Über die Probenächte der teutschen Bauermädchen

Part 3

Chapter 33,443 wordsPublic domain

Home(102) deutet den symbolischen Raub der Bräute auf den Sklavenstand, worein nach seiner Meinung die Gattinnen unter allen rohen Völkern geraten sollen. Die erste Quelle diser Sklaverei siht er in dem Ehkaufsgepränge; hirdurch erwerbe sich nemlich der Gemahl das Eigentum seiner Libsten, und sei deswegen berechtiget, sie als seine Magd zu behandeln. Wie sehr verkennt er hir nicht den wahren Ursprung des Ehekaufs! Bei allen Barbaren sind die Weiber, so wie die Minderjährigen, unter der _Münde_(103) des Mannstamms; das ist, ihm ligt die Sorge ihrer Verteidigung und Bewahrung für allen Unfällen ob; dagegen bleibt er auch nach ihrem Tode in dem Besize ihres Vermögens. Durch die Heirat kömmt die Frau unter die Mundbürde ihres Gemahls, oder des Geschlechts, zu welchem er gehört. Der Vater, oder die Familie, von der sie ausgeht, verliren also den Vorteil, den ihnen einmal ihre Vererbung eingebracht hätte. Sie lassen sich daher zur Entschädigung beim Verlöbnis eine gewisse Summe ausbezahlen oder Geschenke reichen, und das ist der sogenannte Ehekauf. Man siht seine Beschaffenheit in unsern barbarischen Gesezbüchern ganz deutlich. Ich kan aber, um nicht zu sehr abzuschweifen, und um eine Sache, die in einem andern Werke vorkömmt, nicht zweimal abzuhandeln, iezo nur die Longobardischen(104) anführen, und berufe mich wegen dem Weitern auf einen Schriftsteller,(105) der bereits das alte Mundium, (wie es in der Urkundensprache heist) aus Angelsächsischen Gesezen dargestellt hat. Unter andern Gründen führt Home(106) auch die Wahrnehmung für sich an, dass bei allen rohen Völkern die Weiber die Haus‐ und Feldgeschäfte verrichteten. Allein, wie wenig ward hir widerum den Ursachen der Dinge nachgespürt! Zeigte nicht schon Kraft,(107) dass dises von dem Wahne der Wilden herrühre, als wenn in dem weiblichen Geschlechte eine gewisse allgemeine Befruchtungskraft läge, wodurch alles, was sie berührten, einen gedeihungsvollen Wachsthum erhielte? Unter allen rohen Völkern ziht der rüstige Mann in den Krieg, oder geht auf den Strassenraub aus; indes das fleissige Weib, der entkräftete Greiss und der schwächere Knabe zusammen den Landbau und Wirtschaft besorgen. Sind dise deswegen Sklaven des Erstern? — O wenn werden wir einmal aufhören, den eiteln Tand des Ausländers zu begaffen, und darüber die bessere Waare unsrer eigenen Landsleute zu vergessen! Wahr ist’s, unter etwas kultivirtern Nationen im Morgenlande geht die Ablösung der Münde zuweilen in einen Kaufhandel über, und an sehr vilen Orten werden die Weiber in einem Zustande angetroffen, der von der wirklichen Sklaverei eben nicht sehr verschiden ist. Wenn man aber dise Gegenden geographisch untersucht, so zeigt sich’s, dass sie unter lauter heissen Himmelsregionen ligen.(108) In solchen Erdstrichen steigt nicht selten der weibliche Trib zur Begattung bis zu einer Art von geiler Wut.(109) Die Männer, die dort zumal von schwächerer Gattung sind, verliren alle Achtung gegen sie, und haben keine Ursache, sich um dasienige erst durch Gefälligkeiten und mit emsiger Geschäftigkeit zu bewerben, was ihnen mit frecher Stirne freiwillig angeboten wird.(110) Wie entgegengesezt sind aber nicht die Sitten in den gemässigtern und rauheren Gegenden des Erdbodens. Da macht die kältere Luft die Weiber frostig und spröde. Sie sind unempfindlich gegen alle Tribe, die bei ihnen die Männer erregen wollen, und diss vermehrt gerade die Begirlichkeit der Leztern; deren Hize, während dem die scheinbare Tugend sie mit Hochachtung erfüllt, beständig angefacht wird, die Neigung diser stolzen Geschöpfe einmal zu überwinden. Daher das Ansehen des Nordischen Frauenzimmers, sein Stolz und seine Gewalt in allen öffentlichen Angelegenheiten.(111) Auf der andern Seite aber auch die sittliche Verfeinerung des männlichen Geschlechts, seine schlaue Bigsamkeit und Galanterie. Die verschidene Behandlungsart der Weiber hängt ganz von dem Einflusse des Klima ab. Der Ehekauf hingegen ist in Norden, wie in Süden, im Gebrauche und verursacht nimals eine Herabwürdigung. Wenn _Home_ mehr aus Reisebeschreibungen gesammelt, mehr dem Stande des Menschen nach den verschidenen Graden seiner Kultur nachgeforscht, mehr die Gattungen untereinander verglichen, und die Quellen ihrer Verschidenheit aufgespürt, endlich das Allgemeine von dem Zufälligen iederzeit sorgsam genug abgesondert hätte, so würde sein VI. Versuch des I. Buchs gewiss besser geraten sein, und eine ganz andere Gestalt bekommen haben, als wir ihn wirklich besizen. Der Behauptung, dass die bessere Behandlung des weiblichen Geschlechts erst aus der Sittenverbesserung entstanden sei, will ich die gerade entgegenstehende Bemerkung _Kraftens_(112) an die Seite stellen, und denn auf das hinweisen, was der verständigere _Millar_(113) gesammelt und der P. _Lafitau_(114) auseinandergesezt hat.

ANMERKUNGEN

1 In welch augenscheinliche Lebensgefahr begeben sich nicht zuweilen die Bauren in disen Umständen, und wie vermeiden sie nicht mit Fleiss alle Gelegenheit, sich auf eine bequemere Weise zu sehen!

2 Johann Jacob Straussens Reisen etc. Amsterdam 1678.

3 Hannover 1740. Brief IV. Seite 21.

4 Im II. Teil des Urkundenbuchs. Seite 332. 333.

5 In den „Hallischen Anzeigen“, 1735, no. 34. 35 und bei Joachim in der Geschichte der teutschen Reichstäge, Halle 1762. Band I. S. 134. §. 26. „Die Meiste unter denselben (den alten Kanonisten) berufen sich auf den vornehmsten Ausleger, den Hostiensem. Denn dieser hatte berichtet: die Sachsen hätten eine garstige aber Gesezmässige Gewohnheit, dass der Bräutigam bei der Braut zuvor eine Nacht schlafen, und nachgehends sich erst entschliessen möge, ob er diselbe heiraten wolle oder nicht. Er sagt noch dabei, dass er zu der Zeit, da er in Sachsen zu Zeiten des teutschen Königs Wilhelm von Holland gewesen, a. 1254 solches selbst erzehlen hören. Welches Mährlein aber deswegen zu verlachen, teils weil das Concilium zu Trebur, als woraus das Kapitulum genommen, a. 895 nicht nur der Sachsen gedenkt, sondern auch zu solcher Zeit ganz Sachsen schon ganz christlich gewesen; da dergleichen viehischer Gebrauch in keiner Achtung mehr sein können; obgleich die alten Glossatores fast insgesamt und insbesondere Anton. de Putris, Jo. Andreae u. a., auch noch ohnlängst der Jesuit Wagnereck dieser Auslegung dahin beypflichtet, dass die Patres zu Trebur a. 895 dergleichen Weise erst damit aufgehoben hätten.“

6 Man sehe auch Henr. Hostiens. in Aurea Summa. Colon. 1612. col. 1228, wo er von der Sache ganz sonderbare Beispiele anführt.

7 De Uxore Theotisca. Goett. 1748 C. II. pag. 39.

8 In _D. August Friederich Schotten „__Juristischem__ Wochenblatt“, Leipzig 1773, Jahrg._ II. S. 683. ff. „Es ist zu wissende, do mein Bruder Ulrich selige von Rappoltstein sein Dochter Herzlande meine Mume gelobte Graue Rudolfs Son von Habespurg, do lag derselb sein Sun Hanss bey meiner Mumen vorgenant under allen Molen wol vf ein halb Jor, vnd dass er dozwischen mit Jr nie geborte in der Mossen, als ob er ein Mann were, vndt fur zu vndt wolt Jhr ir Ehre habe genummen vf vngebührlich Wyse, vndt dass sie von imme von dem Bette fliehen muste, vndt das befant ir Vatter vndt verbott ir der, dass sie nummermer an sin Bette kommen sollte, vndt tet in och dozumole enweg fahren. Item darnach wart, do wart min Bruder selige siech vndt do er sterben wolt — de befalch er am Dotbette, — dass siene Dochter an Graue Rudolffs Sunes Bette nimmerme gelegen solte, sie empfindent den vorhin, dass er ein Mann were — — do antwurtete min Bruder vndt ich imme (dem Grafen Rudolf von Habspurg) were es Gotz wille vndt dass es sin sollte vndt er verfenglich were zu einem Manne, dass wir sie (die Herzland) deme nieman bass guntent deme imme, aber min Bruder selge hette uns verbotten an sinne Tode, dass wir sie nimmer solten lassen kommen an sin Bette, wur wusten denne vorhin von andern Frauen dass er ein Mann were, vndt dass er Frowen haben möchte, vndt antwurtetent imme noch me, wür woltend imme fürstöllen zweinzig oder drissig Frouwen, wenne eine etwenne einer mag vndt der andere nüt, well er da vnder den haben möchte, wür wolten imme denne Wix vndt Gut antwurtten vndt geben, das versprach er och. — Do antwurtet er vns vndt sprach, sin Sun der möchte woll, da sprach ich vndt schwur, — wür wolten immene hundert Frowen fürstellen, solten wür sie joch Kölle holen, vndt werle er vnder den allen möchte, so wolten wür imme Wix vndt Gut geben. — — Item och ist zu wissende, dass Groff Rudolfes Sun von Habespurg in diesen Zielen gefurrt wert gen Straspurg zu dem besten Artzette, der do was, vndt hatt ime da gerne ein Ding gemacht vndt lag och by demselben Arzette lange zyt zu Strassburg by Meister Heinrich von Sachsen, der der beste Meister ist den man finden kan vndt hiengent ime an in eine Bad an sin Ding ettwie viel Bliges wol fünfzig Pfundt schwer vndt pflasterten ine, als menlich seitt, vndt verfieng alles nüt, dass sü imme vt gemachen konnten, dass er verfengklich were zu Frowen.“

9 Burcard. Gotthelf. Struve in Corp. Hist. Germ. Lips. 1730. Tom. I. Per. X. Sect. II. p. 736–740.

10 Æneae Sylvii Historia Frid. III. Ex edit. Boecleri, Kulpisii et Schilteri. Argent. 1702. p. 84. Jussit igitur (Fridericus) teutonico more stratum apparari, iacentique sibi Leonoram in vlnas complexusque dari, ac praesente Rege cunctisque Proceribus astantibus superduci culcitram. Neque aliud actum est, nisi datum osculum. Erant autem ambo vestiti, moxque inde surrexerunt. Sicque consuetudo Teutonicorum se habet cum principes primo iunguntur. Mulieres Hispanae, quae aderant, arbitratae, rem serio geri, cum superduci culcitram viderant, exclamantes indignum fieri facinus, Regem, qui talia permitteret, increpabant. Ille autem non sine risu et iucunditate spectabat peregrinos mores. Nocte, quae instabat, futurus erat concubitus ex nudis. Dum ergo saltationibus vniuersa curia intenta est, foeminae Portugallenses, quibus cubiculi secretioris commissa cura erat, fumigationes super stratum faciunt, in quo iacendum est, carmina dicunt et accersito sacerdote lectum benedicunt irrogantque sanctis aquis; vt est superstitio mulierum, quae sic felix connubium et amorem vtrinque perpetuum arbitrantur futurum. Quod vbi Caesar accepit, veretur, ne quid veneficii interveniret — Alium sibi substerni lectum iussit, vocarique ad se coniugem. — Verum Imperatrix bis terque vocata in suo lecto manere, morem seruandum dicere: viros in stratum vxoris ire solitos, non contra fieri solere. Caesar veluti victus ad eam pergit, rogatque secum in alium thalamum proficiscatur: recusantem manu prendit, vincitque facile nolentem vincere atque eo pacto vitatis incantationibus in alio lecto matrimonium consummatum est.

11 Kaiser Friderichs Tochter Kunegunde, ein Fragment. Wien 1778. S. 79. _Johann Heinrich von Falkenstein_, vollständige Geschichte des Herzogtums Baiern, T. III. München 1763. Cl. II. C. IV. S. 487.

12 Annalium P. II. L. IX. p. 200.

13 Viti Arnpekhii Chron. Bojoar. L. V. c. 17. in Bernh. Pezii Thesauro Anecdot. noviss, Tom. III. col. 257 ss. Ea tempestate Illustrissima Domina Ludmilla Comitissa in Pogen Filia IV. regis Bohemiae, sed secundum fratrem Andream de S. Magno Ratisponensi nata de ducatu Sweidniz, subtili astutia sua Ludouicum Ducem, vt eam matrimonialiter duceret, cum tali facetia induxit. Defuncto siquidem eius primo marito Alberto ill. Comite de Pogen, cum esset pulchra nimis, timens Deum et moribus vt assolet clarissima, dictus Dux saepius eam visitauit. Demum apud eam pro illicito amore dulcibus verbis, vt moris est, vehementer sollicitauit, quod ipsa caute ac proinde recusauit. Attamen eidem certum diem, quo ad thalamum suum veniret, praefixit. Interim ipsa arte pictoria in velo ante lectum eius pendente, quo dormire solebat, tres milites depingi perpulchre fecit, et ipso die praefixo alios tres viuos familiares suos milites sub eodem velo abscondit. Ingressus igitur princeps putans eam ibi fore solam, more suo de illicito concubitu instetit; quae ait, si de praesenti ducitis me in vxorem, data bona fide sub testimonio istorum trium militum faciam quae cupitis. Quod ille illico parui pendens tres depictos milites promisit. At illa velum deponens inquit: sitis itaque vos strenui milites testes huius rei. Cui responderunt milites: Bene domina gratiosa audiuimus. His auditis Dux perplexus cameram concito exiuit, nec in anno integro ad eam reuertitur: nimirum finito anno nuptias magnifice celebrauit, et eam solemniter in facie Ecclesiae Christiano more in vxorem duxit.

14 Carmen Vetus de nuptiis Ludov. Duc. Bav. et Ludmillae de Bogen in Vol. XII. Monument. Boicor. n. 133, pag. 92.

15 Alb. Kranzii Cronika regnorum Daniae, Suetiae et Norvegiae. Argentor. 1546. pag. 599 et 600.

16 Cimbrische Heidenreligion. Hamburg 1691. C. 34. §. 6. S. 290.

17 Saxo Grammat. in Historia Daniae L. V. p. 89. Eidem (Hithino) postmodum cum Hilda Hoegini Jutorum reguli filia spectatae admodum opinionis virgine, mutuus amor incessit. Quippe nondum inuicem conspectos, alterna incenderat fama. At vbi mutuae conspectionis copia incidit, neuter obtutum ab altero remittere poterat, adeo pertinax amor oculos morabatur. — At Hoeginus Filiam suam Hithino despondit, coniurato inuicem vter ferro perisset, alterum alterius vltorem fore. — Interea Hithinus apud Hoeginum quorundam obtrectatione insimulatus est, quasi filiam eius ante sponsalium sacra stupri illecebris temerasset: quod tunc immane cunctis gentibus facinus habebatur. Igitur Hoeginus credulis auribus rem falso nuntiatam excipiens, Hithinum regia apud Sclauos stipendia colligentem classe lacessit, — quamobrem Frotho missis qui simul eos accesserent, scrupulosius causam simultatis inquirit. Qua cognita iuxta legis a se latae formulam pronunciauit. Videns autem ne sic quidem eos in gratiam reduci posse, patre filiam pertinacius reposcente, litem ferro decidendam edixit. Id quippe solum dirimendae controversiae remedium videbatur.

18 Thorm. Torfaei Hist. Norveg. P. I. C. VI. p. 201. His nodis implicatus (Rex Haraldus) remissa sponsione, quam patri per vim expresserat, renunciatoque omni iure, inque Sturlaugum translato, quod in sponsam consecutus erat vicem suam ad rem cum prouocatore gerendam deligit. His ita compositis Sturlaugus ad Comitem Hringum, virginis patrem — se confert, nuptias filiae — facile paciscitur, et ne castitatem eius hostibus delibandam seruaret, approperat, cuius commendatione instructus, mox inde ad nutricem eius Freyam — accedit, exactae aetatis anum sed veneficarum artium peritissimam. — Haec cum arcani genii fomentis corpus eius inunxisset, inque societatem lecti per vnam noctem ense sequestro a suo diremptum admisisset, inusitatas vires magnumque robur ei impressit, donatumque lacerna et inuictis acuminis gladio iam aduersario haut imparem praesagiens dimisit, qui deinde cum Kolo decertans viribus eum et vita spoliauit.

19 Torm. Torfaei Hist. rer. Norvegicar. Hafniae 1711. P. I. L. V. c. XXV. p. 226.

20 Antiqu. Dan. de causis contemtae a Danis adhuc gentilibus mortis. Hafniae 1690. L. I. C. 1. p. 7. Immobiles ad minas mortis intentatas vultus pertulit Illugus Gridae alumnus, qui a Grida rogatus lectum cum filia ipsius adscendere, paruit et protinus ad blanditias versus ab adcurrente cum acuto gladio matre capillos arripitur, quasi mox caput amissuris. Ille immotus sine metus vllo indicio mansit. Quo circa missus sine mora lecti sociam adgreditur. Adcurrit rursum mater trahitque ad spondam lecti, minantibus verbis insultans: iam morieris. Ille nihil, nisi: mortem non timeo. Anus mirata abit, et verso protinus ad virginem Illugo denique adcurrit, quasi iam serio vitam ipsi ademtura. Illugus nihil motus placide ictum opperiebatur. Tunc Grida in admirationem rapta exclamat. — — Tu instar aliorum hominum non es; venae tuae nihil tremunt. Jam vitam a me et filiam iuxta te collocatam, cui Hildae nomen est, accipe.

21 Gregor. Turon. Hist. L. III. c. 22. inter script. rer. Francic. Andr. du Chesne. Tom. I. p. 251. Deuteriam — speciosam — cernens, amore eius capitur, suoque eam copulauit Strato, a. 533. c. 23. — Deuteriam exinde accersit, eamque sibi matrimonio sociauit, a. 534.

22 Charles le Cointe, Ann. Franc. Eccles. ad a. 773. n. 2. ad a. 803. n. 49. et ad a. 814. Nach den Arabischen Monumenten war die Hagar eine solche Gemahlin des Abrahams, und ihr Sohn Ismael empfieng daher als Erstgebohrner das gegen Kanaan weit vorzüglichere Arabien. D’Herbelot, Bibl. Orient. pag. 420. Hagiar.

23 Capit. L. VI. c. 730. Nullum sine dote fiat coniugium, nec sine publicis nuptiis quisquam nubere praesumat. L. VII. c. 305. — nisi forte illa mulier et ingenua facta, et dotata legitime, et puplicis nuptiis honestata videatur.

24 Thorm. Torfaei Historia Norveg. P. II. p. 20. Tandem Biorgulfus aduentus sui causam exponit, nimirum quod filiam eius domum deducere, sibique sine nuptiarum solennitate sociare gestiat. Id dissolutas vel approperatas nuptias appellabant, (Schade! dass der Autor den eigenen urkundlichen Ausdruk nicht beigesezt hat.) quod concubinae seu pellicis statum, (nemlich eine unebenbürtige oder Morgengabsehe) non vxoris denotat. — — Extorto hoc modo magis quam impetrato patris consensu Biorgolfus virginem vncia auri emit (vergl. Fredegar. Schol. in Epit. gest. Francor., cap. 18.) veteri lingua „eyri Gullz“ octaua scilicet parte marcae. Atque ita eodem secum lecto in aedibus paternis prima nocte collocatam deinde domum deduxit. — Post duos deinde filios ex isto contubernio susceptos decessit, — quos post obitum patris cum matre domo sine vlla paternae haereditatis portione, ad auum maternum reduci Bryniolfus (der rechtmässige ehliche Sohn) curauit, vbi tantisper educabantur, donec illo mortuo vniuersa haereditas ad solam matrem peruenit. Dergleichen Söhne stahnden auch unter der Gewalt ihrer in rechtmässigen Ehen erzeugten Brüder. S. Ludgar. in Vita S. Gregorii Abb. VI‐traject. ap. Sur. XXV. Aug. p. 277. Fuerunt ei fratres nobiles et eximii de patre geniti et de matre eius nati alii fratres, et tempore et viribus secundum saeculi dignitatem minores, quibus necesse erat in obsequio esse maiorum. Factum est autem, vt aliqui ex maioribus fratribus honorati a Rege Carolo Martello vel Pippino mitterentur in longinquiora regna Galliarum, illuc et subsequi et inhaerere necesse erat iunioribus. Sihe meinen Versuch über die Geschichte der teutschen Erbfolge, Band I. S. 138.

25 Eberh. Christ. Canz, Diss. de iuribus et obligationibus vxoris secundum Jus Wurtemberg. Tub. 1772. p. 10.

26 XX Briefe über die vornehmste Merkwürdigkeiten _von der Schweiz_, zum Nuzen iunger Reisenden. 1769. I. B. IV. Br. von Bern.

27 Dass diese Benennung im mittlern Zeitalter gar nichts anstössiges gehabt hat, zeigt Stryk de liberis nat. regum et princ. C. II. p. 26. 27. In der spätern Zeit wurden die natürlichen Kinder in Frankreich gegen ihre Väter um einen Grad geringer gehalten. Charles Loysseau des Ordres C. V. n. 64. Ils doivent tousjours être mis d’un degré plus bas, qu’eux: de sorte que les batards des Rois sont princes: Ceux des Princes sont Seigneurs: Ceux des Seigneurs sont Gentils‐hommes, et ceux des Gentils‐hommes sont roturiers, afin que le concubinage n’ait autant d’honneur que le loial mariage.

28 Jo. Nic. Hert. in Notit. regni Francor. Vet. C. IV. §. 9. Edit. Hombergk. Vol. II. Tom. I. p. 225. Jo. Sam. Stryk in Diss. de liberis natur. regum et principum, Halae 1700. C. III. p. 36. 37.

29 Adami Bremens. Hist. Eccles. L. II. cap. 54. Caeterum Suein et Harold a Concubina geniti erant; qui, vt mos est Barbaris, aequam tunc inter liberos Knut sortiti sunt partem haereditatis.

30 Davon handelt Stryk in dem ganzen III. Cap. der angeführten Abhandlung, S. 37 u. f. Sihe auch Leges Longobard. R. Rotharis, c. 154–162. in Muratorii Script. rer. Ital. T. I. P. II. p. 26.

31 Jus prov. Saxon. Cod. Old. Pict. L. III. art. 47. An siner Amien mach en man not don, und sin Liv verwercken, of he se ane eren danc beleget.

32 In Cod. Oldenburg. c. 306. Eyn jeglich man mac an siner Amyen die notnunft begen, daz sol man uber sie richten, als ob er nie bi ir gelege.

33 ap. Leibnit. in Tom. III. Script. rerum Brunswicens. p. 502. n. 94. An siner Amyen mach en not began. Amye bedeutet eine Libste. Sihe _Chr. Ulr. Grupen Teutsche Alterthümer_ zur Erläuterung des Sächs. und Schwäb. Land‐ und Lehenrechts. C. VIII. S. 110.

34 Thorm. Torf. Hist. Norveg. L. VII. c. 4. p. 313. Consensit Asmundus annuloque aureo donauit, ipsa negante munus hoc sibi tutum acceptu suspicante matre praemium esse concubitus. Jo. Gottl. Heineccii Elementa Jur. Germ. L. I. Tit. X. §. 214. p. 171. Dreyer, de termino effectuum ciuil. matrimonii a quo. §. 5. h. p. Dipl. Ludouici Com. Pal. Rheni et inferioris superiorisque Bauariae Ducis de 1475. in Cod. dipl. Poloniae, T. I. pag. 389. — in quorum 30000 fl. dotis recompensam, alia 30000 fl. Hung. ratione donationis propter nuptias ac summam ratione largitatis sponsalitiae, vulgariter Morgengab, quam ex more in signum coniugalis amoris post primum thalami ingressum principes Almaniae coniugibus suis donare consueuerunt.

35 Sciendum est omnibus et firmiter retinendum, quod hi, qui vxores ducere voluerint, sicut eas castas et incorruptas cupiunt inuenire, sic ad eas casti et incorrupti debent accedere, easque cum benedictione sacerdotali sicque in sacramentario continetur, accipere: sed prius eas dotali titulo debent conligare. Vergl. _Gottfried Schüze_ Lobschrift auf die Weiber der alten teutschen und nordischen Völker. Hamburg, 1776. Seite 169. 170.

36 Lex 179. ap. Muratori Script. rerum Ital. Tom. I. P. II, p. 29. Si dixerit sponsus de sponsa sua, postquam eam sponsauerit, quod adulterata sit, liceat eam parentibus purificare cum XII. sacramentalibus suis. — — Si parentes eam — de ipso crimine mundare non potuerint, tunc sponsus recipiat res suas, quas dederit, et illa patiatur poenam adulterii, sicut in hoc edicto scriptum est.

37 Procop. de Bello Goth. Lib. IV. — Barbaros illas sponsas, nisi ob stuprum non dimittere.

38 Ebendaher wurde nach den Westgothischen Gesezen eine Braut, die sich mit einem andern vergieng, als eine Ehebrecherin gestraft. Lex Wisigoth. L. III. T. IV. §. 2.

39 Saxo Grammat. Edit. Steph. Jo. Stephanii. Sorae, 1644. L. V. p. 85. Maribus quoque quamcunque primitus cognouissent, ducendi legem inflixit.

40 Er ward entweder um 80 Mark Silbers oder mit einem halbjährigen Gefängnisse und lebenslänglicher Landesverweisung gestraft. Henr. Balemann, Diss. de Foemina ex Antiquit. legibusque Rom. Germ. et praesertim Lubecens. Altorf, 1756. Sect. II. C. II. §. 19. p. 132. 133.