freibergs, mit ihren Hallen und Zechenhäusern, stimmt ganz zu dem Bilde der Bergstadt. Im Ganzen aber erscheint die Landschaft etwas kahl, wie denn die erzgebirgischen Schächte und Stollen fast alle in reizloser Gegend gelegen sind. Schon oberirdisch enthalten die Berggebäude manches Interessante. Man trifft da die Anstalten zur Hebung der Wasser und zur Förderung der Erze und bemerkt neben einfachen Haspeln allerlei Göpel und künstliche Maschinen. Am meisten aber bieten die Gruben unterirdisch. Man staunt über die »Teufen«, in welche der Mensch zu dringen vermag, sieht, wie der Bergmann minirt und mit Erfolg den Erzadern, welche sich oft neckisch verstecken, nachspürt. Darum ist jedem Reisenden die Befahrung einer Freiberger Erzgrube anzurathen -- am geeignetsten dazu erscheint die »Himmelfahrt« --: er wird dadurch die grossartige Betriebsorganisation des Silberbergbaues kennen lernen und überhaupt Anschauungen und Eindrücke gewinnen, welche sich nicht wieder verwischen. Doch dürfen desshalb die andern montanistischen Werke über Tage, die Scheidebänke, Pochwerke, Erzwäschen und besonders die +Obermuldener Schmelzhütten+, nicht vernachlässigt werden; in ihrer Gesammtheit gewähren sie dem Laien unendlich viel Neues und dem Fachmann reiche Gelegenheit zu fruchtbarem Studium. -- Auch die +Altväterwasserleitung+ verdient, obschon sie nicht mehr benutzt wird, einen Besuch, denn ihre noch stehenden Pfeiler beweisen, dass durch sie, wie zu Zeiten der Römer, das Wasser von einem Berg zum andern übergeführt wurde. Das +Amalgamirwerk+ zu Halsbrücke, in welchem das Silber mit Hülfe des Quecksilbers gewonnen wurde, ist eingegangen, weil die neuere Hüttenchemie bequemere und billigere Mittel besitzt, den Erzen das edle Metall zu entlocken. Erwähnenswerth aber bleibt, dass für dieses Werk im Jahre 1827 die erste Gasbeleuchtung in Sachsen eingerichtet worden ist.

Für Freiberg ist schon seit Langem der Bergbau Hauptnahrungszweig, doch hat es auch andere gewerbliche Etablissements, die zum Theil mit den montanistischen Wesen zusammenhängen: so ein Arsenikwerk, eine Pulverfabrik, eine Schrotfabrik, eine Fabrik leonischer Gold- und Silberwaaren, eine Eisengiesserei, eine Flachsspinnerei und eine Portefeuillefabrik.

+Geschichtliches.+ -- Die Stadt Freiberg verdankt ihre Entstehung dem Bergbaue. Die Sage meldet darüber Folgendes: »Im Jahre 1169 führten Fuhrleute aus Goslar Salz von Halle durch die Markgrafschaft Meissen nach Böhmen. In der nachherigen Freiberger Gegend legten die Räder ihrer Wagen ein Stück glänzenden Gesteines blos, das sie mit gen Goslar nahmen. Als es sich hier als bauwürdiges Silbererz auswies, wanderten Bergleute vom Harz nach dem Fundort.« Wahrscheinlicher dagegen ist, dass die Sorben schon früher Bergbau im oberen Erzgebirge getrieben hatten und man um das genannte Jahr nur wieder reichere Anbrüche machte, wodurch zahlreiche Ansiedler von allen Seiten herbeigelockt wurden. So entstand der Ort Christiansdorf, welches der Markgraf +Otto der Reiche+ im Jahre 1181 zu einer Bergstadt und Feste erhob, der er den schönen Namen +Freiberg+ gab. Da die erschürften Silbergänge sich sehr ergiebig zeigten, so wurde die neue Stadt bald der werthvollste Besitz der Wettinischen Fürsten. Aber es fanden sich auch Neider. Zweimal versuchten deutsche Kaiser (Heinrich VI. und Adolph v. Nassau) das sich rasch vergrössernde Freiberg zum Eigenthum des Reiches zu machen; allein die Bürger hielten zu ihrem angestammten Landesfürsten und machten die Anschläge jener zu Nichte. Für solche Treue verdienten und fanden die Einwohner vielfache Gunst. Reich mit Freiheiten begabt und durch immer grösseren Bergsegen beglückt, erhob sich die Stadt zur ersten im Meissnerlande, so dass sie bei Beginn des 16. Jahrh. 70,000 Einwohner zählte. Allein der 30jährige Krieg knickte die Blüthe der Stadt. Wiederholt von den Kaiserlichen und Schweden[21] belagert, widerstand sie zwar der Eroberung, musste aber geschehen lassen, dass ihre sämmtlichen Vorstädte und mehrere Strassen der Innenstadt durch Feuer zerstört wurden. Am Ende des Krieges besass sie kaum noch den zehnten Theil ihrer früheren Einwohner und dazu waren die meisten ihrer Gruben in Verfall gerathen oder ganz zum Erliegen gekommen. Langsam erholte sich die Stadt von solchem Schlage, doch die vormalige Grösse hat sie nie wieder erlangt. Auch ist sie später nicht ohne Kriegsdrangsal geblieben. Im Jahre 1762 wurde des 7jährigen Krieges letzte Schlacht bei Freiberg (durch Prinz Heinrich) geschlagen, und in den deutschen Freiheitskriegen ist die Stadt, welche wegen der Silbergruben als sehr reich galt, durch Einquartierung und Kontribution arg betroffen worden.

Wenn auch Freiberg heute an Wohlstand und Bevölkerung hinter seiner Blüthezeit zurücksteht, eines hat es sich bewahrt: den Vorrang im +Berg-+ und +Hüttenwesen+. Zu dieser Ueberlegenheit haben mehrere Umstände beigetragen. Zunächst die Tüchtigkeit der erzgebirgischen Knappen. Sie sind fleissig und anstellig, ehrlich und genügsam und besitzen, da sie einem besondern Stand mit eigener Verfassung, eigener Tracht u. eigener Sprache angehören, Standesgefühl, Selbstachtung und kameradschaftlichen Sinn. Die Stufenleiter unter den Bergleuten[22] ist seit Alters geregelt. Zuerst wird Einer Scheidejunge, darnach Grubenjunge, weiter avancirt er zum Ausläufer und mit dem Lehrhäuer oder Bergknecht ist die erste wichtige Staffel erreicht. Nachdem er als solcher sieben Jahre gearbeitet und sein »Probegeding« bestanden hat, wird er Doppelhäuer und damit wirklicher Knappe. Ausser den eigentlichen Bergleuten giebt es auch noch Mauer- und Zimmerlinge. Die Ganghäuer müssen die Bergschule besucht haben und können sich zu Steigern emporschwingen. Auch unter den Bergbeamten ist die Rangordnung genau festgestellt. Dazu bilden die Genossen jedweden Reviers eine +Knappschaft+, welche durch Stärkung des religiösen Sinnes, Ueberwachung der Sitten und Aufrechthaltung einer straffen Mannszucht, den Einzelnen bei beruflicher und sittlicher Tüchtigkeit zu erhalten sucht, so dass der sächsische Knappe jedem anderen Knappen ebenbürtig, wenn nicht überlegen ist. -- Ferner hat zur Hebung des Freiberger Bergbaues beigetragen, dass die fast zu Tage liegenden Silberadern bald erschöpft waren. Man musste nun in die Tiefe dringen und, um dies mit Vortheil thun zu können, den Bau der Gänge und der Erdrinde überhaupt erforschen. Als neue Aufgabe wuchs hierbei die Bezwingung der Grubenwässer heran; denn je tiefer man in den Schoos der Erde hinabsteigt, desto mehr schiessen sie von allen Seiten herzu. Und gerade in Bewältigung des Wassers durch das Wasser haben sich die Freiberger vielleicht ihre grössten Triumphe errungen. Was anderwärts der Dampf oder die kostbare Menschenhand besorgt, das muss hier meist das oberirdische Wasser verrichten. »Das Bächlein, das eben in einem Pochwerke thätig war, muss alsbald wieder das Wasserrad einer Pumpe treiben; von diesem fällt es in den Schacht hinab auf ein zweites und drittes Rad, und kaum durch einen Stollen entlassen, arbeitet es aufs Neue in einer andern Grube. Kein Gewässer darf müssig schlendern. Sind die einzelnen Gefliesse zu schwach und unbeständig, so werden sie in Sammelteichen aufgestaut und aus diesen wird den einzelnen Gruben ihr Bedarf nach wöchentlichen Rädern zugemessen. Ueber die Vertheilung dieser Wasserschätze wird jährlich genaue Rechenschaft abgelegt.« -- Weiter wirkte auf das Freiberger Bergwesen günstig ein, dass die in der Tiefe gebrochenen Erze nicht reich an Silber waren. Man musste deshalb darauf bedacht sein, auch ärmere Erze zu verhütten, und darum mechanische Mittel ersinnen, das edle von dem tauben Gestein zu sondern. In dieser Beziehung hat man es soweit gebracht, dass man jetzt Gangmasse benutzt, bei der aus 100 ~Ctr.~ Gestein nur 5 ~Lth.~ Metall gewonnen werden. Dem sächsischen Bergmanne ward eben sein Leben schwer gemacht; doch gerade die Schwierigkeiten spornten ihn an, mit Erfolg seine geistige Kraft zu zeigen. Heute liefern die Freiberger Gruben einen jährlichen Ertrag von 1½ Million Thalern, also aus den geringeren Erzen mehr, denn früher aus den reichsten Anbrüchen. -- Endlich wurde die Bedeutung Freibergs durch Gründung der Bergakademie wesentlich erhöht. Nunmehr waren hier Theorie und Praxis mit einander verbunden und auf kleinem Raum in Wechselwirkung gestellt. Darum wird Freiberg von Studirenden[23] fast aller Kulturvölker besucht; erhalten dieselben hier doch nicht nur Unterricht in der Bergwissenschaft, sondern durch den umfassenden, trefflich organisirten Silberbergbau und den grossartigen Hüttenbetrieb zugleich auch eine nirgends so wiederzufindende Gelegenheit zur praktischen Ausbildung.

Freiberg besitzt unter allen sächsischen Städten den grössten Weltruf. Ueberall wo Bergbau getrieben wird: auf dem Ural wie in den Gebirgen Spaniens, auf den Cordilleren wie in den Minen Mexiko's ist der Name der erzgebirgischen Berghauptstadt bekannt.

Register.

Fett gedruckte Zahlen deuten auf die Hauptbeschreibung hin.

Adorf =129=.

Altenberg =72=.

Altväterwasserleitung 159.

Altzelle 157.

Angermann 23. =133=.

Annaberg =99=.

Antonshütte 127.

Arkwright 23. 148.

Aue =134=.

Auerbach =137=.

Auerhammer 134.

Auersberg, d. 12. 127.

Augustusburg =154=.

Bärenburg 72.

Bärenstein, Stadt. =68=.

Bärenstein, Flecken 110.

Bärenstein, d. 13. =110=.

Beierfeld 124.

Bergbau 25. 158.

Berggiesshübel =65=.

Bernsbach 123.

Biela, Fl. 13.

Bilin 83.

Blechwaarenfbrktn. 123. 137.

Bobbinet 24.

Bockau, Stadt 134

Bockau, Fl. =14=.

Bockwa 140.

Brunnersdorf 109.

Brüx =83=.

Buchholz =103=.

Butterstrasse, d. 75.

Chemnitz =145=.

Christiansdorf 160.

Cottaer Spitzberg 63.

Cranzahl 114.

Crottendorfer Marmorbrüche 126.

Dippoldiswalde =71=.

Dorfchemnitz 153.

Dohna =67=.

Doppelburg 78.

Dörnthal 87.

Dresden 63.

Dudelskirche 124.

Dux =83=.

Ebersdorf 64. 155.

Eckersbach 140.

Eger 118.

Ehrenfriedersdorf =94=.

Eibenstock =132=.

Einenkel, G. 21.

Eisenberg 84. 90.

Eisenberg, d. 12.

Eisenindustrie 25. 72. 127.

Elbogen =117=.

Elster, Bad =120=.

Elterlein =124=.

Erla 127.

Ernstthal =145=.

Erzgebirge 10.

Erzgeb. Kohlenbassin 25. 139.

Esche, Dav. 22. 148.

Eselsberg 12.

Falkenau 118.

Falkenstein 131. =132=.

Fastenberg, d. 127.

Fichtelberg, d. 12. =115=.

Flachsbau 15. 75.

Flöha 156.

Frankenberg =155=.

Franzensbad =120=.

Frauenstein =74=.

Freiberg =156=.

Frohnau 124.

Fürstenberg, d. 124.

Fürstenbrunnen, d. 124.

Geising 73.

Geising, d. 72.

Gellert, Ch. F. 66. 155.

Georgenthal 80.

Geringswalde 97.

Geyer 94.

Glashütte =67=.

Glauchau =144=.

Glöselsberg, d. 79.

Glössberg, d. 136.

Gottesgabe 116.

Gottleuba =66=.

Gottleuba, Fl. 14.

Göltzsch 138.

Göltzschthal 138.

Görkau 85.

Graslitz 128. 129.

Graupen 76.

Greifenstein 12. 93.

Grünhain =125=.

Grünhainichen 26.

Grünthal 82.

Hainichen =155=.

Hainsberg 70.

Halsbrücke 159.

Harras, Ritter 155.

Hartenstein =144=.

Hassberg, d. 12.

Hassenstein 109.

Hauenstein 86.

Heidelberg 81.

Heinzebank, d. 99.

Herlasgrün 138.

Hirschkopf, d. 12.

Hoheneck 153.

Hohenstein =145=.

Holzwaarenfbrktn. 26. =82=.

Industrie 22.

Jacquardstuhl 150.

Joachimsthal =117=.

Johanngeorgenstadt =127=.

Jöhstadt =109=.

Jungferndorf 64.

Kaaden =85=.

Kahle Berg, d. 12. 72.

Kainsdorf 142. 144.

Kallich 89.

Kammerbühl, d. 119.

Kapellenberg, d. 12.

Karlsbad =113=.

Karlsfeld 130. =131=.

Katharinenberg 90.

Katzenstein, d. 95.

v. Kaufungen, Kz. 158.

Keilberg, d. 12.

Kleinbobritzsch 75.

Kleinpöhla 125.

Klima 14.

Klingenthal 131.

Klostergrab 78.

Klösterle =85=.

Kommotau =85=.

Kosten 78.

Kottenhaide 131.

Krinolinenfabrikation 27.

Krumhennersdorf =88=.

Kupferhügel 12.

Langewiese =81=.

Lauenstein =68=.

Lauter 133.

Lengefeld 88.

Lengenfeld 137.

Lichtenwalde =154=.

Liebstadt 69.

Limbach bei Chemnitz 22.

Lössnitz 150.

Lugstein, d. 12.

Mariakulm 118.

Mariaschein 76.

Marienberg 96.

Marienei 129.

Marienhütte =142=.

Markersbach 126.

Markneukirchen =129=.

Maschinenbau =150=.

Maxen =67=.

Miriquidi 18.

Mittweida, Dorf 122.

Morgenleite 12.

Mückenthürmchen 64.

Mulde, Fl. 14.

Muldener Hütten 25. 159.

Mügeln, Dorf 67.

Müglitz, Fl. 14.

Münzer, Th. 140.

Mylau =139=.

Natschung, d. 81.

Netzschkau 138. =139=.

Neuberin, K. 139.

Neustädtel 135.

Niederlauterstein 95. =96=.

Niederschlema 135.

Niklasberg, Stadt 79.

Nollain 23.

Obergraupen 76.

Oberleitensdorf 79.

Obersachsenberg 79.

Oberwiesenthal =116=.

Olbernhau =82=.

Osseg, Stift 78.

Ottenstein 122.

Oederan 156.

Oelsnitz i. V. =138=.

Pechsiederei 136.

Perlenfischerei 138.

Peterswalde =66=.

Pfannenstiel 133.

Pirna 65.

Pirschstein 86.

Plauescher Grund, d. 70.

Pobershau 96.

Pockau, Schwarze d. 14. 95.

Posamentenfabrikation 21.

Potschapp. Kohlenbassin 25.

Pöhla 125.

Pöhlberg 13. 103.

Pressnitz =109=.

Prinzenhöhle 143.

Purschenstein 82.

Rabenau =71=.

Rammelsberg 12.

Raschau 122.

Rauenstein 88.

Rautenkranz 130.

Rehefeld 14.

Reichenbach =139=.

Reischdorf 108.

Riese, Ad. 103.

Rittersgrün 125.

Rodewisch 137.

Rosenburg 76.

Sachsenburg 155.

Sachsenfeld 133.

Sayda =75=.

Sauersack 128.

Sächsisches Sibirien 130.

Scharfenstein 92.

Scheibenberg =122=.

Schellenberg =155=.

Schlackenwerth =113=.

Schlettau =122=.

Schmiedeberg =72=.

Schnarrtanner Höhe 136.

Schneckenstein, d. 12. 130.

Schneeberg =135=.

Schnorr, Grubenherr 131.

Schönburgische Lehnsherrschaften 143.

Schöneck =131=.

Schönhaide =137=.

Schönwalde 64.

Schreckenberg, d. 100.

Schwartenberg, d. 12.

Schwarzenberg =122=.

Schwarzwasser 14.

Sebastiansberg =108=.

Seestädtl 84.

Sehma 114.

--, Fl. 14.

Seifen 81.

Serpentindrechselei 96.

Siebenhöfen 95.

Silbermann, G. 75.

Sonnenberg 108.

Sorben 18.

Sosa 132.

Spitzberg 12.

Spitzenklöppelei 21. =104=.

Stein, Schloss 143.

Steinkohlen 142.

Stollberg 153.

Streckenwalde 64.

Strohflechterei =69=.

Strumpfwirkerei 22. 150.

Tambouriren 23.

Tannebergsthal 12.

Tellkuppe =77=.

Teltschthal =89=.

Tharandt =71=.

Thum =94=.

Treuen =139=.

Uhrenfabrikation 68. 130.

Uttmann, B. 20.

Venusberg 92.

Voigtsberg 138.

Waldkirchen 88.

Weberei 22. 149.

Wechselburg 28.

Weesenstein =69=.

Weipert 111.

Weisse, Ch. F. 103.

Weisseritz, Fl. 14.

Weissstickerei 133. 136.

Weitersglashütte =128=.

Wieselstein 80.

Wiesenbad =99=.

Wiesenburg 144.

Wildenthal 127.

Wilisch, d. 71.

Wirbelsteine 112.

Wolkenstein =98=.

Würschnitz i. V. 129.

Zaunhaus 73.

Zinnwald 72.

Zöblitz =96=.

Zschopau =88=.

Zschorlau 135.

Zwickau =139=.

Zwitterstock 73.

Zwota 13.

Zwönitz 143. 144.

Druck von J. H. Hollstein in Buchholz.

Fußnoten:

[1] Der Cours der österreichischen Banknoten steht in der Leipziger Zeitung und ist schon seit langer Zeit unter pari; wird er z. B. mit 85½ notirt, so nimmt man 85½ × 2 = 166; d. h. die 1 Guldennote gilt 166 sächsische Pfennige = 16 Ngr. 6 Pf.

[2] Die am häufigsten vorkommenden Metalle sind: Silber, Blei, Zinn und Eisen; sodann Kobalt, Antimon, Arsenik, Mangan, Wolfram und Uran.

[3] Von den seit 1863 durch die sächsische Regierung errichteten meteorologischen Stationen befinden sich im Erzgebirge: Tharandt, Grüllenberg, Freiberg, Chemnitz, Zwickau, Flauen, Elster, Annaberg, Rehefeld, Georgengrün, Reitzenhain und Oberwiesenthal.

[4] Scherzhaft sagt man: »auf sechszehn Tassen funfzehn Bohnen«.

[5] Vergleiche: »Die slavischen Ortsnamen des Erzgebirges« von Oberlehrer +Immisch+. Programm der Annaberger Realschule vom Jahre 1866.

[6] Der Kaufmann August Eisenstuck (ehemaliger Chef der bekannten Eisenstuck'schen Handlung in Annaberg) hat dieser Wohlthäterin des Gebirges im Jahre 1834 ein Denkmal auf dem Gottesacker zu Annaberg errichten lassen; sein Nachfolger Carl Hohl sen. entdeckte von ihr im grünen Gewölbe zu Dresden einen kleinen, in Elfenbein geschnittenen Kopf und liess darnach ein wohlgelungenes Bild herstellen, von welchem Photographien in den Annaberger Buchhandlungen zu haben sind.

[7] Er ist meist das Ziel, »wenn«, wie es scherzhaft heisst, »der Dresdener in die Bombluth geht«, und wird von der Residenz aus überhaupt viel besucht.

[8] Teplitz kommt von teply = warm und heisst etwa Warmbad.

[9] Aus Scharfenstein stammte der vielgenannte Wildschütz +Stülpner+.

[10] Von einer Bauernfrau, Gewerkin bei »Himmlisch Heer«, wird erzählt, dass sie sich täglich in theurem Weine gebadet habe.

[11] Ueber Adam Riese und dessen »Coss« vergl. die Programme der Annaberger Realschule von 1855 u. 1860.

[12] Ein Grenzstein aus jener Zeit ist noch an dem alten Wege von Königswalde nach Buchholz, zwischen der Weiperter Chaussee und dem Himmlischheerer Schacht zu sehen.