Part 12
Das jüngste Reproduktions-Verfahren, das auch für die monumentale Metallplastik in Anwendung gekommen ist, ist das galvanische. Das Metallbild entsteht dabei im grossen und ganzen auf die Art, dass man zunächst von einem vorhandenen Modell in der Ausführungsgrösse eine Teilform z. B. in Gips herstellt. Die Gipshohlform wird aufs sorgfältigste zusammengesetzt und nachgebessert, darauf ihre Innenfläche mit einer leitenden Schicht z. B. Graphit gleichmässig in äusserster Feinheit überzogen. Wird dann die so vorbereitete Form in ein aus einer Kupferlösung gebildetes Bad gebracht und die Graphitschicht leitend mit einem Pole der Dynamo-Maschine oder elektrischen Batterie verbunden und wird deren anderer Pol mit ebenfalls in jenem Bade aufgehängten Kupferplatten verbunden, dann schlägt, sobald der Strom hindurchgeführt wird, das reine metallische Kupfer auf der Graphitschicht nieder. Je länger der Strom hindurchgeführt wird, um so stärker wird der Niederschlag. Da die Wandstärke mit der Grösse des Modelles zunehmen muss, wird darnach die Dauer des Herstellungsvorganges zu bemessen sein. Wenn die Metallschicht die notwendige Dicke erreicht hat, ist es nur notwendig, die umgebende Form zu zerschlagen, deren absolut getreuer Abdruck dann zu Tage tritt.
Die ersten grösseren galvanoplastischen Werke dürften auf den Ausstellungen der vierziger Jahre des verflossenen Jahrhunderts zu sehen gewesen sein.
Im Bericht der Berliner Gewerbe-Ausstellung des Jahres 1844 heisst es: »Eigentlich erst im Jahre 1840, was die praktisch-technische Anwendung der Galvanoplastik anbelangt, durch Jacoby und Spencer (in Petersburg) ins Leben getreten, sind in dem kurzen Zeitraum von wenigen Jahren schon so grossartige Resultate durch die noch so neue und junge Kunst erlangt worden...« Eugen von Hackwitz in Berlin hatte damals eine Büste des Königs auf vier Fuss hoher Säule und Sockel ausgestellt »das Grossartigste, was bisher von galvanoplastischen Arbeiten gesehen worden ist«.
Friedrich Wilhelm IV. soll mit lebhaftem Interesse die neue Erfindung aufgenommen haben.[44] Rauch musste zum Haupte der Juno Ludovisi eine Büste mit Gewand zur galvanoplastischen Vervielfältigung modellieren, und als darauf die Nachricht aus Petersburg kam, dass von Hackwitz galvanoplastische Apostel von 12 Fuss Höhe anfertige, schrieb Rauch an Rietschel: »Ein wahres Glück, dass unsere neue Giesserei unter Dach ist, sonst würde sie jetzt nicht mehr gebaut werden, wie der König mir neulich selbst sagte, dass sie nun überflüssig werde.«
[44] Eggers, Rauch, Bd. III, S. 285.
In Paris stand man schon damals dem neuen Verfahren weniger bereitwillig gegenüber, obschon auch die Pariser Giesser, z. B. Soyer erfolgreiche Versuche aufzuweisen hatten. Der erste Einwand, der gewiss als berechtigt anerkannt werden muss, war der, dass die Bronze wesentlich dauerhafter sei, als reines Kupfer.
Auf der Münchener Ausstellung des Jahres 1854 hatte von Kress in Offenbach 3 Fuss hohe Statuetten ausgestellt, von seinen 11 Fuss hohen Statuen zum Guttenberg-Denkmal hatte der Fabrikant keine senden können. Im Bericht dieser Ausstellung heisst es weiter: »Zweifellos ist die Galvanoplastik der einzige Weg, auf welchem ein künstlerisches Produkt unmittelbar und vollständig plastisch wiederzugeben sein möchte, und wenn nun zu diesen höchsten Vorzügen noch grosse Kostenersparnis kommt, so muss sich dieselbe Bahn brechen.«
Am Guttenbergdenkmal in Frankfurt a. M. wurden die drei Hauptfiguren galvanisch hergestellt (die acht Nebenfiguren wurden zuerst in Zinkguss ausgeführt), es war wohl das erste grosse Monument für einen öffentlichen Platz, bei dem das elektrolytische Verfahren angewandt wurde; das Denkmal wurde im Jahre 1858 enthüllt.
Diese Figuren wurden im Jahre 1892 genau untersucht und der Befund war in jeder Hinsicht befriedigend, so dass man sich entschloss, auch die Nebenfiguren galvanisch zu erneuern.
Trotz der zweifellosen Erfolge haben sich die Erwartungen, die man dem Verfahren bei uns anfänglich entgegenbrachte, nicht erfüllt; man giesst heute mehr denn je vorher.
Das reine, auch nicht durch Hämmern verdichtete Kupfer ist für öffentliche Denkmäler gar zu weich, das wird der Haupteinwand bleiben, den man gegen das galvanische Verfahren erheben muss.
Wenn auch ein abgeschlossenes Urteil über die Monumental-Galvanoplastik durchaus noch nicht gewonnen werden kann, auf jeden Fall dürfte feststehen, dass der Bronzeguss das Höhere und Bessere ist; zu wünschen wäre, dass man ihm hinfort stets den Vorzug geben möchte.
Die noch heute bedeutendste Firma für die Anwendung des neuen galvanoplastischen Verfahrens im Grossen ist die Geislinger Metallwarenfabrik, deren Hauptwerk, das Guttenberg-Denkmal, eine ganze Reihe weiterer grosser Aufträge nach sich gezogen hat.
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Die jüngsten grossen erzplastischen Schöpfungen bieten uns die Gewähr, dass in den kommenden Jahrzehnten am Mangel technischer Erfahrung die Ausführung auch der schwierigst zu formenden Monumente nicht nur nicht scheitern kann, sondern dass technisch auch wieder den früheren Jahrhunderten wirklich Gleichwertiges zu liefern möglich ist.
Unsere Kunstgiesser sind jeder Aufgabe gewachsen, man gebe ihnen Gelegenheit, ihr Können zu bethätigen. Vor allem mögen unsere Bildner dafür sorgen, dass ihre Werke würdig seien, im edlen Erz Jahrhunderte zu überdauern.
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Inhalt.
Seite
Einführung 1-4
I. Die Giesserwerkstatt 4-18
II. Das Wachsausschmelzverfahren im Altertum und Mittelalter bis zum 14. Jahrhundert 19-29
III. Das Wachsausschmelzverfahren vom 14. bis zum 19. Jahrhundert 30-85
IV. Die Teilformverfahren des 19. Jahrhunderts 86-114
V. Das Wachsausschmelzverfahren im 19. Jahrhundert 115-120
VI. Der Zinkguss 121
VII. Die Treibarbeit 122-129
VIII. Die Galvanoplastik 130-131
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Meister-, Länder- und Ortsnamen-Verzeichnis.
(Die Namen der als Giesser, Ciseleure, Treibkünstler etc. thätigen Meister sind =gesperrt= gedruckt.)
Aachen 24. Aegypten 20. 122. =Alain le Grant= 28. =Algardi=, Alex. 83. Altona 113. Ammanati 48. Antwerpen 81. Aranjuez 82. Assyrer 122. Augsburg 50. 56.
Babylonier 122. Bacon 84. Bamberg 58. 111. =Barbedienne= 114. =Barbezat= 114. Barye 115. =Baroncelli= 47. =Beauchesne= 69. Beauvais 71. Beckere, P. de 81. Berlin 60. 97ff. 121. 128. Bernardino von Lugano 48. Biard 70. Bird 83. Bläser 108. 113. Bologna 48. =Bologna, Giovanni da= 48. 70. 82. Bonn 112. =Bontemps= 69. Bordeaux 73. Bouchardon 74. =Boucher= 69. =Bouchet=, B. le 69. Boufflers 71. Braunschweig 29. 113. 128. Breslau 99. 107. Bristol 84. Brügge 81. Brüssel 82. Buon Retiro 82. =Burgschmiet= 111ff. Byzanz 24.
Candid 56. 57. =Carbonneaux= 101. 114. =Caradosso= 125. Cassel 127. Castro, M. de 83. =Cellini= 8. 9. 10. 14. 32ff. 53. 68. 75. 78ff. 125ff. =Cesare=, Carlo da 55. Chantilly 127. Charlottenburg 103. Charlottenhof 103. =Chaumont= 70. Colin 52ff. Cöln 107ff. Costa, B. de 83. =Coué= 99ff. Coysevox 71. =Cristoforo=, A. di 47. =Crozatier= 101. 112. 114.
Danti 48. Dänemark 85. Darmstadt 110. =Desjardins= 71. Deutschland 24. =Devaranne= 121. Dijon 71. Dinant 29. =Dinger= 103. Donatello 46. Donner 61. Drake 102. 108. Dresden 61. 102. 107. 113. 127. Dublin 84. =Duca=, L. de 52. =Dupré= 70. Duret 115. Durlach 56. Duquesnoys 82. Düsseldorf 61. =Duval= 71.
=Eck & Durand= 114. Eichstaedt 58. Eisler 56. =Ekimoff= 85. England 81. 83. Erfurt 29. Etrusker 24.
=Falcone= 127. =Falconet= 73. 84. =Feierabend= 103. Ferrara 47. =Fischer= 101ff. Florenz 30. 32. 46ff. =Fontaine= 114. Fontainebleau 69. Forchheim in Franken 58. Frankfurt a. M. 110. 131. Frankreich 68. 114. Freiberg i. S. 55. =Frey= 57. 58. =Friebel= 105ff. Friedrichshagen bei Berlin 118.
=Gauthier= 114. Geislingen 131. =Gerhard= 56. 57. =Gerike= 128. Ghiberti 30. 46. =Giovanni da Bologna= 48. Girardon 71. 74. =Gladenbeck= 107. Gladenbeck u. Sohn, Aktiengesellschaft vorm. 108. 118. =Godl= 52. =Gonon= 101. 115ff. =Gor= 74. 79. 85. Gras 58. 82. Griechenland 22. Grinling Gibbons 83. =Grupello= 61. Guibal 74. Guillain 70. Gumbinnen 101. =Güthling= 86.
Halle 101. Hähnel 112. Hannover 128. =Herold= 56. -- (Lenz-Herold) 112. Hildesheim 25. =Hopfgarten= 99ff. =Howaldt= 113. 128ff.
=Jacobi= 12. 60. =Jacoby= 130. Innsbruck 50. 58. 82. =Jollage= 101. Jongelinck, J. 81. Italien 24. 83. 99. =Jury= 128.
=Kampmann= 105. Karlsruhe 112. =Keller= 71ff. Keyzer, P. de 81. Kietz 113. Kiss 102ff. Klagenfurt 62. =Klausch= 86. Klussenbach 29. Kopenhagen 98. =Kopp= 58. Königsberg 107ff. Koslowsky 84. Kronborg bei Kopenhagen 55. =Krumper= 57. 58.
=Labenwolf= 55. Lamoureux 85. Landini 49. Larchevèque 85. Lauchhammer 86ff. 105ff. Lehongre 71. Lemoyne 73ff. =Lendenstreich= 52. Leonardo da Vinci 8. =Leoni= 82. =Lequine= 99ff. =Lenz= (Lenz-Herold) 112. Le Sueur 83. Livorno 49. London 70. 83. =Löffler= 52. 58. =Ludwig de Duca= 52. Luneville 74. Lüttich 29. Lyon 70ff.
Madrid 82. Magdeburg 113. =Marcello= 49. Marzeline 72. =Mättensberger= 86. =Meier= 85. Michelangelo 47. Michelozzo 46. =Miller=, Ferd. v. 109ff. 112. Mocchi 49. Moitte 114. Montpellier 71. Moskau 100. Möhra 112. Mühlau bei Innsbruck 58. München 56. 57. 108ff.
Nancy 74. Neapel 100. =Neidhardt= 57. Niederlande 81. Nürnberg 50. 55ff. 113.
Osnabrück 102.
Padua 46. 47. Paris 68ff. 98. 100. 109. 112. 114. 126. 130. Patina 16ff. Perugia 30. 48. Peterhof 56. Petersburg 73. 98. 100. 104. 130. Phidias 122. Phönizier 21. Piacenza 49. Pigalle 74. Pilon 69. Pisano, Andr. 30. Poitiers 24. =Pollajuolo= 47. Portugal 83. Potsdam 127ff. Prag 29. 56. 58. 112. Pressburg 61. Prieur 69. Primaticcio 69.
=Rastrelli= 84. Rauch 98ff. 130. Reich 112. =Reichel= 57. =Reinhardt= 58. 82. =Reisinger=, Hans 57. -- (Giessereidirektor Berlin) 100. Rennes 71. 74. Rheims 74. Rietschel 102. 104ff. =Righetti= 100. Ritter 56. Rohampton 83. Rom 24. 47. 49. 122. Rostock 99. Rotterdam 82. =Rousseau= 87. Ruppin 101. =Rupprecht= 111. Russland 84. 99. Rustici 48. Rybon 69. Rysbrack 84.
Saly 85. Salzburg 110. Schadow 98. 128. Schiller 113. Schinkel 103. 121. Schlüter 60. Schwanthaler 110. Schweden 85. Schweiger 56. Schwerin 107. Sergel 85. Sevilla 82. =Soyer= 114. 131. Spanien 82ff. =Spencer= 130. Sueur, H. le 70. Susse 114. St. Denis 69. =Stiglmaier= 109ff. Stockholm 85. 98.
=Tacca= 49. 70. 82. =Theophilus= 6. 7. 9. 13. 25ff. 53. 123ff. =Thiébaut= 114. Thorn 103. Thorwaldsen 110. Tieck 103. 128. Troja 22.
Utrels 72.
=Varin= 73. Venedig 47. Verrocchio 47. =Vischer= 50. =Volterra=, D. da 70. =Vries=, A. de 56. =Vuarin= 109.
Weimar 111. =Wiedemann= 61. 127. Wien 61. 62. =Wiskotschil=, Th. J. 86. Wittenberg 99. Wolff 107. =Wolrab= 56. Worms 107. =Wurzelbauer= 56. Würzburg 58.
=Zanello= 127. =Zauner= 62.
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Monographien des Kunstgewerbes.
Herausgeber: Prof. Dr. Jean Louis Sponsel.
Verlag: Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig.
Das Kunstgewerbe steht unter den Kulturgütern, die in den letzten Jahrzehnten eine so unvergleichliche Blüte erfahren haben, in der vordersten Reihe. Der mächtige Aufschwung des Kunstgewerbes hat jetzt ebensowohl in Amerika wie in England, in Skandinavien wie in Belgien, in Frankreich wie in Deutschland eine neue Epoche der künstlerischen Entwickelung eingeleitet. Den gewerblichen und angewandten Künsten wird wieder allgemeines Interesse gewidmet.
Dieser grossen Kulturströmung will die Sammlung »MONOGRAPHIEN DES KUNSTGEWERBES« dienen, herausgegeben von Prof. Dr. JEAN LOUIS SPONSEL, dem in der Fachwelt wie in den Kreisen der Kunstfreunde und Sammler in gleicher Weise bekannten Dresdner Forscher. Die Bücher unserer Sammlung sollen sowohl das moderne als auch das historische Kunstgewerbe darstellen und sein Verständnis fördern. Ausser den einzelnen kunstgewerblichen Gebieten sollen auch die grossen Blütezeiten des Kunsthandwerks und seine wichtigsten Pflegestätten behandelt werden.
Die »MEISTER DES KUNSTGEWERBES«, eine Sondergruppe der grösseren Abteilung, sollen endlich die bahnbrechenden Schöpfer, die Pioniere und Genies des Kunsthandwerks wie in einer Galerie vereinigen.
Die Mitarbeiter der Sammlung haben sich sämtlich durch eigene Forschung auf dem von ihnen behandelten Gebiete heimisch gemacht und beherrschen ihren Stoffkreis so, dass sie die leitenden Züge der Entwickelung, die durch das Material bedingte technische Behandlung und die Stellung unserer Zeit zu den Werken der Vergangenheit und der Gegenwart durchaus exakt und erschöpfend darzustellen vermögen. Ebenso haben sie sich in der gerade für das Kunstgewerbe so wichtigen Frage der Kennerschaft durch langjährige Erfahrung erprobt und bewährt. Jedes Heft wird so reich als nur möglich und so eingehend, als es der Stoff verlangt, durch Abbildungen illustriert. Auch werden da, wo grösstmögliche Treue der Wiedergabe geboten ist, Lichtdrucke -- und da, wo die farbige Wiedergabe der Originale für deren Wirkung in erster Linie steht, Farbentafeln beigefügt.
Bis jetzt sind folgende Bände erschienen:
$Dr. Wilhelm Bode,$ Berlin, Geheimer Regierungsrat, Direktor an den Berliner Museen. »=Vorderasiatische Knüpfteppiche aus älterer Zeit.=« Preis in Leinw. geb. 8 M., in Leder geb. 9 M.
$Dr. Gustav E. Pazaurek,$ Kustos des Nordböhm. Gewerbemuseums in Reichenberg. »=Moderne Gläser.=« Preis in Leinw. geb. 6 M., in Leder geb. 7 M.
$Dr. Adolf Brüning,$ Direktorialassistent am kgl. Kunstgewerbemuseum zu Berlin. »=Die Schmiedekunst seit dem Ende der Renaissance.=« Preis in Leinw. geb. 6 M., in Leder geb. 7 M.
$Prof. Richard Borrmann,$ Direktorialassistent am kgl. Kunstgewerbemuseum Berlin. »=Moderne Keramik.=« Preis in Leinw. geb. 5 M., in Leder geb. 6 M.
In Vorbereitung:
$Dr. Wilhelm Bode,$ Berlin, Geheimer Regierungsrat, Direktor an den Berliner Museen. »=Die italienischen Hausmöbel der Renaissance.=« Preis in Leinw. geb. 5 M., in Leder geb. 6 M. »=Bilderrahmen in alter und neuer Zeit.=« »=Florentiner Majoliken des 15. Jahrhunderts.=«
$Prof. Richard Borrmann,$ Direktorialassistent am kgl. Kunstgewerbemuseum Berlin. »=Antike Möbel und Hauseinrichtungen.=«
$Dr. Friedrich Dörnhöffer,$ Kustos des Kupferstichkabinetts der k. k. Hofbibliothek in Wien. »=Das Buch als Kunstwerk. Druck und Schmuck.=«
$Professor Otto Eckmann,$ Berlin, Lehrer an der k. Kunstgewerbeschule. »=Flachornamente und Innendekoration.=«
$Cornelio von Fabriczy,$ Stuttgart. »=Medaillen der italienischen Renaissance.=«
$Dr. Otto von Falke,$ Direktor des Kunstgewerbemuseums Köln. »=Deutsches Steinzeug.=«
$Dr. Adolf Goldschmidt,$ Privatdocent an der Universität Berlin. »=Frühmittelalterliche Elfenbeinskulpturen.=«
$Dr. Richard Graul,$ Direktor des kgl. Kunstgewerbe-Museums zu Leipzig. »=Bronze-Klein-Plastik seit der Renaissance.=«
$Dr. Peter Jessen,$ Direktor der Bibliothek des Kunstgewerbemuseums zu Berlin. »=Wohnungskunst seit der Renaissance.=«
$Professor Ferdinand Luthmer,$ Direktor der Kunstgewerbeschule in Frankfurt a/M. »=Deutsche Möbel der Vergangenheit.=«
$Dr. Jean Loubier,$ Direktorial-Assistent an der Bibliothek des kgl. Kunstgewerbemuseums Berlin. »=Das Buch als Kunstwerk. Bucheinband in alter und neuer Zeit.=«
$Wirkl. Geh. Ober-Reg.-Rat K. Lüders,$ Grunewald-Berlin. »=Berliner Porzellan.=«
$Professor Dr. Alfred G. Meyer,$ Dozent an der Technischen Hochschule Charlottenburg. »=Stil, Stilgeschichte und Stillehre.=«
$Professor Dr. Erich Pernice,$ Direktorialassistent an der Antikenabteilung der kgl. Museen Berlin. »=Antike Gold- und Silber-Arbeiten.=«
$Dr. Friedrich Sarre,$ Berlin. »=Persische Keramik.=«
$Professor Dr. Christian Scherer,$ Direktorial-Assistent am herzoglichen Museum in Braunschweig. »=Elfenbeinplastik seit der Renaissance.=«
$Dr. Julius von Schlosser,$ Direktor an den kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses in Wien. 1. »=Höfische Wohnungskunst im Mittelalter.=« 2. »=Kunst- und Kuriositäten-Kammern seit der Renaissance.=«
$Professor Dr. Paul Seidel,$ Dirigent der Kunstsammlungen des kgl. Hauses und Direktor des Hohenzollern-Museums Berlin. »=Die dekorative Kunst unter Friedrich I. von Preussen.=«
$Professor Dr. Jean Louis Sponsel,$ Dresden, Dozent an der technischen Hochschule Dresden. 1. »=August der Starke und das Kunstgewerbe.=« 2. »=Deutsches Rokoko.=«
$Dr. Richard Stettiner,$ Assistent am Kunstgewerbemuseum Hamburg. »=Sèvresporzellan.=«
$Professor Henri van de Velde,$ Weimar. »=Philosophie und Aesthetik des Kunstgewerbes.=«
$Professor Dr. Franz Wickhoff,$ Wien, K. K. Universität. 1. »=Der italienische Garten.=« 2. »=Die Wohnung in den Niederlanden und in Frankreich im 15. Jahrhundert.=«
$Julius Zöllner$ in Leipzig. »=Das Zinn in alter und neuer Zeit.=«
An Mitarbeitern sind ferner gewonnen worden: Direktor =Angst=, Zürich, Professor Dr. =Justus Brinkmann=, Hamburg, Direktor Dr. =Deneken=, Krefeld, Professor Dr. =Alfred Lichtwark=, Hamburg u. a.
Interessenten, welche eingehendere Prospekte zugeschickt haben wollen, werden gebeten, ihre Adresse dem Verlag =Hermann Seemann Nachfolger=, Leipzig, Goeschenstrasse 1 bekannt zu geben.
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Im Verlag von HERMANN SEEMANN NACHFOLGER in =Leipzig= ist erschienen:
MAX KLINGERS BEETHOVEN
Eine kunsttechnische Studie // Prachtwerk in Grossquart // von mit 8 Heliogravüren ELSA ASENIJEFF und 23 Beilagen und Textbildern
Preis in vornehmem Liebhaberband geb. M. 20,--
Die Vollendung des »Beethoven« durch Meister Klinger wird als ein künstlerisches Ereignis allerersten Ranges empfunden. Fünfzehn Jahre lang trug der Leipziger Künstler den grossen Gedanken seines Werkes mit sich herum, und staunender Bewunderung voll blickt jetzt die Welt auf das erhabene Monument Beethovens. Keiner war mehr berufen, dem Heros der Musik ein Denkmal aufzurichten, als Klinger; nackt, mit ineinandergekrampften Händen, in den Schauern der Inspiration, den grüblerischen Blick in dämmernde Fernen bohrend, sitzt Beethoven auf dem mit kunstvollen Reliefs, Edelsteinen und Elfenbein reich verzierten Thron, ein Mantel von herrlichem Onyx schlingt sich über sein Knie, und zu seinen Füssen sträubt der zu ihm aufblickende Adler des Zeus seine mächtigen Flügel.
Das Werk, das im gesamten Schaffen Klingers einen Gipfel bedeutet, wird von Frau Elsa Asenijeff in einem trefflichen Text erklärt, der die zahlreichen Illustrationen -- 8 Heliogravüren, 23 Beilagen und Abbildungen im Text -- wirksam unterstützt, zumal Frau Asenijeff in der Lage ist, auch zu der Entstehungsgeschichte des Werkes die interessantesten Ausführungen beizubringen, insonderheit über die grosse Schwierigkeit, den Thronsessel in Bronze zu giessen, was erst in Pierre Bingens Werkstatt in Paris gelungen ist, und von Frau Asenijeff in den einzelnen Stadien ausserordentlich dramatisch erzählt wird.
Die interessanten technischen Aufschlüsse über die Schwierigkeiten in der Beschaffung der Marmorsorten, über die Behandlung des Elfenbeins, des tirolischen Onyx, der venezianischen Glasflüsse werden mit besonderer Freude begrüsst werden.
Vor allem ist die Schilderung des Bronzegusses eine Meisterleistung, der in der modernen kunstgewerblichen Litteratur kaum etwas Gleiches an die Seite gestellt werden kann, und zu deren tiefster Würdigung man schon bis auf Cellini zurückgehen muss.
Dass das Werk in seinen verschiedenen Stadien vorgeführt wird, sowohl illustrativ als auch textlich, vom Gipsmodell bis zur vollendeten Bronze und bis zum ausgeführten Marmorbilde, das verleiht dem auch äusserlich überaus vornehm ausgestatteten Werke seine überragende Bedeutung, an der kein Kunstfreund, kein Aesthetiker, kein Sammler, überhaupt kein Kulturmensch unserer Zeit vorübergehen darf.
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Verlag von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig
ITALIENISCHE KUNST
Studien und Betrachtungen von
BERNHARD BERENSON
Einzig autorisierte Ausgabe
Aus dem Englischen übertragen von
D^R JULIUS ZEITLER
Preis broschiert M. 6,--, geb. M. 8,--
Berenson, ein bedeutender englischer Kunstforscher, der auch in den kunsthistorischen und ästhetischen Kreisen Deutschlands wohl bekannt ist, bietet in diesem Band über die »Italienische Kunst« eine Anzahl trefflicher Essays, in denen Gründlichkeit der Forschung mit feinem Urteil und hoher Kennerschaft gepaart ist. Die Essays behandeln Vasari, die Dante-Illustrationen, Correggio, Giorgione, Tizian, Amico di Sandro, dessen Persönlichkeit Berenson überhaupt erst festgestellt hat, und endlich eine reiche Fülle von venezianischen Gemälden, die sich in Londoner Privatbesitz befinden. Die Abbildungen derselben, die zum Teil in nur schwer zugänglichen Privatgalerien stecken, verleihen dem Buch noch einen ganz besonderen Wert.
BILDNISKUNST UND FLORENTINISCHES BÜRGERTUM
Bd. I: Domenico Ghirlandajo in Santa Trinitá: Die Bildnisse des Lorenzo de' Medici und seiner Angehörigen
von
D^R A. WARBURG
Grossquart mit 5 Lichtdruckbeilagen und 6 Textillustrationen
Preis geb. M. 6,--
Diese Arbeit des bekannten Kunstgelehrten eröffnet eine Reihe kunstgeschichtlicher Studien, die die Wechselbeziehungen zwischen Publikum, Fürsten, Gelehrten und Künstlern durch die Zusammenstellung direkter Zeugnisse in Kunstwerken der Frührenaissance veranschaulichen wollen. Die erste kultur- und kunstgeschichtliche Spezialstudie dieses Unternehmens behandelt einige bisher unbeachtete Meisterstücke der Porträtkunst des Ghirlandajo, die darin zum ersten Male genau publiziert und auch in der Beurteilung, die sie in ihrer eigenen Zeit fanden -- vor allem durch die gewichtige Stimme des Lorenzo de' Medici selbst -- gewürdigt werden. Fünf vorzüglich gelungene Lichtdrucke und ebenso viel Textillustrationen bringen das interessante Problem, das der Verfasser in seinem Text aufrollt, zur wirksamsten Anschauung.
=Empfehlenswerte neuere Werke= aus dem Kunstverlag von HERMANN SEEMANN NACHFOLGER in LEIPZIG:
$Apulejus,$ =Amor und Psyche=. Ein Märchen, ins Deutsche übertragen von Prof. Dr. Norden, mit Bildern von Walter Tiemann. Geb. M. 6,--
$Marie Luise Becker,$ =Der Tanz=. Mit ca. 100 Beilagen und Textbildern. Br. M. 8,--, geb. M. 10,--
$Joseph Bédier,$ =Der Roman von Tristan und Isolde=. Mit Geleitwort von Gaston Paris, aus dem Französischen übertragen von Dr. Julius Zeitler. Textausgabe br. M. 4,--, geb. M. 5,--. Illustrierte Prachtausgabe mit ca. 150 Illustr. von Robert Engels geb. M. 18,--, Liebhaber-Ausgabe (50 numer. Exemplare) geb. M. 50,--
$Hans Bélart,$ =Nietzsches Ethik=. M. 2,--
$Georg Biedenkapp,$ =Kleine Geschichten und Plaudereien= philosophischen, pädagogischen und satirischen Inhalts. Br. M. 3,--
$Wilhelm Bölsche,$ =Ernst Haeckel=. Ein Lebensbild. Geb. M. 3,60
$Fritz Burger,$ =Gedanken über die Darmstädter Kunst=. (In Eckmannschrift.) Br. M. --,75
$Challemel-Lacour,$ =Studien und Betrachtungen eines Pessimisten=. Autoris. Uebersetzung aus dem Franz. von M. Blaustein. Br. M. 6,--, geb. M. 7,50