Sünndagsklocken: Stadt- un Dörp-Predigten
Part 8
Aewer nu hürt tau, all tauhopen, ji all, dei dat Hart bewern deiht vör denn’ Herrgottsbaden: so spreckt dei Herr: »_Fürcht di nich! Ick heww di erlöst — ick heww di bi din’n Nam raupen, du büst min!_« O, wur dat klingt! as Engelsmusik. Binah tau schön, as dat wi’t glöwen kaent. Ick sall mi nich fürchten, seggt dei Herrgott, vör nix in ’ne Welt, nich vör Minschen, nich vör dei Ornt un ehr Sorgen, nich vör Krankheit, nich vör Hunger, nich vör Streiks un Uprauhr, nich vör min Schuld, nich vör’t Starwen — is’t würklich mäglich? Dat is mäglich — dor steiht jo: »So spreckt dei Herr usw.« Und dat dat ganz säker is, dorüm nimmt hei di bi dei Hand un geiht mit di hen nah Jerusalem. Dor is ’nen Barg, is man ’nen ganz oll lütten un doch höger as all Bargens in dei Welt, so hoch, dat all Minschen em seihn kaenen, dei heit Golgatha. Up denn’ Barg dor steiht dat Krüz un an dat Krüz dor hängt bleik un bläudig min Heiland Jesus Christus. Du weist, worüm hei dor hängt. Von em hebbn ja all uns Feldgrisen dat lihrt, wat sei dahn hebbn för uns, för ehr Frug un Kinner, ehr oll Vadder un Mudder, för ehr Dörp, ehr Stadt un ehr armes leiwes Vadderland. Dei Mann an’t Krüz het ehr dat vörmakt — dat is ja dei Predigt von’t Krüz: »För juch! för juch! Ick bün juch Heiland, för jug Sünn un Schuld heww ick mi opfert, för juch heww ick gewn min Lewn bet in ’nen Dod.« Dorüm weg mit all din Angst, fürcht di nich, du hest ’nen Heiland, dei hett di erlöst. Ja _di_! Dat di dat ganz säker warden sall, dorüm nimmt di din Herrgott wedder bi dei Hand un geiht mit di trüg in dei grötste Stunn in din’n Lewen, in din Döpstunn’. »_Ick heww di bi din’n Nam raupen_,« so seggt hei. Ja, so deip hett dei grot Gott sick tau di dallatn, dat hei di _sin Kind_ nennt hett. Wie weit’ dat tworst nich mihr, äwer wohr is’t dorum doch. As wi gröter würd’n, hett hei nich uphürt uns tau raupen. Hei rep bald lising bald lut, bald iernst, bald fründlich, ümmer so, as wi’t grad brukten. Hei rep uns dörch all dat Gottswurt, dat wi hürt hewwt von uns’ Mudding un in ’ne Schaul, as wi tau’n Beden güngen un in ’ne Kirch.
Hei seg di in Gefohr, up’n legen Weg tau kamen, donn schickt hei di woll ’nen gauden Fründ in’n Weg, din ollen Schaulmeister oder Preister, dei kek di so fründlich an, un red’dt so fründlich mit di — süh, dor wier dei Herrgott bi un rep di. Hei seg di vertwifelt, du harrst wat Legs dahn, vör di wier allens so düster, du künnst denn’ rechten Weg nich wedder finn’n, hei rep di: dor schöt di woll dörch denn’ Kopp ’nen Gottswurt, dat du lihrt hest, viellicht: »Kamt her tau mi, ji Mäuhselign un Beladenen, ick will jug erquicken« oder wat Ähnliches — dei Herrgott rep di. As ick mal up’n Lann’ wier un mit sonn’ halwwussen Jung aewer Feld führt, ’t wier Winter un dei Weg wier slicht, durt nich lang, dor smeten wi üm. Aewer ahn Schaden rappelten wi uns wedder rut. »Dor is Gott bi wäst,« säd dei jung Minsch; hei harr’t markt: Dei Herrgott röppt uns bi Nam. Wo oft hett hei uns raupen, denn’ einen in’t Granatfüer, denn’ annern up’n Krankenbedd; denn’ einen ünnern Dannenbom, denn’ annern an’n Trualtor un weck noch wo anners — ob wi ümmer _hürt_ hewwt, wenn hei uns rep? Ob wi ümmer _verstahn_ hewwt, wat hei uns seggen wull?«
Na, ’t mag sin as ’t will — hüt röppt hei uns wedder all tausam un jedenein för sick. Un wat hei uns hüt tau seggen hett, dat is för uns all ein un dat sülwige: »Fürcht di nich, _du büst min_.« O, wur dat klingt! Denk trüg an dei Tid, as du noch lütt wirst, dor kem woll mal wat Swers, ’nen Hund oder ’nen groten Jung, dei wull di wat dauhn, di würd bang, du füngst an tau schriegen — denn kem woll Vadder oder Mudder, sei faten di üm un strakten di, un sei säden in’n Ton, as blot Vadder un Mudder snacken kaent: »Wäs man still, min Jung, min Diern, ick bün ja bi di, fürcht di nich, du büst ja min.« Un denn wier all Angst vörbi, du fäuhltst di borgen in trugste Leiw.
Wat äwer will ok dei trugste Leiw von Vadder un Mudder bedüden gegen de Leiw von denn’ Vadder in’n Himmel. Uns’ Vadder Luther seggt: »Wust du Gott malen, mößt du en Füer malen von luder Leiw.« Un dese leiw Gott, dei nix is as luder heilige Leiw, dei seggt tau di un tau mi: »_Du büst min._« Will wi em dat Wurt nich avnehmen? Sall dat Wurt mi nich vergneugt un tauversichtlich maken? Ick heww mal ’nen jungen Mätn up ehr letzt Lager dit Wurt tauraupen un ehr doruphen dat heilig Abendmahl gewen. Vördem wier sei so mißmaudig un bedräuwt, un naher? einmal aewer dat anner kem dat aewer ehr Lippen: »Ick bün sin, ick bün sin.« Un dorbi flög aewer ehr Gesicht son’n äwerirdischen Glanz un so is sei ohn Angst sanft un selig inslapen.
Sall’t bi uns nich ok so wäsen? Ick bün sin, bün min’n Herrgott sin Kind, hei hett ’t seggt, doran will ’ck mi holln un will tauversichtlich sin, mag kamen wat will. Wovör süll ick mi woll fürchten, wenn ick sin bün? Vör min Sünn un Schuld? Ach, sei is grot un swor, aewer hei vergiwwt sei mi ut luder Leiw. Vör dei Taukunft mit ehr Sorgen? Ach, sei is düster un isig kolt, äwer, bün ick man sin, denn nehm ick all min Sorgen in min folt’ten Hänn un dräg sei em hen in dei Gewißheit: »Hei sorgt vör mi«, un ’t kann mi nix gescheihn »as wat hei hett verseihn un wat mi selig is.« Wovör sall ick mi fürchten? Vör Minschen un wat sei mi andauhn willt? Bünn ick man sin, denn weit ick: »Hei un ick hewwn ümmer de Babenhand.« Wovör denn? vör ’t Letzt, vör ’t Starben? Ach, Starben is swor, dat ritt so väl Bänner utnein, dei uns mit dei Welt un uns Leiwen tausamenbind — aewer, bün ick man sin, denn weit ick: Ick heww noch ’ne Heimat, ’nen Vadderhus haben bi em — ick kam eins in’ ne Wohrheit, rut ut all mi Twiefel, ut all min Sorgen.«
Dorüm: »_Ick will mi nich fürchten_« — so sall’t heiten, bün ja sin, bün min’n Herrgott sin Kind.
Aewer dat will wi em ok verspräken: »_Ick will ok din sin_, bäter, as ick dat bet dorhen wäst bün: din an’n Sündag un Alldag, din, wenn dei Sünn schient un dei Storm brust. Din, wenn ’ck allein bün un tauhop mit annern. Din, wenn ’ck arbeit un wenn ’ck mi verhal. Din in’t Lewen, din in’t Starben.
Amen.
10.
De olle un de nige Heimat.
Predigt in’n plattdütschen Gottesdeinst an’n 10. Oktober 1920 in de Bugenhagenkirch tau Stralsund hollen von E. _Müller_.
Gnad wes mit jug von den’n, dei dor is un dei dor was un dei kümmt. Amen.
Wi läsen in’t irste Bauk Mose Kapitel twölf, Vers 1 bet 2.
Un de Herr sprök tau Abram: Gah ut din Vadderland und von din Fründschaft un ut din Vadder sin Hus in ein Land, dat ick di wiesen will. Un ick will di tau’n grot’ Volk maken un will di segen un di einen groten Namen maken un du sast ’nen Segen sin.
Herr segen din Wurt an uns’ Harten. Amen.
* * * * *
Wi hebben dat wagt. Wi hebb’n ’nen plattdütschen Gottesdeinst ansett’. Un dat is uns nich leed. Ick freug mi, dat dei Stun’n nu dor is, wo wi Gotts Wurt up plattdütsch hür’n kön’n, wo wi sing’n un beden dör’n in dei Sprak, dei uns eis uns’ Mudder hett lihrt. Ick freug mi, dat’t noch so veel Minschen giwwt, dei in de grote Stadt de lütte Stadt un dat lütte Dörp nich vergäten kön’n, wo sei burn un tagen sünd. Nee, wi kön’n uns’ oll Heimat nich vergäten, und wenn wi hunnert Johr olt würd’n. Bet an’n Dod beholln wi dei Städ leiw, wo uns de Sünn von’n Häwen tauirst lücht hett, wo de Storm un de Blitz uns tauirst den allmächtigen Herrgott verklort hebben, wo dat irste Minschenog sick oewer uns’ Weig nedder neigt hett, wo de Mudder uns tauirst mit Freuden up’n Schot nahmen un de Vadder uns de Lihren von de Weisheit un dat Christentum in dat Hart grawen hett. Twors is de Gegend nich beräumt, de wi uns’ Heimat nenn’n. Kein Water is dor, kein Holt un kein Barg, oewer t’is uns’ Heimat un dorüm is sei so schön, so schön. Wat hebb’n wi spält up de Strat un in de Gatz up’n Markt un dor achter an de Mu’er. Wat hebb’n wi uns Bläumungs plückt an’n Weg, dei dörch de gräunen Feller güng, wat hebb’n wi Slietschauh lopen, wenn de Paul taufror’n was. Uns’ Schaul was man ’ne lütt Stuw mit olle Disch un leg’ Bänk, oewer t’was uns’ Schaul, un dorüm was sei so grot. Uns’ Lihrer was ’n ollen frommen Mann, de’t oewerall gaud meinen ded. Wat hett hei sick för Mäuh gebb’n, uns dat tau lihr’n wat wi nödig hedd’n för’t Lewen. Un uns’ Schaulkameraden wiren idel prächtige Kinner! Uns’ Frün’n — wat wirn dat för dägte Jungns, un din Fründin’n, wat wirn dat för ranke Dierns! Un uns’ Unkel bian was ok ’nen gauden Mann, un uns’ Tanten, dei sin Fru was un uns’ Pät, hadd ümmer för uns en apene Hand. Oewer dat beste was doch uns’ Vadderhus. ’N lütt Hus, mit Stroh deckt, oewer uns’ Vadderhus, uns’ Welt! Uns’ Vadder was de beste Mann in’t ganze Dörp — wat hett hei för uns schafft! Uns’ Mudder was de beste Fru in de ganze Welt — wat hett sei för uns sorgt! So männig mal hett sei uns n’ Borring schmeert un sei sülmen et drög Brod. Wenn’t schummrig worden was in de lütt Stuw — denn sett’t sei sick an den warmen Kachelaben un wi Kinner sett’ten uns üm sei rüm un uns’ lütt Schwesting kröp ehr up’n Schot — hürst du noch, woans de Bratäppel in de Abenrühr schmurten? — Un denn vertellte uns de Mudder de ollen Geschichten, dei se von ehr Größing lihrt hadd, von Rottkäppen un von den Jung’n, dei utgüng, dat Gruseln tau lihren. Un von Jesu vertellte sei uns, von den groten Kinnerfründ, dei de Lütten segn’t un de Groten nich verflucht — un denn süng sei mit uns de ollen frommen Leeder von’n hilligen Christ. Un wenn denn Wihnachten wir, dann stek sei uns den Wihnachtsbom an un leggt uns de Gawen up’n Disch, dei sei süllwst makt hadd mit ehre flitigen Hän’n. Un uns’ Vadder müßt uns de Julklapp rinschmieten. Un’t abend’s, wenn wi tau Bett gahn wirn, kem de Mudder noch eis tau uns ran: Kinding, wat bedst du hüt Abend? Ick bed den Vers, den wi hüt in de Schaul lihrt hebben. Recht so, min Kinding, den bed man. Oewer sei sülwen hett den Vers nich bedt, den sei in de Schaul lihrt hett, — sei red’ mit ehren Gott, as ehr üm dat Hart was, sei red plattdütsch mit ehren Gott. Un Gott hett sei hürt un hett sei segn’t un dörch sei ok uns un uns’ Kinner. Un mit einmal hürten wi dat Wurt: Gah ut din Vadderland un von din Fründschaft un ut din Vadder sin Hus in ein Land dat ick di wiesen will. Un wi güngen un keken uns ümmer wedder üm, ümmer wedder, bet wi den Kirchtorm nich mihr seihn kün’n. Un uns’ Herrgott wiest uns ein Land ball dit un ball dat. Wi segen frömde Länner un hürten frömde Spraken — oewer uns’ Hart liehrte de Sähnsucht. Dat Heimweh kem oewer uns, brennte in uns as Füer. Uns was tau Maud as Annemariek Schulten up’n Sassenbarg tau Maud was in klore Stun’n, ok wie hebben schrägen: ick möt furt, ick möt furt. Un wi güngen furt un kemen nah Hus. De Minschen kennten uns kum noch, doch uns’ Mudder kennte uns gliek. Sei nehm uns bi de Hand un güng mit uns nah’n Kirchhof an unsen Vadder sin frisch Graw. Un up de Krüze oewerall stun’n Namens, dei wi oft hürt un oft näumt hadden. Liesing süng de Wind oewer dat Dodenfeld un liesing süng dat dörch uns’ Seel: Ut de Jugendtid, ut de Jugendtid klingt ein Lied mi ümmer dor, ach wur liggt so wit, wat eis min wier. Un as wi nahsten uns’ Mudder in dat Graw leggt hedden — schlöt sich sachting achter uns de Dör tau’n Paradies. Sörre dei Tid hebben wi de olle Heimat nich mihr. Gott hedd sin Wurt wahr makt. Hei hett uns ’n anner Land wies’t, hett uns ’ne anner Heimat gewen. Hei hedd uns tau’m groten Volk makt. Hett di Fru un Kinner gew’n, un di ’nen Mann. Jungs un Dierns speelen üm di rüm, Fleesch von din Fleesch, un Blaut von din Blaut. Wi hebben truge Nahwers un gode Frün’n. Gott hedd uns seg’nt. Hedd uns Arbeit gewen, dei wi lasten kön’n. Hei giwwt uns Lohn för uns’ Arbeit. Wi hebb’n uns’ däglich Brot sülwst in schwere Tid, un männig ein hedd noch mihr. De Herrgott giwwt ok in de Wüst tau dat Brod den Fisch un makt dat Water, dat bitter schmeckt, uns säut. Gott hedd uns enen groten Namen gewen: De Lüd reden mit Achtung von uns. Weck nen’n uns Fründ un Bräuding, un de gröt’st Nam kem uns von säute Kinnerlippen: Vadding, Mudding. Männig einen hebben wi helpen künnt mit Rat un Dat. T’is wohr: Du sast ’nen Segen sin. Oewer, oewer wi sünd nich glücklich, wi sünd nich taufreeden. Dörch uns’ Seel geiht ein deipes Sähnen. Uemmer wedder stött uns dat up: Dat disse arme Ird nich uns’ Heimat is. Wi säuken ein beteres Vadderland, ’ne niege Heimat. Wi luren dorup, dat Gott tau uns seggt: Gah in dat Land, dat ick di wiesen will. Tweidusend Johr sünd dat nu all her. In Nazareth lewte ein Timmermann. Jesus was sin Nam. Eis hürt’ hei de Gottesstimm: Gah ut din Vadderland un ut din Fründschaft un ut din Vadder sin Hus in dat Land, dat ick di wiesen will. Un dat Land, dat Gott em wiesen ded, dat wir sin nieges Amt, hei süll de Messias sin, ’nen heimlichen König, dei dat Gottesriek up Irden upprichten süll. Minschen süll hei sammeln, veel Minschen, dei Gott as ehren König ansehn un em, Jesum, as den Königssöhn, dei Gott sinen Willen an sich gescheihen laten un dei Gott sinen Willen dauhn. Dat künn hei nich in Nazareth, dat künn hei nich as Timmermann. Hei güng in de Frömd. Hei verleet Nazareth, sin Mudder, sine Bräuder, sine Schwestern, sin Gewarw, sin Vadder sin Graw. Allens verleet hei. Ohn Rast un ohn Rauh güng hei dörch dat Land un lihrte un hülp de Armen un makte de Kranken gesund. Hei hadd kein Hüsung. Gode Lüd nehmen em bi sich up un hebben em tau eten geben. Allens verleet hei. Sine Mudder verstunn em nich; sei meinte, dat hei sinen Schick nich hedd. Sine Bräuder un sine Schwestern wullen nicks mihr von em weiten un sine Jünger kunn’n dat nich begriepen, wat hei tau sei sed von Gott un von Gott sin Riek. De Juden würd’n em arg. De Pharisäer würd’n em falsch. De Soldaten müßten em an dat Krüz schlag’n. Dor müßt hei leiden un starwen, verlaten von alle Minschen. Angst steg in em up, dat Gott em uk verlaten künn. Oewer Gott hedd em nich verlaten. Dei bleew bi em. Dei bleew in em. Gott sin Hart was sine Heimat in’n Lewen un in’t Starwen. Un dat is dat Land, dat Gott uns wiesen will dörch sinen Söhn Jesum Christ: Sin Hart, sin Vadderhart. In Gott sall uns Heimat sin. Abram müßt ut sin Vadderland, von sine Fründschaft un ut sin Vadder sin Hus gahn, wil dat hei den Glowen an den einen lebendigen Gott behollen sull. Will’n wi dissen Glowen behollen, den uns’ Vadder uns lihrt hedd, will’n wi dissen Glowen wedder finn’n, den uns’ Mudder uns in dat Hart bed’t hedd — denn möten wi allens verlaten, wat uns leiwer sin künn as uns’ Gott un uns ganz un gor in de Hänn un an dat Hart von uns’n Gott leggen, so as Abram, so as Jesus dat dahn hedd. Jesus hett Recht: Nümms kümmt tau’n Vadder as dörch mi. Hei is de Dör, dörch dei wi ingahn in uns’n Gott sin Vadderhus. Un disse Purt is eng, disse Purt ist sihr eng: allens möten wi affleggen, wat uns hinnern künn dörch dei Purt tau gahn, all uns’ Sorgen, all uns’ Sün’n, all uns’ falsche Leiw. Ja, wenn’t Minschen giwt, dei uns upholl’n tau Gott tau kamen, Minschen, dei wi leiw hebben, dei wie sihr leiw hebben, — wi möten up sei verzichten. Jesus hett Recht: wer Vadder oder Mudder oder Brauder oder Schwester mihr leiw hedd as mi, dei is min nich wirt. Un de Jünger seggen: Wi hebben allens verlaten üm dinetwillen, un sünd di nahfolgt. Dat möten wi dauhn: wi möten allens verlaten üm Jesu willen, em nahfolgen, sine Jünger ward’n. Un sine Jünger sünd wi, wenn wi uns unnereinanner leiwen, as Jesus sine Jünger leiwt hedd. Un wi weiten, woans hei sine Jünger leiwt hedd: sin junges, starkes Lewen hett hei vör sei dorhengewen, nich blot, as hei an’t Krüz starwen ded, de Unschüllige för de Schülligen, de Reine för de Unreinen. ’T giwt veel Minschen, dei nah Leiw verlangen in eine Welt vull Haß. O, dat wi uns unnereinanner mihr leiwen deden! Wi würden Jesu Jünger sin, wi würden sine Deiner sin, un wo hei is, dor sälen ok sine Deiner sin: Bi Gott, in Gott. Wenn wi leiwen, is Gott in uns, sünd wi in em, hedd uns’ Seel de Heimat, de Rauh in em funnen, de Heimat, dei dor bliwt. _Un_ dat is de grote Nam, den’n Gott uns makt: Wi heiten Gott sine Kinner. Un noch einmol hürn wi dat Wurt: Gah ut din Vadderland un von dine Fründschaft un ut din Vadder sin Hus in ein Land, dat ick di wiesen will. Un Gott wiest uns ein Land. Dit Land liggt nich up disse Ird, dit Land liggt up de anner Welt. Un tüschen hier un dor liggt ’n grotes, grotes Water. Dor weiht ’n harten Storm, dor gahn de Bülgen hoch. Angst kriegt männig ein, wenn hei denkt an sinen Dod. Un Angst kriegt jederein, den de schwarte Vagel mit sine Flüchten berührt. Äwer wes’ nich bang! De Herr wiest di dat Land, un hei is mächtiger noch as de Dod. Jesus stürt dat Schipp, dat oewer dat grote Water führt. Sine starken Hänn drägen uns an dat Land, dat uns’ niege Heimat is. Dor makt uns Gott tau’m groten Volk: hei giwt uns dei wedder, dei vör uns storwen sünd, un hei giwt uns dei wedder, dei nah uns starw’n ward’n. Hei segn’t uns: hei wischt af all dei Tranen, dei wi hier un’n weint hebben, ok dei, dei wi nachtens weint hebben, wenn wi nich slapen künn’n vör Sorg un vör Hartweihdag. Hei giwt uns dat Lewen, dat nie nich uphürt. Hei makt uns einen groten Namen. Wi heiten Hillige un wi heiten Selige. Un hebben wi Glowen hollen bet an’t Enn, Kinner un Kinneskinner, dei uns hebben starwen seihn, lihren den rechten Glowen un ward’n selig. So wat’t wohr, wat de Herr seggt: du sast ein Segen sin. Un nu hür nipping tau: Hüt seggt de Herr tau di: Gah ut din Vadderland un ut din Fründschaft un ut din Vadder sin Hus, in ein Land, dat ick di wiesen will. Nu weitst du, wat dit Wurt för di bedüd’t. Nu gah in dat Land, dat de Herrgott di wiest, as Abram, as Jesus in Gehursam un Tauvertrugen. Gah in Glowen den Weg, den din Herrgott, din Vadder di wiest, den Weg ut de olle in de nige Heimat.
Amen!
11.
Ansprache
bei der Gedächtnisfeier des deutschen Kriegerbundes 1921 auf dem Ehrenfriedhof in Lübeck von Hauptpastor _Mildenstein_ in Lübeck.
Herrgodd in Hewen, wi ehrt Di un lawt Dinen Namen, Lat doch Din Kraft un Din Segen hüt up uns dal kamen. Wi sünd in Not, Herr, mak Du tru unser Blot, Dat wi staht eenig tosamen.
Jesus seggt: Wer sin Hand an den Ploog leggt un kikt trüch, de is nich to bruuken för Gott sin Riik. —
Min leewen Kameraden!
Dat is een vun den gröttsten Wör vun Jesus Christus. Wi weet jo all, de Ploog is sit ole Tiden een hilliges Warktüg un Ploogarbeid is hillige Arbeid. De Plöger aber, de düt hillige Warktüg in hillige Arbeid rech föhren will, mutt dat Hart op’n rechden Placken hem, anners döcht he nix un sin Arbeid irst rech nix. Sin ganze Kraft, Liw un Seel mutt he herangewen an sin grotes Wark. Hett he sin Hand an den Ploog leggt, de Lei üm de Schullern, de Peer vörweg, denn heet dat: »Ick heff min Hand an den Ploog! Nu nich mehr trüch! Vörwarts — dat is min Parol’!«
Wi sünd merrn ut irnste, grote un swore Bundesarbeid op düssen Platz tosamen kamen to een stille Fiir. Wi wöllt uns doden Kameraden gedenken! Worum wi dat doht? Dohn wüllt un dohn möt? Wil se Plöger weeren! Se harrn de Hand leggt an den hilligen Ploog für’t Vaderland, un dor hebbt se sick seggt: Nu gifft dat keen »Trüch«, blots »Vörwarts« vörwarts!
Vör min Seel steiht in düsse Stünn de Flandernschlacht: Dag üm Dag, Nach üm Nach is se all in de Gang, un noch keen Enn. Dat Land is vun Granaten dörchplögt. De Hüser un Böm sünd tweireten, as weer’t nix. Merrn dormang an de Kanonen, an de Maschinengewehren, in de Trichters, up’t frie Feld de Plögers — uns Bröder — swatt vun Schiit un Rook, mit glönige Oogen un tosamenbeten Tähn. Fastholen! Nich trüch kiken! Vörwarts Hart un Oog! So sünd se fullen, de Hand an’n Ploog.
För min Seel steiht de wide See bi Skagerrak. Schipp bi Schipp! In Füür un Rook, Torpedo un Panzer! Vun Granaten un Gischt upwöhlt de ganze See. Un op de Scheep, vun de Kommandobrüch bet in den Maschinenruum, vun baben na nerrn, vun achtern na vörn de Plögers, uns Bröder, in Damp un Füür, de Hand an Roer un Stüür: Ruum Hart, klor Kimming — so sünd se fullen för uns Vaderland, versackt, versapen in bittern Dot, abers Plögers, true Plögers bet toletzt.
För min Seel steiht Rußland, dat wille, gräsige Land: Iis un Snee, Storm un Dodesküll, so wid dat Oog ok reckt, keen Enn to finn — kik! as’n Wederstorm so jagt se heran, sünd Dusend, sünd Hunnertdusend? To Foot un to Peer! Jümmers mehr un jümmers mehr! Un in de wille Brandung as Fels in de Floot — uns Bröder, uns Plöger, ruhig, seker, fast, tru bet in den Dood fört hillige Vaderland. In de Heimat, in de Heimat, da geewt keen Wellersehn! Ob in Flandern in de deepe Nach, ob in Italien an hellen Dag, ob in Serbien orre Rumänien, ob in’t Feld orre Lazarett — he dröp se all, de Dood, he weet uns Minschen, jedeen, ok Di, ok mi to finn — abers he dröp _ehr_, de Hand an’n Ploog, dat Oog vörut! Nu liggt se hier bi eenanner, still, Sit an Sit, Offizier un Grenadier, Gardeschütz un Kanonier, Kameraden in Not, Kameraden in Dood.