Part 47
Schwarze Schlangenwurzel (~Black cohosh root~) 1 Unze. Stachelesch-Beeren (~Prickly ash berries~) 1 „ Pepsin (~Pepsissewa~) 1 „ Sassafrasrinde 1 „ Guter Brandy 4 Pint.
Man lasse die Medizinmittel in dem Branntwein 4 Wochen lang stehen. Dosis: einen Eßlöffel voll in ein Weinglas voll versüßten Wassers dreimal des Tages.
Das folgende ist ein gutes Mittel gegen dieses Uebel:
Magnesia 1 Theelöffel voll. Zeitlosen-Wein (~Wine of colchicum~) 1 „ Wasser 1 Weinglas voll.
Man nehme dies auf einmal und wiederhole die Dosis drei- bis viermal täglich.
Dr. Cook empfiehlt gleiche Theile von Copaiva- und Hemlock- (canadische Edeltanne) Balsam, gut gemischt und in Dosen von einem Theelöffel voll mit Zucker genommen.
Als Einreibmittel mag das folgende gebraucht werden:
Cayenne ¼ Pfund. Alcohol 1 Pint.
Man lasse den Pfeffer zehn Tage lang in dem Alcohol stehen und seihe dann die Masse durch.
Das folgende wird sehr gut empfohlen:
Kampher-Spiritus 1 Unze. Hirschhorngeist (~Spirits of hartshorn~) 1 „ Terpentingeist (~Spirits of turpentine~) 1 „ Nro. 6 oder heiße Tropfen (~Hot drops~) 1 „ Laudanum 1 Theelöffel voll. Rindsklauen- oder Rindsfußöl (~Neatsfoot oil~) ½ Pint. ~One beefs gall.~
Die ~Beefs gall~ sollte geschnitten und die grüne Substanz in derselben sollte in das Gefäß gebracht werden, wo die anderen Artikel sind. Mische die Masse gut, pfropfe die Flasche fest zu und wende die Mischung dreimal täglich an.
Das folgende ist ein anderes ausgezeichnetes Einreibmittel:
Laudanum 1½ Unze. Kampherspiritus 1½ „ Chloroform 1½ „ Salatöl ½ „
Mische dieses.
=Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- sollte zu Anfang, wenn das Fieber sehr stark ist, gegeben werden. Heiße, trockene Haut, schießende, reißende Schmerzen, die sich bei Nacht verschlimmern. Man mag dieses Mittel und ~Bryonia~ abwechselnd geben, wenn die Schmerzen bei Bewegung oder des Nachts sich verschlimmern und wenn Kopfweh und Anschwellen der Gelenke vorhanden ist.
~Belladonna.~ -- Wird gegeben, wenn ~Bryonia~ nicht wirkt, oder wenn die betretenden Theile geschwollen, sehr roth und glänzend sind. Schlaflosigkeit des Patienten bei Nacht und Klagen über Trockenheit im Munde und Halse; Blutandrang nach dem Kopfe. ~Belladonna~ und ~Bryonia~ kann manchmal mit gutem Erfolge abwechselnd gegeben werden.
~Rhus Tox.~ -- Schmerzen, während der Patient ruht, stärker, die Theile sind geschwollen, roth und der Kranke fühlt Reißen in denselben. Lahmheit und Schwäche der in der Nähe der affizirten Theile liegenden Muskeln, Vermehrung des Fiebers und der Schmerzen während der Nacht, Schweiß, namentlich bei heftigen Schmerzen.
~Arnica.~ -- Ein Gefühl des Zerquetscht- oder Verrenktseins in den Hand- und Fußgelenken und dem Kreuz mit harten, rothen und glänzenden Anschwellungen, Erstarrungsgefühl in den affizirten Theilen, Schmerzen verschlimmert während der Bewegung. Mag abwechselnd mit ~Rhus~ gegeben werden.
~Pulsatilla.~ -- Wenn die Schmerzen schnell von einem Theil zum andern ziehen und der Patient ein Gefühl der Erstarrung und Lähmung spürt und sein Zustand sich in der kalten Luft verbessert.
~Colchicum.~ -- Bei stechenden, zerrenden Schmerzen, die sich bei Nacht und bei Bewegung verschlimmern.
~Mercurius.~ -- Wenn die Schmerzen durch Bettwärme oder gegen Morgen erhöht werden und der Patient reichlich schwitzt, ohne dadurch Linderung zu erhalten. Mit diesem mag auch ~Lachesis~ gegeben werden.
~Dulcamara.~ -- Wenn der Rheumatismus dadurch erzeugt wurde, daß sich die betreffende Person der kalten Witterung aussetzte, und die Schmerzen sich bei Nacht mit leichtem Fieber einstellen.
+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll alle eine, zwei oder drei Stunden, indem man die Zwischenräume verlängert, wenn der Patient besser wird.
Wasser leistet gegen diese Krankheit sehr gute Dienste. Es mögen kalte Umschläge, die oft gewechselt werden müssen, auf die affizirten Theile gelegt werden, während welcher Zeit der Patient im Bett wohl zugedeckt bleiben und reichlich Wasser trinken sollte. Nachdem Schweiß erzeugt worden, muß der Kranke von einer bis zwei Stunden im Schweiße erhalten und alsdann mit einem feuchten Handtuch abgewaschen und trocken gerieben werden. Sodann mag er ein warmes Sitzbad nehmen, bis er vollkommen abgekühlt ist.
+Kost.+ Der Patient darf kein Fleisch noch Suppen genießen, selbst nicht lange Zeit nach der Genesung. Seine Nahrung soll aus Hafermehlschleim (~Gruel~), Reis &c. bestehen, wozu Toast- und kaltes Wasser, warme oder kalte Limonade getrunken und Orangen gegessen werden mögen. Der Schmerz wird oft schnell gemildert, wenn man die angeschwollenen Gelenke und affizirten Theile mit loser Wolle oder Baumwollenwatte bedeckt, worauf geöltes Seidenzeug (~Oiled silk~) gelegt wird.
Gegen chronischen Rheumatismus mögen außer den oben genannten Heilmitteln die folgenden gebraucht werden:
~Ignatia.~ -- Schmerzen als ob das Fleisch von den Knochen los wäre und heftiger bei Nacht.
~China.~ -- Wenn sich die Schmerzen beim leichtesten Druck verschlimmern, mit leicht erzeugtem Schweiß und wenn die betreffenden Theile sehr schwach sind.
~Arsenicum.~ -- Bei brennenden, reißenden Schmerzen, die bei Nacht und in der Kälte sich verschlimmern und durch äußere Wärme gelindert werden.
~Phosphorus.~ -- Reißende Schmerzen, durch das geringste Frösteln veranlaßt, Schwindel, Druck in der Brust.
+Verordnung der Heilmittel.+ Gebe eine Dosis (6 Kügelchen) zwei- oder dreimal den Tag. Erfolgt in 10 oder 14 Tagen keine Besserung, so nehme ein anderes Heilmittel.
=Allöopathisch.= Bei acutem Rheumatismus muß Stuhlgang geschafft werden und zwar mit dem zusammengesetzten Pulver von Leptandrin oder dem zusammengesetzten (~compound~) Jalappenpulver. Sodann erzeuge man mittelst der folgenden Arznei Schweiß:
Grüne Nießwurz-Tinktur (~Tincture of veratrum viride~) 1 Drachme. Schwarze Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh~) 2 Unzen.
Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 1, 2 oder 3 Stunden, bis reichlicher Schweiß erzeugt ist.
Das folgende mag mit guter Wirkung gegeben werden:
Kohlensaures Kali (~Carbonate of potassa~) 2½ Drachmen. Schwefelsaures Kali (~Nitrate of potassa~) 2½ „ Wasser 8 Unzen.
Mische dieses. Dosis: Einen Eß-Löffel voll dreimal täglich.
Ein anderes werthvolles Heilmittel ist: Zwei Theile Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh~) und einen Theil Zeitlosenwurzel-Tinktur (~Colchicum root tincture~). Zu geben in Dosen von 40 Tropfen.
Zu Umschlägen mag Laudanum, oder Hopfen, oder Stechapfelblätter gebraucht werden.
Gegen chronischen Rheumatismus ist Guajak-Tinktur (~Tincture of guaiacum~) sehr werthvoll. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich. Auch wird das folgende sehr empfohlen:
Pulverisirter Kampher 2 Grane. Pulverisirtes schwefelsaures Kali (~Nitrate of potash~) 2 „ Pulverisirtes Opium 1 Gran.
Mische dieses und bereite zwei Pulver daraus, von welchen eines Morgens und eines Abends zu nehmen ist.
Das folgende Einreibmittel wird von guter Wirkung sein:
Salatöl 1 Unze. Starker Ammoniak (~Strong ammonia~) 1 „
Mische und reibe die betreffenden Theile damit mittelst eines Flanellzeugstücks.
Oder dieses:
Hemlocköl 2 Drachmen. Majoranöl (~Oil of origanum~) 1 Drachme. Kampher 1 „ Opium 1 „ Alcohol 4 Unzen.
Mische dieses.
Oft wird Linderung bezweckt, wenn man das betreffende Gelenk gut mit Salatöl abwäscht und darauf in Baumwollenwatte einwickelt.
Gicht, Podagra (~Gout~).
Gicht ist dem Rheumatismus sehr ähnlich. Diejenigen, die sehr üppig leben, wenig arbeiten, viel reiche Saucen, starke Weine, Fleischspeisen u. s. w. genießen, sind derselben mehr ausgesetzt als andere.
+Symptome.+ Der Anfall tritt manchmal plötzlich ein, häufig gehen demselben jedoch auch Symptome von Dyspepsie, Kopfweh, Uebelkeit, Kälte in den Füßen und Gliedmaßen, Erstarrungs- oder Kitzelgefühl in den Gliedmaßen und Hartleibigkeit voran. Der Anfall tritt gewöhnlich bei Nacht ein. Der Patient erwacht an einem brennenden Schmerz im Ballen der großen Zehe oder eines kleineren Gelenkes. Der Schmerz wird immer heftiger, oder läßt auch nach 24 Stunden nach. Der Anfall mag sich jede Nacht wiederholen. Wer schon längere Zeit von Gichtanfällen heimgesucht ist, dessen Gelenke werden steif und schwellen an, und um dieselben herum entstehen Gichtknoten (~Chalk stones~). Manchmal zieht sich die Gicht plötzlich von den Gelenken auf ein inneres Organ -- z. B. Magen, Herz und Lungen und alsdann ist die Krankheit außerordentlich gefährlich.
Die Gicht unterscheidet sich dadurch vom Rheumatismus, daß dieser gewöhnlich die größeren Gelenke befällt und von einem Theile zum andern zieht, während die Gicht die kleineren Gelenke affizirt, gewöhnlich die der Hände und der Füße und nicht so leicht sich auf andere Theile zieht. Sodann gehen dem Rheumatismus selten Dyspepsie-Symptome voran, was bei der Gicht beinahe ohne Ausnahme stattfindet.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= Gegen diese Krankheit sind dieselben Heilmittel nützlich, die gegen Rheumatismus gebraucht werden, und außer jenen mag genannt werden: ~Antimonium Crudum~, wenn der Anfall mit Uebelkeit begleitet ist; der Schmerz nach dem Essen stärker, sowie in der Nacht, nachdem der Kranke Wein getrunken hat.
Andere Heilmittel sind: ~Ledum~, ~Sabine~, ~Cantharides~.
Gegen chronische Gicht: ~Calcarea~, ~Phosphoric Acid~, ~Aurum Muriaticum~, ~Phosphorus~, ~Iodina~, ~Hepar Sulphur~, ~Sepia~.
=Allöopathisch.= Man gebe einen Theelöffel voll Zeitlosenwein (~Wine of colchicum~) zwei- oder dreimal täglich. Dies ist wahrscheinlich das beste Mittel gegen dieses Uebel. Nachdem Linderung eingetreten, sollten Dosen von 10 Tropfen einige Tage lang gegeben werden, um einen Rückfall zu vermeiden.
Das folgende wird sich als ausgezeichnetes Mittel erweisen:
Zeitlosenwurzel-Wein (~Wine of colchicum root~) 1 Drachme. Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate of potassa~) 2½ Drachmen. Rochellesalz 2½ „ Pfeffermünzwasser 4 Unzen.
Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll dreimal täglich.
Es wird gesagt, daß der reichliche Genuß des Kaffees sehr gut wirke. Man sollte nie kalte Umschläge anwenden, da dadurch die Krankheit sich auf einen anderen Theil des Körpers ziehen mag; jedoch mag man die entzündeten Gelenke mit einer Auslösung von doppeltkohlensaurem Natron (~Bi-carbonate of soda~), worunter warmes Wasser zu mengen ist, waschen.
=Eclectische und Kräuterkur.= Bade den betreffenden Fuß in warmem, schwachem Saleratuswasser etwa 15 oder 20 Minuten lang und lege sodann einen Umschlag von Stechapfelblättern (~Stramonium leaves~) auf, wodurch gewöhnlich Linderung geschafft wird. Auch wird ein aus schwacher Lauge und Kleie bereiteter und warm aufgelegter Umschlag manchmal gute Wirkung erzeugen.
Ebenso mag das folgende Liniment gute Dienste leisten:
Laudanum 1 Unze. Lobeliaöl ½ „ Rindsklauen- oder Rindsfußöl (~Neatsfoot oil~) 2 Unzen. Hirschhorngeist (~Spirits of hartshorn~) 1 Unze.
Mische dies.
Der Stuhl sollte geöffnet werden mit je einem Theelöffel voll von pulverisirter Entenfußwurzel (~Powd. mayapple root~) und Cremor Tartari oder anderen Abführmitteln. Hierauf gebrauche folgendes:
Zeitlosensamen-Tinktur (~Tincture of colchicum seed~) 1 Unze. Kalium-Iodide (~Iodide of potassium~) 1 Drachme. Destillirtes Wasser 2 Unzen.
Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 2 oder 3 Stunden.
Um dem Patienten Ruhe und Linderung der Schmerzen zu verschaffen, gebe man schwefelsaures oder essigsaures Morphium (~Sulphate or acetate of morphine~). Dosis: ¼ oder ½ Gran alle 1, 2 oder 3 Stunden.
Der Kranke darf durchaus nicht unmäßig essen und trinken, sondern muß in jeder Beziehung sehr mäßig leben, sollte sich viel in freier Luft bewegen und Abends bald zu Bett gehen.
Skropheln (~Scrofula, King’s Evil~).
Der Name dieser Krankheit kommt von dem lateinischen ~scrofa~, das Schwein, und wurde deshalb gewählt, weil dieses Thier diesem Uebel besonders ausgesetzt ist.
Es treten bei verschiedenen Krankheiten skrophulöse Symptome auf; z. B. bei Auszehrung, bei Hüftschmerzen, Kropf, Entzündung des Kniegelenks u. s. w., und die Krankheit wird allgemein als eine Anschwellung der Drüsen am Hals oder an anderen Körpertheilen bezeichnet.
+Symptome.+ Das erste Symptom ist gewöhnlich eine Drüsenanschwellung, namentlich am Halse. Diese Anschwellungen mögen eine lange Zeit vorhanden sein, ohne wund zu werden oder Unbequemlichkeit zu verursachen. In sechs Monaten oder einem Jahr mögen sie so groß werden als ein Hühnerei. Nach und nach spitzen sie sich zu, brechen auf, entzünden sich und entleeren eine wässerige Flüssigkeit, die aussieht wie Molkenwasser und Käsequark. Manchmal fließt diese Materie aus mehreren Oeffnungen. Heilen die Beulen zu, so entstehen häßliche Schmarren und oft setzten sich wieder andere Geschwüre an. Manchmal werden Knochen und Augen durch die Skropheln affizirt. Weiße, zarte Haut, helles Haar, dicke Lippen und ein zarter Körperbau deuten darauf hin, daß der Organismus zu Skropheln geneigt ist.
+Ursachen.+ Die Krankheit vererbt sich gewöhnlich, mag aber auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden, z. B. Aufenthalt in feuchten, schlecht gelüfteten Wohnungen, ungenügende Nahrung, Schmutz, übermäßiger Genuß des Schweinefleischs, Mangel an Bewegung, Masern, Scharlachfieber, Blattern &c.
+Behandlung.+
=Allgemeine.= Der Patient sollte Seebäder gebrauchen und sich am Meeresufer aufhalten, um die Seeluft einzuathmen, muß sich viel Bewegung verschaffen und nahrhafte Kost genießen.
=Homöopathisch.= Die Hauptmittel sind: ~Sulphur~, ~Mercurius~, ~Iodine~, ~Hepar Sulphuris~, ~Baryta~, ~Conium~, ~Belladonna~, ~Lycopodium~, ~Sepia~, ~Calcarea~, ~Rhus Tox~, ~Aurum~, ~China~.
~Sulphur.~ -- Geschwüre an verschiedenen Körpertheilen, Entleerungen aus den Ohren, chronische Anschwellungen der Mandeln; Anschwellen der Drüsen am unteren Kinnbacken, der Armhöhle, am Schamleisten und am Hals, Husten mit Schmerzen in der Brust, keine Lebhaftigkeit und große Empfindsamkeit gegen Kälte.
~Iodine.~ -- Schwindel des Morgens, Ohrensausen, Schmerz im Auge, Heißhunger, Sodbrennen, Speichelfluß, Anschwellen des Halses, Starrheit der Finger, Nachtschweiße.
~Rhus Tox.~ -- Weiche Hautgeschwüre, Entzündung der Augen mit Ausschlag um dieselben herum, chronische Anschwellung der Drüsen, trockener, skrophulöser Ausschlag an verschiedenen Körpertheilen, Steifheit und Lahmheit der Gliedmaßen.
~Belladonna.~ -- Eiternde Drüsenanschwellung, Entzündung und Anschwellen der Knochen, Schmerz im Augapfel mit Hitze und Röthe, Ohrensummen, schmerzende Hautgeschwüre.
~Calcarea.~ -- Geeignet für Fälle, wo die Monatsregel zu früh eintritt und der Blutausfluß zu stark ist. Auch ist es werthvoll für Kinder, die zu Skropheln geneigt sind. Leberthran (~Cod liver oil~) ist ebenfalls ein werthvolles Heilmittel.
+Verordnung der Heilmittel.+ Nehme von dem betreffenden Mittel eine Dosis (4 Kügelchen) alle Abend und gebrauche ein und dasselbe Heilmittel, so lange Besserung dadurch erzielt wird.
=Allöopathisch.= Das folgende wird sehr empfohlen: Jod (~Iodine~) 6 Drachmen, Kalium-Iodide (~Iodide of potassium~) 1½ Unze (Troy-Gewicht -- 1½ ~Troy ounces~), destillirtes Wasser 1 Pint. Löse die Substanzen auf. Dosis: 5 oder 6 Tropfen in Wasser zweimal täglich.
Ist der Patient bedeutend schwach, so wird Eisen-Iodide (~Iodide of iron~) in Dosen von 25 Tropfen in Wasser, dreimal täglich genommen, treffliche Dienste leisten.
Ehe die Schwären wund werden, wasche man dieselben einigemal täglich mit einer salzsauren Kalkauflösung (~Solution of muriate of lime~), indem man 2 Drachmen aus 1 Unze Wasser nimmt. Sind die Geschwüre entzündet, so lege Umschläge von pulverisirter Ulmenrinde (~Powd. slippery elm~) und Gagel (~Bay berry~), von jedem gleiche Theile, oder Flachssamen, oder Brod und Milch darauf.
Auch wird Ammoniak-Iodide in Dosen von 3 Granen zwei- oder dreimal täglich empfohlen.
=Eclectische und Kräuterkur.= Man empfiehlt die Jod-Tinktur (~Tincture of iodine~) in Dosen von 20 Tropfen zweimal des Tages in einer Thee-Tasse voll einer Sarsaparilla- oder Eibischwurzel- (~Marsh mallow root~) Abkochung. Die Hauptmittel sind der zusammengesetzte Ampfer-Syrup (~Compound syrup of yellow dock~) und der zusammengesetzte Syrup von Stillingia. Man thut wohl, den einen Syrup einige Wochen zu gebrauchen, sodann den andern und so abwechselnd fortzufahren.
Wenn die Beulen wund sind, so gebrauche das folgende: Salzsaurer Ammoniak 2 Drachmen, destillirtes Wasser 1 Unze; löse den Ammoniak in Wasser auf und füge 1 Unze Sturmhut-Tinktur (~Tincture of conium~) bei. Bringe diese Mischung mittelst eines Stücks Baumwollen- oder Linnenzeugs auf das Geschwür und halte den Lappen mit der Auflösung stets feucht. Auch wird hierzu das zusammengesetzte Belladonna-Pflaster (~Compound plaster of Belladonna~) sehr empfohlen.
Wenn sich Eiterschwären ansetzen, die aufbrechen, so sollten dieselben täglich mit einer Mischung von spanischem Seifenwasser, Alcohol und Wasser ausgespritzt werden, worauf man dieselben mit einem vegetabilischen Aetzmittel (~vegetable caustic~) auswäscht. Nach diesem mag Gagelsalbe (~Ointment of bay berry~), das auf Linnen aufgetragen wird, gebraucht werden. Wenn bedeutende Entzündung vorhanden ist, so lege Nachts einen Ulmenrinde- (~Slippery elm~) oder Gagelumschlag auf.
Hüftentzündung (~Hip Disease, Coxalgia~).
Dies ist eine Entzündung der Schleimhaut und des Kapselbands des Hüftgelenks, welche oft in Eiterung und Zerstörung der oberen Theile des Hüftknochens endigt. Es ist der Kniegelenk-Entzündung (~white swelling~) sehr ähnlich.
+Symptome.+ Voller Schamleisten, Schmerzen, die stärker werden, wenn der Fuß abwärts hängt, ohne den Boden zu berühren; der Schmerz wird mehr im Knie als in der Hüfte gefühlt und schießt im Bein abwärts bis zum Fuß, das Bein hat das Aussehen als wäre es kürzer als das andere.
Die Behandlung dieser Krankheit sollte einem tüchtigen Arzte übergeben werden.
+Behandlung.+
=Allöopathisch.= Der Stuhlgang sollte mittelst Senna oder doppeltkohlensaurem Kali (~Bi-carbonate of potash~) in Ordnung gehalten werden. Die affizirten Theile reibe man mit folgendem Präparat ein:
Pulverisirte Blutwurzel (~Pulv. blood root~) ½ bis 1 Unze. Chlorsaures Zink (~Chloride of zinc~) ½ bis 2 Unzen. Wasser 2 „
Füge genug Waizenmehl bei, um einen dicken Brei bereiten zu können.
Oder dies:
Flüchtiges Salz (~Sal volatile~) ½ Drachme. Kampherwasser 1 Unze.
Mische dies.
Das folgende Präparat mag eingenommen werden:
Zusammengesetzter Enzian-Aufguß (~Compound infusion of gentian~) 4 Unzen. Kalium-Iodide ½ Unze.
Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit.
=Eclectische und Kräuterkur.= Gleich nachdem die Krankheit angesetzt hat, lege einen Umschlag von Hopfen, Rainfarn (~Tansy~), Katzenmünze (~Catnip~), Hundskamille (~Mayweed~) oder andern bittern Kräutern auf.
Nachdem der Schmerz durch die Umschläge gelindert ist, mag das folgende gebraucht werden:
Alcohol 1 Pint. Kamphergummi (~Gum camphor~) 1 Unze.
Löse den Kampher auf und füge bei:
Hemlocköl 1 Unze. Sassafrasöl 1 „ Ammoniakwasser (~Aqua ammonia~) 1 „ Laudanum 1 „
Mische dies und wasche die betreffenden Theile dreimal täglich damit. Zur selben Zeit lege einen Umschlag von Weizen, Kleie, Essig und starker Lauge mit ein oder zwei Löffel voll Salz auf. Tritt Eiterung ein, so lege einen Flachssamen- und Ulmenrinde- (~Slippery elm~) Umschlag auf. Entleert sich der Eiter, so spritze die Höhlungen mit spanischem Seifenwasser (~Castile soap-suds~) und darnach mit einer Auflösung von Holzkohle und schwefelsaurem Zink (~Sulphate of zinc~) oder mit einem vegetabilischen Arzneimittel aus.
Wird der Kranke schwach, so muß man Stärkemittel (~Tonics~) gebrauchen z. B. folgende:
Gelbwurzel (~Golden seal~) ½ Unze. Enzian (~Gentian~) ½ „ Kamillen-Blume (~Chamomile flowers~) ½ „ Peruvianische Rinde 1½ Unzen. Portwein 1 Pint.
Dosis: von 1 zu 2 Eßlöffel voll zwei- oder dreimal täglich.
=Homöopathisch.= ~Belladonna.~ -- Wenn sich die Schmerzen bei der geringsten Bewegung vermehren, die Haut roth und glänzend und der Hals trocken ist, und der Kranke brennendes Fieber hat. Man kann ~Mercurius~ darauf folgen lassen.
~Colocynth.~ -- Ist das Hauptmittel gegen diese Krankheit, namentlich wenn der Patient ein Gefühl hat, als wenn ein Band enge um die Hüften und das Kreuz gelegt wäre, und die Schmerzen sich durch den Schamleisten in das Bein ziehen, und die Schmerzen heftiger sind, wenn man auf dem Rücken liegt und der Patient hinkt.
~Mercurius.~ -- Scharfe, schneidende, brennende Schmerzen, die sich bei Nacht oder während der Bewegung verschlimmern, starker Schweiß ohne dadurch Linderung zu erhalten. Es mag ~Belladonna~ darnach gegeben werden. Auch ~Hepar~ kann auf ~Mercurius~ folgen.
~Lachesis.~ -- Abzehrung mit reißenden Schmerzen in dem Gelenk. Ansetzung und Entleerung von Eiterschwären; mag abwechselnd mit ~Silicea~ gegeben werden.
~Silicea.~ -- Wenn die Krankheit eine chronische Form annimmt. Ist Abzehrung eingetreten, so kann diese Arznei abwechselnd mit ~Arsenicum~ und ~Iodine~ verordnet werden.
~Sulphur.~ -- In Fällen wo andere Mittel nicht völlig gewirkt haben.