Unser Familien-Arzt Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode

Part 35

Chapter 353,087 wordsPublic domain

Entenfuß (~Podophyllin~) 10 Grane. Blutwurzel (~Sanguinarin~) 10 „ Cayennepfeffer (~Cayenne~) 40 „ Brechwurz (~Ipecac~) 20 „

Mache mit Löwenzahn- (~Dandelion~) Extrakt 40 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine.

=Homöopathisch.= Die Hauptmittel sind: ~Acidum Phosphoricum~, ~Carbo Vegetabilis~, ~Conium~, ~Acidum Muriaticum~, ~Mercurius~, ~Belladonna~, ~Rhus~, ~Opium~.

Werden ~Mercurius~ und ~Sulphur~ gegeben, so gebe man sie abwechselnd.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von den gewählten Heilmitteln gebe man Morgens und Abends eine Dosis und fahre damit eine Woche lang fort, bevor zu einem anderen Heilmittel gegriffen wird.

Werden die Kügelchen angewendet, so gebe man 6 auf eine Dosis. Oefteres Waschen des Körpers mit kaltem oder lauwarmem Wasser wird zuträglich gefunden werden.

Blasenpolyp, auch Blasenstein (~Gravel, or Stone in the Bladder -- Calculus~).

Diese Krankheit wird durch eine Ansammlung von Sand, sowie die Bildung von Gries oder Stein in den Nieren oder der Blase verursacht.

+Symptome.+ Plötzliche Anfälle von Schmerz von acuter und heftiger Natur in der Gegend der Nieren, derselbe zieht sich in die Schenkel hinab und verursacht eine Erstarrung der angegriffenen Seite, ein in die Höheziehen der Hode, häufiges Verlangen zum Urin lassen; befindet sich der Stein in der Blase, so ist ein Schmerz am Ende des Penis vorhanden, begleitet von mehr oder weniger Entzündung und Schwierigkeit des Harnlassens, während des Letzteren wird dasselbe plötzlich abbrechen und ein heftiger Schmerz wird gefühlt werden, der durch den Stein, welcher sich über den Blasenmund geschoben hat, hervorgerufen wird; ein Wechsel der Stellung verschafft zuweilen Linderung.

+Behandlung.+

Diese Krankheit ist zu wichtig und zu gefährlich, als daß sie nach einem Buche behandelt werden könnte, der Fall sollte dahingegen in die Hände eines geschickten Arztes gelegt werden.

Sarsaparilla in Dosen von einem Tropfen auf ein Stück Zucker alle Abend wird zuweilen Anfälle lindern.

Blutharnen (~Blood with the Urine -- Hæmaturia~)

meint einen Blutfluß oder eine Blutung aus der Harnröhre, ob nun aus der Blase, den Nieren, dem Harnweg oder der Harnröhre.

+Symptome.+ Dem Blutfluß geht gewöhnlich Schmerz in der Blase oder den Nieren und Schwäche voraus, in der Regel große Empfindlichkeit gegen Druck auf die Gegend über den Nieren oder der Blase; kommt das Blut aus den Nieren, so ähnelt der Urin Blutwasser oder dunklem Biere; kommt es aus dem Harnweg (dem Canal, welcher von den Nieren nach der Blase führt), so wird beträchtlicher Schmerz vorhanden sein; der abgehende Urin wird jenem von der Blase ähneln, nur werden die Fasern länger sein; kommt es aus der Blase, so ist es nicht mit dem Urin gemischt, sondern in der Form von kleinen, faserartigen Klümpchen; fließt es aus der Harnröhre (der Ausgang, welcher von der Blase führt), so kommt es tropfenweise und mischt sich nicht mit dem Urin; zuweilen wird Eiter oder eine faulige Masse im Urin gefunden, was den Beweis liefert, daß irgendwo eine Eiterung stattfindet.

+Ursachen.+ Verletzungen in Folge von Fallen, Schlägen, Heben oder Springen, auch kann es durch Steine in der Blase oder Entzündung dieses Organs, sowie die Anwendung von Terpentin- (~Turpentine~) Spiritus oder spanische Fliegen (~Cantharides~) verursacht werden.

+Behandlung.+

=Eclectische und Kräuterkur.= Man lasse den Kranken öfters und viel von einer Eibisch- (~Marsh mallow~) Abkochung, oder auch von gleichen Theilen ~Queen of the meadow~ und Pfirsichblättern trinken. Ist der Schmerz heftig, so mache man eine Bähung von Hopfen oder Stechapfel- (~Stramonium~) Blättern über den Sitz der Krankheit; ein Aufguß von Grundstrauch (~Trailing arbutus~) mag zuweilen mit Vortheil angewendet werden.

=Homöopathisch.= ~Arsenicum~ ist in einigen Fällen zuträglich, besonders wenn Symptome von Wassersucht vorhanden sind.

Andere Heilmittel sind ~China~, ~Ipecacuanha~, ~Pulsatilla~, ~Arnica~, ~Lycopodium~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe alle Stunde, alle 2, 3 oder 4 Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, eine Dosis (6 Kügelchen).

=Allöopathisch.= Blutegel mögen in der Gegend über dem Magen mit Vortheil angesetzt werden.

Folgendes wird als äußerst zuträglich empfohlen:

Bleizucker (~Sugar of lead~) 24 Grane. Essig 1 Drachme. Mohnsyrup (~Syrup of poppies~) 1 Unze. Rosenwasser 3 Unzen. Weiches Wasser 4 „

Mische es. Dosis: alle 2 Stunden, bis 5 oder 6 Dosen genommen sind, ein bis zwei Eß-Löffel voll. Galläpfel-Säure (~Gallic acid~) soll bei dieser Krankheit eine große Kraft besitzen. Sie kann in Dosen von 5 Granen mit 10 Tropfen Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of henbane~) in einem Theelöffel voll Gummi Arabicum Schleim gegeben werden.

Selbstbefleckung, Onanie (~Masturbation -- Onanism~).

Dies ist eine sehr erniedrigende und schädliche Gewohnheit, welcher sich die Jugend beiderlei Geschlechts ergiebt. Es giebt wohl kaum ein Laster, welches für Geist und Körper schädlicher ist und gefährlichere Folgen hat, als dieses. Gewöhnlich wird damit sehr frühzeitig begonnen, ehe noch dessen übler Einfluß wahrgenommen wird, und ist schließlich so eingewurzelt, daß der Betreffende nur mit großer Schwierigkeit mit dieser Gewohnheit brechen kann.

+Symptome+, welche dieses Laster zeigen, sind zahlreich. Beginnt die Gewohnheit in der frühen Jugend, so wird dadurch das Wachsthum verzögert, die geistigen Fähigkeiten vermindert und das Opfer verfällt in einen beklagenswerthen Zustand. Die damit gequälte Person sucht die Einsamkeit und wünscht nicht an der Gesellschaft seiner Freunde Theil zu nehmen, ist mit Kopfschmerzen geplagt, Schlaflosigkeit und Unruhe des Nachts, Schmerz in verschiedenen Theilen des Körpers, Trägheit, Tiefsinn, Verlust des Gedächtnisses, Schwäche im Kreuz und den Geschlechtsorganen, veränderlicher Appetit, Feigheit, Unfähigkeit Jemandem ins Gesicht zu schauen, Mangel an Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten.

Wird das Laster mehrere Jahre hindurch getrieben, so tritt ein reizbarer Zustand des Organismus ein, Hitze fliegt plötzlich über das Gesicht, das Gesicht wird blaß und klebrig, der Blick ist stumpf und blöde, das Haar wird locker und spaltet sich an den Enden; zuweilen tritt Schmerz in der Gegend des Herzens ein, Kurzathmigkeit, Herzklopfen, Symptome von Verdauungsschwäche (~Dyspepsia~) zeigen sich, der Schlaf wird unruhig, Verstopfung, Husten, Halsentzündung sind vorhanden, bis schließlich der Mensch physisch, moralisch und geistig als Wrack dasteht.

Einige von den Folgen der Selbstbefleckung sind Epilepsie, Schlagfluß, Lähmung, frühzeitiges Altern, unfreiwillige Samenentleerungen, welche in der Regel währen des Schlafens oder nach dem Urinablassen, auch während des Stuhlganges stattfinden. Bei dem weiblichen Geschlechte finden wir außerdem in Folge dessen noch Hysterie, Starrsucht, Störung der monatlichen Reinigung und starke nervöse Symptome.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Zuerst muß die Gewohnheit aufgegeben werden, denn ohne dies kann nichts gethan werden, ohne dies bleibt jede andere Behandlung erfolglos. Alles muß geschehen, um das sittliche Gefühl des Kranken zu stärken und die Selbstachtung zu heben. Er sollte die Gesellschaft tugendhafter und geistreicher Frauen aufsuchen und alles von schlüpferigem Charakter vermeiden. Sein Geist sollte einer Beschäftigung oder Unterhaltung, die seine ganze Aufmerksamkeit ohne Ermüdung in Anspruch nimmt, zugewandt werden, die Einsamkeit ist zu vermeiden und der Patient ist nicht mehr als eben unbedingt nothwendig allein zu lassen, und vor allem lasse man ihn nicht allein schlafen. Eine Matratze, mit leichter Decke zum Zudecken, ist am geeignetsten. Häufige Bäder und Waschungen der Geschlechtstheile, ebensowohl Sitzbäder als Baden des ganzen Körpers sind sehr zuträglich. Die Behandlung sollte nur von einem geschickten Arzt geleitet werden.

=Homöopathisch.= ~Mercurius~, ~Phosphorus~, ~Aurum~, ~Nux vomica~, ~Cuprum~, ~Cantharides~, ~Conium~, ~Cannabis~ sind Hauptmittel gegen dieses Leiden.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel nehme man Morgens und Abends eine Dosis (6 Kügelchen).

=Allöopathisch.= Stärkende Mittel sind anzuwenden und wird zu diesem Behufe folgendes empfohlen:

Verdünnte Salpetersäure (~Diluted nitric acid~) 4 Drachmen. Verdünnte Salzsäure (~Diluted muriatic acid~) 4 „ Orangenschalen-Syrup 1 Drachme. Wasser 1½ Unzen.

Mische es. Dosis einen Theelöffel voll in einem Weinglas mit Wasser vor jeder Mahlzeit.

Oder auch:

Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 15 Grane. Verdünnte Schwefelsäure (~Diluted sulphuric acid~) 15 Tropfen. Zusammengesetzte Cardamon-Tinktur (~Compound tinct. of cardamon~) 3 Drachmen. Hopfen-Tinktur (~Tinct. of hops~) 3 „ Zusammengesetzter Rosenaufguß (~Compound infusion of roses~) 6 Unzen.

Mische es. Dosis einen Theelöffel voll zwei- oder dreimal des Tages.

Oder:

Salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tincture of iron~) 1 Unze. Rosen-Wasser 6 Unzen. Orangenschalen-Syrup 1 Unze.

Mische es. Dosis: für einen Erwachsenen einen Theelöffel voll in einem Weinglas mit Wasser nach jeder Mahlzeit.

Hypophosphites-Syrup wird empfohlen und sollte eine beträchtliche Zeit genommen werden.

=Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes stärkende Mittel mag, wenn nur wenig Schwäche vorhanden ist, genommen werden:

Rothe Chinarinde (~Red peruvian bark~) 2 Unzen. Kamillenblüthe (~Chamomile flowers~) 1 Unze. Portwein 1 Quart.

Mische und lasse es, bei öfterem Umschütteln einige Tage stehen. Dosis: drei- oder viermal des Tages ein Weinglas voll.

Bei Hinfälligkeit, Nervenschwäche, Verstopfung, Niedergeschlagenheit möge folgendes gegeben werden:

Chloroform ½ Unze. Ingwer- (~Ginger~) Tinktur ½ „ Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits of ammonia~) 2 Drachmen.

Mische es. Dosis: 25 Tropfen in einem Weinglas mit Milch dreimal des Tages.

Bei Spermatorrhöa oder Samenfluß werden folgende Pillen gut gefunden werden:

Kampher (~Camphor~) 24 Grane. Belladonna-Extrakt 4 „ Cubeben- (~Cubebs~) Oel 20 Tropfen.

Mische es in eine Masse von gleichen Theilen Magnesia und Gummi Arabicum und theile es in 24 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine Pille.

Lustseuche, Venerie (~Pox -- Syphilis~).

Dies ist eine lästige Krankheit und entsteht in Folge unreinen geschlechtlichen Verkehrs. Sie kennzeichnet sich durch das Erscheinen von einer Finne, von einer leichten Entzündung eingefaßt, und die Bildung eines Eiters oder des Schankers. Die Eiterung tritt in der Regel nach dem fünften bis vierzehnten Tage nach der Ansteckung ein.

Es giebt verschiedene Gattungen von Schanker, die sehr störend auf den Organismus einwirken, gewöhnlich begleitet ihn ein Anschwellen -- ~Bubo~ genannt -- in den Lenden, welcher einige Tage nach den Eiterbeulen eintreten und fortdauern kann, bis sich Eiter bildet und derselbe aufbricht oder geöffnet werden muß.

Greift die Syphilis den Organismus an, so wird sie secundäre genannt, und tertiäre, wenn sich Ausschläge, böser Hals und Eiterbeulen an verschiedenen Stellen des Körpers bilden.

Der Ausschlag erscheint gewöhnlich auf der Stirn, dem Rücken, den Beinen und Armen, er ist kupferfarben und von leichtem Jucken begleitet, auch füllt sich die Pustel zuweilen mit einer blassen Flüssigkeit. Sind Mund und Hals angegriffen, so schwellen sie an, werden böse, roth und mit einer weißen Schleimhaut bedeckt, auch kann ein blaßgelber Eiter des Halses oder der Mandeln oder auch ein schwarzgelber und morastartiger Eiter vorhanden sein, welcher sich auf verschiedene Stellen des Halses und der Nase erstreckt und die Knochen des Gesichts zerstört.

+Behandlung.+

=Allöopathisch.= Sobald sich Eiter am Penis zeigt, sollte derselbe sogleich aufgeätzt werden. Zu diesem Behufe bediene man sich des schwefelsauren Silbers (~Nitrate of silver~), Salpetersäure (~Nitric acid~), Aetz-Potasche (~Caustic potassa~), Zink-Chlorid (~Chloride of zinc~). Schwefelsaures Silber (~Nitrate of silver~) wird in der Regel angewandt und die Finne sollte damit gehörig gebrannt werden. Nachdem das Geschwür weggebeizt ist, befeuchte man Charpie in einer Auflösung von Opium, im Verhältniß von einer Drachme Opium auf 4 Unzen Wasser, lege es auf, wickle den Penis in ein Stück Leinwand und bedecke ihn mit eingeölter Seide.

Anstatt des Opiums kann auch folgende Auflösung angewendet werden:

Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) 1 Gran. Wasser 1 Unze.

Dies sollte öfters angewendet und die Theile zweimal des Tages mit spanischer Seife (~Castile soap~) und Wasser gewaschen werden.

Folgendes ist für den innerlichen Gebrauch:

~Protiodide of mercury~ 12 Grane. Rosenkonserve (~Conserve of roses~) 1 Skrupel.

Theile es in 12 oder 24 Pillen und nimm zweimal des Tages eine.

Folgendes wird in einigen Fällen von gutem Erfolg sein:

Blaue Pillen (~Blue pill~) ½ Drachme. Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of henbane~) 1 Skrupel.

Mache 10 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille des Nachts. Oder:

Aetzsublimate (~Corrosive sublimate~) 4 Grane. Opium-Extrakt (~Extract of opium~) 5 „

Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: Morgens und Abends eine Pille.

Diese Quecksilber-Präparate sollten nicht länger als fünf Tage hinter einander gebraucht werden, da Gefahr vorhanden ist, dadurch Speichelfluß hervorzurufen. Ist das letztere der Fall, gebrauche man folgendes:

Chlorinirte Soda (~Chlorinated soda~) 1 Unze. Wasser 2 Unzen.

Mische es. Der Mund sollte damit mehrere Male des Tages ausgespült werden, aber man vermeide vorsichtig etwas davon zu verschlucken.

Ricord empfiehlt im Verhältniß von einem Theile weinsteinsaure Eisen-Potasche (~Potassio-tartrate of iron~) auf sechs Theile Wasser. Zwei Theelöffel voll dreimal des Tages zu geben. Dasselbe Präparat ist auch gegen das Geschwür angewendet worden. Der ~Bubo~, die Anschwellung in der Lende, sollte mit einem Verbande versehen werden. Wenn sich aber Eiter bildet, so sollte das Geschwür geöffnet und Umschläge gemacht werden. Im Falle eines Ausschlags auf der Haut, oder wenn sich die Krankheit im Halse oder an irgend einem anderen Theile des Körpers zeigt, mag Potaschen-Jodid wie folgt gegeben werden:

Zusammengesetzter Sassaparillen-Aufguß (~Compound Infusion of sarsaparilla~) 1 Pint. Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) ½ Unze.

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit.

Das Präparat, unter „~Donovan’s solution~“ bekannt, mag dazwischen in Dosen von 3 bis 5 Tropfen gegeben werden.

Die Kost muß genau geordnet werden, der Patient darf weder reizende Nahrungsmittel zu sich nehmen, noch Spirituosen trinken.

=Eclectische und Kräuterkur.= Das Geschwür sollte mit salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~) oder einigen Tropfen von Salpeter- oder Salzsäure betupft werden. Darauf kann man vermittelst Charpies salzsaures Eisen (~Muriate of iron~) auflegen. Behufs Erhaltung eines gehörigen Stuhlgangs diene folgendes:

~Blue Mass~ 60 Grane. Entenfuß (~Podophyllin~) 20 „

Mache 20 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine. Zeigt sich die Wirkung auf die Eingeweide, so nimm jeden Tag eine.

Erscheint ein ~Bubo~, so verbinde ihn mit Tüchern, welche mit folgendem angefeuchtet sind:

Jod (~Iodine~) 1 Skrupel. Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 2 „ Wasser 1 Unze.

Zweimal täglich anzuwenden. Kermesbeer- (~Poke root~) Umschläge sollten gleichzeitig angewendet werden, indem man die frische Wurzel in heißer Asche erweicht und dann zerdrückt. Bildet sich Eiter, so ist es am besten, den ~Bubo~ durch Aetzmittel zu öffnen, da es weit besser heilt, als wenn derselbe vermittelst eines Messers geöffnet wurde. Reinige ihn einmal des Tages mit spanischem Seifenwasser (~Castile soap suts~) und spritze ihn ebenso damit aus.

Dr. King empfiehlt folgendes als ein ausgezeichnetes Mittel gegen Syphilis in allen Formen:

Zusammengesetzter Stillingia-Syrup (~Compound syrup of stillingia~) 4 Unzen. Saturirte Kermesbeer-Tinktur (~Saturated tincture of poke root~) 4 „ Saturirte Schafampfer-Tinktur (~Saturated tincture of sheep sorrel~) 4 „

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel bis einen halben Eßlöffel voll dreimal des Tages.

Gegen constitutionelle Syphilis bei Eiterungen im Halse mag eine starke Abkochung von Weißeichenrinde (~White oak bark~) mit ein wenig Borax und Alaun (~Alum~) gegeben werden; bei innerem Gebrauche gebe man dasselbe ohne Borax zwei- oder dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.

Wenn Hautausschläge vorhanden sind, so sollte der Körper ein- oder zweimal des Tages mit einer Mischung von Salpeter- oder Salzsäure, je ein Theelöffel voll auf zwei Quart warmes Wasser, gewaschen werden. Folgendes möge als Thee dienen:

Entenfußwurzel (~May apple~), Kalmuswurzel (~Blue flag root~), Kermesbeere (~Poke root~), Ampferwurzel (~Yellow dock root~), Sassafras, Stillingia, Sassaparilla, Bitterwurzel (~Bitter root~). Eine Abkochung kann von einem oder dem andern hiervon oder von allen gemacht werden, und zu jedem Pint einer solchen Abkochung füge man eine Drachme Potaschen-Jodid (~Iodide of potassa~) hinzu. Der zusammengesetzte Stillingia-Spiritus mag in einigen Fällen angewendet werden.

Die Eiterbeulen, welche sich an dem Körper zeigen, mögen mit der salzsauren Eisentinktur (~Tincture of the muriate of iron~) und Umschlägen von pulverisirtem Alaun (~Powdered alum~) und Kermesbeere (~Poke root~), während des Nachts ausgelegt, behandelt werden.

Schmerzen in den Knochen mögen durch die folgenden Pillen gelindert werden:

Inspissirter Brechwurz-Saft (~Inspissated juice of Ipecac~) 1 oder 2 Drachmen. Stechapfel- (~Stramonium~) Extrakt ¼ oder ½ Gran.

Man mache daraus eine Pille und wiederhole es zwei- bis dreimal des Tages.

Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) diene zu Waschungen des Halses. 30 Grane Kupfer kommen auf eine bis zwei Unzen Wasser; wasche damit vermittelst eines Stückchen Schwammes zwei- oder dreimal des Tages den Hals.

=Homöopathisch.= Sobald das Geschwür erscheint, ätze man es mit salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~), Salpetersäure (~Nitric acid~), oder rothem Präcipitat (~Red precipitate~). Innerlich gebe man: ~Mercurius~, ~Hydriodate of Potassa~, ~Mercur. precipit. ruber~, ~Sulphur~, ~Silicea~, ~Aurum~, ~Mezerium~.

Bei sekundärer Syphilis, wo Schmerzhaftigkeit und Eiterung des Halses vorhanden ist, möge vermittelst eines Kameelhaarpinsels Benzoe-Tinktur immer nach einigen Tagen angewendet werden. Die Mittel, welche zu geben sind, sind ~Biniodide of Mercury~, ~Kali Hydriodicum~. Eine Woche kann ~Mercurius~ und die nächste Woche ~Kali~ -- und so abwechselnd fort -- gegeben werden.

Andere Mittel sind: ~Acidum Sulphuris~, ~Lachesis~, ~Phosphorus~, ~Hepar Sulphuris~, ~Borax~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden eine Dosis. Ist das Mittel in Kügelchen, gebe 6 auf eine Dosis, wenn in Pulvern, 2 Grane. Bei constitutioneller Syphilis gebe dreimal des Tages eine Dosis.

Samenfluß, Tripper (~Gonorrhœa -- Clap or Gleet~)

ist eine Entzündung der Schleimhaut des Harnwegs, begleitet von einem Ausfluß und rührt von unreinem geschlechtlichem Verkehr her.

+Symptome.+ Der Tripper stellt sich in der Regel am dritten oder achten Tag nach der Ansteckung ein. Er beginnt mit einem unangenehmen Gefühle am Ende des Penis und ist gewöhnlich von etwas Röthe und Schwierigkeit des Wasserablassens begleitet; nach ein oder zwei Tagen nimmt der Ausfluß von Eiter zu, wird dünner und von einer grünlichen oder gelblichen Farbe, zuweilen mit Blut gestreift. Die Eichel ist roth und entzündet und der Urin verursacht einen brennenden Schmerz. Dehnt sich die Entzündung auf die Blase aus, so tritt ein quälendes Verlangen, das Wasser abzulassen, mit einem beständigen, unangenehmen Gefühle in der Gegend der Hoden und zwischen den Beinen, ein. Wenn die Entzündung stark ist, so tritt die sogenannte ~chorda venerea~, während welcher der Penis steif und nach unten gekrümmt ist, hinzu, verursacht heftigen Schmerz und befällt den Patienten in der Regel im warmen Bette. In Folge der Entzündung kann ~Phimosis~ entstehen, bei welcher die Vorhaut hart und geschwollen ist und nicht zurückgezogen werden kann; oder wenn die Anschwellung hinter der Eichel eintritt, kann sie nicht vorgezogen werden und wird ~paraphimosis~ genannt. Die Drüsen der Lenden und ebenso die Hoden schwellen an und entzünden sich zuweilen.

Tripper ist die Folge der ~Gonorrhœa~ und nimmt eine chronische Form an, nachdem die Entzündung nachgelassen hat. Hin und wieder ist er sehr hartnäckig. Eine andere Folge des Trippers sind Stricturen, welche die Harnröhre oder den von der Blase führenden Harnweg theilweise schließen, was an dem platten oder gedrehten Wasserstrahl, ähnlich einem Bohrer, oder gabelförmig, erkannt werden kann.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Der Patient sollte sich der Reinlichkeit befleißigen und die Theile öfters waschen. Die Kost muß einfach und nahrhaft sein und Spirituosen, fettes Fleisch, Pasteten &c. müssen vermieden werden.

=Eclectische und Kräuterkur.= Wenn zu Anfang genommen, mag die Krankheit kurz abgeschnitten werden, indem 20 Grane salpetersaures Silber (~Nitrate of silver~) in einer Unze Wasser und davon 2 Theelöffel voll in den Penis eingespritzt und dort ungefähr eine halbe Minute zurückgehalten wird, was zwei- oder dreimal des Tages zu wiederholen ist. Hierzu bediene man sich einer sogenannten ~P. P.~ Spritze (~Syringe~). Gleichzeitig nehme man 3 bis 4 Grane Entenfuß (~Podophyllin~) mit einem Theelöffel voll Cremor Tartari (~Cream of tartar~) oder eine Dosis Salz. Eine andere Einspritzung ist folgende:

Zinkchlorid (~Chloride of zinc~) 1 bis 3 Grane. Destillirtes Wasser (~Distilled water~) 1 Unze.

Mische es und spritze davon alle 6 bis 8 Stunden einen Theelöffel voll ein.

Oder:

Abkochung von Gelbwurz (~Decoction of golden seal~) 1 Unze. Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 3 Grane.

Mische und gebrauche wie das vorhergehende.

Die Einspritzungen sollten stets nach dem Uriniren gegeben werden und der Patient sollte nicht vor wenigstens einer halben Stunde darauf den Urin ablassen.