Unser Familien-Arzt Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode

Part 9

Chapter 93,190 wordsPublic domain

~Bryonia.~ -- Besonders im Sommer, bei heißem und feuchtem Wetter passend, trockene und weiß oder gelb belegte Zunge, Durst, bitterer Geschmack im Munde, Verlangen nach Saurem und Wein, Erbrechen nach Trinken, Frost oder Hitze, bei Schwindel, der sich nach dem Trinken verschlimmert. Dies kann abwechselnd mit ~Rhus toxicodendron~ gegeben werden.

~Pulsatilla.~ -- Weiß belegte Zunge, bitterer Geschmack im Munde, Appetitlosigkeit, Frost, Mattigkeit.

~Nux vomica.~ -- Verstopfung bei häufigen erfolglosen Anstrengungen zu Stuhlentleerungen, rheumatischen Schmerzen im Kopf und Körper, bitterer und fauler Geschmack im Munde.

~Arsenicum.~ -- Kolik oder brennende Schmerzen im Magen und Eingeweiden, Empfindlichkeit des Magens gegen Druck, brennende Schmerzen auf einem kleinen Fleck im Magen, große Schwäche, das Verlangen sich niederzulegen, Erbrechen nach Trinken oder Bewegung.

~Chamomilla.~ -- Bitterer Geschmack im Munde, Appetitlosigkeit, Uebelkeit und Erbrechen einer grünen, bitteren oder sauren Flüssigkeit, Unruhe, Druck im Magen.

~Mercurius.~ -- Weiß oder gelblich belegte feuchte Zunge, Empfindlichkeit auf der Magengrube und den Eingeweiden, die sich des Nachts verschlimmert, Unruhe, Schläfrigkeit bei Tag und Schlaflosigkeit des Nachts.

~China.~ -- Appetitlosigkeit, Widerwille gegen Speise und Trank, Frost und Schauder nach Trinken, Diarrhöe, unverdaute Nahrung. Dies kann abwechselnd mit ~Acidum phosphoricum~ gegeben werden.

~Colocynthis.~ -- Erbrechen oder Diarrhöe nach Genuß von Speisen, Kolik, Wadenkrampf.

~Tartarus emeticus.~ -- Beständige Magenübelkeit, Neigung zum Erbrechen, leichtes Erbrechen und Diarrhöe. Kann mit ~Bryonia~ abwechselnd gegeben werden.

~Veratrum.~ -- Trockene, gelb belegte Zunge, Erbrechen einer galligen Masse, Diarrhöe, Ohnmacht nach Stuhl, schneidende Schmerzen in den Eingeweiden.

~Cedron.~ -- Frost gegen Abend, darauf Fieber, fast gänzliche Schlaflosigkeit und Erbrechen von Galle.

+Verordnung der Heilmittel.+ -- Man gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden 6 Kügelchen des betreffenden Mittels oder man löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe als Dosis einen Theelöffel voll.

Intermittirendes oder Wechselfieber (~Intermittent Fever~)

kennzeichnet sich durch die regelmäßig eintretenden Anfälle und die gänzliche Fieberlosigkeit zwischen denselben. Jeder Anfall besteht aus drei verschiedenen Stadien, welche regelmäßig auf einander folgen: 1) das Kalte, 2) das Hitze, 3) das Schweiß-Stadium.

Es gibt verschiedene Arten dieser Krankheit. Das +alltägliche+ (~Quotidiana~) hat alle 24 Stunden einen Anfall. Das +dreitägige+ (~Tertiana~) innerhalb 48 Stunden oder einen Tag um den andern. Das +viertägige+ (~Quartana~) nach Verlauf von 72 Stunden oder jeden dritten Tag einen solchen. Es gibt noch andere von Schriftstellern erwähnte Arten, allein die Symptome und die Behandlung sind ebenso wie bei den vorhergehenden. Der Zeitraum von dem Ende eines Anfalles bis zum Anfang eines andern wird die fieberfreie Zeit oder ~Apyrexia~ und jener von dem Anfange eines Anfalles zu einem andern das ~Interval~ genannt.

+Symptome.+ -- Dem +kalten Stadium+ geht gewöhnlich eine Mattigkeit, Schwäche, Unbehagen, Strecken, Gähnen, Kopfschmerz, Kreuz- und Lendenschmerzen voraus. Diese Symptome dauern eine Zeitlang und jenen folgt ein Gefühl von Frost, besonders in den Gliedern, das sich nach und nach über den ganzen Körper ausdehnt. Das Gesicht und die Oberfläche des Körpers werden blaß, eingefallen, und erscheinen rauh, was mit „Gänsehaut“ bezeichnet wird. Zuweilen ist ein Gefühl vorhanden, als ob kleine Bäche von Eiswasser langsam den Rücken hinunter liefen. Der Patient empfindet ein Frösteln und Zittern, ein Schauer durchdringt den ganzen Körper, die Zähne klappern und die Heftigkeit des Frostes wird so stark, daß zuweilen dessen Stärke an der Bettstelle wahrgenommen wird. Das Athmen geschieht rasend schnell und beschwerlich, Puls schwach, Zunge trocken und weiß, Lippen und Fingernägel blau, hin und wieder Uebelkeit und Erbrechen. Dieses Stadium dauert 10 Minuten bis 3 oder 4 Stunden, durchschnittlich aber ungefähr eine Stunde.

+Das Stadium der Hitze.+ -- Sobald der Frost anfängt nachzulassen, strömt eine Hitze über den ganzen Körper, die eher angenehm als anders zu bezeichnen ist. Schließlich hört die Kälte ganz auf und eine trockene brennende Hitze tritt ein, das Gesicht röthet sich, die Augen funkeln und der Mund wird trocken und gleichsam gedörrt; die Schläfe klopfen und heftiges Kopfweh hat sich eingestellt; der Puls ist ungewöhnlich voll und stark; der Urin ist spärlich und stark gefärbt. Dieses Stadium kann 2 bis 18 Stunden und länger anhalten.

+Das Schweiß-Stadium.+ -- Schweiß tritt auf die Stirne, Hände und Füße und erstreckt sich bald über den ganzen Körper. Die Fiebersymptome und Schmerzen lassen allmählig nach, der Kranke fällt häufig in einen ruhigen Schlaf und fühlt sich beim Erwachen fast so wohl wie gewöhnlich.

In einigen Fällen mögen diese Stadien abweichen, und eines oder mehrere von den oben erwähnten Symptomen nicht vorhanden sein, oder wenn sie vorhanden sind, können nur wenige von ihnen erkannt werden.

Das eintägige Fieber beginnt in der Regel am Morgen, das dreitägige am Mittag und das viertägige am Nachmittag. Das kalte Fieber stellt sich gewöhnlich im Frühjahr und Herbst ein und die Anfälle im Herbste sind die heftigsten.

+Ursachen.+ -- Die Haupt-, wenn nicht die einzige Ursache zum Wechselfieber ist die Sumpfluft oder Malaria, welche aus der Verwesung von Pflanzenstoffen entspringt. Die Zeit, die von dem sich Aussetzen einer solchen Sumpfluft bis zum Ausbruch des Fiebers verstreicht, ist sehr verschieden. Der Anfall kann sich Monate lang verzögern und dann durch eine Schwächung des Organismus, durch feuchtes Wetter, durch das sich der Sonnenhitze bloßstellen, durch Ueberanstrengung, ein kaltes Bad, oder auch durch eine Dosis eines abführenden Mittels hervorgerufen werden. Diese vergiftete Luft wird vom Winde fortgetragen und von den Blättern der Bäume angezogen oder hängt sich an dieselben und es ist deshalb gut, das Haus mit einer Gruppe von Bäumen zu umgeben.

Die Wirkung des kalten Fiebers, wenn die Krankheit eine Zeitlang angehalten hat oder ungeschickt behandelt wurde, besteht in einer Erweiterung der Leber oder Milz, Verdauungsbeschwerden, Wassersucht, Diarrhöe u.s.w.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Der Kranke sollte in eine trockene Wohnung und in eine Gegend, die frei von der Malaria ist, ziehen. Die Kleidung muß warm, die Nahrung einfach sein und Unmäßigkeit im Essen und Trinken muß ernstlich verboten werden. Während des Anfalles von Kälte, gebe man warme Getränke wie Gerstenschleim, schwachen Thee, heiße Limonade, Wasser von geröstetem Brod. Erhitzte Steine und Flaschen mit heißem Wasser lege man zu den Füßen und längs des Körpers.

Während des Fiebers entferne man so viel von dem Bettzeug als nöthig, um nicht unnöthiges Schwitzen hervorzurufen. Am Ende des Schweiß-Stadiums reibe man den Körper mit warmen Handtüchern und wechsle das Weißzeug. Während dieses Stadiums lasse man Eiswasser trinken. Leute, die besondere Anlage zu dieser Krankheit haben, sollten stets Flanell unmittelbar auf der Haut tragen.

=Allöopathisch.= Vor dem Anfall sollten die Eingeweide durch folgendes Mittel geleert werden:

Sennesblätter (~Senna~) 3 Drachmen. Bittersalz (~Epsom salts~) ½ Drachme. Manna ½ „ Fenchelsamen (~Fennel seed~) 1 „ Kochendes Wasser 1 Pint.

Lasse die Mischung eine Stunde lang in einem zugedeckten Gefäße stehen und durchseihe es. Dosis: Einen Theetassenkopf voll alle 3 oder 4 Stunden, bis die Wirkung eintritt.

Während des Froststadiums bediene man sich heißer Getränke, gebe heiße Fußbäder und erwärme das Bett vermittelst Flaschen mit heißem Wasser längs des Körpers.

In dem Hitzestadium gebe man Folgendes:

Laudanum 1 Unze. Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) 1 „ Salpetersaurer Spiritusäther (~Spirits of nitric ether~) 1 „

Mische es. Dosis: alle Stunden einen Eßlöffel voll, ausgenommen die Wirkung zeigt sich betäubend, wo es dann in längeren Zwischenräumen gegeben werden mag. Zuweilen ist es gut, abwechselnd mit dem Vorhergehenden ~Veratrum viride tincture~ (Nießwurz-Tinctur) in Dosen von 5 Tropfen zu geben. Während des Schwitzens braucht keine Medizin gegeben zu werden.

Die fieberfreie Zeit ist die beste Zeit zur erfolgreichen Behandlung der Krankheit. Sobald das Hitze- und Schweißstadium vorüber sind, fange man mit der folgenden Mischung an:

Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 16 Grane. Aromatische Schwefelsäure (~Aromatic sulphuric acid~) ½ Drachme. Gewöhnlicher Syrup 2 Unzen. Pfeffermünzwasser (~Peppermint water~) 2 „

Mische es. Dosis: alle zwei Stunden einen Eßlöffel voll. Bei Kindern möge man dem Vorstehenden noch 2 Skrupel Lakritzensaft (~Liquorice~) beifügen, um den Geschmack zu verwischen. Während des Fiebers halte mit der Medizin ein und verfahre wie bereits angegeben. Ist die Krankheit einmal gebrochen, gebe man obige Mischung dreimal des Tages ungefähr zwei Wochen lang.

Ein anderes gutes Mittel ist:

Chinin (~Quinine~) 20 Grane. Vitriol-Elixir (~Elixir of vitriol~) 1 Drachme.

Löse das Chinin im Elixir und füge 12 Drachmen Schlangenwurzel (~Black cohosh~) Tinctur hinzu. Dosis: 15 bis 20 Tropfen in ein wenig Wasser.

Spinnenwebe, in Pillen von 5 bis 10 Gran zubereitet mit Syrup oder Schleim, während der fieberfreien Zeit alle 2, 3 oder 4 Stunden gegeben, wurde von Dr. Condie und Anderen empfohlen.

Eine andere Behandlungsweise besteht darin, daß ein Brechmittel vor dem Anfalle gegeben wird, so daß es bei Eintreten des Froststadiums in voller Wirksamkeit ist. Eines der besten Mittel ist eine Abkochung von Wasserdost (~Boneset~, ~Eupatorium perfoliatum~), warm, in Dosen von einem großen Tassenkopf voll. Der Kranke muß sich im Bett aufhalten und wird in einen starken Schweiß verfallen, der in der Regel gegen den erwarteten Frost schützen wird.

Wenn zu befürchten ist, daß, nachdem der Frost einmal gebrochen, ein Rückfall eintritt, ist es gut, den Gebrauch des Chinin, in Dosen von 4 oder 5 Granen täglich, mehrere Monate hindurch fortzusetzen. Wood empfiehlt einen Aufguß von der Rinde des wilden Kirschbaums, viermal des Tages in Dosen von einem Weinglas voll. Ebenso ist auch ein Aufguß von Wermuth (~Wormwood~), 2-3 Mal des Tages zu nehmen, empfohlen.

=Eclectische und Kräuterkur.= Während des Froststadiums lasse den Patienten unbeschränkt warme Thees von Katzenmünz (~Catnip~), Isop (~Pennyroyal~), Wasserdost (~Boneset~), Virginischer Schlangenwurzel (~Virginia snake root~) oder schwachen rothen Pfeffer- (~Red pepper~) Thee trinken.

In dem Hitzestadium gebe man ihm kalte Limonade, Wasser mit Johannisbeer-Gelee (~Currant jelly water~) u. s. w. Bei Schmerz, Uebelkeit und Erbrechen mögen Senfpflaster auf den Magen und Unterleib gelegt werden. Gleichzeitig gebe man folgendes:

Pulverisirten Rhabarber (~Powdered rhubarb~) 12 Grane. Saleratus 5 „ Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 1-15 Gran.

Man nehme dies auf einmal in Pfeffermünzwasser. Dasselbe kann alle 15 bis 20 Minuten, wenn erforderlich, wiederholt werden. Während des Schweißstadiums ist keine Behandlung erforderlich; bei großer Schwäche gebe man indessen Branntwein oder Whisky-Punsch (~Toddy~).

Während der fieberfreien Zeit muß der Organismus gestärkt werden, um der Rückkehr des kalten Fiebers Widerstand leisten zu können. Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) ist das beste und wird ausschließlich zu diesem Behufe angewandt. Folgendes ausgezeichnete Mittel wird von Dr. Baum in Louisville empfohlen:

Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 14 Grane. Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) 14 Tropfen. Wasser 1 Unze.

Dosis: alle Stunden einen Eßlöffel voll in ein wenig kaltem Wasser, zwischen den Anfällen. 30 Tropfen Laudanum und 30 Tropfen Schwefeläther in ein wenig kaltem Wasser, ehe der Frost eintritt, wird zuweilen einen Anfall verhindern.

Folgende Mittel sind sehr empfohlen und werden in verschiedenen Fällen erfolgreich angewendet werden:

1 -- Chinin (~Quinine~) 12 Grane. Löwenzahn- (~Dandelion~) Extract 1 Skrupel. Schwarz Pfefferöl (~Oil of black pepper~) 10 Tropfen.

Mische es und mache 12 Pillen daraus. Alle Stunden -- an den fieberfreien Tagen -- eine Pille, bis sie alle 12 genommen sind.

2 -- Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1 Skrupel. Schwefelsäure 20 Tropfen. Paregoricum (~Paregoric~) 1 Unze.

Löse das Chinin in der Schwefelsäure und füge dann Paregoricum hinzu. Mische es und gib durch 6 Stunden jede Stunde einen Theelöffel voll.

3 -- Schwefelsaures Chinin 8 Grane. Stechapfel- (~Stramonium~) Extrakt 1 Gran. Schwefelsaures Morphium 1 „

Mische es wohl und theile es in 4 Dosen und nimm jede Stunde eine, und zwar 4 Stunden vor dem erwarteten Frost angefangen.

4 -- Nehme man eine Muskatnuß (~Nutmeg~), lasse sie verbrennen oder verkohlen, pulverisire sie, füge einen gleichen Gewichtstheil von verbranntem Alaun (~Alum~) hinzu und theile es in 3 Pulver. Reinige die Eingeweide mit einer Dosis Salz oder Castoröl und gebe ein Pulver, wenn der Frost kommt.

5 -- Stachlige Eschenrinde (~Prickly ash bark~), wilde Kirschbaumrinde (~Wild cherry bark~), Fischfrehme (~Dogwood bark~), Schlangenwurz (~Black cohosh~), Virginischer Ehrenpreis (~Black root~) oder Akeleiwurzel (~Culver~), Zimmet, Gewürznelken, von jedem eine Unze grob gepulvert, und 5 Pints Cider. Lasse es ungefähr 24 Stunden stehen und gebe 2 Eßlöffel voll dreimal des Tages.

6 -- Ein Pint süße Milch und einen großen Eßlöffel voll Ingwer (~Ground ginger~), erhitze es über dem Feuer und trinke es ungefähr um die Zeit, wenn der Frost kommt. Wiederhole dieses bei jedem Frostanfall.

=Homöopathisch.= ~Acidum nitri~ wird von Professor N. F. Cooke in Chicago zur Behandlung dieser Krankheit empfohlen. Mische 12 Tropfen dieser chemisch reinen Säure mit 4 Unzen destillirtes Wasser und gib, ohne Rücksicht auf den Anfall, alle 3 Stunden einen Theelöffel voll. Wenn der Frost nicht wiederkehrt, (so daß zum Beispiel, wenn der letzte Frostanfall am Dienstag stattfand, am Mittwoch oder Donnerstag ein solcher ausbleibt), gebe die Säure dreimal des Tages eine Woche oder 10 Tage lang. Darauf erweitere die Zwischenräume auf zweimal des Tages durch 2 Wochen hindurch. Dann einmal einen Tag um den anderen und darauf alle 3 Tage. Ist die Behandlung ohne Erfolg, empfiehlt Cooke kleine Dosen von Chinin, wie folgt:

Jede Dosis sollte in einem halben Gran bestehen, und die angenehmste Form ist die halbe Gran verzuckerte Pille. Kann man sich dies nicht verschaffen, so bediene man sich der Pulver. Nachdem das Schweißstadium aufgehört hat, beginne mit einer Gabe Chinin und gebe bei alltägigem Fieber alle 2 Stunden eine Dosis, bei dreitägigem alle 3 Stunden eine Dosis. Die Gabe wird eingestellt, sobald die Symptome des nächsten Frostes erscheinen. Nachdem der Anfall vorüber ist, gebe man die Medizin wie zuvor und fahre damit fort, bis der Frost gebrochen ist. Während des Anfalls gebe, was immer für Mittel angezeigt erscheinen mögen. ~Aconitum~, wenn das Fieber stark ist, ~Belladonna~, wenn die Symptome hervorragend sind. ~Bryonia~ bei starken Schmerzen in den Knochen.

Wenn der Frost gebrochen ist, gebe man mehrere Wochen lang ~China~ in Dosen, wie bei ~Acidum nitri~ empfohlen.

Andere Mittel, welche gegeben werden können, wenn es angezeigt erscheint, sind folgende:

~China.~ -- Gelbliche Haut- und Gesichtsfarbe, während des Frostes galliges Erbrechen, Röthe des Gesichts, Herzklopfen; während der fieberfreien Zeit gelbliche Gesichtsfarbe, schwache Augen, Gedankenverwirrung, Schwindel, Durst, unbehagliches Gefühl in der Magengrube, Verstopfung, allgemeine Schwäche. Durst vor oder nach dem Froste oder während des Schweißstadiums, kurzer Husten, sehr gering, wenn überhaupt vorhanden, Durst während des kalten oder heißen Stadiums. Knorre heilte das eintägige Fieber, bei Schwindel, Blässe, kalten Händen und Füßen, Erbrechen von Schleim, während des Frostschauers Schmerzen im Kopf, in den Seiten und in der Magengrube, trockenem, bellendem Husten, Schläferigkeit während des Fiebers, das lange und heftig anhält, Verwirrung der Begriffe und Schläferigkeit während des Anfalles und der fieberfreien Zeit; Angst, Entmuthigung, große Geistesthätigkeit, zuweilen Delirium (Marcy und Hunt). Große Schwäche und Hinfälligkeit, der Patient sieht blaß aus und hat Mangel an Lebenskraft. Schweiß sogar während der fieberfreien Zeit. Wassersucht, Frost in Körpertheilen, Hitze im Kopfe durch das Fieber beschränkt und mit Frost gemischt, Durst mit folgendem Schweiße, Fieber ohne Frostschauer, bei großem Durst und starkem Schweiß.

~Arsenicum.~ -- Aufgedunsenes Gesicht und erdfarben, oder eingefallen und gelblich, die Haut brennend heiß und das Gesicht roth während des Fiebers, letzteres aber während der fieberfreien Zeit blaß und eingesunken; Zittern der Glieder während des Schweißstadiums, Zunge bläulich, weiß oder hellroth, Frost und Hitze abwechselnd, brennende Schmerzen im Magen, starke Schmerzen in den Gliedern, Rücken, Kopf oder Brust während des Fiebers; während des Schweißstadiums Schwere des Kopfes, Summen in den Ohren; zwischen dem Frost- und Hitzestadium, Mattigkeit, Schwindel, Durst, Uebelkeit, Erbrechen und Schlucken, Schweiß während des Schlafes. Hartlaub empfiehlt ~Arsenicum~ gegen Frost ohne Durst, dem Fieber mit oder ohne Durst und dann Schweiß folgt; vor dem Frost Schwindel, Schmerzen über den ganzen Körper, Strecken und Gähnen, Uebelkeit und Erbrechen, Beklemmung der Brust; während des Fiebers Delirium, Schmerz im Kopfe, Schwindel beim Aufstehen, bitterem Geschmack im Munde, ein Schmerz in der Gegend der Leber, während der fieberfreien Zeit, blasse Gesichtsfarbe, weiße Zunge, kalten klebrigen Schweiß, Appetitlosigkeit, Anschwellen des Unterleibes, große Schwäche. Anfälle kommen in der Regel des Morgens oder Abends. Fieber mit fliegender Hitze und große Schmerzen der Knochen.

~Nux Vomica.~ -- Aeußerliche Hitze bei innerlichem Frost oder innerliche Hitze und Frost von Außen. Während des Frostes sind Hände, Gesicht, Haut und Nägel blau und kalt; Gähnen und Strecken; eine oder beide Wangen roth, dichter Schweiß von säuerlichem Geruch; wenn dem ersten Stadium äußerliche und innerliche Kälte und Gähnen folgt, Frost am Abend oder Morgen während des heißen Stadiums, Kopfschmerz, Schwindel, Uebelkeit, Durst. Schüttelnder Frost mit Durst, dem Fieber mit Durst und Schweiß folgt. Bewegung während des Fiebers oder Schweißes verursacht Frost. Während der fieberfreien Zeit ist Kopfschmerz, Appetitlosigkeit, schlechter Geschmack im Munde, Schmerz im Magen nach dem Essen, Verstopfung, viel Durst, Schweiß.

~Ipecacuanha.~ -- Vor dem Frost-Stadium Strecken und Mattigkeit bei kaltem Schweiße auf der Stirne, leichter Frost, dem große Hitze folgt; der Frost nimmt durch äußerliche Hitze zu; Durst nur während des Frostes; Beklemmung der Brust; Uebelkeit und Erbrechen. Während der fieberfreien Zeit hat die Speise einen bitteren Geschmack, Appetitlosigkeit, Erbrechen nach dem Essen, Schlaflosigkeit.

~Bryonia.~ -- Wenn vor dem kalten Stadium Schwindel, Kopfschmerz und Mattigkeit; -- ferner, wenn das erste Stadium mit starkem Frost, Zittern und Hitze im Kopf eintritt; das zweite Stadium mit Hitze und Frost abwechselnd, hierauf große Hitze und Durst, krampfartiger Husten, stechende Schmerzen in der Seite und im Unterleib; nach der Hitze starker Schweiß, Beklemmung der Brust, trockener Husten, Neigung zum Schwitzen des Nachts und am Morgen; während der fieberfreien Zeit Verstopfung, Durst, gelbliche Gesichtsfarbe und Nachtschweiße.

~Eupatorium Perfoliatum.~ -- Leichter Frost stellt sich vor dem Beginne des ersten Stadiums ein, Schwindel, Schwere und Läuten im Kopfe während des kalten Stadiums; theilweiser Frost im Rücken, Händen und Füßen; das Hitze-Stadium beginnt mit leichtem Frost abwechselnd mit fliegender Hitze, bis das Fieber allgemein wird; Uebelkeit und Erbrechen einer galligen Masse am Ende des Frostes. Wenn der Frost um 9 Uhr Morgens beginnt bei Schmerzen in den Knochen, klopfendem Kopfschmerz während des Frostes und der Hitze; Durst, mehrere Stunden vor dem Froste beginnend, der während des Frostes und der Hitze fortdauert; wenig oder kein Schweiß, Empfindlichkeit des Unterleibes gegen Druck; beständige Neigung zum Schlaf; Nachtschweiße.

~Cedron.~ -- Die Anfälle kommen Abends 8 Uhr und folgen einer großen Niedergeschlagenheit, drückendem Kopfweh und Stumpfheit der Sinne; Mund trocken, großer Durst; Krämpfe, bei Thränen und zusammenziehenden Schmerzen in den Armen und Beinen, kaltes Gefühl in Händen und Füßen, Herzklopfen und Frostschauer. Diese Symptome halten ein bis zwei Stunden an und lassen ein Gefühl von trockener Hitze, der ein dichter Schweiß folgt, zurück; voller und schneller Puls; rothes Gesicht; in der fieberfreien Zeit kalt und blaß; Durst und ein Verlangen nach warmen Getränken. (Marcy und Hunt.)

~Pulsatilla.~ -- Langer Frost, wenig Hitze und kein Durst. Kennzeichen einer schlechten Verdauung (~dyspepsia~). Der Frost beginnt mit Erbrechen. Frost und Hitze kehren zu derselben Zeit an jedem Tage zurück. Während des Frostes: Gesichtsblässe, Kopfweh mit Schwere; zuweilen Erbrechen mit Schleim und Brustbeklemmung. Während der Hitze: Kopfschmerz und Rothsein des Gesichts, aufgedunsenes Ansehen, Seufzen, Klagen, ängstliches Athmen, Uebelkeit, Diarrhöe mit folgendem Schweiß, Anfall von Ohnmacht und bei dem weiblichen Geschlecht Unterdrückung der monatlichen Reinigung. Während der fieberfreien Zeit: Kopfschmerz, Kochen des Bluts, Herzklopfen, feuchter Husten und eine Neigung zum Weinen.

~Natrum Muriaticum.~ -- Heftiges Kopfweh während des Frostes und der Hitze, verdunkelter Blick, theilweise Bewußtlosigkeit, Schmerzen in den Knochen, gelbliche Gesichtsfarbe, Fieber mit Blasen auf den Lippen, Durst während des Frostes, aber noch mehr während der Hitze; leichter Frost, Gähnen und Strecken, ohne Durst, dem ein starkes Fieber mit Durst folgt; dann Schweiß mit Schläfrigkeit und Schlafsucht. (Pulte.)

~Ignatia.~ -- Gegen nervöse Anfälle, besonders wenn sie durch Schreck hervorgerufen wurden. Durst nur während des Frostes, ebenso Schmerz in den Eingeweiden. Das Fieber beginnt am Nachmittage und dauert die ganze Nacht hindurch. Das geringste Geräusch erhöht des Kranken Leiden.

~Veratrum album.~ -- Aeußerlicher Frost und kalter Schweiß, besonders auf der Stirne und innerliche Hitze; großer Durst, besonders während des Frostes und Schweißes; wässeriges Erbrechen und Diarrhöe, leichenartige Farbe des Gesichts; Krämpfe, Delirium, große Angst, schnelles Sinken der Kraft.