Part 40
=Allöopathisch.= Klette- (~Burdock~) und Wegerich- (~Plantain~) Blätter um das Bein gebunden, leisten gute Dienste, sowie Blei- oder Alaunwasser und ein Aufguß von Weißeichenrinde.
=Homöopathisch.= Eine schwache Arnica- und Hamamelis-Auflösung wird gute Dienste thun, wenn man vor dem Schlafengehen die Beine von unten nach oben, immer aufwärts reibend, einreibt.
~Nux Vomica.~ -- Wenn nebst dieser Krankheit auch Hämorrhoiden vorhanden sind, Hartleibigkeit, häufige drückende Schmerzen und reizbare Gemüthsstimmung.
~Pulsatilla.~ -- Dies ist das Hauptmittel, namentlich wenn die Adern und die Beine bedeutend geschwollen und Schmerzen sowie Entzündung vorhanden sind.
~Arsenicum.~ -- Wenn die Anschwellung schwärzlich ist und bedeutende brennende Schmerzen verursacht. Wirkt dieses nicht, so gebe ~Carbo Vegetabilis~.
Hämorrhoiden oder Goldader (~Piles, or Hemorrhoids~).
Dieser Krankheit sind schwangere Frauen vielfach ausgesetzt, und zwar wird dieselbe gewöhnlich durch Hartleibigkeit verursacht, weshalb es sehr wichtig ist, daß eine schwangere Frau ihren Stuhlgang regelmäßig erhält, so daß weder Hartleibigkeit noch Diarrhöe eintritt und gegen alle Störungen in dieser Hinsicht sogleich einschreitet.
+Behandlung.+
=Allgemeine.= Die oftmalige Anwendung des kalten Wassers wird sehr gute Dienste leisten, wenn es sogleich zu Anfang gebraucht wird. Es mag mittelst Sitzbäder, kalter Umschläge oder Einspritzungen in Anwendung kommen. Wenn die Hämorrhoiden bluten oder zu bluten aufhörten und sehr schmerzen, gebrauche warmes Wasser. Die Kost muß sorgsam regulirt werden und man darf nur sehr wenig Fleisch genießen. Wenn nach dem Stuhlgang der Darm oder eine kleine Beule zu Tage tritt, so müssen diese Theile wieder mit dem Finger eingedrückt werden. Viele Arznei einzunehmen, ist nicht rathsam, sondern man lebe in allen Stücken regelmäßig und schaffe sich regelmäßige Bewegung. Die Stuhlgangöffnung kann regelmäßig erhalten werden durch den Genuß von Roggenbrod, Roggenmehl und Molasses, Kartoffeln, reife Früchte, gekochte Pfirsiche und Pflaumen &c.
=Homöopathisch.= ~Nux Vomica~ und ~Sulphur~ sind die hauptsächlichsten Mittel. ~Nux Vomica~, namentlich wenn nach jedem Stuhlgang helles Blut ausfließt und eine beständige Neigung zum Stuhlgang vorherrscht. Man gebe ~Nux Vomica~ Abends (eine Dosis) und ~Sulphur~ Morgens (eine Dosis). Tritt hierauf nach einigen Tage nicht Besserung ein, so kann man ~Ignatia~ geben, namentlich wenn heftige stechende Schmerzen vorhanden sind, oder nach jedem Stuhlgang schmerzliche Zusammenziehung und Wundheit eintritt. Ist die Hartleibigkeit sehr hartnäckig, so verordne ~Ignatia~ und ~Opium~ alle 2 oder 3 Stunden abwechselnd. Andere zu gebrauchende Heilmittel sind: ~Arsenicum~, ~Belladonna~, ~Carbo Vegetabilis~, ~Hepar Sulphuris~, ~Hamamelis~, ~Virginica~.
=Eclectische und Kräuterkur.= Um der Hartleibigkeit vorzubeugen, gebe einen Theelöffel voll Cremor Tartari mit Wasser oder Molasses vermischt, oder die zusammengesetzte Rhabarber-Pillen (~Compound rhubarb pill~). Schmerzen die Knoten und sind diese entzündet, so wird ein Ulmenrinde- (~Slippery elm bark~) und Milch- oder Wasser-Umschlag gute Dienste leisten. Zu derselben Zeit gebrauche die folgende Salbe zum einreiben: Zwei Eßlöffel voll frische, ungesalzene Butter und vier Eßlöffel voll Terpentingeist (~Spirits of turpentine~). Dieses ist gut zu mischen und damit die betreffenden Theile zwei- oder dreimal täglich einzureiben. Auch das folgende wird gute Dienste leisten:
Stechapfel-Salbe (~Stramonium ointment~) 1 Unze. Pulv. Alaun (~Powd. alum~) 2 Drachmen. Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 2 „
Mische dieses und reibe die Knoten (~Tumors~) mittelst eines Stücks Baumwollenzeug ein.
=Allöopathisch.= Ist Arznei nothwendig, so kann ein Theelöffel voll verzuckerte Senna (~Confection of senna~) oder eine kleine Dosis Castoröl manchmal eingenommen werden, oder das folgende:
Schwefel (~Sulphur~) ½ Unze. Magnesia 2 Drachmen. Cremor Tartari 2 „
Mische dieses. Gabe: einen Theelöffel voll in ein Glas voll Wasser. Siehe „Hämorrhoiden,“ 12. Kapitel, erster Theil.
Anschwellen der Füße und Beine (~Swelling of the Feet and Limbs~).
Dieses wird durch den Druck der größer gewordenen Gebärmutter, den diese auf die lymphatischen Gefäße ausübt, verursacht.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= ~Bryonia~ und ~Opium~ -- kann abwechselnd alle zwei Stunden gegeben werden. Dosis: 6 Kügelchen.
Findet sich ziemlich viel Fieber vor, so gebe ~Aconitum~ und ~Bryonia~ abwechselnd. Dosis: 6 Kügelchen.
=Allöopathisch.= Die Beine sollten mit einem in Wasser und Essig getauchten Schwamm tüchtig abgewaschen und das folgende kann mit Erfolg gegeben werden:
Fingerhut-Aufguß (~Infusion of digitalis~) 4 Unzen. Essigsaures Kali (~Acetate of potash~) 2 Drachmen. Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 „ Zimmet-Wasser (~Cinnamon water~) 1½ Unzen.
Mische dieses. Dosis: 1 Eßlöffel voll alle vier oder fünf Stunden.
=Eclectische und Kräuterkur.= Wasserdost- auch Wiesenkönigin- (~Queen of the meadow~) und ~Haircap moss~- oder Eibisch- (~Marshmallow~) Aufguß mag reichlich gebraucht werden.
Hartleibigkeit während der Schwangerschaft.
Einer der während der Schwangerschaft eintretenden unangenehmen Zustände ist die Unthätigkeit der Gedärme, was durch mancherlei Umstände herbeigeführt werden mag und wogegen man sich sorgsam verwahren muß. Gewöhnlich wird es nützlich sein, eine Diätveränderung vorzunehmen. Esse viel reise, süße Früchte, z. B. Aepfel, Pflaumen, Pfirsiche u.s.w. Man meide aber Kaffee und alle Stimulanten. Auch ist es nicht rathsam, heftig wirkende Abführmittel zu geben, da hierdurch leicht Fehlgeburt herbeigeführt werden kann.
+Behandlung.+
=Eclectische und Kräuterkur.= Ein aus folgenden Substanzen bereitetes Einspritzmittel wird gut wirken: Bereite einen aus drei Theilen Wasserdost (~Boneset~) und zwei Theilen Senna bestehenden Aufguß. Zu einem Pint und einem halben dieses Aufgusses füge ein halbes Weinglas voll Castoröl. Die Hälfte dieser Mischung gebrauche man als Einspritzungsmittel, und wenn nöthig, so wiederhole dasselbe in etwa 25 bis 30 Minuten. Man wiederhole das Klystier so oft als es zur regelmäßigen Stuhlgangöffnung nöthig ist. Ist ein Abführmittel nothwendig, so gebe folgendes:
Pulverisirter Rhabarber 4 Unzen. Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate of potassa~) 2 „
Mische dieses und gebe eine kleine Dosis (1 Theelöffel voll) dreimal täglich.
=Allöopathisch.= Das folgende ist ein sehr angenehmes Mittel zur Erhaltung der Stuhlgangöffnung: Koche 1 Unze Senna-Extrakt in ein Pint Wasser zwei Stunden lang. Sodann seihe die Flüssigkeit, füge ein Pfund Pflaumen und eine Handvoll Stückzucker bei, bringe das ganze in eine Pfanne und lasse es kochen, bis die Pflaumen gut gekocht und weich sind. Esse täglich sechs oder acht Pflaumen.
Das folgende wird sehr gute Dienste leisten:
Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1½ Unzen. Zusammengesetzter Rosenaufguß 5 „ Zimmetwasser 1 Unze.
Mische dieses. Dosis: zwei Eßlöffel voll dreimal täglich.
Oder:
Zusammengesetzter Coloquinthen-Extrakt (~Compound ext. of colocynth~) 2 Skrupel. Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of Henbane~) 1 „
Mische dieses, bereite 12 Pillen daraus und nehme eine Pille Morgens und Abends.
=Homöopathisch.= Nehme eine Dosis ~Nux Vomica~ jeden Abend und Morgen. Dieses Heilmittel mag abwechselnd mit ~Opium~ gegeben werden, wenn ~Nux Vomica~ nicht die gewünschte Wirkung erzeugt. Sind diese beiden Mittel erfolglos und hat die Hartleibigkeit schon lange gewährt, so mag ~Lycopodium~ oder ~Sulphur~ verordnet werden. Hat die Patientin Schmerzen im Unterleib so wird ~Bryonia~ und ~Ignatia~ oft gut wirken.
Siehe „Hartleibigkeit,“ 12. Kapitel, erster Theil.
Diarrhöe während der Schwangerschaft
wird weniger häufig gefunden als Verstopfung, ist aber bei weitem gefährlicher, da sie ungemein schwächt, wenn sie nicht rechtzeitig eingehalten wird. Zuweilen ist es nur ein lockerer Stuhlgang, bei dem die Bewegungen häufiger als gewöhnlich gefühlt werden, allein der Appetit bleibt gut und der allgemeine Gesundheitszustand wird dadurch nicht berührt. In solchen Fällen kann durch eine einfache Regelung der Kost abgeholfen werden. Jene Diarrhöe, welche zu fürchten ist, ist die, bei welchen die Entleerungen dunkel gefärbt, schwarzgelb und höchst widrig sind; der Athem ist verdorben und der Geschmack unangenehm, bei wenig oder gar keinem Appetit.
+Behandlung.+
=Allgemeine.= Die Kost sollte sorgfältig geregelt werden und mag bestehen in Gerstenwasser, Gummi Arabicum-Wasser, Pfeilwurz (~Arrow root~), Sago, Tapioca, Isländischem oder Irischem Moose, Zwieback- (~Toast~) Wasser, gekochten Reis mit pulverisirtem Zimmet schmackhaft gemacht.
=Allöopathisch.= Folgendes mag mit gutem Erfolg angewendet werden:
Kreidemischung (~Chalk mixture~) 5½ Unzen. Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound tinct. of Cardamons~) 3 Drachmen. Katechu-Tinktur (~Tincture of Catechu~) 3 „ Laudanum 20 Tropfen.
Mische es. Dosis: alle 4 Stunden zwei oder drei Eßlöffel voll.
Folgende Salbe möge vermittelst warmen Flanells über den Magen und die Eingeweide gebracht werden:
Seifensalbe (~Soap liniment~) 6 Drachmen. Zusammengesetzte Kamphersalbe (~Compound camphor liniment~) 6 „ Laudanum 4 „
Mische es.
=Homöopathisch.= ~Chamomilla.~ -- Gegen heftige Kolik, gelblichem oder grünlichem Stuhl, oder ausgeschlagenen Eiern ähnelnd, Kollern in den Eingeweiden.
~Pulsatilla.~ -- Wenn die Stühle wässerig oder grünlich sind und Kolik mit schleimigem, bitterem Geschmack im Munde, Uebelkeit und Erbrechen vorhergeht.
~Dulcamara.~ -- Bei Diarrhöe in Folge von Erkältung, schlimmer des Nachts.
~Nux Vomica.~ -- Häufige Entleerungen, aber spärlich mit starkem, drängendem und nach unten ziehendem Schmerz im After.
=Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes wird gut gefunden werden:
Zusammengesetzter Syrup von Rhabarber und Potasche (~Compound syrup of rhubarb and potassa~) 4 Unzen. Pfeffermünz-Essenz (~Essence of peppermint~) 1½ Drachmen. Paregoricum (~Paregoric~) 4 „
Mische es. Dosis: alle Stunden einen Eßlöffel voll, bis sich das Aussehen des Stuhles ändert und dann alle 2, 3 oder 4 Stunden.
Ist Schmerz und Kneipen vorhanden, möge eine Einspritzung, bestehend aus zwei Eßlöffel voll Castoröl, Molasses und Wasser, von jedem einen Theetassenkopf voll, und 20 bis 60 Tropfen Laudanum angewendet werden. Mische und wiederhole es so oft als erforderlich.
Siehe den Abschnitt über Diarrhöe, Kapitel 12.
Zahnschmerz.
Wegen dessen Behandlung suche man das 9. Kapitel auf.
Speichelfluß
tritt häufig ein und ist ein sehr lästiges Leiden.
=Homöopathisch.= ~Mercurius~ -- ist das Hauptmittel, wenn nicht ~Mercurius~ die Ursache des Leidens ist; auch ~Lachesis~, ~Acidum nitri~, ~Hepar Sulphuris~, ~Pulsatilla~.
Von dem gewählten Mittel nimm jeden Abend eine Dosis (6 Kügelchen), bis Besserung eintritt.
Dyspepsie, Sodbrennen, saurer Magen.
Ein häufiges und belästigendes Symptom, gegen das Magnesia, Kreide oder Pfirsichkörner angewendet werden mögen.
=Eclectische und Kräuterkur.= Der zusammengesetzte Syrup von Rhabarber (~Rhubarb~) und Potasche (~Potassa~) wird sehr zuträglich gefunden werden.
=Homöopathisch.= ~Nux Vomica~ und ~Pulsatilla~ sind die Hauptmittel. Sie mögen entweder allein oder abwechselnd gegeben werden. Zuweilen wird ein Stück gezuckerte Citrone im Mund gehalten, oder ein Tropfen ~Acidum Sulphuricum~ in einem Glas voll Wasser Linderung verschaffen.
Hysterische Anfälle.
Das weibliche Geschlecht wird während der Schwangerschaft häufig von Gemütsbewegungen und hysterischen Anfällen heimgesucht.
+Behandlung.+
=Eclectische und Kräuterkur.= Siehe die Behandlung der Hysterie in Kapitel 3, erster Theil.
=Homöopathisch.= Die Kranke sollte in die frische Luft gebracht und das Gesicht mit kaltem Wasser besprengt werden; Ammoniak halte man unter die Nase. Ist der Anfall vorüber, so gebe man eine Dosis ~Coffea~ oder ~Chamomilla~. Rührt der Anfall von gestörter Verdauung her, so gebe man ~Nux Vomica~ oder ~Pulsatilla~. Ist Aerger die Ursache: ~Chamomilla~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe 6 Kügelchen auf eine Dosis und wiederhole diese alle 2, 3 oder 4 Stunden.
Herzklopfen.
Dies mag besonders für zarte Frauen sehr quälend werden.
+Behandlung.+
=Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes mag mit gutem Erfolg angewendet werden:
Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh~) 2 Unzen. Schildkraut-Tinktur (~Tincture of skull cap~) 2 „
Mische es. Dosis: Zwei- oder dreimal des Tages einen Theelöffel voll.
=Allöopathisch.= Zuweilen mögen stärkende Mittel wie das folgende gegeben werden:
Salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tinct. of iron~) 1 Unze. Orangenschalen-Syrup 1 „ Rosenwasser 6 Unzen.
Mische es. Einen Theelöffel voll in einem Bierglas voll Wasser nach jeder Mahlzeit.
=Homöopathisch.= Wenn in Folge von Aerger: ~Chamomilla~; in Folge von Furcht: ~Veratrum~; in Folge von Freude: ~Coffea~; in Folge von plötzlichem Schreck: ~Opium~.
Bei nervösen Personen: ~Ignatia~, ~Coffea~, ~Chamomilla~.
Andere Mittel sind: ~Belladonna~, ~Nux Moshata~, ~Pulsatilla~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Löse von dem gewählten Heilmittel 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und nimm alle Stunde, auch öfter, wenn es die Strenge des Falles erfordert, einen Theelöffel voll.
=Eclectische und Kräuterkur.= Ein Theelöffel voll Castoröl-Tinktur (~Tincture of castor oil~) oder Stinkasant (~Asafœtida~) und zusammengesetztem Lavendel-Spiritus (~Spirits of lavender~) mit ein wenig Wasser wird selten verfehlen, zu lindern.
Kopfweh
ist etwas Gewöhnliches bei Schwangeren und eine beträchtliche nervöse Reizbarkeit ist in der Regel vorhanden.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= Mittel dagegen sind: ~Aconitum~, ~Belladonna~, ~Nux Vomica~, ~Opium~, ~Pulsatilla~, ~Platina~.
Bei Schlaflosigkeit: ~Coffea~, ~Ignatia~, ~Nux Vomica~, ~Hyosciamus~, ~Opium~.
Bei Schlafsucht: ~Opium~, ~Pulsatilla~, ~Nux Vomica~, ~Crocus~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und nimm alle halbe, ganze, zwei oder drei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll.
=Eclectische und Kräuterkur.= Ein Aufguß von Schildkraut (~Skull cap~), oder Baldrian (~Valerian~) mag mit gutem Erfolg angewendet werden.
Auch die folgenden Pillen werden wohlthuend wirken:
Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 6 Grane. Belladonna-Extrakt (~Extract of Belladonna~) 1½ „ Schlangenwurzel-Alcohol-Extrakt (~Alcoholic extract of black cohosh~) 18 „
Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Dreimal des Tages eine Pille.
=Allöopathisch.= Gebrauche folgendes:
Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 2 Grane. Potaschen-Cyanit (~Cyanide of potassium~) 4 „ Baldrian-Extrakt (~Extract of valerian~) 4 „
Mache 24 Pillen daraus. Dosis: Dreimal des Tages eine Pille.
Oder auch:
Chloroform 2 Unzen. Zusammengesetzter Schwefeläther (~Compound sulphuric ether~) 2 „ Laudanum 2 „ Cayennepfeffer-Tinktur (~Tincture of cayenne~) 1½ „ Verdünnte Hydrociansäure (~Hydrocianic acid, diluted~) ½ Unze.
Mische es. Dosis: Alle drei Stunden einen Theelöffel voll, bis wirklicher Erfolg wahrgenommen wird.
Husten
kann zuweilen recht beschwerlich werden.
+Behandlung.+
=Eclectische und Kräuterkur.= Je zwei Theile von der Tinktur von Schildkraut (~Skull cap~) und Hopfenmehl (~Lupuline~) mit einem Theil Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of hyosciamus~) mag in Dosen von einem Theelöffel voll gegeben werden, wenn immer der Husten lästig wird.
=Allöopathisch.= Folgendes kann mit Erfolg genommen werden:
Blausäure (~Hydrocyanic acid~) 6 Minims. Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of henbane~) 60 „ Mandelkühltrank (~Almond emulsion~) 6 Unzen.
Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages.
Krämpfe
stellen sich häufig in den Waden, Hüften, Kreuz oder Unterleib ein und sind sehr lästig.
+Behandlung.+
=Allöopathisch.= Erstrecken sie sich auf den Magen, so nehme man folgendes:
Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound tinct. of cardamon~) 2 Unzen. Zusammengesetzte Lavendel-Tinktur (~Compound tinct. of lavender~) 2 „ Zusammengesetzte Enzian-Tinktur (~Compound tinct. of gentian~) 2 „
Mische es. Dosis: So oft als erforderlich einen Theelöffel voll.
=Homöopathisch.= Gegen Krämpfe in den Gliedern: ~Veratrum~, ~Nux Vomica~, ~Colocynthis~, ~Chamomilla~.
Gegen Krämpfe im Unterleib und Magen: ~Nux Vomica~, ~Colocynthis~, ~Pulsatilla~, ~Belladonna~.
Gegen Krämpfe im Kreuz: ~Ignatia~, ~Rhus~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe einen Theelöffel voll oder 6 Kügelchen als Dosis.
=Eclectische und Kräuterkur.= Reiben der Beine oder der davon befallenen Theile mit Kampher-Spiritus (~Spirits of camphor~) oder heißem Whiskey und Salz wird zuweilen sofortige Linderung verschaffen. Auch Opodeldoc (~Opodildoc~) ist gut.
Harnfluß (~Incontinence of Urine -- Enuresis~)
besteht in einer theilweisen oder gänzlichen Unfähigkeit den Urin zu halten und ist eine große Plage.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= Die Hauptmittel dagegen sind: ~Pulsatilla~, ~Sepia~, ~Belladonna~, ~Hyosciamus~, ~Causticum~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel nehme man 6 Pillen einmal in 3 oder 4 Stunden.
=Eclectische und Kräuterkur.= Man lasse viel und oft Thee von Eibisch (~Marsh mallow~), Kürbiß, Wassermelonen-Körner oder Klebekraut (~Cleavers~) trinken.
Harnzwang (~Difficult Urination -- Stranguria~).
Dies ist außerordentlich lästig und wird durch den Druck der Gebärmutter auf die Blase verursacht.
+Behandlung.+
=Eclectische und Kräuterkur.= Ein Aufguß von Eibischwurzel (~Marsh mallow root~) und Grundstrauch (~Trailing arbutus~) oder ein Aufguß von Eibisch- und Pfirsichblättern mögen genommen werden. Zehn oder zwanzig Tropfen von süßem Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) können auch mit gutem Erfolg dem Aufguß beigefügt werden.
=Homöopathisch.= ~Pulsatilla~ ist das Hauptmittel. Gewährt dies keine Linderung, so gebe man ~Nux Vomica~.
Andere Mittel sind: ~Belladonna~, ~Cantharides~, ~Cocculus~, ~Acidum Phosphoricum~.
+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel nehme man alle 2 Stunden 6 Kügelchen.
Uebermäßiger Geburtsfluß oder Lochien (~Flooding, Hemorrhage~).
Wegen dessen Behandlung siehe Kapitel 5.
Fehlgeburt oder Abortus (~Miscarriage or Abortion~).
Unter Fehlgeburt oder Abortus verstehen wir die Ausstoßung der Frucht zu irgend einer Zeit vor dem sechsten Monat. Tritt dies während dem siebenten oder achten Monat ein, so wird es mit einer Frühgeburt bezeichnet und das Kind kann erhalten werden, während es, wenn die Geburt vor dem siebenten Monat erfolgt, nicht lebensfähig ist. Abortus tritt wahrscheinlicher vor dem dritten Monat und zur Zeit der monatlichen Reinigung ein und eine Frau, die bereits eine Fehlgeburt erfahren hat, ist der Wiederholung derselben mehr ausgesetzt als eine andere, bei der dies noch nicht der Fall war. Fehlgeburten erfolgen meistens zu derselben Zeit als früher stattgefundene, und eine Schwangere sollte daher um diese Zeit besonders achtsam sein. Sie muß zu weite Spaziergänge, Heben von schweren Gegenständen, Treppenauf- und Absteigen, spätes Aufbleiben und starke geistige Erregungen vermeiden. Ich spreche hier nur von dem zufälligen Abortus und setze voraus, daß diejenigen, die diese Zeilen lesen, sich nicht des schändlichen Verbrechens einer Abtreibung der Frucht schuldig gemacht haben, -- eines Verbrechens, für das keine Entschuldigung gefunden werden kann und das nicht nur einem menschlichen Wesen das Leben nimmt, sondern auch den Gesundheitszustand der Mutter untergräbt, denn irgend eine Medizin, welche stark genug ist, einen Abortus herbeizuführen, muß den Organismus so vergiften, daß die Folgen davon nie wieder geheilt werden können.
+Ursachen.+ Zu den gewöhnlichen Ursachen des Abortus gehören Schläge, wenn auch nur leicht, auf den Unterleib, heftige Erschütterungen, Fallen, Pressen, Heben von schweren Gegenständen, Auf- und Absteigen von Treppen, Reiten, Fahren über eine holperige Straße, starkes Husten, Aerger, Freude, Furcht, Tanzen, außergewöhnliche und plötzliche Anstrengungen, die Wirkung von Arzneimitteln, welche einige Frauen beständig nehmen, wie Brechmittel, Abführmittel und zwar solche, wie Aloe, Sennesblätter u.s.w., Kräuter-Thees, Patent-Medizinen, der Gebrauch von Blasen- und Senfpflaster u.s.w.
+Symptome.+ Die ersten Symptome bestehen in der Regel in einem Gefühl von Müdigkeit und Unbehaglichkeit, mit Kreuzweh und nach unten ziehenden Schmerzen, die sich allmählig zu Geburtswehen steigern, Schneiden und Ziehen in den Lenden und in dem Unterleib, ein Ausfluß von rothem oder hellem Blute, mehr oder weniger stark.
+Behandlung.+