Verfall und Triumph, Zweiter Teil: Versuche in Prosa
Part 7
»Lieber Jean! Es ist eine falsche Ansicht von Dir, mir Geld zu senden. Ich bin es gar nicht wert, weil ich huren und stehlen will. Alles Gute. Dagny.«
. . . Jean Bousset kam gegen Morgen heim.
Vogelchöre heulten, daß sich Jean Bousset die Ohren zuhielt. Ein scharfer Eiswind warf sich ihm entgegen, eine ganze Welt brannte dahinter. Alles hatte sich gegen ihn verschworen.
Als er in sein Zimmer trat, war es von einem hellen blendenden Glanz erfüllt. Jean Bousset dachte zuerst, er befinde sich bei seinen Eltern zu Haus, in seinem Kinderzimmer, und wäre wieder ganz jung. Daß es nicht so war, erkannte er sofort.
Er fiel über einen Stuhl, er blieb über der Lehne hängen, das Gesicht nach unten.
Später gelang es ihm, sich aufs Bett zu schleppen.
Er deckte mit den Händen die Augen zu.
Die Große Stunde war gekommen.
Der Mond stieg aus einer grünen Nacht, schaukelnd, unter sprühendem Feuerwerk.
Eine andere Nacht nahm ihn, warm und lind, duftig um ihn wehend . . .
_(. . . wie süß du bist, Liebling, wie schön es ist, bei dir zu liegen . . . es wird uns leicht, wir schweben . . .)_
. . . eine dritte Nacht, feurig und voll fliegender Brände . . .
_(. . . Bestie! . . . Saukerl . . . He?! . . .)_
. . . eine weitere Nacht, heiß und tiefblau . . . (und er war Staunens voll, daß es soviel Nächte gäbe! . . .)
. . . eine weitere Nacht, kühl und erschauernd . . .
_(. . . laß mich . . . he?! . . . etwa dein Schnellschreiber, bei dem du . . . Äh . . . keen Geld . . . eene in die Fresse . . . he?!)_
. . . und endlich eine letzte, (. . . da bildeten seine Lippen wohl den Namen Dagny . . .) eine letzte Nacht (eng wie ein Bett) hölzern, rechteckig und feucht . . .
_(. . . fahr hinab, Liebling . . . äh . . . du?! . . . so schlottrig, schmutzig, zerbrechlich und dünn . . . kleene blonde Klapperschlange mit großen, abgesprungenen Raubtierzähnen . . . äh . . . Schscheiße . . .)_