Part 20
Frau Kukschin hat schließlich auch das Land verlassen. Sie ist gegenwärtig in Heidelberg, und studiert nicht mehr die Naturwissenschaften, sondern die Architektur, und hat da, wie sie sagt, neue Gesetze entdeckt. Wie ehemals verkehrt sie mit den Studenten, und besonders mit den jungen russischen Physikern und Chemikern, von denen Heidelberg wimmelt und die, wenn sie die naiven deutschen Professoren in der ersten Zeit ihres Aufenthalts durch die Richtigkeit ihres Urteils in nicht geringes Erstaunen gesetzt haben, dieselben kurz darauf durch ihren vollständigen Müßiggang und ihre beispiellose Faulheit in noch viel größeres Erstaunen setzen. Mit zwei oder drei Chemikern dieser Gattung, welche den Unterschied zwischen Sauerstoff und Stickstoff nicht kennen, aber alles kritisieren und sehr zufrieden mit sich selber sind, treibt sich Sitnikoff in Petersburg umher und setzt in Begleitung des »großen« Eliewitsch und mit dem Bestreben, diesen Ehrentitel gleichfalls zu verdienen, Bazaroffs »Werk«, wie er sich ausdrückt, fort. Man versichert, daß er kürzlich geprügelt wurde, jedoch nicht, ohne sich Genugtuung zu verschaffen; er hat in einem obskuren Artikel, der in einem obskuren Blatt erschien, zu verstehen gegeben, daß sein Gegner eine feige Memme sei. Er nennt das Ironie. Sein Vater läßt ihn laufen wie gewöhnlich; seine Frau heißt ihn einen Schwachkopf und Literaten.
In einem der fernsten Winkel Rußlands liegt ein kleiner Kirchhof. Wie beinahe alle Kirchhöfe unseres Landes bietet er einen höchst traurigen Anblick dar; die Gräben, welche ihn einhegen, sind seit lange vom Unkraut überwuchert und ausgefüllt, die hölzernen Kreuze liegen auf der Erde oder halten sich kaum noch, geneigt unter den einst bemalt gewesenen kleinen Dächern, welche über ihnen angebracht sind; die Leichensteine sind von der Stelle gerückt, als ob sie jemand von unten weggestoßen hätte; zwei oder drei fast blätterlose Bäume geben kaum ein wenig Schatten; Schafe weiden zwischen den Grabhügeln. Einer jedoch ist da, den die Hand des Menschen verschont und die Tiere nicht mit Füßen treten; die Vögel allein kommen und setzen sich auf ihn nieder, und singen da jeden Morgen beim ersten Tageslicht. Ein Eisengitter umgibt ihn, und an den Enden stehen zwei junge Tannen. Es ist das Grab Eugen Bazaroffs. Zwei Leute, ein Mann und eine Frau, gebeugt von der Last der Jahre, kommen oft dahin aus einem Dörfchen der Nachbarschaft; eins aufs andere gestützt, nähern sie sich langsamen Schritts dem Gitter, sinken auf die Knie und weinen lang und bitterlich, die Augen auf den stummen Stein geheftet, der ihren Sohn deckt; sie wechseln einige Worte, wischen den Staub ab, der auf der Platte liegt, richten einen Tannenzweig auf, fangen wieder an zu beten und können sich nicht entschließen, diesen Ort zu verlassen, wo sie ihrem Sohn, wo sie seinem Andenken näher zu sein glauben. Ist es möglich, daß ihre Gebete, ihre Tränen vergeblich wären? Ists möglich, daß reine, hingebende Liebe nicht allmächtig sei? O nein! Wie leidenschaftlich, wie rebellisch das Herz auch war, das in einem Grabe ruht, die Blumen, die darauf erblühen, sehen uns freundlich mit ihren unschuldigen Augen an; sie erzählen uns nicht allein von der ewigen Ruhe, von der Ruhe der »gleichgültigen« Natur; sie erzählen uns auch von der ewigen Versöhnung und von einem Leben, das kein Ende haben soll.
Nachwort von Paul Ernst
In der klassischen Periode des russischen Schrifttums sind vier Dichter die hervorragendsten: Gogol, Turgenjeff, Dostojewski und Tolstoi. Von diesen vier wurde im nichtrussischen Europa Turgenjeff zuerst berühmt, da er am wenigsten fremdartig war. Eine Weile trat er dann in dem europäischen Interesse zurück gegenüber den größeren Dostojewski und Tolstoi; aber heute scheint die Zeit gekommen zu sein, wo man ihn auch bei uns endgültig einreihen wird, nachdem einerseits die politisch-sozialen Tendenzen, anderseits die literarische Mode seiner und seiner Genossen Zeit für uns historisch geworden ist.
Turgenjeff wurde aus einer alten adligen und wohlhabenden Familie 1818 geboren, erhielt seine höhere Bildung zum Teil in Deutschland, verließ bald den russischen Staatsdienst und brachte einen sehr großen Teil seines Lebens in Paris zu, im Kreise der Goncourt, Flauberts und der andern großen französischen Dichter der Zeit; er starb 1883.
Man teilt seine schriftstellerische Arbeit in mehrere Perioden; für uns möge eine Zweiteilung genügen. Die eine Hälfte bilden die kleineren Schilderungen und Erzählungen, deren poetisches Hauptinteresse in der Darstellung der russischen Natur liegt. Hier ist er der auch von seinen großen Zeitgenossen unübertroffene Meister; durch ihn hat die russische Landschaft ihre poetische Verklärung erhalten, und in einer Weise wie kaum in irgendeiner andern neueren Literatur ist hier der Nation das Vaterland geschaffen. Selbst der Fremde wird durch den Zauber seiner Schilderungen so gefesselt, daß fast Heimatsgefühle wach werden, wenn man nach längeren Jahren solche Darstellungen von ihm wieder liest. Als zweiten Teil seines poetischen Gesamtwerkes muß man seine Zeitromane auffassen. In diesen stellt er in die russische Landschaft und gesamte Umwelt die wichtigen Typen seiner Zeit, dargestellt nicht mit der düsteren Leidenschaft Dostojewskis, nicht mit der ethischen Kraft und sittlichen Klarheit Tolstois, nicht mit dem leidenden Humor Gogols, sondern mit dem fast uninteressierten, ästhetenhaften Ernst der damaligen Franzosen. Von diesen Werken bringen wir in der Bibliothek der Romane zunächst »Väter und Söhne«.
Der Roman erschien im Jahre 1861 und wurde sofort in die Kultursprachen übersetzt. Er erzeugte damals merkwürdige Freundschaften und Feindschaften. In Rußland erklärten die unruhig gesinnten jungen Leute, er sei ein Pasquill auf ihre Bewegung; in seiner Hauptfigur habe Turgenjeff sie verhöhnen, ja der Polizei denunzieren wollen. Im übrigen Europa traf die Personen des Romans das entgegengesetzte Urteil. Man fand sie und ihre Probleme sympathisch und höchst wertvoll und glaubte neue und wichtige Einsichten in die Lebensgestaltung aus dem Buch schöpfen zu können. Das Wort »Nihilist«, von Turgenjeff geprägt, noch nicht mit der Vorstellung von Attentaten und Verschwörungen verknüpft, umfaßte für das junge Europa die schönsten Empfindungen und Gedanken einer neuen, endlich vernünftigen, endlich gerechten Welt.
Seitdem sind vierzig Jahre vergangen, und es ist sehr merkwürdig, wie das Buch uns heute erscheint. Der Held Bazaroff ist ein offenbar tüchtiger, fleißiger und intelligenter junger Mann, der ein übermäßiges Selbstbewußtsein hat und öfters nicht ganz taktvoll ist; aber man kann ihm schon einige kleine Schwächen nachsehen, und er ist ja doch noch so jung! Sein Freund ist gleichfalls sehr sympathisch, aber doch wohl etwas mittelmäßig. Die Herren der alten Generation sind etwas zu weichherzig und indolent, aber im Grunde doch auch prächtige Menschen. Die Probleme -- ja, wo sind denn eigentlich die Probleme? Für was wird denn eigentlich gekämpft? Es scheint, daß die ältere Generation aus sentimentalen Ästheten besteht, die nichts Rechtes zu tun haben, und daß die jüngere Generation tüchtiger und praktischer sein will und auch wohl sein wird, wenn sie auch freilich nicht gerade die Welt wird auf den Kopf stellen können, wie sie sich, da sie ja nun einmal jung ist, natürlich einbildet. Das ist alles. Man kann das nicht als Versuch einer allgemeinen Neuordnung aller Dinge betrachten.
Der Roman war für die Zeit aus der Zeit geschrieben, enthielt alle Anschauungen, Theorien und Gefühle der Zeit; Turgenjeff, der sich hatte kritisch gegen die neue Generation stellen wollen, versichert glaubhaft, daß er während der Arbeit selbst für sie warm geworden ist. Und jene Zeit damals hatte noch dazu die Illusion, daß sie absolut richtige, unwiderlegliche Theorien gebaut habe, nach denen von nun an alle Menschen leben müßten. Und heute hat das alles gar nichts mehr zu bedeuten.
Was heute den Roman noch -- oder erst -- anziehend macht, das ist der zeitlose dichterische Gehalt: die reizend naive Jugendlichkeit des Helden, das Idyll seiner Eltern, das liebenswürdige alte Brüderpaar und die schön empfundene, so tief geliebte Landschaft des Dichters.
Turgenjeff begleitete den ersten Druck der vorliegenden Übersetzung (1869) mit folgendem Vorwort:
Statt jeder Vorrede erlaube ich mir dem geneigten Leser zur Kenntnis zu bringen, daß ich die vollkommene Treue vorliegender Übersetzung aufs nachdrücklichste garantiere. -- Das ist eine Genugtuung, die mir noch selten oder auch wohl gar nicht zuteil geworden ist. -- So wird man wenigstens nach dem gerichtet, gelobt oder verdammt, was man eben getan hat, nach seinen eigenen, nicht nach fremden Worten.
Daß mir ein solches Verhältnis gerade dem deutschen Publikum gegenüber doppelt erwünscht ist, brauche ich nicht zu sagen. Ich verdanke Deutschland zu viel, um es nicht als mein zweites Vaterland zu lieben und zu verehren. -- Vor dem aber, was man liebt und verehrt, ist der Wunsch: in seiner _eigenen_ Gestalt auftreten zu dürfen, wohl natürlich.
Fußnoten
[1] Ein Bodenmaß.
[2] In Rußland küßt jedermann am Schluß der Messe das Kreuz.
[3] Diminutiv von Arkad.
[4] In Rußland bedient man sich selten des Wortes »Herr«, wenn man seinesgleichen anspricht. Man redet sich mit dem Taufnamen an, dem man den Taufnamen des Vaters mit der Endsilbe off oder eff oder, was höflicher ist, witsch anheftet. Diese letzte Endung, die sonst nur dem höheren Adel angehörte, ist vulgär geworden, so daß man sich jetzt nur noch Geringeren gegenüber der Endsilben off und eff bedient.
[5] Schafpelz.
[6] Ein seltsamer Gebrauch der russischen Bauern.
[7] Im häuslichen Dienst verwendete Leibeigene.
[8] Französisch im Original.
[9] Nach einem Ukas des Kaisers Alexander ~I.~ sind alle Hauptstraßen in Rußland mit Weiden eingefaßt.
[10] Es war kurz vor Aufhebung der Leibeigenschaft.
[11] Eine Art kurzes Mäntelchen, das man über die Schultern zu werfen pflegt.
[12] Russisches Sprichwort.
[13] Im Winter wird es in Petersburg um 3 Uhr dunkel.
[14] Ein russisches Sprichwort sagt: Wer sich mit heißer Milch verbrannt hat, bläst das kalte Wasser.
[15] Kommandierender General im Kaukasus im ersten Kriege.
[16] Nach einem russischen Aberglauben bringt Lob den Kindern Unglück.
[17] Bekanntlich eine populäre Darstellung der Grundsätze der neuen materialistischen Schule in Deutschland.
[18] Ein in den ersten Regierungsjahren Alexanders ~II.~ zur Bezeichnung der damaligen literarischen Bewegung üblicher Name.
[19] Russisches Sprichwort.
[20] Bekanntlich ist derzeit noch das Gesamteigentum an Grund und Boden die Basis der russischen Gemeinde.
[21] Vor einigen Jahren wurden unter den Bauern Mäßigkeitsvereine errichtet; allein sie waren von kurzem Bestand.
[22] Ein Bauer, welcher das Amt des Ortsvorstehers versieht.
[23] Ein dem Mönch Silvester zugeschriebenes Werk aus dem 17. Jahrhundert mit sehr merkwürdigen Schilderungen der damaligen häuslichen Sitten.
[24] Berühmter Staatsmann unter Alexander ~I.~
[25] Weil er mit Blut raffiniert wird.
[26] Ein russisches Sprichwort.
[27] Russisches Sprichwort.
[28] Ein unbedeutendes medizinisches Journal.
[29] Anspielung auf die Verschwörung vom 14. Dezember 1825.
[30] Die russischen Jurodivi sind etwas Ähnliches wie die »~innocents~« des Mittelalters, Wichtelmänner.
[31] Von den Lampen, die vor den Heiligenbildern brennen.
[32] Eine Art Whist.
[33] Ein feiner Fisch.
[34] Russisches Sprichwort.
[35] »Allein wie ein Finger« ist ein russisches Sprichwort.
[36] Freier Bauer von adeliger Abkunft.
[37] Russisches Sprichwort.
[38] Das russische Wort hat Ähnlichkeit mit dem, welches »durchsichtig« bedeutet.
[39] Russisches Sprichwort.
[40] Kohl- und Rübensuppe.
[41] Das Wort bedeutet: die Welt und die Gemeindeversammlung; die alte Legende sagt, die Welt ruht auf drei Fischen.
[42] Überzieher von grobem Tuch.
[43] Kopfputz der russischen Bäuerinnen.
[44] Eiterblutvergiftung.
[45] ... wenns nur nicht weint. (Russisches Sprichwort.)
[46] Kopfputz russischer Bauernmädchen.
[47] Eine neugeschaffene Stelle, die u. a. den Zweck hat, Differenzen, welche infolge Aufhebung der Leibeigenschaft zwischen den Bauern und ihren alten Herren entstehen, beizulegen.
[48] Ein Bauernschuh aus Birkenrinde.
Druck der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig
Im Insel-Verlag zu Leipzig erschien:
Iwan Turgenjeff
Gedichte in Prosa.
Übertragen von _Th. Comichau_. Mit Titel und Zierleisten von _Heinrich Vogeler_-Worpswede.
Zweite Auflage.
Geheftet M. 2.--; in Leinen M. 3.--; in Leder M. 3.50.
Nicht das klare Filigranwerk der scharfen psychologischen Beobachtung oder das hohe künstlerische Können in der knappen Darstellung nimmt an Turgenjeffs »Gedichten in Prosa« gefangen (das sind hier beinahe nur nebensächliche technische Vorzüge), aber jene umfassende, ich möchte sagen russische Liebe gibt diesen kleinen Kunstwerken Farbe, Grundton und Seele. Die Liebe zu allem Geschauten ist die Signatur reifer und echter Künstler. Es ist die Liebe eines feinen Menschen, in dem ein beständiges stilles Schauen lebt, ein schwermutvolles Schauen über graue, weite Gefilde; er liebt diese Gefilde und alle Kreatur, die auf ihnen leidet und lebt, weil sie auf ihnen lebt. Das ist eine seltsame Erscheinung bei diesen russischen Künstlern, daß sie ihre Menschen lieben um des Bodens willen, auf dem sie geboren sind.
(Die schöne Literatur.)
... Dichtungen eines Greises, die wundersam übergoldet sind von den letzten milden Strahlen einer zur Rüste gehenden Lebenssonne. Der Grundakkord all dieser feinen Skizzen, zarten Stimmungsbilder, epigrammatischen Beobachtungen und verschwebenden Phantasien ist die Wehmut, die sich mit Tönen statt mit festen Gestalten begnügt. ... Doch wer tiefer zu blicken weiß, sieht hinter diesen Nebeln um so reiner die Schönheit und die verklärte Weisheitsfülle eines Menschen leuchten, der auch als Greis nicht aufhörte, ein großer Dichter zu sein, ja der gerade in seinen letzten Tagen die alte Romantikerlust wiedergewann, das Ziel, das dem Menschengeiste in seiner Erkenntnis gesetzt ist, mit der Phantasie zu überfliegen, und sich auf den lockenden Irrgängen des traumhaft Unbewußten zu ergehen.
(Westermanns Monatshefte.)
Romane aus dem Insel-Verlag
_Lermontoff, Michael_: _Ein Held unserer Zeit._ Ein Roman. Deutsche Übertragung aus dem Russischen von _Michael Feofanoff_. Mit Titel- und Einbandzeichnung von _Walter Tiemann_. Geheftet M. 3.--; in Leinen M. 4.--; in Leder M. 5.--.
Der russische Dichter des Weltschmerzes hat im Charakterschicksal seines Helden Petschorin vorahnend eigenes Schicksal (Tod im Duell nach unstetem Genußleben) und zugleich einen Typus seines schwer zu enträtselnden Volkstumes geschaffen. Feofanoff hat das nachdenklich stimmende Werk, ein Meisterstück rückgreifender Erzählungsweise, musterhaft verdeutscht.
(Hochland.)
_Huch, Ricarda_: ~Vita somnium breve.~ Roman. Mit Initialen von _Heinrich Vogeler_-Worpswede und einem Titelbilde nach _Arnold Böcklin_ in Heliogravüre. Vierte Auflage. Geheftet M. 6.--; in Leder M. 8.
Der Roman »~Vita somnium breve~« von Ricarda Huch ist mir zu einem wundersamen Erlebnis geworden. Gebannt las ich die ruhig, klar und schön hinflutenden Sätze, gebannt sah ich dem Leben der Menschen zu, die hinter dem köstlichen Gespinst der fein verwebten Worte aufstanden, deutlich wurden und hinzogen. Seitdem ich Jens Peter Jacobsens Romane gelesen habe, bin ich nicht wieder so stark von einem Roman entzückt und erschüttert worden, höher entzückt und tiefer erschüttert als vom Leben selbst.
(Münchener Zeitung.)
_Huch, Ricarda_: _Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri._ 3. bis 5. _Tausend_. Geheftet M. 4.50; in Leinen M. 6.--; in Leder M. 7.50.
Der neue Roman von Ricarda Huch ist vor allem eine erschütternde Seelentragödie von machtvoller und zugleich feinster Gestaltung. Was Kraft, Leidenschaft, Gefühl und besonnene Vernunft eines reifen, zur Meisterschaft gelangten Dichtergeistes mit einem so bedeutenden Stoffe ausrichten können, das ist hier so geschehen, daß wir in dem Roman ein vollendetes Kunstwerk bewundern dürfen. Und nun die Schönheit der sprachlichen Darstellung, ein beseelter Stil von klassischer Reinheit auf Grundlage realistischen Denkens!
(Der Bund.)
_Pontoppidan, Henrik_: _Hans im Glück._ Ein Roman in zwei Bänden. Übertragen von _Mathilde Mann_. Dritte Auflage. Geheftet M. 8.--; in Leinen M. 10.--.
Als Henrik Pontoppidans Roman erschien, war er das Ereignis seines Jahrgangs. Inzwischen ist eine Flut von Romanen an uns vorübergezogen, und immer noch ist Hans im Glück das Buch, das den stärksten und geschlossensten Eindruck von ihnen allen macht. Seit dem Niels Lyhne hat das kleine Dänemark kein so vollgewichtiges Werk mehr dem übrigen Europa gegeben.
(Münchener Neueste Nachrichten.)
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht. Unterschiedliche Schreibweisen von Personennamen wurden beibehalten.
Korrekturen:
S. 91: Madama Swetschine → Madame Swetschina eine Soiree bei {Madame Swetschina} vorbereiteten