Um die Erde: Eine Reisebeschreibung
Part 54
[316] Ich erlebte die Landung des Dampfers „Rome“ (London-Melbourne), der 200 Cajüt- und nur sechs Zwischendeck-Reisende mitbrachte.
[317] Diese Angabe des Reiseführers kann ich aus dem amtlichen Werk über die Leuchtfeuer in Indien und Australien bestätigen.
[318] Nach der Volkszählung von 1891 leben 121 Schlangenbeschwörer und 36 Gaukler in Ceylon. Es sind meist Tamilen.
[319] Naja tripudians, Cobra di capello.
[320] Sie fahren natürlich langsam. Es giebt aber auch kleine Renn-Zebu vor einsitzigem Wägelchen, die in ihrem Trab recht sonderbar aussehen. Gelenkt werden die Ochsen mit einem Strick, der an einem durch die Nasenscheidewand gezogenen Ring befestigt ist. Vor den Lastwagen der Landstrasse und an den Drehmühlen ziehen die Ochsenpaare im Joch: der Balken liegt vor dem Höcker der Thiere.
[321] Eintritt in Hindu-Tempel ist Andersgläubigen nicht gestattet.
[322] Ein lustiger Schiffsarzt hat wohl einmal des Morgens, ehe Ceylon in Sicht kam, heimlich Zimmtöl über das Verdeck gesprengt.
[323] Bark; chips. Der Ceylon-Zimmt heisst auch Canel. (Canella oder Cannella, d. h. Röhre, der Venezianer und Portugiesen.) Zimmt kommt auch aus Indien, Java, den Philippinen und China, Senegal, Brasilien, Westindien.
[324] Cinnamomum Ceylonicum, ein zur Familie der Lauraceen gehöriger immergrüner Baum.
[325] Des Abends entzündet der Diener unaufgefordert die an der Wand befindliche Gasflamme. Kerzen werden nicht verabfolgt, sie gelten für feuergefährlich. In der That gebieten die Moskito-Netze und windbewegten Vorhänge grosse Vorsicht. Das Haus ist allerdings aus Stein gebaut und mit steinerner Haupttreppe versehen.
[326] Danach wäre der Bedarf für den Kopf und Tag nur 100 Liter, etwas wenig in so heisser Gegend.
[327] Musa sapientium, ein baumartiger +Strauch+, der bis 40 kg Früchte trägt. Auf gleicher Grundfläche liefert derselbe 44 Mal so viel Nahrungsstoff als die Kartoffel und 133 Mal so viel als der Weizen.
[328] Artocarpus nobilis und integrifolia, nächst Cocus- und Palmyra-Palme der wichtigste Baum für den Singhalesen; an jedem Hause, in jedem Garten wird er gepflanzt; seine (5 bis 12 kg schweren) Früchte, Jaka genannt, nähren den Menschen, seine Blätter das Vieh; sein Stamm liefert Holz für jeden Zweck.
[329] Kaljani = glücklich. Ganga = Fluss.
[330] Gott der Weisheit, mit dem Kopf des Elephanten.
[331] Sehr oft wird der Vergleich zwischen der Pflanzenwelt von Java und der von Ceylon gezogen. Einer der besten Schriftsteller über Java, der auch Ceylon genau kennt, +Junghahn+, erklärt freimüthig, dass er solchen Kokoswald, wie auf Ceylon, weder auf Java noch auf Sumatra gesehen habe.
[332] +Häckel+ schildert, wie sein Ganymed in der Frühe jedes Tages mit der frisch eröffneten Kokosnuss erschien, aus der er ihm den kühlen Morgen-Trunk kredenzte.
[333] Bei Cosmas Indikopleustes († 550 n. Chr.) heisst es: μαλλοῖς γυναικαίοις εἰς ἅπαν ἀναδεδεμένος.
[334] Aber sie sind auch Ackerbauer und Fischer, auf dem Lande und an den Küsten.
[335] Ausserdem kommen noch in Betracht Licenz für Arrak-Verkauf (⅛), Salzsteuer, Quittungssteuer, Landverkauf.
[336] Dieser Theil war 1867 fertig, der folgende erst 1885.
[337] 205 englische Meilen im ganzen waren 1892 auf Ceylon im Betrieb und 32 Meilen südwärts von Nanu-Oya nach Haputalé in der Südprovinz Uva so weit fertiggestellt, dass die Eröffnung im Frühjahr 1893 zu erwarten stand. -- 122 Meilen für 1½ Millionen £ sind freies Eigenthum der Colonie, die Grundschuld für die andern 148 Meilen beträgt nicht viel mehr als 2 Millionen £.
[338] Also etwa 7 Pfennige für den Kilometer; oder 10 Pfennige, wenn die Rupie zu ihrem vollen Werth gerechnet wird. Das stimmt ungefähr mit unseren Schnellzugspreisen.
[339] Auf der Rückfahrt lernte ich eine thörichte Einrichtung kennen. Eine Stunde, bevor der Zug an dem Haupthaltepunkt ankommt, werden die Wagen an beiden Seiten von aussen mit einem Schlüssel fest verschlossen, -- wegen der Fahrkarten-Prüfung. Da die Fenster sehr klein sind, kann der Reisende im Unglücksfall nicht heraus, falls er nicht eine Holzaxt bei sich hat.
[340] M.-Junction.
[341] 1 Acre = 40.467 Ar, 1 Ar = 100 Quadrat-Meter.
[342] 1 Bushel = 35 Liter; 1 hl Roggen = 72 Pfund, also 2 Millionen hl Reis wohl +ungefähr+ 72000 Tonnen. (In das deutsche Reich sind 1887 eingeführt 91701 Tonnen Reis, im Werth von 15954000 Mark.)
[343] Die patriarchalische Dorfverwaltung, aus Indien entlehnt, hat seit uralter Zeit in Ceylon bestanden; die Gemeinde verwaltete sich selbst und sorgte namentlich für die Wasserläufe.
[344] Von den Portugiesen haben dies die Kandyer gelernt.
[345] Diese Zahl steht in Ferguson’s neuester Ausgabe, ist aber wohl „Zukunftsmusik“. Denn auf der Karte, die er seinem Werk beigegeben, steht deutlich zu lesen: +Letzte Statistik+: Bevölkerung 3100000. Flächeninhalt der Insel 15800000 Acres. Bebautes Land 3212310 Acres. (Reis 700000, Kokos 500000, Kaffe 38000, Thee 255000, Cinchona 9000, Natürliche Weide 100000.) -- An Kron-Land wurde verkauft (1860-1893) eine Million Acres für 2 Millionen £.
[346] Einschliesslich der Geistlichkeit. Jetzt sind +alle+ Religionen in Ceylon frei von Aufsicht und Unterstützung des Staates.
[347] Europäische Kinder sterben in Ceylon, bevor sie erwachsen sind.
[348] Regierungsbeamte im Innern müssen allerdings die Landessprache erlernen, Pflanzer können ohne einige Kenntniss der Tamil-Sprache nicht wirthschaften.
[349] Seine Begegnung mit der Fürstentochter hat sehr grosse Aehnlichkeit mit der des Odysseus und der Kirke.
[350] Zahn-Stadt.
[351] Blinde Bettler giebt es natürlich auch auf Ceylon, wie allenthalben. Aber im Ganzen fand ich den Zustand der Augen sehr gut auf dieser heissen Insel. Die ägyptische Augenentzündung, die in Calcutta und besonders in Bombay gar nicht so selten vorkommt, ist in Ceylon fast unbekannt; ein neuer Beweis zu den vielen anderen, dass Hitze und grelles Sonnenlicht nicht die Ursache der Krankheit darstellen.
[352] Nerium odorum.
[353] Maha-vali = grosse Linie.
[354] Von den Engländern so genannt, bei den Einheimischen heisst sie Tal Gaha.
[355] So genannt, weil die Blätter erfrischenden Saft enthalten für den müden Wandrer.
[356] 1 Quart = 1,145 Liter.
[357] Nicht 40, wie Häckel schon 1882 angegeben.
[358] Zu 0,9 Liter.
[359] Fahrpreis erster Classe 6 Rupien 57 Cts., für Hin- und Rückfahrt 10 Rupien.
[360] Fahrpreis 2 Rupien; für das Gepäck, das im Ochsenwagen befördert wurde 1 Rupie.
[361] Mein Reise-Aneroïd-Barometer nebst Compass (von P. Dörffel in Berlin) hat mir, namentlich bei Bergfahrten, vielfach Belehrung und -- Zerstreuung gewährt.
[362] Die Culturpalme geht bis 3000 Fuss Höhe.
[363] Agave americana. Stammt aus Amerika, hat aber zusammen mit ihrer Landsmännin, der Cactusfeige (Opuntia), das Aussehen unsrer +Mittelmeer-Landschaft+ völlig verändert.
[364] +Eine+ Pflanze sandte er an den botanischen Garten von Amsterdam. Von dem Samen dieser Pflanze stammen fast alle Kaffebäume der Erde ab, nachweislich alle in Amerika.
[365] Nach Einigen war die Pflanzung von Georg Birch bei Gampola schon ein Jahr früher eingerichtet worden.
[366] 8 Millionen Pfund 1824, 15 im Jahre 1827.
[367]
Nach England sind 1827 von Westindien 29 Mill., von Ceylon fast 2 Mill., aber 1857 „ „ 4 „ „ „ 67 Millionen Pfund Kaffe eingeführt worden.
[368] An den steilen Abhängen wurden die obersten Reihen der uralten Bäume gefällt und auf die darunter stehenden, an einer Seite eingeschnittenen gestürzt: lawinenartig setzte sich der Sturz fort bis zur Thalsohle: dann wurde der ganze, niedergelegte Urwald angezündet.
[369] Aber noch 1854 tadelt Schmarda, der 8 Monate auf der Insel verweilte, das Ueberwiegen der Speculation bei den Kaffe-Pflanzern.
[370]
1884 war die Kaffe-Ernte des Erdballs etwa:
7250000 metr. Centner (zu 100 kg) oder 1450 Millionen Pfund; davon 3891000 „ „ aus Brasilien, 907000 „ „ aus Java, 146000 „ „ aus Ceylon.
Ferguson berechnet die ganze Erzeugung von Kaffe auf:
869000 Tonnen (oder 17 Mill. Centner, im Werthe von £ 70000000); davon 128000 „ auf örtlichen Verbrauch, 740000 „ auf Ausfuhr.
[371] Ferguson berechnet die Gesammterzeugung der Erde auf 1385 Millionen Pfund Thee (also beinahe so viel wie die des Kaffe); die Ausfuhr auf 504 Millionen, den Verbrauch in China auf 800 Millionen, den in England auf 210 Millionen, den in Deutschland auf 4½ Millionen Pfund. 1885 betrug die Gesammtausfuhr von Thee etwa 380 Millionen Pfund, davon aus China 256 im Werth von 173 Millionen Mark. -- Einzelne Sachverständige behaupten, dass man nach 30 Jahren Thee aus Ceylon nicht mehr werde ausführen können. (?)
[372] Ceylon Tea Plantation Company, die 1891 an 4 Millionen Pfund Thee auf den Markt gebracht.
[373] Angeblich hat nur ein Zehntel der Pflanzer Glück gehabt. Aber England hat doch ungeheure Summen aus Ceylon gezogen.
[374] Nach Ferguson verdient der Mann 2½ bis 3½ Shilling die Woche, nach Caine 6 bis 9 Pence täglich; nach Schmarda, 1854, 9 Pence bis 1 Shilling. 50 Millionen £ sind in den letzten 50 Jahren den Einheimischen an Arbeitslohn gezahlt worden.
[375] D. h. Götterspeise.
[376] +Quina+ = Rinde, in der Inka-Sprache. 1638 wurde die Gräfin +Cinchon+, Frau des Vicekönigs von Peru, durch die Rinde vom Fieber geheilt. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gelangte das Mittel nach England, Frankreich und Deutschland. Die wirksamen Stoffe der Rinde sind die Alkaloïde Chinin und Cinchonin. Die Holländer verpflanzten 1852 die Cinchona nach Java, die Engländer 10 Jahre später nach Indien und Ceylon.
[377] Bei uns kostet jetzt, im +Einzelverkauf+, 1 Gramm 15 Pfennige.
[378] Im Mittel 5 Procent Alkaloïde. Das deutsche Arzneibuch verlangt von der China-Rinde mindestens 3,5 Procent Alkaloïde. Der jährliche Bedarf der ganzen Erde ist etwa 6 Millionen kg China-Rinde, 1881 wurden etwa 9 Millionen geerntet, das meiste stammt doch noch aus Südamerika, die Fabriken verarbeiten jährlich 4,3 Millionen kg Rinde und gewinnen daraus 86400 kg Alkaloïde oder 120000 kg Chininsulfat und entsprechende Salze.
[379] D. h. die königliche Stadt des Lichtes, -- seitdem 1610 n. Chr. die Könige von Kandy vor den Portugiesen dorthin geflüchtet waren. Man findet auch die Schreibweise Neura-ellia. Kein Wunder, dass die Engländer New Aurelia schreiben und nurélia aussprechen.
[380] Etwa 10 Rupien täglich, ohne Wein u. dgl.; bei längerem Aufenthalt 7 Rupien.
[381] Wer nicht zu Fuss gehen will, kann für 4 Rupien sich hinauftragen lassen oder für 5 Rupien auf einem Ponny hinaufreiten.
[382] Wörtlich Matten-Rippen-Fels. Der Berg bringt Pflanzen hervor, die geeignet sind zum Flechten von Matten (pedura); talla = Blattstreif oder Rippe; galla = Berg. -- Der abgekürzte Name lautet Pedro.
[383] Rhododendrum arboreum.
[384] Allerdings beherrscht der hohe Standpunkt eine Kreisfläche von etwa 150 km Halbmesser oder 300 km Durchmesser, während die grösste Breite der Insel nur 235 km beträgt. +Häckel+ hat hier oben westlich wie östlich einen Silberstreif des Meeres gesehen.
[385] Für 1 Rupie.
[386] Für 6 Rupien.
[387] Ich hatte mir natürlich auch englische machen lassen, da in englischen Gegenden fremde Sprachen nicht verstanden werden.
[388] Alsophila.
[389] Mimosa pudica.
[390] Vgl. seine indischen Reisebriefe S. 339.
[391] S. 231.
[392] Kadi, Kari, Kuri ist saure Milch, mit Reis gesotten. Hieraus haben die Engländer +curry+ gemacht.
[393] Sweet and hot.
[394] Wörtlich: des Glückes Fusstapfen. Der Adams-Pik heisst in Pali Sumanakuta = Götterberg, der neuere Name ist Samanella.
[395] Ausser -- Freitags! Die Fahrt dauert eine Stunde, die Entfernung beträgt 22 englische Meilen.
[396] Rest-house.
[397] Auch für die Rast unter dem schattigen Dach muss besonders bezahlt werden, allerdings nicht viel, etwa ½ Rupie.
[398] Matale-Anaradhapura, 30 Rupien für Hin- und Rückfahrt.
[399] Die indische Tonga ist zweirädrig.
[400] Semnopithecus, Wanderu. (Singhalesisch Wandura.)
[401] Durch Schlangenbiss und wilde Thiere sterben in Ceylon jährlich 150 Menschen.
[402] Derselbe hat grosse Verdienste nicht bloss um die Alterthümer, sondern auch um die Wiederherstellung der Bewässerung, Anpflanzung von Palmen und Reisfeldern, den Bau von Krankenhäusern u. dgl.
[403] E. Tournour, The Mahawanso, Ceylon 1837. L. C. Wijesingha, The Mahavansa, part II, Colombo 1889. Wie man sieht, wird der Titel etwas verschieden mit europäischen Buchstaben geschrieben.
[404] D. h. Victor, der Siegreiche.
[405] Anurádha war der Schwager des zweiten Königs Panduwása. Pura heisst Grossstadt. Tennent, unsre Hauptquelle, schreibt Anarajapoora.
[406] Es gab Krankenhäuser für Menschen und Thiere, öffentliche Gärten, Strassenreinigung, Begräbnissplätze.
[407] Gam oder gramma = Stadt.
[408] Jetzt 9598, nach der Volkszählung von 1891.
[409] 769 n. Chr. wurde der Herrschersitz südwärts verlegt nach Pollanarus. Diese Stadt blühte besonders im 12. Jahrhundert und sank dann gleichfalls in Ruinen.
[410] Aehnliches gilt von einigen Städten der Ureinwohner von Central-Amerika.
[411] Die grosse Pyramide von Gizeh enthält 2½ Millionen Cubikmeter, also über 67½ Millionen Cubikfuss.
[412] Dies scheint mir vom baukünstlerischen Standpunkt vernünftiger, als wenn ein Ptolemäer den Riesen-Obelisk des grossen Thutmes auf vier -- +Krabben+ aus Bronze stellt. Der Beobachter (im Centralpark zu New-York, wohin dies Wunderwerk verschlagen ward,) befürchtet fast, den Zusammenkrach zu hören und zu sehen.
[413] Im Pâli +hanza+, also derselbe Stamm, wie im Griechischen, Lateinischen, Deutschen und den daraus abgeleiteten Sprachen. Die Buddhisten nahmen an, dass die Wanderzüge der Gänse nach dem heiligen See von Manasa (in ihrem mythischen Himalaya) sich erstrecken.
[414] Nach Fergusson wäre es der rechte Backenknochen (yaw bone).
[415] Hauptquellen für diese Alterthümer sind neben Burrows und den kurzen Mittheilungen, die Herr Bell bisher gemacht hat, noch immer +Tennent+ und J. +Fergusson+, Verfasser von Indian Architecture. Fergusson war nie auf Ceylon, er tadelt Tennent, wirft der Regierung Gleichgiltigkeit gegen die Alterthümer vor und verspottet unsern Landsmann Dr. +Goldschmidt+, der die +Inschriften+ studire: offenbar kann er deren Werth nicht würdigen.
[416] Wie der unvollendete Obelisk im Steinbruch bei Assuan in Oberägypten.
[417] Vom Führer als Tränke bezeichnet; doch wird man damals, wie heute, Elephanten und Ochsen in Teichen getränkt haben.
[418] +Giants Tank.+ Aber auf Ferguson’s Karte heisst so ein Teich nahe der Nordwestküste von Ceylon.
[419] Ich sage +vielleicht+, da Herodot in der Beschreibung des Moeris-See’s wahrscheinlich sich getäuscht hat, indem er den Fayum zur Ueberschwemmungszeit besuchte.
[420] Tennent sah, vor 40 Jahren, einen Knaben, der geradlinig von einem der Begleiter des heiligen Bo-Baumes abstammte. Er hatte den Titel „Prinz des Löwen und der Sonne“. Gegen diesen Stammbaum verschwinden die des europäischen Adels.
[421] Preis des Telegramms in Ceylon: a) dringend, 1 Rup. 60 Cts., b) gewöhnlich, 80 Cts., c) aufschiebbar, 40 Cts., für acht Wörter. Jedes Zusatzwort noch 20, 10, 5 Cts. Adresse frei. Ich wählte b). -- Es giebt 1550 engl. Meilen Telegraphen-Draht in Ceylon.
[422] Hindu-Schreiber.
[423] In ganz Ostasien, von Hongkong bis Bombay, sind die Gasthäuser schlecht. Es fehlt der Wettbewerb. Auch gehört viel Geld dazu, so grosse Häuser, wie die in Colombo, Calcutta, Bombay, zu errichten und zu unterhalten.
[424] Die Hauptzeit dauert vom 20. Dezember bis 10. Januar; da kommt jeder in Bengal lebende Engländer nach Calcutta; da sind die Bälle und Empfänge des Vice-Königs und der Vornehmen.
[425]
+Silbermünzen+: 1 Rupie (= 16 Annas), eigentlich 2 sh, wirklich 1 sh 2½ d, etwa 130 Pfennige.
½ Rupie = 8 Annas (65 Pfennige).
¼ Rupie = 4 Annas (32½ Pfennige).
⅛ Rupie = 2 Annas (16 Pfennige, ein bequemes +Trinkgeld+).
+Kupfermünzen+: ½ Anna = 4 Pfennige.
¼ Anna = 1 paisá, englisch pice, 2 Pfennige, ein +Almosen+.
1 Anna = 4 pices = 12 pies. (Für die Armuth des Landes spricht der Umstand, dass in manchen einheimischen Märkten die Anna in 912 Theile -- Kauri -- getheilt wird!)
[426] Wörtlich Schnee-Palast; vom Sanskritischen +hima+ = Frost oder Schnee und álaya = Wohnung. Der erstgenannte Stamm ist auch im Griechischen und Lateinischen vorhanden. (χεῖμα, hiems = Winter.)
[427] In engerem Sinne bedeutet Dekkan das Hochland zwischen den beiden Flüssen, Narbada, der ungefähr unter 21° nördl. Br. in das arabische Meer (den Golf von Cambay) fliesst, und Krishna oder Kistna, der ungefähr unter 16° nördl. Br. in das Meer von Bengalen sich ergiesst.
[428] Treppengebirge, von ghát = Landungstreppe.
[429] Burma mit 7½ Mill. Einwohnern gehört jetzt mit zum Kaiserreich Indien.
[430] 1 Acre = 40,5 Ar; 1 Ar = 100 Quadratmeter.
[431] Die Eintheilung ist üblich, aber nicht folgerichtig. Die Mohammedaner sind nicht ein besonderer Stamm.
[432] Vom portugiesischen +casta+, Geschlecht; Uebersetzung des indischen +dschâti+, Stand.
[433] d. i. Vihara = Kloster.
[434] Ueber 50 Procent Hindu, 39 Procent Mohammedaner, ferner Christen, Juden, Parsi u. s. w. 1881 waren unter 684000 Einwohnern 428000 Hindu, 221000 Mohammedaner, 30000 Christen und, nach der Nationalität, 7000 Europäer.
[435] Der jetzige Tempel mit seiner Treppe (ghat) heisst Kali-ghat und liegt einige englische Meilen südlich von der Stadt am Ufer von Tolly’s Nulla (Nalla). Er ist vor etwa 300 Jahren von einer reichen Hindu-Familie erbaut und mit einer Landschenkung ausgerüstet und wird von wohlhabenden Priestern, den Nachkommen der Gründer, verwaltet. Es ist der einzige Ort in Calcutta für den öffentlichen Gottesdienst der Hindu; wiewohl in jedem Haus ein Altar für den Familien-Gott sich vorfindet. Kali, „die schwarze“, ist eine grausame Göttin, die Pest und Hungersnoth sendet und nur durch Blutopfer besänftigt wird. Gewöhnlich werden Ziegen geopfert: aber, wie in alten Tagen, so wurden auch noch 1866, während der schrecklichen Hungersnoth, Menschenköpfe, mit Blumen bedeckt, vor ihrem Altar gefunden. Und sogar noch 1893 ist ihr in der Nähe von Calcutta ein Menschenopfer dargebracht worden. -- Die Schreibweise Kalkutta mag richtiger sein.
[436] Das Gebäude ist nicht mehr vorhanden; der Eingang lag in einer Gasse hinter dem jetzigen Postgebäude; 1884 wurde der Ort mit einem schönen Steinpflaster versehen.
[437] Ich verschmähte denselben und fand weit besser meinen weichen, hellgrauen, breitkrämpigen Filzhut, den ich schon in Oberägypten erprobt hatte.
[438] +Babu+ heisst Herr auf hindostanisch und bedeutet einen Inder, der englisch lesen und schreiben kann. Die Babu sind das halbgebildete, neuerungssüchtige, unzufriedene Element in Indien. Europäer in Indien werden mit dem arabischen Wort für Herr, +Sahib+, angeredet.
[439] Am ersten Tag in Calcutta entnahm ich Geld auf meinen Creditbrief in der Chartered bank of India, Australia, China. Ich erhielt 74 Zehnrupienscheine der Regierung und 54 Silberrupien in einem Beutelchen. (50 £ = 794 R.) +Mit 58 £ bin ich in 33 Tagen sehr bequem durch Indien gekommen.+ Es ist eine unsinnige Behauptung, dass man täglich 5 £ braucht.
[440] Sprich Tanjor.
[441] Jute, Calcutta-Hanf, die Bastfaser von Corchorus, 1,5 bis 2,5 Meter lang, besonders seit dem Krimkriege, während dessen der russische Flachs und Hanf nicht nach England kamen, eingeführt. (Der Name Jute stammt aus Orissa.) 1890/91 wurden aus Indien ausgeführt an Jute 12 Millionen Centner (Rx 7½ Millionen), an Jutesäcken für Rx 2½ Millionen.
[442] Rx = 10 Rupien, ein durch den schwankenden Silberpreis neuerdings eingeführtes Zeichen, während früher Rx = £ gewesen.
[443] Auch Steinöl ist vorhanden, in Punjab, in Assam, aber weder lohnend, noch ausreichend, so dass Indien angewiesen ist auf Einfuhren aus Amerika und aus Russland, die hier mittwegs sich begegnen.
[444] Rx 8 Millionen, also fast ¼ der ganzen Steuern. (35½ Millionen.) Folglich zahlt die ärmste Familie von vier Personen der Regierung an Salz-Steuer jährlich 2⅓ Shilling oder den Lohn einer Woche und mehr.
[445] Adamas, griechisch, der unzerbrechliche.
[446] Vergleiche meine Arbeit: Ueber die Ergebnisse der Magnetoperation in der Augenheilkunde, in A. v. Graefe’s Archiv, Band XXXV, 1890.
[447] Im Norden der Centralprovinz.
[448] +Fergusson+ verficht mit Eifer die Ansicht, dass „allenthalben unterhalb des Buddha-Glaubens eine Lage von Schlangen- und Baumdienst gefunden wird“, dass hauptsächlich nur die alten Ureinwohner, die Schlangen und Bäume verehrten, den Buddha-Glauben angenommen haben.
[449] Der +sachverständige+ Prinz Waldemar von Preussen beschreibt es folgendermaassen: „Es bildet ein achtseitiges Vauban’sches Polygon, dessen fünf Landseiten bastionirt, dagegen die drei dem Hugli zugekehrten +tenaillirt+ sind, d. h. abwechselnd ein- und ausspringende Winkel bilden.“
[450] Für 1 R.
[451] Die Wasserleitung Calcutta’s schöpft aus dem Ganges.
[452] Die der Wirth für 2 Annas d. h. etwa 16 Pfennige liefert, mein Landsmann aber auf den Werth von 1 Annas abschätzt.
[453] Für 2-4 R.
[454] 1891 wurden im Mayo-Krankenhaus 176 Fälle von Cholera aufgenommen, von denen 105 tödlich endigten.
[455] Schon die alten Griechen waren im Zwiespalt, die Einen leiten das Wort von χολή (chole) „die Galle“, die Anderen von χολάς (cholas) „Dünndarm“ ab. Bei den späteren Griechen bedeutet dasselbe Wort eine Dachrinne.
[456] Vgl. Reports on the epidemic cholera, Bombay 1819.
[457] Unter dem Namen Bisúchika, während in einer Sanskrit-Handschrift aus dem 17. Jahrhundert der Name Haidsa auftritt.
[458] In Berlin sind in den 15 Epidemien von 1831 bis 1873 im Ganzen 18916 Menschen an Cholera verstorben.
[459] Den Koffer liess ich im Gasthaus. Calcutta-Darjeeling, 378 englische Meilen in 24 Stunden, also durchschnittlich nur 25 Kilometer in der Stunde. Fahrpreis erster Classe 50 Rupien, wovon 20 auf die letzten 50 Meilen (privater Gebirgsbahn) entfallen. Die erste Classe kostet in Indien höchstens 1 anna 6 pies für die Meile (oder etwa 8 Pfennige für den Kilometer), ungefähr wie bei uns, die zweite die Hälfte, die dritte den sechsten Theil. Hin- und Rückfahrtskarte kostet 1⅓ der Hinfahrt, ungefähr wie bei uns. Madras-Zeit gilt auf allen Bahnen. Auf grösseren Halteplätzen zeigt eine Uhr die Madras- oder Eisenbahnzeit, eine zweite die Ortszeit, und zwar recht deutlich.
[460] Der Ganges ist 2500 Kilometer lang und hat ein Gebiet von 1 Million Quadratkilometer. Zu Rajmahal in Bengalen, noch 640 Kilometer von der Mündung, ist er 1500 Meter breit, und entsendet während der Hochfluth 1800000 Cubikfuss in der Secunde, sonst 207000. Die Dauer der Hochfluth beträgt 40 Tage. (Die grösste Entladung des Mississippi beträgt 1200000 Cubikfuss.) Der Innenhandel von und nach Calcutta auf dem Ganges und seinen Nebenflüssen und Canälen beträgt jährlich 400 Millionen Rupien, davon 153 auf einheimischen Böten. 1876 wurden deren zu Hugli 124000 registrirt.
[461] Nicht weniger als fünf verschiedene Spurweiten sind auf indischen Eisenbahnen zu finden, was vom Standpunkt der Landesvertheidigung seltsam erscheint. Die grösste ist auf der Strecke Calcutta-Delhi, nämlich 66 Zoll, 9½ Zoll mehr, als bei uns. (Die kleinen Spurweiten sind billiger, aber weniger haltbar.)
[462] Auch Nepal oder Nipal geschrieben.
[463] Ponny und Führer 6 Rupien.
[464] In Deutschland 43156 Kilometer (dazu 2487 Kilometer Industrie-Bahnen); in England 32304 Kilometer.
[465] 1881 musste Professor Reulaux im Fährboot über den Ganges setzen.
[466] Natürlich besser, als +Rasthäuser+ (Dak Bungalow): auf letztere war ich nur zwei Mal angewiesen, in Ahmedabad und bei Ellora, in einheimischen Schutzstaaten, wo überhaupt noch keine Gasthäuser für Europäer errichtet sind.
[467] Nelumbium speciosum, indische Teichrose, Nil-lilie, die heilige Padena-Pflanze der Inder.
[468] 2 Rupien für den Tag.
[469] 6 „ „ „ „.
[470] Für 2 bis 3 Rupien.