Part 6
Olivenöl 1 Pfund. Weißes Wachs 2 Unzen. Spermaceut (~Spermaceti~) 5 „
Rühre es bis es kalt wird.
Gegen ~Eczema~ kann das folgende angewendet werden: Zwei Unzen von ~Yellow dock~ und ebensoviel Blutwurzel (~blood root~); wasche und lege es in ein Pint Alcohol und ebensoviel Essig; lasse es vor dem Gebrauch eine Woche oder zehn Tage lang stehen. Diese Mischung sollte ein- oder zweimal des Tages angewendet werden, ebenso auch die folgende Salbe:
Frische Butter 4 Unzen. Venetianischer Terpentin 1 Unze. Rothes Präcipitat (Quecksilberniederschlag) 3 Drachmen.
Mische es.
Gegen ~Pemphigus~ kann die folgende Salbe angewendet werden:
Zink-Oxyd (~Oxide of zinc~) 1 Drachme. Sparmaceut-Salbe (~Spermaceti ointment~) 1 Unze.
Mische und wende es Abends an.
=Homöopathisch.= Gegen Gürtelrose (~Shingles~, ~Cingulum~) ist es gut, die Behandlung mit ~Aconitum~ zu beginnen, besonders wenn Fieber, Mattigkeit, Kopfschmerz &c. vorhanden ist. Nachdem man einige Dosen davon gegeben hat, gebe man alle drei Stunden eine Dosis ~Rhus toxicodendron~ (6 Kügelchen).
Bei Uebelkeit und Erbrechen ~Tartarus emeticus~.
Bildet sich Eiter in den Bläschen, gebe man ~Hepar sulphuris~, ebenso wie ~Rhus~.
Wenn bei trockener Haut, Durst &c. ein brennendes Gefühl vorhanden ist, gebe man ~Arsenicum~.
Bei Eiterung des Ausschlages kann man die folgenden Mittel geben: ~Mercurius~, ~Sepia~, ~Lycopodium~, ~Sulphur~. Zwei Tage lang alle drei oder vier Stunden eine Dosis von einem dieser Heilmittel; tritt keine Besserung ein, wechsle es gegen ein anderes. Kopfgrind (~dandruff~) erfordert eins von den folgenden Mitteln: ~Dulcamara~, ~Sepia~, ~Sulphur~, ~Silicea~.
~Eczema~ erfordert ~Rhus~, ~Graphites~, ~Calcarea~, ~Lycopodium~, ~Sulphur~, ~Dulcamara~.
~Pemphigus~ erfordert ~Carbo veg.~, ~Rhus~, ~Sulphur~, ~Graphites~, ~Mercurius~, ~Lycopodium~.
Ist das Kitzeln sehr heftig, gebe ~Acidum Nitri~, ~Phosphorus~, ~Graphites~; wird es durch die Wärme erhöht, ~Clematis~, und verschlimmert es sich am Abend, gebe ~Alumina~ und ~Staphysagria~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Nimm eine Dosis (6 Kügelchen) des betreffenden Heilmittels zwei Wochen lang Morgens und Abends. Stellt sich zu Ende dieser Zeit keine Besserung ein, wähle ein anderes Heilmittel und gib es in derselben Weise.
=Allöopathisch.= Gegen nasse Flechten, wie Gürtelrose, ~Eczema~, ~Pemphigus~ möge die folgende Behandlung angewendet werden:
Ist der Kranke alt oder schwächlich, gebe:
Doppelkohlsaure Soda ½ Unze. Zusammengesetzter Aufguß von Enzian 4 Unzen. Colombo-Wurzel-Tinctur 1 Unze. Orangenschalen-Syrup ½ „
Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages.
Gleichzeitig gebrauche:
Hollunder-Blüthen-Salbe 1 Unze. Zink-Oxyd 1 Drachme.
Ist der Organismus in gutem Zustande, so mag das folgende angewendet werden:
Blaue Pillen 1 Skrupel. Zusammengesetzte Rhabarber-Pillen 2 „
Mische es. Theile es in 12 Pillen und nimm als Dosis eine oder zwei, bis sie wirken. Gleichzeitig folgendes:
Eine Abkochung von Sarsaparilla ½ Pint. Potaschen-Hydriodat 25 Gran.
Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages.
Folgende Waschung kann gebraucht werden:
Wein-Spiritus 2½ Unzen. Destillirtes Wasser 1 Pint.
Mische und wende es mehrere Male des Tages an.
Wenn die Krusten anfangen abzufallen, gebrauche:
Schwefelsaures Zink ½ Drachme. Destillirtes Wasser 1 Pint.
Mische es.
Gegen Kopfgrind dient folgende Waschung:
Auflösung von Potasche 2 Drachmen. ~Acidum hydrocianicum~ (verdünnt) 1 Drachme. Almond-Mischung ½ Pint.
Mische und gebrauche es ein- oder zweimal des Tages.
Wenn nach Anwendung dessen eine Zeitlang keine Besserung eintritt, gebrauche man das Folgende:
Salbe von Quecksilber-Salpeter (~Mercurius nitrosus~) 1 Theil. Spermaceut-Salbe 2 Theile.
Mische es.
Bei chronischen Ausschlägen dieser Art kann man sich des folgenden mit Erfolg bedienen:
Präparirter Schwefel 1 Skrupel. Kohlensaure Magnesia 10 Gran. Zusammengesetztes Pulver von Jalappenwurzel und Ingwer von jedem 5 Gran.
Mische es und nehme eine kleine Portion zweimal des Tages.
Krätze (~Itch~, ~Scabies~).
ist ein ansteckender, in der Regel von Unreinlichkeit herrührender Ausschlag.
+Ursache+: Er wird durch die Anwesenheit eines sehr kleinen Insekts, ~Acarus Scabies~ genannt, hervorgerufen. Kommt dieses Insekt auf die Haut, so beginnt es sofort zu arbeiten und bohrt sich eine Wohnung unter der ~Epidermis~ oder Schleierhaut. Natürlich verursacht das Herumkriechen dieses ungebetenen Gastes ein unerträgliches Jucken, das, wie James ~I.~ bemerkte, als der Luxus des Kratzens sehr in Aufnahme kam, nur für Könige gemacht sei.
+Symptome.+ Als etwas ganz Gewöhnliches erscheint dieser Ausschlag zuerst an den Handgelenken und zwischen den Fingern. Derselbe besteht in kleinen punctirten Bläschen, mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt. Anfänglich sind diese Blasen von einer blaßrothen oder Fleischfarbe; aber die Haut bricht bald auf und die Flüssigkeit bildet einen dünnen Schorf. Er kann unter anderen Ausschlägen an seiner Form, dem überstarken Jucken und dadurch, daß er nie im Gesicht gefunden wird, erkannt werden. Das Jucken ist des Nachts schlimmer und wird durch die Bettwärme erhöht.
+Behandlung.+
Gegen diese Krankheit ist beinahe Schwefelsalbe das einzige Mittel, das hilft. Dies zerstört das Insekt und bewirkt dadurch die Heilung. Gebrauche einen Theil Schwefelmilch und zwei Theile Schweinefett. Mische und reibe es gehörig in die Haut. Andere Zubereitungen sind wie folgt:
Schwefel 2 Unzen. Kohlensaure Potasche (~Carbonate of Potash~) 2 Drachmen. Präparirtes Schweinefett 4 Unzen.
Mische es.
Schwefel 1 Unze. Boraxsaure Soda (~Borate of Soda~) 1 Drachme. Salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~) 1 „ Weißes Präcipitat-Quecksilber (~White Precipitate of Mercury~) 2 Skrupel. Präparirtes Schweinefett 2 Unzen.
Mische es. (Frisch.)
Welches immer von den vorstehenden Mitteln gebraucht wird (und ich möchte gewöhnlichen Schwefel und Schweinefett empfehlen), so muß sich der Kranke vom Kopf bis zum Fuß und zu den Fingerspitzen einschmieren; an einem Feuer gehörig in die Haut einreiben, sich mit Socken, Unterhosen und Flanellhemd bekleiden und 36 Stunden im Bett verbleiben, während welcher Zeit die Einreibung zweimal erfolgen muß. Hierauf reinige die Haut vermittelst eines warmen Bades gründlich. Reicht dies nicht hin, so wiederhole man die Kur noch einmal. Bei milderen Fällen wird ein Schwefeldampfbad, ein- oder zweimal des Tages genommen, schnell Erleichterung verschaffen.
Milchschorf (~Milk Crust~, ~Crusta Lactea~).
Diese Krankheit tritt mehr als zu irgend einer andern Zeit bei dem Durchbruch der ersten Zähne auf und erscheint auf der Stirne, den Wangen oder der Kopfhaut. Der Ausschlag besteht im Anfang in rothen Blattern, auf welchen sich bald kleine gelbliche oder strohfarbene Pusteln bilden, die zuweilen von einem starken Jucken begleitet sind. Diese können sich über das ganze Gesicht und die Kopfhaut ausbreiten, so daß der Kranke ein Ekel erregendes Ansehen annimmt. Die Pusteln brechen zu Ende des dritten oder vierten Tages auf und entleeren eine klebrige Flüssigkeit, welche Krusten von weiß-gelblicher oder grüner Farbe bilden. Wenn sich die Flüssigkeit auf diese Weise unter der Oberfläche absondert, verursacht sie, daß die Kruste immer dicker wird, sich so über die sie umgebende Haut verbreitet und die Krankheit fortpflanzt. Verschwinden die Krusten, so zeigt sich die Haut roth und entzündet, wie mit kleinen Punkten besetzt, von denen die Flüssigkeit beständig sickert. Der Gesundheitszustand des Kranken verbleibt im allgemeinen gut, wenn er nicht von dem Jucken gepeinigt und gereizt wird. In Fällen bei Kindern mit weißem Haar und blasser, zarter Haut, sind die Drüsen des Nackens und jene hinter den Ohren zum Anschwellen geneigt, werden hart und empfindlich.
Die Krusten fangen in der Regel innerhalb 2 bis 4 Wochen an abzufallen, lassen die Oberfläche roth-glänzend und zart, was bei dem geringsten Anlaß die Bildung eines neuen Ansatzes von Pusteln verursacht und dadurch die Krankheit Monate, ja vielleicht Jahre lang hinzieht. Keine bleibenden Spuren, sogar bei den stärksten Anfällen der Krankheit werden auf der Haut zurückgelassen. Das Haar kann in Folge dieser Krankheit ausfallen, aber es wächst wieder, wenn nicht, wie bei Kopfgrind (~tinea capitis~), die Haarwurzel zerstört ist. Das Waschen des Kopfes mit Theerseife ist das Beste, was man anwenden kann.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= Bei dem ersten Erscheinen der Krankheit, wenn das Jucken, besonders des Nachts, stark ist, gebe man ~Aconitum~, sowohl allein als auch abwechselnd mit ~Chamomilla~, alle 2 Stunden eine Dosis.
~Sepia~ kann in vielen Fällen mit gutem Erfolg gegeben werden.
Sollte ~Aconitum~ keine Erleichterung gewähren, so kann auch ~Rhus toxicodendron~ gegeben werden. Es wird gut sein, das Letztere mit ~Sulphur~ zusammen zu geben. Des Nachts eine Dosis (6 Kügelchen) ~Sulphur~ und Morgens und Mittags eine Dosis (6 Kügelchen) ~Rhus toxicodendron~. Man setze diese Behandlung mehrere Wochen lang fort. Stellt sich Diarrhöe ein, so stelle die Gabe von ~Sulphur~ ein und gieb dreimal des Tages ~Rhus toxicodendron~.
~Calcarea carbonica~ kann gegeben werden, wenn der Ausschlag trocken ist.
Ist der Ausschlag feucht, der Ausfluß übermäßig, bei schlechtem Geruch, gebe man ~Lycopodium~.
Andere Heilmittel sind: ~Arsenicum~, ~Croton-Tiglium~, ~Petroleum~, ~Mezereum~, ~Hepar Sulphur~, ~Graphites~, ~Nitric Acid~, ~Antimonium Crudum~.
Aeußerlich gebrauche man nichts außer Milch und Wasser, schlüpferiges Ulmenwasser oder Glycerin.
+Verordnung der Heilmittel.+ 12 Kügelchen werden in 12 Theelöffel voll Wasser aufgelöst und beim ersten Erscheinen der Krankheit gebe man alle 3 Stunden einen Theelöffel voll. Bessert sich das Kind, so gebe man dieses zwei- oder dreimal des Tages, wenn nicht andere Anweisungen bei den Heilmitteln angegeben sind. Wird es vorgezogen, gebe man 3 Kügelchen trocken auf die Zunge.
=Allöopathisch.= Bei milderen Fällen ist es gut, Magnesia in Dosen von 2 bis 3 Gran einmal des Tages zu verordnen. Auch die Mischung von Schwefel und ~Cremor tartari~ wird sich als dienlich erweisen. Bei harten Fällen gebe man Calomel in Dosen von ein bis zwei Gran, hinreichend oft um auf die Eingeweide zu wirken.
Zu Umschlägen bediene man sich dicker Sahne (~cream~), Spermazeut-Salbe (~Spermaceti ointment~), Rosenwasser-Salbe oder Glycerin. Die wässerige Auflösung des Opiums wird sich als ein guter Umschlag zur Verminderung des Reizes bewähren. In derselben Absicht kann auch das folgende Mittel angewendet werden:
Boraxsaure Soda (~Borate of Soda~) 10 Grane. Rosenwasser 2 Unzen. Glycerin 2 Drachmen.
Mische es. Anwendung: Zwei- bis dreimal des Tages.
Auch folgendes wird in einigen Fällen von Erfolg sein:
Blausäure (~Hydrocyanic acid~) 4 Drachmen. Bleizucker (~Sugar of lead~) 15 Grane. Alcohol 4 Drachmen. Wasser 7 Unzen.
Mische es. Einmal des Tages anzuwenden.
Cazenave empfiehlt Zink-Oxyd mit 15 gleichen Theilen Stärke gemischt zur Anwendung, nachdem die betreffenden Theile zuvor mit schwacher Lauge abgewaschen und getrocknet sind.
Condie empfiehlt, nachdem die Entzündung vollkommen nachgelassen hat, eine Salbe von salpetersaurem Quecksilber (~Nitrate of mercury~) mit ein Drittel Fett aufgelöst als Umschlag.
=Eclectische und Kräuterkur.= Zur Reinigung des Blutes kann folgendes angewandt werden: Schlangenwurzel (~Black cohosh~) und Ziegenblatt- (~Shrubby trefoil~) Tinctur; von jedem drei Unzen. Zu mischen. Man gebe dem Alter des Kindes angemessen 5 bis 20 Tropfen in einem Theelöffel voll versüßten Wassers. Ist ein stärkendes Mittel erforderlich, füge zu jeder Dosis 2 bis 3 Tropfen salzsaures Eisenoxyd (~Ferrum muriaticum~). Als Salbe gebrauche man das folgende:
Hammelfett 1 Unze. Zinkoxyd (~Oxide of zinc~) 1 Drachme. Kampfer-Tinctur 2 Drachmen. Glycerin 1 Drachme.
Mische es. Zwei- bis dreimal des Tages anzuwenden.
Grindkopf (~Tinea capitis~)
ist ein ansteckender Ausschlag der Kopfhaut, der sich durch kleine Eiterbeulen an der Kopfhaarwurzel kennzeichnet. Er beginnt mit kleinen rothen Flecken, in deren Mitte sich eine kleine gelbe Pustel befindet und die in der Regel von einem Haare durchstochen sind. Diese Pusteln brechen auf, bilden dünne Schorfe, in deren Mitte sich bei jedem einzelnen Schorfe eine Vertiefung befindet; sie verbinden sich mit den zunächst liegenden und bilden so bald große Flecken. Die Krusten nehmen allmählig zu und werden hart, werden sie entfernt, so bleibt die Oberfläche roth und glänzend. Zieht sich die Krankheit in die Länge, so fallen die Haare aus und wachsen selten oder nie wieder; geschieht es indessen, so ist es von einer helleren Farbe, kurz und ungesund. Der Geruch, der die Ausdünstung der Kopfhaut verursacht, ist besonders bei harten Fällen und da, wo die Reinlichkeit nicht mit in der Behandlung einbegriffen ist, widerwärtig. Auch bildet sich Ungeziefer unter den Krusten, welches große Beschwerde verursacht. Da es eine sehr ansteckende Krankheit ist, sollte Kindern, die damit behaftet sind, nicht gestattet werden, sich derselben Kämme, Bürsten, Kopfbedeckungen, Handtücher &c. mit Andern gemeinschaftlich zu bedienen, ebenso ist das Schlafen solcher mit Andern in einem Bette nicht zulässig.
+Behandlung.+
=Allgemeine.= Reinlichkeit ist bei dieser Krankheit von der größten Wichtigkeit. Die Haare müssen so kurz als möglich geschnitten werden, und während des Verlaufs der Krankheit sollten alle ungesunden Haare mittelst einer kleinen Zange oder Haarzängelchen (~tweezers~) herausgezogen werden. Die Kost ist sorgfältig zu regeln, wobei alle reizende und allzureiche Nahrung vermieden werden muß.
=Allöopathisch.= Man entferne die Krusten durch einen erweichenden Umschlag, wie Brod mit Milch oder eine Waschung von 2 bis 3 Drachmen Pflanzenlaugensalz (~Subcarbonate of potassa~) mit einem Pint Wasser. Hierauf wende man Morgens und Abends die Salbe von salpetersaurem Quecksilber (~Nitrate of mercury~), oder die der Jod-Potasche (~Iodium potassae~) an, und zwar in dem Verhältniß: aus 1 Drachme ~Potassium~ (Metall der Potasche) 2 Unzen Fett. Vor Anwendung der Salbe wasche man die Theile mit spanischer Seife und lauwarmem Wasser. Wenn eine starke Absonderung stattfindet, wende man eine Auflösung von 2 bis 3 Gran schwefelsaurem Zink mit einer Unze Wasser zwei- oder dreimal des Tages an; ist keine Absonderung vorhanden, dann nehme man eine Salbe von 1 Gran gepulvertem schwefelsaurem Zink mit einer Unze Fett, oder eine Lösung von 2 Drachmen doppelt kohlensaurer Potasche mit 1 Pint Wasser, oder schlägt dies nicht an, 2 Drachmen geschwefelte Potasche (~Sulphuret of potash~), 2 Drachmen weiße Seife und ein halbes Pint Limewasser. Sollte irgend ein Umschlag eine Entzündung hervorrufen, so muß sie ausgesetzt und dagegen erweichende Umschläge und lauwarme Waschungen angewendet werden.
Eine sehr zu empfehlende Salbe ist:
Pulverisirtes schwefelsaures Kupfer (~Pulverized sulphate of Copper~) 10 Grane. Spanischer Fliegen-Extrakt 5 „ Schweinefett 1 Unze.
Mische und gebrauche es nach einer gründlichen Waschung mit spanischer (~castile~) Seife und Wasser einmal des Tages.
Zuweilen wird die folgende Salbe mit ausgezeichnetem Erfolg angewendet:
Salpetersaures Quecksilber 1 Drachme. Wasser 4 Unzen.
Mische und trage es einen Tag um den andern mit einem Kameelhaarpinsel auf.
=Eclectische und Kräuterkur.= Man schneide das Haar ganz kurz mache einen Umschlag von schlüpferigem Ulm, bis sich die Schorfe lockern und abfallen. Ehe man den Umschlag gemacht, wasche man den Kopf mit spanischer Seife und Wasser. Nach Entfernung der Krusten und Waschung des Kopfes wende man folgende Salbe an:
Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 1 Unze. Biester (~Woodsoot~) 1 „ Schwefel ½ „ Schweinefett 6 Unzen.
Mische es. Morgens und Abends anzuwenden.
Man halte die Eingeweide mit einer gelegentlichen Dosis von Magnesia und Castoröl offen. Eine andere sehr empfohlene Salbe wird aus grünem, 6 bis 8 Zoll hohem Roggen gemacht, indem man ihn mit frischer Sahne langsam kochen läßt, bis die Blätter braun geröstet sind. Schwefelsalbe wird zuweilen mit Erfolg angewandt.
=Homöopathisch.= ~Sepia~ kann in Dosen (6 Kügelchen) dreimal des Tages durch zwei oder drei Wochen gegeben werden, tritt keine Besserung ein, gebe man ~Calcarea carbonica~; bei trockenem Ausschlag Morgens und Abends eine Dosis (6 Kügelchen). Wenn nach zweiwöchentlichem Gebrauche noch keine Besserung wahrgenommen wird, gebe man ~Sulphur~. Bei feuchtem Ausschlag gebe man ~Rhus~ oder ~Lycopodium~, zweimal des Tages eine Dosis, und lasse ~Sulphur~ folgen. Macht die Absonderung des Ausschlages die Haut wund oder verursacht Geschwüre, wo sie auf die Haut übertragen wird, gebe man ~Arsenicum~ und ~Rhus~ abwechselnd einen Tag, täglich dreimal.
Eine gute Kopfwaschung geschieht mit Kleiewasser. Als Umschlag kann Salpetersäure (~Acidum nitri~) im Verhältniß von 12 Tropfen auf 4 Unzen Wasser angewendet werden. Was immer für ein Heilmittel innerlich gegeben werden mag, so ist es gut, dasselbe auch als Umschlag anzuwenden; dadurch, daß man 12 oder 15 Kügelchen in einem halben Glas voll Wasser auflöst.
Andere Heilmittel als jene bereits erwähnten sind folgende: ~Dulcamara~, ~Staphysagria~, ~Hepar sulphuris~, ~Antimonium crudum~, ~Graphites~, ~Bryonia~. Dieselben können in der nämlichen Weise, wie die anderen, wenn diese nicht den gewünschten Erfolg haben sollen, angewendet werden.
Hühneraugen, Leichdornen (~Corns~)
sind eine Verdickung der Schleierhaut, welche durch den Druck oder die Reibung von zu engem oder schlecht passendem Schuhwerk hervorgerufen wird.
+Behandlung.+
Erweiche die Füße in warmem oder schwachem Laugenwasser. Dies erweicht die verhärtete Oberfläche, so daß sie mit dem Fingernagel oder einem Federmesser entfernt werden kann. Nach Entfernung dieser verhärteten Haut wird ein kleiner weißer Fleck gesehen werden, der der Mittelpunkt des Hühnerauges ist. Diesen schneide vorsichtig, ohne Schmerzen oder Blutung zu verursachen, heraus und lege dann ein Stück weiches Tuch, einen Schwamm oder nach und nach auch ein Pflaster auf; jedes von diesem muß indessen ein Loch in der Mitte haben. Wenn eine Entzündung vorhanden ist, betupfe es jeden zweiten oder dritten Tag mit einem zugespitzten Stück Höllenstein (~Argentum nitri~).
Weiche Hühneraugen zwischen den Zehen können durch zwei- oder dreimaliges Auflegen des Tages von Charpie oder Watte, mit Kampfer-Tinctur befeuchtet, entfernt werden. Ein Stück Watte sollte so lange aufgelegt bleiben bis die betreffenden Theile wieder vollständig hergestellt sind.
Es giebt eine Menge von Mitteln, Hühneraugen zu entfernen, einige von ihnen sind folgende: Ein Epheublatt mit Essig befeuchtet und auf das Hühnerauge gebunden; Charpie oder Watte mit einer zusammengesetzten Flüssigkeit von salzsaurem Ammoniak (~Muriate of ammonia~), eine Unze in 4 Unzen Wasser aufgelöst, befeuchtet. Man mache einen dicken Teig von Bleiweiß (~White lead~) und Leinöl und soviel pulverisirte Schlangenwurzel, um es zu färben, schmiere es auf ein Stückchen dünnes Leder und lege es auf das Hühnerauge. Man erneure es alle 3 bis 4 Tage. Man nehme Salpeter (~Nitric acid~) und Salzsäure (~Muriatic acid~), von jedem eine halbe Unze, rothes Sandelholz (~Red sanders~), Opium, salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~), von jedem 1 Drachme. Nachdem die Haut um das Hühnerauge ringsherum leicht geritzt ist, befeuchtet man den Stöpsel der Flasche, worin sich die Flüssigkeit befindet, durch Umschütteln, und betupfe damit dasselbe. Ein Pulver von Badebaumblättern (~Savine~) 2 Unzen, Grünspan (~Verdigris~) 1 Drachme, rothes Präcipitat 2 Unzen, gemischt und über Nacht auf das Hühnerauge gebunden. Weinsteinsäure (~Acidum tartaricum~), Salzsäure, Wasser, von jedem eine Unze und ein Stück Schöpsenfett mit einem Stückchen Holz mehrere Male auf das Hühnerauge zu tragen. Folgendes, „Sir Humphrey Davy’s Solvent“ genannt, besteht in 2 Theilen Potasche, 1 Theil Sauerkleesalz, fein gepulvert, gemischt und in einer kleinen Menge vermittelst eines Verbandes durch mehrere Nächte hintereinander auf das Hühnerauge zu bringen. Starke Essigsäure bleibt immer das beste Mittel, das angewendet werden kann. Um die Heilung indessen zu vervollständigen und um für immer davon befreit zu bleiben, ist es nothwendig, daß das Schuhwerk nicht zu eng ist, überhaupt gut paßt.
Warzen (~Veruccae~)
sind so allgemein bekannt, daß davon gar keine Beschreibung nothwendig ist. Fast Jeder hat damit schon mehr oder weniger Bekanntschaft gemacht. Die Mittel zu deren Entfernung sind fast eben so zahlreich als die Warzen selbst -- einige von ihnen werden hier angegeben.
Gleiche Theile von salzsaurem Ammoniak (~Muriate of ammonia~), Cayenne-Pfeffer und Schlangenwurzel, fein gepulvert, gemischt und mit ein wenig Talg und Bienenwachs zu einem Pflaster gemacht. Ein Heftpflaster, in dessen Mitte sich ein Loch befindet, so daß es über die Warze gezogen werden kann und dieselbe allein frei bleibt, wird aufgelegt und darauf dann das Obige. Die Anwendung dieses Pflasters muß so lange geschehen, bis die Warze abstirbt.
Kohlensaure Soda (~Carbonate of soda~) eine Unze, Wasser ein Pint, gemischt, und damit die Warze dreimal des Tages gewaschen.
Concentrirte Essigsäure (~Acetic acid~), ebenso Salpeter und salpetersaure Salzsäure sind ausgezeichnete Mittel. Sobald als die Warzen hart werden, entferne man sie.
Eine gesättigte Auflösung von doppelt chromsaurer Potasche (~Bichromate of Potassa~) ist mit Erfolg angewendet worden; das Berühren anderer Theile außer der Warze sollte vermieden werden.
Mangansäure (~Manganic acid~) zerstört sie sehr schnell.