Unser Familien-Arzt Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode

Part 29

Chapter 292,884 wordsPublic domain

=Allöopathisch.= Bei gewöhnlicher oder Windkolik sollte zuerst ein Brechmittel gegeben werden, ein Eßlöffel voll Senf oder ein Theelöffel voll Salz in einem Theebecher voll Wasser, was, wenn nöthig, alle 10 Minuten wiederholt wird. Gewährt dies keine Linderung, so lasse eine Dosis Salz, oder Salz und Sennesblätter (~Senna~), oder Magnesia folgen. Bei irgend einer krankhaften Reizbarkeit des Magens hilft zuweilen ein wenig Pfeffermünz- (~Peppermint~) Essenz oder grüne Münze (~Spearmint~) in heißem Wasser oder Branntwein, oder Branntwein, Wachholderbranntwein (~gin~), auch Whisky in heißem Wasser. Sind die Eingeweide hartnäckig verstopft und tritt keine Linderung ein, so sollte eine Einspritzung von Castoröl, Salz und Molasses, oder Seife und warmem Wasser gegeben werden. Senfpflaster in der Gegend aufgelegt, wo sich der Schmerz befindet, ist zuweilen von Erfolg.

Bei hartnäckigen Fällen kann das folgende angewendet werden:

Chloroform 1 Unze. Kampher- (~Camphor~)Wasser 1 „ Pfeffermünz- (~Peppermint~) Wasser 1 „ Gummi Arabicum Schleim 1 „

Mische es. Dosis: einen Theelöffel bis einen Eßlöffel voll. Diese Medizin sollte vorsichtig gegeben werden.

Bei Gallenkolik ist nachstehende Einspritzung sogleich zu verordnen:

~Eupatorium perfoliatum~ (~Thoroughwort~) 1 Unze. Sennesblätter (~Senna~) 1 „ Lobelia ½ Drachme. Cayennepfeffer (~Cayenne~) 10 Grane. Bittersalz (~Epsom salts~) 1 Theelöffel voll. Molasses ½ Pint. Kochendes Wasser 1 „

Mache eine starke Abkochung aus den Kräutern, dann füge das Salz und den Molasses hinzu. Gebe es mit einer Einspritzung.

Oder auch:

Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) 1 Unze. Terpentinspiritus (~Spirits of turpentine~) 1 „ Castoröl 1 „ Molasses ½ Pint. Warmes Wasser ½ „

Mische und gebrauche es als eine Einspritzung.

Wenn es der Magen verträgt, können die Eingeweide mit etwas Castoröl geöffnet werden. Ein Eßlöffel voll Oel sollte mit zwei Eßlöffel voll Rhabarbersyrup (~Syrup of rhubarb~) gehörig gemischt werden. Der Kranke sollte ferner ein warmes Wasserbad nehmen und ein warmes Senfpflaster über den ganzen Bauch legen.

Eine Abkochung von Wilder Brodwurzel (~Yam root~) nach Belieben getrunken, wird sehr empfohlen. Ein Tropfen Crotonöl auf ein Stückchen Brod öffnet zuweilen die Eingeweide sogleich.

Ist Kolik der Unthätigkeit der Leber zuzuschreiben, gebe man folgendes:

Kalomel 6 Grane. Opium 6 „

Mische es und mache 12 Pillen daraus und nimm eine alle 2, 3 oder 4 Stunden. Personen, welche Anlage zu dieser Krankheit haben, sollten folgende Pillen nehmen:

Hohe Preiselbeerrinde-Extrakt (~Extract of high cranberry bark~) 1 Skrupel. Cypripedin 1 „ Aletridin 1 „ Pulverisirter Cayennepfeffer 1 „

Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: eine Pille eine Stunde nach jeder Mahlzeit. Diese Pillen sollten mehrere Monate genommen werden.

Folgendes wird von Dr. Henry Hartshorn von Philadelphia als ein ausgezeichnetes Mittel gegen Kolikanfälle und krampfhaftes Kopfweh empfohlen:

~Blue Mass~ 5 Grane. Pulverisirte Rhabarber- (~Rhubarb~) Wurzel ½ Drachme. Enzian- (~Gentian~) Extrakt ½ „ Gewürznelkenöl (~Oil of caryophylli~) 4 Tropfen.

Mische es und mache 20 Pillen daraus. Bei dem ersten Zeichen eines Anfalles gebe eine Pille, und wenn erforderlich, dreimal des Tages eine durch mehrere Tage hindurch.

Bei Malers- oder Bleikolik ist die Behandlung beinahe ganz dieselbe wie bei der Gallenkolik.

Alaun ist ein wichtiges Mittel bei dieser Krankheit. Es wird wie folgt verwendet:

Alaun (~Alum~) 15 Grane. Aloe (~Aloes~) 2 „ Jalappenwurzel (~Jalap~) 2 „ Doverische Pulver (~Dovers powder~) 4 „

Mische und nimm es als eine Dosis zwei- oder dreimal des Tages.

Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) wird in einigen Fällen mit Erfolg angewendet, besonders wenn die Kolik ganz plötzlich eintritt.

Aromatische Schwefelsäure (~Aromatic sulphuric acid~), als ein Trank in Dosen von 15 Tropfen in einem Bierglas voll Wasser gebraucht, wird empfohlen.

Dr. Eberle empfiehlt Alaun (~Alum~) und Opium in Dosen von 20 Granen Alaun auf 1 Gran Opium alle 3 Stunden.

Essig mit Wasser verdünnt und als Trank genommen soll in einigen Fällen Linderung verschaffen.

Gegen Schlag oder Gliederlähmung in Folge von Blei wird Potaschen-Jodid wie folgt gegeben, empfohlen:

Flüssiger Sarsaparillen-Extrakt (~Fluid extract of sarsaparilla~) 4 Unzen. Flüssiger Pipsissewa-Extrakt 1 Unze. Wasser 1 Quart. Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 2 Unzen.

Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.

Schwefelgetränkte Potasche (~Sulphurate of potassa~) im Verhältniß von einer Unze auf ein Quart Wasser und in Dosen von einem Theelöffel voll dreimal des Tages genommen, wird auch empfohlen.

Um einen Anfall von Bleikolik oder Gliederlähmung zu verhindern, sollten Personen, welche mit Blei zu thun haben, ihr Haar mit einem sehr feinen Kamm kämmen und die Hände, sowie den ganzen Körper, öfters waschen; auch beim Verlassen der Arbeit die Kleider wechseln. Sorgfältig sollte beobachtet werden, daß man mit den von Blei beschmutzten Händen dem Munde nicht zu nahe kommt. Ebenso sollte auch das Waschen des Körpers mit Saleratuswasser einmal des Tages angewendet werden. Die Speisen der Arbeiter sollten nicht mit in die Arbeitsstätten genommen werden, wo sie den Gasen und dem Bleistaub ausgesetzt sind.

=Eclectische und Kräuterkur.= Gegen Windkolik bade Hände und Füße in warmem Wasser, oder lege Senfpflaster, oder auch Umschläge mit heißem Salz über den Magen und die Eingeweide. Die Eingeweide öffne man mit einer Dosis Castoröl, Pfeffermünz- (~Peppermint~) oder Ingwer- (~Ginger~) Thee sollten daneben öfters getrunken werden. Bei starkem Schmerz gebe man 30 bis 60 Tropfen Paregoricum (~Paregoric~) in heißem Wasser, oder 25 bis 30 Tropfen Laudanum. Bei strengen Fällen kann eine Mischung, zu gleichen Theilen, von Laudanum, Kampher-Tinktur und Pfeffermünz-Essenz in Theelöffeldosen gegeben werden. Oeffnet Castoröl die Eingeweide nicht, so sollte eine Einspritzung von warmem Wasser, dem ein Theelöffel voll Salz und ebenso viel Fett beigefügt ist, gemacht werden.

Das Thompson’sche Mittel, genannt Nr. 6, das in jeder Apotheke zu haben ist, wird sehr dienlich sein. Ein Theelöffel voll Terpentin-Spiritus (~Spirits of turpentine~) mit einem Theelöffel voll Castoröl wird zuweilen sofortige Linderung verschaffen.

Gegen Gallenkolik sollte folgende Einspritzung gebraucht werden:

Wasserdost (~Boneset~) 2 Unzen. Sennesblätter (~Senna~) 1 Unze. Wasser 1 Pint.

Mische und koche es gehörig. Zu einem Pint dieser Abkochung füge einen halben Eßlöffel voll Salz, ein halbes Pint Molasses und einen Eßlöffel voll zusammengesetzte Lobelia- und Spanische Pfeffer- (~Capsicum~) Tinktur hinzu. Gib das Ganze warm als eine Einspritzung und wiederhole es alle 10 bis 15 Minuten, bis die Eingeweide geöffnet sind.

Bähungen von Hopfen, Stechapfelblätter (~Stramonium~), oder Hopfen und Lobelia, oder Wermuth (~Warmwood~), Wasserdost (~Boneset~) können warm über den ganzen Magen und die Eingeweide angewendet werden.

So lange der Magen Medizinen annimmt, gebe folgendes:

Bittersalz (~Epsom salts~) 8 Unzen. Salzsäure (~Muriatic acid~) 2 Drachmen. Kochendes Wasser 1 Pint.

Nachdem es abgekühlt ist, füge eine Unze Pfeffermünz- oder Anis-Essenz hinzu.

Mische es. Dosis: Alle halbe Stunden einen Eßlöffel voll, bis es wirkt.

Eine starke Abkochung, zu gleichen Theilen, von Schildkraut (~Scull-cap~) und hoher Preiselbeerrinde (~High cranberry bark~), dem ein Eßlöffel der zusammengesetzten virginischen Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound tincture of Virginia snake root~) beigefügt ist, wird mit gutem Erfolg gegeben werden.

Ein ausgezeichnetes Mittel gegen Gallenkolik besteht in gestoßenen Wallnüssen, denen so viel Whiskey oder verdünnter Alcohol als nothwendig ist um dieselben zu bedecken, hinzugefügt wird; man lasse die Mischung eins bis zwei Wochen lang stehen. Dosis: Alle halbe Stunde einen Eßlöffel voll, bis Linderung eintritt.

Folgende Pillen werden zuweilen einen Anfall verhindern oder auch eine Anlage zu dieser Krankheit für immer entfernen:

Hoher Preiselbeerrinden-Extrakt (~Extract of high cranberry bark~) 1 Unze. Aletridin 1 „ Dioscorein 1 „ Spanischer Pfeffer (Capsicum) 1 „

Mische es gehörig und mache Pillen, eine jede zu vier Granen, daraus. Dosis: Jeden Tag ungefähr eine Stunde nach dem Essen eine.

Gegen Bleikolik wird folgendes sehr empfohlen:

Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) ½ Pfund. Pulverisirter Alaun (~Powdered alum~) 1 Unze. Schwefelsäure 1½ Drachmen. Kochendes Wasser 1½ Pint.

Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll in einem Weinglas Wasser; wiederhole es alle Stunden, bis es auf die Eingeweide wirkt. Säure in Folge schadhafter Zähne möge vermittelst eines Federkiels oder einer Glasröhre aufgesaugt werden. Nachdem die Eingeweide geöffnet sind, sollte die Medizin Wochen oder Monate lang fortgebraucht werden und zwar in hinreichenden Dosen, um innerhalb 24 Stunden je zwei Stühle hervorzurufen. Die Schwefelsäure mit Bleioxyd im Organismus vereinigt bildet schwefelsaures Blei, welches ein unschädliches Salz ist.

Bilsenkraut-Extrakt in Pillen jede zu 6 Granen alle 2 Stunden wiederholt, wird empfohlen.

Krotonöl in Dosen von 3 oder 4 Tropfen in einem Eßlöffel voll Castoröl oder Milch alle zwei Stunden wiederholt wird in einigen Fällen auf die Eingeweide wirken. Hin und wieder thut ein warmes Bad von einer halben Stunde oder länger gut. Die Behandlung ist fast ganz dieselbe, wie bei Gallenkolik.

Alaun, gegeben wie folgt, wird empfohlen:

Pulverisirter Alaun (~Powdered alum~) 15 Grane. Guajacum 10 „ Aloe 3 „

Mische es zu einer Dosis und wiederhole es alle 2 oder 3 Stunden.

Folgendes wird Personen, die dem schädlichen Einfluß des Bleis ausgesetzt sind, empfohlen:

Vitriol-Elixir ½ Unze. Stachliche Eschbeeren-Tinktur (~Tincture of prickly ash bark~) 1 „

Dosis: Einen Theelöffel voll in einem Gill Wasser und drei- oder viermal des Tages zu wiederholen.

Magenentzündung (~Gastritis~)

ist eine Entzündung der Schleimhaut des Magens und kann sowohl acut als auch chronisch sein. Die acute Form ist aber eine seltene Krankheit und wird in der Regel durch Säure und verdorbene Substanzen in den Magen genommen, wie Arsenik, Corrosives Sublimat, Salpetersäure und der gewohnheitsmäßige Genuß von Spirituosen erzeugt. Schläge in der Gegend des Magens und plötzliche Unterdrückung des Schweißes können auch zur Ursache werden.

+Symptome.+ Bei strengen Fällen ist ein brennender Schmerz im Magen mit Durst, Unruhe, beständiger Uebelkeit und Erbrechen, großes Verlangen nach kalten Getränken, Angst, Hinfälligkeit, durch Druck und Speisen in dem Magen wird der Schmerz erhöht, der Durst ist stark und quälend, denn Flüssigkeiten, wenn sie nicht in sehr kleinen Quantitäten genommen werden, werden sofort wieder erbrochen, zuweilen ist ein starker, sehr lästiger Husten vorhanden, die Zunge ist entweder roth an der Spitze und den Rändern und weißlich in der Mitte, oder sie ist ganz roth; die Eingeweide sind verstopft, wenn sich die Entzündung nicht auf dieselben erstreckt, in welchem Falle Diarrhöe vorhanden ist. Nimmt die Krankheit an Heftigkeit zu, so tritt Schwierigkeit des Athmens und ein Schmerz, welcher durch Athmen wächst, ein; großer Verlust der Kräfte, kalter klebriger Schleim, Schlucken, die Haut wird blaß und kühl, die Zunge glänzt, ist roth und trocken, Erbrechen einer dunklen Masse, Delirium, Betäubung oder Verzuckungen und Tod.

Chronische Magenentzündung ist eine ganz gewöhnliche und wird häufig irrthümlich für Dyspepsie gehalten. Sie kann aus der acuten Form entspringen, aber ist häufiger die Folge von Fieber, wie Scharlachfieber, Pocken &c.

Es ist ein Schmerz im Magen, der durch das Vorhandensein von Speisen oder durch Druck erhöht wird; der Appetit ist unregelmäßig und eigenthümlich, die Nahrung wird unvollkommen verdaut und ein Gas, welches außerordentlich widerwärtig ist, strömt aus dem Munde; der Appetit wird zuweilen sehr heftig, aber wenn der Kranke etwas zu sich nimmt, ist er bald befriedigt oder wird in Folge dessen unwohl. Zu andern Zeiten ist der Appetit wieder ganz verloren, die Zunge ist weiß in der Mitte und roth an der Spitze und den Seiten, zuweilen ganz und gar glänzend und roth, wie Rindfleisch. Dehnt sich die Entzündung auf die Eingeweide aus, so tritt Diarrhöe ein; in einigen Fällen ist Husten vorhanden, und wird die Krankheit nicht eingehalten, so erscheinen alle Symptome der Auszehrung. Wird die Krankheit nicht gut behandelt, so tritt eine Eiterung der Magenhülle ein und wird den Tod nach sich ziehen.

+Behandlung.+

=Allöopathisch.= Wenn die Krankheit durch Gifte entsteht, sollten zuerst die unter den Gegengiften (~Antidotes~) angegebenen Mittel angewendet werden. Nachdem das Gift entfernt oder unschädlich gemacht worden ist, sollten Blutegel in der Gegend des Magens gesetzt werden, aber es ist hierbei darauf Acht zu geben, daß nicht zuviel Blut entzogen wird. Senfpflaster auf die Füße, längs des Rückgrats und über der Magengrube, dem man Bähungen von Stechapfel- (~Stramonium~) Blättern oder Hopfen folgen läßt, sollten so oft als nothwendig wiederholt werden. Brechmittel sind nicht geeignet, dagegen mag die folgende Einspritzung gegeben werden:

Leinsamenthee (~Flax seed tea~) ½ Pint. Laudanum 40 Tropfen.

Gebrauche es als eine Einspritzung. Oder auch:

Castoröl 2 Unzen. Stachlige Eschenrinde-Tinktur (~Tincture of prickly ash bark~) ½ Unze. Zusammengesetzte virginische Schlangenwurzel- Tinktur (~Compound tincture of Virginia snake root~) 2 Drachmen. Aufguß von Wasserdost (~Infusion of boneset~) ½ Pint. Aufguß von Sennesblättern (~Infusion of senna~) ½ „

Mische und gebe es als eine Einspritzung.

Kaltes Wasser, Eiswasser und Aufguß von schlüpferiger Ulmenrinde kann als Trank gebraucht werden. Stückchen von Eis können im Mund gehalten oder verschluckt werden. Während der Wiedergenesung sollte der Patient eine Ueberladung des Magens sorgfältig vermeiden. Pfeilwurz (~Arrow root~), Sago und Milch lasse man zuerst nehmen, dann kann Rindsbrühe, Hühnerbrühe, weich gekochte Eier u.s.w. folgen.

Bei chronischer Entzündung des Magens ist es vorteilhaft, Blutegel über den Magen anzusetzen. Ist aber ein wenig Empfindlichkeit vorhanden, so mögen Senfpflaster aufgelegt oder ein wenig Krotonöl in der Gegend des Magens eingerieben werden. Die Kost ist sorgfältig zu überwachen, nur die einfachsten und am wenigsten reizenden Speisen, und zwar in ganz kleiner Menge, sollte man zu sich nehmen. Gummi Arabicumwasser, Reiswasser, Thee, sowie Zwieback ohne Butter, Gerstenwasser, Kalkwasser und Milch, Tapioca, Gelee’s, Sago, Pfeilwurzschleim (~Arrow root~) oder Crackers in Eiswasser getränkt, wird alles sein, was nöthig ist, bis der Kranke wieder besser wird.

Zum innerlichen Gebrauche diene folgendes:

Salpetersaures Silber (~Nitrate of silver~) 5 Grane. Opium 2½ „

Mische es und theile es in 20 Pillen. Dosis: eine Pille dreimal des Tages. Folgendes wird sehr empfohlen:

Wismuthweiß (~Sub-nitrate of bismuth~) 1 bis 3 Drachmen. Mache 12 Pulver daraus. Dosis: ein Pulver in Wasser, drei- oder viermal des Tages.

=Eclectische und Kräuterkur.= Wurde die Entzündung durch Gifte veranlaßt, so sollte das Gegengift angewendet werden, dem man Mittel zur Unterdrückung der Entzündung dieses Organs folgen läßt, Senfpflaster sollte auf die Füße, längs des Rückgrats und über die Magengrube gelegt, und sobald dadurch eine starke Röthe erzeugt worden ist, heiße Bähungen von Hopfen- und Stechapfel- (~Stramonium~) Blättern an Stelle des ersteren angewendet werden. Dies sollte, so oft es nothwendig erscheint, wiederholt werden. Ferner wasche man die Oberfläche des Körpers mehrere Male des Tages mit einem schwachen Saleratuswasser. Die Eingeweide mögen vermittelst gleicher Theile von Castoröl und süßem Oel (~sweet oil~), mit einer Portion Magnesia geöffnet werden, und zwar in Dosen von einem Theelöffel voll alle Stunden, bis Wirkung eintritt. Ein Aufguß von schlüpferiger Ulmenrinde (~Slippery elm bark~) und Eibischwurzel (~Marshmallow root~) oder Ulmenrinde (~Elm bark~) und Pfirsichblättern mag als Getränk dienen.

Bei der chronischen Form der Krankheit sollte dieselbe Kost, wie unter allöopathischer Behandlung angegeben, empfohlen werden. Senfpflaster oder andere Gegenreizmittel sollten in die Gegend über den Magen gelegt und so lange wiederholt werden, bis die Empfindlichkeit gegen den Druck entfernt ist. Folgende Mischung wird von Dr. John King empfohlen:

Flüssiger Cubeben-Extrakt (~Fluid extract of cubebs~) 1 Unze. Gummi Arabicumschleim (~Mucilage of gum Arabic~) 2 Unzen. Citronen- (~Lemon~) Essenz 1 Drachme. Hopfenmehl (~Lupulin~) 8 Skrupel. Dreifach salpetersaurer Wismuth (~Tris-nitrate of Bismuth~) 8 Skrupel.

Mische es. Dosis: einen Theelöffel voll drei- oder viermal des Tages. Die Mischung sollte jedesmal vor Einnehmen gehörig umgeschüttelt werden. Gleichzeitig nehme man einen Aufguß aus gleichen Theilen von Gelbwurz (~Golden seal~) und Solomon’s Siegel (~Solomon’s seal~), bestehend in Dosen von einem Eßlöffel voll alle Stunde oder auch alle zwei Stunden. Bei hartnäckiger Verstopfung kann Rhabarber (~Rhubarb~) in Dosen von drei bis zehn Granen gegeben werden. Wird der Kranke von Winden im Magen belästigt, so können dieselben durch die Anwendung von Pfeffermünz- oder Anis-Essenz u.s.w. in kleinen Dosen in versüßtem Wasser entfernt werden.

=Homöopathisch.= Das Hauptmittel bei dieser Krankheit ist ~Arsenicum~, welches besonders bei Anwesenheit der folgenden Symptome zu geben ist: Das Gesicht eingefallen und zusammengezogen, Magen heiß und geschwollen, der Kranke liegt auf dem Rücken, Athmen kurz, rasend schnell und schwierig, Zunge roth und rein, oder roth an den Seiten, mit einem schmutzigen Schleim in der Mitte, Stimme heiser und gedämpft, Haut heiß und trocken, brennender oder stechender Schmerz im Magen, kneipender und brennender Schmerz im Hals, großes Verlangen nach kalten Getränken, hartnäckige Uebelkeit und Erbrechen, große Empfindlichkeit bei Druck in der Gegend über dem Magen. Kann abwechselnd mit ~Veratrum~ gegeben werden.

~Aconitum.~ -- Besonders wenn die Schmerzen stark sind und die Hitze im Magen groß ist, oder wenn die Krankheit durch kalte Getränke, die in einem erhitzten Zustand genommen wurden, verursacht worden ist.

~Veratrum.~ -- Gesichtsfarbe blaß und eingesunken, Nase gespitzt, Lippen trocken und bläulich, Zunge an der Spitze und an den Rändern roth, mit einem dunklen, trocknen Schleim in der Mitte, Puls schnell und schwach, die Endglieder kalt, Schlucker, große Erschöpfung, brennender Schmerz im Magen, kurzer und beschwerlicher Husten.

~Ipecacuanha.~ -- Kann nach ~Aconitum~ gegeben werden, wenn das Erbrechen sehr stark ist und von Unverdaulichkeit herrührt.

~Pulsatilla.~ -- Kann nach ~Ipecacuanha~ gegeben werden, wenn die Krankheit Folge von Unverdaulichkeit ist oder ein Frösteln im Magen in Folge von Eis.

~Belladonna~ und ~Hyosciamus~. -- Kann abwechselnd gegeben werden, wenn der Kranke nervös ist, bei Schläfrigkeit, Delirium und Bewußtlosigkeit.

~Nux Vomica~ und ~Lachesis~. -- Kann abwechselnd oder jedes für sich gegeben werden, wenn die Krankheit von dem Genusse von Spirituosen, Kaffee, Wein oder reizender Speisen herrührt.

~Opium~ und ~Camphor~. -- Können abwechselnd gegeben werden, wenn die obigen Mittel keine Erleichterung gewähren und Schläfrigkeit sowie Betäubung vorhanden sind.

~Cantharis.~ -- Bei heftigen Fällen, besonders wenn der brennende Schmerz unerträglich ist.

Gegen chronischen Magenkrampf mögen die folgenden Mittel angewendet werden: ~Bismuth~, ~Bryonia~, ~Cuprum Metallicum~, ~Digitalis~, ~Hyosciamus~, ~Phosphorus~, ~Mercury~, ~Ignatia~, ~Tartar Emetic~. Die Kost sollte dieselbe sein wie jene unter allöopathischer Behandlung angegebene.

+Verordnung der Heilmittel.+ -- Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle halbe, ganze oder zwei Stunden einen Theelöffel voll bis es besser wird. Wenn sich aber die Symptome nach einigen Dosen nicht verbessern, dann wähle sogleich ein anderes Mittel und gebe es in derselben Weise. Bei der chronischen Form können die Mittel zwei- bis dreimal des Tages gegeben werden.

Gedärm-Entzündung (~Enteritis~).

Dies ist eine der gefährlichsten und schmerzhaftesten Krankheiten, deren Behandlung stets einem Arzte überlassen bleiben sollte. Sie besteht in einer Entzündung der Schleimhaut der kleinen Därme. Entzündung der großen Därme wird Ruhr (~Dysentery~) genannt.