Unser Familien-Arzt Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode

Part 5

Chapter 52,963 wordsPublic domain

=Eclectische und Kräuterkur.= Beim Beginn der Krankheit gebe man ein Brechmittel von dem zusammengesetzten Pulver der Lobelia, wenn einem Erwachsenen, dann Dosen von einem halben Theelöffel voll alle 15 Minuten, bis ungehindert Erbrechen eintritt, wenn einem Kinde -- dann Dosen von einem halben bis ganzen Theelöffel voll in Syrup und Wasser alle 15 Minuten. Sind die Fieber-Symptome streng und der Kranke ist verstopft, so gebe man eine Einspritzung von lauwarmem Wasser und verordne ein Seidlitzpulver; das Pulver kann in vier oder sechs Stunden wiederholt werden, wenn es das erste Mal wirkungslos blieb. Gegen die Uebelkeit des Magens gebe man warmen Frauenmünz- oder Pfeffermünzthee (~spearmint~ oder ~peppermint~) mit ein wenig darin aufgelöstem Saleratus, auch eine Einspritzung von Eibisch-Wurzel und Pfirsichblätter (~Marshmallow root and peach leaves~), sowie auch einen Senfumschlag auf den Unterleib. Bis zum Erscheinen des Ausschlages kann auch der Körper öfter mit warmem schwachem Laugenwasser gebadet werden. Gegen großen Schmerz im Kopf und Kreuz wende Senfpflaster längst des Rückgrats, auf den Knöcheln und Fußsohlen an, auch bade man den Kopf in Essig und Wasser. Gegen den bösen Hals und zur Entfernung des Luftröhrenschleims aus dem Hals gebe man folgendes:

Blutwurzel (~blood root~) 1 Unze. Lobeliasamen gepulvert 1 Unze. Ipecacuanha 2 Unzen. Cayenna ½ Unze. Whiskey 1 Quart.

Lasse dies eine Woche stehen. Dosis: Gelegentlich einen oder zwei Theelöffel voll. Ein gutes Gurgelwasser ist eine Abkochung von Salbei (~Sage~) und Isop (~Hyssop~) mit Borax und Honig. Wenn das premiäre und secundäre Fieber sehr heftig ist, gebe 15 bis 20 Tropfen von Schlangenwurzel-Tinctur (~tincture of black Cohosh~) alle zwei oder drei Stunden.

Nach dem Erscheinen des Ausschlages kann das folgende mit ausgezeichnetem Erfolg angewendet werden. In ein Pint kochenden Wassers gebe man eine Unze gepulverte Wurzel der Schlangenwurzel (~black Cohosh~) und lasse davon ein oder zwei Eßlöffel voll alle drei Stunden warm nehmen; setze es fort, bis die Pusteln zu trocknen beginnen. Füllen sich die Pusteln nicht recht und sind schlaff, so gebe man Molkenwein (~wine whey~) oder Milchpunsch, unbeschränkt; verschwinden sie und schlagen nach Innen, so mögen Theelöffeldosen von der zusammengesetzten Virginischen Schlangenwurzel-Tinctur (~Virginia Snake root~) oder ein Aufguß von Schlangenwurzel (~black Cohosh~) in größeren Dosen gegeben werden. Wenn sich bösartige Symptome, sowie eine faulige Diarrhöe einstellen, gebe man einen Theelöffel voll gepulverte Kohle, einen halben Theelöffel voll Salpeter, gemischt, drei- oder viermal des Tages. Auch gleiche Theile von Hopfen-Hefe und Salat-Oel in Eßlöffeldosen.

=Homöopathisch.= Für das erste oder Fieberstadium ist die Behandlung wie folgt:

~Aconitum.~ -- Besonders während des Frostschauers und Fiebers, auch wenn starke Schmerzen im Kopfe, vollen Puls, Delirium und Unerträglichkeit des Lichtes vorhanden ist. ~Belladonna~ kann abwechselnd damit gegeben werden, besonders gegen Kopfschmerz und Delirium.

Gegen starke Rückenschmerzen, mit Schmerzen in den Knochen und allgemeines Unwohlsein gebe man ~Bryonia~ und ~Rhus Toxicodendron~ abwechselnd. Gegen Uebelkeit gebe ~Tartarus Emeticus~. Wird der Patient unempfindlich -- bei Betäubung und schnarchendem Athem gebe man ~Opium~, wenn große Unruhe, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit vorhanden, gebe man ~Coffea~ und ~Belladonna~ abwechselnd.

+Behandlung im zweiten oder Ausbruchs-Stadium.+ Wenn das Delirium nach ~Belladonna~ nicht verschwindet, gebe man ~Stramonium~, besonders wenn der Ausschlag nicht leicht herauskommt.

Sind aber die Symptome dieses Stadiums nicht streng, so gebe man ~Tartarus Emeticus~ und ~Thuja~ abwechselnd. Gegen den rauhen, röchelnden Husten gebe man ~Tartarus Emeticus~ oder ~Ipecacuanha~.

+Behandlung im dritten oder Abtrocknungs-Stadium.+ Bei beträchtlichem Fieber und besonders gegen bösen Hals und übermäßigen Speichel gebe man ~Mercurius~.

Wird die Haut zwischen den Pusteln schwarzgelb oder dunkelbraun und die Pusteln werden schlaff, so gebe man ~Arsenicum~. Wenn die Pusteln schwarz werden und der Kranke sehr schwach ist und es zeigen sich typhoide Symptome, gebe man ~Rhus Toxicodendron~ abwechselnd mit ~Arsenicum~. ~Acidum muriaticum~ ist ebenfalls gut gegen dieselben Symptome.

+Behandlung im vierten oder Abschuppungs-Stadium.+ Beim Beginn dieses Stadiums gebe alle Abende eine Dosis ~Sulphur~. Hört die Diarrhöe nicht auf, gebe man alle drei oder vier Stunden ~Mercurius~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe, der Heftigkeit der Symptome angemessen, alle 1, 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll.

=Allöopathisch.= Gegen das dem Ausschlag folgende Fieber gebe man nachstehendes Brechmittel:

Brechweinstein (~Tartar Emetic~) 1 Gran. Ipecacuanha-Pulver 1 Skrupel. Syrup 1 Drachme. Quellwasser 10 Drachmen.

Mische es und gebe es auf einmal.

Nach dem Brechmittel gebe folgendes Abführmittel:

Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. Salpetersaure Potasche (~Nitrate of Potash~) 10 Gran. Lakritzen-Extrakt 1 Skrupel. Zusammengesetzter Aufguß von Sennablättern (~Compound infusion of senna~) 5½ Unze. Tinctur von Senna-Blättern oder Jalappenwurzel 3 Drachmen. Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirit of sal volatile~) 1 Drachme.

Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll.

Das Fieber kann durch folgendes abführendes Salz eingeschränkt werden:

Steinalaun (~Rochelle salt~) oder Weinsteinsaure Potasche (~Tartar of Potash~) 1 Unze. Kohlensaure Magnesia (~Carbonate of magnesia~) 1 Drachme. Pfeffermünzwasser 6 Unzen.

Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. Dies wird gleichzeitig die Eingeweide mäßig offen halten.

Nachdem der Ausschlag sich vollständig entwickelt hat und das secundäre Fieber erscheint, gebe folgendes:

Flüssiges Ammoniak (~Spirits of mindererus~) 2 Unzen. Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze.

Mische es. Alle 3 Stunden einen Eßlöffel voll.

Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) 1 Drachme. Wasser 2 Unzen.

Mische es. Nimm es auf einmal und wiederhole so oft als nothwendig.

Wenn der Patient, besonders des Nachts, von Husten abgemattet wird, gebe man folgendes von Dr. Condie empfohlene Mittel:

Schleim des Akazien-Gummi’s (~Mucilage of Gum Acacia~) 3 Unzen. Syrup von Meerzwiebeln (~Syrup of squills~) 1 Drachme. Spiritus von Salpeter-Aether (~Spirits of nitric ether~) 3 Drachmen. Ipecacuanhawein 1 Drachme. Mit Kampfer gesättigte Tinctur des Opiums (~Camphorated tincture of Opium~) 1 Drachme.

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 2 oder 3 Stunden.

Wenn die Symptome, wie Schmerz im Kopf, fliegende Hitze und Delirium eine Störung im Gehirn anzeigen, muß am Arme Blut entzogen, an den Schläfen und hinteren Theile des Nackens müssen Blutegel gesetzt und für die Füße ein Senfbad gemacht werden. Zu derselben Zeit gebe ein Abführmittel, wie Calomel und Jalappenwurzel, oder einen Aufguß von Sennesblättern.

Kommt der Ausschlag nicht recht heraus, und der Kranke beklagt sich bei häufigem Erbrechen und Brustbeklemmung über große Reizbarkeit des Magens, gieb ihm ein warmes Bad, lege Flaschen mit heißem Wasser zu seinen Füßen und in warmem Wasser ausgerungene Tücher über seinen Magen.

Gegen bösen Hals kann folgendes als ein Gurgelwasser gebraucht werden:

Chlorsaure Potasche (~Chlorate of potash~) ¼ Unze. Starke Chlorwasserstoffsäure (~Hydrochloric acid~) 40 Tropfen. Wasser 1 Pint.

Mische es. Gebrauche mehrere Male des Tages.

Oder:

Zusammengesetzter Aufguß der Rosen (~Compound infusion of roses~) ½ Pint. Verdünnte Salzsäure (~Dilute muriatic acid~) ½ Drachme.

Mische es.

Wenn Diarrhöe vorhanden, so mag dieselbe mit dem folgenden gehemmt werden:

Kreidemischung 5½ Unzen. Zusammengesetzte Cardamon-Tinctur (~Compound tincture of cardomons~) 3 Drachmen. Catechu-Tinctur 3 Drachmen. Laudanum 20 Minims.

Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll alle 4 Stunden.

Die Kost bei den Pocken sollte aus Wasser, Eiscream, Limonade, Orangen, gebratenen Aepfeln, gedünsteten Pflaumen, Erdbeeren, Haferschleim, trockener, gerösteter Brodschnitte u. s. w. bestehen. Ist Diarrhöe vorhanden, so sollten Früchte und Eiscream nicht gestattet werden. In jedem Falle muß dem Kranken animalische Kost (Fleischspeisen &c.) bis zu seiner völligen Wiedergenesung vorenthalten bleiben.

Als ein Schutzmittel gegen diese Krankheit muß die Impfung angewendet werden, was Jedermanns Pflicht gegen sich selbst, seine Familie und seine Freunde ist. Sie ist die einzige Versicherung gegen diese fürchterliche und so lästige Krankheit. Es ist sehr gut, wenn sich die betreffenden Personen, sobald sich die ersten Symptome zeigen, impfen lassen, denn es mag den Anfall bedeutend mäßigen.

+Anmerkung.+ Bei dieser Krankheit (den ächten Pocken) ist es das Beste, einen +erfahrenen+ Arzt zu Rathe zu ziehen, besonders bei der ineinander fließenden Form.

Varioloiden.

Diese Krankheit ist nur eine gelindere Form der ächten Pocken und die Behandlung für beide ist ein und dieselbe. Eine Person, die geimpft wurde, kann die Varioloiden bekommen, aber sie werden sehr mild auftreten.

2. Chronische Hautausschläge.

Jucken und Reizung der Haut.

Dies ist ein Ausschlag eines feinen farblosen Friesels unter der Haut. Er ruft ein sehr unangenehmes und lästiges Kitzeln, das zuweilen unerträglich wird, hervor. Die heftigere Form ist von einem Gefühl begleitet, wie es kriechende Ameisen oder stechende Insekten hervorbringen. Er dauert zuweilen Monate und Jahre lang und wird gewöhnlich durch das Aussetzen ungewöhnlicher Hitze und Kälte, gewisse Mischungsmittel &c. hervorgerufen.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Jeden Abend vor dem Schlafengehen eine gute Waschung von Wasser mit spanischer Seife (~castile soap~), welche man eintrocknen läßt. Branntwein oder Alcohol kann in derselben Weise gebraucht werden. Eine Unze von Citronensaft in einem Pint Wasser in demselben Verhältniß angewendet, wird zweckentsprechend gefunden werden; ebenso Wasser und Kampher-Spiritus. Die Kost sollte dabei sorgfältig geordnet und alles Reizende vermieden werden.

=Homöopathisch.= ~Pulsatilla.~ -- Wenn das Kitzeln im Bette, oder wenn nahe am Feuer sich verschlimmert, besonders nach Kratzen. Eine Dosis (6 Kügelchen) alle Morgen und Abend.

~Ledum palustre.~ -- Im Fall das Kitzeln nach dem zu Bett gehen beginnt, von einem zum andern Platze springt und der Ausschlag Flohbissen gleicht. Man gebe es in derselben Weise wie ~Pulsatilla~.

~Mercurius.~ -- Wenn das Kitzeln die ganze Nacht fortdauert und nach dem Kratzen leicht blutet. Es ist gut, dieses abwechselnd mit ~Causticum~ jeden Abend zu geben.

Ist das Jucken von einem starken Brennen begleitet, gebe man ~Bryonia~ und ~Rhus~ abwechselnd alle 4 Stunden; eine Dosis (6 Kügelchen). Gebe diese Mittel zwei Tage lang und dann ~Hepar sulphuris~ jeden Morgen und Abend eine Dosis. Wenn nach einer Woche nicht besser, nehme man Morgens und Abends eine Dosis ~Carbo vegetabilis~.

~Nux vomica~ und ~Arsenicum~ abwechselnd wird sich zuweilen vortheilhaft bewähren.

Befällt es alte Leute, so gebe man ~Opium~ und ~Secale~ abwechselnd jeden Abend eine Dosis.

Wenn es durch die Hitze im Sommer hervorgerufen wird, gebe man ~Lachesis~ und ~Lycopodium~ abwechselnd Abends.

~Silicea~ und ~Sulphur~ sind gut bei hartnäckigen Fällen. Andere Heilmittel sind: ~Thuja~, ~Graphites~, ~Petroleum~, ~Calcarea Carbonica~, ~Sepia~, ~Conium~.

=Allöopathisch.= Erasmus Wilson empfiehlt folgendes:

Verdünnter holzsaurer Holzessig (~Pyroligneous acid~) ½ Unze. Gepulverter Kampher ½ Drachme. Rosenwasser 1 Pint.

Mische es.

Folgendes wird auch gut gefunden werden:

Kohlensaure Soda (~Carbonate of soda~) 1 Drachme. Hydrocyan-Säure (~Hydrocyatic acid~) 1 „ Destillirtes Wasser 8 Unzen.

Mische es.

Zwei Drachmen schwefelsaure Potasche mit einem Pint Wasser kann auch versucht werden.

Bei hartnäckigen Fällen möge folgendes angewendet werden:

Scharfes salzsaures Quecksilber (~Corrosive sublimate~) 2 Gran. Basisches Quecksilber-Oxyd (~Hydrochloras ammoniacus~) 2 Gran. Rosenwasser und Almond-Mischung, von jedem 4 Unzen. Hydrocyan-Säure 1 Drachme.

Mische es. Dies sollte bei Kindern nicht angewendet und, da es giftig ist, sollte sehr sorgsam damit umgegangen werden.

Frostbeulen (~Chilblains~)

sind eine lästige entzündete Anschwellung, welche gewöhnlich an den Fersen und Füßen erscheint und durch Kälte verursacht wird. Sie sind roth oder purpurn und verursachen durch das ungewöhnliche Kitzeln, Stechen und Prickeln große Unbehaglichkeit. Wenn der Frost einen Theil des Körpers angegriffen hat (~frost-bitten~), so muß er zu seinem natürlichen Wärmezustand, sehr langsam, stufenweise zurückgeführt werden, auf welche Weise man Frostbeulen meistentheils vermeiden kann.

+Behandlung.+

Bei dem ersten Erscheinen kann eins von den folgenden Mitteln angewendet werden:

Zusammengesetztes Kampher-Liniment 6 Drachmen. Seifensalbe 6 „ Kanthariden-Tinctur (~Tincture of cantharides~) ½ Unze.

Mische es. Morgens und Abends anzuwenden.

Collodium 1 Unze. Venetianischer Terpentin ½ „ Castoröl 2 Drachmen.

Mische es. Morgens und Abends anzuwenden.

Wenn man damit befallene Theile mit gepulverter Stärke vermittelst der Hand einreibt, wird zuweilen das unerträgliche Kitzeln vermindert. Petroleum oder Kohlenöl ist ein ausgezeichnetes Mittel. Feuchte ein Tuch damit an und binde es über den kranken Theil. Bei hartnäckigen Fällen kann das folgende empfohlen werden:

Olivenöl 5 Unzen. Venetianischer Terpentin 1 Unze. Gelbes Wachs ½ „ Alkanna-Wurzel (~Alcanet root~) 2 Drachmen.

Mische dasselbe, koche es zusammen und presse es aus, dann nehme

Peruanischer Balsam (~Balsam of Peru~) 1 Drachme. Kampher 5 Gran.

Mische es, füge die warme Mischung hinzu und rühre es so lange, bis es erkaltet.

Frostbeulen können dadurch, daß man sie mit dem gewöhnlichen Seifenpflaster bedeckt, an dem Aufbrechen verhindert werden.

Ist die Entzündung und Geschwulst bedeutend und bilden sich Blasen, wird das folgende, „Devergier’s Salbe“ genannt, sehr wohlthuend sein:

Schweinefett 1 Unze. Essigsaures Blei (~Acetus plumbi~) 5 Gran. Opium-Extrakt 3 „ Kreosot 10 „

Mische und gebrauche es jeden Morgen und Abend.

Gleiche Theile von Petroleum und Kalkwasser werden auch in diesen Fällen Erleichterung verschaffen. Nachdem die Blasen aufgebrochen sind, mache Umschläge von Brod und Milch oder Flachssamen mehrere Tage lang. Hierauf bedecke die Oberfläche mit einer aus gleichen Theilen zusammengesetzten Salbe von salpetersaurem Quecksilber (~Nitrate of mercury~) und einfacher Wachssalbe und auf Charpie oder ein weiches Tuch gestrichen.

Einige einfache Mittel gegen Frostbeulen sind die folgenden:

1. Eine Unze schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) in einem Pint Wasser aufgelöst. Bade darin den erkrankten Theil mehrere Male des Tages.

2. Eine Unze salzsauren Ammoniak (~Ammonium muriaticum~) aufgelöst in einem Pint Apfel- (~Cider~) Essig. Wie das vorhergehende zu gebrauchen.

3. Zusammengesetzte Seifensalbe, 2 Unzen, und Kanthariden-Tinctur, 1 Unze. Mische es und gebrauche es wie Nro. 1 und 2.

4. Essig und Alcohol, von jedem ein halbes Pint, salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~), eine Unze. Mische es und gebrauche es wie die früheren.

Zittermahl -- auch Gürtelrose (~Herpes Circinnatus~, ~Ringworm~).

Diese Krankheit ist an einem Ausschlag von kleinen Blasen (blatternartig) in der Form eines Ringes, dessen Mittelpunkt seine natürliche Farbe behält, kenntlich. Sie ist von einer leichten prickelnden und kitzelnden Empfindung begleitet. Die Blasen trocknen allmählig, Schorfe bilden sich und fallen zur Zeit ab. Die Haut bleibt roth. Die Krankheit kann an irgend einem Theile des Körpers auftreten, aber vorzugsweise wird sie am Hals oder im Gesicht gefunden. Sie wird durch das sich der Kälte und Feuchtigkeit Aussetzen, unregelmäßige Kost, Ermüdung &c. hervorgerufen.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Aufmerksamkeit sollte der Kost zugewendet und alle stimulirenden Nahrungsmittel vermieden werden. Halte die Glieder rein, und ein gelegentliches lauwarmes Bad wird sehr zuträglich gefunden werden. Es ist gut, jede einzelne Blase mit einer Nadel zu öffnen, damit die Flüssigkeit auslaufen kann, was häufig das Kitzeln vermindern wird.

=Allöopathisch.= Bei heftigen Anfällen gebe man einige gelinde Abführmittel, wie Schwefel und Magnesia, oder Schwefel und doppeltweinsteinsaure Potasche (~Bitartrate of potash~). Das Prickeln, Kitzeln und Brennen kann durch eine Abwaschung mit essigsaurem Blei (~Acetas plumbi~) und ein wenig Alcohol, oder durch die Anwendung der essigsauren Bleisalbe erleichtert werden. Der Saft der grünen Schale der Wallnuß, Tinctur von Galläpfeln, oder eine starke Waschung mit essigsaurem oder schwefelsaurem Kupfer sind Mittel, welche Condie empfiehlt.

=Eclectische und Kräuterkur.= Die folgende Salbe ist von Dr. John King empfohlen:

Gagel (~Bayberry tallow~) ½ Unze. Süßer Gummi (~Sweet gum~) ½ „ Hammeltalg (~Mutton suet~) 1 „

Mache es zusammen flüssig und presse es.

Folgendes wird für ein unfehlbares Mittel gehalten:

Man nehme Taback-Blätter, koche sie und füge Essig und starke Lauge zu der Flüssigkeit. Wasche den Ausschlag mehrere Male des Tages. Auch Castoröl, häufig angewendet, soll ein sicheres Mittel sein.

Peruanischer Balsam (~Balsam of Peru~) mit einer gleichen Menge Talg mag zuweilen helfen.

=Homöopathisch.= ~Sepia~ kann in Dosen von 6 Kügelchen Morgens und Abends gegeben werden. Wenn es nach Verlauf einer Woche nicht hilft, gebe ~Rhus toxicodendron~ und ~Sulphur~ einen Tag um den andern eine Dosis (6 Kügelchen). Wenn nach zehn- oder vierzehntägiger Anwendung dieser Heilmittel keine Besserung eintritt, gebe man ~Calcarea~ und ~Causticum~ einen Tag um den andern oder man gebe eins allein -- jeden Abend eine Dosis.

Andere Heilmittel sind ~Graphites~, ~Silicea~, ~Acidum Nitre~, ~Mercurius~. Diese mögen ebenso gegeben werden wie die vorhergehenden.

Flechten (~Tetter~, ~Herpes~).

Flechten können in +trockene+ und +nasse+ eingetheilt werden. Zu der trockenen Gattung mögen z. B. Schorf (~dandruff~) gezählt werden. Er ist kenntlich an sehr kleinen weißen Schuppen oder Schorfen und wird auf dem Gesicht, Kopf, Brust, Händen, Füßen und an den Gelenken gefunden. Häufiger befällt er die Kopfhaut.

+Nasse Flechte+ schließt folgendes in sich: ~Ecthyme~, die Blatterflechte (~eczema~), welche in einem Ausschlag von kleinen wässerigen Bläschen an verschiedenen Theilen des Körpers und zwar dicht zusammengedrängt besteht. Oeffnen sich diese Bläschen oder werden sie geöffnet, so breitet sich die Flüssigkeit über die gesunde Haut aus und pflanzt dadurch die Krankheit fort. Bleiben sie geschlossen, so trocknen sie auf und bilden eine Kruste.

Eine andere Art ist die ~Pemphigus~. -- Die Nesselsucht ist ein Ausschlag von Wasserblasen, welche eine wässerige Flüssigkeit, gleich der einer gewöhnlichen Blase enthalten. Sie sind bezüglich ihrer Größe verschieden und wechseln von der Größe einer gespaltenen Erbse bis zu der einer halben Wallnußschale. Sie wachsen sehr schnell, brechen auf und lassen eine rauhe Oberfläche, welcher bald heilt, zurück.

+Der Rothlaufgürtel+ -- ~Shingles~ -- ~Cingulum~ ist eine ander Form der nassen Flechte. Ein leichtes Fieber geht in der Regel zwei bis drei Tage einem Anfalle dieser Krankheit voraus, dann folgt ein Ausschlag von kleinen durchsichtigen Bläschen, mit einer farblosen zuweilen bräunlich gefärbten Flüssigkeit. Es zeigt sich auf dem Gesicht, den Händen und Füßen, aber in der Regel auf dem Körper, wo der Ausschlag die Gestalt eines Gürtels oder Ringes annimmt und rings um den Körper herumläuft.

Es gibt noch verschiedene Gattungen von Flechten, ich hielt es aber für genügend, nur diese wenigen anzuführen, denn die meisten Krankheiten der Haut sollten von einem erfahrenen Arzt behandelt werden.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Das erste, was bei der Behandlung dieser Krankheit in Betracht zu ziehen ist, ist die Reinlichkeit. Ohne genaue Beachtung dieses Punktes ist die Behandlung dieser Krankheit um Vieles schwerer als es andererseits der Fall sein würde. Eine Verordnung von spanischer Seife (~castile soap~) und Wasser ist dringend nothwendig und in manchen Fällen sogar unentbehrlich. Auch der Kost muß gehörige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Allzureiche, reizende und stark gewürzte Speisen müssen vermieden und nichts außer einfacher nährender Kost genommen werden. Ein gelegentliches warmes Bad wird sehr wohlthuend gefunden werden -- ebenso das Schwefelbad.

=Eclectische und Kräuterkur.= Eine gute Behandlung gegen Rothlaufgürtel besteht in der Regulirung der Eingeweide vermittelst gelinder Abführmittel, wie Magnesia; dann lasse man den Kranken viel von einer Abkochung von Klette (~Burdock~), ~Yellow dock~ und Sassafras-Wurzel einige Tage lang nehmen oder verordne den zusammengesetzten Syrup von ~Yellow dock~. Wasche den Körper Abends mit Saleratus-Wasser. Die Salbe von Gagel (~Bay berry tallow~), unter Zittermahl angegeben, wird sich auch hier wohlthuend erweisen, oder auch folgendes:

Zink-Oxyd 3½ Unzen. Benzoe-Säure (~Benzoic acid~) 1 Drachme. Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 1 Skrupel. Rosenöl 10 Minims.

Stoße alles im Mörser zu einem feinen Pulver, dann füge folgendes hinzu, welches vorher gemischt werden muß: