Part 17
Cubeben (~Cubebs~) 1½ Unze. Gelbwurz (~Golden seal~) 1½ „ Lobelia 1½ „ Blutwurz (~Blood root~) 1½ „ Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 3 Drachmen. Verdünnter Alcohol 2 Quart.
Mische es, laß die Mischung mehrere Tage lang stehen und schüttele es während dieser Zeit häufig um. Bei starkem Husten sollte die Tinktur von Lobelia, Blutwurz (~Blood root~), Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) und Peruanischer Balsam-Syrup in Dosen von einem Theelöffel voll mehrere Male des Tages gegeben werden.
=Homöopathisch.= Die Behandlung kann mit ~Belladonna~ begonnen werden, jeden zweiten Abend eine Dosis; setze diese Behandlung eine Woche lang fort, dann gebe ~Aurum~ in derselben Weise, lasse diesem ~Mercurius~ folgen und nimm endlich ~Sulphur~ in derselben Weise. Bei Fieberhitze und ohne Fließen der Absonderung gebe man ~Aconitum~ und ~Belladonna~ abwechselnd, aufgelöst, alle 2 Stunden einen Theelöffel voll. ~Arsenicum~ ist bei starken Schmerzen, Brennen und Klopfen eines der besten Mittel gegen dieses Leiden.
~Lycopodium.~ -- Absonderung dick und gelblich, wenn der Katarrh mit Skropheln verbunden ist oder skrophulöse Personen befällt. ~Phosphorus~, ~Silicea~, ~Acidum Nitric~ und ~Conium~ sind mit Erfolg angewendet worden. Ist Syphilis die Ursache, so sind auch ~Hepar Sulphuris~, ~Aurum~, ~Acidum Nitri~, ~Lachesis~, ~Lycopodium~, ~Sulphur~, ~Mercurius~ und ~Sulphuratus~ angezeigt.
Nasenpolyp (~Polypus of the Nose~)
tritt in der Regel mit solchen an anderen Orten wie im Ohr, Magen, in den Eingeweiden gleichzeitig auf. Der Nasenpolyp ist gewöhnlich weich, von einer gelblich-weißen Farbe und in einigen Fällen durchsichtig. Er nimmt allmählig an Größe zu, ist die Ursache zum Nießen, Eingenommenheit und dumpfen Schmerzen im Kopfe, verstopft die Nasenhöhle und erschwert das Athmen, besonders während des Schlafs. Gewöhnlich wird dadurch nur Störung in dem Einathmen verursacht, zuweilen aber sind damit auch starke Schmerzen und Kopfweh verbunden, die Knochen der Nase werden angegriffen und sondern eine widrige Flüssigkeit ab.
In der Regel müssen diese Polypen durch den Chirurgen entfernt werden, in einigen Fällen reicht aber auch eine Behandlung durch innerliche Mittel hin.
+Behandlung.+
=Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes kann geschnupft werden: Man nehme fein pulverisirte Lorbeerrinde (~Bay berry bark~), Entenfuß- (~May apple~) Wurzel je 1 Unze, und 4 Unzen Blutwurzel; mische es und schnupfe davon mehrere Male des Tages. Man kann ferner, wenn der Polyp erreicht werden kann, ein Läppchen, das zuvor angefeuchtet, zusammen drehen, in das Pulver stecken und dann durch Schnupfen einziehen, was den Auswuchs allmählig tödtet und ihn schließlich abfallen macht. Pulverisirte Scharlachbeere (~Poke root~) ist auch wirksam. Dr. King empfiehlt schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 2 Skrupel, Wasser 1 Unze, das vermittelst gehörig angefeuchteter Charpie eingeführt werden kann und vier- oder fünfmal des Tages zu wiederholen ist. Es wird zuweilen gut sein, nach dem zuerst erwählten Mittel folgendes zu gebrauchen:
Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of blood root~) 2 Unzen. Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 2 Drachmen.
Mische und bringe es mehrere Male des Tages auf die Geschwulst.
=Homöopathisch.= ~Staphysagria~, ~Calcarea~, ~Sepia~, ~Silicea~ und ~Thuja~ sind Mittel gegen dieses Leiden. Man nehme jedes drei Wochen lang eine Dosis jeden Tag. Am Ende der dritten Woche wechsle man es mit einem anderen Mittel und fahre so fort, bis Heilung eintritt. ~Teucrium~, wovon jeden Abend durch mehrere Monate hindurch eine Dosis genommen werden sollte, wird sehr empfohlen.
=Allöopathisch.= Einspritzungen von Alaunauflösung oder das tägliche Betupfen der Geschwulst mit salzsaurer Eisentinktur (~Muriated tincture of iron~) wird in einigen Fällen dieselbe entfernen.
Nasenkrebs (~Cancer of the nose~).
Dieses ist eines der fürchterlichsten Leiden, denen das menschliche Geschlecht unterworfen ist. Der Krebs beginnt in der Regel mit einer harten Geschwulst, die allmählig in Eiterung übergeht, ungemein schmerzhaft ist und sich leicht auf Lippen oder andere Theile des Gesichts ausdehnt.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= ~Arsenicum~ -- ist das wichtigste Mittel, wenn die folgenden Symptome vorhanden sind: Brennen, Anschwellen der Nase, Schmerz bei Berührung, Eiterung der Nasenhöhlen hochoben, mit Absonderung eines widerwärtigen Eiters, eiterartiger Ausschlag um die Lippen, Schmerz stechend und prickelnd während der Tageszeit, Zunge schwärzlich und aufgesprungen. Auch ~Sulphur~ wird zuträglich gefunden werden. Die Behandlung sollte aber immer einem geschickten Arzte überlassen werden.
=Allöopathisch.= Dr. J. W. Fell verordnet Folgendes:
Zink-Chlorid (~Chloride of zinc~) 6 Unzen. Pulverisirte Blutwurzel 2 „ Myrtenwachs (~Myrtle wax~) 1 Unze. Wasser von Opiumextrakt 6 Drachmen. Conicumextrakt 6 „
Mische es und mache eine Salbe daraus. Diese Salbe wird so lange auf die Geschwulst gebracht, bis die Haut zerstört ist, was einen Schorf bildet, in dem Einschnitte, einen halben Zoll von einander entfernt, gemacht werden sollten. Gleichzeitig sollte Folgendes angewendet werden:
Blei-Iodide (~Iodide of lead~) 1 Skrupel. Glycerin 1 Drachme. Spermazeutsalbe 2 Unzen.
Man mache eine Salbe daraus, und nachdem man die erstere durch 12 Stunden hindurch verwendet hat, fahre man mit der letzteren in derselben Weise 12 Stunden lang fort; gewöhnlich schneidet dieses die Krankheit kurz ab.
Gleichzeitig verordnet er folgendes:
Pulverisirte Blutwurzel (~Blood root~) 1 Skrupel. Arsenik-Iodide (~Iodide of arsenic~) 2 Grane. Cicuta- (Schierling) Extrakt 2 Skrupel.
Mische und theile es in 40 Pillen. Dosis: Dreimal des Tages eine Pille.
=Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes wird empfohlen:
Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 1 Unze. Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) 1 „ Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 1 Drachme.
Mische es und mache davon einen Umschlag.
Oder auch:
Schweinefett 3 Pfund. Verdigris 2 Unzen. Bienenwachs 2 „ Schottischer Schnupftabak 1 Pfund.
Mische das Fett und das Wachs und rühre es mit den übrigen Sachen zusammen.
Folgendes soll in mehreren Fällen den Krebs geheilt haben:
Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 1 Drachme. Sanguinaria 2 Drachmen. Rother Kleeextrakt (~Extract of Red Clover~) hinlänglich genug, um ein Pflaster davon zu bereiten.
Ein Umschlag von rohen Preiselbeeren (~Cranberries~) soll selbst diese eingewurzelte Krankheit heilen. Die Beeren werden zerquetscht und zu einem Umschlag verwendet. Die Wirkung eines solchen Umschlages zeigt sich in der Bildung kleiner Blattern, gleich denen der Pocken, wodurch der krebsartige Eiter ausgezogen und die Größe des Krebses selbst bei jedem Umschlag vermindert wird.
Nachstehendes ist als ein unfehlbares Mittel empfohlen worden. Man breche ein Ei auf, gieße das Weiße aus und behalte den Dotter in der Schale, dann lege es in Salz und mische es so lange, bis sich eine Salbe bildet, mit welcher ein Stück Heftpflaster bestrichen wird, und erneure dasselbe zweimal des Tages über den Krebs.
Folgendes Mittel soll bei einigen veralteten Fällen geholfen haben:
Rotheichenrinde (~Red oak bark~) 2 Unzen. Weißeichenrinde 2 „ Scharlachbeerwurzel 2 „ Persimon- (Dattelpflaumen) Rinde 2 „ Schwarze Mehlbeerenrinde (~Black haw bark~) 2 „ Brombeerwurzel (~Blackberry~) 4 „ Schafampfer (~Sheep sorrel~) 2 „ Rothe Kleeblüthe (~Red clover blossom~) 2 „ Zimmetrinde (~Cinnamon~) 1 „
Koche dies mit 4 oder 5 Gallonen Wasser bis auf eine Gallone ein. Seihe es durch und füge auf jedes Quart eine Unze Borax und eine Unze Alaun hinzu. Hiermit wird der Krebs drei- bis viermal des Tages gewaschen.
Fremde Körper in der Nase.
Dieselben können dadurch aus der Nase entfernt werden, daß der Mund und das entgegengesetzte Nasenloch geschlossen werden und darauf durch das Nasenloch, in dem sich etwas Ungehöriges befindet, kräftig geblasen wird; Kitzeln mit einer Feder, so daß dadurch Niesen verursacht wird, reicht zuweilen schon hin. Wenn diese Mittel ohne Erfolg bleiben, so presse man den Daumen oder Finger auf die Nase oberhalb des fremden Körpers, fahre dann mit einer Strick- oder Haarnadel, die am obern Ende hakenförmig gebogen ist, in das Nasenloch und ziehe damit den betreffenden Gegenstand herunter. Zuweilen kann auch der betreffende Gegenstand zurückgedrückt werden, so daß er in den Mund fällt, aber es ist das Beste, nicht zu diesem Mittel zu greifen, das Unannehmlichkeit zur Folge haben kann.
Achtes Kapitel.
Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbaken.
Gesichtsrose (~Erysipelas~).
Die Gesichtsrose unterscheidet sich nicht von ~Erysipelas~ an irgend einem andern Theil des Körpers. Diese Krankheit erzeugt stets mehr oder weniger Hitze, Anschwellen und Röthe im Gesicht, manchmal folgt auch Delirium und Gehirnentzündung. Die Behandlung der „Gesichtsrose“ unterscheidet sich von der Behandlung der „Rose“ an andern Körpertheilen durchaus nicht.
+Behandlung.+
=Allöopathisch.= Man wird gut thun, die Behandlung mit einer kleinen Dosis Bittersalz (~Epsom salts~) oder Rochellesalz zu beginnen. Ist der Magen in guter Ordnung, so lasse man darauf ein halb Gran Blaupillen (~Blue pill~) und ein Drittel Gran Ipecacuanha (~Ipecac~) -- alle drei Stunden folgen. Auch wird die folgende Mischung (~Neutral mixture~), die man zu gleicher Zeit gebraucht, gute Dienste leisten:
Kali-Syrup (~Syrup of potassa~) 2 Drachmen. Citronensyrup ½ Unze. Wasser 3½ Unzen.
Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll dieser Mischung mit einem Theelöffel voll Wasser alle zwei oder drei Stunden. Der Citronensyrup kann, wenn gewünscht, weggelassen werden. Um die Hitze und das Brennen im Gesicht zu lindern, reibe man dasselbe mit Schweinefett, Talg oder kaltem Rahm, oder einem aus Ulmenrinde (~Slippery elm~) oder Flachssamen bereiteten Schleim ein. Manchmal mag man verhüten, daß sich die Anschwellung über den Kopf verbreitet, indem man da, wo die Entzündung aufhört, einen Zoll breiten Streifen mit Jodtinktur (~Tincture of iodine~) oder salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~) mittelst eines Läppchens oder Pinsels zieht.
=Eclectische und Kräuterkur.= Es wird von guter Wirkung sein, das Gesicht über einen Absud von durchwachsenem Wasserdust (~Boneset~) oder Rainfarn (~Tansy~) oder Hopfen zu halten. Ein ausgezeichnetes Mittel gegen dieses Uebel ist ein Umschlag von gekochten Preiselbeeren (~Cranberries~) mit pulverisirter Ulmenrinde (~Elm bark~) oder Weizenmehl.
=Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wenn starkes Fieber, trockene Haut und dumpfer Puls, so folge in einigen Stunden mit ~Belladonna~, namentlich wenn der Kopf mehr oder weniger affizirt ist. Auch kann man, wenn nöthig, ~Belladonna~ und ~Aconitum~ abwechselnd geben.
~Lachesis.~ -- Namentlich wenn der Patient über Trockenheit im Halse und Schmerzen beim Schlucken klagt, oder wenn er hustet, ohne Auswurf zu haben. Diese Mittel können alle zwei oder drei Stunden allein oder abwechselnd gegeben werden.
Für fernere Behandlungsweise siehe ~Erysipelas~ -- erstes Kapitel -- allgemeine Krankheiten.
Gesichtsausschlag (~Eruption of the Face~).
Gesichtsausschlag kann auf verschiedene Art zu Tage treten. Gewöhnlich ist es ein chronisches Uebel und währt geraume Zeit. Junge Personen oder solche, die unmäßig essen und trinken, sind häufiger mit demselben heimgesucht als andere. Die Arten des Gesichtsausschlags sind: Die einfache Finne (auch Kupferausschlag ~Acne Simplex~), die rosige Finne (~Acne Rosacea~) und die eiterige auch blatterige Finne (~Acne Pustulosa~). Bei der erstgenannten Art zeigt sich eine kleine, entzündete Fistel, welche nach und nach größer wird und von blaßrother Farbe ist. Dieselbe geht auf und entleert eine kleine Quantität Flüssigkeit, worauf ein Schorf (~scab~) entsteht, welcher nach einigen Tagen abfällt und einen runden, harten, rothen Fleck zurückläßt.
Die rosige Finne affizirt das Gesicht und wird gewöhnlich bei Erwachsenen gefunden, namentlich aber bei Schwelgern. Die Finnen sind hart, roth und klein, nach und nach aber werden sie größer, entleeren blutige Materie und bilden einen kleinen Schorf. Diese Krankheit ist sehr schwierig zu heilen und außerordentlich entstellend.
Die eiterige oder blatterige Finne ist ein sehr schmerzhaftes Uebel, namentlich wenn die Kopfhaut davon befallen wird. Alle diese Ausschläge werden um die Poren herum gefunden und durch Verhinderung des Schweißes erzeugt.
+Behandlung.+
=Eclectische und Kräuterkur.= Der Kranke muß sehr mäßig leben und keinerlei Stimulanten, z. B. Thee, Kaffee und Branntwein genießen und darf nur wenig Fleischspeisen essen. Alle Tage sollte der Körper mit schwachem Laugenwasser gewaschen werden. Ist das Uebel durch Unordnung in den Verdauungs- oder anderen Organen entstanden, so muß man die betreffende Behandlung einschlagen. Als Lokalmittel kann folgendes gebraucht werden:
Salmiak (~Muriate of ammonia~) 3 Drachmen. Conium-Tinktur (Schierling-Tinktur) 1½ Unze. Destillirtes Wasser 1 „
Mische und betupfe die Theile mehrere Male des Tages.
Das folgende hat sich als gutes Waschmittel erprobt:
Ammoniakwasser (~Aqua ammonia~) 1 Unze. Lobelia-Tinktur (~Tincture of lobelia~) 1 „ Myrrhen-Tinktur 1 „
Mische und gebrauche die Mischung zwei- oder dreimal des Tages.
Nachdem die Pusteln „voll“ sind, sollten sie geöffnet werden, damit die Flüssigkeit entfernt wird, worauf das eben angegebene oder das folgende Waschmittel in Anwendung kommt:
Schwefelmilch (~Milk of sulphur~) 2 Drachmen. Kamphergummi (~Gum camphor~) 1 Drachme. Alcohol 2 Unzen. Wasser 2 „
Löse den Kampher im Alcohol auf, mische und wasche die betreffenden Theile mit ein wenig dieser Mischung jeden Tag vor dem Schlafengehen.
Ist die Krankheit erst eine neuerdings eingetretene und noch nicht chronisch geworden, so werden gleiche Theile von Cölnischem Wasser (~Cologne~) und eine gesättigte Auflösung von Kleesäure (~Oxalic acid~) gute Dienste leisten.
=Homöopathisch.= ~Causticum~, ~Rhus~, ~Sepia~ und ~Carbo Animalis~ gegen die rosige Finne.
~Belladonna~, ~Hepar Sulphur~, ~Natrum~, ~Nitric Acid~, ~Sulphur~ und ~Sepia ~gegen die einfache Finne.
Wasserstoffsaures Kali (~Hydriodate of potassa~) wird gegen diese Gesichtsausschläge empfohlen. Zwei Grane dreimal des Tages zu nehmen.
~Mercurius Cor.~ -- Wenn der Organismus syphilitisches Gift enthält.
+Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe von dem erwählten Heilmittel eine Dosis dreimal des Tages drei oder vier Wochen lang, ehe man zu einem anderen greift.
=Allöopathisch.= Als gutes Waschmittel hat sich eine Auflösung von kohlensaurer oder doppeltkohlsaurer Soda (~Carbonate or Bicarbonate of Soda~) ein Skrupel auf ein Pint Wasser -- bewährt. Auch wird die folgende Salbe empfohlen:
Ammoniated Mercury 1 Skrupel. Glycerin 1 Drachme. Bitteres Mandelöl (~Oil of bitter almonds~) 3 Tropfen. Schweinefett 1 Unze.
Mische und gebrauche dies jeden Tag. Gegen die schwarzen Flecken, die man Fleischwurm nennt, und die sich um die Nase, oder an der Stirne, oder am Kinn zeigen, wird sich das folgende als sehr wirksam beweisen:
Kaliauflösung (~Liquor of potassa~) 1 Unze. Cölnisches Wasser (~Cologne~) 2 Unzen. Weißer Branntwein (~White brandy~) 4 „
Mische dieses und gebrauche es. Gegen manche dieser Ausschläge wird das folgende Mittel sehr empfohlen:
Schwefelwasser (~Sulphur water~) 1 Unze. Säuerliche Ammoniak-Auflösung (~Acetated Liquor of ammonia~) ½ „ Kaliauflösung (~Solution of potassa~) ½ „ Weißer Weinessig 2 Unzen. Destillirtes Wasser 2 „
Bei sehr hartnäckigen Fällen gebrauche das folgende:
Aetzendes Sublimat (~Corrosive sublimate~) 2 zu 5 Grane. Wasser 1 Unze.
Wende dies mittelst Baumwolle an einer Stricknadel befestigt an, indem man die Mischung nur einige Augenblicke auf den betreffenden Theilen läßt:
Das folgende wird sehr empfohlen:
Jod-Schwefel-Salbe (~Iodide of Sulphur~) 15 zu 20 Grane. Schweinefett 1 Unze.
Nervöser Gesichtsschmerz oder Neuralgia im Gesicht (~Tic Douloureux~).
Neuralgie ist eine der schmerzhaftesten Krankheiten. Es ist ein Nervenschmerz, der sich gewöhnlich einem oder dem andern Nerv seiner ganzen Länge nach nachzieht, obgleich auch in anderen Fällen der Schmerz blos auf einem Fleck gefühlt wird und das Uebel durch Störungen im Gehirn, Magen oder den Gedärmen erzeugt werden mag. In den meisten Fällen ist der Schmerz blos ein Symptom und es zeigen sich weder Anschwellungen noch Entzündung. Neuralgie mag verschiedene Körpertheile affiziren, beschränkt sich jedoch gewöhnlich nur auf den Kopf. Gesichtsneuralgie wird meistens durch Störungen im fünften Nervenpaar, das im Gesicht sich verzweigt, hervorgerufen. Hauptsächlich wird der Nervenzweig über den Augenbrauen affizirt, manchmal aber auch alle Zweige, so daß der Schmerz äußerst heftig wird. Der Anfall tritt gewöhnlich plötzlich ein, setzt öfters wieder aus, um wiederum zurückzukehren. Die Schmerzen sind den Nerven entlang sehr heftig, stechend, reißend, als ob glühende Drähte in die betreffenden Theile gestochen würden. Nachdem der Schmerz aufgehört, folgt häufig eine Art Erstarrung. Manchmal treten die Schmerzen jedoch nach und nach ein und werden allmählig heftiger. Während des Anfalls werden die Gesichtszüge durch die krampfhafte Bewegung der Muskeln nicht selten verzerrt.
+Ursachen.+ Luftzug, ein plötzlicher Schlag, Fall &c., feuchte Luft, Schwäche, Störungen in den Verdauungsorganen &c.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Schneidende, schießende, brennende Schmerzen, die in plötzlichen Anfällen eintreten und auf welche leichterer Schmerz folgt. Der Zustand des Kranken verschlimmert sich bei Nacht; die Kinnbacken oder Wangen schwellen; der Patient hat viel Durst, ist erregt, unruhig; die Schmerzen beschränken sich auf eine Seite des Gesichts, heftiges Pulsiren der Hals- und Kopfadern, die Augen funkeln, summender Schmerz in den Ohren, Schläfen und Seiten des Halses; Fieber.
~Belladonna.~ -- Wenn die Anfälle allmählig eintreten mit Jucken und Krappeln in den affizirten Theilen; rothe, geschwollene Wangen, stechende, schießende Schmerzen im Kinnbacken und der Nase, Verzerren der Augenlider und der Gesichtsmuskeln, dumpfer Schmerz im Vorderkopf, Ohrenklingen, Hitze und Röthe im Gesicht, große Empfindlichkeit gegen Kälte und Licht, heftige Schmerzen, namentlich auf einer Seite, gewöhnlich der rechten, die Schmerzen vermehren sich bei dem geringsten Geräusch oder bei Bewegung und ebenso durch die Bettwärme. Wenn ~Belladonna~ nicht lindert, die Symptome jedoch dieses Mittel andeuten, so gebe man ~Atropine~.
~Bryonia.~ -- Namentlich für mit Rheumatismus behaftete Personen. Rothes, heißes Gesicht, Schwellung an einer Seite unter den Augen und an der Nasenwurzel, brennende Schmerzen, die sich beim Druck vermehren, Schmerzen in den Gliedern, Frösteln, worauf Fieber folgt.
~Chamomilla.~ -- Namentlich für sehr empfindsame Frauenzimmer; Schmerz reißend und klopfend mit einem gewissen Erstarrungsgefühl in dem affizirten Theil, aufgedunsenes, geschwollenes Gesicht, eine Wange roth, die andere blaß, Frostschütteln mit innerlicher Hitze.
~Colocynth.~ -- Heftige, schießende Schmerzen, die sich bis zu den Ohren, den Schläfen, den Zähnen und allen Theilen des Kopfes erstrecken, namentlich auf der linken Seite; der Schmerz vermehrt sich bei der leisesten Berührung.
~Arsenicum.~ -- Wenn die Schmerzen nach bestimmten Zeiträumen wiederkehren, brennend, bei Nacht stärker sind und durch Hitze gelindert werden; große Aengstlichkeit, viel Schweiß, heftiger Schmerz in und um die Augen und um die Schläfe herum.
~China.~ -- Namentlich wenn die Anfälle periodisch sind, große Schmerzen, Empfindlichkeit der Haut, die bei der leisesten Berührung vermehrt wird; heftige Schmerzen in den Kinnbacken.
~Nux vomica.~ -- Zuckende, reißende Schmerzen, geschwollene Wangen, der Schmerz stellt sich Morgens nach dem Aufstehen ein und nimmt allmählig bis gegen Abend ab; Uebelkeit, Erbrechen, Hartleibigkeit, der Schmerz durch kühle Luft und kühle Getränke vermehrt und vermindert durch Ruhe und Wärme.
~Platinum.~ -- Betäubender Druck auf die Kinnbacken, mit Frösteln. Wenn die Schmerzen bei Nacht heftiger sind und der Kranke sehr nervös und melancholisch ist.
~Spigelia.~ -- Zucken, Reißen, Brennen und Druck im Kinnbacken, vermehrt durch Berührung oder Bewegung, Schmerzen treten zu einer bestimmten Tageszeit ein, sind am heftigsten, wenn sie bald aufhören.
~Coffea.~ -- Große Erregtheit des Geistes und Körpers, ebenso große Empfindlichkeit und außerordentliche Schmerzen in den afficirten Theilen.
~Pulsatilla.~ -- Für Frauenzimmer namentlich, wenn sich die Krankheit mit Urinstörungen zeigt; schmerzvolle Empfindlichkeit auf einer Seite des Gesichts mit Frösteln.
~Mercurius.~ -- Reißende, schießende Schmerzen an einer Seite von der Schläfe bis zu den Zähnen, heftiger bei Nacht und in der Bettwärme, Nachtschweiße, zu viel Mundspeichel, Schlaflosigkeit.
~Phosphorus.~ -- Reißende Schmerzen in der linken Seite und Verschlimmerung durch die beim Essen bewerkstelligte Muskelbewegung.
Als äußeres Mittel wird kaltes oder warmes Wasser, je nachdem es dem Patienten zusagt, sehr wirksam sein. Auch mag man das Leiden öfters bedeutend lindern, indem man die betreffenden Theile mit einer Mischung von 6 Tropfen Aconitumtinktur und 6 Theelöffel voll Wasser wäscht.
+Verordnung der Heilmittel.+ Löse von dem gewählten Mittel 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe von dieser Auflösung einen Theelöffel voll alle 15 Minuten, halbe Stunde oder zwei Stunden, je nach den Symptomen. Sobald der Patient besser wird, so gebe die Arznei alle 4, 6, 8 oder 10 Stunden.