Um die Erde: Eine Reisebeschreibung

Part 53

Chapter 533,520 wordsPublic domain

[181] Oder in Familien, die eine besondere +Erlaubniss+ dazu erhalten haben.

[182] Auch eine +allgemein wissenschaftliche Zeitschrift+ „Von West nach Ost“ ist neuerdings von Japanern herausgegeben worden, jedoch nicht lange: „In Deutschland ist die Hauptquelle des Stromes der Wissenschaft unserer Tage zu suchen.“ So lautete ein Satz in dieser Zeitschrift.

[183] Er hat eine verschluckte Zahnbürste aus dem Magen durch Schnitt +erfolgreich+ entfernt. -- Die japanische Zahnbürste (Yoji) ist ein Weidenstäbchen, an einem Ende durch zolltiefe Einschnitte in einen steifen Faserpinsel umgewandelt; kostet etwa 1½ Pfennig und ist ein Werkzeug, das +jeder+ Japaner ohne Ausnahme anwendet, so allgemein, wie kein anderes Volk der Erde.

[184] Die Krankenpflegerinnen machen einen sehr günstigen Eindruck, obwohl sie in ihren Mussestunden -- mit +Puppen+ spielen, wie manche erwachsene Japanerin.

[185] Der in der ersten Hauptstadt ist unzugänglich, den in der zweiten (älteren) Hauptstadt Kyoto befindlichen konnte ich in Augenschein nehmen.

[186] Trotz der japanischen Reinlichkeit ist Lungenschwindsucht recht häufig, besonders bei den höheren Classen und Gelehrten, die mehr im Hause leben. Möglich, dass die Matten hier eine wichtige Rolle in der Uebertragung der Keime spielen.

[187] On Leprosy by Masana Goto, Cooper Med. College, San Francisco, in the +Sei-J-Kwai+ Medical Journal, Tôkyô, Mai 1888.

[188] Am Abend meines Ankunftstages (13. September 1892) fand ein kleines statt. -- Wegen der Erdbeben sind die japanischen Häuser meist aus Holz.

[189] 1826-1830.

[190] Vgl. meine Darstellung in der deutsch. med. Wochenschr. 1893.

[191] Geschichte und Beschreibung von Japan, Lemgo 1777, Vorrede. -- Vgl. ferner Things Japanese, S. 242-244.

[192] Er hat neuerdings dort ein +Denkmal+ erhalten.

[193] 1775 kam ein schwedischer Arzt und Naturforscher, +Thunberg+, welcher um die +Flora+ Japan’s die grössten Verdienste sich erworben hat.

[194] +Kämpfer+, +v. Sieboldt+ und +Rein+ (Prof. in Marburg und Bonn, Verfasser von +Japan+, Leipzig 1881-1886, zwei Bände) sind die drei Männer, denen die Welt das Meiste über Japan verdankt. Bezüglich der Sprache, Literatur, Götter- und Sagenlehre, Kunst, sind auch einige Engländer und Franzosen (Satow, Chamberlain, Anderson, Gonse) rühmend zu erwähnen.

[195] Der Shogun, sehr zufrieden mit seiner Behandlung, forderte ihn auf, eine Belohnung zu verlangen. „Möge es Ew. Hoheit belieben, dass ich +ein+ Auge wiedererlange.“ -- Der Shogun schenkte ihm ein Haus in der +Ein Auge-Strasse+ in Yedo.

[196] Amma-San = Knet-Herr.

[197] Etwa 50 Procent der Blindheit war durch Pockenkrankheit bedingt. (35 Procent in Europa, vor Einführung der Schutzpockenimpfung. Vgl. meine Mittheilung. Berliner klin. Wochenschr., 1873, No. 5). -- Nach der Volkszählung vom Jahre 1875 waren in Japan unter 33110825 Einwohnern 101587 blind, taub, oder verkrüppelt; es ist wahrscheinlich, dass die meisten +blind+ waren.

[198] Heirath zwischen +zwei+ Blinden war streng verboten.

[199] Es giebt auch sehr billige. Sie rufen: „Amma kami shimo ni-ju-shi mon!“ „Kneten von oben bis unten für 1½ Pfennige!“

[200] Ich habe +thatsächlich+ gehört, als ich hier in Berlin vor etlichen Jahren einem Knaben den Blasenwurm aus dem Augeninnern durch Schnitt entfernt hatte, dass von der Mutter vorher ein -- +Geist+ befragt worden sei und meinen Plan gebilligt habe.

[201] Zur Zeit der Revolution sind allerdings einige Europäer angegriffen und getödtet worden, namentlich solche, die nicht den grossen Fürsten, wie das Landesgesetz es gebot, auf der Landstrasse Platz machten. -- Von der Verwundung des russischen Thronfolgers werde ich noch sprechen.

[202] Ich fand auch amerikanische Damen, die ohne Führer und ohne Kenntniss der Sprache allein reisten, ohne je einen Grund zur Klage zu finden.

[203] Naku-sen-do, Zwischenberg-Strasse, 132 ri lang, führte quer durch das Land über die Gebirgspässe von Kyoto nach Yedo und stammt aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. -- Ausserdem gab es noch eine nördliche Landstrasse (Hokurokudo).

[204] Angeblich auch in China. -- Von den Holländern wurde der Sport im Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa gebracht, nach England und Frankreich verpflanzt, und wird in Holland gelegentlich noch heute geübt.

[205] Franz Xavier gab der Stadt 90000 Häuser und 450000 Seelen.

[206] Kyoto hat 975 Buddha-, 93 Shinto-Tempel, und zusammen mit der nächsten Umgebung gegen 3000 Tempel.

[207] Die meisten Deutschen, deren Reisebeschreibungen ich gelesen, wohnten auf dem Hügel, im +Yaami-Hotel+.

[208] Also weniger weit und höher, im Ganzen schlanker, als bei uns, wo die grösste Weite das 15fache, die Höhe (aussen schräg an der Glocke gemessen) das 12fache der Metallstärke am Schlagring beträgt. Unsere grösste, +die Kaiserglocke im Dom zu Köln+ (1875), ist 3,25 m hoch und 26250 kg schwer; also bedeutend kleiner als die zu Kyoto. Grösser, aber nie benutzt ist +Zar-Kolokol+ zu Moskau (5,8 m hoch, 200000 kg schwer); und eine eiserne zu Peking vom Jahre 1403: 4,5 m hoch und 65000 kg schwer.

[209] Ich sah ein grosses japanisches Gemälde, welches Feuersbrunst im kaiserlichen Palast und Gewühl der Fliehenden darstellte.

[210] 1 Acre = 40½ Ar, 1 Ar = 100 Quadratmeter.

[211] Kyoto ist berühmt durch seine Brocate, Damaste, Seiden- und Sammtgewebe. 18000 Seidenweber in Kyoto und Umgebung schaffen jährlich für 20 Millionen Yen Gewebe. 1888 führte Japan für 28 Millionen Yen Rohseide aus und für 1600000 Yen Seidengewebe.

[212] Jugendliche Globetrotter haben die Aufwärterinnen der Theehäuser als ausnehmend frech beschrieben. Ich habe das nicht beobachtet. Als wir nahten, verneigten sich die am Eingang stehenden Mädchen und riefen: „Ruhen Sie aus, meine Herren, unter dem Dach dieses niedrigen Hauses. Sie dürften erschöpft sein von der langen Reise.“ So übersetzten es mir meine jungen Freunde.

[213] 1½ ri, d. h. 3¾ englische Meilen oder 6,75 km nördlich von Otsu.

[214] Weit besser, als die der berühmten Bittschriften-Linde +Friedrichs des Grossen+ neben dem Stadt-Schloss zu Potsdam, deren Lehm-Ausschmierung recht armselig aussieht.

[215] Rein I, 527.

[216] Hidari heisst Link-Hand. Dieser Name erklärt sich selber, hat aber Veranlassung zu einer artigen Sage gegeben. Des Künstlers Fürst musste seinen Feinden die eigene Tochter opfern. Da schlug der Bildhauer seiner lebenden Galatea den Kopf ab und sandte ihn den Feinden als das Haupt der Fürstentochter. Aber ein treuer Diener des Fürsten, überzeugt, dass der Bildhauer wirklich die Tochter seines Herrn getödtet, schlug ergrimmt dem Künstler die rechte Hand ab.

[217] D. h. wahre Worte.

[218] Der Lackbaum (Rhus vernicifera, Urushi-no-ki) wird im Hochsommer angeritzt, der Rohlack ausgekratzt, geklärt, eingedampft, mit Oel, Zinnober, Eisenoxyd u. A. versetzt. Die Lackindustrie kam von China nach Japan. Hier hat sie erst in der Mitte des 17. Jahrhundert ihre hohe Blüthe erreicht. Jetzt wird für die Ausfuhr billige Dutzendwaare angefertigt, aber es giebt auch heute noch vorzügliche Goldlackarbeiter. Werth der Ausfuhr von Lackwaaren (1888) gegen 600000 Yen. -- Japan’s Lackindustrie hat in +Rein’s+ Werk ihre +klassische+ Beschreibung gefunden.

[219] In Ostindien sieht man nur die +einbuckligen+ Dromedare, deren Heimath Arabien, während ihr Verbreitungsgebiet nach Nordafrika und Westasien hinüberreicht. -- Das +zweibucklige+ Trampelthier stammt aus den mongolischen Steppen (und aus China). Unser Künstler dürfte in Japan weder einen Elephanten noch ein Trampelthier gesehen, sondern diese Thiere nach chinesischen Vorbildern entworfen haben.

[220] Diese +Reisen der Götter+ erinnern an +altägyptische+ Gebräuche: wiederholt ist in den Inschriften des Horus-Tempels zu Edfu von Besuchen die Rede, welche das Bild des Gottes von Edfu dem der Göttin Hathor von Dendera machte, und umgekehrt.

[221] Ich kenne so manche nervöse Dame in unseren Gegenden, welche behauptet, Nachts nicht schlafen zu können, wenn sie spät Abends eine Tasse Thee genommen.

[222] Die Japaner halten Leuchtkäfer in Gazekästchen an der Wand der Häuschen und erfreuen sich Abends an dem milden Glanz der Thiere.

[223] Berg der grossen See-Bucht, O-ye-no-saka.

[224] Privatleute dürfen in Japan Fremde nicht beherbergen.

[225] Im Peloponnes giebt es neue Bettwäsche und neueste. Da ich ein wenig Neugriechisch vorher gelernt, liess ich jedes Mal vor meinen Augen die neue abziehen und neueste anlegen.

[226] Die Architrave des Mittelgangs im Säulensaal von Seti I zu Karnak sind 9 m lang, sie messen 31 cbm und wiegen 65 Tonnen. Aber die gewöhnlichen Bausteine der Aegypter sind 0,80 bis 1,20 m hoch, 1 bis 2,50 m lang und 0,5 bis 1,80 m dick. (Allerdings, der nach London gebrachte +Obelisk+ wiegt 186 Tonnen, zehn Mal so viel, als der grösste Stein zu Stonehenge. Die Pompejus-Säule zu Alexandrien wird auf 300, die Steinbildsäule von Ramses II zu Memphis gleichfalls auf 300 Tonnen geschätzt.) -- Ich bat meine Freunde um genauere Messung der grössten Bausteine des Schlosses von Osaka und erhielt brieflich die folgenden Zahlen, die Herr Stabsarzt +Egutzi+ festgestellt hat:

+Höhe+: +Länge+: +Dicke:+

I. Stein 4,70 Meter 14,50 Meter Die Dicke jedes Steines ist II. „ 4,50 „ 13,00 „ etwa doppelt so gross, wie die III. „ 5,00 „ 10,70 „ Höhe; kann aber nicht genau IV. „ 5,00 „ 10,50 „ gemessen werden, weil jeder V. „ 3,60 „ 11,00 „ Stein allseitig von anderen umgeben ist.

[227] So ist es immer. Als ich einst durch die nächtlich dunklen Strassen von Tunis schritt, sagte mein Führer, er möchte einmal, ehe er sterbe, eine Stadt in Europa sehen, welche die ganze Nacht hindurch künstlich erleuchtet ist.

[228] The pictorial Arts of Japan, by William Anderson, London 1886, Sampson Low & Co.

[229] Schildkröte und Goldfische tummelten sich in den Wellen, als Gott Shiwa in einer Lotusknospe über den Wassern waltete.

[230] Die chinesischen Schriftzeichen sind stylisirte Wortbilder oder Hieroglyphen. Zu dem eigentlichen Zeichen (+Radical+) kommt noch eine Hinzufügung bezüglich der +Aussprache+ und der dadurch bedingten Sonderbedeutung (+Phonetic+), -- gerade wie die alten Aegypter dem Wortbild (Hieroglyph) noch ein Deutzeichen (Determinativ) beifügten. Die Chinesen und Japaner schreiben von oben nach unten in senkrechten Reihen, die von rechts nach links auf einander folgen; und zwar mit Tusche und Pinsel auf Papier.

[231] +Kata Seite+ oder Hälfte, Kari entlehnen, na Name.

[232] Kobe heisst Götter-Thor, Hiogo aber Waffen-Platz.

[233] Das Wort ist hindostanisch.

[234] Die Fahrt ist auch sehr billig, 150 Mark für 6 Tage = 25 für den Tag. (Auf dem atlantischen Ocean 50, dem stillen Ocean 62, dem indischen 32, Bombay-Triest 36.) -- Vancouver-Yokohama 4283 Seemeilen für 800 Mark; Kobe-Hongkong 1367 Seemeilen für 150 Mark, oder ⅓ des Weges für weniger als ⅕ des Preises.

[235] 1881-1885 (nach Rein):

Yokohama Kobe-Osaka Nagasaki Hakodate Ausfuhr: 69 Procent 20 Procent 9,3 Procent 1,7 Procent. Einfuhr: 67,5 „ 28,8 „ 3,4 „ 0,3 „ .

[236] „Vorinselchen“, für die Portugiesen künstlich geschaffen.

[237] „In dieser Dienstbarkeit haben wir uns viele beschimpfende Einschränkungen von den stolzen Heiden gefallen lassen müssen.“ Kämpfer.

[238] Marco Polo hat glühende Schilderungen von dem Gold-Reichthum Cipangu’s entworfen. Die Holländer führten noch reichlich Gold und Silber aus. Aber jetzt sind die Minen erschöpft. Nur Kupfer und Antimon sind reichlich vorhanden, sowie Eisen und Kohle.

[239] Man +schreibt+, wie oben, und spricht +Nangasaki+.

[240] Der Anblick eines nackten Oberkörpers macht auf den Japaner keinen Eindruck. Er ist uns darin überlegen. In den öffentlichen Badehäusern kam nie etwas Unziemliches vor. Jetzt hat die Regierung eine Bretterwand zur Trennung der Geschlechter gezogen. Sie hat auch den zimperlichen Gattinnen englischer Baumwollenstoffhändler nachgegeben und die Wagenmänner bekleidet, die früher nur ihre Tätowirung trugen.

[241] Trunkenheit kommt wohl vor, da die Japaner nicht viel vertragen. Einmal sah ich einen stark angeheiterten Bauern auf dem Bahnhof zu Tokyo. Der Polizist ersuchte ihn höflich, sein Räuschchen auszuschlafen.

[242] Zum Glück hatte ich +Müller’s+ kosmische Physik in meinem Koffer, ein Buch, das mir auch sonst gute Dienste leistete. Es giebt Reisende, die stets das Buch ihres Nächsten begehren. Stumm reichte ich ihnen den Müller, -- um sofort unbehelligt zu bleiben.

[243] Arabisch = Jahreszeit.

[244] +Chinesisch+ = grosser Wind. Typhon ist eine lächerliche Schreibweise. Mit dem Riesen Typhon der griechischen Sage hat das Wort ebensowenig etwas zu schaffen, als -- +Orkan+ mit Orcus. Das Wort Orkan stammt aus Westindien.

[245] Auf keiner andern Linie in Asien ist so gutes Essen, ist ein Glas Pilsener für 25 Pfennige zu haben, sowie eine rauchbare Cigarre für so mässigen Preis. Ich bedaure, dass der norddeutsche Lloyd nicht zwei Mal im Monat fährt, wie die andern Linien; dann wird er bald im Wettbewerbe siegen.

[246] Odyssee, V, 279. οἴη δ’ἄμμορός ἐστι λοετρῶν Ὠκεανοῖο.

[247]

Kobe-Hongkong 1367 Kobe-Nagasaki 391 --------------------------------- Nagasaki-Hongkong 976 See-Meilen.

[248] Hier sind bedeutende Docks angelegt.

[249] Die Hauptlinie geht von Bremen bis Hongkong und Shangai, von Hongkong aus fahren kleine Dampfer nach Japan und zurück.

[250] Chinesisch: Heung-kong, d. i. duftender Fluss. Vgl. A Guide to H., W. Brewer (1892.)

[251] Nach anderen Angaben 79.

[252] Die Ly-ee-moon Meeresenge zwischen Hongkong und Cawloon ist nur ½ englische Meile, also kaum 1 km breit.

[253] Die ganze Insel hatte 1891 an 221441 Einwohner, also 2800 auf den Quadratkilometer; der grösste Theil entfällt auf die Stadt Victoria.

[254] Der letzte erfolgte auf dieser Fahrt vor 14 Jahren.

[255] Ein Glas Sherry und zwei Glas Bier zum Mittagsmahl sind einbegriffen.

[256] „No hab got eyes, no can go“ („Wer keine Augen hat, kann nicht gehen.“) Dies ist die Geschäftssprache. (Pidgin English = +business+ English).

[257] Der Mann ist auf Arbeit den Tag über abwesend, -- nicht aber, wie es in manchen Reisebeschreibungen heisst, „auf der Bärenhaut liegend und mit Opium-Rauchen beschäftigt.“

[258] Daher der Name Canton.

[259] Wir kennen es nur als Verbannungsort des Dichters der Lusiaden, Camoëns, und als Namen eines Hazardspieles. In der That wimmelt +Macao+ von chinesischen Spielhöhlen, wo auch die goldne Jugend von Hongkong dem Laster fröhnt, das auf englischem Gebiet nicht geduldet wird.

[260] = Very.

[261] Das sogenannte Reispapier wird aus dem Mark eines Strauches (Aralia papyrifera) bereitet.

[262] Mandarin stammt aus dem indischen +mantrin+ = Rathgeber. Das chinesische Wort heisst +Kuan+. Es giebt neun Rangstufen und drei literarische Grade. (Candidat, Doctor, Professor.)

[263] Im Mittelalter bettelten bei uns auf dem Lande die Aussätzigen gleichfalls mit einem Beutelchen an langer Stange; sie mussten aber noch eine Glocke tragen, um vor Annäherung zu warnen. Und dabei ist die Ansteckungsfähigkeit des Aussatzes (Lepra) so gering.

[264] Vgl. Report of the medical Missionary Society in China for the year 1889. Hongkong 1890. Die Berichte für 1890 und 1891 sind bezüglich der Operationserfolge zu schweigsam, als dass man sie kritisch verwerthen könnte.

[265] Von den Missions-Doctor-Fräuleins heisst es S. 6: to minister like angels.... with laurels on her brow.

[266] Durch optische Täuschung scheinen die Häuser, Kirchen, Signal-Stangen ganz schief. Man muss den Kopf stark nach vorn neigen, um sie wieder senkrecht zu sehen.

[267] Gap = Kluft, zwischen den höchsten Spitzen.

[268] Ich habe mir eine kleine Sammlung der Silbermünzen Ostasiens mit- und in einem Kästchen untergebracht. Links liegt die Rupie Ostindiens, rechts der Yen Japans, jedes von beiden umgeben von dem entsprechenden Kleingeld. In der Mitte befindet sich die einzige Silbermünze Chinas, das 1/10 Dollar-Stück (7,_{2} candareen) aus der Münze von Canton.

[269] General-Consul des deutschen Reiches für Canton; z. Z. in Stellvertretung, für Hongkong.

[270] Dieser Teich versorgt übrigens nur den oberen und hinteren Theil der Insel.

[271] Ein Gramm Papayotin löst 200 Gramm Eiweiss (Faserstoff) und verwandelt es in Pepton, d. i. gelöstes, zur Aufnahme in die Saftcanäle des Verdauungsschlauches geeignetes Eiweiss.

[272] Nachdem ich in Vancouver die ersten Alarm-Nachrichten über das Wüthen der Krankheit in Hamburg gelesen, hatte ich in Japan grosse Mühe aus den spärlichen Nachrichten der englischen und japanischen Zeitungen (die Depeschen von Europa nach Japan sind zu theuer für die Zeitungen!) und der deutschen Consuln und Kaufleute mir ein vollständiges Bild zu machen.

[273] Zwei Vorlesungen von J. H. Berlin 1882.

[274] Davon der Name +China+. Die Chinesen selber nennen ihr Land +Tschung Kue+, Reich der Mitte, die Tataren aber Katâi. -- Der zweite Kaiser dieser Dynastie, Tsching-wang, +soll+ die Zerstörung aller Bücher, die damals auf Holztafeln geschrieben wurden, mit Ausnahme derer über Ackerbau und Heilkunde, geboten und durchgesetzt und dadurch eine Lücke in die Ueberlieferung der chinesischen Klassiker gerissen haben.

[275] Confucianism and Taouism. By Prof. R. K. Douglas, London, 1879.

[276] „Wenn ich die eine Ecke des Gegenstandes zeige, und der Hörer daraus nicht die drei andern lernen kann, so wiederhole ich meine Lehre nicht.“

[277] Die Ehe des Confucius war unglücklich.

[278] Dagegen lehrt +Buddha+, Uebelthat mit Güte zu vergelten.

[279] Das Haus, welches zwei derselben bewohnten, war mir schon angenehm aufgefallen durch die deutsche Inschrift: „Luginsland.“

[280] Fortieth annual Report of the Berlin Foundling house for 1890. Der Bestand war 79, zwei davon verheiratheten sich, vier starben, hauptsächlich im zarten Alter; 13 wurden aufgenommen, von diesen starben fünf, so dass der Bestand 81 beträgt.

[281] In Frankreich gab es ein +örtliches+, d. h. die Kinder wurden in entfernte Bezirke zur Pflege gebracht.

[282] Ausserdem giebt es noch einen hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich englischen +Hongkong-Club+ und einen +Lusitano-Club+ für die Portugiesen, die doch von den Europäern nicht für voll angesehen werden. -- Die deutschen Handwerker und Bediensteten, denen der Club zu theuer ist, versammeln sich in einem +Gesangverein+.

[283] Man erhält dort auch in einem deutschen Laden ganz rauchbare +Manila-Cigarren+, das Hundert zu 3½ Dollar.

[284] Die mittleren Chinesen sind gelblich, die nördlichen röthlich; die südlichen aber bräunlich, namentlich wenn sie sich der Sonne viel aussetzen.

[285] Der Zopf ist erst 1644 n. Chr. durch die Mandschu-Dynastie eingeführt.

[286] Nach Duncker etwa 1000 v. Chr. -- Ich hatte mir vor der Abreise das kleine Conversations-Lexicon von +Kürschner+ schon, wie immer, in den Koffer gepackt; liess mich aber überreden, es wieder heraus zu nehmen: was ich nachträglich bereute. Auf keinem der vielen Schiffe, die ich befahren, in keinem Hotel Asiens sah ich ein Conversations-Lexicon, sondern allein in der Bücherei des deutschen Clubs zu Hongkong.

[287] Travellers P. & O. Pocket Book.

[288] Dem Rath und der Versuchung, einen Ausflug von Singapore nach Java zu machen, um die Linie, d. h. den Aequator, zu kreuzen, habe ich siegreich und ohne Reue widerstanden.

[289] Das Kunststück ist nicht so gross, wie es scheint. Die kleine Silbermünze sinkt langsam und bleibt im Sinken gut sichtbar; der Knabe ergreift sie, ehe sie den Boden erreicht hat, steckt sie in den Mund, taucht empor und erhebt triumphirend den rechten Arm.

[290] 164 englische Quadratmeilen, 75000 Einwohner. Zucker und Tapioca wird in der dazu gehörigen Provinz Wellesley auf dem Festland von Malakka angebaut.

[291] Die Geographen des Alterthums und Mittelalters haben die Grösse der Insel weit +überschätzt+, da sie dieselbe nur vom +Hören-Sagen+ kannten.

[292] In Deutschland 91,4.

[293] Nach der ersten Kaffe-Ernte mussten die Pflanzer öfters schon zur künstlichen Düngung ihre Zuflucht nehmen.

[294] Dies gilt für den Südwesten und das Centralgebirge, die feuchte Gegend Ceylon’s. Der Südwest-Monsun bringt vom April bis Juni den Regen, dringt aber nicht über das Gebirge. Der übrige Theil von Ceylon ist trocken und erhält nur von October bis December die einmalige Regenzeit durch den Nordwest-Monsun; die feuchte Gegend hat dann ihre zweite Regenzeit. In Colombo fällt fast noch ein Mal soviel Regen, als in Trincomale.

[295] Pfund Sterling.

[296] 25000 Acres sind jetzt damit bepflanzt und liefern den Einheimischen Kraut für ihre Bedürfnisse, sowie 50000 Centner (im Werth von £ 150000) zur Ausfuhr nach Indien. In Anuradhapura wollte ich Cigarren kaufen, mochte aber die +Jaffnas+, die wie Regenwürmer aussahen, nicht nehmen, sondern zog ein Päckchen amerikanischen +Bird’s Eye Tabak+ vor. In Colombo kaufte ich indische Cigarren (Cheroots) und noch lieber holländische aus Java, im Kiosk sowie in den Läden. Sie sind billig, aber nicht gut.

[297] Seit dem 13. Jahrhundert n. Chr., d. h. seitdem die in uralter Zeit hergestellten künstlichen Seen in der Nordhälfte der Insel durch die erobernden Tamilen (aus Südindien) vernachlässigt wurden. Den Portugiesen blieb es vorbehalten, die Wasserläufe zur Berieselung der Reisfelder -- gradewegs zu +zerstören+.

[298] Die letzteren werden hauptsächlich von den Händlern angeboten; sie bestehen aus grünlich durchschimmerndem Quarz.

[299] Hauptabnehmer ist Krupp in Essen.

[300]

Census von 1881: 2760000 Einwohner. Singhalesen: 1847000, Tamilen: 687000 (257000 wandernd), Mohren: 185000 (17000 aus Indien), Eurasier: 18500 (einschliesslich Burghers), Malayen: 8000, Andere: 7000 (Chinesen, Parsi u. s. w.), Europäer: 5000, Wedda: 2228.

[301] Dies wird neuerdings wieder bestritten. Natürlich hat die Tamil-Sprache gar keine Verwandtschaft mit den Sanskrit-Sprachen.

[302] The governement of Ceylon, like that of every Crown colony, is virtually a despotism. (W. S. +Caine+, M. o. P.) -- Paternal despotism (+Ferguson+.) -- The system of Crown colonies is supposed to be that of a benevolent despostism, a paternal autocracy. It is in many cases that of a narrow and selfish oligarchy. (+Spectator+, London.)

[303] Die Rupie hatte ursprünglich den Werth von 2 Mark, später von 1½ Mark, jetzt von 1¼ Mark.

[304] „Sie lassen uns für ein nothwendiges Bedürfniss besonders bezahlen“, sagte, mit strafendem Blick, ein Reisender zu dem Leiter des Gasthauses. Dieser zuckte stillschweigend die Achseln. -- Ich würde es mit Freuden begrüssen, wenn bei uns in Deutschland die Gastwirthe sich entschliessen könnten, das Bad nicht besonders zu berechnen.

[305] Natürlich hat man daselbst im Lesezimmer ein Fernrohr aufgestellt, um die Namen und Flaggen der einlaufenden Schiffe lesen zu können.

[306] Verpflegung und Wohnung 8 Rupien täglich, ohne Wein und Bier und ohne Bad.

[307] Ich möchte den deutschen Hausfrauen einen Versuch anrathen. In Ceylon ist der Preis 18 d. (also etwa 1 Mark 50 Pfennige) für das Pfund.

[308] Custom house.

[309] Jetty.

[310] Während ich dieses schreibe (Sommer 1893) ist in Ostindien die freie Silberprägung aufgehoben, und der Uebergang zur Goldwährung angebahnt.

[311] Für Deutsch-Ost-Afrika werden auch Rupien, mit dem Bildniss unsres Kaisers, geprägt. Unser Zwei-Mark-Stück wiegt 11 Gramm, die Rupie 11,_{6} Gramm.

[312] Im gewöhnlichen Verkehr werden diese beiden Münzen auch Shilling und Sixpence genannt. Wenn der Reisende einen geforderten „Shilling“ wirklich in englischer Münze bezahlt, so hat er ein Drittel zu viel gegeben.

[313] Out-rigger canoe. (Orowah.) Dasselbe ist über die südostasiatischen Inseln weit verbreitet.

[314] +Pallad+., De gentibus Indiae et Bragmanis. (Graece et latine.) Londini 1665. p. 4.

[315] +Kattu+ binden, +maram+ Baum.