Um die Erde: Eine Reisebeschreibung

Part 55

Chapter 553,446 wordsPublic domain

[471] Die Vorschrift der Religion ist gewiss sehr förderlich für die Gesundheit.

[472] Sikra oder Vimanah, mit zahlreichen Nebenthürmchen. (Es soll die aufsteigende Flamme bedeuten.)

[473] Rama ist einer der „Niederstiege“ (Avatáras, Incarnationen) des Wischnu.

[474] Soll in Europa die Leichenverbrennung, welche ja altgermanische Sitte gewesen, wieder Fortschritte machen, so werden wir von den Asiaten Einfachheit lernen müssen. In Japan kostet die Verbrennung erster Classe 7 Yen, zweiter Classe 2½ Yen, dritter Classe 1½ Yen. (1 Yen = 3 Mark.) In Indien sind die Preise noch niedriger, -- wenigstens für die +Armen+.

[475] Das = zehn; ashva (equus) = Ross. Ross-Opfer kommen in den alten Gesängen der Veden vor, wie bei den alten Germanen.

[476] Auch Sutti, Suttee geschrieben.

[477] Tij Muhamed Sháhi, Tafeln des Kaiser Muhamed.

[478] Grade sowie bei denen unseres Dr. Hevelius in Danzig, um die Mitte des 17. Jahrhunderts, welcher die neu erfundenen Fernröhre verabscheute.

[479] Mani = Juwel, Karna = Ohr. Devi (Mahadeo) soll seinen Ohrring hinein geworfen haben. Daher die Heiligkeit.

[480] Tarak = der hinüber trägt.

[481] Fünf-Fluss-Treppe.

[482] Unten 2,5 Meter, oben 2,2 Meter dick. Wegen des mächtigen Unterbaues ist das Ganze vom Fluss bis zur Spitze der Minarete 300 Fuss hoch.

[483] Vissva, das All; Issvara, der Herr: also +Herr der Welt+. Mahadeva (Magnus divus) ist eigentlich dasselbe.

[484] Von Anna = Nahrung, purna = anfüllend.

[485] An Grösse gleich Holland und Belgien, übertrifft es diese dicht bevölkerten Länder noch um zwei Millionen. Es hat 180 Einwohner auf den Quadratkilometer.

[486] Nach Calcutta, Bombay, Madras, Haiderabad.

[487] Eigentlich +Sipahi+, ein eingeborener Soldat, von +sipáh+, Armee. (Persisch.) Bei den Türken hiessen +Spahi+ die Reiter; so heissen auch noch jetzt die vier Reiterregimenter, welche die Franzosen in Algier und Tunis aus den Eingeborenen gebildet.

[488] Der Antheil am indischen Handel, welchen der König von Preussen im vorigen Jahrhundert für sein Volk vergeblich erstrebt, ist in unserem Jahrhundert von der Thatkraft der deutschen Kaufleute errungen worden. In den letzten fünf Jahren ist der deutsche Handel mit Calcutta auf das Dreifache gewachsen, der englische Handel dagegen von 65 Procent des Ganzen auf 57 gesunken.

[489] Dies spricht beredt für die Kraft und Sicherheit der Regierung. Sollte aber einmal ein feindliches Heer rasch durch Punjab vorrücken, so kann ganz Simla leicht von dem übrigen Indien abgeschnitten werden.

[490] Die vaterlandsliebenden Inder haben bisher ganz vergeblich in ihrem +National-Congress+ freie Wahlen zu einer indischen Volksvertretung gefordert. In diesem Jahre, zu Lahore, wollen sie erklären, dass durch die erdrückende Besteuerung und den Geldabfluss nach England Indien verbluten müsse. -- Pressfreiheit besteht in Indien seit 1835, durch Macaulay, aber vollständiger erst seit 1867.

[491] Rx = 10 Rupien, also 275 Millionen Rupien; beim jetzigen Curs an 400 Millionen Mark.

[492] Lucri bonus odor. Die Regierung verkauft unter Monopol den schlimmsten Schnaps, ferner Majoon (= Haschisch, vom indischen Hanf, zum Essen,) und Churra (aus derselben Pflanze, zum Rauchen,) ferner Opium an die Einheimischen. Die genauere Schilderung hat das Parlaments-Mitglied Caine (Picturesque India, S. 292) geliefert.

[493] Ausfuhr nach China 1878/79 91000 Kisten, für Rx 13 Millionen; 1890/91 85000 Kisten (119000 Centner) für Rx 9¼ Millionen. 140 Pfund Opium bringen in Canton 300 bis 600 Dollar.

[494] Der Vicekönig erhält 500000 + 240000 Mark jährlich, die Beamten des covenanted civil service von 12000 bis 72000 Mark. (1880.)

[495] Lakh = 100000.

[496] So nennt man die Prachtgebäude zur Feier des Moharram (= Allerheiligsten), des Neumonds vom ersten mohammedanischen Monat, der gleichfalls Moharram genannt wird. Das Fest ist zu Ehren der Märtyrer Hosein und Hussein, der Söhne von Ali, dem Vetter, und von Fatimah, der Tochter von Mohammed; und wird nur von den +Shiahs+ gefeiert, nicht von den +Sunnies+. Zu den Shiah gehören die Perser, ein Theil der Einwohner von Oudh und andre Mohammedaner Nordindien’s; zu den Sunnies, welche neben dem Qoran auch die Ueberlieferung Mohammeds (Sunna) gelten lassen, die Araber, Türken, Afghanen u. A. 90 Procent der Moslem in Indien sollen Sunniten sein; zu ihnen gehörten auch die Grossmogul.

[497] Die Tabakspfeife, Hukha, des Volkes ist eine Art von Thontrichter mit flachem Teller. Nicht selten wird sie in den von den beiden Händen gebildeten Hohlraum gesteckt, und aus dem Spalt zwischen den beiden Händen der Rauch gesogen. So können mehrere an derselben Pfeife rauchen, ohne Kastenvorurtheile (oder die Gesetze der Gesundheitspflege) zu beleidigen. Der fleissige Handwerker steckt diese Pfeife in ein Wassergefäss, aus dem ein langes Rohr herausragt: so hat er eine Wasser-Pfeife (Nargileh).

[498] Lang fortgesetzte Dürre, da 1876 +beide Monsun-Regen ausblieben+ und 1877 nur +wenig+ Regen erfolgte, bewirkte 1877/78 eine so gewaltige Hungersnoth im Dekkan und auch zum Theil in Nord-Indien, dass trotz aller Anstrengung der Regierung und trotz einer Aufwendung von 11 Millionen £ gegen 5¼ Millionen Menschen durch Nahrungsmangel und die davon herrührenden Krankheiten zu Grunde gingen. Das war die grösste Hungersnoth in Indien seit 1770.

[499] Rx = 10 Rupien, also beträgt obige Summe weit über 100 Millionen Mark.

[500] Wagen und Führer für den Vormittag 5 Rupien.

[501] Die ringsum laufende Inschrift lautet: Sacred to the perpetual Memory of a great company of Christian people, chiefly Women and Children, who near this spot were cruelly murdered by the followers of the rebel Nana Dhundu Pant, of Bilhur, and cast, the dying with the dead, into the well below, on the XV^{th} day of July, MDCCCLVII.

[502] Darbár (Durbar), persisch, eine königliche Hof- oder Empfangs-Sitzung.

[503] 1 Rupie 8 Annas; dazu 8 Annas für ½ Fl. Bier.

[504] Der Islam hat dort die verschiedenen Völkerschaften, Iranier (Arier), Turanier, Semiten zu einer Nation vereinigt. Die eigentlichen Afghanen behaupten aus Syrien eingewandert zu sein. Diejenigen Leute, die in Indien als Afghanen bezeichnet werden, sehen echt semitisch aus. Von 664 bis 683 n. Chr. hatten die Araber Afghanistan erobert. 812 erfolgte die Auflehnung der einheimischen Statthalter gegen den Chalifen. Die Dynastie der Ghasnawiden bestand von 961 bis 1140.

[505] Die Afghanen- und Türken-Könige von Delhi (1193-1526) vor den Mogul werden gelegentlich +Pathán+ genannt, und mit diesem Namen auch ihre Bauwerke bezeichnet. Pathan ist der einheimische Name für die Bevölkerung der nach Indien sich abdachenden Thäler von Afghanistan.

[506] Babar heisst Löwe, ebenso wie Singh, Haidar, Sher.

[507] So genannt nach ihrem mongolischen (in Wirklichkeit tatarischen) Ursprung. Sie selber nannten sich Schah, die Hofsprache war persisch. Wir müssen uns die Grossmogul als Verwandte der Osmanen, nicht etwa der Chinesen vorstellen.

[508] Die Kaufkraft des Silbers, in Getreide ausgedrückt, war zu Akbar’s Zeiten zwei bis drei Mal so gross, wie heute.

[509] 1709 betrug der Staatsaufwand in England 7 Millionen £, eine damals für ungeheuer gehaltene Summe, 1884/85 waren die Staatseinnahmen 88 Millionen £.

[510] Auch Jahangir geschrieben. Jehangir fand ich, als Vornamen, auf der Besuchskarte eines Parsi, der in London Heilkunde studirt.

[511] Auch +Nur-Mahal+, Licht des Palastes, genannt; uns wenigstens vom -- Ballet bekannt.

[512] Kron-Palast, persisch.

[513] Aurangzib, Aurangzeyb, d. h. Zierde des Throns.

[514] 841 englische Meilen auf der Eisenbahn von Calcutta entfernt.

[515] Im Punjab, jetzt noch 4 Millionen, scythischen, d. h. turanischen Ursprungs, angeblich die Getae der Alten.

[516] Sprich Tadsch. Man liest wohl auch, dass Taj Mahal eine Abkürzung sei von Mumtaz Mahal.

[517] Sein prachtvolles Grabmal ist erhalten und wird alsbald beschrieben werden.

[518] 1 Lakh = 100000 Rupien.

[519] Mit der Rose in der Hand ist er abgebildet; die Photographien von ihm und seiner Gattin, die von den zu ihren Lebzeiten angefertigten Bildern genommen sind, werden in Agra verkauft. Beide sind schön, +er+ würdevoll, +sie+ lieblich. (Graf Lanckoronski sah in der Privatsammlung des Colonel Hanna zu Delhi Bilder von Mogul-Kaisern, so fein gezeichnet, wie von Albrecht Dürer.)

[520] Der Vergleich ist oft genug gemacht worden, aber gegenstandslos. Jedes ist in seiner Art vollendet, das griechische insofern höherer Art, als es durch seine +Bildwerke+ dem geistreichsten Gebiet menschlicher Kunst angehört. +Fergusson+, in seiner grillenhaften Lehre vom Schönen, giebt dem Parthenon 24 Nummern, der Taj 20. „Ihre Schönheit mag nicht von der höchsten Art sein, aber in ihrer Art ist sie unübertroffen.“

[521] Der Besuch des Prinzen von Wales in Indien war sehr nützlich. Vieles wurde ausgebessert und vor weiterem Zerfall geschützt; so auch die Marmorplatten, welche die aus Ziegeln gebaute Kuppel der Taj decken und zum Theil durch Verdickung der rostenden Eisenklammern aus ihrer Lage gekommen waren.

[522] Wie weise das ist, sieht man an den +Nachbildungen+ der Taj, die zu Agra verfertigt und feilgehalten werden. Dieselben entbehren jeder Wirkung. Wer diesen Unterschied staunend erwägt, findet alsbald, dass der heutige Künstler erstlich die Verhältnisse nicht richtig wiedergegeben, zweitens sein Klein-Werk mit Verzierungen, auch der Thürme, überladen hat. Weit besser ist es, naturgetreue Lichtbilder mitzubringen, als solche Bildhauerei im Zuckerbäcker-Stil. Auf den Photographien ist der Fugenschnitt auch weit zarter als in den üblichen Holzschnittbildern der Taj, die alle von +einem+ mittelmässigen Urbild abzustammen scheinen.

[523] Reuleaux bestreitet dies, da erstlich die (persischen) Quellen über den Bau davon schweigen, und zweitens die florentinische Kunstübung ganz und gar von der zu Agra verschieden sei, was offenbar richtig ist. Denn bei der Pietra-dura-Mosaik von Florenz wird der harte Stein von +hinten+ in die Grundplatte eingefügt, bei dem Agra-Werk als dünne Scheibe von vorn. Aber in Schah Jahan’s Palast zu +Delhi+ sind zweifellos europäische Arbeiter thätig gewesen.

[524] Um diesen merkwürdigen Satz aufzuklären, habe ich mich an verschiedene Gelehrte gewendet. Herr Prof. theol. Herrmann L. +Strack+ (Berlin) schreibt mir: Im neuen Testament habe ich den Gedanken nicht finden können. Herr Dr. Ign. Goldziher (Budapest) schreibt mir: Man darf nie sagen, dieser oder jener Satz komme im „+Hadith+“ nicht vor. Die Literatur desselben ist so riesig, dass das Material kaum übersehbar ist. Was ich sagen kann, ist, dass mir der Satz aus den sechs kanonischen Sammlungen nicht erinnerlich ist. Ich bemerke noch, dass es in der muhammedanischen Literatur gang und gäbe ist, irgend einen weisen Satz an den Namen irgend einer beliebigen geheiligten Person anzuhängen. Dies machte ihnen niemals Scrupel, wie ich auch in meinen „Muhammedanischen Studien“, Bd. II, S. 156 ff., ausgeführt habe. Unter meinen Notizen über Aussprüche, die man in Islam Jesus zugeschrieben, finde ich die Inschrift der Tâdschmoschee nicht.

[525] Nach Sikander Lodi (1489 n. Chr.) benannt.

[526] +Akbar-Abad+, d. h. Akbar’s Wohnung, genannt; auch +Lal Kila+ (hindost.), d. h. rothes Schloss.

[527] Reuleaux sah 1881 hier einen prachtvollen Blumengarten, angeblich (?) aus der Zeit von Aurangzeb.

[528] +Am+, arabisch, heisst öffentlich; +Khas+, abgesondert.

[529] Doab, Zweiflussland oder Zwischenflussland, zwischen Ganges und Jumna.

[530] Indisch Dilli oder Dihli.

[531] Er wohnte darin mit Hunderten von Dienern und zwei Regimentern, und hatte auch einige Landhäuser, während allerdings schon vor dem Thor seiner Veste die englischen Schildwachen standen. (Ganz ähnlich, wie jetzt der Papst im Vatican.)

[532] Derselbe soll unter der Aufsicht von Austin de Bordeaux angefertigt sein und 5 Millionen £ verschlungen haben; scheint aber mehr kostbar, als geschmackvoll gewesen zu sein. Nadir Schah hat ihn von Delhi 1739 entführt; im königlichen Palast zu Teheran soll er noch zu sehen sein.

[533] 200×120 = 24000, getheilt durch 4,5 = 5444.

[534] Polarstern des Rechts.

[535] Die Brüstung oben ist etwas breiter.

[536] Also etwa 3 Millionen Mark.

[537] Jeypore, Jeypoor, Jeypur, Jaipur, Dschaipur -- das sind die Schreibweisen, die man findet.

[538] Im Ganzen giebt es in Ostindien 153 Lehnsträger der britischen Krone, die meisten dieser Fürstenfamilien sind erst seit dem Zerfall der Mogul-Herrschaft emporgekommen. Sie beherrschen ein Drittel des Landes und ein Viertel der Bevölkerung von Ostindien. Von den Lehnsfürsten sind 124 Hindu, 28 Mohammedaner, 1 (der von Sikkim) Buddhist. Ihre Einnahmen betragen 260 Millionen Mark jährlich, 15 Millionen müssen sie an Tribut entrichten.

[539] Also hat es fast denselben Flächeninhalt, wie das Königreich Preussen, aber nur ein Drittel seiner Einwohner. Die Hälfte der Rajputana ist Steppe.

[540] Die Rajput besitzen alte, überlieferte Gesänge und religiöse Dichtungen, die noch jetzt im Munde des Volkes leben. +Dadu+, ein Glaubenseiferer, 1544 n. Chr. zu Ahmedabad geboren, hinterliess heilige Dichtkunst in 20000 Versen; von neun seiner Hauptschüler haben zwei je 120000 Verse geschaffen.

[541] ⅛ Rapjut, ⅝ andre Hindu-Kasten, 1/16 Jain, 3/16 Mohammedaner, nach andrer Quelle.

[542] Gross-Fürst, Gross-König.

[543] Sieges-Löwe.

[544] 1891 Einnahmen 6½, Ausgaben 5 Millionen Rupien.

[545] Ausserdem eine „Ritterakademie“ für die Söhne der adligen Rajput, eine „höhere Töchter-Schule“ und 30 Volksschulen für Knaben.

[546] Gas wird hier nicht aus Steinkohlen, sondern aus dem billigen Ricinusöl gewonnen.

[547] 1877 waren dieselben recht thätig, um die einheimischen Fürsten aufzuwiegeln, jedoch erfolglos. Ob sie 1857 ihre Hände im Spiel gehabt, konnte ich nirgends finden.

[548] Deshalb konnte ich nicht nach Gwalior fahren, da der englische Beamte, mit dem einheimischen Fürsten zu Felddienstübungen abwesend, meinen Brief gar nicht beantwortete.

[549] „A vision of daring and dainty loveliness.“

[550] Die Thiere werden gewöhnlich Alligatoren genannt, doch kommen solche nur in Amerika vor; in Indien lebt das Leisten-Krokodil (C. biporcatus), das bis 10 Meter lang wird.

[551] Die Entfernung beträgt 9 Kilometer.

[552] Ich hatte gehört, dass Soldat nebst Lenker 2 bis 3 Rupien Trinkgeld erwarten. Als ich ihnen 3 gab, waren sie nicht zufrieden.

[553] Die Zerstörung muss rasche Fortschritte machen, nach dem Vergleich des jetzigen Zustandes mit etwas älteren Abbildungen.

[554] Nach Böthlink, viel später nach Weber.

[555] Star ist Verdunkelung der Crystall-Linse. (Die Schreibweise Staar ist falsch, wie ich nachgewiesen.) Der Greisen-Star wird heutzutage (seit 1750 n. Chr.) so beseitigt, dass man durch einen passenden +Schnitt+ die getrübte Linse +herauszieht+. Vorher wurde die letztere durch eine in’s Augeninnere +gestochene+ Nadel aus dem Sehloch nach +unten geschoben+.

[556] Ich habe zwei von ihm operirte Fälle nachträglich gesehen. Es ist erstaunlich, wie in Berlin erwachsene Menschen einem hergelaufenen, geldgierigen Hinter-Indier sich anvertrauen konnten, während ihnen zahlreiche gelehrte, geübte Wundärzte unentgeltlich zur Verfügung stehen.

[557] Diseases of the Eye by +Macnamara+, Surgeon to Calcutta Hospital. London 1868. S. 479. The native +Huckeems+ and +Kobrages+ allways operate for the cure of cataract (by depression) and hardly a week passes that I do not see several of their patients suffering from either inflammation of the choroïd or from retinochoroïditis.

[558] Zu meiner Beschämung erfahre ich am Abend vom Gastwirth, dass der weibliche Träger, welcher meine Sachen auf seinem Haupte nach oben befördert, ganze neun Anna, also etwa 72 Pfennige, beansprucht und erhalten hatte.

[559] Für diese Leistung von sechs Stunden wurden 6 Rupien gefordert und sieben bezahlt. Man kann auch zu Pferde hinauf reiten. (Die Beförderung mittelst Elephant oder Palankin scheint jetzt veraltet zu sein.)

[560] Das Wort ist arabisch und bedeutet arm, d. h. einen Büsser, der das Gelübde der Armuth auf sich genommen. Meist vermied ich unterwegs die Begegnung mit solchen Unglücklichen, die an religiösem Wahnsinn leiden.

[561] Auch Dilwarra geschrieben.

[562] Auch Perl-See (Nucki Talao) genannt.

[563] Pârçvanâtha, der vorletzte Jina oder Siegreiche.

[564] Die Bildsäulen der Jaina-Heiligen sowie der Hindu-Götter werden stets in eine viereckige (quadratische) Zelle gesetzt, der Thurm über der Zelle hat eine krummlinige Begrenzung.

[565] Den Jaina schien es wichtig, ihre Heiligen zu ehren durch +eine grosse Zahl von Bildsäulen+ und für jede ein eignes Heim zu schaffen. Dies ist aber nicht, wie Fergusson meint, auf die Jaina beschränkt. Eine ungeheure Zahl von gleichen Bildsäulen fanden wir auch schon in dem buddhistischen Kwannon-Tempel zu Kyoto. (Vgl. S. 148.)

[566] Bei dem römischen oder gothischen Dom wäre ein gewaltiger Stützbau erforderlich; bei dem indischen fügt das Hängewerk nur sein eignes Gewicht dem des Domes hinzu.

[567] Jeni = nackte Weise.

[568] Auch Ahmadabad geschrieben.

[569] Auch Gudscharat geschrieben.

[570] Nur 5½ Procent Muselmänner.

[571] Vgl. S. 407.

[572] 6 Gramm Silber wurden zu Fäden von 2000 Meter Länge ausgezogen.

[573] 1881 waren es 130000, davon 68 Procent Hindu, 22 Procent Mohammedaner, der Rest Jaina, ausser 848 Christen und etlichen Parsi.

[574] Die schon im vorigen Jahrhundert von Reisenden recht +wacklig+ befunden worden.

[575] Auf dem Dach fand ich aber hier und da an wenig auffälligen Orten „Hindu-Götterfratzen“ ausgemeisselt.

[576] Es möchte doch sehr lohnend sein, junge Baumeister aus Deutschland zum Studium der mohammedanisch-hindostanischen Baukunst und Verzierung nach Indien zu senden.

[577] Besonders berühmt ist das +Stück-Werk+: flache oder würfelförmige oder achteckige Gold-Stückchen werden auf einen rothen Seiden-Faden gezogen. Das ist die älteste Goldarbeit in Indien.

[578] In Indien wird wegen der Kasten-Gesetze viel Töpfer-Arbeit verbraucht. Der einheimische Branntweinladen ist leicht zu erkennen an den Haufen zerbrochener Töpfchen, da Jeder das seinige zerbricht, nachdem er ausgetrunken.

[579] Ganz ähnlich im grossen Saal zu Karnak.

[580] German beer; es ist nach Pilsener Art in Bremen gebraut, auf Schiffen des Bremer Lloyd eingeführt und kostet 1 Rupie die Flasche.

[581] Der Name soll aus dem Portugiesischen stammen, bon bahia = schöne Bay. Das ist wohl +unrichtig+. Die Inder schreiben es +Mambe+ oder auch Bambe von der Göttin Mamba Devi, deren Tempel noch vor 120 Jahren auf der jetzigen Esplanade vorhanden war. Der Maratha-Name ist Mambai, von Mahima, d. h. „die grosse Mutter“ und ist ein Name derselben Göttin, der auch noch in dem der Vorstadt +Mahim+ erhalten ist.

[582] Die Angabe von 110 Quadratkilometer in Sievers’ Asien (Leipzig 1892, S. 660) u. a. a. O. beruht auf Irrthum.

[583] Auf eine Person kommen 6_{,5} Quadratmeter; im dichtesten Theil von London 10_{,5}.

[584] Die Regierung liefert ihm nicht Chinin, sondern das billigere Cinchonin.

[585] Durch Gründerschwindel, da wegen des nordamerikanischen Bürgerkrieges die ostindische Baumwolle so begehrt war.

[586] In 28000 Häusern. 502000 waren Hindu, 158000 Mohammedaner, 48600 Parsen, 30000 eingeborene Christen, 17000 Jain und Buddhisten, 10500 Europäer, 1168 Eurasier.

[587] Natürlich mit eignem Bad, für 8 Rupien täglich, einschliesslich der Verpflegung, aber ohne Bier und Wein.

[588] Kleinhändler treiben sich auf dem Flur herum und bieten dem Fremden für den Sovereign 2 Anna mehr, als der Wechsler giebt, machen aber keine sonderlichen Geschäfte.

[589] In den „Waarenhäusern für Officiere“ (Army and Navy Cooperative-Stores for India, A. & N. Stores) werden die indischen Cigarren zu 3½ Rupien das Hundert verkauft, d. i. 5 Pfennige für das Stück. Sie sind mittelmässig. Man bekommt auch theurere, aber nicht bessere.

[590] „Geben Sie doch Elsass-Lothringen an die Franzosen,“ sagte am ersten Abend in Bombay mein zufälliger Tischnachbar, ein Brite, nachdem er meine Herkunft erkundigt. „Geben Sie,“ erwiderte ich, „Gibraltar, Malta, Cypern, Aegypten an ihre Eigenthümer, und keinen Rath an diejenigen, die ihn nicht wollen.“

[591] Vom Parsi-Theater werde ich noch sprechen.

[592] Weiter nördlich mit ihr sich kreuzt.

[593] Wir finden den Namen „+Baargeld+“ nicht so anmuthig, als er den Morgenländern erscheinen mag. Aber schon den alten Persern galt, nächst dem Lügen, das +Schuldenmachen+ für die grösste Schande. (Herodot I, 138.)

[594] Parsi, Juden, Mohammedaner sind es, welche hier Gebäude errichtet und Stiftungen zum Allgemeinwohl gemacht; aber kein einziger von den in Indien reich gewordenen Briten.

[595] Wem mein Urtheil zu strenge vorkommt, namentlich im Vergleich mit den üblichen Lobeserhebungen der Reisebücher, der vergleiche +Fergusson+ (S. 5): It is only in India that the two systems can now be seen practised side by side, -- the educated and intellectual European always failing because his principles are wrong, the feeble and uneducated native as inevitably succeeding because his principles are right. The Indian builders think only of what they are doing and how they can best produce the effect they desire. In the European system it is considered more essential that a building should be a correct +copy+ of something else than good in itself -- -- --

[596] An der Ecke zwischen Esplanade Market road und Cruikshank road.

[597] Victoria Terminus, Great Indian Peninsular Railway.

[598] Ein wohlhabender Jude, der Wohlthäter seiner armen Glaubensgenossen aus Bagdad, der Gründer grossartiger Fabriken (von Baumwollen- und Seiden-Stoffen) und Docks, der Stifter zahlreicher öffentlicher Anstalten, wie der Gewerbe-Schule und des Albert-Museum.

[599] Wo die Seeleute, Dank der Wohlthätigkeit indischer Fürsten, namentlich des von Baroda, billige und angenehme Wohnung finden.

[600] Elphinstone reclamation, Mody Bay reclamation.

[601] New-Orleans hat 1885/86 über 6 Millionen Centner ausgeführt.

[602] Gesammtwerth dieser 6 Millionen Centner 240 Millionen Mark. -- Die Baumwollen-Ernte der Erde betrug 1884 an 1600 Millionen Kilogramm = 32 Millionen Centner. Von den 1882/83 im Welthandel nachweisbaren 42 Millionen Centner stammten 32 aus den Vereinigten Staaten, 7 aus Ostindien, 2½ aus Aegypten. Für 1890 beziffert sich die +gesammte+ Baumwollengewinnung auf 2800 Millionen Kilogramm, davon entfallen auf Ostindien 552.

[603] Ein Deutscher, der grade nach Bombay kam, wurde von einem Engländer gefragt, ob er die Reise wegen Lord Hawkin’s Kampfspiel unternommen. Der Deutsche erwiederte: „Dann müsste ich verrückt sein.“ Der Engländer fragte: „Wie so?“

[604] Dieser Theil von Hornby road wird auch auf einzelnen Karten als Esplanade Market road bezeichnet.

[605] Noch vor zehn Jahren war dieser +Zwischenraum+ zwischen der englischen und der einheimischen Stadt +fast unbebaut+.

[606] An ihrer Kreuzung mit Parell road.

[607] +Zendavesta+, Vendidad V, 67 und 68. (Es spricht Ahura-mazda.) „Das ist die Reinigkeit, o Zarathustra, das Gesetz: Wer sich selbst rein hält durch gute Gedanken, Worte, Handlungen.“ Z., Jaçna, XII, 2: „Ich ergreife alle guten Gedanken, Worte und Werke.“ Und an sehr vielen anderen Stellen.

[608] Cap. 44, 45.

[609] I, 131.

[610] Geboren 1827 in Würtemberg, 1859 Professor im Poona College bei Bombay. 1868 Professor in München, † 1876.