Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache

Part 51

Chapter 511,442 wordsPublic domain

[59] Das preußische Wörterverzeichnis (Neudruck) und das sächsische schreiben »zu Gunsten«, das badische »zu Gunsten« und »zugunsten«; die Schreibung »zu -- gunsten« (nach Analogie von »um -- willen«, »von -- wegen«) hat schon ziemlich weite Verbreitung gefunden und darf als zulässig bezeichnet werden; auch die »Kölnische Zeitung« schreibt so, und Wilmanns sagt in seinem »Kommentar zur preußischen Schulorthographie«, daß sich für den kleinen Anfangsbuchstaben »auch noch die präpositionale Verwendung geltend machen lasse«.

[60] B. und W. nur: Hilfe.

[61] W. auch: Himmelsaxe.

[62] B. nur: Hyacinthe, W. nur: Hyazinthe, P. gestattet Hyazinthe.

[63] W.: Jahrzeh[e]nt u. _d.

[64] W. als gleichberechtigt, B. nur: Jockei.

[65] W.: Cabriolet.

[66] B.: Kammacher, bei Trennung Kamm-macher.

[67] Diese Schreibung widerspricht zwar der in § 24, 3, Anm. 2 (2. Neudruck: S. 18, Z. 12 v. u.) des preuß. amtlichen Regelbuchs aufgestellten Regel, daß in Fremdwörtern, welche auch sonst undeutsche Lautbezeichnung haben, nicht =k=, sondern =c= zu schreiben sei; dagegen findet sie sich in dem amtlichen Wörterverzeichnis. Wir haben im Gegensatz zur Regel das Wörterverzeichnis als maßgebend angenommen, und zwar um so lieber, als die Beobachtung der Regel, welche die Schreibung »=C=antonnement« fordern würde, zur Verleugnung des allgemeinen Grundsatzes führen müßte, nach welchem etymologisch eng zusammenhängende Wörter gleichartig zu schreiben sind.

[68] Vgl. Anm. zu »Kantonnement«, S. 118.

[69] P. u. W. nur: Karzer.

[70] W.: Kaschmir. S.: Kaschmir, Kasimir.

[71] So P. u. S.; B. u. W.: Kassier.

[72] B. u. W. nur: Kasus.

[73] W.: Klistier.

[74] Über die Zulässigkeit dieser Schreibung vgl. Anm. zu »Kantonnement«, S. 118.

[75] Koloquinte ist die allgemein übliche Schreibweise; B. verlangt der Abstammung gemäß Koloquinthe; die übrigen Regelbücher haben das Wort nicht.

[76] Vgl. Anmerkung zu S. 118.

[77] B.: Comité, W.: Komite

[78] Vgl. Anm. zu »Kantonnement«, S. 118.

[79] Vgl. Anmerkung zu »Kantonnement«, S. 118.

[80] Vgl. Anmerkung zu S. 118.

[81] Diese Schreibung glaubten wir allein aufnehmen zu sollen, obwohl sie der amtlichen Regel (im 2. Neudruck, S. 18, Z. 12 v. u.) widerspricht; denn sie ist nicht nur in fast ausnahmslosem Gebrauch, sondern die jener Regel entsprechende Schreibung »Conducteur« würde zu der bei uns nicht üblichen französischen Aussprache »Kongdüktör« verleiten; im amtlichen Wörterverzeichnis fehlt das Wort ganz.

[82] Vgl. Anm. zu »Kantonnement«, S. 118.

[83] Vgl. Anm. zu »Kantonnement«, S. 118.

[84] B. u. W. nur Krammetsvogel.

[85] Vgl. Anm. zu »Kantonnement«, S. 118.

[86] P. gestattet auch, W. nur: Kristall, B. hat nur: Krystall.

[87] B. nur: Kummet.

[88] Diese der Herkunft des Wortes aus ital. ~cuscino~ entsprechende Form ist in Sprache und Schrift durch das jetzt übliche »Kissen« so zurückgedrängt, daß sie aufgegeben werden muß.

[89] S. Anmerkung auf S. 47.

[90] S. Anmerkung auf S. 47.

[91] Das preuß. amtliche Wörterverzeichnis hat nur »+das+ Laib«, wahrscheinlich ein Versehen, da »+der+ Laib« entschieden überwiegen dürfte. Die Wörterbücher von Grimm und Weigand geben =nur= »+der+ Laib«.

[92] B. u. W.: Lazaret.

[93] Wenn das preußische amtliche Wörterverzeichnis unter »Leib« #nur# »bei Leibe nicht« anführt, so soll damit die seit mehr als einem Jahrhundert bestehende Zusammenziehung in ein Wort, »beileibe«, gewiß nicht als inkorrekt bezeichnet werden. Sachsen und Baden haben »beileibe«.

[94] So W.; im preußischen Wörterverzeichnis steht nur »Leihkauf«; durch diese Schreibung wird das seinem Ursprung nach nicht mehr verständliche Wort an »leihen« angelehnt; wir glauben die alte Schreibung »Leikauf« (aus Leitkauf: Weinkauf; vgl. Leitgeb: Wirt) nicht aufgeben zu sollen.

[95] B. u. W.: linieren.

[96] B.: Literatur.

[97] W.: das erstemal.

[98] B.: Matraze.

[99] W. zieht Maußer, maußern vor.

[100] Die Schreibung mit ph ist zwar fast allgemein verbreitet, aber wenig begründet, da das Wort #nicht# griechischer, sondern lateinischer oder doch italischer Abstammung ist.

[101] B. u. W.: Moriz.

[102] B.: Möve.

[103] B.: munizipal.

[104] B. nur: Naivetät.

[105] W.: Narzisse.

[106] So W.

[107] So S. und W.

[108] P. nur: von nöten, B. und W. nur: vonnöten, S. hat beide Schreibungen.

[109] B. und W.: Ozean.

[110] B. nur: Orang-Utan

[111] B. nur: Palissade.

[112] B. nur: Particip, W. nur: Partizip.

[113] B. u. W.: Pharmazeut.

[114] S.: Plahne, Plahnwagen.

[115] B. u. W. nur: Porträt, _e

[116] B. nur: Postillon.

[117] B. nur: Pranke.

[118] B. u. W. nur: Preiselbeere.

[119] B. u. W. nur: Prinzip.

[120] B. und W. nur: Pritsche.

[121] B. nur: Profos, W. zieht Profos vor.

[122] W. auch: Proselyt, Prosodie.

[123] W. auch: prosodisch.

[124] B. u. W.: Rezensent.

[125] S. daneben als gleichberechtigte, W. als einzige Schreibung: Redakteur.

[126] Vgl. Anm. zu »Kantonnement«, S. 118.

[127] B. nur: Rhede.

[128] W. auch: Represalien.

[129] W. nur: Rouleaux, S. zieht

[130] B. nur: Sabbat, W. nur: Sabbath.

[131] B. nur: Salweide, W. nur Sahlweide.

[132] Bayern schreibt »samt (sammt)«, »sämtlich (sämmtlich)« und »Sammet, Sammt«.

[133] B.: Schalloch, bei Trennung Schall- loch.

[134] S. gestattet auch: zu schanden.

[135] Das preußische amtliche Wörterverzeichnis hat zwar nur »Schubkarren« und »Schublade«, doch war es schwerlich die Absicht, dadurch die allgemein verbreiteten Formen »Schiebkarren« und »Schieblade« als unzulässig zu bezeichnen.

[136] B. nur: Schikane, W. nur: Chicane.

[137] B.: Schnelläufer, bei Brechung: Schnell- läufer.

[138] B. u. W. nur: Schokolade.

[139] Das preußische amtliche Wörterverzeichnis hat zwar nur »zu Schulden«, aber wie »von nöten« muß auch »zu schulden« gestattet sein; Baden hat »zuschulden«.

[140] B.: Schwimmeister, bei Trennung Schwimm- meister.

[141] B.: Selleri

[142] B. auch: Senner.

[143] B.: Sergent.

[144] B. u. W.: sozial etc.

[145] W.: Sozietät.

[146] W. auch: Spässe, spassen.

[147] B. u. W. nur, S. auch: speziell.

[148] B. u. W. nur, S. auch: spezifisch.

[149] Das preußische amtliche Wörterverzeichnis enthielt früher nur die oben in Klammern angeführten, der Neudruck von 1883 enthält, wie das sächsische und das württemb. Wörterverzeichnis, nur die oben in erster Linie stehenden Schreibungen, Baden schreibt »zustande kommen, imstande sein, außerstande sein, instandsetzen«.

[150] S.: an Zahlungsstatt.

[151] Der Imperativ »stick« ist veraltet; ebenso sind die Präsensformen »du stickst, er stickt« in der Schriftsprache fast außer Gebrauch.

[152] Mir scheint »stetig« die beste Schreibung zu sein, deren allgem. Anwendung ich durch Aufnahme in den Text befördern möchte; B. hat #nur# diese Schreibung, P. und S. haben sie als gleichberechtigt #neben# »stätig«, W. dagegen hat #nur#: »stätig«; vgl. unstet.

[153] B.: Stilleben, bei Trennung: Still- leben; Stimmittel, bei Trennung: Stimm- mittel.

[154] P., W. u. S. gestatten #auch#, B. #nur#: Sintflut. Dies bedeutet eigentl. »große Flut«; nachdem das »Sint-« nicht mehr verstanden wurde, suchte man das Wort durch Anlehnung an »Sünde« verständlich zu machen. Vgl. Maulwurf.

[155] B., W. und Baden schreiben »totschlagen«.

[156] In diesem und den folgenden Wörtern ist dem allgemeinen Gebrauch zufolge =ſ= geschrieben, während sonst die von lateinischen Zusammensetzungen mit =trans= herstammenden Fremdwörter auch vor Vokalen =s= behalten; vgl. transigieren, Transaktion.

[157] Preußen und Sachsen haben nur »Trotz bieten«; Baden hat beides als gleichberechtigt.

[158] P. auch: Tute.

[159] B. nur: Unbedeutendheit.

[160] Preußen schreibt »unstät«, Baden zieht »unstet« vor, Sachsen hat beide Schreibungen als gleichberechtigt. Wir geben der Schreibung »unstet« den Vorzug, weil man vorwiegend »#stet#« und fast immer »#stets#« schreibt.

[161] B. u. W.: Verlies.

[162] B. hat nur Vize-.., P. und S. haben in erster Linie Vice-.., gestatten aber Vize-.., W. hat umgekehrt in erster Linie Vize-.., gestattet aber Vice-..; beide Schreibungen sind daher als gleichberechtigt aufgenommen.

[163] B. u. W.: Vlies.

[164] So schreibt Baden.

[165] P.: von nöten, W.: vonnöten, S. zieht von nöten vor.

[166] B.: Wechsler, Abwechslung; vgl. »Drechsler«.

[167] B. nur: weitläufig, W. zieht diese Schreibung vor.

[168] P. hat nur »Wiederhall«; nach dieser Schreibung bedeutet das Wort »was noch einmal (wieder) hallt«; B. und W. haben nur »Widerhall«; nach dieser Schreibung bedeutet das Wort »was einem entgegen (wider einen) hallt«; S. hat beide Schreibungen als gleichberechtigt. An sich sind beide Auffassungen, also auch beide Schreibungen, zulässig und zwar um so mehr, als #wieder# und #wider# ursprünglich dasselbe Wort sind, welches beide Bedeutungen (»noch einmal« und »entgegen«) in sich vereinigte.

[169] Vgl. vorstehende Anmerkung zu »Wiederhall«.

[170] Die Schreibungen »wohlsein« und »wohlthun« werden zwar in den amtlichen Verzeichnissen nicht angegeben, sind aber so üblich, daß wir glauben, sie als gleichberechtigt aufnehmen zu sollen. Vgl. übrigens: »Du wirst wohl thun, wenn du ..« mit: »Du wirst uns wohlthun, wenn du ..« etc.

[171] P. u. S. haben in erster Linie Ceder, gestatten aber #auch#, B. u. W. #nur#: Zeder.

[172] B. u. W. nur: Zeitläufte.

[173] B. u. W. gestatten nur: Zement, Zensur, Zentner, Zeremonie; P. u. S. ziehen zwar die Schreibungen mit C vor, gestatten aber auch die mit Z.

[174] B.: Zimmt; vgl. Sammt.

[175] P. und S. gestatten, B. und W. haben nur: ziselieren, Zivil.

[176] P. hat nur: Cisterne, W. nur: Zisterne.

[177] P. gestattet, W. hat nur: Zitrone.

[178] B. nur: Zuber.

[179] B. und W. nur: Zwetschge.