Ueber die Arsenikvergiftung ihre Hülfe und gerichtliche Ausmittelung
Part 14
[Fußnote 45: Franz =Alphanius= /de peste/ -- =Massaria= /de peste lib. 2./ -- =Deusing= /de peste hist./ 44. und 99. -- =Lindestolpe= /de venenis/ S. 735. -- =Baccius= /de venenis/ -- /quae extrinsec./ -- =Amman= /medic. crit./ S. 371. -- =Salmuth= /obs. medic. II./ S. 96. -- =Stenzel= /de venen. acur./ S. 27. -- Fabriz =von Hilden= /obs. et cur. chirurg. Cent. 6. obs. 80, 81/ -- =Ebenders.= /de gangraena et sphac. cap. 5./ S. 777. -- =Bonet= /sepulchr. anat. lib. 2./ sect. /II. obs./ 31. -- /Act. N. C. vol. 6. app./ S. 8. =Ebendas.= /vol. 2. obs. 10./ -- /Eph. N. C. cent. 3 et 4. obs. 127 in schol./ -- /Eph. N. C. dec. 2. ann. 4./ S. 37. -- =Ebendas.= /dec. 3. ann. 9. et 10./ S. 390. -- =Mathesius=, Sarepta S. 430. -- =Angelus Sala= /ternar. bezoard. cap. 27./ -- =Fernel= /method. med. lib. 6. cap. 8./ -- =J. Schröder= /pharm. med. chym. lib. 3. cap. 27./ S. 498. -- =Zittman= /med. for. cent. 2. cas. 24./ -- =Bresl.= Saml. 33. Verf. S. 115. -- =Sprögel=. /exper. c. ven./ S. 61. =Hannöver=. Magazin 1770 36. St. -- =Büttner= Unterricht für Aerzte Beob. 35. -- =Pyl= Auff. und Beob. erst. Th. S. 46. --]
[Fußnote 46: /Eph. N. C. dec. 2. ann. 4. obs. 12./ S. 37.]
[Fußnote 47: Es brachte Brand im Schlunde zuwege, /Commerc. litt. Nor. 1743. S. 50./ und nicht nur Pflaster, sondern auch damit angerührte Oele haben ähnlichen Nachtheil gehabt, es erfolgte Schwierigkeit im Schlingen, fruchtloses Würgen, Entzündung des Halses; /Acta N. C. vol. 9. obs. 37./ oft Tod. Ueber die Schädlichkeit der leztern, auch der arsenikalischen Anhängsel (Amulete) sehe man die bei =Gmelin (Mineralgifte)= Verzascha, Diemerbroek, Hodges, Crato und Lionardo de Capo angeführten Stellen -- sonst noch =Wepfer= /hist. cicutae cap. 21. hist. 13./ S. 364. -- =Amatus Lusitanus= /cur. med. Cent. 2. Curat. 34./ -- =Baccius= /de venen. et antidot. in prolegom./ S. 23. -- =Lorenz Scholze= /epist. med. 168./ S. 282. -- =Ger. Columbus= /de febre pestil. lib. 2. Cap. 17./ -- =Peter Borell= /hist. et obs. rar. cent. 3. obs. 36./ -- /Commerc. litt. Nor. ann. 1743. S. 50./ --
Und wie soll man sich wundern, daß äusserlich aufgelegte Arsenikbutter (jene fressende Verbindung des Arseniks mit Salzsäure) den Tod bewirkte; =Lor. Hoffman= /de vero usu et abusu med. chym. S. 38./]
[Fußnote 48: Auch solte nie erlaubt werden, daß das Spielzeug der Kinder mit Rauschgelb, Operment, rothem oder gelbem Arsenik angestrichen würde. Mir sind etliche traurige Fälle bekant, wo man Kinder, die daran gelekt hatten und tod krank wurden, mit Mühe rettete.]
[Fußnote 49: Die Irritabilität der Magenmuskeln ist durch den äusersten Reiz abgestümpft, verloschen -- =Sprögel= a. a. O. S. 57.]
[Fußnote 50: Er wird dazu nehmen, (um sich zu überzeugen,) daß bei dieser Arsenikvergiftung nicht wie bei der Cholera beim ersten, sondern größtenteils erst beim wiederholten Erbrechen Galle ausgeworfen wird, und der Puls bei ersterer anfänglich nicht so voll oder entzündlich wie bei lezterer, sondern mehr krampfhaft eingezogen ist.]
[Fußnote 51: Man sehe die Schriftsteller bey §. 90. und 91. nach.]
[Fußnote 52: Deshalb weis ich nicht, wie in =Hallers= Vorlesungen über =Teichmeiers= gerichtliche Arzeneikunde (2ten Bandes erster Th. S. 189) gesagt werden kan: die Eingeweide fresse Arsenik nicht an, daher zu glauben sei, er besizze einen sehr narkotischen Schwefel -- Just das Gegentheil!!]
[Fußnote 53: Vornehmlich wenn die Ausleerungsmittel vernachläsiget und Ausdünstung befördernde, schweistreibende oder andre hizzige Mittel allzu zeitig an ihre Stelle gesetzt werden. Im Jahre 1784 hatte ein starker Holzschläger in Guteborn im Amte Ruland durch die Bosheit seiner Frau verschiedene Grane Fliegenstein auf einem Butterbrode verschlukt, er würgte sich die ganze Nacht hindurch, ohne das Gift durch Erbrechen völlig loswerden zu können. Früh ermant er sich, ungeachtet des Brennens im Magen und des Reissens in den Gedärmen verschlukt eine Menge kaltes Wasser, zwingt sich zur heftigsten Arbeit, und geräth in einen ungeheuern Schweis. Da er Mittags als er zu Hause war seine Kolik nicht gemindert sieht, so verschlingt er eine Menge heiser Suppe und geht mit zusammengeraften Kräften wieder an die Arbeit. Nach und nach fühlt er wie die Leibschmerzen nachlassen, aber bald darauf fält er unvermuthet zu Boden. Er wird ganz steif, doch mit Kenzeichen des freien Bewustseyns nach Hause getragen; die Muskeln des ganzen Körpers waren angestramt, und die Gliedmasen krum gezogen. Der Wundarzt richtete durch Oel- und Milchtrinken nichts bei ihm aus. Er fält auf warme Wasserbäder und diese stelten den Kranken nach und nach völlig her.]
[Fußnote 54: Ueber diese und andre Umstände dieser (§. 123. bis 126.) Paragraphen vergleiche man =Haens= Heilmethode, viert. Band. S. 237. u. f. -- /Commerc. litterar. Nor. 1738./ S. 212. vorzüglich =Quelmalzens= Erzählung. Ebendas. S. 219, 220, 221.]
[Fußnote 55: Kontraktur und Lähmung der Füse, mit Verlust des Gefühls dieser Theile nach innerer Arsenikvergiftung /Nov. acta. N. C. vol. 3. obs. 100./ S. 532.]
[Fußnote 56: Mehrere Beispiele wo auf verschlukten Arsenik Kontraktur, Lähmung, Zittern, Gliederreissen und spasmodische Konvulsion (Eklampsie) erfolgte -- =Alberti= /Iurispr. med. Tom. 3./ S. 861. =Forest= /lib. 18. obs. 28./ S. 143. -- /in scholiis/ -- =Wepfer= a. a. O. /cap. 21. hist. 8./ S. 358. -- /Eph. N. C. dec. 2. ann. 4. obs. 12./ S. 36. -- Ebendaselbst /Cent. 5 et 6. obs. 45./ S. 67. -- =Peter von Abano= /de venen. cap. 25. de Realgare /-- Joh. Bapt. Montanus =Consilia,= /cons. 367./ S. 947.]
[Fußnote 57: Frieselausschlag von Arsenik =mit Besserung Guilbert= in /Van der Monde Recueil period. Tom. 4,/ S. 353. -- /Medical essays et obs. (Edimb. 1747.) vol. 4./ S. 41. -- /Gazette Salutaire 1762. n. 6./ -- =Breslauer Saml.= Vers. 33. S. 227. -- /Acta N. C. vol. 2. obs. 10./ -- =Bierling= /thesaur. obs. 1./ §. 6. S. 5. =ohne Besserung= oder mit Verschlimmerung, auch wohl mit bald tödtlichem Ausgange, =Quelmalz= /Commerc. litt. Nor. 1737./ S. 220. -- =Valentini= /Pandect med. leg. part. 1. sect. 3./ S. 384. und ebend. S. 335. -- =Bohn= /offic. med. dupl. part. 2. cap. 6./ S. 654. -- =Fel. Plater= /observ. Mantiss. obs. 38./ S. 82. -- Die Abschuppung und Abschälung der Oberhaut erfolgt zwar stets auf den bläsigten Ausschlag, (wenn er vom Tode nicht übereilt wird) doch auch zuweilen auch ohne vorgängigen Friesel; =Haen= Heilmethode a. a. O. S. 328. Auf Waschen mit Arsenikwasser über den Leib sahe ich öfters die Abschuppung allein erfolgen.
Statt der Crisis durch Friesel und Ablösung der Oberhaut veranstaltete die Natur zuweilen ein kritisches Ausfallen aller Haare des ganzen Körpers, auch ohne Abgang der Epidermis: =Forest= /hist. et cur. lib. 30. obs. 8. in schol./ -- =Val. H. Vogler= /diss. de venenis §. 33./ -- =Störk= /ann. med. 1./ S. 79, 80. -- =Scheffler= Gesch. der Bergl. S. 196. --
Und umgekehrt lezteres ohne ersteres =Haen= a. a. O. -- Auch erfolgte Abszesse haben sich nicht kritisch erwiesen =Bresl. Saml.= Vers. 33. S. 339. --]
[Fußnote 58: /Commerc. litter. Nor. 1738./ S. 212.]
[Fußnote 59: Vieljährige Kränklichkeit verursachte auf einmal genommener Arsenik, /Coelsi ratio occurrendi morbis a mineral. abusu produci solitis. (Romae 1780.)/ S. 62. =Sennert= /prax. lib. 6. part. 5. cap. 2./ S. 231. -- nach einem Jahre Tod; =Amatus Lusitanus= /cent. 2. cur. 65./ -- nach dreijähriger Auszehrung, Tod; =Wepfer= /de cic. cap. 12. hist. 5. und in schol. 3./ S. 369. mehrere Jahre lang; =Peter Forest= /lib. 18. obs. 28. in schol./ S. 143.]
[Fußnote 60: Man kan auch gute Narben von tiefen Magenverlezzungen aufweisen; -- =Bonet= /sepulchr. anat. lib. 4. sect. 10. obs. 4. §. 5./ -- =Fel. Plater= /lib. 2. obs./ S. 419. und alle Leichenöfnungen der Glasfresser und Allotriophagen, in deren Magen man oft große Stellen glatt antrift, wo die Zottenhaut ohne Schaden hinweggegangen war. -- Ein Mann war stark mit Arsenik vergiftet, durch vieles Wassertrinken entrann er zwar dem Tode, aber nur erst nach zwei Jahren ward er erst völlig gesund; =Klökhof= /Verhandel. uitg. door de holl. Maatsch. d. W. te Harlem 8. Deel./ erst. Stück. S. 409.]
[Fußnote 61: =Forest= /lib. 17. obs. 13./ -- =Valentini= /pandect. med. leg. sect. 3./ S. 384. -- =Bonet= /med. septentr. sect. 7. obs. 38./ -- =Fab. Lynceus= /expos. anim. nov. hisp./ S. 475. -- =Wepfer= a. a. O. S. 356. /cap. 21. hist. 8./ S. 357. /et hist. 12./ S. 363. -- /Acta N. C. vol. 5. obs. 102./ S. 355. -- =Alberti= /jurispr. med. Tom. 1. part. 1./ S. 272. -- /Eph. N. C. dec. 3. ann.5. et 6. obs. 137./ -- =Bartholin= /acta hafn. vol. 5./ S. 126. -- =Peter von Abano= /de venen. cap. 25. de realgare./ -- =Ardoyn= /de venen. (Basel 1562.)/ S. 102. -- Eine sehr kleine Gabe gelben Arseniks, vielleicht nur wenige Grane, tödeten einen starken Mann nach elf Tagen, welcher aber freilich, statt Hülfe anzunehmen, sich alles ersinnliche Nachtheilige erlaubt hatte -- sein Magen war innerlich angefressen; =Zittman= /medic. for./ S. 247.]
[Fußnote 62: Von einer Vergiftung mit Realgar, Steifigkeit aller Gelenke; =Peter von Abano= a. a. O.]
[Fußnote 63: M. s. §. 87., §. 90., 91.]
[Fußnote 64: §. 91. und /Act. N. C. vol. 2. obs. 10./]
[Fußnote 65: M. s. §. 89.]
[Fußnote 66: Beispiele von Schädlichkeit des Arsenikrauchs bei =Wedel= /diss. de arsenico (Ien. 1719.)/ S. 10. -- =Sennert= /prax. med. lib. 6. part. 6. cap. 9./ -- =Abhandl.= der kön. schwed. Ak. der Wiss. 1743. -- =Bresl. Saml.= Vers. 33. S. 226. Vers. 38. S. 411. -- =Matthäi= /observ. med./ S. 73. -- =Bierling= /advers. cur. Cent. 1. obs. 3./ S. 15.]
[Fußnote 67: Von Einathmung einer Menge Arsenikdampfs starb ein Jüngling jähling an Husten, Blutspeien und Lungeneiterung; =Henkel= Bergsucht S. 150. -- ein ähnliches Beispiel: =Timäus von Güldenklee= /cas. med. lib. 7. cas. 2./ -- Zusammenziehender Magenschmerz, Konvulsionen über den ganzen Körper, Schweräthmigkeit, Blutharnen, Kolik und allgemeine Lähmung auf Einathmung des Arsenikrauchs überfiel =Tackenius= /hippocr. chym. cap. 24./ -- jählinge Engbrüstigkeit bis zum Ersticken vom Dampfe der Rostöfen in Blaufarbenwerken: /Miscell. N. C. ann. 1671. obs. 78./ S. 149.]
[Fußnote 68: S. =Math. Ramlov= von der Lähmung und dem Zittern der Bergleute. --]
[Fußnote 69: Leute, die Weiskupfer in einer Stube bereiteten, erstickten beinahe, die Zunge ragte ihnen aus dem Halse; ihr Kopfschmerz, Schwindel, Mattigkeit und die gelben auf der Brust ausgefahrnen Bläschen blieben einige Tage; =Boerhave= /de morb. nerv. T. 1./ S. 224. -- Engbrüstigkeit, Steifigkeit in Händen und Füßen u. d. gl. beim Weiskupferbereiten =Bresl. Saml.= Vers. 38. S. 411. -- Von gleicher Bereitung der Tod vieler Bewohner des Hauses; =Fr. Hoffman= /opusc. path. pract. dec. 2. diss. 6./ S. 426.]
[Fußnote 70: Die Farbarbeiterkrankheit, die Brustbeschwerung und Schwindsucht dieser Arbeiter, (=Henkel=, Bergsucht S. 148.) woran sie weit geschwinder, als die übrigen Arbeiter, sterben.]
[Fußnote 71: Die dabei angestellten Arbeiter und Schürer bekommen eingefallene Augen, Zittern der Glieder, werden todenblas und bis auf die Knochen ausgezehrt. /Miscell. N. C./ a. a. O. -- =Henkel= a. a. O. sie schleppen sich zehn bis 20 Jahr mit diesem Elende, ehe sie sterben. -- Engbrüstigkeit, Zittern und Abzehrung der Kobaldröster; =Fr. Hoffmann= /opusc. dec. 2. diss. 6./ S. 427. -- Wie gewagt ist also nicht der Rath, in der Lungensucht den Rauch von Sandarach (=Frakastor= /lib. 3. de conrag. morb. cur. cap. 8./) oder den des Operments (=Ungenanter= im Anhange zu Riviere /Cent. 4. -- obs. 2./) einathmen zu lassen! --]
[Fußnote 72: Die Steiger, vorzüglich aber die Häuer in arsenikreichen Gruben, besonders die auf den Kobaldschlägel arbeiten, bekommen die Bergsucht in hohem Grade. Zu der Engbrüstigkeit und dem Husten findet sich Ekel vor Speisen, =Schefler= Gesundheit der Bergleute (Chemnitz 1770.) S. 194. fliegende Hizze gleich nach dem Essen (S. 194.) aufgebläheter Magen (S. 195.) und Schlaflosigkeit (S. 188.) ein. Die Füse schwellen anfänglich, nachgehends und zu Ende nimt die Geschwulst wieder ab (S. 195.) die Haut wird trocken, der Körper schwindet bis zum Knochengerippe ab, (S. 196.) oft gesellet sich ein empfindlicher Kopfschmerz dazu, (S. 210.) zuweilen fallen alle Haare aus, (S. 196.) oft entstehen Blasen und Geschwüre im Munde, die Zunge wird an ihrer Wurzel angefressen, (S. 197.) sie bekommen Anfressungen unter der Achsel und an den Geburtsgliedern (S. 149.) auch wohl an leztern Orten krebshafte Geschwüre. (S. 190.) Den Beschluß machen abmattende Schweise und Durchlauf (S. 196.) Schwindel, das Zeichen des nahen Todes (S. 196.) Blutsturz (S. 196.) Stikhusten (S. 175.) Entkräftung.]
[Fußnote 73: Die Klaubesteiger, =Fr. Hoffman= /opusc. dec. 2. diss. 6./ S. 426. Die Scheide- und Pochjungen bekommen die mit dieser Krankheit verbundnen Zufälle noch geschwinder und heftiger, der Menge des troknen Arsenikstaubes wegen; =Schefler= a. a. O. S. 149, 174. =Henkel= Bergsucht S. 22.]
[Fußnote 74: Ein Mahler athmete eine Menge Realgarstaub ein, und bekam Schwindel, Ohnmacht und geschwollenes Gesicht; =Sennert= /prax. lib. 6. part. 5. cap. 2./ S. 237.]
[Fußnote 75: Die rothen Arsenik zur Farbe reiben, werden paralytisch; =Neuman= Chemie, Züllichau /Tom. 4./ erst. Th. S. 425.]
[Fußnote 76: Aus diesem Grunde wird die wohl dreimal grösere Tödlichkeit des Sublimats, gegen die des weissen Arseniks gehalten, anschaulich.]
[Fußnote 77: /Venen. mechan. expositio/ S. 109.]
[Fußnote 78: /Commerc. litter. Nor. 1737./ S. 220. -- =Schefler= Ges. d. Bergl. S. 210. --]
[Fußnote 79: =Sennert= /prax. lib. 6. part. 5. cap./ S. 237. -- =Schefler= a. a. O. S. 196. --]
[Fußnote 80: /Eph. N. C. dec. 3. ann. 9 et 10./ S. 390, wo einen Mann, welcher Arsenikwasser statt Majoranwasser in die Nase gezogen, Schwindel, Stikfluß, Verlust aller Sinnen, Sprachlosigkeit, Angst, viehische Dumheit überfiel. Die Schwachheit des Gedächtnisses, des Gesichts und der Vernunft blieb. Er muste sylbenweise wieder reden lernen.]
[Fußnote 81: Eben so dachte Degner (/Act. N. C. Vol. 5. app./ S. 60.) welcher die tödende Kraft des Arseniks in einer Art von Unterdrückung der Lebenskräfte, wie man beim Ruhrgifte bemerkt, suchte; eben so =Skreta= /febr. castr. sect 1. cap. 7./ von der Aehnlichkeit seiner Feldkrankheit mit der Arsenikvergiftung. -- Eben so urtheilt =Sprögel= (a. a. O. S. 49.) vom Sublimate. Man kan nicht füglich anderst die Schnelltödlichkeit des Arseniks nach äusserlicher Auflegung (Allegate zu §. 87. und 90., 91.) erklären. Eben so wenig kan man sonst den oft schnellen oder ohne sonderliche Magenentzündung erfolgenden Tod nach Verschluckung des Arseniks oder Sublimats erklären. Ein Frauenzimmer kostete eine unbedeutende Menge Arsenik, und starb ohne etwas davon in den Magen geschluckt zu haben; Mezger ger. mediz. Beobacht. erst. Jahrg. 1778. Königsberg.]
[Fußnote 82: =Wepfer= /hist. cic. cap. 21. hist. 1./ S. 349. (/L. B. 1733/) -- =Morgagni= /de sed. et c. m. ep. 59./ §. 3. -- =Valentini= /pandect. med. leg. part. I. sect. 3./ S. 380, /b/ und 383, /a/. -- auf Sublimat gleichfals Tod, ohne Erbrechen, von 20 Gran Sprögel /exp. c. v./ S. 43. von 10 Gran S. 47.]
[Fußnote 83: =Sprögel= /exp. c. ven./ S. 57. Der größte Reiz konte den Magen nicht zum Zusammenziehn bewegen.]
[Fußnote 84: Doch sehe man die Anmerkung zu §. 208.]
[Fußnote 85: Eine ähnliche Steifigkeit der Muskeln bemerkt man bei Schlagflüssen, bevor die wahre Lähmung zu Stande kömt.]
[Fußnote 86: =Sprögel= /exp. c. ven./ S. 43. fand im Magen einer alten Kazze, die von 20 Granen Sublimat nach fünf Minuten ohne Erbrechen starb, geringe, das ist, viel geringere Entzündungsspuren als von eben so viel weissem Arsenik im Magen eines Hundes, da doch Sublimat mehr als dreimal schnellere Entzündung als der Arsenik erregt -- Zehn Gran Sublimat tödeten einen alten Kaninchenbock fast augenbliklich, =Sprögel= (a. a. O. S. 47) fand keine Spur von Entzündung in seinem Magen. =Heberdeen= (N. Hamb. Magazin 97. St. S. 205.) tödete einen Hund binnen zehn Minuten durch Eingiessung zwoer Unzen einer Auflösung des weissen Arseniks, fand aber innerlich nicht die mindeste Spur von Entzündung oder Anfressung -- und schliest, es müsse Dinge geben, die, ohne wie reizzende oder narkotische Gifte zu wirken, ihren schädlichen Eindruk unmittelbar über die Nerven ausbreiten.]
[Fußnote 87: =Haller= /Physiol. lib. 19. sect. I. §. 10./ S. 132.]
[Fußnote 88: =Pyl= Aufsäzze und Beob. erst. Theil. S. 58. -- =Mezger= mediz. ger. Beob. 1ster Band. S. 50. -- =Klökhof= im achten Th. der Harlemer Abh. erstes Stük. -- =Lieutaud= /hist. anatom. med. lib. I. obs. 116./]
[Fußnote 89: So findet man nach Vergiftung mit Sublimat, der mit dem Arsenik gleich (=Sprögel= a. a. O. S. 58) wirkt, den Schlund oft (ohne merkbare Entzündung) fast ohne zurükgelassene Höhlung zusammengezogen; =Sprögel= a. a. O. S. 43.]
[Fußnote 90: Oft ohne erfolgendes Erbrechen wird der Unterleib konvulsivisch eingezogen; =Sprögel= a. a. O. S. 57. -- =Quelmalz= /Commerc. litt. Nor. 1737./ S. 220.]
[Fußnote 91: Man hat bei Arsenikvergiftungen oft erst nach etlichen Tagen Stuhlgang erfolgen gesehn /Commerc. litt. Nor./ a. a. O. nach drei Tage bei einer äusserlichen Arsenikvergiftung, m. s. /Acta N. C. vol. 9. obs. 37./]
[Fußnote 92: =Sprögel= a. a. O. S. 53.]
[Fußnote 93: =Sprögel= a. a. O. S. 53.]
[Fußnote 94: Die an den Magen gebrachten Gifte ziehn nur denjenigen Theil dieses Eingeweides zusammen, den sie unmittelbar berühren; =Haller= /Physiolog. lib. 19. sect. 4. §. 4./ S. 260.]
[Fußnote 95: Besonders dieser, auch seiner Schwere (8,310) wegen.]
[Fußnote 96: Eben so urtheilt =Macquer=, der Leonhardischen Ausgabe seines Wörterbuchs erst. Th. (Leipz. 1781) S. 253. -- Solte nicht ebendaher die fäulniswidrige Kraft herrühren, die der Arsenik auf die tode thierische Faser äussert? Anfangsgr. d. theor. und prakt. Chemie von =Morveau=, =Maret= und =Dürande= zweit. B. S. 246.]
[Fußnote 97: =Morgagni= /de sed. et caus. m. ep. 59./]
[Fußnote 98: Oder doch schädliche, Erbrechen, Entzündung der ersten Wege, Kolik, Ohnmacht, Schwindel, Schlagflus.]
[Fußnote 99: S. die Allegate zu §. 90., 91.]
[Fußnote 100: Wie kan =Sikora= (/Conspect. med leg Pragae 1780. 8./) gerechtfertigt werden, da er Brantwein für ein Gegenmittel des Arseniks ausgiebt, in dem Wahne, das Brenbare desselben mildere dieses Gift?]
[Fußnote 101: Vorzüglich thaten sich unsre Vorfahren hier viel auf den Bergkrystall zu gute. Das Pulver davon ward etliche Jahrhunderte hindurch für des Arseniks spezifisches Gegengift gehalten. Es war natürlich, daß es oft gute Dienste that, da es in kleiner Menge unter vielem Mandelöl und Milch gegeben ward.]
[Fußnote 102: =Haller= /Physiolog. lib. 19. sect. 4. §. 4./ S. 262.]
[Fußnote 103: Man sehe =Breslauer Samlungen=, 33. Vers. S. 338. -- =Wepfer= /hist. c. 21. hist. 7./ S. 356. -- =Navier= Gegengifte, S. 10. -- /Medic. essays Vol. 4. Edimb. 1747./ S. 41. -- =Morgagni= /de sed. et c. m. ep. 59. Art. 7./ -- =Bonet= /sepulchr. anat. lib. 3. Sect. 7. obs. 2 et 3. et obs. 17. §. 2./ -- =Henkel= Bergsucht S. 148. -- nebst vielen andern unglüklichen Krankengeschichten, in denen besonders die ältern Aerzte sich aus Vorurtheilen der Mohnsaftmittel gegen Arsenik nicht zu enthalten vermogten; unter den ältern ja neuern nehme ich =Forest= (/obs. lib. 21. obs. 23. in schol./ S. 135.) aus, welcher sie vor den hinlänglichen Ausleerungen zu geben verbietet.]
[Fußnote 104: Vorzüglich hat man ihm oft die Zufälle des Ueberganges des Arsenikgiftes in die zweiten Wege (§. 123. bis 126.) beizumessen; öfterer noch bei starken Vergiftungen den Brand der ersten Wege.]
[Fußnote 105: Da Purgiermittel den Schleim, der die innere Magenhaut umkleidet, wenigstens losmachen, wo nicht mit sich nehmen, und ihn reizzen; da sie die dünnern Gedärme vermögen, ihren Schleim durch erhöhete wurmförmige Bewegung hinwegzupressen und sie noch überdies in verschiednen Graden zu entzünden, ohne jedoch das Arsenikpulver aus der Zottenhaut rein abzufegen, im Stande zu seyn, so wird man ohne mein Zuthun einsehn, wie viel sie zur Verschlimmerung der Vergiftungskrankheit beitragen, besonders in Körpern, die empfindliche Nerven und leicht entzündliches Blut haben.]
[Fußnote 106: Denn Fliegenstein und Operment lassen sich besonders im Anfange der Vergiftung durch gelinde Brechmittel von unten vorkommender Art mit vielem Nuzzen, und fast allein durch sie, wegschaffen.]
[Fußnote 107: Deshalb verbietet sie =Boerhave= /Praelect. acad. T. 6./ S. 382. mit Nachdruck; ja es sagt sogar ein groser Arzt: »Wer einem mit einer geringen Arsenikgabe Vergifteten ein Antimonialbrechmittel reicht, sei mehr am Tode Ursache, als der Giftgeber, der alles zur Rettung anwendete.« =Fr. Hoffmann= /opusc. path. pract. dec. 2. diss. 5./ S. 410 -- An einer mit weissen Arsenik vergifteten Frau sieht man die Schädlichkeit des Brechweinsteins deutlich, deren Geschichte =Klökhof= im 8ten Theil im erst. St. der Haarlemer Abh. aufzeichnete.]
[Fußnote 108: Man sehe die bei §. 123. angeführte Krankengeschichte und die übrigen allegirten.]
[Fußnote 109: /Med. ration. system. II./ S. 187.]
[Fußnote 110: /Toxicolog. de acut./ S. 39.]
[Fußnote 111: /Commerc. litt. Nor./ in vielen Stellen.]
[Fußnote 112: /Elem. de mineralog. Par. 1772./ S. 155.]
[Fußnote 113: Ist Aqua toffana eine Art Arsenikmittelsalz, wie man vermuthen (§. 76. in Anm.) mögte, so könten auch aus diesem Grunde Säuren zur Wiederdarstellung des Arseniks Dienste leisten, der dann heftiger wirkt und schnelleren Ausgang sucht; das Gegentheil thut sein Mittelsalz, und ist um soviel gefährlicher, als es schleichender vergiftet.]
[Fußnote 114: Im 57sten Briefe.]
[Fußnote 115: /Hist. cic. aquat./ S. 296.]
[Fußnote 116: =Magazin= z. G. d. Staaten und Kirchengeschichte /IV./ S. 141.]
[Fußnote 117: Milch, Oele, fette Brühen und vegetabilische Schleime aus Wasser mit Reis, Gerste, Leinsamen, Malve und Stärke abgekocht getrunken und in Klystieren angewandt, waren schon in den ältesten Zeiten die einzigen Gegenmittel gegen weissen Arsenik, (/arsenicum sublimatum album/) man sehe =Rhazes= /2 Continent. cap. 2./ und /8. Almansor. cap. de arsenico -- arsenico sublimato/ -- =Albukases= /2. Alzarav. cap. de potu arsenici/ -- =Avizenna= /4. Canon. cap. 6./ -- =Peter von Abano= /de Venenis cap. de assumpt. arsenici subl./]
[Fußnote 118: =Navier= Gegengifte des Arseniks, äzzenden Sublimats, Spangrüns und Bleies, übersezt, mit Anm. von =Weigel=, erster Band, Greifswalde 1782. 4to.]
[Fußnote 119: S. 14 bis 19.]