Part 53
Einfache Schnittwunden müssen zuerst von allem Schmutz gereinigt und die Blutung gestillt werden. Die Blutung hört in der Regel nach Anwendung des kalten Wassers oder Wasser mit ein wenig Arnika-Tinktur darin auf. Andere Mittel für diesen Zweck sind: Lösungen von Tannin, Alaun (~Alum~), Abkochung von Weißeichenrinde und Monsel’s Salz; das Letztere ist ein vortreffliches Mittel. Nachdem die Blutung gestillt ist, müssen die Ränder der Wunde zusammen gebracht und durch einen Streifen Heftpflaster zusammen gehalten werden, bis die Wunde geheilt ist. Wenn das Pflaster die Ränder nicht zusammenhält, müssen einige Stiche gemacht werden. Ist die Blutung sehr stark und von einer hellen, rothen Farbe, strahlenförmig herausströmend, so ist dies ein Zeichen, daß eine Ader verletzt worden ist. Eine Compresse sollte dann auf die Ader über die Wunde und zwischen die Wunde und das Herz gelegt werden, wenn der Druck mit den Fingern nicht hinreicht, binde ein Taschentuch so fest als möglich um das Glied.
Bei Riß- und Quetschwunden ist die Behandlung der obigen ähnlich. Wenn aber eine Entzündung im hohen Grade eintritt, muß das Pflaster entfernt und Kaltwasser-Umschläge, zuweilen auch ein beruhigender Umschlag gemacht werden. Die Tinktur der Ringelblume (~Calendula~) ist bei dieser Klasse von Wunden der Arnica vorzuziehen.
Stichwunden werden ungefähr in derselben Weise wie die obigen behandelt. Sorge sollte getragen werden, daß die Wunde nicht vom Grunde aus heilt, was durch das Einschieben von ein wenig Charpie in die Wunde verhindert werden kann.
Vergiftete Wunden schließen in sich Bisse und Stiche von Musquitos, Spinnen, Bienen, Wespen und Schlangen. Eine Auflösung von gewöhnlichem Salz mag mit Vortheil angewendet werden, ebenso auch Ammoniak-Wasser, ein Umschlag von Wegebreit- (~Plantain~) Blättern, Arnica-Tinktur, nasser Erde und Olivenöl.
Bei den Bissen von Schlangen sollte sogleich ein Taschentuch oder irgend ein anderer Verband fest um das Glied zwischen die Wunde und das Herz gelegt werden. Das Gift muß dann vermittelst des Schröpfkopfes (~Dry cup~) oder des Mundes aus der Wunde gesaugt werden. Der Patient sollte darauf so bald als möglich Whiskey, Wachholderbranntwein (~Gin~) oder Brandy trinken, bis er betrunken ist, und in diesem Zustande so lange verbleiben, bis sich die Symptome bessern.
Quetschungen.
Eine Quetschung wird in der Regel durch einen stumpfen, harten Gegenstand, der mit den weichen Theilen des Körpers in heftige Berührung kommt, ohne die Haut zu zerreißen, verursacht. Die kleinen Blutgefäße werden gewöhnlich zerrissen, lassen das Blut unter die Haut und erzeugen schwarze oder blaue Flecken.
+Behandlung.+
Zu einem Theile Arnica-Tinktur füge 6 bis 8 Theile Wasser, befeuchte ein Tuch mit dieser Lösung und lege es über die Quetschung.
Verstauchungen.
Eine Verstauchung ist ein gewaltsames Reißen und Drehen eines Gelenkes in einem solchen Grade, daß die Bänder mehr oder weniger reißen und sich ausdehnen, ohne jedoch den Knochen aus seiner Lage zu bringen. Die Kennzeichen bestehen in Schmerz, Anschwellen, Entzündung und Empfindlichkeit des betreffenden Theiles. Mit Sorgfalt sollte untersucht werden, ob nicht etwa eine theilweise Ausrenkung des verletzten Gelenkknochens stattgefunden hat. Bei einer Verstauchung tritt die Anschwellung allmählig ein und das Gelenk kann unmittelbar nach der Verletzung bewegt werden, während bei einer Ausrenkung Anschwellung und Bewegungslosigkeit sogleich nach dem Unfalle eintritt.
+Behandlung.+
Zu einem Theile Aconit-Tinktur (~Tincture of Aconite~) füge 6 oder 8 Theile Wasser und hülle das Gelenk in Tücher, welche in dieser Lösung getränkt sind.
Verbrennungen und Verbrühungen
sind, wenn nicht in zu großem Maßstabe, weniger gefährlich. Wenn sie aber eine große Fläche bedecken oder tief gehen, so sind sie ebenso gefährlich als schmerzhaft. Bei ihrer Behandlung betrachte man die konstitutionellen Symptome und verhindere das Verwachsen und Zusammenziehen, während die Heilung vor sich geht. Hat eine Verbrennung der Hand stattgefunden, die sich zugleich auf die Finger erstreckt, so sollten die Finger möglichst weit getrennt und diese Stellung durch Schienen und Verband gesichert werden.
+Behandlung.+
Man nehme gleiche Theile von Kalkwasser und Leinöl, in welchen ein Theil Kohlensäure (~Carbolic acid~) auf 50 der Mischung aufgelöst ist, bestreiche mit dieser Masse die Oberfläche dick und bedecke es mit einer Lage roher Baumwolle. Das Kalkwasser und Leinöl kann auch ohne die Kohlensäure angewendet werden.
Wenn der Brand nicht sehr tief geht, lege auf die Oberfläche baumwollene Tücher, welche in starkem Alaun- (~Alum~) Wasser getränkt sind. Spanische Seife (~Castile soap~) geschabt und mit Wasser zu einem dicken Seifenschaum gemischt, dick auf leinene oder baumwollene Tücher getragen und auf die Oberfläche gelegt, wird vorzüglich gefunden werden. Mehl auf die Oberfläche gestreut, ist auch gut, ebenso das Auflegen einer dünnen Lage von roher Baumwolle.
Erfrorene Glieder.
+Behandlung.+
Halte sie fern vom Feuer, thaue sie langsam auf durch Reiben mit Schnee, dann mit Flanell und schließlich mit der Hand.
Beulen (~Boils -- Furunculus~).
Eine Beule ist eine harte kegelförmige Anschwellung, welche anfänglich die Größe einer Erbse hat und sich an irgend einem Theile des Körpers befinden kann. Die Anschwellung nimmt rasch zu und bekommt eine blühende purpurne Farbe; nach 5 oder 6 Tagen wird sie spitz und oben weiß, bricht aus und entleert eine Quantität Eiter. Bei dem Oeffnen einer Beule wird eine Haut, gewöhnlich der Kern (~Core~) genannt, gefunden, der entfernt werden muß, bevor die Beule heilen kann. Nach der Entleerung des Eiters hört der Schmerz auf, die Anschwellung zertheilt sich und die Heilung ist nach wenigen Tagen vollendet. Nicht selten haben Personen einen ganzen „Kropf“ davon, der Monate oder Jahre anhalten wird. In der Regel sind sie mit gewissen Störungen der Leber oder des Magens verbunden.
+Behandlung.+
Mache warme Umschläge, bis sich die Beulen erweichen und eitern. Um deren Rückkehr zu verhüten, gebe man die homöopathischen Heilmittel ~Arnica~ und ~Sulphur~.
Karfunkel (~Carbuncle -- Anthrax~).
Dies ist ein bösartiges Geschwür, welches selten eitert, nur einen dünnen sauren Eiter entleert und außerordentlich schmerzhaft ist.
+Symptome.+ Ein Karfunkel beginnt mit Hitze und Schmerz in dem angegriffenen Theile, mit mehr oder weniger Jucken verbunden. Ein kleines Bläschen wird zuerst bemerkt und eine tiefgehende und sehr harte Geschwulst bildet sich. Häufig leidet der Patient an Frösteln, Ohnmachten, Uebelkeit &c. Nimmt die Geschwulst zu, so bekommt sie eine dunkelrothe oder purpurne Farbe, nach den Rändern zu lichter; eine kleine Blase bildet sich aus der Spitze der Geschwulst, welche, wenn aufgebrochen, eine dünne dunkelgefärbte Flüssigkeit entleert. Bei weiterem Fortgang bilden sich noch mehrere Oeffnungen und der Karfunkel kann sehr schnell in Brand übergehen.
Sie wechseln in ihrer Größe von einem halben bis zu 5 oder 6 Zoll, oder werden sogar noch größer. Zeigen sich dieselben am Kopf oder Nacken, so sind sie gefährlicher als an anderen Stellen. Sie enden zuweilen tödtlich.
+Behandlung.+
Beim ersten Beginne der Entzündung gebe man das homöopathische Mittel ~Arsenicum~, stündlich oder alle zwei Stunden eine Dosis, und der Anfall wird eingehalten werden. Wenn es geeitert hat, mache erweichende Umschläge, bis die todte Lage ganz beseitigt ist, und dann behandle es als eine gewöhnliche Eiterbeule.
Das Fingergeschwür (~Felon -- Whitlow~).
Das Fingergeschwür ist eine Entzündung von sehr schmerzhafter Natur und befindet sich in der Nähe der Finger- oder Zehengelenke. Es gibt davon vier Arten:
1) Jenes unter der Haut rings um den Nagel herum.
2) Das auf der inneren Seite der Fingerspitze.
3) Jenes innerhalb der Sehnenscheide des Fingers.
4) Jenes innerhalb der ~Periosticum~ oder Knochenhaut.
Die letzte Form dieses Leidens ist die fürchterlichste und verursacht großen Schmerz; läßt man sie unbeachtet vorwärts schreiten, so kann es den Verlust eines oder mehrerer Knochen, ja sogar der Hand zur Folge haben. Es beginnt mit einem tiefsitzenden Schmerz, Röthe und Anschwellung, und wenn sich Eiter bildet, wird der Schmerz klopfend.
+Behandlung.+
Sobald man sicher weiß, daß sich ein solches Geschwür bildet, lasse man es aufschneiden und versichere sich, daß der Schnitt breit und tief genug ist, den Eiter leicht auszulassen. Liegt das Geschwür innerhalb der Knochenhaut (der Haut, welche den Knochen bedeckt), was gewöhnlich der Fall ist, sollte der Schnitt bis auf den Knochen gemacht werden, und zwar so, daß er längs des Knochens kratzt, um sich zu versichern, daß die Knochenhaut geöffnet ist. Erweichende Umschläge von Leinsamen, schlüpfriger Ulme (~Slippery elm~) oder Brod und Milch mögen angewendet werden.
Das Einwachsen des Zehennagels.
Dies ist außerordentlich schmerzhaft und wird durch das Tragen von zu enger Fußbekleidung verursacht. Der beständige Druck auf die große Zehe hat das Einschneiden des Nagels in das Fleisch zur Folge, was eine Eiterung und Bildung von wildem Fleische verursacht.
+Behandlung.+
Man schabe den Nagel an der Spitze sehr dünn und presse etwas Watte darunter, was zuweilen Linderung verschafft. Ein gutes Mittel ist auch das Gießen von heißem Fett oder Talg unter den Nagel auf den Sitz des Uebels. Das trockene Pulver des überchlorsauren Eisen (~Perchloride of iron~) wird sehr empfohlen.
Gifte und Gegengifte.
Bei Vergiftungsfällen ist das erste Ding, was geschehen muß, Erbrechen zu erregen, damit das Gift so bald als möglich aus dem Magen entfernt oder dessen Wirkung auf die Anwendung des Gegengiftes neutralisirt wird.
Um Erbrechen hervorzurufen, mögen folgende Mittel angewendet werden:
Zwanzig Grane schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) oder zehn Grane schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~), in warmem Wasser aufgelöst.
Lauwarmes Wasser, in großer Menge getrunken und öfters wiederholt.
Schnupftabak oder Senf mit Salz gemischt, auch Senf mit warmem Wasser vermischt und davon reichlich getrunken.
Kitzeln des Halses mit einer Feder oder einem Strohhalm.
Einspritzungen von Tabak in den After durch eine Pfeifenspitze.
Gegen Vergiftungen von Säuren, wie Schwefel- (~Sulphuric~), Salpeter- (~Nitric~), Salz- (~Muriatic~) und Phosphor- (~Phosphoric~) Säure, wende man Hirschhorn-Spiritus (~Spirits of Hartshorn~), Seifenschaum, Magnesia, Kalk- (~Lime~), Kreide- (~Chalk~) Pulver, mit heißem Wasser vermischt, Holzasche, mit Wasser gemischt, an.
Der durch Kleesäure hervorgerufenen Vergiftung kann am besten durch Kreide, Kalk oder der Pflastermasse, womit das Innere der Zimmer bekleidet ist, und welche Substanzen man mit Wasser vermischt, entgegengewirkt werden.
Wenn Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) genommen worden ist, wird die Anwendung von viel Wasser schädlich sein.
Bei Vergiftungen durch Alkalien, wie Potasche (~Pot~) und Perlasche (~Pearl ashes~), Soda und Weinsteinöl (~Oil of tartar~), wende als Gegengift Essig, Citronensaft, Castoröl, Leinsamenthee, Alaun (~Alum~) und Olivenöl an. Sie sollten in großen Quantitäten gegeben werden.
Wenn Arsenik genommen wurde, gebe man Buttermilch, süßes oder anderes Oel oder Magnesia in großen Quantitäten, gleiche Theile von Oel und Kalkwasser mögen ebenfalls gegeben werden. Das sicherste Gegengift ist das Eisenhydrat (~Hydrated Protoxide of Iron~), welches in Dosen von einem Theelöffel voll mit Wasser gemischt alle 5 oder 10 Minuten gegeben werden sollte. Auch ist eine Magenpumpe anzuwenden.
Wenn ~Corrosive Sublimate~, Kupfer oder ~Verdigris~ genommen worden sind, so ist das beste Mittel das Eiweiß. Man mische das Weiße von 12 Eiern mit einem Quart Wasser oder Milch und gebe alle zwei oder drei Minuten ein Glas voll. Kreidewasser, Milch, Stärke von Weizenmehl können auch angewendet werden.
Bei Vergiftung durch Blei oder irgend ein Bleisalz gebe man Bittersalz (~Epsom salts~) oder Glaubersalz (~Glauber’s salts~) oder Gyps (~Plaster of Paris~) mit Wasser gemischt.
Salpetersaures Silber (~Nitrate of Silver~) kann durch starkes Trinken von Wasser, in dem gewöhnliches Salz aufgelöst ist, neutralisirt werden.
Bei Vergiftung durch Zinn (~Tin~) oder irgend ein Zinnsalz, gebrauche man Zucker, Eiweiß, Milch und Mehl.
Bei Vergiftung durch Brechweinstein (~Tartar Emetic~), Antimoniumwein (~Antimonial wine~) gebrauche man eine Auflösung von Tannin-Säure (~Tannic acid~), Eichenrinde, Chinarinde (~Peruvian bark~) oder sehr starkem grünen Thee.
Jodin oder Potaschen-Jodid (~Iodide of Potassium~) kann durch Stärke oder Weizenmehl neutralisirt werden, oder auch durch Pfeilwurz (~Arrow root~), gehörig mit Wasser gemischt und in starken Quantitäten getrunken. Dem lasse man eine Mischung von Essig und Wasser folgen.
Bei Vergiftung durch ~Opium~, ~Belladonna~, ~Stramonium~ (Stechapfel), ~Nux Vomica~ (Brechnuß), ~Morphine~, ~Helleborus~ (Nieswurz) u.s.w., gebe man ein Brechmittel, dem man ein Ueberschütten mit kaltem Wasser über den Betreffenden und starken Kaffee oder Essig mit Wasser verdünnt, folgen läßt. Auch lasse man die Person zwischen zwei Andern recht schnell gehen. Die Magenpumpe sollte ebenfalls angewendet werden.
Bei Vergiftung durch Safran (~Saffron~) und Kampher (~Camphor~) sollte der Patient viel schwarzen Kaffee trinken.
Bei Vergiftung durch spanische Fliegen (~Cantharides~) gebe man Kampher (~Camphor~) innerlich oder vermittelst Riechens, auch Eiweiß und Gruel.
Gegen Vergiftungen durch Clams, Hummern, Muscheln u.s.w. gebe man ein Brechmittel, dem man eine Dosis Salz folgen läßt. Der Patient mag viel schwarzen, starken Kaffee, Zucker und Wasser oder eine Lösung von Kampher (~Camphor~) trinken.
Bei Vergiftung durch den Giftwein oder ~Sumac~ mögen die Theile mit einer Lösung von Borax oder Vitriol (~Copperas~), auch kochende Hollunder-Rinde in Butter oder Milch gewaschen werden. Der flüssige Extrakt der Schlangenwurzel (~Fluid extract of Serpentaria~) als Umschlag auf den Ausschlag gebracht, wird sehr empfohlen.
Wenn Jemand in Folge giftiger Gase, wie Kohlensäure (~Carbonic acid~) oder schwefelsaures Hydrogen (~Sulphureted Hydrogen~) bewußtlos geworden ist, sollte er sogleich entkleidet und der ganze Körper mit kaltem Wasser übergossen werden. Die Lungen sollten durch Mittel, wie beim Scheintod durch Ertrinken empfohlen, mit frischer Luft gefüllt werden. Auch lasse oder zwinge man den Patienten, verdünnten Ammoniak (~Dilute Ammonia~), Wein und Brandy oder auch andere Reizmittel zu verschlucken.
Bei Vergiftung durch Strychnin sind sowohl Brechmittel, wie Senf oder schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~), als auch eine Magenpumpe anzuwenden.
Wenn das Erbrechen nicht bewirkt werden kann oder sich als nutzlos zeigt, sollte das Einhauchen von Chloroform verordnet werden. Schlagen diese Mittel fehl, so bediene man sich Dr. Marshall Hall’s praktischer Methode, die unter „Scheinbarer Tod beim Ertrinken“ angegeben ist.
Bei Vergiftung durch Arnica gebe man Essig.
Bei Vergiftung durch Aconitum wende man innerlich und äußerlich Reizmittel an.
Angabe der Symptome der verschiedenen Krankheiten.
Bei der Angabe der verschiedenen Krankheitssymptome schien es uns nicht nothwendig, alle Erkennungszeichen einer und derselben Krankheit, sondern nur die hauptsächlichsten anzuführen. Solche Krankheiten, die hier nicht bemerkt sind, kann der Leser mittelst des alphabetischen Inhaltsverzeichnisses auffinden.
Ausschlag.
+Nesselfieber+ (~Nettle Rash~, ~Hives Urticaria~). -- Dieser Ausschlag besteht in erhabenen Flecken auf der Hautoberfläche, wodurch heftiges Brennen und Jucken erzeugt wird. Manchmal erscheint dieser Ausschlag in Form großer Flecken.
Seite 18.
+Rose+ (~Erysipelas~). -- Der Rose gehen gewöhnlich Fieber, Kopfschmerz, Frösteln &c. voran, worauf dann Hitze in der Haut, schneller Puls und Schmerzen im Rücken und den Gliedern folgen, die betreffenden Theile fangen bald an zu schwellen, sie werden roth oder purpurfarben und das Prickeln und Brennen ist sehr heftig.
Seite 20.
+Masern+ (~Measles~). -- Die Symptome sind anfänglich denen des Katarrhs oder einer Erkältung im Kopfe ähnlich; z. B. Frösteln, Laufen der Nase, rothe wässerige Augen, Schmerz und Wundheit im Halse und in der Brust, Fieber und Durst. Der Ausschlag tritt gewöhnlich am vierten Tage heraus und besteht in kleinen, den Flohbissen ähnlichen Punkten. Die Haut fühlt sich, wenn man mit der Hand darüber fährt, rauh an.
Seite 25.
+Scharlachfriesel+ (~Scarlet Rash~). -- Dem Ausschlag geht Frösteln, Hitze, Ruhelosigkeit und Trockenheit der Haut voran. Am dritten oder vierten Tage zeigt sich der Ausschlag. Der Unterschied zwischen Scharlachfriesel und Scharlachfieber ist bei Anführung der letzteren Krankheit angegeben.
Seite 29.
+Scharlachfieber+ (~Scarlet Fever~). -- Im ersten Stadium der Krankheit zeigt sich mehr oder weniger Fieber, Frösteln, Erschlaffung und Kopfweh. Der Patient klagt über wehen Hals, welcher innen roth und glänzend aussieht. Am zweiten Tag zeigt sich der Ausschlag, und zwar zuerst im Gesicht und am Hals. Die Röthe der Haut verschwindet beim Druck mit dem Finger. Der Unterschied zwischen Scharlachfieber und Masern ist bei Anführung der letzteren Krankheit angegeben.
Seite 30.
+Windpocken+, +Wasserpocken+ (~Chicken Pox~). -- Manchmal zeigen sich anfänglich Fiebersymptome, was jedoch nicht immer der Fall ist. Hierauf erscheint der Ausschlag, jedoch nicht in jener Regelmäßigkeit, durch welche die Blattern gekennzeichnet werden, die zuerst im Gesicht ausbrechen.
Seite 40.
+Blattern oder Pocken+ (~Small Pox~). -- Dieser Krankheit geht gewöhnlich ein drei- oder viertägiges Fieber voraus. Das erste Stadium ist durch heftige Schmerzen im Kopf und Rücken gekennzeichnet. Ungefähr am dritten Tage bricht der Ausschlag in kleinen, hellrothen Flecken im Gesicht aus.
Seite 42.
Fieber.
+Nervenfieber oder Typhus+ (~Typhoid Fever~). -- Dieses Fieber tritt gewöhnlich allmählig ein. Lange Zeit vorher mag der Patient über Müdigkeit und allgemeine Schwere klagen. Nachdem diese Symptome mehrere Tage oder Wochen lang gewährt, wird der Kranke von Frösteln erfaßt, worauf Fieber folgt; er empfindet Schmerz im Unterleib, welcher durch Druck auf die rechte Seite heftiger wird.
Seite 69.
+Gehirnfieber oder Gehirnentzündung+ (~Inflammation of the Brain~). Tritt gewöhnlich nach und nach ein, manchmal aber auch plötzlich. Wo die Krankheit allmählig herannaht, klagt der Patient eine Zeitlang über Schwere, Schlaflosigkeit, Schwindel, geringen Appetit, Singen im Kopfe, Ohrensausen, erschreckende Träume, Uebelkeit, Erbrechen u. s. w. Mit dem Fortschritt der Krankheit verspürt der Kranke mehr oder weniger Kopfweh, das manchmal sehr heftig ist, und hat starkes Fieber.
Seite 75.
+Remittierendes oder Gallenfieber+ (~Remittent or Bilious Fever~). Dieser Krankheit gehen gewöhnlich Schwäche, Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gähnen, Dehnen und Fieberschauer und Hitze voraus. Nachdem diese Symptome einige Tage gewährt haben, tritt ein deutlich hervortretendes Frösteln ein, welchem Hitze folgt.
Seite 79.
+Intermittirendes oder Wechselfieber+ (~Intermittent Fever~). -- Diese Krankheit wird durch Fieberanfälle gekennzeichnet, die in regelmäßigen Pausen eintreten. Jeder Anfall besteht aus drei Stadien, nämlich -- das kalte, das hitzige und das Schweiß-Stadium. Dem kalten Stadium geht gewöhnlich Mattigkeit, Unbehagen, Dehnen, Gähnen und Schmerzen im Rücken, Kopf und den Lenden voraus, worauf Frösteln erfolgt, das sich nach und nach über den ganzen Körper ausdehnt.
Seite 84.
+Gelbes Fieber+ (~Yellow Fever~). -- Diese Krankheit kennzeichnet sich durch gelbliche Hautfarbe und dadurch, daß der Kranke eine dunkle Flüssigkeit erbricht. Die ersten Symptome sind Schwindel, Schmerzen im Rücken und in den Gliedern, Frost, Uebelkeit, Kopfweh u.s.w.
Seite 92.
Geisteskrankheiten.
+Hypochondrie+, +Schwermüthigkeit+. -- Mattigkeit, Verdrossenheit und Mangel an Energie sind die Hauptsymptome; auch grübelt der Kranke beständig über sein Elend und Unglück, die ihm außerordentlich groß erscheinen.
Seite 99.
+Hysterie+, +Bauchnervensucht+, +Mutterkrankheit+. -- Ein Anfall folgt in der Regel auf Niedergeschlagenheit. In der Regel hat die Kranke ein Gefühl, als ob eine Kugel von ihrer linken Seite nach dem Hals gerollt würde. Der Anfall tritt häufiger zur Zeit der Menstruation als sonst ein.
Seite 102.
Krankheiten des Kopfes.
+Schlagfluß+ (~Apoplexy~). -- Manchmal tritt ein Anfall ganz plötzlich ein, obgleich einem solchen gewöhnlich gewisse Symptome vorangehen. Zu diesen ist die beständige Neigung zum Schlaf, beständiger, dumpfer Schmerz, Schwindel und Schwere im Kopf zu zählen.
Seite 109.
Augenkrankheiten.
+Entzündung des Augapfels+ (~Inflammation of the Eye-ball~). -- Die Augen sind roth und geschwollen und der Kranke beklagt sich über ein rauhes Gefühl unter dem Augenlid.
Seite 133.
+Schwarzer Staar+ (~Cataract~). -- Die Gegenstände erscheinen verschwommen und es ist, als ob ein beständiger Nebel vor den Augen sei, und bald erscheint ein kleiner Fleck in der Pupille.
Seite 140.
+Erblindung.+ -- Zeichen herannahender Erblindung sind: Schmerzen im Kopf, Umwölkung des Blicks, Schwäche der Sehkraft und das scheinbare Umherschwimmen kleiner Flecken vor dem Auge.
Seite 141.
Ohrenkrankheiten.
+Ohrenentzündung+ (~Inflammation of the Ear~). -- Heftiges Brennen, stechende Schmerzen, Jucken, Röthe und Klopfen im Ohre.
Seite 147.
+Ohrfluß+, +Ohrlaufen+ (~Running of the Ear~). -- Fieber, Kopfschmerzen, außerordentliche Schmerzen im Ohr, Absonderung einer röthlich wässerigen Masse, die sich nach und nach verdickt.
Seite 153.
Krankheiten der Nase.
+Schnupfen+, +Erkältung im Kopfe+. -- Dumpfer Schmerz und Schwere in der Stirn, Schneuzen, trockene, verstopfte Nase, Röthe der Augen.
Seite 156.
+Chronischer Katarrh.+ -- Heftige Kopf- und Augenschmerzen, Schleimabsonderung aus der Nase, Appetitlosigkeit.
Seite 160.
+Nasenkrebs+ (~Cancer of the Nose~). -- Dieses Uebel beginnt in der Regel mit einer harten Geschwulst, die allmählig in Eiterung übergeht und außerordentlich schmerzhaft wird.
Seite 162.
Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbacken.
+Starrkrampf+, +Kinnbackenkrampf+, +Mundklemme+ (~Locked Jaw~). Die ersten Symptome sind Steifheit im Nacken, Unvermögen, den Mund zu öffnen, Enge über der Brust, unbequeme Erregtheit der Zungenwurzel u.s.w.
Seite 174.
Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes.
+Entzündung und Anschwellen der Zunge+ (~Inflammation of the Tongue~). -- Frösteln, Appetitlosigkeit, dumpfe Schmerzen im Kopfe und klopfender, stechender Schmerz in der Zunge.
Seite 185.
+Mundkrebs+ (~Cancer of the Mouth~). -- Schmerz im Zahnfleisch, heißer, trockener Mund, Zahnfleisch und Gaumen schwellen an, das Zahnfleisch ist schwammig und blutet, Eiterschwären an Wangen, Gaumen und Zahnfleisch.
Seite 186.
+Scharbock+, +Scorbut+ (~Scurvy~). -- Erweichung, Eiterung und Bluten des Zahnfleisches, die Gliedmaßen schwellen an und an verschiedenen Körpertheilen erscheinen purpurrothe Flecken.
Seite 189.
Halskrankheiten.
+Weher Hals+ (~Quinsy~ -- ~Sore Throat~). -- Diese Krankheit beginnt gewöhnlich mit starkem Fieber, Husten, Wundheit im Halse, welcher glatt und glänzend roth ist, und Anschwellen der Halsdrüsen.
Seite 194.
+Eiternde, putride oder bösartige Halsentzündung+ (~Putrid Sore Throat~). -- Beginnt mit Frösteln, worauf Fieber folgt, Mattigkeit, Röthe des Halses und der Drüsen, säuerliche Absonderung aus der Nase. Bald setzen sich am Halse und den Drüsen Schwären an.